Die fremde Spionin (Titus Müller)

Deutsche Geschichte – Mauerbau 1961

Ostberlin im Jahr 1961 – ein Roman um den Mauerbau, der Klappentext hat mich hier sehr angesprochen.

Beschreibung des Buches:
„Die fremde Spionin“ von Titus Müller ist 2021 im HEYNE-Verlag als Taschenbuch erschienen. Der Roman hat 380 Seiten.

Auf dem Titelbild ist das Brandenburger Tor mit PKWs und Menschen abgebildet. Eine Frau in roter Kleidung sticht hervor.

Kurze Zusammenfassung:
Ostberlin 1961, Ria wächst getrennt von Eltern und kleiner Schwester in einer Adoptivfamilie auf. Schon immer ist sie auf der Suche nach der Schwester. Da bietet sich ihr eine Möglichkeit. Sie bekommt eine Stelle im Ministerium für Außenhandel. Gleichzeitig rekrutiert der BND sie als Informantin. Doch was sie zwischenzeitlich erfährt und was dann Tatsache wird, ändert ihr und das Leben aller Deutschen…

Mein Leseeindruck:
Bevor ich ein Buch lese, schaue ich auf den letzten Seiten nach Danksagungen oder Bemerkungen d. Autors/in. Hier konnte ich feststellen, dass einzelne Charaktere eine reale Person als Vorbild haben bzw. die meisten staatlichen Führungskräfte keine erfundenen sind – was man natürlich beim Lesen anhand der Namen gleich feststellt.

So beruht der Roman auf einzelnen tatsächlichen Schicksalen.

Mich hat das Buch gleich in seinen Bann gezogen. Die Kapitel sind relativ kurz gehalten, so dass man sie Abend für Abend lesen kann. Sie sind auch in sich relativ abgeschlossen.

Der Schreibstil gefällt mir sehr gut. Die Kapitel beleuchten insgesamt alle Seiten, so dass man hier nicht nur von Ritas Erlebnissen erfährt, sondern auch aktuelle Tagesgeschehen des Jahres 1961 in den Roman eingebunden sind. So kann man hier auch innenpolitischen Zusammentreffen lesend „beiwohnen“.

Mich hat die Geschichte sehr berührt. Die Tage vor, während und nach dem Mauerbau sind hier sehr eindrucksvoll und hautnah erzählt. Besonders die Beschreibungen des Alltags von Ost- und Westbewohnern fand ich interessant.

Ich hätte mir gewünscht, dass die Kapitel mit einem Datum überschrieben worden wären. Dann wäre die tatsächliche zeitliche Einordnung leichter gefallen.

Die Zeit- und Ortssprünge von Kapitel zu Kapitel waren mir manchmal nicht ganz ersichtlich.

Fazit:
Alles in allem fand ich dieses Buch aber trotzdem sehr lesenswert. Bisher konnte ich mir nicht vorstellen, dass man in einer so kurzen Zeit eine ganze Stadt so abriegeln und teilen kann.

Bewertung: **** von *****

Die Mitternachtsbibliothek (Matt Haig)

Was wäre wenn – man im Leben einen anderen Weg eingeschlagen hätte

Mitternachtsbibliothek, dieser Begriff macht neugierig…

Beschreibung des Buches:
„Die Mitternachtsbibliothek“ von Matt Haig ist 2021 als Hörbuch im Argon Verlag erschienen – gelesen von Annette Frier.

Kurze Zusammenfassung:
Nora Seeds Katze ist gestorben, ihr Leben hat keinen Sinn mehr für sie, so nimmt sie sich das Leben, doch statt dem Tod ins Auge zu sehen, landet sich in einer Bibliothek, in der immer Mitternacht ist. Hier empfiehlt ihr die Bibliothekarin Bücher, die ihr Leben erzählen, wie es hätte anders sein können, wenn sie an bestimmten Stellen einen anderen Weg eingeschlagen hätte. Nora macht sich auf die Suche nach „ihrem besten Leben“. Doch – macht das Sinn?

Mein Leseeindruck:
Zugegeben, ich habe viele Wochen jeweils nur an Wochenenden beim Kochen dieses Hörbuch gehört und musste mich immer wieder in die Geschichte hineindenken….

Trotzdem habe ich durchgehalten. Es ist einfach eine phantastische Idee, die hier in diesem Buch geboten wird – man kann in seinem vergangenen Leben einen anderen Weg einschlagen und schauen, wie dieses Leben verlaufen wäre. Doch – will man das eigentlich?

Für Nora sind es interessante Erfahrungen, die sie da macht. Natürlich muss sie zunächst immer erst einmal herausfinden, wie ihre aktuellen Lebensumstände sind, wie die Menschen in ihrem Umfeld heißen und in welcher Beziehung sie zu ihr stehen. Das ist zuweilen sehr komisch, manchmal auch spannend. Wie wird das ausgewählte Leben (Buch) verlaufen, könnte es eine Alternative zu Noras ursprünglich eingeschlagenem Weg sein?

Mir hat diese Idee gut gefallen. Die ausgewählten „Leben“ unterscheiden sich doch sehr. Für welches Leben wird sich Nora entscheiden – und welche Chance hat sie, dieses Leben tatsächlich weiter zu leben – oder ist sie wirklich schon tot?

Mit Annette Frier als Sprecherin hat dieses Hörbuch eine zusätzliche Lebendigkeit, die das Hören sehr besonders macht.

Fazit:
Mir hat das Hörbuch sehr gut gefallen, auch wenn ich einige Wochen gebraucht habe, es vollständig zu hören. Ich bin da doch vielmehr die Leserin als die Hörerin.

Bewertung: **** von *****

101 Genussorte (Bernd Buchterkirch und Julia Söhngen)

Sinnliche Orte in und um Frankfurt am Main

Immer wieder bin ich auf der Suche nach neuen Ideen für Ausflüge in und um Frankfurt am Main. Jetzt habe ich dieses Buch entdeckt.

Beschreibung des Buches:
Das Buch „101 Genussorte in Frankfurt“ ist 2021 im Societäts-Verlag als Taschenbuch erschienen. Es hat 217 Seiten. Die Autorin und der Autor sind in Frankfurt am Main zuhause.

Kurze Zusammenfassung:
101 neue Genussorte beschreibt nicht nur Orte in Frankfurt, an denen man etwas verzehren und trinken kann, sondern auch Orte zum Wohlfühlen um Frankfurt herum.

Wie in den meisten Büchern dieser „101“-er Serie, ist auf der linken Buchseite eines vorgestellten Ortes ein Foto der beschriebenen Örtlichkeit abgedruckt, auf der rechten Seite findet man dann eine Beschreibung des Ortes sowie die postalische Adresse incl. Webadresse.

Aufgeteilt sind diese Orte in 15 Kapitel wie z.B. „Kaffee und mehr“, „Kulinarische Weltreise“, „Auf Entdeckungstour“, „Einblicke – Ausblicke“ und „Nah am Wasser“.

Mein Leseeindruck:
Der Titel dieses Buches suggeriert, dass es sich hier um Beschreibungen von kulinarischen Örtlichkeiten ausschließlich in Frankfurt handelt – dem ist nicht so. Hier bekommt man viel mehr geboten, was ich persönlich bereichernd finde. Wer allerdings einen reinen „Speiselokalführer“ für Frankfurt gesucht hat, der wird hier etwas enttäuscht sein.

Schon beim Durchblättern bleibt man beim ein oder anderen Foto und der Beschreibung hängen. Manche Örtlichkeit habe ich selbst schon besucht, viele andere waren mir bisher kein Begriff und ich freue mich, davon zu lesen und sie in meine Sammlung für Ausflugstipps  in die nähere Umgebung aufzunehmen.

Gewünscht hätte ich mir noch eine grobe Anfahrtsbeschreibung. So muss man für weitere Informationen dann entweder auf die entsprechende Webseite gehen oder die Adresse in einen Routenplaner eingeben. Ein Hinweis auf Öffentliche Verkehrsmittel oder vielleicht Radwege wäre hier auch hilfreich.

Schade, dass auf dem matten, bedruckten Papier die farbenfreudigen Fotos nicht ganz so zur Geltung kommen.

Für eine Ausflugsplanung empfiehlt es sich die interessantesten Örtlichkeiten auf einer Landkarte zu markieren, denn das  Buch bietet hier keinerlei Kartenausschnitte.

Fazit:
Das Buch macht Lust sich auf Entdeckungsreise in die nähere Umgebung zu machen. Es lädt ein mit allen Sinnen zu genießen – nicht nur Speis und Trank!

Bewertung: **** von *****

Sharing – willst du wirklich alles teilen? (Arno Strobel)

Fesselnder Psychothriller – Schauplätze Frankfurt am Main und Umgebung

Mich hat der Titel angesprochen – vom Autor habe ich bereits ein spannendes Buch gelesen…

Beschreibung des Buches:
„Sharing“ von Arno Strobel ist im FISCHER Verlag 2021 als Taschenbuch mit 368 Seiten erschienen. Ich habe die eBook-Variante gelesen.

Das Titelbild zeigt das Display eines Smartphones. Die Augen einer Frau sind mit einem gelben Klebestreifen überklebt, das Display hat einen Sprung.

Kurze Zusammenfassung:
Markus betreibt mit seiner Frau Bettina ein Car-Sharing Unternehmen. Als seine Frau nach einem Treffen mit einer Freundin nicht nach Hause zurückkehrt, beginnt Markus‘ Alptraum. Erst findet er ihre Leiche in ihrer gemeinsamen leerstehenden Mietwohnung, dann wird auch noch seine Tochter Leonie entführt. Wie schon zuvor Bettina, wird Leonie in einer für sie misslichen Lage im Darknet zum „Teilen“, Ansehen angeboten. Nach einem ersten Kontakt mit den Entführern macht sich Markus selbst auf die Suche nach Leonie, immer auf der Flucht vor der Polizei, die ihn als Mörder seiner Frau sieht…

Mein Leseeindruck:
Ein rasanter Psychothriller, bei dem man permanent und Strom steht. Eine Szene jagt die nächste, es tauchen immer wieder neue Charaktere auf.

Mir hat diese Art des Thrillers sehr gut gefallen, besonders, weil er auch noch in Frankfurt am Main und Umgebung spielt. Die Spannung bleibt während des gesamten Lesens auf einem hohen Niveau, man fiebert mit Markus mit, weiß allerdings nicht so recht, ob er ein „Guter“ oder „Böser“ ist.

Allerdings erscheint die Geschichte etwas konstruiert und unheimlich. Das Ende ist keineswegs vorhersehbar, während des Lesens kristallisieren sich einige Sachverhalte heraus, die man zu Beginn nicht vermuten konnte.

Fazit:
Ein spannender und rasanter Psychothriller, den man kaum aus der Hand legen kann.

Bewertung: **** von *****

Sturmvögel (Manuela Golz)

Eine starke Frau – ein Leben im 20. Jahrhundert in Deutschland

Mich hat der Klappentext dieses Buches angesprochen.

Beschreibung des Buches:
„Sturmvögel“ von Manuela Golz ist 2021 als Hardcover mit 326 Seiten im DuMont Buchverlag erschienen. Das Cover ist schlicht gehalten. Das Buch verfügt über ein gelbes Lesebändchen.

Kurze Zusammenfassung:
Geboren 1907 und aufgewachsen auf einer Nordseeinsel muss Emmy die Insel mit 14 Jahren Richtung Berlin verlassen. Nach einer ersten Anstellung als Dienstmädchen, Ehe und drei Kindern überlebt sie den Zweiten Weltkrieg mit viel Kraft und Humor. Mit 86 Jahren schaut sie zurück auf ihr Leben – und hat für ihre Kinder eine ganz besondere Überraschung parat…  

Mein Leseeindruck:
Ein sehr warmherziges Buch halte ich hier in den Händen. Die Autorin beschreibt gekonnt und mit viel Gefühl das Aufwachsen und Leben von Emmy. Dabei erlebt man hier Deutsche Geschichte, den ersten und den zweiten Weltkrieg, den Überlebenskampf einer starken Frau, die auch ihre drei Kinder durch die schweren Jahre mit einem schwierigen Ehemann und Schwiegereltern durchbringt.

Ein wenig schwierig fand ich beim Lesen die so unterschiedlichen Zeitsprünge. Angefangen im Jahr 1994 mit Rücksprung ins Jahr 1914, dann wieder ins Jahr 1994 und zurück ins Jahr 1974. Danach wieder in die Jahre 1870 – 1921. Um dann wieder im Jahr 1981 den Roman fortzusetzen – mit weiteren Rücksprüngen.

Mir hat an diesem Buch sehr gut gefallen, dass hier Deutsche Geschichte anhand einer sehr besonderen Frau erzählt wird. Die Rückblicke passen manchmal recht gut, ab und an fällt es einem aber auch schwer hier den Überblick zu behalten.

Das Ende gefällt mir hier ganz besonders gut. Man darf gespannt sein!

Fazit:
Ein schöner Roman begleitet hier das Leben einer starken Frau – lesenswert!

Bewertung: **** von *****