Schweineglück (Elmar Rassi)

Eine „Anleitung“ zum Glücklichsein

Ich bezeichne mich selbst als kleines Glückskind. Offensichtlich habe ich mir schon einiges angeeignet, was ich in diesem Buch jetzt gefunden habe…

Beschreibung Buches:
„Schweineglück“ von Elmar Rassi ist 2017 im Kailash-Verlag als Hardcover-Buch erschienen. Es hat 239 Seiten. Auf dem Titelbild ist der Autor mit einem Glücksklee im Mund zu sehen. Der Hintergrund ist in Grün (auch Farbe für das Glück) gehalten.

Kurze Zusammenfassung:
Der Autor Elmar Rassi ist in Aserbaidschan geboren. Nach seiner Flucht nach Deutschland als kleiner Junge, fühlte er sich, als sei ihm ein neues Leben geschenkt worden. Schon sein ganzes Leben beschäftigt er sich mit dem Glück und hat anhand eigener Forschungen seine 10 Regeln für das Glück zusammengestellt.

Mein Leseeindruck:
Schon beim ersten Durchblättern gefiel mir dieses Buch. Es ist abwechslungsreich gestaltet mit farbigen Texten, Zeichnungen und Fotos. Sprüche und „Merksätze“ sind besonders hervorgehoben und fallen einem sofort ins Auge. „Glücksgeschichten“ sind mit einem Rahmen aus Kleeblättern verziert.

Hat man sich mit diesem Buch auf die Reise zum Glück begeben, so kann man gar nicht mehr aufhören zu lesen. Vieles, was in diesem Buch steht, habe ich mir die letzten Jahre schon selbst zu Eigen gemacht und kann somit die Geschichten und Erfahrungen, die Elmar Rassi erzählt, voll und ganz bestätigen.

Die Geschichten sind wunderbar ausgewählt, manchmal fällt es einem wie Schuppen von den Augen – und man erkennt eine eigene Ansicht oder Handlungsweise wieder, die man ändern könnte, um glücklicher durchs Leben zu gehen.

Das Festhalten am Vergangenen behindert uns manchmal Neues auszuprobieren und mutig zu sein, weil wir schlechte Erfahrungen gemacht haben.

Oftmals versuchen wir, nicht wir selbst zu sein, sondern anderen zu gefallen. Dabei kommen wir zu kurz und das Glück kann sich nicht einstellen.

Elmar Rassi gibt hilfreiche Tipps, den eigenen Lebensweg zu ändern: Wünsche aufschreiben, in kleinen Schritten am Glück arbeiten, authentisch sein und an sich selbst glauben. Mit zahlreichen Übungen werden diese Tipps verinnerlicht.

Oftmals muss man die kleinen „Energiefresser“ aus seinem Leben verbannen, das mag schwer fallen, aber wir haben nur das eine Leben und das sollten wir so gestalten können, wie wir uns das wünschen.

Wir sind einmalig und keine Kopie eines anderen Menschen, das sollten wir immer bedenken, deshalb dürfen wir auch den Wunsch haben, anders zu sein.

Meine Lieblingszitate aus diesem Buch:

„Glück ist nichts fertiges, es besteht aus den Handlungen“ (Zitat Dalai Lama)

„…Als ich in der Schule war wurde ich gefragt, was ich sein will, wenn ich groß bin. Ich schrieb: <<glücklich>> – und sie meinten, ich hätte den Arbeitsauftrag nicht verstanden. Aber ich sagte ihnen, sie hätten das Leben nicht verstanden.“ (John Lennon)

Fazit
„Schweineglück“ ist ein Buch für die, die das Glück suchen und noch nicht gefunden haben. Es ist ein Geschenk für all die, die glauben, sie hätten kein Glück. Hier bekommen sie auf wunderbare Weise eine „Anleitung“ zum Glücklich sein.

Bewertung: *****

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Cuba (Frank-Peter Herbst)

Cuba Reiseführer – handlich und mit vielen Informationen – beste Reisevorbereitung

Wir planen jede Reise mit den Reiseführern vom Reise Know How Verlag. Bisher sind wir mit diesen Büchern sehr gut zurechtgekommen.

Beschreibung des Buches:
„Cuba“ ist im Reise Know How Verlag als handliches Taschenbuch in der 11., neu bearbeiteten und komplett aktualisierten Auflage 2017 erschienen. Der Reiseführer hat 540 Seiten, auf dem Titelbild sieht man eine typische Altstadtansicht von La Habana.

Kurze Zusammenfassung:
Schon in den Innenseiten der Buchdeckel findet man einen Stadtplan von La Habana (der Hauptstadt der Republik Kuba) und eine Übersichtskarte von Kuba.

Dieser Reiseführer ist unterteilt in 8 Rubriken:
–           La Habana – Stadt und Umgebung
–           Der Westen
–           Zentral Cuba
–           Der Oriente
–           Inseltouren
–           Praktische Reisetipps A-Z
–           Land und Leute
–           Anhang

Mein Leseeindruck:
Zur Vorbereitung auf einen Urlaub auf Cuba ist dieser Reiseführer bestens geeignet. Schon im Vorfeld erhält man einen sehr guten Überblick über das Land und die Menschen. Den einzelnen Regionen/Städte sind eigene Kapitel gewidmet. Hier gibt es Stadtpläne mit eingezeichneten Unterkünften, Nachtleben, Essen und Trinken und Einkaufen, die ausführlich beschrieben werden. Außerdem findet man hier zahlreiche Tipps und Interessantes über die beschriebenen Örtlichkeiten.

Die praktischen Reisetipps von A-Z helfen besonders bei der Reiseplanung. Diese sollte man sich ganz besonders intensiv durchlesen.

Im Kapitel „Land und Leute“ erfährt man auch Geschichtliches und vieles über Flora und Fauna. Auch der anschließende geschichtliche Überblick hilft, das Land und die Leute besser „kennenzulernen“.

Die „kleine Sprachhilfe“ ist knapp und bündig, trotzdem empfiehlt sich hier ein extra Sprachführer.

Ich hätte mir noch ein paar mehr Fotos gewünscht, allerdings wäre dann dieser Reiseführer sicherlich noch dicker ausgefallen. So ist dieses Taschenbuch noch sehr handlich. Die Seiten sind gut gebunden. Diese Erfahrung konnten wir auch schon mit unseren bisher benutzten Reise Know How Reiseführern machen. Hier hat sich bei unseren Reisen nie eine Seite gelöst.

Am Buchschnitt kann man sich durch die farblichen Markierungen der Kapitel schnell zurechtfinden. Wir benutzen zur Vorbereitung gerne kleine Post-It Streifen, um interessante Seiten zu markieren. Während unserer Urlaube haben wir diese handlichen Reiseführer immer auch bei den Städteerkundungen dabei. So können wir immer mal wieder etwas nachschlagen.

Fazit:
Wer einen handlichen Reiseführer für Cuba sucht, findet ihn hier. Er bietet alle Informationen zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten und praktische Reisehinweise in einer kompakten, aber dennoch ausführlichen Form.

Bewertung: *****

Frankfurter Verkehrsliteratour (verschiedene Autoren)

Für Frankfurt Liebhaber

Seit über drei Jahrzehnten arbeite ich in Frankfurt am Main, fahre mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln und kenne eigentlich die meisten Strecken der U- und Straßenbahnen in Frankfurts Innenstadt. Ich fühle mich in dieser pulsierenden Stadt sehr wohl, würde aber nie selbst mit dem Auto in die Stadt fahren, deshalb hat mich der Titel dieses Buches neugierig gemacht.

Beschreibung des Buches:
Das Buch „Frankfurter Verkehrs Literatour“ ist  2015 im Größenwahn Verlag Frankfurt als Taschenbuch mit 244 Seiten erschienen. Auf dem Titelbild sieht man farbige Bahnwaggons auf schwarzem Hintergrund. Auf den ersten Blick wirkt das Buch als beinhalte es die diversen Fahrpläne der Stadt.

Kurze Zusammenfassung:
In diesem Buch findet man mehr als 40 Geschichten, Gedichte und Anekdoten über Frankfurt. An den verschiedensten Haltestellen von U-, S- und Straßenbahn finden sich kurze, lange und längere Texte, die etwas mit diesen Örtlichkeiten zu tun haben.  Man kann sich in die jeweiligen Bahnen setzen und an den angegebenen Haltestellen aussteigen und die beschriebenen Orte aufsuchen.
Auf den ersten Seiten erhält man einen Überblick über die verschiedenen Stadtteile und ihre Haltestellen (Geschichten/Gedichte), am Ende des Buches gibt es dann noch eine Übersichtskarte mit dem Schienennahverkehr, dem beschriebenen Streckennetz. Die einzelnen Autoren folgen mit einer kurzen Biografie.

Mein Leseeindruck:
Schon beim Durchblättern sind mir die Fotos ins Auge gefallen. Die meisten Gebäude, Plätze und Örtlichkeiten kenne ich. Neugierig habe ich schon einmal kurz in die ein- oder andere Geschichte hineingelesen…

Man kann die Texte in diesem Buch hintereinander lesen und von beschriebener Haltestelle zur nächsten fahren, aussteigen und sich umsehen. Oder aber man folgt den Bemerkungen am Ende der Geschichte/Gedichte und macht seine Reise kreuz- und quer durch die Stadt.

Die Anekdoten rund um die beschriebenen Schauplätze sind teilweise melancholisch, manche rührend, witzig und andere wiederum spannend. So gibt es kleine Liebesgeschichten, Krimis, besondere Begegnungen oder einfach kurze Gedichte, die sich mit der angesteuerten Haltestelle befassen.

Kneipen, Restaurants, bekannte Gebäude und Plätze – all das kann man in diesem wunderschönen Buch finden, manches neue entdecken und bekanntes wiederfinden.

Vieles ist mir vertraut, besonders gefallen hat mir die letzte Anekdote. Ich meine sogar, dass ich den in der Geschichte beschriebenen Pfarrershund kenne, denn um die Ecke der Pfarrerswohnung arbeite ich.

Fazit
Dieses Buch ist ein wunderbares Geschenk für Frankfurt Freunde, Neu-Frankfurter oder Menschen, die mit der Stadt Frankfurt am Main etwas Besonderes verbindet. Tipp: Einfach in die Bahnen setzen und von beschriebener Station zu Station „reisen“, aussteigen und Frankfurt genießen.

Bewertung: *****

CRIME MASTER 2 – Tatort: Urlaub (Sonja Klein)

Zum gemeinsamen Knobeln – nicht nur im Urlaub

Wer Krimis liest, der mag sicher auch Krimi-Spiele. Vom Gmeiner Verlag gibt es deshalb außer Krimi-Büchern auch Krimi-Spiele. So hat sich auch schon die erste „Crime Master – Tatort: Großstädte“ Variante als Kartenspiel bewährt. Jetzt gibt es die Variante „Tatort: Urlaub“.

Wir spielen gerne Gesellschaftsspiele, haben aber bisher wenig Erfahrung in Krimi-Spielen, deshalb fiel uns das Lösen des ersten Falles entsprechend schwer.

Spielbeschreibung:
Das Spiel wird in einem 11x3x12,3 cm großem Pappkasten angeboten. Er beinhaltet die Karten (Fälle) und einen Ermittlungsblock. Das Titelbild ist in Schwarz/Grau/Blau gehalten, der Titel in roter Schrift. Es passt in seiner Aufmachung zum ersten „Crime Master – Tatort: Großstädte“.

Ziel des Spieles ist es einen vorgegebenen Fall zu lösen, sei es als Team als auch als Einzelermittler. Zu Beginn des Spieles muss ein „Ermittlungsleiter“ bestimmt werden. Dieser kennt den kompletten Fall. Die einfachen Ermittler müssen anhand von gezielten Fragen, die nur mit „ja“ oder „nein“ beantwortet werden dürfen, den Fall lösen.

25 Kriminalfälle auf Großkarten beschreiben einem „Ermittlungsleiter“ auf jeweils einer Karte den zu lösenden Fall. Für die einfachen Ermittler gibt es jeweils die zugehörige „Fall“-Karte, auf dieser erfahren diese etwas über das Verbrechen, den Tatort, die Spurensicherung und die Zeugen. Außerdem finden sie auf der Kartenrückseite eine Tatortskizze.

Zusätzlich gibt es eine Punktewertung, so dass die Ermittler schon sehen können, wie sich die zu erreichende Punktzahl zusammensetzt. Auf einer Ermittlungsakte (Papier-Block), können Notizen zu Täter, Motiv, Hilfsmittel und Tathergang notiert werden.

In der Regel gibt es 12 Punkte zu erlangen. Ist jeder Punkt vergeben, so gilt der Fall als gelöst.

Uns fiel es zu Beginn sehr schwer, den 1.  vorgegebenen Fall in seinen Einzelheiten zu lösen, zu „konstruiert“ erschien uns die ganze Geschichte. So mussten wir auch feststellen, dass ohne Boulevard-Wissen dieser Fall in Gänze für uns nicht zu lösen war. Irgendwie fehlte uns auch die nötige Phantasie dafür. Aber je mehr Fälle wir spielten, desto mehr Phantasie brachten wir mit in das Spiel.

Uns gefällt die Team-Variante besser als das Ermitteln als Einzelspieler. So kommt man auf bessere Ideen und Fragestellungen. Schade ist, dass bei diesem Spiel ein Mitspieler nur als „Spielleiter“ (Ermittlungsleiter) am Spiel beteiligt ist. Man kann ihn aber nach Lösen eines Falles reihum wechseln.

Die Fälle spielen in verschiedenen Urlaubsregionen, man erfährt so manchmal Unbekanntes über Örtlichkeiten, die man doch zu kennen glaubte.

Fazit:
Die kompakte Form des Spieles eignet sich gut, es mit den Urlaub zu nehmen. So hat man auf der Reise oder am Urlaubsort ein kurzweiliges Spiel, das mehrere Mitspieler unterhalten kann. Das angegebene Alter von (ab) 14 Jahren ist nachvollziehbar. Wichtig: Stifte einpacken, um die Ermittlungsergebnisse notieren zu können!

Bewertung: ****

Das Geheimnis der Psyche (Leon Windscheid)

Die menschliche Psyche unterhaltsam erklärt

Ab und an schaue ich „Wer wird Millionär?“, allerdings habe ich den Autor Leon Windscheid leider nicht bei seinem Millionengewinn live im Fernsehen schauen können. Ich habe mir aber hinterher einzelne Szenen angeschaut und fand seinen Weg zur Millionenfrage sympathisch, auf ein Ziel gerichtet (Schiffskauf für seine Eventagentur, hierfür benötigte er 300.000 Euro) und mit dem entsprechenden Erfolg gekrönt sehr faszinierend.

Beschreibung des Buches:
Das Titelbild und der Titel dieses Buches macht neugierig. Wer möchte nicht das Geheimnis der Psyche kennen und in gewissen Situationen gekonnt sicher auftreten, um sein Ziel zu erreichen? Der Autor, Leon Windscheid, ist auf dem Titelbild zu sehen. In einer großen roten „Denkblase“ prankt der Titel des Buches. Der Untertitel verweist auf seinen Millionengewinn bei Günther Jauch. Das Buch ist 2017 im Ariston Verlag als Hardcover erschienen. Es hat 287 Seiten.

Kurze Zusammenfassung:
Leon Windscheid hat Psychologie studiert, ist Wissenschaftler und führt eine Eventagentur. In 50 Kapiteln beschreibt er anhand von Forschungsergebnissen und eigenen Erfahrungen, wie wir Menschen „ticken“ und wie man aufgrund von Erfahrungen und dem nötigen Wissen z.B. eine Million Euro bei „Wer wird Millionär?“ gewinnen KANN.

Mein Leseeindruck:
Dieses Buch ist keinesfalls eine wissenschaftliche Abhandlung, ganz im Gegenteil, Leon Windscheid findet einen tollen Weg, seine Erfahrungen, sein Wissen und seine Erlebnisse auf gekonnte Weise humorvoll und kurzweilig zu erzählen.

Schon seine Kapitel-Auswahl zeigt, dass er mit viel Humor an dieses Buch gegangen sein muss. So findet man „Unterhosenmillionär“, „Da kann ich nichts für“ oder „Sorgenfürze“ und fragt sich, was dahinter stecken könnte. Er erzählt darin sehr authentisch und spannend von eigenen Erlebnissen, die er mit wissenschaftlichen Forschungsergebnissen gut kombiniert zu einer runden Sache werden lässt, dabei kann er auf die Erfahrungen als Psychologiestudent und Unternehmer zurückgreifen.

Dieses Zusammenspiel gefällt mir gut. Wer Interesse an weiterführender Literatur hat und Quellennachweise sucht, der findet sie am Ende des Buches. Es fehlen störende Fußnoten, so kann man flüssiger lesen.

Bei seinen Ausführungen wirkt er nie belehrend, sondern schildert auch immer sein eigenes Verhalten in bestimmten Situationen, was sehr sympathisch wirkt. Bestimmte Denkfehler werden einem nach dem Lesen dieses Buches klar. Man erfährt von ihm, damit umzugehen und in manchen Situationen differenzierter zu reagieren: Sei es im eigenen Kaufverhalten, in Verhandlungen oder aber auch einfach im Zusammenleben mit Freunden und Familienmitgliedern.

Das letzte Kapitel „Glück kann man kaufen, aber nicht besitzen“ hat mir besonders gut gefallen. Das Leben ist bereichernder, wenn man (schöne) Erfahrungen sammelt als wenn man materielle Dinge sammelt.

Wenn man die Psyche verstehen lernt, dann gelingt einem mehr als man denkt.

Fazit:
Dieses Buch findet einen guten Weg Forschungsergebnisse über die Psyche mit eigenen Erfahrungen (des Autors) zu verknüpfen und dadurch einen verständlichen Weg zum eigenen Denken und Handeln in besonderen Situationen zu finden. Ich fand das Buch sehr kurzweilig, spannend und informativ.

Bewertung: *****

„Was alles in einem Menschen sein kann“ Begegnung mit einem Mörder (Steffen Schroeder)

Ehrenamt Vollzugshelfer, Einblicke in den Gefangenenalltag – ein bewegendes Buch

In Vorbereitung auf den Besuch der Leipziger Buchmesse bin ich auf dieses Buch gestoßen. Das Thema „Ehrenamt“ und hier insbesondere „Vollzugshelfer“ weckte in mir das Interesse.
Steffen Schroeder ist Schauspieler  u.a. in der ZDF Serie „SOKO Leipzig“. Das Interview auf der Buchmesse mit Steffen Schroeders war sehr spannend und hat mich so neugierig aufs Lesen gemacht, dass ich das Buch sofort nach dem Heimkommen angefangen habe.

Beschreibung des Buches:
„Was alles in einem Menschen sein kann“ ist im rowohlt Verlag 2017 als Taschenbuch erschienen. Es hat 297 Seiten. Das Titelbild ist in Schwarz/Weiß gehalten. Lediglich der Titel ist in Farbe. Auf dem oberen Foto ist der Autor Steffen Schroeder zu sehen, auf dem unteren Foto sieht man eine Person mit einem Kapuzenshirt an einer Maurer, den Rücken dem Betrachter zugewandt.

Kurze Zusammenfassung:
Steffen Schroeder ist seit drei Jahren als Vollzugshelfer in einem Berliner Gefängnis tätig. Vollzugshelfer sind ehrenamtliche Personen, die Strafgefangene in Gefängnissen betreuen. Sie sind manchmal der einzige soziale Kontakt, den die ihnen anvertrauten Personen noch haben.
Steffen Schroeder besucht alle zwei bis drei Wochen Micha. Micha „sitzt“ lebenslänglich aufgrund eines Mordes. In vielen Gesprächen und gemeinsamen „Ausgängen“ erfährt Steffen Schroeder immer mehr vom Leben Michas und vom Gefängnisalltag.

Mein Leseeindruck:
Bisher habe ich mich nicht mit der Welt rund um ein Gefängnis beschäftigt. Dieses Buch bringt einem diese Welt näher. Steffen Schroeder beschreibt in einer lockeren, aber auch sehr nachdenklichen und authentischen Art seine Zusammentreffen mit Micha.

Micha lebt seit mehr als 20 Jahren in Gefängnissen. Mit vielen kleineren Delikten, Drogen und letztendlich einem Mord ist seine Endstation das Gefängnis. Nachdem sämtliche Verwandte und Freunde entweder verstorben sind oder das Interesse an ihm verloren haben, freut er sich, dass er von Steffen Schroeder regelmäßig Besuch bekommt.

Das Buch ist als eine Art Tagebuch verfasst. Steffen Schroeder schildert sein erstes Zusammentreffen, seine Gefühle (auch sein Unbehagen am Anfang) mit einer Offenheit, die einem beim Lesen leichte Gänsehaut erzeugt. Seine weiteren Besuche, oftmals zwischen seinen Fernseh-Drehs in Leipzig,  sind teilweise sehr ausführlich (er lässt praktisch Micha „zu Wort kommen“, so dass man meint, er säße einem gegenüber) beschrieben. Sein Schreibstil ist locker, authentisch aber auch informativ. Dabei ist er nie überheblich oder belehrend. Im Gegenteil, er reflektiert sein eigenes Leben und fragt sich, wie es hätte unter anderen Umständen ähnlich verlaufen können, wie Michas Leben.

Die intensiven Gespräche zwischen Micha und Steffen Schroeder hat Herr Schroeder teils Wortwörtlich wiedergegeben. Gerade diese Dialoge berühren und lassen einen beim Lesen nicht los.

Die Eindrücke, die Steffen Schroeder aus seinen Besuchen schildert, lassen einem einen intensiven Blick auf die Institution Gefängnis als auch auf die Strafgefangenen und das Personal  zu. Manches lässt einen nur den Kopf schütteln, vieles lässt einen nachdenklich zurück. Gerade was die Resozialisierung betrifft. Am Beispiel Michas wird hier deutlich, dass es an Personal und oftmals am Willen fehlt. Dazu kommen Unverständnis und bürokratische Hürden.

Besonders beeindruckt hat mich die „Geschichte“ eines „Mitinsassen“ von Micha, dem Micha eine würdevolle Beerdigung organisiert hat. Hier hat ihn Steffen Schroeder mit viel Engagement unterstützt.

Fazit:
Steffen Schroeder nimmt uns Leser in eine uns unbekannte Welt mit. Sein Buch beschäftigt auch nach dem Lesen noch sehr. Es gibt einen Einblick in die Gefangenen- und Gefängniswelt wie kein anderes. Absolut lesenswert!

Bewertung: *****

Sturmherz (Corina Bomann)

Die einzig wahre Liebe

Mich hatte das Cover dieses Buches angesprochen. Die kurze Inhaltsangabe hat mich dann dazu gebracht, dieses Buch zu lesen. Die Autorin Corina Bomann hat bereits zahlreiche Romane veröffentlicht, „Die Schmetterlingsinsel“ habe ich schon mit Begeisterung gelesen.

Beschreibung des Buches:
„Sturmherz“ von Corina Bomann ist 2017 im Ullstein Verlag als Taschenbuch erschienen. Es hat 528 Seiten. Das Titelbild zeigt einen Strand mit einer Häuserlandschaft, Möwen und brausenden Wellen. Es könnte sich um einen Hamburger Vorort handeln.

Kurze Zusammenfassung:
Der Roman startet mit einem Prolog, der in der Hamburger Sturmnacht 1962 spielt. Das erste Kapitel beginnt im Jahr 2014: Alexa reist von Berlin nach Hamburg um ihre Mutter Cornelia im Krankenhaus zu besuchen, die nach einem Schlaganfall im Koma liegt. Die Mutter führte einen kleinen Buchladen. Als Alexa im Buchladen und in der Wohnung nach Unterlagen für die Mutter sucht, taucht ein älterer Herr in Begleitung seines Sohnes auf. Er ist ein bekannter amerikanischer Autor, der sich auf Lesereise in Europa befindet. Es stellt sich heraus, dass er Alexas Mutter Cornelia in jungen Jahren kennengelernt hatte.

Mein Leseeindruck:
Die Sturmflut 1962 ist vielen ein Begriff. Hier in diesem Buch dient sie als Grundlage für die Schicksalsgeschichte zweier Menschen, die sich in den Fluten verloren glaubten.
Der Prolog gibt schon einen ersten Eindruck von der geheimnisvollen Geschichte, die sich hier spannt.

Der Roman ist in viele verschiedene Sichtweisen aufgeteilt. Während ein Teil des Romans von einer neutralen Seite erzählt wird, so finden die Rückblicke aus den Sichten von Cornelia und Rick (dem späteren Autor) statt. Es sind Aufzeichnungen in die sich Alexa vertieft.

Der Autorin gelingt es, die Spannung über den gesamten Roman zu halten, immer wieder Spuren zu legen, was genau die beiden Liebenden auseinander gebracht haben könnte.
Der Schreibstil der Autorin vermittelt die Gefühlswelt der Protagonisten sehr gut.

Die Kombination von geschichtlichem Hintergrund und einer Liebesgeschichte ist der Autorin wunderbar gelungen. Das Buch fesselt von der ersten bis zur letzten Seite. Und auch gerade, weil es mitunter im Milieu von Büchern spielt, hat es mich besonders fasziniert.

Dieser Roman zeigt, dass manche Menschen durch ein besonderes Schicksal, die Liebe ihres Lebens verlieren und nie wieder so richtig glücklich werden können. Eigentlich eine sehr traurige Geschichte…

Fazit:
Eine Familiengeschichte, wie ich sie mag. Geschichtliches, Spannung, Liebe und die Welt von Büchern, das alles findet man in diesem lesenswerten Roman.

Bewertung: *****