Amber und ihr Esel (Tracy und Julian Austwick)

Eine berührende Geschichte über die Freundschaft

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Mich hat das Titelbild und der Titel des Buches neugierig gemacht: Ein Esel und ein kleines Mädchen die Nase an Nase beieinander stehen.

Beschreibung des Buches:
Die wahre Geschichte „Amber und ihr Esel“ ist im Goldmann-Verlag im April 2016 als Taschenbuch erschienen. Das Buch hat 350 Seiten. Es wurde aus dem Englischen übersetzt. Die Autoren Julian und Tracy Austwick sind Eltern von Zwillingen, die mit Hilfe der Journalistin Ruth Kelly ihre Erlebnisse mit Esel Shocks aufgeschrieben haben.

Auf dem Titelbild sieht man einen Esel mit Sattel und ein kleines Mädchen mit Brille auf einer Wiese. Das Mädchen hat Gänseblümchen in der Hand. Sie reicht dem Esel die Gänseblümchen, während sie Nase an Nase mit dem Esel zu schmusen scheint. Es wirkt als hätten die beiden ein ganz besonderes Vertrauensverhältnis zueinander.

Kurze Zusammenfassung:
Tracy und Julian Austwick erwarten Zwillinge. Die beiden Mädchen, Amber und Hope, kommen schon nach 26 Wochen zur Welt. Amber hat einen sehr schweren Start ins Leben. Nur ein Luftröhrenschnitt kann ihr Leben retten, ob sie je sprechen kann ist ungewiss. Hope und Amber entwickeln sich unterschiedlich schnell. Während Hope läuft und spricht, kann ihre kleine Schwester sich nur krabbelnd vorwärts bewegen und an Sprechen ist zunächst gar nicht zu denken. In einem Esel-Therapiezentrum soll Amber Unterstützung bekommen, dort lernt sie den (eher Außenseiter) Esel Shock kennen.

Mein Leseeindruck:
In einem Handlungsstrang geht es um des Esel Shocks, der mit Hilfe der Tierschutzorganisation Donkey Sanctuary, die sich um verwahrloste Esel kümmert, aus einer schlechten Haltung befreit wird. Ein zweiter Handlungsstrang erzählt die Geschichte der Familie Austwick. Die Zwillinge Hope und Amber haben einen schweren Start ins Leben, die Eltern haben wochenlang eine anstrengende Zeit mit Hoffen und Bangen zu ertragen, mit täglichen Krankenhausbesuchen, mit Schlafmangel zuhause und mit viel Angst um das Leben ihrer Töchter. Sie versuchen alles, um die kleinere und schwächere der Zwillinge zu fördern und zu fordern.
Die beiden Handlungsstränge führen zusammen, als Amber Shocks im Therapiezentrum kennenlernt. Wie die Zwei miteinander umgehen, wie sie voneinander lernen und sich gegenseitig vertrauen, das wird hier sehr einfühlsam erzählt. Der Esel macht Fortschritte in seinem Vertrauen Menschen gegenüber, Amber lernt nach und nach Dinge, an die vorher nicht zu denken war.

Diese Geschichte berührt, sie zeigt, dass sich Freundschaft auch unter Mensch und Tier entwickeln kann und dass eine echte Freundschaft Kraft bringt, die sogar zu einer Gesundung führen kann. Das Leben der Familie wird hier schonungslos, aber trotzdem mit Feingefühl beschrieben. Die Gedanken und Ängste der Eltern kann man förmlich spüren. Man bangt mit ihnen.

Ich wusste nicht, dass es Esel-Therapie-Zentren gibt. Die Arbeit, die dort für Kinder geleistet wird verdient mehr Beachtung. Dass ein solches Zentrum auch für die Esel eine Therapie sein kann, zeigt diese rührende Geschichte.

Dieses Buch lässt einen darüber nachdenken, dass man ein gesundes Kind nicht einfach nur hinnehmen darf, sondern sehr dankbar sein muss. Es zeigt, dass Eltern Kräfte entwickeln, die sie vorher nicht von sich kannten und dass es sich lohnt auch nach dem letzten Strohhalm zu greifen.

Fazit
Ein wunderbares Buch über eine Freundschaft zwischen Mensch und Tier, die Kräfte entwickelt, von denen beide profitieren.

Bewertung: ****

Mord in der Villa Mafiosa (Michaela Küpper / Marlies Müller)

Kulinarisches Krimi Spiel

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Vor Jahren war ich einmal bei einem dieser angebotenen Krimi-Dinner in einem netten Restaurant. Das hat mir so gut gefallen, dass ich schon seit längerem auf der Suche nach einer „Vorlage“ zu einem eigenen Krimi-Dinner-Abend war. Bisher habe ich nur nach Büchern zu diesem Thema gesucht und angesehen. Jetzt ist dies Krimi-Dinner-Spielebox beim Gmeiner-Verlag erschienen und machte mich neugierig.

Beschreibung:
„Mord in der Villa Mafiosa“ ist ein Krimi-Spiel incl. Kochbuch für Italienische Gerichte. Eine dekorative Box beinhaltetet:
–              ein Kochbuch (italienische Gerichte) in Taschenbuchform
–              sieben Einladungen (etwas länger als DIN A4, gefaltet mit vierseitigem Text zur eingeladenen Person (Täter und Zeugen)
–              sieben Geheimakten (gleiche Größe wie die Einladungen, gefaltet) für die Gäste
–              vier Karten für den Gastgeber (in Person von Toni Travoni), die den Ablauf der Veranstaltung in groben Zügen beschreiben, damit er weiß, wie er durch den Abend führen kann
–              48 Spielkarten für die Gäste, hier bekommen sie Hinweise auf Themen, die sie ansprechen sollen

Die Box ist aus fester Pappe und passend zum Thema gestaltet. Die Karten sind aus Pappe und in dezenten Farben gestaltet.
Das Kochbuch hat 96 Seiten. Nach einer kurzen Einführung durch den Gastgeber (Toni Travoni) findet man hier Gerichte für ein italienisches Büffet, inclusive Mixgetränketipps.

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Spielablauf:
Der/Die Gastgeberin kennt natürlich den oder die Mörder/in. Man lädt seine fünf bis sieben Gäste mit den beiliegenden Einladungskarten ein. Auch der oder die Mörder/in weiß anhand der Einladung über ihre/seine Täterschaft Bescheid. Es empfiehlt sich, diese Einladungen in Kopie zu nutzen, sonst kann man dieses Dinner-Krimi-Spiel nur einmal spielen. Nach dem Eintreffen der Gäste sollte man schon anhand der ersten Regieanweisungskarte (Gastgeber) beginnen durch den Abend zu führen. Die danach an die Gäste ausgeteilten Spielkarten regen zu den Gesprächen an, die zur Ermittlung des oder der Täters/in ausschlaggebend sind. Dabei können sich die Gäste Notizen auf ihren Geheimakten machen. Um das Spiel mehrmals spielen zu können, muss man sich immer wieder verschiedene Gäste einladen, da es nur eine Spielvariante gibt. Die Anzahl der Teilnehmer kann allerdings zwischen fünf und acht Personen liegen. Das Mindestalter ist mit 14 Jahren angegeben.

Mein Eindruck:
Diese Spielebox beinhaltet eine gute Regieanweisung für das Gelingen eines Mörderischen Dinners. Allerdings ist hierzu auch die Bereitschaft der Gäste notwendig, sich auf eine Rolle einzulassen. Hier braucht man sicherlich etwas Fingerspitzengefühl bei der Auswahl der Gäste. Nicht jeder hat Lust eine Rolle zu spiele und sich an eine Regieanweisung zu halten. Aber gerade das ist hier wichtig, um die richtigen Schlüsse ziehen zu können.

Das Kochbuch ist das Highlight dieser Box. Hier gibt es bunte italienische Gerichte, die mit teils wenigen Zutaten gut vorzubereiten sind, was ich besonders gerne mag. Zeitangabe, Zutatenliste, Kochanleitung und ein buntes Foto des Ergebnisses laden zum Nachkochen ein. Tischkarten für das Dinner sind als Zugabe am Ende des Buches zum Ausschneiden vorhanden.

Fazit
Ein Krimidinner-Spiel in der attraktiven Box mit guten Regieanweisungen und wunderbarem Kochbuch. Prima auch zum Verschenken geeignet und mit einem sehr guten Preis-/Leistungsverhältnis.

Bewertung: *****

Ich bedanke mich bei dem Gmeiner Verlag! Er hat mir (zusätzlich zu diesem Rezensionsexemplar) eine Spielebox zum Verlosen bereitgestellt. Hierzu gibt es in den nächsten Tagen ein Gewinnspiel, das ich dann unter der Rubrik „Gewinnspiele“ starten werde. Tipp: Es empfiehlt sich schon einmal in den eigenen italienischen Rezepten zu stöbern…

Zwischen zwei Leben (Guido Westerwelle mit Dominik Wichmann)

Das zweite Leben

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Auf dieses Buch bin ich schon kurz nach der Veröffentlichung der Hardcover-Ausgabe aufmerksam geworden, habe es aber leider erst jetzt geschafft, es zu lesen. Diese Ausgabe ist nach Guido Westerwelles Tod herausgegeben worden und beinhaltet ein Nachwort von Dominik Wichmann.

Beschreibung des Buches:
„Zwischen zwei Leben“ ist eine Rückblick Guido Westermanns auf seine Krankheit und sein politisches Leben. Meine Ausgabe ist im btb-Verlag als Taschenbuch mit 247 Seiten im Mai 2016 (nach Guido Westerwelles Tod) erschienen.

Kurze Zusammenfassung:
Dieses Buch entstand in Zusammenarbeit mit dem Journalisten Dominik Wichmann, der in vielen Gesprächen mit Guido Westerwelles, dessen Gedanken und Aufzeichnungen als Buch zu Papier gebracht hat. Einige Fotos aus dem privaten und politischen Leben sind dem Buch beigefügt.

Mein Leseeindruck:
Guido Westerwelle beschreibt in seinem Buch schonungslos seine Gedanken und Gefühle während seiner vielen Aufenthalte im Krankenhaus. Dabei gibt es immer wieder Rückblicke auf seine politische Arbeit, seine vielen Reisen, seine zahlreichen Zusammentreffen mit den „Großen“ der Politik und seinen Kampf mit den Parteigenossen.

Seine Beschreibungen sind oftmals sehr detailliert, wenn es um die Behandlungstechniken geht. Er hadert nicht mit seinem Schicksal, er ist Realist. Das Glück, dass er nach einer ersten Zu- und wieder Absage eines Spenders dann doch noch eine Stammzellenspende bekommt, kann er fast gar nicht fassen. Er hatte schon fast mit dem Leben abgeschlossen.
Man hat beim Lesen fast das Gefühl, als sitze man am Krankenbett von Guido Westerwelle und er erzähle von seinem Leben, viele Tage lang. Man leidet und freut sich mit ihm, wenn es nach schwierigen Tagen wieder bergauf geht.
Besonders interessant fand ich die „Geschichten“ rund um sein politisches Engagement, auch wenn mich die Zeitsprünge innerhalb des Buches ab und an irritierten.

Fazit
In diesem Buch geht es hauptsächlich um den Privatmensch Guido Westerwelle, der sich hier sehr intensiv mit seiner Krankheit auseinander gesetzt hat. Es ist ein „menschliches“ Buch, das Mut macht. Auch wenn es Guido Westerwelle doch nicht geschafft hat, er hat gekämpft und nie aufgegeben. Als gesunder Mensch wird man nach einer solchen Lektüre sehr demütig. All die kleinen negativen Alltagsgeschehnisse werden klitzeklein…

Bewertung: ****

Im Herzen von Europa (Michael Apitz)

Mit dem Adler auf der Brust – oder  – die launige Diva vom Main

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Eigentlich bin ich kein echter Fußball-Fan von Eintracht Frankfurt, aber der Lokalpatriotismus führt dann doch dazu, dass ich das Fußballgeschehen rund um die Eintracht Jahr für Jahr zu Bundesligazeiten verfolge, deshalb hat mich dieses Comicbuch neugierig gemacht.

Beschreibung des Buches:
Der Autor und Zeichner Michael Apitz wurde bekannt durch seinen Comic-Helden Karl, eine Rheingau-Comicfigur.  In den Jahren 2007 bis 2012 gab es im Stadionmagazin der Frankfurter Eintracht die von Michael Apitz gezeichnete Comic-Serie „IM ADLER-OLYMP“.  Seit 2012 erscheinen seine Comics in der FR (Frankfurter Rundschau)-Beilage HEIMSPIEL unter der Serie „IM HERZEN VON EUROPA“.  Aus den vier Jahren Comic-Ausgaben ist nun dieses Buch entstanden.

„Im Herzen von Europa“ von Michael Apitz ist im Juli 2016 im Societäts-Verlag als Taschenbuch erschienen. Der Comic  hat 80 Seiten.  Das Buch ist in rot/schwarz gehalten (den Farben der Eintracht), auf dem Titelbild sieht man den fliegenden Eintracht Adler mit bekannten Eintracht Spielern, die auf ihm reiten. Im Hintergrund das Stadion und die Frankfurter Skyline. Das Bild macht neugierig auf den Inhalt.

Kurze Zusammenfassung:
Dieses Comicbuch zeigt die Höhen und Tiefen der Frankfurter Eintracht in den vergangenen vier Jahren (2012 – 2016). Es ist entstanden aus der Beilage der FR (Frankfurter Rundschau) HEIMSPIEL unter der Serie „IM HERZEN VON EUROPA“, die 14tägig zu den Heimspielen der Frankfurter Eintracht erscheint.

Mein Leseeindruck:
Michael Apitz bringt mit seinen Comics die Lage der Eintracht mit großem Humor auf den Punkt. Die Figuren sehen ihren Originalen so ähnlich, dass sich so mancher an seinem Comic-Zwilling „Verschönerungen“ gewünscht hätte ;-), doch Michael Apitz kommt der „Wahrheit“ erstaunlich nahe.

Er kennt sich aus bei der Eintracht, als echter Fan. Das merkt man bei jedem einzelnen Bild. Mit viel Herzblut werden oftmals die nackten Tatsachen aufs Bild gebracht. Das Auf- und Ab der Eintracht darzustellen gelingt Michael Apitz auf humorvolle Weise. Jede einzelne Comic-Geschichte hat ihren Charme. So kann man die letzten vier Bundesligajahre der Mannschaft von Woche zu Woche (14tägig) noch einmal Revue passieren lassen, in Erinnerungen schwelgen. Zu jedem Comic gibt es noch eine kurze Erläuterung rund um das Geschehen beim aktuellen Heimspiel.

Man „trifft“ auf alte Bekannte und freut sich, wenn man wieder ein Gesicht entdeckt und die Person erkannt hat. „Weißt du noch?“ kommt es einem über die Lippen. Oder „Oh, nein, diese blöde Niederlage, da war doch damals der Schiri schuld!“.

Es ist ein Erinnerungsbuch an gute und schlechte Zeiten der Diva vom Main. Man kann sich stundenlang die Bilder ansehen und findet dabei immer wieder ein neues Detail. Großartig!

Fazit
Dieses Buch ist für einen echten Eintracht Frankfurt Fan ein Muss! Und für alle anderen vielleicht die Gelegenheit die „Diva vom Main“ einmal von einer anderen Seite kennen zu lernen.

Bewertung: *****

Buchpremiere am 20.07.2016 in der Kutscherklause, Frankfurt

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Am 20.07.2016 war ich einer Einladung des Societäts-Verlag in die Kutscherklause in der Ostendstraße in Frankfurt am Main gefolgt. Eine urige Kneipe mit Gartenbewirtung und Medienraum für Eintracht-Frankfurt Fans. Diese Kneipe „lebt“ für die Eintracht und ihre Fans, das sieht man an jeder Ecke, jeder Wand. Hier wurde das Buch „Im Herzen von Europa“ vom Societäts-Verlag und dem Autor und Zeichner Michael Apitz vorgestellt.

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Poster aus der Kutscherklause

Nach einer Begrüßung durch Dr. René Heinen, Verlagsleiter gab es eine kurzweilige Laudatio von Axel „Beve“ Hoffmann, der u.a. das Eintracht Museum mit Herzblut betreut. Mir hat diese lockere Rede außerordentlich gut gefallen!

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In den vergangenen Jahren (seit 2007) gab es im Stadionmagazin der Frankfurter Eintracht die von ihm gezeichnete Comic-Serie „IM ADLER-OLYMP“.  2012 wurde diese Aktion plötzlich eingestellt. Dann wurde die Rundschau auf Michael Apitz aufmerksam und seit nunmehr vier Jahren gibt es in der FR-Beilage HEIMSPIEL die Serie „IM HERZEN VON EUROPA“.

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Im Anschluss daran, zeichnete Michael Apitz live einen Eintracht Adler. In einem kleinen mit Bildern unterlegten Vortrag erklärte Michael Apitz dann dem Publikum, wie seine Comics entstehen. Zunächst gibt es eine Bleistiftzeichnung, in denen die Bildaufteilung vorgenommen wird. Danach geht es mit Pinsel und Tusche in die Reinzeichnung. Die Farbe erhält das dann eingescannte Bild am Computer. Hier werden dann auch die Sprechblasen gefüllt.

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Ein Team der „hessenschau“ machte Aufnahmen und interviewte einige Gäste. Ein kurzer Bericht wurde noch am gleichen Abend in der „hessenschau“ gesendet. Der ausführliche Bericht wird vermutlich am 27.07.2016, wenn Michael Apitz zu zu Gast in der Nachmittagssendung des Hessen Fernsehens „hallo hessen“ ist, gebracht. Zur Zeit ist er auf „hessenschau.de“ schon zu finden.

Ein Beweisfoto, dass auch ich ab und an ins Stadion gehe (23.11.2013, SGE – Schalke 04, 3:3):

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Festspielfieber (Tim Frühling)

Mord in der Festspielstadt Bad Hersfeld

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Ich hatte bereits das Vergnügen den ersten Band um den Kommissar Daniel Rohde „Der Kommissar in Badeshorts“ lesen zu können. Jetzt gibt es eine „Fortsetzung“, ein Mord in der Festspielstadt Bad Hersfeld.

Beschreibung des Buches:
„Festspielfieber“ von Tim Frühling ist im emons-Verlag 2016 als Taschenbuch erschienen. Der Kriminalroman hat 190 Seiten. Es ist der zweite Krimi von Tim Frühling, Moderator und „Wetterfrosch“ beim Hessischen Rundfunk. Sein erstes Buch „Nichts kann ich mir am besten merken“ erschien bereits 2013 im Fischer-Verlag.

Das Titelbild ist typisch für die Reihe der Regionalkrimis des emons-Verlages. Hier zieren meist signifikante Fotos der Orte, in denen die Krimis spielen, die Bücher. Bei „Festspielfieber“ wurde ein Foto eines Turmes der Stiftsruine in Bad Hersfeld am Abend gewählt. Der Titel selbst ist in Prägeschrift  in oranger Farbe gestaltet.

Kurze Zusammenfassung:
In der Festspielstadt Bad Hersfeld wird für ein neues Stück geprobt. Zwei sehr unterschiedliche Schauspielerinnen und ein Schauspieler treffen in einem Drei-Personen-Stück aufeinander. Nach einer der ersten Proben wird die exzentrische Darstellerin Natascha Gessler tot in ihrer Garderobe aufgefunden. Es gibt viele Verdächtige. Daniel Rohde und sein Team sind mit den Ermittlungen beauftragt.

Mein Leseeindruck:
Da mir der erste Krimi um Kommissar Rohde schon gut gefallen hat, wollte ich auch unbedingt diesen Krimi lesen, zumal ich das Thema „Mord bei den Festspielen“ schon recht spannend fand.

Der Krimi beginnt zunächst recht unterhaltsam mit der Einführung der Hauptpersonen. Die sehr unterschiedlichen Charaktere der Schauspieler und der Regisseurin sind dabei wunderbar herausgestellt. Man kann sich die exzentrische Diva so richtig gut vorstellen. Mit Witz und viel Sprachhumor bekommt man als Leser einen Eindruck, wie es so unter Schauspielern zugehen kann. Auch die weiteren Protagonisten haben alle ihren besonderen Charme.

Bis zum Mord an Natascha Gessler steht in diesem Krimi eher der Sprachwitz als die Spannung im Vordergrund. Nach und nach werden so die verschiedensten Mitwirkenden in die Geschichte eingeführt. Dabei geizt Tim Frühling nicht mit Dialogen, die teils im Dialekt geführt werden und besonders bei seinen Lesungen zu dem ein- oder anderen Lacher führen.

Im mittleren Teil des Buches gibt es einen weiteren Erzählstrang, der in die 80er/90er Jahre zurückreicht. Hier beginnt der Krimi an Fahrt aufzunehmen und die Spannung steigt.

Was mir auch hier wieder auffällt, sind die geschichtlichen Hintergründe, die Tim Frühling über die Örtlichkeiten und Personen rund um Bad Hersfeld, im Verlauf des Krimis so ganz nebenbei dem Leser mitgibt.

Es ist besonders der Sprachstil, der den unterhaltungswert dieses Krimis ausmacht, die Beobachtungsgabe, die Tim Frühling an den Tag legt, wenn er seine Personen und die Umgebungen beschreibt. Hier fällt sein besonderes Gespür für das Witzige auf, mit dem es Tim Frühling schafft, den Leser zu unterhalten. Es ist fast bis zum Schluss nicht klar, wer der oder die Täter/in ist. Auch wenn im Verlaufe des Krimis doch so einige Spuren gelegt werden.

Fazit
Ein Krimi mit dem gewissen Sprachwitz, humorvoll, kurzweilig und spannend zugleich. Wer einen Festspielabend in Bad Hersfeld besucht, der sollte auf alle Fälle zu diesem Krimi greifen.

Bewertung: *****

Und wer zu einer Lesung mit Tim Frühling gehen möchte, der findet hier die Daten:
http://www.tim-fruehling.de/

 

Akteure des Neuen Frankfurt (Evelyn Brockhoff)

Großartige Sammlung von Fotos und Biografien von Persönlichkeiten aus Architektur, Politik und Kultur des „Neuen Frankfurts“

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Wir sind „Fans“ von Frankfurt am Main, deshalb interessieren uns auch Bücher über die Stadtentwicklung.  Beim Stöbern sind wir auf dieses interessante Buch gestoßen.

Beschreibung des Buches:
Das Buch „Akteure des Neuen Frankfurt“ ist im März 2016 im Societäts-Verlag in broschierter Auflage erschienen. Es umfasst 232 Seiten. Herausgegeben wurde es von Evelyn Brockhoff, Direktorin des Instituts für Stadtgeschichte der Stadt Frankfurt.

Kurze Zusammenfassung:
Durch zahlreiche Beiträge von mehr als 30 Einzelpersonen, mit Unterstützung des Kulturamtes der Stadt Frankfurt, Stiftung Polytechnische Gesellschaft, dem Hochbauamt der Stadt Frankfurt und der Martin-Elsaesser-Stiftung ist dieses Buch entstanden.

Als „Neues Frankfurt“ wird die Zeit 1925 bis 1932 bezeichnet. In diesem Zeitraum wirkten diverse Architekten, Politiker und andere Persönlichkeiten am Entstehen der Bau- und Kulturgeschichte der Stadt Frankfurt, die bis in die heutige Zeit das Gesicht der Stadt prägen.

In diesem Buch werden die „Visionäre der Kommunalpolitik“ vorgestellt, es gibt einen Überblick über die „Ideen und Grenzen ihrer Realisierbarkeit“ und ein Kapitel widmet sich der „Ausstellungen als Instrument kultureller und städtebaulicher Vermittlung“.  Danach folgen zahlreiche Abbildungen von Gebäuden, Siedlungen und Werbeflyern, die in der Zeit des „Neuen Frankfurts“ entstanden sind. Das letzte und größte Kapitel stellt die Biografien aus Architektur, Politik und Kultur von Akteuren in dieser Zeit vor.

Im Anhang befinden sich u.a. noch ein Glossar, Quellen, Bildnachweise, Biografien der Herausgeber und Autoren.

Mein Leseeindruck:
Dieses Buch bietet eine sehr ausführliche Zusammenstellung der Akteure des „Neuen Frankfurts“ (1925-1932). Zunächst wird der Begriff „Neues Frankfurt“ erläutert. Dann gibt es einen Überblick über die Kommunalpolitik in dieser Zeit, mit den Visionen der Politiker. In einem weiteren Kapitel kann man die Verwirklichung der städtebaulichen Entwicklung verfolgen.

Besonders interessant fanden wir das Kapitel über die Ausstellungen als Instrument kultureller und städtebaulicher Vermittlung. Hier bekommt man ein Gefühl für die verschiedenen Interessen und die damaligen Möglichkeiten, den Bürger von bestimmten Projekten zu überzeugen. Die Plakate zur Ankündigung solcher Ausstellungen,  die Fotos der Ausstellungsstätten und der dann realisierten Gebäude und Siedlungen laden beim Blättern zum Verweilen ein.

Das für uns interessanteste Kapitel (als Laien und Nicht-Architekten) ist für uns das Kapitel „Abbildungen“, hier gibt es eine Sammlung von alten Fotos von Siedlungen, Gebäuden und Werbeschildern. Hier hätten wir uns aber noch mehr Fotomaterial gewünscht.

Das größte Kapitel umfasst die ausführlichen Biografien von Architekten, Grafikern, Malern, Künstlern, Politikern und anderen Persönlichkeiten, die in der Zeit des Neuen Frankfurts für die Stadt Frankfurt von Bedeutung waren. Die Biografien sind sehr ausführlich und laden auch hier schon beim Durchblättern bei dem ein oder anderen bekannten Namen zum intensiven Lesen ein.

Fazit
Dieses Buch zeigt in einer beispiellosen Publikation die Zusammenhänge von städtebaulicher Entwicklung im „Neuen Frankfurt“.

Für Nichtarchitekten: Ein Buch für Frankfurt Fans, die Interesse an der städtebaulichen Entwicklung der Stadt Frankfurt am Main haben: Interessante Fotos und ausführliche Biografien. Von so manchem Straßen- oder Siedlungsnamen in Frankfurt kann man sich hier ein „Bild machen“.

Bewertung: ****

 

Kuckucksnest (Hera Lind)

Bewegende Geschichte, in manchen Teilen etwas zu überzogen

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Zu Hera Lind greife ich meist, um entspannt im Urlaub oder am Wochenende zu lesen. Seit ein paar Jahren gibt es Bücher von Hera Lind, die auf wahren Geschichten beruhen und in einem Roman gepackt werden.

Beschreibung des Buches:
Das Buch „Kuckucksnest“ von Hera Lind ist 2016 als Hardcover im Diana Verlag erschienen. Es hat 447 Seiten. Das Titelbild ist bunt gestaltet. Es zeigt zwei blaue Eingangstüren mit zahlreichen bunten Gummistiefeln und Spielzeug davor. Es wirkt fröhlich und deutet auf eine reiche Kinderschar hin.

Kurze Zusammenfassung:
Die Zwillinge Senta und Sonja sind glücklich mit ihren Männern verheiratet. Beide Paare versuchen jahrelang Nachwuchs zu bekommen. Der Kinderwunsch ist so groß, dass sie nichts unversucht lassen. Der letzte Weg scheint eine Adoption bzw. ein Pflegekind zu sein. Nach und nach nehmen beide Paare insgesamt zehn Kinder in ihren Haushalten auf (die einen vier, die andern sechs Kinder). Da sie in unmittelbarer Nachbarschaft wohnen, unterstützen sie sich gegenseitig in allem, was die Kinder belangt, bei allen Höhen und Tiefen.

Mein Leseeindruck:
Die Anzahl der adoptierten Kinder ist Realität. Es hat mich schon beeindruckt, dass man so vielen eigentlich fremden Kindern ein gutes Zuhause gibt. Die einzelnen Lebens- und Herkunftsgeschichten sind recht unterschiedlich und meist sehr traurig. Die Schwierigkeiten, die sich mit der Zeit auftun, sind nicht zu verachten. In diesem Buch werden sie aber meistens mit einem „Happy End“ gelöst, sicherlich, um dem Buch einen Unterhaltungswert zu geben. Es handelt sich ja schließlich um einen Roman. Es fällt auf, dass beiden Schwestern immer eine Lösung einfällt, eine von ihnen immer Zeit für die Probleme der anderen findet, obwohl sie selbst eine große Kinderschar zu „beaufsichtigen“ hat.

Die Hauptpersonen, Sonja und Senta (die echten Namen werden in diesem Buch nicht genannt), „erzählen“ Kapitel für Kapitel abwechselnd von ihren immer größer werdenden Familien (1992 – 2016), dem Kampf mit Jugendamt und Herkunftseltern/-müttern und den Problemen der Kinder mit ihrer meist unbekannten Vergangenheit.

Was in diesem Buch besonders auffällt ist, dass alle Kinder besondere Hobbys ausüben dürfen (z.B. reiten), einen Hund bekommen, eigene angemietete 1-Zimmer-Wohnungen finanziert bekommen, auf Internate gehen dürfen und dass immer unproblematisch eine der Schwestern für die andere einspringen kann. Geldsorgen scheinen beide Familien nicht zu haben. Das macht den Roman dann etwas unrealistisch auch wenn es sich um eine wahre Geschichte handeln soll.

Der Schreibstil von Hera Lind ist wie immer humorvoll. Man bekommt schnell einen Eindruck von den handelnden Personen und gewinnt die meisten lieb. Die Kinder sind prima beschrieben, man hat jedes gut vor Augen. Was etwas störend ist, sind die Dialoge in Mundart. Ich brauche das nicht in einem Roman, kann mir die Dialoge aber trotzdem gut vorstellen.

Fazit
Eine bewegende, in meinen Augen aber in Teilen etwas unrealistische Geschichte, mit vielen „Happy Ends“. Der Roman ist humorvoll geschrieben, zeigt aber trotzdem, welche Schwierigkeiten auf Adoptiveltern zukommen können, je älter die Kinder werden. Gerade dann, wenn die Kinder ihr vorhergehendes Leben verarbeiten müssen/möchten oder sich auf die Suche nach ihren leiblichen Eltern machen wollen.

Bewertung: ***