Wenn die Hoffnung erwacht (Lilli Beck)

Eine ganz besondere Familiengeschichte

Ich mag die Bücher von Lilli Beck, bisher hat mich keines enttäuscht.

Beschreibung des Buches:
„Wenn die Hoffnung erwacht“ von Lilli Beck ist 2021 im blanvalet-Verlag als Hardcover mit 478 Seiten erschienen.

Das Cover ist unauffällig mit einem schwarz/weiß-Foto gestaltet, es hätte mich nicht unbedingt angesprochen.

Kurze Zusammenfassung:
Nora wächst in Regensburg auf. Es ist das Jahr 1947 als sie auf einer Silvesterfeier den US-Officer William kennenlernt. Zunächst muss sie ihre Liebe zu ihm geheim halten, denn der strenge Vater hält so gar nichts von den „Amis“. Als William in die Heimat zurück beordert wird und Nora ihre Schwangerschaft dem Vater gestehen muss, plant dieser eine Heirat mit einem einflussreichen Geschäftsmann. Nora flieht deshalb bald nach der Geburt ihres Sohnes nach München. Hier findet sie durch eine schicksalhafte Begegnung Unterschlupf bei einer Familie…

Mein Leseeindruck:
Dieses Buch hat alles, was einen Familienroman für mich ausmacht: Es ist spannend bis zur letzten Seite, es erzählt die Geschichte einer Person im Besonderen, es spart auch nicht mit geschichtlichen Hintergründen, es weckt Emotionen und es lässt einen tagelang nicht los.

Ich konnte mich gut in die Geschichte hineinversetzen, u. a. auch, weil mir die Städte Regensburg und München bekannt sind. So konnte ich mir bestimmte Szenen besonders gut vorstellen.

Das Leben im Nachkriegsdeutschland wird hier am Beispiel von zwei ganz verschiedenen Familien recht gut beschrieben.

Interessant finde ich in diesem Buch den Einblick in das Entstehen einer Zeitschrift und hier insbesondere die Arbeit von Nora und dem Neffen der Münchner Familie. Noras Entwicklung als „selbstbestimmte“ Frau ist hier gut zu verfolgen, auch wenn ihr teilweise hier die damals gültigen Deutschen Gesetze manches Mal im Wege stehen.

Die eigentliche „Liebesgeschichte“ von Nora und William bleibt somit eher im Hintergrund – auch wenn es Noras größter Wunsch ist, William zu finden…

Das Buch weckt Emotionen, es berührt und lässt nicht los. Gerade am Ende wird es für mich fast zu dramatisch…aber, lest selbst, es lohnt sich!

Fazit:
Mich hat das Buch berührt, ich habe mit Nora mitgefiebert. Auch nachdem ich das Buch weggelegt habe, gehen mir die mitwirkenden Personen nicht aus dem Kopf, eine solche Nachwirkung hat das Buch auf mich. Eines meiner Highlights aus dem Jahr 2021.

Bewertung: ***** von *****

Zusammen ist man weniger alt (Lorenz Wagner)

Leben im Hier und Jetzt – alt werden in Gemeinschaft

Der Titel mit dem Cover hat mich angesprochen, träume ich doch manchmal von einem Mehrgenerationenhaus…

Beschreibung des Buches:
„Zusammen ist man weniger alt“ von Lorenz Wagner ist im Mai 2021 im Goldmann Verlag als Hardcover erschienen. Das Buch hat 379 Seiten.

Das Titelbild zeigt einen skizzieren älteren Mann mit zwei Kindern, der Titel passt zum Bild-.

Kurze Zusammenfassung:
Als die Tochter von Lorenz Wagner nur wenige Wochen alt ist, zieht die kleine Familie (Mama, Papa, Tochter) in das Haus ihrer Familie mit der Eltern-/Großeltern-  und Urgroßelterngeneration. Jeder hat eigene Bereiche, trotzdem ist man nie alleine. Die Pandemie stellt sie vor besondere Herausforderungen. Der Autor setzt sich mit dem Älterwerden auch mit verschiedenen Wissenschaftlern auseinander und wagt einen Selbstversuch…

Mein Leseeindruck:
Ich habe dieses Buch mit großem Interesse gelesen. Ein Mehrgenerationenhaus finde ich generell eine gute Idee. Der Autor beschreibt seine eigenen Erlebnisse schonungslos und mit vielen Gedanken, die er hier niedergeschrieben hat.

Während er im Grunde genommen dieses Leben in Gemeinschaft toll findet, wird in der Pandemie deutlich, dass zu viel als auch zu wenig Nähe dem Menschen nicht gut tun.

Um das Älterwerden näher zu versstehen, führt er viele Gespräche mit verschiedenen Wissenschaftlern und lernt einiges über den Zerfall des Körpers, der Zellen – und wie man diesen durchaus aufhalten kann.

Seine Erfahrungen mit diesen Gesprächen wendet er im Alltag an. Das Buch bietet einen gelungenen Wechsel zwischen den wissenschaftlichen Forschungen und dem Familienleben.

Macht es Sinn, den Körper zu verjüngen? Wie wollen wir tatsächlich leben, wenn wir älter werden/geworden sind? Diesen Fragen geht Lorenz Wagner in seinem sehr lesenswerten Buch nach.

Fazit:
Ein absolut empfehlenswertes Buch – ich konnte das Buch zum Schluss nicht mehr aus den Händen legen. Es macht nachdenklich und gibt einen realistischen Einblick in ein Zusammenleben mehrerer Generationen, begleitet von wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Julia Durant. Die junge Jägerin (Daniel Holbe)

Anfänge als Kriminalkommissarin in München Anfang der 1990er Jahre

Die ersten Krimis um Julia Durant, die in Frankfurt am Main spielen, habe ich sehr gerne gelesen. Jetzt war ich gespannt auf diesen ersten Fall Julia Durants in München, wo ihre Karriere begann.

Beschreibung des Buches:
„Julia Durant. Die junge Jägerin“ von Daniel Holbe ist im Knaur Verlag 2021 als Taschenbuch mit 496 Seiten erschienen. Ich habe hier die eBook-Variante gelesen.

Das Titelbild reiht sich in die Serie um Julia Durant ein, von der es schon 20 Teile gibt. In großer Schrift ist hier der ursprüngliche Autor Andreas Franz genannt, dessen Lebenswerk, die Krimis um Julia Durant, Autor Daniel Holbe nach Franz‘ Tod weiterführte.

Kurze Zusammenfassung:
Julia Durants erster Todesfall nach ihrem Wechsel von der Sitte zur Mordaufklärung in Münchens K 111 entpuppt sich als Serienmord in feinen Kreisen. Ihr ganzer Einsatz ist gefordert, muss sie sich doch erst einmal unter neuen Kollegen behaupten und ihr Können zeigen…

Mein Leseeindruck:
Ich war neugierig, wie es gelungen ist, heute einen Krimi zu schreiben, der in den Jahren 1990/91 spielt. Allein die Ermittlungsmethoden sind heute so gänzlich anders. Computer, Telefone, Infrastruktur – vor 30 Jahren teilweise noch in den Kinderschuhen.

Am Anfang war ich ganz fasziniert von diesem Krimi, dann fehlte mir etwas der Spannungsbogen, doch im letzten Drittel konnte ich das Buch dann fast nicht mehr aus der Hand legen.

Der Kriminalfall an sich zog mich nicht ganz so in den Bann, obwohl das Thema sicherlich auch heute noch sehr aktuell ist. Mich faszinierte mehr die Beschreibung von Alltagsgegenständen wie Wählscheibentelefon, Telefonzelle oder Autotelefon oder auch das gute alte Faxgerät. Auch die Arbeitsweise der Kriminalisten fand ich hier besonders spannend.

Dass in diesem Krimi der Fokus besonders auf Julia Durant liegt, lässt schon der Titel vermuten. Neben ihren dienstlichen Einsätzen wird auch ihr Privatleben mehr und mehr zum Thema. So hat man das Gefühl, dass sich hier zwei Handlungsstränge parallel entwickeln.

Mir hat ganz gut gefallen, dass die Stadt München mit ihren bekannten Örtlichkeiten einen besonderen Teil dieses Krimis ausmacht. Wer München kennt, wird sich hier die Szenen ganz besonders gut vorstellen können.

Fazit:
Wer die Reihe um Julia Durant liebt, der mag sicherlich auch erfahren, wie es zu ihrem Wechsel in die Frankfurter Mordkommission gekommen ist. Der Rückblick in die 1990er Jahre hat hier schon seinen besonderen Reiz.

Bewertung: **** von *****

Morgen, Klufti, wird’s was geben“ (Volker Klüpfel und Michael Kobr)

Unbeschwerte Lesestunden

Kluftinger ist Kult – Weihnachtsgeschichten mit Kluftinger sind humorvoll und kurzweilig.

Beschreibung des Buches:
„Morgen, Klufti, wird’s was geben“ von Volker Klüpfel und Michael Kobr ist im ullstein-Verlag als Hardcover mit 144 Seiten erschienen.

Auf dem Titelbild ist ein Weihnachtsmann mit Geschenkesack und Osterdekos zu sehen. Das Cover sieht schön weihnachtlich aus.

Kurze Zusammenfassung:
Kluftingers sind in den Weihnachtsvorbereitungen, da fällt Erika, Kluftis Ehefrau, von der Leiter und muss ins Krankenhaus. Jetzt liegt es an Kluftinger das Weihnachtsfest zu retten, dabei passieren ihm in 24 Kapiteln immer wieder kuriose Dinge…

Mein Leseeindruck:
Auch wenn es gerade erst Herbst geworden ist, so kann man sich in diesen immer früher dunkler werdenden abendlichen Stunden mit weihnachtlichen Geschichten die Gemütlichkeit ins eigene Heim zaubern.

Wenn die Geschichten dann noch so kurios und lustig sind, wie diese hier, dann hat man unbeschwerte Lesestunden, die einem den Alltag entfliehen lassen.

Mit Kluftinger wird es nie langweilig, ihm passieren aber auch immer wieder gewollt oder auch völlig ungewollt die merkwürdigsten Dinge. Er hat für alles eine Lösung parat, doch sieht die Gefahren und die Probleme nicht, die er damit „anrichtet“.

Besonders lustig wird es, als er mit seinem „Denglisch“ mit seinem japanischen Gast seine Frau Erika auf dem Weihnachtsmarkt vertritt. Dem Autorenduo gelingt hier wieder einmal gut, die Szenen filmreif zu beschreiben.

Wird die Familie ein friedliches Weihnachtsfest feiern können? Einfach lesen!

Fazit:
Ich hatte ein paar schöne abendliche Lesestunden, Kluftinger ist Kult und so sind seine kuriosen Erlebnisse auch etwas für die (Vor-)Weihnachtszeit. Man kann das Buch auch gut verschenken.

Bewertung: **** von *****