Der Anruf kam nach Mitternacht (Tess Gerritsen)

Die große Suche – oder – auf der Flucht

Ich habe schon Bücher von Tess Gerritsen gelesen, war aber bisher nicht ganz so begeistert von ihren Thrillern. Der Titel dieses Buches klang spannend und auch das Titelbild hat mich angezogen.

Beschreibung des Buches:
„Der Anruf kam nach Mitternacht“ von Tess Gerritsen ist 2017 als Taschenbuch im HarperCollins Verlag mit 304 Seiten erschienen. Es handelt sich um das Erstlingswerk der Autorin, das hier in einer Neuauflage herausgegeben wurde. Auf dem Titelbild ist eine Taschenuhr mit Blutspritzern abgebildet.

Kurze Zusammenfassung:
In einem Hotel kommt ein Mann bei einem Brand ums Leben. Es handelt sich zweifelsohne um Geoffrey Fontaine, den Ehemann Sarahs, die erst zwei Monate zuvor geheiratet hatten. Nachdem Sarah feststellen muss, dass ihr Mann offensichtlich ein Doppelleben geführt hat und sie dann plötzlich doch einen Anruf von ihm bekommt, macht sie sich von Washington aus auf die Suche nach ihm in Europa. Unterstützt wird sie vom Botschafter Nick O’Hara. Während ihrer Suche (und späteren Flucht) kommen die Zwei sich näher…

Mein Leseeindruck:
Nachdem ich das Buch am Anfang sehr spannend fand, so dümpelte die Geschichte später nach und nach vor sich hin. Aus der Suche wird eine Flucht vor immer mehr Verfolgern. Schwerstkriminelle mit üblen Methoden als auch Behörden zwingen Sarah und Nick immer wieder weiter zu reisen. Man blickt nicht ganz durch wer nun hinter wem her ist und ob Sarahs Mann tatsächlich noch am Leben ist.

Dieser Thriller spielt in der Zeit vor der Wende teilweise auch im geteilten Berlin. Besonders auffallenden die zahlreichen Telefonate aus Telefonzellen heraus.

Ich würde dieses Buch als Spionagethriller (mit vielen Toten) und mit eingebetteter Liebesgeschichte beschreiben. Der Schreibstil ist flüssig, die Schauplätze London, Berlin, Amsterdam gut ausgewählt, aber bezüglich ihrer Atmosphäre nicht besonders beschrieben, das Hauptaugenmerk liegt eindeutig auf den Handlungssträngen und Action.

Schade finde ich, dass man hier dem Leser ein „altes“ Buch der Autorin als Neuerscheinung in 1. Auflage verkauft.

Fazit:
Wer einen Thriller lesen möchte, der offensichtlich das Erstlingswerk der Autorin ist und vor 1989 spielt, der ist hier richtig. Mir hat er nur mittelmäßig gefallen.

Bewertung: ***

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Den Koffer trag ich selber: Erinnerungen (Eva Demski)

Eva Demskis Lebensreise, begleitet von Lebenden und Toten

Vor Jahren war ich auf einer Lesung von Eva Demski, sie stelle ihr Buch „Gartengeschichten“ vor. Schon dort haben mich ihre Geschichten aus ihrem Leben fasziniert. Damals habe ich das vorgestellte Buch gekauft und an eine Freundin mit großem Garten verschenkt. Da ich von der Freundin ein tolles Feedback über das Buch bekommen hatte, bekam eine ehemalige Kollegin von mir zum ihrem Abschied das Buch „Frankfurt ist anders“ (ebenfalls von Eva Demski) als Abschiedsgeschenk. Und auch von ihr erntete ich eine positive Resonanz. Jetzt wollte ich das neuste Buch von Eva Demski einmal selbst lesen – und es hat sich gelohnt.

Beschreibung des Buches:
„Den Koffer trag ich selber: Erinnerungen“ von Eva Demski ist 2017 im INSEL Verlag als Hardcover mit 395 Seiten erschienen.

Das Titelbild ziert ein geöffneter Koffer mit Büchern und Heften als Inhalt. Ein grünes Heft fällt ins Auge…das hat im Buch eine besondere Bedeutung.

Kurze Zusammenfassung:
Eva Demski hat ihr Leben beschrieben. Sie hat das Buch in sehr unterschiedlich große Kapitel unterteilt, die ihre verschiedenen Lebensphasen beschreiben. Über das Aufwachsen im beschaulichen Regensburg, Frankfurt und die verschiedenen Schulstationen, das Studentenleben, das Leben im Theater (an der Seite ihres Vaters) und das Verhältnis zu ihren Großeltern und Eltern. Es sind Erinnerungen, die nicht immer chronologisch vorgetragen werden.

Mein Leseeindruck:
Der Beginn des Buches wirkte zunächst etwas skurril auf mich. Eva Demski (geboren 1944) streift über die Frankfurter Buchmesse und läuft den längst schon verstorbenen Autoren, Dichter und Verleger über den Weg. Sie kann sie sehen und beschreiben.

Ihr Sprachstil ist großartig aber auch gewöhnungsbedürftig, manchmal kurz und treffend, aber immer sehr anschaulich beschreibend mit viel Witz und Humor und auch mit dunklen Gedanken.

Im Laufe des Buches wird mir immer klarer, warum Eva Demski einen besonderen Bezug zu Toten hat. Sie hat in ihrem Leben schon früh die Menschen verloren, die eine besondere Bedeutung in ihrem Leben hatten.

Während die Eltern das Leben ihrer Tochter eher mit einer gewissen Sorglosigkeit bedachten, indem sie sich wenig darum kümmerten, hatte sie immer einen guten Bezug zu ihrem Großvater und dessen Verwandten. Schon früh versuchte Eva Demski deshalb ihren eigenen Weg zu suchen und mit vielen verschiedenen Menschen ihren Alltag und Lebensweg zu gehen.

Mir gefällt ihr Humor, gerade wenn sie z.B. beschreibt, was man mit dem Studiengang Germanistik, Philosophie, Kunstgeschichte macht? Antwort: „Damit wurde man nichts, höchstens Lehrer, und das war schlimmer als nichts.“

Es sind Erinnerungen und Momentaufnahmen an schöne aber auch an viele traurige Tage, ein Leben farbig, aufwühlend und doch so anders als ich es aus der Generation meiner Eltern kenne. Eva Demski hat viel erlebt. Es mag an ihrer unbändigen Leidenschaft liegen mit Menschen zu reden, Filme über Menschen und deren Leben (wie z.B. Marcel Reich-Ranicki, der ihr ein guter Freund war) zu drehen (als freie Mitarbeiterin des Hessischen Rundfunks u.a. für die Sendung ttt (titel thesen tempramente).

Ihre Lebenslust zeigt sich dann, wenn sie von ihren vielen Reisen, großen Geburtstagsfeiern oder z.B. einer Silvesterfeier auf einem gechartertem Mainschiff zur Jahrtausendwende erzählt. Solche Geschichten kenne ich von meinen Eltern so gar nicht und die gehören der gleichen Generation wie Eva Demski an.

Die Gedanken zu den mittlerweile zahlreichen „besonderen“ Ereignissen in der Weltgeschichte, fallen mir ins Auge. Weil immer nur bestimmte Ereignisse ins Bild gesetzt werden, fallen die anderen oft viel nachhaltiger wirkenden und schlimmeren Ereignisse nicht auf. Zitat: „Es sind die Bilder, die auf unserer Wahrnehmung kleben und sich nicht davon ablösen lassen.“

Ich habe einfach viel zu viele Knicke in dieses Buch gemacht…kann gar nicht alles zitieren, was mir in Erinnerung bleiben möchte….

Fazit
Dieses Buch hat mich nachhaltig fasziniert, ich könnte immer und immer wieder darin lesen. Es sind die kleinen Geschichten und Gedanken von Begegnungen mit Menschen, die das Buch so lesenswert machen. Ein tolles Buch!

Bewertung: *****

Der Sommer der Inselschwestern (Susan Mallery)

Eine sommerliche Freundschaftsgeschichte

Für den sommerlichen Urlaub suche ich immer Bücher, die auch im Sommer spielen. Mir hat das Cover dieses Buches gefallen – und da der Klappentext auch vielversprechend klang, habe ich dieses Buch bei 26 °C im Schatten gelesen.

Beschreibung des Buches:
„Der Sommer der Inselschwestern“ ist 2017 im HarperCollins-Verlag als Taschenbuch mit 368 Seiten erschienen. Es ist nicht das erste Buch der Autorin Susan Mallery. Sie hat schon einige Romane veröffentlicht. Ich habe die E-Book Ausgabe gelesen. Auf dem blaugrün gehaltenem Titelbild ist ein blauer Krug mit Blumen und ein weißes Häuschen auf einer Anrichte zu sehen. Ich hätte mir hier eher drei Häuser vorstellen können.

Kurze Zusammenfassung:
Andi, Ärztin, zieht von Seattle auf die Insel Blueberry. Dort hat sie ein Haus (zwischen zwei baugleich anderen Häusern) gekauft, das sie zu einer Kinderarztpraxis und Wohnraum für sich umbauen lässt. In der Nachbarschaft wohnen Boston mit ihrem Mann und Deanna mit Töchtern und ihrem Mann. Während Andi sich versucht in dem kleinen Städtchen einzuleben, macht sie auch die Bekanntschaft der beiden Nachbarinnen, die sich bisher nicht besonders freundschaftlich gegenüber standen. Doch durch Andi kommen sich alle drei Frauen näher. Langsam lüftet jede ihr „Geheimnis“…

Mein Leseeindruck:
Der Roman ist genau das Richtige für Sommertage an Strand und Pool. Eine nette Geschichte mit viel Herzschmerz und Vergangenheitsbewältigung, aber auch die Landschaftsbeschreibung und die eher dörflich anmutende Idylle kommen hier nicht zu kurz.

Während man zunächst erfährt, dass Andi letztendlich vor ihrer Familie und einer vergangenen Liebe geflohen ist, hat man den Eindruck, dass die anderen zwei Frauen ein glückliches Leben führen.

Doch der Schein trügt, die Autorin lässt die Leser an den Gedanken von Boston, Deanna und Andi teilhaben und so ist man schnell  mitten im Gefühlschaos der Protagonistinnen. Jede hat ihr Päckchen zu tragen und man erlebt förmlich, wie es den Frauen Tag um Tag schlechter geht, weil sie sich alleine nicht aus diesem Teufelskreis herausbewegen können. Da kommt die rasch aufgebaute Freundschaft unter den drei Frauen genau richtig…

Fazit:
Ein einfühlsamer Roman, der mich zwar nicht vollkommen überzeugt hat, aber das Thema Freundschaft und Zusammenhalt prima behandelt. Mir war er letztendlich zu gefühlsbetont, ich glaube, als nächstes muss ich mal wieder einen Krimi lesen.

Bewertung: ****

Ich versteh die Welt nicht mehr (Tim Schreder & Jennifer Sieglar)

Endlich wieder mehr der Nachrichten verstehen und einordnen können – Zusammenhänge im Weltgeschehen deuten können

Durch eine Radiosendung bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden. Die Autorin ist mir als Moderatorin der Nachrichtensendung „hessenschau“ bekannt u.a. ist sie auch, wie der Autor Tim Schreder, für die Nachrichtensendung „logo!“ für das ZDF unterwegs.

Beschreibung des Buches:
„Ich versteh die Welt nicht mehr“ ist 2017 im PIPER-Verlag als Taschenbuch mit 300 Seiten erschienen. Auf dem in hellblauer Farbe gehaltenen Titelbild ist eine Weltkarte mit orangen Fähnchen abgebildet. Diese weisen Schlagwörter der im Inhalt angesprochenen Themen auf. In der unteren linken Ecke sind die beiden Autoren abgebildet. Das Buch wirkt in seiner Aufmachung auf mich als sei es ein Kinder-/Jugendbuch.

Kurze Zusammenfassung:
In 24 Kapiteln erklären die Autoren Begriffe und Themen, die man fast täglich in den Nachrichten zu hören bekommt. Eingeleitet werden die Kapitel durch einen Globus mit einem Fähnchen, das den Ort der Begrifflichkeit/des beschriebenen Konfliktes aufzeigt. Danach folgt eine Kurzbeschreibung des Themas.

Mein Leseeindruck:
Schon oft habe ich mich bei manchen Begriffen und Themen der Nachrichten gefragt, wie es zu dem ein oder anderen Konflikt in der Welt gekommen ist. Manches nimmt man einfach nur noch wahr, aber man versteht das Problem nicht, das die Menschen miteinander haben.

Ich habe dieses Buch mit sehr viel Interesse während eines Sonnenurlaubes am Pool gelesen. Es hat mich von Seite zu Seite festgehalten. Den zwei Autoren gelingt es auf verständliche Weise die einzelnen „Problemfelder“ der Welt zu erklären. Dabei versuchen sie, die Ursprünge bestimmter Konflikte, Geschichtliches und die beteiligten Personen in sachlicher Art zu beschreiben.

Die Erläuterungen erfolgen in lockerer Art und sehr verständlich. Als Leser wird man angesprochen und „mitgenommen“.  Die Themen bauen aufeinander auf, man kann die Kapitel aber durchaus auch je nach Interessenslage einzeln lesen. Mir war es wichtig, das komplette Buch von vorne bis hinten zu lesen. So habe ich mich von Seite zu Seite mitgenommen gefühlt.

Die Auswahl der Themen finde ich gelungen. Ich habe vieles über den Nahosts-Konflikt, die Ukraine-Krise, die Trump-Wahl aber auch über die Situation in Nigeria und dem Südsudan erfahren, was mir offensichtlich durch die teils überfüllte Nachrichtenlage an Informationen verloren gegangen ist. Manche Nachrichten nimmt man einfach hin ohne den Hintergrund zu erfragen.

Ich werde ab sofort wieder intensiver die Nachrichten verfolgen, jetzt sind mir wieder einige Dinge klarer und ich kann sie räumlich und thematisch besser einordnen.

Fazit:
Ein tolles Buch, das man als Erwachsener aber auch als Jugendlicher gut lesen kann. Überaus informativ, gut recherchiert und sehr verständlich beschrieben. Gerade durch dieses Buch wird einem bewusst, wie gut man es getroffen hat, in diesem Teil der Welt zu leben. Ein bisschen mehr Politik- und Weltinteresse wäre für manche Menschen gerade in der heutigen Zeit wünschenswert. Hier bekommt man die Zusammenhänge wunderbar „präsentiert“ ohne dass man lange nachschlagen bzw. im Internet suchen muss.

Bewertung: *****

Butterbrot und Liebe (Susanne Friedrich)

Leichter Urlaubsroman

Ich fand das Titelbild samt des Titels dieses Romans bunt und witzig. Das Buch habe ich fast an einem Tag auf einer Urlaubsreise gelesen.

Beschreibung des Buches:
„Butterbrot und Liebe“ von Susanne Friedrich ist 2017 als Taschenbuch im tredition-Verlag mit 292 Seiten erschienen. Auf dem blauen Cover tummeln sich sämtliche Konterfeis der Mitwirkende in bunten Farben.

Kurze Zusammenfassung:
Hannah ist eine knallharte Geschäftsfrau, Anfang 40 und Single. Als Christoph, 30, in ihr Leben tritt, wehrt sie sich heftig gegen ihre Gefühle. Doch Christoph ist hartnäckig. Doch gegen Hannahs Erlebnisse in der Vergangenheit kommt er nicht an. Da schalten sich Hannahs Vater, Christophs Freunde und seine Mutter Ulli ein.

Mein Leseeindruck:
Was habe ich erwartet? Einen eher heiteren Liebesroman.

Zunächst lernt man die knallharte Geschäftsfrau Hannah kennen. Ihr gegenüber wird Christoph, arbeitet selbstständig als Caterer,  gestellt, der eher romantisch veranlagt ist und den die Liebe wie ein Pfeil trifft.

Um dem Roman mehr Leben zu geben, tauchen Hannahs Vater, Witwer und Christophs Mutter Ulli, Journalistin und Künstlerin auf. Und auch die Freunde von Christoph, Ellie und Attila bekommen ihre Nebenschauplätze.

Mich hat der Roman auf einem Urlaubsflug gut von den angekündigten Turbulenzen abgelenkt, ich brauchte nicht viel nachdenken, die Handlung war abwechslungsreich und die Charaktere hatten alle ihre eigene kleine Geschichte, die sich so nach und nach aufklärte.

Fazit:
Gute, aber leichte Unterhaltung für den Urlaub.

Bewertung: ***

HERBARIUM (Caz Hildebrand)

Kunst in Kräutern – Geschichte, Wirkung Verwendung

In unserem Garten haben wir eine winzig kleine Auswahl von Kräutern, die wir eher selten für uns als viel mehr für unsere Kaninchen nutzen, deshalb hat mich dieses Buch vom Titel her angesprochen. Außerdem hat mich die wunderschöne Aufmachung angesprochen.

Beschreibung des Buches:
„HERBARIUM“ von Caz Hildebrand ist im DUMONT-Verlag 2017 als Hardcover mit 223 Seiten erschienen.  Auf dem Titelbild sieht man schon die sehr schöne Aufmachung, wie sie auch im Buch fortgesetzt wird. Der Buchschnitt ist grün, es gibt ein grünes Lesebändchen.

Kurze Zusammenfassung:
In diesem Buch werden 100 Kräuter auf jeweils zwei Seiten (eine Textseite, eine kunstvolle schematische Bebilderung) vorgestellt. Im Inhaltsverzeichnis am Ende des Buches findet man die Kräuter sortiert nach z.B. Gesundheit,  Wohlbefinden, Schönheit, Tees, Weitere Verwendung und zu zahlreichen Speisen wieder.

Mein Leseeindruck:
Hat man das Buch erst einmal in der Hand so ist man geneigt es von vorne bis hinten durchzublättern und sich an der farbig gestalteten Bebilderung zu erfreuen. Auch wenn man die Kräuter auf manchen Bildern nicht gleich erkennt (für unerfahrene Kräutersammler etwas schwierig), so lässt sich z.B. Schnittlauch wie auch Lavendel wunderbar an der Farbgebung und an der Form (Schnittlauch sieht hier aus wie eine grün/weiße Tapete) erkennen.

Wir haben dieses Buch zunächst als „Ratebuch“ genutzt, um die unterschiedlichen Kräuter anhand der kunstvollen Bebilderung zu erkennen. Es hat doch überrascht, dass man schon an der charakteristischen Form einige Pflanzen benennen konnte.

Die Textseite zu jeder Pflanze beinhaltet den lateinischen Namen, ein Zitat oder einen Spruch und in zwei Spalten zum einen „Anbau“ (Pflege, Standort, Aussaat), „passt zu“ (Nahrungsmittel) , „Verwendung“ (Speisezubereitung, Funktion) und “Wirkung“ (auf die Gesundheit) sowie in der größeren Spalte eine ausführliche Beschreibung.

Die Informationen sind sehr ausführlich und lassen für meinen Geschmack keine Fragen mehr offen. Nebenbei erfährt man auch geografische Details und geschichtliche Hintergründe. Der schematische Aufbau ist sehr übersichtlich und gut gegliedert. Hier findet man schnell, was man nachschlagen will.

Man kann dieses Buch zum Nachschlagen, zum Schmökern oder einfach nur zum Anschauen nutzen und sich an dem schönen Design erfreuen.

Fazit:
Dieses wunderschöne Buch kann ich empfehlen für Menschen, die gerne natürlich kochen, ihre Gesundheit mit Naturprodukten erhalten und fördern möchten und für Kunstliebhaber, aber auch als ein ganz besonderes Buch zum Verschenken.

Bewertung: *****

In Ruhe alt werden können? (Erich Schützendorf)

Die neuen Alten – jenseits der 50

Bücher über das Altern aus den verschiedensten Blickwinkeln finde ich immer wieder interessant.

Beschreibung des Buches:
„In Ruhe alt werden können?“ ist 2016 in 2. Auflage im Mabuse-Verlag als Taschenbuch mit 122 Seiten erschienen. Auf dem Titelbild sieht man ein älteres Paar, das gymnastische Übungen am Sandstrand absolviert.
Der Autor Erich Schützendorf war Leiter des Fachbereichs „Fragen des Älterwerdens“ der Volkshochschule des Kreises Viersen. Schon sein ganzes Leben hat er sich mit Älteren und Altern beschäftigt. Er hat bereits mehrere Werke mit diesem Thema veröffentlicht.

Kurze Zusammenfassung:
In 20 Kapiteln beschreibt der Autor zahlreiche Erfahrungen, Begebenheiten und Thesen über das Alter jenseits der 50.

Mein Leseeindruck:
Wer seinen 50. Geburtstag gefeiert hat, der macht sich mehr und mehr Gedanken über das Altern. Erich Schützendorf machte das schon von Berufs wegen. In diesem Buch hat er viele Erlebnisse zusammengetragen, die er mit reichlich Humor, witzigen Bemerkungen, aber auch realistischen Einschätzungen würzt.

Gerade seine eigenen Erfahrungen, wenn er über die Beziehung zwischen seinen Kindern und ihm bzw. seiner Mutter und ihm erzählt, machen diesen Lesestoff so besonders. Wer hat das nicht schon selbst erlebt. Zitat:
„Am liebsten denke ich über Generationengerechtigkeit am Sonntagmorgen nach, wenn ich nach dem späten Frühstück alleine bin und hoffe, dass vielleicht eines der drei Kinder mal anruft. Meistens warte ich vergebens auf einen Anruf. Klingelt das Telefon, ist es meine Mutter, die sich beklagt, dass ich sie nicht anrufe.“

Ich musste an vielen Stellen lachen und meinem Mann sogleich die lustigen Stellen vorlesen. Wir haben uns und unsere Eltern oft „wiedererkannt“.

Manche Kapitel sind schonungslos, wenn es z.B. um die Pflege im Alter geht. Darüber möchte man manchmal gar nicht nachdenken, obwohl es einen früher oder später sicherlich auch betreffen wird.

Trotz allem bleibt auch das „Widerborstige“ in Erinnerung. Aufgeben ist keine Alternative. Wer nicht alt werden will, der muss eben früh sterben oder das Beste daraus machen.

Fazit:
Ich habe dieses Buch fast an einem Stück gelesen, es hat mich nicht mehr losgelassen, trotz der teilweise etwas „schnoddrigen“ Art des Autors. Empfehlenswert besonders für alle junggebliebenen 50er und die die es werden.

Bewertung: *****