Winter eines Lebens (Jreffrey Archer)

Siebter und letzter Band der Clifton-Saga – Ende der grandiosen Familiensaga

Nach sieben Bänden und mehr als 3800 Seiten ist diese großartige Familiensaga zu Ende erzählt. Alle 7 Bände habe ich im Laufe der vergangenen 3 Jahre gelesen, mal mit mehr, mal mit weniger Begeisterung.

Beschreibung des Buches:
Der siebte Band der Clifton-Saga „Winter eines Lebens“ von Jeffrey Archer ist 2017 im HEYNE-Verlag als Taschenbuch erschienen. Es hat 590 Seiten.

Das Titelbild zeigt in Wintergrau/blau gehalten einen Mann mit Hut in einer Schneelandschaft vor einem nostalgischen Gebäude. Das Cover reiht sich in die wunderschön gestalteten Titelbilder der Saga ein.

Kurze Zusammenfassung:
In diesem Band erzählt Jeffrey Archer die Familiengeschichte, die hier in den Jahren 1978 -1992 spielt. Die Kapitel sind in die verschiedenen Jahresabschnitte unterteilt und haben immer den Fokus auf eine/n der Protagonisten/innen. Die Schauplätze sind hauptsächlich die Wohnsitze der Familie in England (u.a. London).

Mein Leseeindruck:
Bei jedem neuen Band muss ich mir zuerst wieder einen Überblick Überblick über die verwandtschaftlichen Verhältnisse machen. Eine Übersicht/Stammbaum findet man in den Innenseiten der Buchdeckel. Denn zwischen den Lesepausen von einem zum nächsten Band habe ich die einzelnen Protagonisten und ihre Verwandtschaftsgrade nicht mehr parat.

Den Fokus hat Jeffrey Archer dieses Mal hauptsächlich wieder auf die Protagonisten Emma, Harry, Sebastian und Virginia, die Intrigantin gelegt.

Die Familienmitglieder werden älter und weitere Nachkommen werden geboren. Während sich die Schauplätze der ersten Bände auch von England wegbewegten, so spielt die Familiengeschichte dieses Mal hauptsächlich auf der britischen Insel, England.

Interessant fand ich besonders die parlamentarischen Auftritte Emmas, Gesundheitsministerin, die sich hier in der konservativen Regierung unter Margaret Thatcher einbringt. Ebenfalls gut gefallen hat mir, dass man beim Lesen so wunderbar in die Themen der 80er und 90er Jahre des 20. Jahrhunderts eintauchen kann und sich so an vieles erinnert, was man selbst in den Nachrichten damals erfahren hat.

Natürlich fehlen die typischen Intrigen auch in diesem 7. Teil der Saga nicht, gerade das macht den Reiz von Familiengeschichten aus.

Schön fand ich, dass in diesem Band einmal wieder mehr über die Leidenschaft von Harry Clifton, das Schreiben und das Leben als Autor einen Platz in diesen 590 Seiten gefunden hat.

Und wer Interesse am Bankenwesen, Aktienkursen und großen Versteigerungen mit besonderen Wertgegenständen hat, der kommt hier auch auf seine Kosten.

Der Schreibstil von Jeffrey Archer gefällt mir nach wie vor, das mag auch an der gelungenen Übersetzung liegen. Sicherlich sind einige Intrigen vielleicht zu weit gespannt, aber sie führen zu sehr spannenden Passagen und halten diese Familiengeschichte immer auf einem hohen Spannungslevel.

Jeffrey Archer bedient sich auch in diesem Band einmal mehr wieder gekonnt der Cliffhanger, so fällt es einem schwer, dieses dicke Buch abends aus den Händen zu legen. Am besten man gönnt sich eine lange Zugfahrt oder einen sonnigen Sonntag, um in diese Familiengeschichte voll und ganz einzutauchen.

Fazit:
Ich kann mich nur wiederholen, was ich zu den Vorgänger-Bänden schon geschrieben habe:
Mit gleichbleibend guter Qualität, bleibt diese Familiensaga mein ganz persönliches Highlight im Bereich der Mehrteiler.

Schade, dass die Geschichte mit diesem Band endgültig zu Ende geschrieben ist.

Bewertung: **** von *****

Die Schnitzel-Jagd: Ein Wien-Krimi (Carine Bernard)

Schnitzel-Jagd in Wien – Krimi mit Reiseführerqualität

Von Carine Bernard habe ich noch keinen Krimi kennengelernt. Aufgrund des Titels habe ich dieses Buch gelesen. Geocaching  (Moderne Schnitzel-Jagd) zählt auch zu meinen Hobbys . Ich finde diese Art der Erkundung einer Stadt ganz wunderbar.

Beschreibung des Buches:
„Die Schnitzel-Jagd: Ein Wien-Krimi“ von Carine Bernard ist 2016 im Knaur-Verlag erschienen. Ich habe es als E-Book gelesen. Das Taschenbuch hat 220 Seiten. Auf dem Titelbild ist die Karlskirche zu sehen, das Bild ist in türkisgrün gestaltet. Das Cover reiht sich gut in die Serie rund um die EU-Ermittlerin Molly Preston ein. Die ersten 2 Teile sind ähnlich gestaltet (ein Farbton überwiegt).

Kurze Zusammenfassung:
Molly Prestons Unterstützung um einem vermeintlichen Unfalltod eines jungen Mannes wird in Wien angefordert. Um das Geheimnis seines Todes zu lösen, muss sie die verschiedensten Rätsel analog zu Geocaching Rätseln lösen. Unterstützt wird sie von Markus Wilhelm, der den Jungen gut gekannt hat.

Mein Leseeindruck:
Mich hat dieser Krimi von der ersten Seite an gefesselt. Da ich schon mehrmals in Wien war und mich mit Geocaching auch ganz gut auskenne, sind mir die vielen (auch Computer-)Begrifflichkeiten, die in diesem Krimi vorkommen, nicht fremd. Neulinge auf diesem Gebiet müssen eventuell einige Begriffe nachschlagen…

Mitten in der beeindruckenden Kulisse der Stadt Wien begibt sich Molly in eine Schnitzel-Jagd, die uns Leser Lust auf die Stadt Wien macht. So lernt man das eine oder andere Cafe-Haus kennen, „läuft“ in Gedanken über den Naschmarkt und saugt hier die bekannten Düfte ein oder man macht einen Spaziergang am Schloss oder über den Prater. Aber auch die etwas versteckt gelegenen Sehenswürdigkeiten, jenseits des Touristenstromes, „zeigt“ Molly den Lesern.

Die Autorin hat hier sehr gut recherchiert, das tolle Flair der Stadt eingefangen und auf eine tolle Art in diesen Krimi eingebunden.

Einige der Rätseltypen kannte ich allerdings noch nicht. So habe ich hier doch eine Menge Neues bezüglich des Geocachings kennen gelernt. Der „Fall“ selbst ist gut konstruiert und birgt die eine oder andere Überraschung. Molly Preston als Ermittlerin hat in Sachen Computertechnik so einiges drauf. Man kann auf weitere Krimis gespannt sein.

Fazit:
Dieser Roman ist nicht nur ein spannender Krimi, sondern auch ein prima Reiseführer, der einen beim Lesen von der schönen Stadt Wien träumen lässt.

Bewertung: **** von *****

 

Grillwetter (Hans-Henner Hess)

Die Thüringer Bratwurst in Gefahr – kein Krimi für Veganer 😉

Von Hans-Nenner Hess habe ich bereits „Das Schlossgespinst“ mit seinem Anwalt Fickel gelesen.

Beschreibung des Buches:
Das Taschenbuch „Grillwetter“ von Hans-Henner Hess ist im Dumont-Verlag 2017 erschienen. Es hat 348 Seiten. Auf dem Titelbild sieht man eine rötlich gestreifte Markise vor einem grünen (Garten) Hintergrund, eigentlich ein eher unspektakuläres Bild, aber sehr passend zu den anderen Covern der Krimireihe um den Anwalt Fickel. Es handelt sich hier um den 4. Band.

Kurze Zusammenfassung:
Der Insolvenzverwalter des Traditionsunternehmens Krautwurst Thüringer Wurstspezialitäten ist verschwunden. Die Produktion der Thüringer Bratwurst in höchster Gefahr. Hat er sich mit dem Geldkoffer des Fleischereiinhabers davon gestohlen oder ist er vielleicht erschlagen und zu Wurst verarbeitet worden? Anwalt Fickel ist involviert, er soll einen der Verdächtigen verteidigen.

Mein Leseeindruck:
Diesen Krimi habe ich an warmen Frühlingstagen bei herrlichem Grillwetter verschlungen, mir ist nicht der Appetit vergangen, obwohl man in diesem Krimi einiges über Schlachttiere, das Schlachten und das Verarbeiten von Fleisch erfährt. Als Veganer hätte man da sicherlich mehr Schwierigkeiten gehabt…

Wenn man einen Krimi um Anwalt Fickel liest, dann muss man mit skurrilen Figuren und lustigen Geschichten rechnen, nicht zu vergessen, die verworrenen Liebesbeziehungen, die ebenfalls eine besonderen Teil des Romans ausmachen. So stellt sich einem beim Lesen ab und an die Frage „Wer ist hier nun tatsächlich mit wem liiert oder war es?“

Dieser Regionalkrimi ist nicht unbedingt als spannend zu bezeichnen, er lebt von den Charakteren, dem Dialekt und den lustigen Geschichten zwischendurch, wenn z.B. nicht nur Fleisch in der Wurst zu finden ist….

Dem Autor gelingt es mit viel Humor einen witzigen Regionalkrimi zu kreieren. Die Figuren wachsen einem von Fall zu Fall ans Herz.

Man kann diesen Krimi auch lesen, wenn man die anderen Bände nicht kennt.

Fazit:
Auch dieser Krimi um Anwalt Fickel ist kurzweilig und lustig, allerdings nicht besonders spannend, er hat mich aber trotzdem gut unterhalten.

Bewertung **** von *****

Das Original (John Grisham)

Die Welt der Bücher

Ich mag die Bücher von John Grisham, da sie meist Gerichtsfälle behandeln, doch hier geht es um einen Raub von Manuskripten und deren Wiederbeschaffung.

Beschreibung des Buches:
„Das Original“ von John Gisham ist 2017 im HEYNE-Verlag als Hardcover erschienen. Der Roman hat 365 Seiten. Der Buchumschlag zeigt einen Sonnenuntergang mit Palmen am Meer.

Kurze Zusammenfassung:
Die Bibliothek der Universität Princeton hat fünf handgeschriebene Manuskripte von F.Scott Fitzgerald. Diese werden in einem perfekten Coup gestohlen. Schon nach kurzer Zeit hat das FBI eine Spur und nimmt die ersten Verdächtigen fest. Doch von der Beute gibt es zunächst keine Spur. Als die Versicherung und FBI herausfinden, dass die Manuskripte wahrscheinlich in Florida auf Camino Island in einer Buchhandlung gelandet sind, beauftragen sie die junge und erfolglose Autorin Mercer Mann, sich in das Leben des Buchhändlers Bruce Cable einzuschleichen…

Mein Leseeindruck:
Wie ich schon im Klappentext herauslesen konnte, handelt es sich bei dieser Geschichte nicht um einen Gerichtsroman. Trotzdem hat mir dieses Buch recht gut gefallen, geht es doch in der Hauptsache um das Thema Bücher.

Zu Beginn hat man das Gefühl, dieser Roman könnte sich als Thriller entpuppen, als es aber um die „Aufklärung“ des Diebstahls geht, wendet sich das Blatt.

Jetzt spielen sich die meisten Szenen im Bücher-Milieu ab. Buchhändler, Autoren und Leser treffen rund um die Buchhandlung aufeinander. Es gibt viele amüsante Gespräche über Klassiker als auch über aktuelle Bestseller. Natürlich wird auch über alte Manuskripte und über die Entstehung von Romanen und das Erschaffen durch die Autoren gesprochen. Gerade das hat mir bei diesem Buch so gut gefallen.

Dass sich die junge Autorin und der Buchhändler nahe kommen, passt nicht so ganz zu Grishams Schreibstil, trotzdem gehört es zwangsläufig zu dieser Geschichte. Man beginnt sich zu fragen, ob die Autorin tatsächlich noch an der Aufklärung des Falles interessiert ist.

Ich fand die Handlungen durchweg interessant. Die Beschreibungen der kleinen Insel, das romantische Familien-Ferienhaus, Strand und Meer lassen einen ein gewisses Urlaubsfeeling aufkommen.

Fazit
Der Roman ist kurzweilig und gerade für Buchliebhaber sehr lesenswert, aber auch Krimifans kommen auf ihre Kosten.

Bewertung: **** von *****

 

Bevor die Stadt erwacht (Kerstin Hohlfeld)

Wunderschöner Weihnachtsroman

Warum nicht an kalten Ostertagen einen Weihnachtsroman lesen…mich hat das Titelbild magisch angezogen…

Beschreibung des Buches:
„Bevor die Stadt erwacht“ von Kerstin Hohlfeld ist 2017 im Ullstein Verlag als Taschenbuch erschienen. Es hat 256 Seiten, ich habe das Buch als E-Book gelesen. Das Titelbild zeigt eine Winterlandschaft (in Berlin), eine Frau mit einem Kind läuft im Schnee, Schneeflocken rieseln. Eine schöne Umsetzung des Inhalts dieses Romans.

Kurze Zusammenfassung:
Amelie Rothermund lebt mit ihrem Sohn Elias in Berlin. Die alleinerziehende Mutter arbeitet fast Tag und Nacht, um ihrem Sohn eine schöne Kindheit zu ermöglichen. Elias hat nur einen Wunsch: Seine Mutter soll mehr Zeit haben! Diesen Wunsch schreibt er dem Weihnachtsmann. Der Brief landet durch unglückliche Umstände beim schrulligen Komponisten Ephraim Sasse.

Mein Leseeindruck:
Diese Geschichte erinnert ein wenig an die Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens, doch ist sie an die moderne Zeit angepasst.

Der Roman ist so wunderschön geschrieben, dass man einfach nicht aufhören kann zu lesen. Die Atmosphäre, die Beschreibungen der weihnachtlichen Dekorationen (Konditorei in der Amelie arbeitet), die Düfte – alles dringt beim Lesen in einen ein.

Die Charaktere hat Kerstin Hohlfeld sehr schön beschrieben. Da gibt es die berlinernde Hauswirtschafterin, die vertretungsweise bei Ephraim Sasse arbeitet und durch ihre forsche Art den Komponisten immer aufs Neue herausfordert. Die Kollegin, die Amelies Leseschwäche deckt, die Kochgemeinschaft (regelmäßiges Treffen zwischen Flüchtlingen und Gemeindemitgliedern) und natürlich Amelie und Elias. Jeder Protagonist hat seine ganz besondere Persönlichkeit, die toll herausgearbeitet ist.

Die Geschichte ist einfach bezaubernd ohne dass sie kitschig wirkt, dafür passieren einfach zu viele positive – und – negative Dinge. Sie zeigt aber auch, dass einzelne, besondere Wünsche in Erfüllung gehen können, wenn man fest daran glaubt und offen zu anderen Menschen und deren Lebensgewohnheiten ist. Manchmal muss man einfach aus seinem Schneckenhaus herauskommen!

Fazit:
Das Buch eignet sich wunderbar für kalte Wintertage – auch wenn schon Ostern sein sollte, einen solchen Roman kann man immer lesen!

Bewertung: ***** von *****