Zorn und Stille (Sandra Gugic)

Auf der Suche nach der Vergangenheit

Wie leben Menschen damit, dass sie aus einem Land kommen, das es so nicht mehr gibt?

Beschreibung des Buches:
„Zorn und Stille“ ist 2020 beim Hoffmann und Campe Verlag als Hardcover mit 238 Seiten erschienen. Das Cover ist in Braun gehalten, ein weißer Kaninchenkopf ziert den unteren Teil des Titelbildes.

Kurze Zusammenfassung:
Die Fotografin Billy Bana (früher Biljana Banadinowic) muss die Wohnung ihres Vaters nach dessen Tod auflösen. Dabei wird sie mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Aufgewachsen ist sie als Gastarbeiterkind in Wien, die Familie kam ursprünglich aus dem ehemaligen Jugoslawien.

Mein Leseeindruck:
Dieser Roman ist in mehrere Teile untergliedert mit und aus der Sicht der verschiedenen Familienmitglieder – und in verschiedenen Zeitebenen. Während der erste Teil  von Billy selbst im Jahr 2016 handelt,  folgt im 2. Romanteil ein Blick der Geschehnisse auf die Vergangenheit aus Sicht von  Billys Mutter Azra im Juli 2008. Dem schließt sich die Geschichte Simas (Vater von Billy) aus dem Mai 1999 an. Zum Ende des Buches (Januar 2018) erzählt Billy selbst…

Der Sprachstil der Autorin ist etwas ganz besonderes, sehr ausgefeilt, feinfühlig. Man kommt beim Lesen so richtig in einen Sog, der einen nicht mehr loslässt.

Sie beschreibt sehr bildhaft und emotional das Aufwachsen und das Leben ihrer Protagonisten. Dabei stört es keineswegs, dass der Roman in die verschiedenen Abschnitte unterteilt ist.

Gerade die unterschiedliche Betrachtung ihrer Protagonisten auf ihre Heimat und ihr Familiengefüge machen diesen Roman so lesenswert. Die Rückblicke sind wichtig, auch die Sicht aus und auf die einzelnen Familienmitglieder.

Mich hat dieser Roman sehr berührt. Es zeigt, dass ein Verlassen der Heimat immer einen großen Verlust bedeuten, die Familie zerbricht möglicherweise. Die Vergangenheit bekommt eine neue Bedeutung bei Verlust und Tod naher Familienmitglieder.

Der Autorin gelingt es mit diesem Roman die Gesellschaftspolitik ihres Heimatlandes zu beleuchten.

Fazit:
Ein wunderbar feinfühliger Gesellschaftsroman, dem ich viele Leser/innen wünsche!

Fazit: ***** von *****

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