Mörderisches Monaco (Jule Gölsdorf)

Kann Jule Gölsdorf auch Krimis schreiben?

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Bisher kannte ich Jule Gölsdorf als Moderatorin von verschiedenen Sendungen und als Autorin zweier Reisetagebücher in Romanform unter einem Pseudonym. Jetzt hat sie einen Krimi geschrieben, diesen wollte ich unbedingt lesen. Erstens mag ich Krimis und zweitens habe ich Monaco auch schon einmal kennenlernen dürfen. Da ich auch gerne Bücher lese, die in meinen Urlaubsreisezielen spielen, war dieses Buch ein Muss.

Beschreibung des Buches:
„Mörderisches Monaco“ von Jule Gölsdorf ist 2015 im atb-Verlag als Taschenbuch erschienen. Der Krimi hat 316 Seiten. Auf dem Titelbild ist Monaco bei Nacht aus Hafensicht abgebildet. Das Titelbild ist sehr gut zum Inhalt ausgewählt und macht neugierig auf den Krimi.

Kurze Zusammenfassung:
Während der Formel 1 Renntage wird der Sohn des deutschen Rennfahrers Sebastian Bergmann getötet. Die Ehefrau wird schwer verletzt. Zunächst sieht alles nach einem Raubüberfall im eigenen Haus aus. Doch als Kommissarin Coco Dupont und Kommissar Henri Valeri ihre Ermittlungen beginnen, stellt sich heraus, dass das traute Familienleben nicht so harmonisch war. Sie forschen im Umfeld der Familie und kommen mehreren verdächtigen Personen auf die Spur.

Mein Leseeindruck:
Schon der Prolog ist spannend geschrieben. Die Beschreibungen des Monacos während der Renntage, die Glitzerwelt und im Gegensatz das etwas ruhiger Leben in der Villa der Rennfahrerfamilie abseits der lauten Gassen machen neugierig, wer oder was dieses Idyll stören könnte. Als die Türglocke erklingt endet der Prolog.

Der Sprachstil der Autorin gefällt mir. Die Beschreibungen der Umgebung als auch der Charaktere sind sehr gut gelungen. Man kann sich so richtig in die Situationen hineinversetzen. Das Privatleben der Kommissare lockert die ganze Geschichte auf. Besonders die Szenen mit Kommissar Henri Valeris Motorrad sind gelungen. Einfach zum Schmunzeln. Coco Duponts Privatleben birgt zu Beginn auch einige Geheimnisse, die mich als Leser zunehmend neugierige gemacht haben.
Die einzelnen Kapitel enden oftmals mit einem Cliffhanger, so dass man das Buch kaum zur Seite legen kann. Mehrere Fährten werden gelegt, so dass man bis zum Schluss nicht weiß, wer tatsächlich hinter dem Anschlag auf Bergmanns Familie steckt.

Jule Gölsdorf hat super recherchiert, nebenbei bekommt man beim Lesen noch so einiges Wissen über die „Macher“ der Formel 1, Monaco und die verschiedenen Speiselokale in sommerlicher Atmosphäre mitgeliefert. Ein bisschen Glanz und Glamour ist auch noch dabei.

Fazit
Ein tolles Lesevergnügen nicht nur für den Urlaub im Süden. Spannend, humorvoll, mit guter Recherchearbeit und einem interessanten Ermittlerteam. Ich freue mich auf weitere interessante Fälle des Ermittlerteams Dupont und Valeri. Und – Jule Gölsdorf KANN Krimis schreiben!

Bewertung: *****

Patentöchter – Im Schatten der RAF – ein Dialog (Julia Albrecht, Corinna Ponto)

Offener Dialog zwischen zwei Betroffenen (der Taten der RAF), deren Schicksal sie dadurch trennte

Patentoechter

Vor kurzem habe ich eine Dokumentation über Julia Albrecht (Schwester von S. Albrecht, die am Jürgen Ponto Attentat beteiligt war) im Fernsehen gesehen. Die Dokumentation hat mich sehr beeindruckt, deshalb habe ich mich für dieses Buch interessiert.

Beschreibung des Buches:
Julia Albrecht hat zusammen mit Jürgen Pontos (am 30.07.1977 von Mitgliedern der RAF ermordeter Vorstandssprecher der Dresdner Bank) Tochter Corinna Ponto dieses Buch veröffentlicht. Bereits im Jahre 2010 ist die gebundene Ausgabe des Buches erschienen. Ich habe das Taschenbuch, 2. Auflage, September 2012, mit einem Nachwort aus dem Frühjahr 2012 von Julia Albrecht gelesen.

Das Titelbild dieses Buches ist, angelehnt an den Inhalt, schlicht gehalten. Der rote Titel auf weißem Hintergrund sticht hervor. Lediglich ein kleines schwarz/weiß Foto mit Einsatzwagen vor einem Haus bebildert die Titelseite.

Kurze Zusammenfassung:
Dreißig Jahre (2007) nach der Ermordung Jürgen Pontos versuchen sich Julia Albrecht und Corinna Ponto nach den Vorkommnissen im Jahr 1977 wieder einander anzunähern. Nach einem ersten Treffen entwickelt sich ein Briefwechsel, der das Empfinden, Erleben und Verarbeiten der Ereignisse jeder Einzelnen in der vergangenen und auch in der gegenwärtigen Zeit beschreibt.

Mein Leseeindruck:
Die zahlreichen Attentate und Entführungen in den siebziger Jahren mit Beteiligung der RAF habe ich als Kind tagtäglich in den Nachrichten „miterlebt“. Sie waren Gesprächsstoff bei jeder Familienfeier und bei Treffen meiner Eltern mit Freunden. Noch immer habe ich die Schreckensbilder im Fernsehen und die Fahndungsbilder vor Augen. Auch heute noch bekomme ich ein beklemmendes Gefühl, wenn ich in Oberursel oder Bad Homburg spazieren gehe oder in Frankfurt die Straßennamenschilder von Ponto und auch Herrhausen wahrnehme.

Nachdem ich in der Dokumentation von Julia Albrecht von diesem Buch gehört habe, wollte ich es lesen. Das Buch hat mich von der ersten Seite an sehr berührt. Die beiden Frauen zeigen in ihrem Briefwechsel ihre innere Zerrissenheit und ihre anfängliche Distanz zueinander. Die Familien Ponto und Albrecht waren in den 70er Jahren eng miteinander befreundet. Die Eltern waren gegenseitig Paten ihrer Kinder. Umso schrecklicher erscheint es, dass die Patentochter in Kauf nahm, dass ihr Patenonkel getötet werden könnte (eine Entführung war geplant) und dann auch tatsächlich getötet wurde.

Die Familienfreundschaft ist aufgrund der Vorkommnisse zerbrochen. Ganz langsam, nach über 30 Jahren kann man wieder miteinander sprechen. Dieses Buch zeigt aus einem ganz anderen Blickwinkel (als ich ihn bisher hatte) die beiden Familienschicksale auf. Die Opfer kommen hier zu Wort und was sie zu sagen haben berührt sehr.

Zwischendurch gibt es auch für mich neue Informationen über das Leben der RAF Mitglieder. Besonders die Beschreibungen der Gerichtsverhandlungen haben mich sehr interessiert, aber auch wütend und traurig gemacht, wenn es um die Statements von S. Albrecht ging.

Die Zeitzeugnisse und auch die Zeittafel am Ende des Buches gaben mir noch einmal einen kompletten Überblick über all die schrecklichen Taten, mehr als ich tatsächlich in Erinnerung bzw. mitbekommen habe, weil ich in den „Anfangsjahren“ der RAF-Tätigkeiten dann doch noch zu jung war.

Fazit
Ein Buch aus Sicht der Opfer (der Taten der RAF), das sehr berührt. Der offene Dialog der beiden Frauen ist schonungslos, er hilft ein wenig, die Ereignisse in jenen Tagen besser einzuordnen – verstehen kann man sie aber bis heute nicht.

Bewertung: *****

Hoffnung ist ein weites Feld (Kai Blum)

Auswanderer – das beschwerliche Leben in der Prärie

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Der Autor Kai Blum, geboren 1969, ist selbst vor zwanzig Jahren aus Deutschland in die USA ausgewandert. Er hat schon mehrere Bücher herausgebracht. Dieses Buch ist der Start einer Reihe über deutsche Auswanderer im 19. Jahrhundert.

Beschreibung des Buches:
„Hoffnung ist ein weites Feld“ ist bereits 2013 im Booquel-Verlag erschienen. Es hat 176 Seiten. Das Titelbild ist bläulich/weiß gehalten. Es zeigt eine verschneite Landschaft. Es passt gut zum Inhalt.

Kurze Zusammenfassung:
Im Jahr 1881 trifft Hans Sievers mit seiner Familie aus dem fernen Deutschland in Amerika ein. Hans Sievers kommt auf Einladung seines Onkels Karl Wolter, der ihm Land und seine Hilfe angeboten hat, um hier sesshaft zu werden. Doch das neue Leben ist nicht einfach. In der kleinen neu entstandenen Stadt Himmelsfeld bringen Neid und Missgunst, aber auch Wetterextreme die Menschen gegeneinander auf. Als dann noch ein Mord geschieht ist das Misstrauen gegeneinander groß.

Mein Leseeindruck:
Mich hat das Buch von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Der Prolog, mit dem Titel „Tod“ wies schon gleich darauf hin, dass es sich hier nicht nur um eine Erzählung über Auswanderer dreht, sondern, dass es sich auch um einen Krimi handelt.

Der Schreibstil von Kai Blum gefällt mir. Der Text ist flüssig geschrieben und die Beschreibungen der Szenen sind sehr detailliert. Die Geschichte um den Auswanderer Hans und seine Familie ist spannend geschrieben und mit vielen historischen Fakten gespickt.

Besonders gefallen haben mir die Beschreibungen des alltäglichen Lebens. Sei es das Beschaffen von Arbeitsmitteln und Rohstoffen, die Schulgründung, das Aufbauen einer Stadt mit allem, was es dafür braucht. Die verschiedenen aufeinander treffenden Charaktere hat Kai Blum dafür gut herausgearbeitet. Die Atmosphäre in der Stadtgemeinschaft kommt sehr gut rüber.

Spannend fand ich auch die Beschreibungen der Wetterextreme wie Blizzard und Schneesturm.

Schade, dass das Buch so wenige Seiten hat. Ich habe es an einem Nachmittag auf einer Autofahrt gelesen.

Fazit
Ich mag Bücher über Familiengeschichten auch Krimis lese ich sehr gerne. Hier ist ein Buch entstanden, das beides miteinander vereint. Es würde mich freuen, wenn diese Reihe (es gibt noch einen Nachfolger „Man erntet, was man sät“) fortgesetzt würde.

Bewertung: ****

Ich mach mich mal dünn (Patric Heizmann)

Ein humorvoller Blick auf Diäten und das Abnehmen

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Beschreibung des Buches:
Der Titel des Buches machte mich neugierig, das Titelbild mit einem springenden und dabei lachenden Mann (Ernährungs-Entertainer und Autor Patric Heizmann) veranlasste mich, dieses Buch zu bestellen. Das Lachen des Autors auf dem Titelbild ist ansteckend. Bisher hatte ich noch nichts von Patric Heizmann gehört oder gelesen.
Das Buch „Ich mach mich mal dünn“ ist als Taschenbuch 02/2015 im Heyne Verlag erschienen. Es hat 250 Seiten.

Kurze Zusammenfassung:
In 44 Kapiteln mit humorvollen Titeln beschreibt Patric Heizmann den Kampf um das Abnehmen. Die einzelnen Kapitel beinhalten kleine Anekdoten, die mit lustigen Bildchen und Tabellen aufgelockert sind. Am Ende des Buches gibt es noch ein paar Seiten zum Basteln.

Mein Leseeindruck:
Wer gedacht hat, er wird an die Hand genommen und bekommt konkrete Tipps zum Abnehmen, der hat sich getäuscht. Das ist kein Buch zum Durcharbeiten, es ist eine Lektüre zum Schmunzeln. Auf sehr lustige Art beschreibt Heizmann die vielfältigen Wege ein paar Kilos abzunehmen und seinen eigenen Schweinehund zu überlisten. Dabei bekommen Frauen als auch Männer „ihr Fett weg“. Die unterschiedlichsten Abnehmtypen werden auf skurrile Art und Weise vorgestellt. Immer wieder erkennt man sich selbst in gewissen Situationen. Man bekommt als Leser seine Verhaltensweise, einen Spiegel, vor Augen geführt, nicht belehrend, sondern auf lustige Art. So kann man sich zwischen den Zeilen wertvolle Tipps herauslesen, indem man seine Verhaltensweisen auf den Prüfstein stellt.

Fazit:
Ein Buch, das nicht belehrt sondern auf humorvolle Art dazu beitragen kann, dass man seine Ess- und Bewegungsgewohnheiten ändert, um langfristig abzunehmen bzw. das Gewicht zu halten. Vielleicht hat man aber am Ende des Buches auch den Schluss gezogen: Ich will so bleiben, wie ich bin… Auf alle Fälle beschert einem diese Lektüre ein paar lustige Stunden.

Bewertung: ***

Kühn hat zu tun (Jan Weiler)

Krimi mit vielen Nebenschauplätzen und -themen

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Von Jan Weiler habe ich schon mehrere Hörbücher gehört und Bücher gelesen. Alle Hörbücher haben mir ausgesprochen gut gefallen, allerdings handelte es sich da mehr um humoristische Geschichten. Jetzt habe ich mir diesen Krimi vom Autor selbst „vorlesen“ lassen.

Beschreibung des Hörbuches:
Jan Weiler liest seinen ersten Krimi. Das Hörbuch besteht aus 7 CD und ist 8 Stunden und 28 Minuten lang. Auf dem Titelbild sind auf blauem Hintergrund Gebäude zu sehen. Im Vordergrund läuft eine Person, die Feuerwerksraketen in rot/weiß, angeordnet wie ein Blumenstrauß, in den Himmel aufsteigen lässt. Das Titelbild lässt zunächst keinen Rückschluss auf einen Krimi zu.

Kurze Zusammenfassung:
Jan Weiler liest in seiner bekannten Art den Krimi vor. Kommissar Kühn wohnt mit seiner Familie in einer Neubausiedlung in der Nähe Münchens. Er hat ein recht konservatives Familienleben mit zwei Kindern und Frau. Der pubertierende Sohn macht ihm zu schaffen. Die Nachbarschaft ist skurril. Eines Tages wird ein Toter in der Siedlung, keine 30 Meter von seinem Garten entfernt, gefunden. Kühn muss sich auf die Aufklärung des Falles konzentrieren, dabei schweifen seine Gedanken ständig ab…

Mein Höreindruck:
Der Krimi beginnt mit einem Nebenschauplatz. Zunächst ist nicht klar, was die vermutliche Verseuchung der Bausiedlung, in der Kühn und seine Familie wohnen, mit einem Mordfall zu tun haben könnte. Jan Weiler berichtet von der Entstehung der Wohnsiedlung, er führt die verschiedenen Protagonisten nach und nach mit einer genauen Beschreibung ihrer Charaktere ein. Seine Beschreibungen sind detailliert, manchmal leicht überzogen, aber auch mit Ironie durchzogen, wie man das von seinen anderen Hörbüchern kennt. Seine Vortragsweise ist sehr angenehm, seine Ausdrucksweise sehr akzentuiert.
Im Laufe des Krimis stellt man fest, dass es hier weniger um die Aufklärung als um den Menschen Kühn mit seinem eher spießigen Leben, seinen verworrenen Gedankengängen, die oftmals Bilder der Vergangenheit hervorrufen, und seinem in Bürokratie gefangenem Arbeitsleben geht. Jan Weiler hat ein vielschichtiges Bild der Bewohner der Münchner Fantasiesiedlung gezeichnet. Die Vernehmungen der Mitbewohner zeigen ein Abbild der Gesellschaft mit all ihren Problemen, da wird der Tote zur Nebensache.

Ich habe das Hörbuch nur über mehrere Etappen hören können, dabei fiel es mir schwer, mich auf diesen Krimi einzulassen. Aus dem Zusammenhang gerissen, wirkt er eher wie ein gesellschaftskritischer Roman.

Fazit
Der Krimi, der nicht eindeutig nur ein Krimi ist, ist abwechslungsreich, mit Ironie gespickt, gesellschaftskritisch aber nicht unbedingt spannend. Wer hier also einen typischen Krimi erwartet hat, der wird enttäuscht sein. Ich fühlte mich alles in allem durch die Vortragsweise gut unterhalten.

Bewertung: ***

Eine Handvoll Heldinnen (Hera Lind)

Manchmal ist weniger mehr

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Ich habe schon einige Bücher von Hera Lind gelesen, auch die Bücher über wahre Geschichten, die Hera Lind in Romanform herausgegeben hat. Bisher haben mir die Romane und der Schreibstil der Autorin gut gefallen. Wie die meisten neuen Romane von Hera Lind beruht dieses Buch auch auf realen Erlebnissen von verschiedenen Menschen, die die Autorin hier in einem Roman „gepackt“ hat.

Beschreibung des Buches:
Das Buch „Eine Handvoll Heldinnen“ von Hera Lind ist 2015 im Diana Verlag erschienen. Es hat 382 Seiten. Auf dem Titelbild sieht man eine weiße Garderobe mit verschiedensten bunten Kleidungsstücken. Eine lila Handtasche mit türkisen Schal und Schuhe stehen auf einem Holzboden vor einer grünen Wand. Es wirkt, als schaue man in den Flur einer fröhlichen kleinen Familie.

Kurze Zusammenfassung:
Katja lernt im Urlaub mit Ehemann Albert die Nachtclubbesitzerin Erna kennen. Durch ihre Hilfe erkennt sie, dass sie in ihrem Leben etwas ändern muss. Der mürrische Ehemann Albert behandelt seine Frau Katja wie ein Hausmütterchen, das für Kindererziehung, Kochen und für ihn bereit stehen muss. Als dann noch Tochter Juli durch das Abitur rasselt, hängt der Haussegen schief. Katja beginnt heimlich bei einer großen Bank zu arbeiten, als sich ein Enkelkind ankündigt, gibt sie den Job auf, kümmert sich um das Enkelkind und hilft bei Erna im Nachtclub aus. Nach einem Streit verschwindet der Kindsvater. Er macht sich auf den Jakobsweg…

Mein Leseeindruck:
Als ich das Buch nach mehr als 10 Tagen fertig gelesen hatte, habe ich mich gefragt, warum man in einen doch zu Beginn recht lustigen und unterhaltsamen Roman so viel hineinpacken muss. Der Stoff hätte für mindestens zwei weitere Bücher gelangt…

Der Roman beginnt, wie viele von Hera Linds Romanen, recht lustig. Schnell fand ich die verschiedenen Charaktere sympathisch bzw. weniger sympathisch. Der humorvolle Stil ist zunächst reines Lesevergnügen, doch dann hatte ich den Eindruck, dass in diese Geschichte einfach zu viel hinein gepackt wurde. So manches wirkt auf mich unglaubwürdig. Z.B. dass die Protagonistin ohne das Wissen ihres Mannes in einer Bank, zu der sie pendelt, Vollzeit arbeitet. Als sie diese Arbeitsstelle aufgibt empfiehlt sie ihren Mann für diese Stelle und der merkt noch nicht einmal, dass sie seine Vorgängerin war. Auch das Arbeiten im Nachtclub bleibt gänzlich unbemerkt. Und so gibt es noch so manche Stellen, die ich ziemlich unrealistisch finde. Als Mutter, Tochter und Enkelin dann noch urplötzlich den Jakobsweg bewandern, wollte ich das Buch zur Seite legen. Ich habe es dann doch noch fertig gelesen und mich weiter über so manches gewundert.

Die im Titel genannten Heldinnen kommen zwar im Roman vor, passen aber m.E. so überhaupt nicht zur eigentlichen Geschichte um Katja und ihre Familie. Ich finde, dass in diesen Roman zu viele Themen hineingepackt wurden, die nicht alle einer Protagonistin „passieren“ müssen. Man hätte mit den verschiedenen Themen gut und gerne drei Bücher schreiben können.

Fazit
Eigentlich hat mich dieser Roman nicht großartig entspannt, lustig fand ich ihn nur zu Beginn und zwischendurch habe ich mich über die vielen Themenwechsel geärgert. Eigentlich hätte jede Frau, deren Schicksal in diesem Buch erwähnt wird einen eigenen Roman verdient. Alles zusammen in eine Geschichte um Katja und ihre Familie hineinzupacken ist für mich weniger gut gelungen.

Bewertung: **