Der Palmengarten – Wo Frankfurts grünes Herz schlägt (Sabine Börchers)

Wunderschön gestaltet – tolle Recherchearbeit

Frankfurt am Main und der Palmengarten – das gehört schon seit Kindesbeinen für mich zusammen.

Beschreibung des Buches:
„Der Palmengarten – Wo Frankfurts grünes Herz schlägt“ ist 2021 mit 272 Seiten im Societäts-Verlag als Bildband erschienen.

Man blickt direkt ins Palmenhaus, wenn man auf das Titelbild schaut.

Kurze Zusammenfassung:
Zum 150. Jubiläum des Palmengartens ist diese Ausgabe erschienen. Der Palmengarten ist aus einer Bürgerinstitution entstanden. Immer wieder hat er sich neuen Gegebenheiten angepasst, wurde erweitert und kam 1931 in den Besitz der Stadt Frankfurt. Später wurde er um den Botanischen Garten erweitert. Es finden dort die verschiedensten Veranstaltungen und Ausstellungen statt. Auch ist er Bildungsstätte und Erholungsgarten. Und so er im Regelfall  für jede/n als Schaugarten geöffnet.

Aufgeteilt ist dieses Buch in folgende Kapitel:
– Die ganze Welt in einem Garten
– Von Bürgern für die Bürger
– Pflanzen unter Glas und freiem Himmel
– Ein Ort des Vergnügens, der Kultur und des Sports
– Forschen, lernen und sich engagieren
– Der Palmengarten der Zukunft

Mein Leseeindruck:
Ich habe dieses Buch für meinen Vater  besorgt, der sich ganz besonders für die Entstehung des Gartens interessiert, weil er selbst ein kleines Gelände hat, das Heinrich Siesmayer („Der Gestalter“ des Palmengartens) einstmals anlegte.

Mein Vater hat sich dieses Buch mit großer Begeisterung in meinem Beisein ein erstes Mal angeschaut und war vollauf begeistert. Er blieb gleich bei der ein- oder anderen Seite hängen und fing an, die beschreibenden Texte zu den Fotos zu lesen. Eigentlich ist er kein Bücherliebhaber und ich habe ihn bisher selten beim Lesen eines Buches beobachten können, aber dieses Buch zog ihn sofort in seinen Bann.

Ihm gefallen die vielen Dokumente, die in diesem Bildband zusammengetragen sind. Viel Recherchearbeit wurde hier dokumentiert –  fiel ihm sofort auf. Die Fotos sind sehr ansprechend. Es gibt hier viele alte Fotos, aber auch ganz aktuelle Bilder. Man kann alte Plakate bewundern und sieht Ausschnitte von Veranstaltungen, die im Palmengarten stattfanden und –finden.

Natürlich interessierte meinen Vater besonders die Entstehungsgeschichte des Palmengartens. Hier hätte er am liebsten den Rest des Tages weitergelesen. Jetzt nimmt er sich vor, jeden Tag mindestens 2 Seiten dieses Buches pro Tag zu lesen.  Das ist wirklich schon viel Buchtext für seine Lesegewohnheit.

Auch ich finde dieses Buch sehr gelungen. Mich begeistern besonders die zahlreichen Fotodokumente. Ich erfreue mich aber auch an den Beschreibungen der Feste, Bälle und Tanzveranstaltungen, die in diesem Buch so wunderbar aufbereitet dargestellt sind.

Fazit:
Mit diesem Buch kann man Menschen eine Freude bereiten, die sich für große Schau-Gärten (und ihre Gestaltung) interessieren, aber auch Menschen, die sich für die Frankfurter neuere Geschichte interessieren und das Grün der Stadt lieben.

Ich habe das Buch auch gleich einer Freundin, die im Palmengarten arbeitet,  als Geschenk gekauft, bin schon gespannt, ob sie auch so begeistert von diesem Bildband ist wie wir.

Bewertung: ***** von *****

Unterwegs mit deinen Lieblingsmenschen FRANKFURT (Kerstin Platzsch und Annika Tzschätzsch)

Wunderbare Ausflugstipps für Frankfurt am Main und Umgebung

Dieses Buch gehört zur Reihe „Unterwegs mit deinen Lieblingsmenschen“, die schon für die verschiedensten deutschen Großstädte veröffentlicht wurde.

Beschreibung des Buches:
„Unterwegs mit deinen Lieblingsmenschen FRANKFURT“ von Kerstin Platzsch und Annika Tzschätzsch ist im emons: Verlag 2021 als Taschenbuch erschienen.

Das Buch hat 240 Seiten. Das Titelbild reiht sich in die Serie „Unterwegs mit deinen Lieblingsmenschen“ des emons: Verlages. Es ist in Dunkelblau gehalten, hat einen Titel in gelber Schrift und zeigt skizziert bekannte Gebäude von Frankfurt.

Kurze Zusammenfassung:
85 Orte in und um Frankfurt werden hier mit mindestens 2 Seiten (Kurzbeschreibung und Foto) vorgestellt. Unterteilt ist das Buch dafür in die Kapitel: „Gemeinsam aktiv sein“, „Arm in Arm die Stadt erkunden“, „Miteinander entspannen“, „Zusammen kreativ werden“, Köstlichkeiten teilen“ und „Seite an Seite Kultur erleben“.

Mein Leseeindruck:
Ein wunderschönes Buch, das zum gemeinsamen Erkunden der Stadt und ihrer Umgebung einlädt. Zu Beginn findet man eine Kopiervorlage, hier kann man seinen Lieblingsmenschen eintragen und zu einem Platz, Restaurant, Theater o.ä. einladen, den/das man in diesem Buch entdeckt hat.

Mit diesem Buch kann man auf Entdeckungsreise zu Fuß als auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln gehen, denn sämtliche Örtlichkeiten sind mit dem ÖPNV zu erreichen. Man findet hier viele Vorschläge jenseits der üblichen in Reiseführern beschriebenen Hotspots.

Manche Vorschläge eignen sich auch sehr gut für eine Fahrradtour. Neben den Beschreibungen und Geschichten zu den Örtlichkeiten, gibt es auch noch weiterführende Tipps und Informationen.

Die Autorinnen haben alle Locations selbst besucht, recherchiert und ausprobiert.

Einige Plätze, Restaurants und auch das Fritz-Rémond-Theater (offenbar war ich zur gleichen Zeit hier, wie die Autorinnen, denn das Stück mit Herbert Herrmann habe ich im Jahr 2020 tatsächlich besucht) sind mir nach 35 Jahren Arbeiten in Frankfurt schon bekannt. Dennoch habe ich ganz viele neue Ideen für Ausflüge in diesem Buch gefunden. Ein bisschen wehmütig war mir da schon, es war das letzte Stück, welches wir uns während der Corona-Pandemie anschauen konnten, bevor die Theater geschlossen wurden.

Am liebsten würde ich sofort meine Sachen packen und mit meinen Lieblingsmenschen einen Ausflug machen oder wieder einmal schön essen gehen.

Bleibt zu hoffen, dass die meisten Ausflugsziele auch nach Corona noch bestehen.

Fazit:
Ein Buch mit vielen neuen Tipps, um nette Stunden mit seinem Lieblingsmensch zu verbringen – auch als Geschenk für Paare/Freunde sehr gut geeignet.

Bewertung: ***** von *****

Der Tausch (Julie Clark)

Spannend, geheimnisvoll – kann man nicht aus der Hand legen

Schon Titel und Cover machen neugierig auf das Buch…

Beschreibung des Buches:
„Der Tausch“ von Julie Clark ist 2021 im HEYNE-Verlag als Taschenbuch erschienen. Der Thriller hat 392 Seiten.

Auf dem Titelbild kann man aus einem Flugzeugfenster auf viele Wolken blicken…

Kurze Zusammenfassung:
Claire hat alles geplant, sie will endlich ihren gewalttätigen Mann und aus ihrer Ehe entfliehen. Doch kurzfristig muss sie ein anderes Reiseziel ansteuern als das, welches auf ihrem Plan stand. Am Flughafen JFK in New York begegnet Claire Eva. Diese scheint ebenfalls auf der Flucht zu sein. Den Vorschlag, ihre Bordkarten zu tauschen und als jeweils die andere zu reisen, nimmt Claire unvermittelt an. Und schon beginnt eine sehr aufregende Zeit für Claire, besonders als sie feststellen muss, dass das Flugzeug, das Eva bestiegen hat, abgestürzt ist…

Mein Leseeindruck:
Dieser Thriller spielt in 2 Zeitebenen. Die aktuelle Zeitebene wird in der Ich-Form aus Claires Sicht erzählt. Die andere liegt in der Vergangenheit und beschreibt Evas Leben aus einer fremden Perspektive ein paar Wochen vor und bis zum Aufeinandertreffen.

Während man aus Claires Sicht immer tiefer in die Geschichte eintaucht, erfährt man immer mehr aus Evas Leben und versteht langsam so manche Zusammenhänge.

Der Autorin gelingt es Spannung aufzubauen und über das gesamte Buch zu halten. Man fragt sich, wie kann Claire in Evas Rolle schlüpfen kann ohne besonders aufzufallen. Wann wird ihr Mann entdecken, dass sie nicht im abgestürzten Flugzeug saß? Es ist ein Spiel auf Zeit…

Die technischen Hilfsmittel hat Claire gut im Griff und kann sich somit immer ein Bild über den aktuellen Wissensstand ihres Mannes machen. Überhaupt handelt es sich bei beiden Frauen um starke Frauen, die sich allerdings in eine Zwangslage manövriert haben, aus der sie nur schwer hinausfinden können.

Mir hat der Thriller aufgrund seiner zwei verschiedenen Sichten und der starken Persönlichkeiten sehr gut gefallen. Das Ende kam mir dann aber fast zu plötzlich, hier hätte man noch tiefer in die Geschichte einsteigen können.

Fazit:
Ein solider Thriller, der mich gefesselt hat.

Bewertung: **** von *****

Radeln im Taunus (Günther Gräning)

Fahrradtouren im Taunus – unterschiedliche Schwierigkeitsstufen und Längen

Mit neuen Fahrrädern ausgerüstet möchten wir uns in den nächsten Wochen auf Tour begeben. Wir wohnen im Vordertaunus und suchten Strecken rund um unseren Wohnort.

Beschreibung des Buches:
Das Buch „Radeln im Taunus“ ist 2020 im Societäts-Verlag als Taschenbuch mit 141 Seiten erschienen. Auf dem Titelbild sieht man einen Radler, der in die Tiefebene blickt.

Kurze Zusammenfassung:
22 Touren rund um den Startpunkt Bad Homburg sind hier beschrieben. Die Schwierigkeitsstufen variieren von leicht, mittel bis anspruchsvoll. Die meisten Touren haben Steigungen, es gibt auch einzelne mit wenigen bis kaum Steigungen.

Mein Leseeindruck:
Für jede Tour gibt es einen Kartenausschnitt mit Verlaufsstrecke und eine Kurzbeschreibung (Start/Ziel, Streckenlänge, Schwierigkeitsgrad, Dauer und Einkehrmöglichkeit), sowie Fotos und eine Beschreibung der Strecke mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Das gefällt mir gut.

Dass die Touren meist ab Bad Homburg starten ist für uns etwas ungünstig, man müsste dann mit dem ÖPNV anreisen, wenn man ohne Auto an den Start möchte. Oder man beginnt die Strecke mitten im vorgesehenen Tourenverlauf.

Gut finde ich, dass hier die wirklich unterschiedlichsten Streckenlängen und –schwierigkeitsstufen vorgestellt werden. So findet jede/r seine/ihre Lieblingstour. Ohnehin würde ich untrainierten Radlern/Radlerinnen zu Beginn die ebeneren und kürzeren Strecken (20km) empfehlen bevor man sich auf die längste Tour mit 100km macht.

Fazit:
Auch wenn wir bisher noch nicht die Gelegenheit hatten, die Touren abzufahren, so bringt einen diese Auswahl auf den Geschmack loszufahren sobald das Wetter es zulässt.

Bewertung: **** von *****

Das Leben ist zu kurz für irgendwann (Ciara Geraghty)

Was Freundschaft ausmacht

Ein Titel, der ins Auge springt – ein Cover, das neugierig macht

Beschreibung des Buches:
„Das Leben ist zu kurz für irgendwann“ ist 2021 beim Goldmann-Verlag als Hardcover mit 380 Seiten erschienen. Das Buchcover ist wunderschön gestaltet – man sieht in klein zwei Frauen als Schatten, der Hintergrund ist in Blau gehalten, rote Blümchen umrahmen das Ganze.

Kurze Zusammenfassung:
Als Iris an MS erkrankt ist nichts mehr, wie es war. Einige Zeit lebt sie mit dieser Erkrankung, doch dann beschließt sie, ihrem Leben in der Schweiz ein Ende zu setzen. Die Vorbereitungen dazu trifft sie heimlich. Nur durch einen Zufall erfährt ihre beste Freundin Terry von ihrem Vorhaben und reist ihr mit ihrem dementen Vater, den sie gerade aus dem Altersheim holen mussten, nach. Von Irland über England nach Frankreich führt sie der Weg. Kann Terry Iris von ihrem Vorhaben abhalten?

Mein Leseeindruck:
Mir hat der Schreibstil der Autorin gut gefallen. Ich mag Bücher, in denen es recht lebendig mit viel Wörtlicher Rede zugeht. So ist dieses Buch recht kurzweilig, punktet durch teilweise witzige Situationen, die mit dem dementen Vater manchmal etwas skurril anmuten, hat aber auch viele tiefgründige Stellen.

Die Reise erscheint mir eher etwas unrealistisch, aber durch die beschriebenen Situationen, in die die drei Reisenden geraten, ertappt sich Terry immer wieder bei Gedanken an die Vergangenheit. Der Roman ist nämlich aus der Sicht Terrys geschrieben.

So wechseln sich witzige Szenen mit ernsthaften und tiefgründigen Gedanken ab – und das macht die Mischung in diesem Buch aus.

Das Buch ist eine Hommage an die Freundschaft. Es geht dabei nicht nur um den Willen des Einzelnen, sondern auch um den Respekt, den jeder Mensch dem anderen zollen sollte.

Fazit:
Ein tolles Buch, das zeigt, was Freundschaft ausmacht.

Bewertung: **** von *****

Unsere allerbeste Zeit (Gaby Hauptmann)

Unterhaltsamer Roman – wie das Leben so spielt

Zwischen all den Krimis, die ich immer wieder gerne lese, greife ich dann ab und an auch einfach mal zu einem (Frauen-)Roman.

Beschreibung des Buches:
„Unsere allerbeste Zeit“ von Gaby Hauptmann ist im Piper Verlag 2021 als Taschenbuch mit 416  Seiten erschienen. Ich habe die eBook-Variante gelesen.

Das Titelbild ist in fröhlicher grüner Farbe gestaltet – ein gedeckter Tisch, zwei Stühle in einem Garten…

Kurze Zusammenfassung:
Katja, Mitte vierzig, zieht von Hamburg in ihre Heimatstadt Stuttgart, um in der Nähe ihrer Mutter zu sein, die Unterstützung im Alltag braucht. Während Katja sich in ihrer neuen Stelle in einer Agentur behaupten muss, stellt sie fest, dass sie nicht auf ihren Bruder zählen kann, wenn es um die Betreuung ihrer gemeinsamen Mutter geht. Bruder Boris hat gerade seine Familie verlassen – und Katja fühlt sich plötzlich auch für seine Frau und die gemeinsame Kinder verantwortlich. Doch kann sie all die Last auf sich nehmen?

Mein Leseeindruck:
Dieser Roman ist abwechslungsreich, turbulent, traurig und humorvoll zugleich. Alles, was man im mittleren Lebensabschnitt so erleben kann, ist hier auf eine sympathische Art hineingeflossen. Es ist ein Roman, nicht das wirkliche Leben!

Katja, die Frau, die sich für alles verantwortlich fühlt, obwohl sie auch erst einmal ihr eigenes Leben auf die Reihe bekommen muss, packt an. Seltsame Kollegen, eine Mutter, die am Anfang einer Demenz steht, ein Bruder, dessen Leben aus den Fugen geraten zu sein scheint – und mitten drin Katja, die Problemlöserin.

Die Protagonisten in diesem Roman sind zum größten Teil sympathisch dargestellt. Einzelnen „Störenfriede“ begegnet Katja auf ihre ganz besondere Weise und versucht sich nicht unterkriegen zu lassen.

Mir gefällt dieser Roman gut, er macht Mut. Die Protagonistin stellt sich ihren Problemen, versucht Schritt für Schritt Lösungen zu finden und es gelingen die kleinen Dinge mit Hilfe der Unterstützung ihrer alten Freunde aus der Schulzeit.

Natürlich sind in diesem Roman viele Klischees eingearbeitet, dennoch hatte ich ein paar schöne Lesestunden. Manches hat man selbst schon erlebt, einiges könnte tatsächlich noch auf einen zukommen. Mit viel Einsatz, Humor, Freunden und Liebe gelingt einiges.

Fazit:
Ein unterhaltsamer Roman für Mitvierziger oder alle, die an einem Scheideweg stehen. Es ist nie zu spät, dem Leben eine neue Richtung zu geben.

Bewertung: **** von *****

Der Apfelwein-Botschafer (Gerd Fischer)

Frankfurt und der Apfelwein – spannender Krimi mit viel Lokalkolorit

Schon zum 11. Mal ermittelt der Frankfurter Kommissar Andreas Rauscher in seiner Heimatstadt Frankfurt am Main.

Beschreibung des Buches:
„Der Apfelwein-Botschafter“ von Gerd Fischer ist 2021 im mainbook main crime Verlag als Taschenbuch mit 244 Seiten erschienen.

Das Titelbild ist in Schwarz gehalten. Vor dem Hintergrund einer Tapete mit Äpfeln sieht man eine Person, deren Anzug mit einem Frankfurter Wappen und einer Apfelweinmedaille am Band geschmückt ist. Der Stoff des Anzugs zeigt das typische Bembelmuster (Krug für den Apfelwein).

Kurze Zusammenfassung:
Andreas Rauscher ist zum Apfelwein-Botschafter der Stadt Frankfurt ernannt worden. Noch immer offiziell vom Dienst suspendiert, ermittelt er undercover als der Dezernent Joachim Adlhof tot in seinem Haus aufgefunden wird. Schon bei der Gründung des Dezernats gab es kritische Stimmen im Netz gegen dieses Projekt. Wer steckt hinter dem Mord, sind es diese Kritiker?

Mein Leseeindruck:
Der Krimi beginnt mit einem Prolog, der eine Szene mit vier Jungen in einem Ferienlager beschreibt, die 35 Jahre zurück liegt. Noch kann man sich keine Verbindung zum Krimi, der im Jahr 2018 spielt, vorstellen.

Und dann ist man sogleich mitten drin im Geschehen. Die Ereignisse überschlagen sich und der Krimi gewinnt nach dem Fund des toten Dezernenten sofort an Fahrt. Während die Frankfurter Polizei die Ermittlungen aufnimmt, ist natürlich auch Rauschers Spürsinn gefragt, wurde er doch gerade als Botschafter für den Apfelwein ernannt.

Ich mag einfach den Schreibstil des Autors. Der Krimi wird durch die schnell wechselnden Szenerien sehr lebendig. Ständig gibt es neue Erkenntnisse und manch lustige Szene im Privatleben des Ermittlers lässt einen schmunzeln.

Was mir immer besonders an diesen Frankfurter Krimis gefällt ist das Lokalkolorit. Ich finde es einfach schön, wenn ich die Örtlichkeiten kenne, die beschreiben werden. So fühle ich mich oftmals mitten im Geschehen. Manchmal aber „entdecke“ ich beim Lesen auch neue Schauplätze, die ich unbedingt mal aufsuchen muss.

Mir gefällt an diesem Krimi besonders die Geschichte des Apfelweins. Die gute Recherche rund um das Stöffche beeindruckt. Aber auch andere geschichtliche Daten rund um Frankfurt werden so im Laufe der Ermittlungen vermittelt.

Es ist kein blutrünstiger Krimi. Der Autor legt Wert auf die Ermittlungsarbeit, Wissenswertes um die Stadt Frankfurt, humorvolle Szenen und das Privatleben des Ermittlers– und das gefällt mir!

Als besonders witzig fand ich die Szene, in der Rauscher sich über Touristen in seiner Liebslings-Apfelweinwirtschaft lustig macht, die einen „Süßgespritzen“ bestellen wollen…

Bis zum Schluss tappte ich beim Lesen im Dunkeln, obwohl der Autor zahlreiche Spuren legt.

Fazit:
Wieder ein gelungener Krimi um den Ermittler Andreas Rauscher, meiner Lieblingsstadt Frankfurt am Main und das Stöffche – den Apfelwein – spannend und sehr unterhaltsam!

Bewertung: ***** von *****

Der Marathon Pater (Tobias Breer mit Jutta Hajek)

Ein Motivations- und Mutmach-Buch

Pater Tobias war mir bisher nicht bekannt, umso neugieriger war ich, als ich dieses Buch in den Händen hielt. Ich lese gerne Bücher über Menschen, die etwas bewegen…

Beschreibung des Buches:
„Der Marathon Pater“ ist 2021 im bene! Verlag als Taschenbuch erschienen. Das Buch hat 192 Seiten. Auf dem Titelbild ist Pater Tobias beim Anziehen seiner Laufschuhe zu sehen.

Kurze Zusammenfassung:
Tobias Breer ist mit 6 Geschwistern auf einem Bauernhof aufgewachsen, hat früh seine Mutter verloren und lange mit Gott gehadert. Nach einer Ausbildung in einem Autohaus geht er zur Bundeswehr. Doch dann gibt es einen Wendepunkt in seinem Leben und Tobias Breer studiert Theologie und Psychologie, wird Militärpfarrer, studiert im Fernstudium Journalismus. Seit 2008 ist er Pastor der Herz-Jesus Gemeinde in Duisburg Neumühl. Dort gründet er das Projekt „Lebens-Werk“ und läuft seit dieser Zeit Marathon, um u.a. Spenden dafür zu sammeln.

Mein Leseeindruck:
Ich hatte eigentlich nicht vor, dieses Buch fast am Stück zu lesen, doch als ich es zum zweiten Mal diese Woche in die Hand nahm, konnte ich es einfach nicht mehr weglegen, es hat mich an einem frühen Samstagmorgen im Bett gefesselt.

Da ich mit dem Laufen so gar nichts anfangen kann, war ich neugierig, was einen Pater an diesem Sport so fasziniert und wie er sich immer wieder auch für Extremläufe motivieren kann. So fängt das Buch auch gleich mit dem Kapitel „Bloß nicht aufgeben“ an. Geschildert wird hier ein Extremlauf in der Wüste.

Das Buch entstand u.a. bei gemeinsamen Läufen mit Tobias Breer und Jutta Hajek (Autorin und Journalistin). Die Lebensgeschichte von Pater Tobias ist in der Ich-Form sehr lebendig in meist kurzen, aber prägnanten Sätzen erzählt. Einige Fotos zeigen Pater Tobias bei seinen Laufeinsätzen und auch bei seinen seelsorgerlichen Einsätzen.

Mich hat die Geschichte von Pater Tobias fasziniert. Erstaunlich, welche Energien Menschen entwickeln, wenn sie an eine Sache glauben, sich im Glauben unterstützt fühlen und ihre Talente nutzen, um weitere Menschen zu animieren, sich für ihre Mitmenschen einzusetzen, die Unterstützung benötigen.

Seine wiedergewonnene Nähe zu Gott unterstreicht Pater Tobias mit Gebeten, die man auch an einigen Stellen im Buch finden kann. Auf den letzten Seiten findet man Ernährungs-Tipps, Gebets-Tipps und Tipps für Hobby-Läufer.

Fazit:
Zwei Zitate aus diesem Buch, die ich besonders erwähnenswert finde:

„Wenn man seinen Tag klar strukturiert, manches delegiert und sich bei allem Tun ausreichend Freiheit für Erholung lässt, kann vieles gelingen.“

„Es geht darum, dass Kinder die Chance bekommen, ihre Talente zu entdecken und sie zu leben. Denn das schafft Selbstbewusstsein. Wer seine Fähigkeiten erproben kann, erfährt, dass es sich lohnt, an sich selbst zu glauben.“

Man hat nach dem Lesen dieses Buches den Wunsch, sich ebenfalls mit eigenen Ideen und Talenten für Mitmenschen einzubringen. Wenn jede/r einzelne seine/ihre Möglichkeiten nutzt, kann vielen geholfen werden. Ein echtes Motivations-Buch, ich freue mich auf weitere Geschichten von Menschen, die etwas bewegen!

Bewertung: ***** von *****

Der Bücherfresser (Cornelia Funke, Annette Swoboda)

Für alle, die Bücher lieben

Dieses Buch habe ich in unserer Buchhandlung entdeckt und musste es gleich mitnehmen. Tolles Cover, schöne Illustrationen, den Text habe ich erst zuhause gelesen…

Beschreibung des Buches:
„Der Bücherfresser“ von Cornelia Funke und Annette Swoboda ist 2020 im Loewe Verlag als Hardcover Buch mit 32 Seiten erschienen.

Auf dem Titelbild sieht man einen farbenfrohen Bücherstapel auf dem ein kleines Tier sitzt, das offensichtlich ein beschriebenes Blatt aus einem Buch angefressen hat.

Kurze Zusammenfassung:
Das Kinderbuch ist ganzseitig bebildert. Erzählt wird die Geschichte von Sten, der auf dem Dachboden einer Holzkiste findet, die ihm sein Großvater geschenkt hat. Als er die Kiste öffnet springt ein kleiner Bücherfresser raus. Er lag auf einem Stapel Papierschnipsel. Der kleine Bücherfresser frisst Bücher und kann dann die gefressenen Geschichten erzählen. Schnell freunden sich die Zwei an und der kleine Bücherfresser erzählt Sten regelmäßig Geschichten.

Mein Leseeindruck:
Das Buch ist wunderschön gestaltet. Die Seiten sind zwar farbenfroh, aber insgesamt sind die Bilder etwas dunkel. Hier hätte ich mir etwas mehr „Licht“ gewünscht.

Der Anfang der Geschichte gefällt mir gut, ein Opa, der seinem Enkel Bücher näher bringen möchte. Etwas überrascht war ich, dass das Buch dann plötzlich endet. So steht auf den letzten Seiten jeweils nur ein Satz auf einem doppelseitigen Bild.

Schade auch, dass der Bücherfresser mit seinem Verspeisen der Blätter die Bücher zerstört. Dafür werden Sten zumindest Geschichten erzählt.

Das Titelbild hatte mich verführt, der Inhalt punktet mit den schönen Illustrationen (auch wenn sie etwas dunkel gestaltet sind, abendliches Lesen?), aus der Geschichte hätte man meines Erachtens mehr machen können.

Fazit:
Wer Bücher liebt, der wird sich in die Illustrationen verlieben, den Anfang der Geschichte vorlesen und dann anhand der Bilder mit Fantasie weitere Geschichten erzählen (können).

Bewertung: *** von *****

Ohne Schuld (Charlotte Link)

Spannende Unterhaltung – langer Lesegenuss

Charlotte Link steht für besondere Charaktere, gut durchdachte Plots und vor allem für Spannung.

Beschreibung des Buches:
„Ohne Schuld“ ist 2020 im blanvalet-Verlag als Hardcover erschienen. Der Roman hat 543 Seiten. Auf dem Titelbild sieht man einen steinigen Strand. Er wirkt etwas düster.

Kurze Zusammenfassung:
Kate Linville, Ermittlerin bei der North Yorkshire Police ist eigentlich per Zug von London Richtung York auf dem Weg in ein Wellness-Wochenende, da wird auf eine Mitfahrerin geschossen. Der Täter kann fliehen. Ein paar Tage später erleidet eine Frau bei einem Fahrradunfall schwerste Verletzungen. Sie stürzt, weil jemand einen Draht über ihren Weg gespannt hatte, zusätzlich wird sie auch noch angeschossen. Beide Frauen kennen sich nicht – aber die Schusswaffe ist die gleiche.

Mein Leseeindruck:
Was mir bei Charlotte Links Geschichten immer besonders gut gefällt ist die durchdachte Geschichte. Erst gibt es die Szenen, die zunächst scheinbar nichts miteinander zu tun haben. Damit werden Personen in den Kriminalfall eingeführt, Gedanken einer noch unbekannten Person sind zwischen die zeitlich fortlaufenden Kapitel geschoben. Man wittert eine Spur, da gibt es plötzlich neue Erkenntnisse. Selbst den Prolog kann man erst am Ende des Kriminalfalls einordnen.

Charlotte Link gelingt es, immer wieder neue Spuren zu legen und man fragt sich: Was hat das alles miteinander zu tun? Die Fäden sind gekonnt gelegt und führen in bewährter Weise wieder zusammen.

Die verschiedenen „Ermittler“ haben alle ihre ganz eigene Arbeitsweise, so dass auch hier immer wieder eine gute Spannung und eine gewisse Neugier geschürt werden.

Die Autorin beschreibt die Szenen immer sehr genau, so dass man sie sich sehr gut vorstellen kann, man fühlt sich mitten im Geschehen.

Im letzten Teil des Krimis dachte ich zunächst „das zieht sich doch etwas“, doch dann kam das Finale…

Fazit:
Wie auch bei den vorherigen Krimis von Charlotte Link, die ich gelesen habe, war das Ende für mich nicht vorhersehbar, umso überraschender war das Ende – beste Krimiunterhaltung.

Bewertung: ***** von *****