Vaticanum (J.R. Dossantos)

Spannend und historisch – Fakten und Fiktion

Mich hat der Klappentext und tatsächlich das Titelbild von diesem Buch angesprochen, auch wenn ich aus der Reihe um den Historiker Tomás Noronha noch kein Buch gelesen habe.

Beschreibung des Buches:
„Vaticanum“ von J.R. Dossantos ist 2019 mit 509 Seiten als Taschenbuch bei luzar publishing erschienen. Auf dem Titelbild sieht man den Petersdom in Rom mit beleuchteten Fenstern und hell strahlenden Straßenlaternen in der Dämmerung. Das Bild passt sehr gut zum Inhalt des Romans.

Kurze Zusammenfassung:
Der Historiker Tomàs Noronha soll im Auftrag des Vatikans das Grab des Apostels Petrus erkunden. Doch kaum hat er damit begonnen, wird der Papst entführt und Noronha steckt plötzlich mitten in der Ermittlungsarbeit. Nun ist auch er in Gefahr, denn er kommt den Entführern gefährlich nahe.

Mein Leseeindruck:
In diesem Buch erfährt man viel über die katholische Kirche, die Päpste und über so manche Machenschaften, dabei mischen sich Fiktion und Fakten.

Der Schreibstil J.R. Dos Santos gefällt mir gut. Man fühlt sich mitgenommen, mitten im Geschehen und kann sich alle beschriebenen Szenen bildlich sehr gut vorstellen. Die Kapitel sind recht kurz und meistens in sich abgeschlossen. So kann man dieses Buch recht gut über mehrere Tage verteilt lesen.

Seit langem hatte ich mal wieder Freude daran, jeden Abend ein paar Seiten/Kapitel in diesem Roman zu lesen. Er ist spannend und zugleich informativ, wenn es um echte historische Begebenheiten geht.

Die unterschiedlichen Charaktere des Buches sind gut herausgearbeitet. Die Ermittlungsarbeit des Historikers Noronha ist nachvollziehbar und wird durchgehend als roter Faden in diesem Roman gewoben.

Auch wenn es sich hier um eine Reihe um den Historiker Tomás Noronha handelt, kann man diesen Roman lesen, ohne den Vorgänger gelesen zu haben.

Fazit:
Ein spannender, informativer und historischer Roman, der einen von Anfang an fesselt und bis zum Schluss die Spannung hält. Fans von Dan Brown werden an diesem Roman Gefallen finden.

Bewertung: **** von *****

111 Orte für Kinder in Frankfurt am Main, die man gesehen haben muss (Julia Tzschätzsch)

Neue Ideen für Ausflüge in und um Frankfurt am Main – nicht nur (aber ganz besonders) für Kinder

Dieses Buch ist für mich eine der Entdeckungen, die ich auf der Frankfurter Buchmesse 2019 gemacht habe. Ich habe schon einige „111 Orte“- Bücher in den Händen gehabt, aber dieses ist ein ganz besonderer Schatz.

Beschreibung des Buches:
„111 Orte für Kinder in Frankfurt am Main, die man gesehen haben muss“ von Julia Tzschätzsch ist im emons: Verlag 2019 als Taschenbuch erschienen. Das Buch hat 240 Seiten. Das Titelbild reiht sich in die Serie „111 Orte“ des emons: Verlages. Es ist in Dunkelrot gehalten, hat einen Titel in weißer Schrift und ist mit einigen Fotos gespickt, die man mit Frankfurt am Main in Verbindung bringt.

Die Autorin Julia Tzschätzsch (Moderatorin beim Hessischen Rundfunk) wohnt mit ihrer Familie (drei Kinder) in Frankfurt. Sie hat das Buch mit eigenen Fotos gestaltet und die vorgestellten Örtlichkeiten mit den eigenen Kindern und befreundeten Kindern besucht.

Kurze Zusammenfassung:
Jedem beschriebenen Ort sind je 2 Buchseiten gewidmet – ein einseitig großes Foto und ein Text auf der gegenüber liegenden Seite. Zum Foto gibt es jeweils noch eine Kurzbeschreibung, wie Öffnungszeiten, Adresse, Anfahrtsweg und besondere Tipps. Auf den letzten Seiten gibt es Übersichtspläne, in denen die Ausflugtipps mit einer Nummer markiert aufzufinden sind.

Mein Leseeindruck:
Dieses Buch ist einfach wunderschön gestaltet. Man bleibt schon beim ersten Durchblättern auf der ein- oder anderen Seite hängen und bekommt sofort Lust, den gefundenen Ort aufzusuchen. Die Texte sind mit einzeln hervor gehobenen Wörtern sehr gut lesbar, die Überschrift ist leicht verschnörkelt, was dem Ganzen eine gewisse Lebendigkeit verleiht.

Die zahlreichen tollen Fotos zeigen Kinder im Einsatz, sie wirken fröhlich und laden regelrecht zum Nachmachen/zum Besuchen der Orte ein.

Man findet in diesem Buch Möglichkeiten im Freien als auch in Gebäuden Neues zu finden: Spielplätze, Museen, Tiere, Bäume, Brücken, Züge, Leseplätze uvm. gilt es zu entdecken.

Fast zu jeder beschriebenen Örtlichkeit erhält man zusätzliche Tipps. So findet man hier zum Beispiel gute Essensmöglichkeiten oder weitere Spielmöglichkeiten in der näheren Umgebung.

Sehr gut gefällt mir zudem, dass die Anfahrtsbeschreibungen sowohl den Weg mit PKW, Öffentlichen Verkehrsmitteln als auch in manchen Fällen die Fußwegzeiten angeben. Man findet auch eine Altersklassenangabe zu jedem Ort.

Dieses Buch hat mir wieder einmal mehr gezeigt, dass „Kind sein“ in Frankfurt nicht nur hohe Häuserfassaden, Straßenlärm und Beton bedeutet. Man hat so viele Möglichkeiten mit Kindern Natur, Technik und Kunst zu erleben, man muss nur dieses Buch lesen, dann sind die Wochenenden der nächsten 2 Jahre ausgefüllt!

Fazit:
Julia Tzschätzsch ist es gelungen, dass ich mich in meine Kindheit versetzt fühle, wenn ich in diesem Buch blättere – und am liebsten all die wunderbaren Orte aufsuchen würde, wo man spielen, lernen, erkunden und schauen kann. Viele der Plätze/Orte kann man auch als Erwachsener aufsuchen, aber mit den eigenen Kindern oder Enkeln macht das sicherlich besonderen Spaß sie zu besuchen.

Dieses Buch kann man prima „frischgebackenen“ Eltern schenken mit einem Gutschein für gemeinsame Zeit, die man mit der ganzen Familie verbringen kann.

Bewertung: ***** von *****

Der Schatten (Petra Hammesfahr)

Ein frühes Buch der Autorin – neu aufgelegt als erweiterte Ausgabe

Ich habe schon einige Bücher von Petra Hammesfahr gelesen, immer wieder spannend, aber manchmal langatmig…

Beschreibung des Buches:
„Der Schatten“ ist 2019 als Taschenbuch im Diana-Verlag erschienen. Das Buch hat 639 Seiten. Das Cover ist recht trist, man sieht eine offene alte Tür und ein Stoffstück am Boden eines dunklen Raumes liegen.

Kurze Zusammenfassung:
Die ehemals erfolgreiche Filmproduzentin Stella Helling ist zur Trinkerin geworden. Sie kann sich kaum um ihre behinderte Tochter kümmern. Hier ist ihr ihre Schwiegermutter eine große Hilfe. Doch eines Tages wird diese brutal ermordet, das Baby ist verschwunden – und Stella gilt als eine der Verdächtigen. Ihr Ehemann Heiner, Polizeikommissar, ermittelt in eigener Sache…

Mein Leseeindruck:
Ich habe mich etwas schwer mit diesem Roman getan, habe mehr als 3 Wochen in diesem Buch gelesen, es immer mal wieder weggelegt und ein anderes Buch in dieser Zeit zur Hand genommen.

Zunächst beginnt der Roman recht geheimnisvoll. Man erfährt aus Stellas guten Tagen, ihre Erfolge im Filmgeschäft werden beleuchtet, Rückblicke wechseln mit dem aktuellen Geschehen (April 2004) ab. Das ist hier leider das Problem für mich: Wenn man das Buch einige Tage zur Seite gelegt hat, muss man sich immer wieder in den Roman „einarbeiten“. Man verliert ein wenig den Überblick über die verschiedenen Charaktere.

Was mir immer wieder gut an den Romanen von Petra Hammesfahr gefällt ist das Subtile, sie bringt erst nach und nach die ganze Wahrheit zu Tage, gleichwohl man sie manchmal schon erahnen kann, denn wenn man zwischen den Zeilen liest, erkennt man schon so manches „Problem“…

Wie man aus dem Klappentext entnehmen kann, hat die Autorin durchaus auch autobiografische Dinge in diesen Roman eingearbeitet. Z.B. hatte sie in ihren „Filmjahren“, als sie eine Filmserie entwickelt hatte, eine Produzentin, die ein ähnliches Verhalten an den Tag gelegt hat, wie das ihre Protagonistin tut. Dieses Buch gilt für sie als „Rache am Filmgeschäft“.

Bewundernswert an Hammesfahr Romanen finde ich immer wieder, dass die verschiedenen Charaktere so gut beschrieben sind, dass man sie sich gut vorstellen kann – und man sie manches Mal gerne schütteln würde, um sie „aufzuwecken“.

Für meinen Geschmack hätte diese Geschichte durchaus kürzer erzählt werden können. Mir fehlte zwischendurch eindeutig die Spannung, auch deshalb habe ich das Buch das ein oder andere Mal „ignoriert“ und ein anderes angefangen. Hier hilft mir dann immer eine Urlaubsreise – da konnte ich doch tatsächlich das Buch am Stück fertig lesen.

Das Ende hat mich dann einmal wieder etwas versöhnt (wie schon des Öfteren bei Büchern von Petra Hammesfahr). Trotzdem kann ich diesem Buch nicht mehr als 3 Sterne vergeben, da es mich über weite Teile nicht gefesselt hat.

Fazit:
Gute Geschichte, in Teilen sehr spannend, leider für meinen Geschmack zu sehr in die Länge gezogen.

Bewertung: *** von *****

Warum Camping mich glücklich macht (Bettina Tietjen)

Macht Lust auf Camping-Urlaub – humorvoll erzählt

Ich fand das Titelbild mit dem Titel recht ansprechend, deshalb habe ich mir das Buch aus unserer Bücherei ausgeliehen und zwischendurch gelesen.

Beschreibung des Buches:
„Tietjen auf Tour“ von Bettina Tietjen ist 2019 als Taschenbuch im Piper Verlag mit 271 Seiten erschienen. Auf dem Titelbild sieht man Frau Tiedjen selbst im Hintergrund Strand, einen Camper, eine Sitzgelegenheit (mit der obligatorischen Kaffeekanne) und Meer – sehr passend zum Inhalt.

Kurze Zusammenfassung:
Bettina Tietjen reist seit ihrer Jugend mit dem Campingbus in den Urlaub. Zuerst zu zweit mit Freund/Ehemann, später mit der ganzen Familie (2 Kinder). In 24 Kapiteln erzählt sie Anekdoten von diesen zahlreichen Reisen. In der Buchmitte sind auch einige private Fotos von den Reisen veröffentlicht.

Mein Leseeindruck:
Der Schreibstil von Frau Tietjen ist humorvoll. Man hat das Gefühl, man sitze ihr in einem Café gegenüber und unterhalte sich über ihre Reisen. Dabei nimmt sie sich selbst manchmal nicht ganz so ernst – und kann über so manches Missgeschick berichten.

Mich hat ein wenig irritiert, dass die Anekdoten nicht in einer zeitlichen Reihenfolge erzählt werden. Hier hätte ich eine chronologische Form gewählt.

Tietjens Erzählungen machen Lust auf das Campen, wenn man auf manchen Komfort verzichten kann. Oftmals entschädigen hier die netten Begegnungen, Freunde, die man immer wieder auf Reisen trifft und die tollen Lokalitäten/Campingplätze. Manches kann man gar nicht in einem Hotel oder einer großen Hotelanlage erleben.

Die Fotos im Mittelteil des Buches geben einen schönen Einblick in das fröhliche Campen. Hier sieht man auch die verschiedenen Campingbusse, die Familie Tietjen im Laufe ihrer Reisen als Rückzugsort genutzt hat.

Sogar nach Kanada hat sich die 4köpfige Familie begeben. Hier wurde ein besonders großes Reisegefährt gebucht – was nicht ganz so einfach zu manövrieren war…

Fazit:
Ein schönes Buch für Menschen, die sich für das Campen interessieren, kleine Reisetipps inklusive.

Bewertung: **** von *****

Erebos 2 (Ursula Poznanski)

Neugier geweckt – aber nicht ganz erfüllt

Dieses Hörbuch hat sich sofort unser Sohn geschnappt und bei seinen zahlreichen Bahnfahrten gehört. Erebos 1 war sein Lieblingsbuch, deshalb hat ihn Erebos 2 interessiert.

GASTREZENSION von Fabian Busch

Beschreibung des Hörbuches:
„Erebos 2“ ist 2019 im „der Hörverlag“ im mp3-Format mit einer CD erschienen. Die Laufzeit beträgt 12 Stunden und 22 Minuten.

Kurze Zusammenfassung:
Erebos 2, die Nachfolge-Geschichte von Erebos beginnt mit dem Erscheinen einer vertrauten App auf den Geräten ehemaliger Mitspieler. Jemand muss Erebos ein Update verpasst und zusätzlich ein neues Ziel in der realen Welt gesetzt haben. Menschen verschwinden, Telefonanrufe und E-Mails werden von vermeintlich echten Personen ausgeführt und lassen ganze Beziehungen als Druckmittel zerbrechen. Zu Beginn befolgen die Spieler das, was von ihnen verlangt wird. Wenn sie sich weigern, geschehen vorher angesagte Dinge. Allmählich wird ihnen bewusst, dass sie keine Chance haben. Wie es ausgehen wird, das wissen nur das Spiel und die Beteiligten.

Mein Leseeindruck:
Das Hörbuch startet mit zwei Parallelsträngen und wechselt während der gesamten Erzählung in regelmäßigen Abständen zum jeweils anderen. Die Erzählstimme passt sich dabei in den jeweiligen Rollen an, was zur Unterscheidung gut ist, jedoch gerade bei der Imitation des unheimlichen Spielerboten recht kratzig wirkt und damit unangenehm zum Zuhören ist.

Das Hörbuch benötigt eine gewisse Aufmerksamkeit, sonst ist schnell vergessen, was zuvor passiert ist und warum anschließend etwas Bestimmtes geschieht. Wem also Zuhören schwerfällt, sollte sich eher das Buch zur Hand nehmen. Auch gestrecktes Hören mit Pausen ist aus genannten Gründen eher weniger zu empfehlen. Gerade bei den vielen Charakteren könnte ein Leser viel besser zwischen ihnen differenzieren, als wenn nur zugehört wird.

Verglichen mit dem ersten Buch wirkte das zweite Buch leider etwas weniger fesselnd. Die Neugier wird zwar geweckt, die Spannung blieb aber unter den Erwartungen. Dies kann auch an den besagten Problemen der Hörfassung liegen. Leserinnen und Leser, die das erste Buch nicht kennen, können trotzdem einen leichten Einstieg finden.

Fazit:
Insgesamt ist der Nachfolger von Erebos gelungen. Hörer und Leser sollten sich jedoch Zeit nehmen, um aufmerksam der Geschichte folgen zu können.

Bewertung: **** von *****

Herbstbunt (Thomas Gottschalk)

Kurzweilig, authentisch, interessant

Man sagt so schön „Ich bin mit Thomas Gottschalk aufgewachsen“, was in meinem Fall durchaus in Bezug auf die Fernsehunterhaltung stimmt – und da ich auch das erste Buch von Thomas Gottschalk „Herbstblond“ gelesen habe, musste ich natürlich auch in diesem Buch schmökern.

Beschreibung des Buches:
Die Autobiographie „Herbstbunt“ von Thomas Gottschalk ist im HEYNE-Verlag 2019 als Hardcover erschienen. Es hat 272 Seiten. Auf dem Titelbild sieht man einen entspannt auf einer Bank sitzenden Thomas Gottschalk.

Kurze Zusammenfassung:
Wie auch im ersten Buch erzählt Thomas Gottschalk aus seinem Leben. Das Buch ist in 21 Kapitel aufgeteilt, die Kapitelüberschriften sind englische Songtitel, die den Inhalt des Kapitels recht gut überschreiben.

Thomas Gottschalk beleuchtet insbesondere seine zweite Lebenshälfte mit einzelnen Rückblicken. Fotos findet man in diesem Buch keine.

Mein Leseeindruck:
Auch in diesem Buch wird der Leser auf eine Reise mitgenommen – hier durch Gottschalks zweite Lebenshälfte. Dabei liegt der Fokus auf seinen aktuellen „Befindlichkeiten“, die das Leben eines schon älteren Menschen so mit sich bringen. Außerdem erzählt er viel von seinen Eltern und deren Herkunft (Schlesien, das er mit seinen Söhnen bereist hat).

Er hadert nicht mit seinem Schicksal (abgebranntes Anwesen, „gescheiterte“ Ehe, „Alters-Wehwehchen“), sondern seine lockere Art, Gegebenes hinzunehmen, wird auch beim Lesen deutlich. Er ist einfach ein Sunnyboy, versucht, in allem trotzdem etwas Positives zu erkennen.

Sein Schreibstil ist locker, unverblümt und kurzweilig. Ich hatte Spaß beim Lesen, habe das ein oder andere Mal sogar fast herzhaft lachen können.

Thomas Gottschalks Reise durch sein Leben zeigt, dass man seine Talente ausleben sollte und sich nicht von anderen beirren lassen darf. Auch wenn es mal nicht so gut im Leben läuft, es mag immer eine andere Tür geben, durch die man treten kann.

Auch im Alter erhält sich Thomas Gottschalk seine jugendliche Art. Seine nachdenkliche Seite findet aber auch Platz in dieser Biografie.

Fazit:
Mir hat die Reise durch die zweite Lebenshälfte Gottschalks gut gefallen. Er ist in erster Linie ein Mensch mit unterhaltenden Fähigkeiten, aber auch ein toller Erzähler, dem man gerne „zuhört“.

Bewertung: ***** von *****

Der Lack ist ab (Kai Wiesinger)

Amüsant, authentisch und humorvoll – kurzweilig

Und schon wieder feiert man im Freundeskreis einen Geburtstag > 50…da kommt dieses Buch doch sehr gelegen.

Mich hat mal wieder der Blick auf die Neuanschaffungen unserer Bücherei zu diesem Buch greifen lassen. Außerdem hatte ich im Vorfeld schon den Autor und Schauspieler Kai Wiesinger in Talkshows von seinem Buch erzählen hören und war neugierig geworden, zumal er im gleichen Jahr wie ich geboren ist. Nein, ich bin kein Mann, bin aber mit einem Mann gleichen Baujahres verheiratet…;-)

Lustig fand ich gerade bei meiner Recherche, dass das Buch z.Z. (03.10.2019) auf Nr. 3 der „Soft Skill Bücher“, Nr. 1 der „Alles über Sex“ Bücher und Nr. 2 bei den „Sexratgeber für Männer“ platziert ist (Quelle: Amazon Bestseller-Rang). Das hat mich doch etwas überrascht und schmunzelnd zurück gelassen…

Beschreibung des Buches:
„Der Lack ist ab“ von Kai Wiesinger ist 2019 mit 224 Seiten als Taschenbuch im Fischer Verlag erschienen. Auf dem Titelbild sieht man den Autor Kai Wiesinger selbst. Er schaut etwas finster – und scheint sich zu fragen, was das Leben jenseits der 50 noch so zu bieten hat.

Kurze Zusammenfassung:
Das Buch ist in drei Hauptkapiteln („Der körperliche Verfall“, „Die erloschene Leidenschaft“ und „Gedanken zur Torschlusspanik“) einem Vorwort und ein paar Worten zum Schluss aufgeteilt. Auf einigen Seiten gibt es kleine Skizzen aus dem Alltag von Kai Wiesinger. Zusätzlich findet man zuweilen noch Fakten oder Experten-Tipps zum jeweiligen Kapiteln.

Mein Leseeindruck:
Irgendwie hat mir der Titel des Buches gefallen, außerdem sehe ich Filme mit Kai Wiesinger gern. Ich habe das Buch fast in einem Stück beim Bahnfahren und als „Einschlaflektüre“ (was nicht heißt, dass ich dabei eingeschlafen bin) gelesen.

Es ist sehr kurzweilig geschrieben, Wiesinger gelingt es, mit ganz normalen Familien- und Alltagsszenen, einen zum Schmunzeln zu bringen, gerade dann, wenn einem manches doch sehr aus dem eigenen Alltag bekannt vorkommt.

Seine Beschreibungen sind dabei so amüsant, dass man eigentlich permanent ein Lächeln im Gesicht hat – was den Partner, der einem beim Lesen beobachtet, manchmal dazu veranlasst, ein erstauntes Gesicht zu machen. (Gerade hat er neugierig schon mal im Buch geblättert…)

Mir hat die Zusammenstellung der Themen in diesem Buch sehr gut gefallen – nein, Sex ist nicht das Hauptthema, viel gibt es zu sagen über Krankheiten und den altersbedingten körperlichen Verfall – und wie Kai Wiesinger damit umgeht, welche Tipps er sich von wem holt.

Die Mischung aus Humor und Fakten machen den Schreibstil dieses Buches aus. Es ist informativ, es gibt Tipps, aber all das ohne zu Belehren.

Auf alle Fälle ist das Buch anregend, sich mit dem eigenen Leben, vielleicht neuen Lebensinhalten, zu befassen. Andere Menschen im gleichen Alter haben ähnliche „Beschwerden“, „Sehnsüchte“ oder „Alltagsstress“ wie man selbst – und trotzdem ist der Lack noch lange nicht ab. Man kann ja hier und da ein wenig nachhelfen – aber dann richtig!

Fazit:
Ein Buch nicht nur für Männer, denn auch Frauen wollen wissen, wie Männer ticken! Mal wieder ein Geschenktipp für Menschen, die im Alter mehr Negatives als Positives sehen, vielleicht kann man ihnen mit diesem Buch zumindest beim Auspacken ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Bewertung: **** von *****