Der Kommissar mit Sonnenbrand (Tim Frühling)

Humorvoller Krimi – Hessischer Kommissar ermittelt auf Gran Canaria

Schon zweimal hatte ich das Vergnügen Krimis um den Kommissar Daniel Rohde zu lesen. Nicht immer ermittelt Daniel Rohde in seiner Heimat. Auch dieses Mal hat es ihn das Verbrechen auf eine Urlaubsinsel geführt…

Beschreibung des Buches:
„Der Kommissar mit Sonnenbrand“ von Tim Frühling ist im emons:-Verlag 2018 als Taschenbuch mit 188 Seiten erschienen. Es ist der dritte Krimi von Tim Frühling, Radio- und Wettermoderator beim Hessischen Rundfunk.

Typisch an der Reihe der Regionalkrimis des emons:-Verlages sind die in weiß eingerahmten Titelbilder mit einem signifikanten Fotos der Krimischauplätze. Hier erkennt man den bekannten Leuchtturm von Gran Canaria wieder. Der Titel selbst ist in Prägeschrift  in oranger Farbe gestaltet.

Kurze Zusammenfassung:
Auf Gran Canaria werden kurz hintereinander zwei Menschen aus dem Umfeld einer Bäckerei ermordet. Die Bewohner des kleinen Bergdorfes sind erschüttert. Nachdem die Polizei zunächst auf der Stelle tritt, ergeben sich plötzlich Verbindungen nach Osthessen. Man beschließt, die hessischen Kriminalkommissare in die Ermittlungen einzubeziehen – und so reisen Daniel Rohde und Brigitte Schilling, seine Kollegin, nach Gran Canaria, nicht nur zum Ermitteln…

Mein Leseeindruck:
Ich habe diesen Krimi mit viel Freude gelesen. Erstens habe ich schon auf Gran Canaria Urlaub gemacht und kenne somit ein wenig die Insel und zweitens habe ich den Kommissar schon bei seinen anderen Fällen lieb gewonnen.

Neben den tollen Ortsbeschreibungen der Urlaubsinsel und den Stimmungen in den unterschiedlichsten Örtlichkeiten der Insel, gelingt es Tim Frühling hier einen spannenden und abwechslungsreichen Krimi zu präsentieren.

Da gibt es die sehr gut gelungenen, teils witzigen, Figuren (da gibt es z.B. den schwäbelnden Therapeuten, den gerne feiernden spanischen Ermittler uvm.), und die sehr humorvollen Handlungen. Man muss nicht alles ganz so ernstnehmen. Der Krimi lebt von seinen etwas skurrilen Figuren – ganz besonders auch von seinem Beziehungsgeflecht insbesondere hier zwischen Daniel Rohde und Brigitte Schilling.

Sehr lange tappt man auch als Leser im Dunkeln. Die Lösung des Falls ist auf den ersten Blick nicht vorhersehbar, aber sehr gut inszeniert.

Wieder einmal ist es auch hier der Sprachstil, der diesen kurzweiligen und mit viel Unterhaltungswert geschriebenen Krimi ausmacht. Tim Frühling hat eine besondere Beobachtungsgabe, sein Gespür für das Lustige wird in vielen Szenen deutlich.

Fazit:
Ein kurzweiliger, humorvoller, aber auch spannender Krimi bei dem der Sprachwitz nicht zu kurz kommt. Und wer etwas über die Insel Gran Canaria erfahren will, der bekommt hier auch noch gleich ein paar Urlaubseindrücke…

Bewertung: ***** von *****

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Mittagsstunde (Dörte Hansen)

Die Veränderungen des Dorflebens

Auf der Buchmesse hatte ich dieses Buch entdeckt und nach dem Lesen des Klappentextes wurde ich neugierig.

Beschreibung des Buches:
„Mittagsstunde“ ist 2018 im Peguin-Verlag als Hardcover-Buch mit 319 Seiten erschienen. Auf dem Titelbild sieht man eine Person, die ein Rind hinter sich herzuziehen scheint. Beide Lebewesen sind in schwarz/weiß auf hellem Hintergrund gehalten. Irgendwie erinnert es an eine frühere Zeit.

Kurze Zusammenfassung:
Der 47jährige Ingwer Feddersen kehrt in sein Heimatdorf (Norddeutschland) zurück, weil seine Großeltern sich nicht mehr ganz alleine versorgen können. Ella und Sönke hatten eine Kneipe, in der Sönke noch tapfer die Stellung hält, Ella ist dement. Während Ingwer seine Zeit im Dorf verbringt kommen ihm die Erinnerungen an frühere Zeiten und die Wandlung des Dorfes nach einer Flurbereinigung in den 1970er Jahren.

Mein Leseeindruck:
Mir fehlt in diesem Buch ein wenig die Handlung. Der Autorin gelingt es wunderbar die Stimmung in diesem Dorf in den verschiedenen Zeiten/Epochen zu beschreiben, auch die verschiedensten Dorfbewohner hat sie toll beschrieben, aber die eigentliche Geschichte um Ingwer und seine Mutter bzw. seine Großeltern erfährt man immer nur zwischendurch.

Die Szenen zwischen den Großeltern und dem Enkel sind teils lustig, zeugen aber auch von der Hilflosigkeit des Enkels gegenüber dem veränderten Wesen der demenzkranken Oma.

Der Wechsel zwischen Rückblick, Gegenwart, Beschreibungen und Ingwers Gedanken wird beim Lesen allerdings nicht immer gleich ersichtlich.

Das norddeutsche Plattdeutsch kommt in diesem Buch sehr häufig vor, so dass ich mir manchmal etwas mühsam das Gesprochene „übersetzen“ musste.

Dörte Hansens Sprachstil ist wunderbar. Ihre Sätze sind meist sehr lang und verschlungen, treffen aber das Beschriebenen hervorragend.

Fazit:
Wer über das Dorfleben in Norddeutschland vor den 1970er Jahren und die Wandlung bis hin zur Gegenwart etwas erfahren möchte, wer den wunderbaren Schreibstil von Dörte Hansen zu schätzen weiß, der kann hier zugreifen. Mir fehlte leider zum entspannten Lesen ein wenig die durchgängige Handlung.

Bewertung *** von *****

Rachewinter (Andreas Gruber)

Thriller der Extraklasse

Von Andreas Gruber habe ich schon einige Thriller gelesen. Es gibt die verschiedensten Reihen, dieser Thriller gehört zur Reihe um Kommissar Walter Pulaski (Leipzig) und Anwältin Evelyn Meyers (Wien) von denen bereits „Rachesommer“ und „Racheherbst“ erschienen sind.

Beschreibung des Buches:
Der Thriller „Rachewinter“ ist im Goldmann-Verlag als Taschenbuch im Oktober 2018 erschienen. Er hat 586 Seiten.
Auf dem Cover, das blaugrau gehalten ist, ist eine Distelblüte zu sehen. Es ist analog zu den ersten beiden Teilen der Reihe gestaltet. Das Wort „Rache-Winter“ und die Blüte sind besonders hervorgehoben.

Kurze Zusammenfassung:
In Wien und später auch bei Leipzig werden an aufeinanderfolgenden Tagen mehrere Männer ermordet. Möglicherweise steckt eine unbekannte junge Frau hinter diesen sehr mysteriösen Todesfällen. Ein Mann sucht Anwältin Evelyn Meyers auf und bekennt sich zum ersten Mord. Nachdem Anwältin Evelyn Meyers und ihr Mitarbeiter in einer Sackgasse stecken, versuchen sie mit Hilfe von Kommissar Walter Pulaski, dem möglichen Mörder/in auf die Spur zu kommen. Die Zeit läuft!

Mein Leseeindruck:
Ein fesselnder Thriller von der ersten Seite an, wie ich es bereits von mehreren Büchern von Andreas Gruber gewohnt bin!

Schon im Prolog erwartet einen die sehr detailreiche Sprache Grubers, man könnte fast von einem Drehbuch sprechen, so deutlich vor Augen hat man die einzelnen Szenen. Hier im Prolog wird der erste Mord vor Augenzeugen begannen, die leider nur den Kampf des Opfers erkennen können, der/die Täter/in sind für sie nicht sichtbar.

Der Thriller spielt Anfang März (gerade noch Winter 😉 ) in einem Zeitraum von 5 bzw. 11 Tagen (wenn man den Prolog mitzählt) in Wien und Umgebung sowie Leipzig/Halle. Als Leser hat man Einblick in die Recherchearbeit der Ermittler, aber man ist ihnen teilweise auch voraus, weil man die Mordfälle „miterlebt“, wenngleich man bis zum Schluss im Dunkeln tappt, wer denn der Mörder ist und welche Beweggründe er hat. Die Spuren werden im Laufe des Thrillers gelegt, aber erst am Ende löst sich alles auf.

Mir gefällt an Grubers Thrillern, die unterschiedliche Vorgehensweise der Ermittler, die hier als Kommissar und Anwältin ihre ganz eigenen Methoden haben. In diesem Thriller wird Kommissar Pulaski von seiner Tochter unfreiwillig unterstützt, da der Vater ihrer besten Freundin ein Opfer des Serienmörders ist. Auch Anwältin Meyers hat einen jungen Gehilfen, der sich ganz besonders in die Recherchearbeit stürzt.

Andreas Gruber hat wieder viele Fäden gespannt, die er mit Bravour am Ende schlüssig zusammenfügt. Dabei gelingt es ihm den Thriller auf einem gleichmäßig spannenden Niveau zu halten, manchmal hält man quasi den Atem an! Mir gefällt auch dieses Zusammenspiel der sehr unterschiedlichen Ermittler – die deutsch-österreichische Ermittlungsarbeit.

Fazit:
Ich kann mich nur wiederholen: Ein rundum gelungener Thriller, der nie langweilt und permanent die Spannung hält (man muss aber „Blut sehen können“!). Auch dieses Ermittlerpaar (Meyers/ Pulaski) gefällt mir sehr gut!

Man kann den Thriller auch lesen ohne die vorigen Bände gelesen zu haben.

Bewertung: ***** von *****

Corpus delectat (Susanne Fuß)

Kriminalkomödie

Vom Titelbild angezogen, dachte ich, dass es sich bei diesem Roman um einen Thriller handeln könnte…

Beschreibung des Buches:
„Corpus delectat“ von Susanne Friedrich ist 2018 als Taschenbuch im tredition-Verlag mit 262 Seiten erschienen. Auf dem Cover erkennt man einen künstlerisch gestalteten, aber sehr geschundenen Torso…

Kurze Zusammenfassung:
Harry Maletzke, bekannt aus „Driving Phil Clune“ (ebenfalls von Susanne Fuß), arbeitet als Komparse. Um für Maskenbildner Oliver zu werben, „entführt“ er dessen lebensgroße Leichenplastik, ein echtes Kunstwerk,  zu einem Branchentreffen. Leider kommt ihm die Plastik abhanden – und schon überschlagen sich die Ereignisse…

Mein Leseeindruck:
Was habe ich erwartet? Einen Thriller? Einen Krimi? Aufgrund des Covers bin ich zunächst davon ausgegangen, dass es sich hier um einen Thriller handelt…

Nicht ganz, es handelt sich hier um eine sehr humorvolle Kriminalkomödie, so würde ich diesen Roman einordnen. Die Protagonisten sind alle irgendwie etwas exzentrisch und leicht überzeichnet dargestellt, was beim Lesen bei mir zu einem ständigen Grinsen führte. Manche Handlung war voraussehbar, manches überraschte dann doch sehr.

Gerade die Überraschungseffekte machen dieses Buch aus. Die Autorin setzt auf immer wieder neue Überraschungsmomente, legt Spuren, die erst nach und nach ein Gesamtbild ergeben. Wenn man glaubt, jetzt löse sich der „Fall“ auf, bekommt der Roman eine neue Richtung und wird noch „verworrener“, wobei das hier positiv gemeint ist. Der Protagonist, der sich eigentlich in psychologischer Behandlung befindet, wirkt von Seite zu Seite „verrückter“ ohne dass es zu übertrieben wirkt.

Auch seine Mutter, die mittlerweile in einem Altersheim lebt, und eigentlich geistig sehr fit wirkt, macht eine ganz besondere Wandlung durch. Sie führt ihre Mitmenschen ständig an der Nase herum, wirkt dabei aber immer ganz unschuldig.

Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen, ich wollte ihn kaum aus der Hand legen, denn er ist durchweg spannend, aber auch sehr humorvoll.

Fazit:
Wer Kriminalkomödien liebt, der sollte hier zugreifen: Lustig und spannend – und das Ganze mit einem zwinkernden Auge!

Bewertung: ***** von *****

 

Drachenmeister – Der Aufstieg des Erddrachen (Tracy West)

Ein Kinderbuch für Erstleser – aber auch schön zum Vorlesen

Beschreibung des Buches:
„Drachenmeister – Der Aufstieg des Erddrachen“ von Tracey West und Graham Howells ist 2018 im Adrian Verlag als Hardcover Buch mit 96 Seiten erschienen. Auf dem farbig gestalteten Titelbild sieht man die Hauptfigur, Drake, mit einem freundlich blickenden Drachen.

Kurze Zusammenfassung:
Drake glaubt nicht wirklich an Drachen, doch schon bald erlebt er, dass es diese wirklich gibt. Man hat ihn und drei andere Kinder auserwählt, Drachen zu trainieren. Werden es die drei Kinder als Team mit Drake schaffen?

Mein Leseeindruck:
Auch wenn ich eigentlich Kinderbücher mit farbigen Zeichnungen lieber mag, gefallen mir die liebevoll gestalteten grauen Zeichnungen in diesem Buch ganz besonders gut – hier entdeckt man viel besser Einzelheiten, weil man sich die Bilder intensiver anschaut.

Die Geschichte wird in kurzen Sätzen erzählt, das kommt Erstlesern entgegen. Sie ist spannend und lebt von dem Zusammenspiel der einzelnen Figuren.

Mir gefällt gut, dass wirklich auf jeder Seite Zeichnungen sind, so fällt das Selbstlesen leichter, aber auch beim Vorlesen finden sich so schöne Ansätze, über die Zeichnungen zu sprechen und Dinge zu entdecken, die man auf den ersten Blick vielleicht nicht gesehen hat.

Zum Schluss gibt es noch „Verständnis“- und Aufmerksamkeitsfragen und eine kleine Zeichenaufgabe.

Ich werde dieses Buch im Rahmen von meiner (ehrenamtlichen) Tätigkeit als Leselernhelferin einsetzen.

Fazit:
Ein gelungenes Buch für Leseanfänger, es gibt bereits ein weiteres „Drachenmeister“-Buch.

Bewertung: ***** von *****

Paradies (Amelie Fried)

Gefangen im Paradies

Von Amelie Fried habe ich schon einige Bücher gelesen, die mich sehr unterhalten haben. Auch in dieses Buch konnte ich während eines Adventswochenendes eintauchen.

Beschreibung des Buches:
„Paradies“ von Amelie Fried ist 2018 im HEYNE-Verlag als Taschenbuch mit 432 Seiten erschienen. Das Titelbild zeigt Hibiskus-Blüten, Palmen und einen bunten Vogel, es wirkt auf mich erfrischend und gleichzeitig entspannend.

Kurze Zusammenfassung:
Vier unterschiedlichste Frauen treffen auf einer Insel zusammen. Alle haben sie ein Seminar mit Meditation, Yoga, Körperarbeit und Selbsterfahrung im Hotel Pareiso gebucht. Nach dem ersten Kennenlernen auch der anderen Teilnehmer, stellt sich schnell heraus, dass diese Woche nicht nur entspannend, sondern auch spannend wird. Als dann noch ein Sturm die Insel vom Festland abschneidet und das Hotelpersonal plötzlich verschwindet, ist die Gruppe auf sich allein gestellt, wie in einer einsamen, eingeschneiten Skihütte…

Mein Leseeindruck:
Amelie Fried hat einen sehr lebendigen Schreibstil, so dass man sich sofort in die Geschichte hineinliest. In ihrem Roman hat sie sich vier sehr unterschiedliche Frauen herausgegriffen, auf die sie den Fokus gesetzt hat.

Sie bedient sich in diesem Roman so einiger aktueller Themen und Klischees. Da gibt es die Flüchtlingshelferin und Weltverbesserin, die verlassene Ehefrau, die Geliebte, den Witwer und die leicht „verrückt“ wirkende „Engelkennerin“.

Man findet an jeder beschriebenen Person Eigenschaften, die man auch an Personen im eigenen Umfeld beobachtet. In die ein- oder andere Person kann man sich sehr gut hineinversetzen, ist sie einem selbst doch sehr ähnlich.

Eine Gruppe gefangen auf einer Insel zeigt ihr „wahres“ Gesicht. In einer solchen Extremsituation kann sich keiner mehr verstellen, deshalb wird auch die „Geschichte“ von Seite zu Seite spannender. Wie werden sich die Konflikte auflösen? Gibt es eine glückliche Zukunft für jeden Teilnehmer?

Die Charaktere sind mit viel schriftstellerischem Können dargestellt, man sieht sie genau vor sich.

Fazit:
Amelie Fried ist ein Roman mit Tiefgang, gesellschaftspolitischen Themen und gleichzeitiger Unterhaltung gelungen. Gleichzeitig ist er auch noch spannend wie ein Krimi.

Bewertung: **** von *****

Abgerippt (Gerd Fischer)

Spannend, witzig und mit viel Lokalkolorit

Dies ist der 7. Band um den Frankfurter Kommissar Andreas Rauscher. Mittlerweile habe ich schon zwei Krimis dieser Reihe gelesen, die in Frankfurt am Main und im Rhein-Main-Gebiet spielen.

Beschreibung des Buches:
„Abgerippt“ von Gerd Fischer ist 2014 im mainbook main crime Verlag als Taschenbuch mit 240 Seiten erschienen. Der Krimi ist in Schwarz gehalten, ein leuchtendes Apfelweinglas  und ein Bembel sind auf dem Titelbild zu sehen.

Kurze Zusammenfassung:
Die Spekulationen mit Wohnungen in der Großstadt Frankfurt am Main lassen so manchen Mieter sich plötzlich auf der Straße wiederfinden. So geschieht es auch dem Onkel, Bernd Kessler, von Kriminalkommissar Andreas Rauscher. Kurz nachdem die Wohnung von Kessler geräumt wurde, wird der Hausmeister des Wohnblocks erschlagen aufgefunden. Als sich Kommissar Rauscher in den Fall einarbeitet, geschieht der nächste Mord im Wohnblock. Haben die Mieter, die allesamt aus ihren Wohnungen ausziehen sollen, hier ihre Hände im Spiel?

Mein Leseeindruck:
Man liest sich schnell in die Geschichte ein, so real wirkt alles. Die Wohnungsnot in den Großstädten nimmt mittlerweile schon ganz besondere Züge an, so wirken die dargestellten Repressalien auf die Mieter sehr echt.

Mir gefällt der Schreibstil des Autors sehr gut. Die schnell wechselnden Szenen lassen den Krimi sehr lebendig wirken. Man möchte gar nicht mit dem Lesen aufhören, es könnte ja gleich auf der nächsten Seite schon wieder etwas Spannendes passieren.

Zudem finde ich den Nebenschauplatz, das Privatleben des Kommissars, auch spannend. Denn hier entwickelt sich ein ebenso spannender Erzählstrang. Für mich gehört das Privatleben eines Kommissars durchaus zu einem guten Krimi. Besonders dann, wenn sich hier etwas entwickelt, was sich in den Folgeteilen dieser Krimiserie fortsetzt. So wachsen einem die Personen „ans Herz“ und man fühlt sich mit ihnen verbunden.

Auch Lokalkolorit darf für mich in einem Krimi, der in meiner Lieblingsstadt Frankfurt am Main spielt, nicht fehlen. So verfolge ich an manchen Stellen durchaus, wo sich die einzelnen Szenen gerade abspielen und habe einige Schauplätze ganz genau vor Augen.

Der Krimi spielt in einer heißen Augustwoche. Man kann die Wärme förmlich spüren, auch wenn man sich beim Lesen gerade im Winter befindet.

Blutrünstig ist dieser Krimi nicht, aber gerade das gefällt mir gut. Wie in den anderen Teilen dieser Krimireihe ist die Hauptperspektive auf die Ermittlungsarbeit des Kommissars gerichtet. Einige Szenen werden auch aus einer anderen Perspektive erzählt, trotzdem ist man als Leser kaum einen Schritt voraus und tappt bis fast zum Schluss im Dunkeln, wer hier Täter ist.

Auch wenn der Autor schon einige Spuren legt, so werden die Zusammenhänge erst am Ende sichtbar.

Die unterschiedlichen Charaktere sind sehr gut herausgearbeitet. Frankfurter Wortwitz  und das Frankfurter Nationalgetränk, der Äppler, kommen hier nicht zu kurz.

Fazit:
Ein Krimi mit viel Lokalkolorit und sympathischem Ermittler mit Privatleben.

Bewertung: ***** von *****