Gebrauchsanweisung für Frankfurt am Main (Constanze Kleis)

Neues und Altes über Frankfurt am Main

Aus der Reihe „Gebrauchsanweisung …“ des Piper-Verlags habe ich bereits „für Leipzig“, „für Berlin“ und „fürs Lesen“ gelesen. Ich finde diese Reihe besonders reizvoll, da hier jenseits der üblichen Reiseführer die eigenen Erfahrungen, Anekdoten oder Reisebeschreibungen beschrieben werden.

Beschreibung des Buches:
„Gebrauchsanweisung für Frankfurt am Main“ von Constanze Kleis ist 2019 als Neuauflage in einer Taschenbuchausgabe im Piper-Verlag erschienen. Das Buch hat 224 Seiten. Ich habe die E-Book-Variante gelesen. Auf dem Titelbild sieht man das Gegensätzliche dieser Stadt – ein Gemsich aus Hochhäusern und ältere Bauten.

Kurze Zusammenfassung:
In zahlreichen mit  meist humorvollen Titeln gestalteten Kapiteln zeigt Constanze Kleis Frankfurt am Main in seinen vielen Facetten. Die Kapitel kommen ganz ohne Fotografien aus.

Mein Leseeindruck:
Auch wenn ich ein bekennender Frankfurt am Main Fan bin (ich arbeite seit mehr als 33 Jahren in dieser so wandelbaren Stadt – und bin hier auch noch geboren!), lese ich immer wieder gerne Bücher, die sich mit Frankfurt am Main befassen.

In Constanze Kleis Ausführungen über die Stadt habe ich doch noch vieles erfahren, was mir bisher nicht so bekannt war bzw. was ich so noch gar nicht kannte oder gesehen habe.

Ihr Schreibstil gefällt mir, ich habe mit viel Interesse ihre kleinen Anekdoten und Ergebnisse aus guter Recherche gelesen.

Diese überarbeitete Ausgabe scheint sich deutlich von der Erstauflage aus dem Jahre 2009 zu unterscheiden. Das ist insoweit zu erklären, dass sich diese Stadt gerade die letzten 10 Jahre sehr gewandelt und  herausgeputzt hat und somit zu einem Magneten für viele Reisende geworden ist. So erfüllt dieses Buch auch den Zweck als Reiseführer sehr gut.

Aber auch Menschen aus dem Umland und echte Frankfurter werden hier noch das ein oder andere lesen, was sie bisher noch nicht aus ihrer Heimatstadt/aus dem Rhein-Main-Gebiet wussten.

Fazit:
Mir hat diese Ausgabe sehr gut gefallen, ich fand sie kurzweilig, spannend und sehr interessant. Es lohnt sich mit Hilfe dieses Buches mal abseits der bekannten Sehenswürdigkeiten in Frankfurt am Main „auf die Pirsch zu gehen“.

Bewertung: ***** von *****

500 Hidden Secrets BERLIN (Nathalie Dewalhens)

Der etwas andere Reiseführer – geheime Tipps

Ich habe dieses Buch auf der Frankfurter Buchmesse 2019 entdeckt. Für einen Kurztrip nach Berlin suchte ich nach besonderen Locations abseits der bekannten Sehenswürdigkeiten.

Beschreibung des Buches:
„500 Hidden Secrets Berlin“ von Nathalie Dewalhens ist im Bruckmann Verlag in 2. Auflage 2019 als Taschenbuch erschienen. Das Buch hat 263 Seiten. Auf dem Titelbild sieht man eine Strandbar gefüllt mit Menschen im Abendlicht.

Die Autorin ist in Berlin meist mit dem Fahrrad unterwegs und hat die beschriebenen Orte selbst entdeckt und besucht.

Kurze Zusammenfassung:
In 10 Kapiteln findet man 500 Örtlichkeiten mit Adresse, Internetseite, Telefonnummer und einer Kurzbeschreibung, die meist nicht mehr als ein Drittel der Seite einnimmt. Jedes Kapitel wird mit einem doppelseitigen Foto eingeleitet. Kleinere Fotos der Locations findet man locker verteilt auf ca. jeder 3. Seite. Zusätzlich gibt es 10 Straßenkartenseiten und eine Übersichtskarte der Stadtteile Berlins sowie ein Register am Ende des Buches.

Mein Leseeindruck:
Das Buch ist übersichtlich gestaltet. Zu Beginn kann man sich einen Überblick über die vorgeschlagenen Örtlichkeiten machen. Da gibt es z.B. „Orte für gutes Essen“, „Orte für einen Drink“, „Orte zum Shoppen“ (hier findet man „Unabhängige Buchhandlungen“, „Einkaufsviertel, die kaum jemand kennt“ oder „Heiße Sexshops“) oder „Wissenswerte Dinge und unnütze Details“ („Berliner Reden“, „Berliner Persönlichkeiten“).

Die Beschreibungen sind kurz und knackig, gut und übersichtlich in zwei Spalten auf einer Seite verteilt (nie mehr als 3), so dass man sich sehr schnell zu recht findet und schon beim ersten Blättern an der ein oder anderen Stelle gerne hängenbleibt und sich einliest.

Ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht, mit kleinen Post-Its Orte, die mich interessieren, zu markieren.

Ob es sich bei den Beschreibungen um echte Geheimtipps handelt, kann ich als Tourist im Vorfeld nicht beurteilen. Zumindest sind mir die meisten Örtlichkeiten noch nicht „über den Weg gelaufen“ und ich bin dankbar für diese besonderen Tipps.

Schade finde ich, dass bei der Adresse der Location kein Hinweis auf Öffentliche Nahverkehrsmittel gegeben wird, das würde mir die Planung erleichtern

Man findet die beschriebenen Örtlichkeiten, die jeweils mit einer Nummer von 1-500 markiert sind auf den Straßenkarten wieder, allerdings braucht man hier gute Augen oder eine Lupe, denn die Ziffern sind recht klein gedruckt.

Fazit:
Ein handliches Buch, das man, wenn man unterwegs in der Stadt ist, gut in die Tasche packen kann. Die Ideen inspirieren sich auch einmal abseits der gewohnten Wege in Berlin auf den Weg zu machen, um Neues zu entdecken.

Bewertung: **** von *****

Herr Neumann will auf den Olymp (Andreas Heinzel)

Frankfurt und seine Olympischen Spiele – ein satirischer Roman

Auch dieses Buch ist mir auf der Frankfurter Buchmesse 2019 „über den Weg gelaufen“.

Beschreibung des Buches:
„Herr Neumann will auf den Olymp“ von Andreas Heinzel ist 2019 im mainbook Verlag als Taschenbuch mit 270 Seiten erschienen. Das Cover zeigt eine farbig gestaltete Frankfurter Skyline – ein Fackelträger läuft durch das Bild.

Kurze Zusammenfassung:
Der Oberbürgermeister Balthasar Neumann hat die Olympischen Spiele nach Frankfurt geholt. Jetzt müssen schnell ein großes Stadion, ein ausreichend großes Gewässer und die Unterbringungsmöglichkeit der zahlreichen Athleten her. Doch so einfach gestaltet sich dieses Unterfangen nicht. Der charismatische Oberbürgermeister hat mit Gegnern, Platz und Geldmangel zu kämpfen, doch sein Ideenreichtum kennt kein Tabu…

Mein Leseeindruck:
Ich habe mich beim Lesen dieses Buches köstlich amüsiert – meine Lieblingsstadt bekommt die Olympischen Spiele und keiner weiß, wie er sie finanzieren soll, nichts ist durchdacht und fertig geplant – passt irgendwie gerade zur Gesamtsituation…

Der Roman ist wunderbar konstruiert, die Charaktere sind sehr gut beschrieben, bei manchen könnte man durchaus ein „Vorbild“ erahnen. Andere Personen bilden einen Querschnitt der Frankfurter Stadtbevölkerung. Auch der immerwährende Konkurrenzkampf mit dem Frankfurter Umland wird in diesem Buch sehr amüsant ausgelebt.

Die ganze Geschichte ist sehr unterhaltsam und kurzweilig. Man fiebert richtig mit, ob zum Finale tatsächlich die Olympischen Spiele stattfinden. Teilweise entwickelt sich dieser eigentlich satirische Roman zu einem echten Krimi.

Ein toller Roman – ganz großes Kino! Ich habe mich sehr unterhalten gefühlt.

Fazit:
Für Frankfurt Fans ein absolutes Muss – vielleicht noch auf den Weihnachtswunschzettel?!

Bewertung: ***** von *****