Elena – Ein Leben für Pferde , Band 1: Elena – Ein Leben für Pferde, Gegen alle Hindernisse (Nele Neuhaus)

Spannendes Leben auf dem Pferdehof

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Die Autorin Nele Neuhaus, als Krimiautorin bekannt, hat hier ein wunderschönes Jugendbuch geschrieben.

Die 13jährige Elena lebt auf dem Amselhof, einem Pferdehof, der schon von ihren Großeltern geleitet und jetzt von ihren Eltern geführt wird. Sie lebt für die Pferde. Ihre größte Leidenschaft ist das Pferd Fritzi, das nach einem Unfall von ihrem Vater ausgemustert wurde. Elena trainiert heimlich mit Fritzi und wird unterstützt von ihrem Schwarm Tim. Im Verlauf der Geschichte passiert jede Menge Spannendes.

Wie auch bei ihren Krimis gelingt es Nele Neuhaus den Leser in ihren Bann zu ziehen. Man befindet sich schon auf den Anfangsseiten sogleich in der Geschichte. Die Umgebungen, Personen und Handlungen sind wunderbar beschrieben. Man fühlt sich mttendrin. Die Geschichte ist spannend erzählt. Es ist ein Pferdebuch, Krimi und Liebesroman (für junge Mädchen) zugleich. Auf keiner Seite ist es langweilig. Man merkt, dass die Autorin über ausgezeichnetes Pferdefachwissen verfügt und ihr der Spannungsaufbau von Geschichten im Blut liegt.

Ich habe dieses Buch gelesen, weil ich es meiner Nichte schenken möchte (und ich auch die Krimis der Autorin toll finde). Mit gutem Gewissen und einer Empfehlung für alle Pferdenärrinen kann ich dieses Buch wärmstens empfehlen. Schön, wenn es noch weitere Bände um das Mädchen Elena und den Amselhof gäbe. Mir gefällt das Titelbild gut. Allerdings hoffe ich, dass das Buch genügend Aufmerksamkeit findet, auch wenn es nicht in schrillen Farben die Blicke auf sich zieht.

Für einen jugendlichen Pferdefan genau das Richtige. Die vielen Fachbegriffe wird ein echter Pferdenarr allerdings besser verstehen, als ich Pferdelaie.

Bewertung: *****

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An jedem neuen Morgen (Roger Rosenblatt)

Das Leben geht weiter ….

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Roger Rosenblatt verarbeitet in seiner Familiengeschichte „An jedem neuen Morgen“ den Tod seiner Tochter Amy. Amy, 38jährig, stirbt an einem Herzstillstand und hinterlässt 3 kleine Kinder. Rosenblatt und seine Frau ziehen zu ihrem Schwiegersohn Harris und kümmern sich tagtäglich um die Kinder und das Familienleben.

Zunächst dachte ich, es handele sich bei dem vorliegenden Buch um einen Roman. Der Klappentext belehrte mich eines Besseren. Auch der Schreibstil lässt schnell erkennen, dass es sich um tatsächlich Erlebtes handelt. Roger Rosenblatt beschreibt die ersten Monate nach dem Tod seiner Tochter, sein Leben in der Familie mit den kleinen Kindern wird von ihm in all seinen Details wiedergegeben. Die schönen und nicht so schönen Anekdoten. Oftmals erinnern ihn neu erlebte Dinge an Gegebenheiten, die er mit seiner Tochter erlebt hat. Er und seine Frau erleben mit den Enkelkindern ihre eigene Elternschaft noch einmal. Das ist in manchen Teilen sehr anrührend.

Das Buch ist in einer Art tagebuchform geschrieben. Leider springt der Autor sehr in seinen Beschreibungen, man muss sich sehr konzentrieren, um festzustellen, ist das Geschriebene gerade aktuelles Geschehen oder denkt er mal wieder längst Vergangenes.

Fazit:
Ein warmherziges Buch in dem der Autor seinen eigenen Verlust verarbeitet hat. Allerdings erscheint mir die Harmonie des Tagtäglichen manchmal etwas unwirklich. Außerdem haben mich die Zeitsprünge innerhalb des Buches ziemlich gestört. Wer gerade selbst einen Verlust erlitten hat, mag hier von der harmonischen Verarbeitung etwas überfordert sein.

Bewertung: ***

Sie da oben, er da unten (Cordula Stratmann)

Wie lebt es sich im Himmel ?

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„Sie da oben, er da unten“ ist mein erstes Buch der Komikerin und Autorin Cordula Stratmann. Der Titel und der Klappentext sprachen mich an, auch das Titelbild ist gelungen.

Die Hauptpersonen sind Dieter und Sabine. Dieter bringt Sabine um. Sabine landet im Himmel und erlebt sonderbare Dinge und Begegnungen mit längst verstorbenen Persönlichkeiten. Dieter versucht ganz normal sein Leben weiter zu leben. Die Geschichte ist in Kapitel unterteilt, die abwechselnd das Leben von Dieter und das Leben von Sabine im Himmel beschreibt.

Fazit:
Die Idee das Leben im Himmel beschreiben zu wollen gefiel mir gut. Allerdings hat mir die Umsetzung umso weniger gefallen. Die Autorin ist bekannt durch ihre witzige Art, was bei diesem Buch irgendwie überhaupt nicht zur Geltung kommt. Schade, ich hatte mir mehr davon versprochen.

Bewertung: **

Mutti steigt aus (Tessa Hennig)

Erstens kommt es anders….

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Mein erstes Buch der Autorin Tessa Hennig habe ich in 3 Tagen gelesen. Das Titelbild sprach mich an, der Rückentext brachte mich dazu, das Buch zu lesen. Der Roman umfasst 346 Seiten und ist in 17 Kapitel unterteilt.

Die Hauptpersonen sind 3 Rentnerinnen. Maria, Elke und Sigrun, schon lange Freundinnen, sehen sich ab und an im Jahr und beschließen, auf Gran Canaria ein Haus zu kaufen. Alle lebten lange schon allein. Jede hat andere Erfahrungen mit Männern gemacht.
Auf der Insel überschlagen sich dann die Ereignisse. Ein Haus ist schnell gefunden, an Männern scheint es auch nicht zu mangeln.

Fazit:
Das Buch ist witzig geschrieben, die Idee Rentnerinnen als Protagonisten zu verwenden ungewöhnlich. Die unterschiedlichen Lebensstile der Frauen machen das Lesen des Buches abwechslungsreich. Die Wirrungen und Irrungen sind allerdings oftmals recht vorhersehbar. Obwohl die Geschichte auf Gran Canaria spielt, kommt die Beschreibung der Insel doch etwas zur kurz. Das Ende ist unerwartet, aber in sich geschlossen.

Als Urlaubslektüre zum Entspannen für den Strand gut geeignet.

Bewertung: ***

Der Mond und das Mädchen (Martin Mosebach)

Schein oder Sein

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Kurze Zusammenfassung:
Ein junger Mann (Hans) und seine Frau (Ina) ziehen kurz nach ihrer Hochzeit gemeinsam nach Frankfurt. Die Wohnung hat der junge Mann alleine ausgesucht. Seine Frau weilte derweil mit ihrer verwitweten Mutter im Urlaub. Die junge Frau ist nicht ganz so begeistert von der Wohnung in Nähe des Hauptbahnhofes. Sie erlebt sonderbare Dinge. Die Ehe wird auf eine harte Probe gestellt. Das Ende kommt dann sehr überraschend und ist keineswegs vorhersehbar.

Mein Leseeindruck:
Ich habe noch kein Buch von Martin Mosebach gelesen, aber einer Lesung eines seiner Bücher beigewohnt. Der Schreibstil, die Beschreibungen und Umschreibungen von Herrn Mosebach haben mir gut gefallen, deshalb griff ich zu „Der Mond und das Mädchen“. Das Buch hat mich allein seines Schreibstiles wegen gefangen genommen. Der Stil ist zwar sehr gewöhnungsbedüftig, ich habe ihn aber sehr feinempfunden. Der Autor beschreibt alles sehr genau und feinfühlig. Das hat mir sehr gefallen. Irgendwie wirkt der Stil wie aus einer anderen Zeit (Sopha, Telephon u.ä.), aber die Geschichte spielt im Hier und Jetzt (Handy, Hochhäuser).
Ich würde das Buch zum Genre Novelle eingruppieren, denn es wird hier ein Konflikt zwischen Ordnung und Chaos beschrieben, was eine Novelle ausmacht.
Wer einmal etwas anderes als eine Liebesgeschichte, Krimi oder Drama lesen möchte, ist hier genau richtig.

Bewertung: ****

Ich kann so nicht arbeiten: Geschichten aus dem Büro (Lutz Schumacher)

Der alltägliche Wahnsinn in deutschen Büros

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Lutz Schumacher, bekannt als Autor von Büchern mit humoristischen Geschichten, hat hier ein sehr lustiges Buch geschrieben., ich kenne seine anderen Bücher noch nicht.

Harald Grützner, Mitarbeiter eines Süßwarenkonzerns, muss vom Außendienst in den Innendienst. Was er dort erlebt ist der alltägliche Wahnsinn in deutschen Büros eines Großunternehmens in seiner geballten Form. Schon der allererste Tag gestaltet sich unheimlich schwer, keiner weiß von seiner Versetzung, niemand ist vorbereitet, jeder möchte seinen normalen Alltagstrott beibehalten und hat Scheuklappen. Jeden Tag hat Harald mit den Unwegbarkeiten der undurchsichtigen Struktur des Unternehmens zu kämpfen.
Dem Autor gelingt es, in den überspitzten einzelnen Episoden, die er herausgreift, einem ein Lächeln auf das Gesicht zu bringen und zu denken: „Ja, genau so ist es manchmal ! Auch mir ergeht es das eine oder andere Mal so.“ Aber was der arme Protagonist erleiden muss ist natürlich stark übertrieben, dennoch gelingt es dem Autor einen in den Bann zu ziehen. Man liest und liest und kann nicht aufhören.

Fazit: Gute Unterhaltung mit witzigem Sprachstil und einem leider alltäglichen Thema. Leider ist man viel zu schnell fertig mit dem Lesen, dabei gäbe es sicherlich noch viel mehr Episoden aus dem Arbeitsleben zu berichten.

Bewertung: ****

Vier minus drei: Wie ich nach dem Verlust meiner Familie zu einem neuen Leben fand (Barbara Pachl-Eberhart)

Das Schicksal in die Hand genommen

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Der Titel des Buches machte mich neugierig. Ich nahm es in die Hand und las über den schrecklichen Vorfall, dass eine Frau ihre beiden Kinder und ihren Mann bei einem Unfall verloren hatte. Das alleine schon hat mich sehr berührt. Da ich gerne Biografien oder Lebensgeschichten über und von Menschen lese, beschloss ich, das Buch zu lesen.

Das Buch ist in der Ich-Form geschrieben. Mich hat der sehr persönliche Stil von Barbara Pachl-Eberhart sehr berührt. Diese Frau hat ein so schweres Schicksal zu tragen und schreibt sich alles von der Seele. Ihr Schreibstil ist sehr einfühlsam. Sie kehrt ihr Innerstes nach außen. Beschreibt ihre Gefühle, Sorgen, Freuden, Traurigkeiten. Sie hadert nicht mit ihrem Schicksal, sondern beginnt ein neues Leben immer im Glauben, dass ihre Familie bei ihr ist, sie begleitet, wo auch immer die geliebten Menschen jetzt sind. Natürlich gibt es auch Zeiten, an denen sie verzweifelt, aber, sie sucht sich immer wieder Halt bei Freunden, Therapeuten und Weggefährten, die sie in zahlreicher Form unterstützen.

Ich finde, gerade diejenigen, die so sehr mit ihrem Leben hadern, sollten dieses Buch lesen, vielleicht können sie ein wenig Kraft aus den Zeilen der Autorin holen. Aber auch Menschen, die zufrieden und glücklich sind, können beim Lesen dieses Buches Dankbarkeit empfinden, dass es ihnen so gut geht.

Fazit:
Ein sehr empfehlenswertes Buch.

Bewertung: *****