Frühlingszauber in der Valerie Lane (Manuela Inusa)

Bezauberndes Ideenbuch für den Frühling

Ich muss zugeben, mir ist dieses Buch aufgrund seiner farblichen Gestaltung ins Auge gefallen.

Beschreibung des Buches:
„Frühlingszauber in der Valerie Lane“ ist 2021 als Taschenbuch im Südwest Verlag der Penguin Random House Verlagsgruppe mit 141 Seiten erschienen. Das Titelbild ist farbenfroh frühlingshaft gestaltet.

Kurze Zusammenfassung:
In 3 Kapiteln („Frühlingserwachen“, „Alles fürs Osterfest“ und „Alles neu macht der Mai“) findet man Rezepte, Bastelideen und Platz für eigene Eintragungen. Die Aufteilung im Register wurde nach folgenden Kategorien vorgenommen: DIY (do it yourself)-Projekte, Dekorationen, Rezepte, Rezepte Getränke, Rezepte herzhaft, Rezepte süß und Pflanzen.

Mein Leseeindruck:
Ein ganz entzückendes Buch halte ich hier in meinem Händen. Neben den tollen frühlingshaften Kochrezepten, die gleich zum Nachkochen einladen, findet man hier auch zahlreiche Dekoideen für Osterzeit und Frühling.

Viele praktische Bastelideen, deren Ergebnisse man zu Ostern verschenken kann, ergänzen die Vielfalt dieses Buches. Dabei gibt es Schritt-für-Schritt fotografierte Anleitungen als auch textliche Beschreibungen.

Sämtliche Rezepte oder Bastelbeschreibungen sind in wunderschönen Fotos veranschaulicht. Da macht das Nachmachen doppelten Spaß.

Toll, dass es auch zusätzlichen Platz für eigene Eintragungen gibt.

Dass das Buch einen Bezug zu den Romanen der Autorin Manuela Insua hat, ist in meinen Augen eher nebensächlich zu betrachten. Für LiebhaberInnen der Bücher dieser Autorin aber vielleicht ein besonderer Mehrwert.

Fazit:
Dieses Buch ist ein schönes Geschenk im Frühjahr für experimentierfreudige Menschen, die gerne basteln, backen und kochen – die gerne etwas selbst „herstellen“.

Bewertung: ***** von *****

Leise Wut (Cornelia Härtl)

Wut und Spannung – eine Sozialarbeiterin ermittelt in ihrem dritten Fall

Ein Verbrechen hinter verschlossenen Türen zu erkennen und zu ermitteln – Sozialarbeiterin Lena hat bereits in ihren ersten zwei „Fällen“ gezeigt, dass sie das kann.

Beschreibung des Buches:
„Leise Wut“ von Cornelia Härtl ist 2020 im mainbook Verlag als Taschenbuch mit 285 Seiten erschienen. Auf dem Cover sieht man einen auf dem Bauch liegenden Teddy abseits eines Weges liegen.

Kurze Zusammenfassung:
Ein ängstlicher Anruf einer Mutter eines ehemaligen zu betreuenden Kindes in Lena Borowskis Arbeitsbereich als Offenbacher Sozialarbeiterin erreicht Lena. Noch bevor sie die Mutter zuhause antreffen kann, werden diese und ihr Sohn Tobias tot aufgefunden. Obwohl Lena nicht mehr für die beiden zuständig war, wird sie von ihrer Behörde suspendiert, da Tobias‘ Körper massive Gewalteinwirkungen aufweist. Lena versucht auf eigene Faust zu ermitteln – und reist dafür sogar nach Menorca…

Mein Leseeindruck:
Es ist der erste Krimi, den ich von Cornelia Härtl gelesen habe. Ihr Schreibstil hat mir gleich gefallen.

Neben der eigentlichen Handlung, die den Fokus auf Lena Borowski legt, begleiten einen beim Lesen die Gedanken und Gefühle eines Mädchens, das mit einem kleinen Jungen aus einer Wohnung flieht.

Die Handlung des Krimis spielt sich im Rhein-Main-Gebiet und auf Menorca ab. Viele Örtlichkeiten sind mir bekannt und ich konnte mir die Szenen hier ganz besonders gut vorstellen, allerdings nicht die dann doch etwas erschütternden Szenen, die sich „hinter verschlossenen Türen“ mit Schutzbefohlenen, den Kindern, abspielten.

Der Krimi greift die meist versteckten Dramen auf, die sich in Familien, aber hier in ganz besonderen Kreisen abspielen. Manchmal wird einfach weggesehen. Gelangt dann doch etwas in die Öffentlichkeit, werden oftmals Unschuldige an den Pranger gestellt, um von den eigentlichen Tätern/innen abzulenken.

Ein sozialkritischer Krimi, der nicht leicht zu verdauen ist, aber aufzeigt, dass Vieles vertuscht wird oder man einfach wegschaut.

Fazit:
Ein besonderes Thema, das niemanden kalt lassen sollte, Spannung, Ermittlungsarbeit vom Feinsten und ein turbulentes Privatleben der Ermittlerin sorgen für gute Krimiunterhaltung.

Bewertung: **** von *****

Die Schweigende (Ellen Sandberg)

Familiengeschichte – spannend, aber auch aufwühlend

Von Ellen Sandberg habe ich bereits mehrere Bücher gelesen. Mir gefallen ihre Themen und ganz besonders ihr Schreibstil.

Beschreibung des Buches:
„Die Schweigende“ von Ellen Sandberg ist 2020 im Peguin-Verlag als Taschenbuch mit 515 Seiten erschienen. Auf dem Titelbild sieht man altes, verwittertes und geheimnisvoll erscheinendes Haus.

Kurze Zusammenfassung:
Jens, der Ehemann von Karin, ist verstorben. Noch auf dem Totenbett wünscht er sich von Imke, einer seiner drei Töchter, sie solle Peter suchen. Erst nach mehreren Gesprächen und Nachforschungen, stellt sich heraus, dass es sich um den Bruder ihrer Mutter Karin handelt. Während jede der Schwestern ihren eigenen Problemen nachgeht, setzt Imke alles daran, Peters Geschichte zu ergründen und ihn zu finden.

Mein Leseeindruck:
Der Roman ist spannend, er ist an manchen Stellen auch sehr heftig. Die Autorin wurde inspiriert durch einen Roman, der ihr den Anstoß zu dieser Geschichte gab.

Mir gefällt der Schreibstil von Ellen Sandberg. Man ist als LeserIn immer nahe am Geschehen, mitten im Familienverband und hat Teil an den Gedanken der Protagonisten.

Die Familiengeschichte spielt in verschiedenen Zeitebenen. Während sich der größte Teil im Jahr 2019 abspielt, gibt es Rückblicke in die 1950er Jahre, hier aus Karins Sicht, während die anderen Kapitel den Fokus jeweils auf eine der drei Schwestern legen.

Vieles, was hier zutage gefördert wird, habe ich mir in dieser Intensität bisher nicht bewusst gemacht. Die Nachkriegsgeneration hat vieles erlebt, was sie manchmal bis zum Tode verschweigt. Mit diesem Roman bekommt man einen kleinen Einblick in die Erlebnisse dieser Menschen – und bleibt fassungslos zurück.

Frau Sandberg hat für diesen Roman intensiv recherchiert.

Fazit:
Das Buch bewegt, es ist nicht leicht zu ertragen, was man da liest. Trotzdem hat mich der Roman gefesselt – jede Familie hat ihre Geschichte zu verarbeiten. Manchen Menschen gelingt es besser, manche verdrängen, viele resignieren. Doch in der Gemeinschaft aller Familienmitglieder kann eine „Verarbeitung“ gelingen. Hört zu, fragt nach!

Bewertung: ***** von *****

Homefarming (Judith Rakers)

Eine ganz persönliche Einführung in die Selbstversorgung und die Gartenarbeit – sehr kurzweilig

Wir haben in unserem Haushalt einen ganz begeisterten Hobbygärtner (Anfänger) – für diesen habe ich das Buch bestellt und wir haben es beide gelesen.

Beschreibung des Buches:
„Homefarming“ von Judith Rakers ist 2021 als Hardcover im GU-Verlag mit 240 Seiten erschienen. Ich habe die eBook-Variante gelesen.

Das Titelbild zeigt die Autorin Judith Rakers inmitten ihres Gartens mit einem Korb voller Gemüse.

Kurze Zusammenfassung:
Judith Rakers, bekannt als Tagesschau-Sprecherin, Reisemoderatorin und Gastgeberin einer Talkshow hat sich den Traum eines eigenen Gartens erfüllt. Seit ca. 2 Jahren probiert sie aus, liest sich Wissen an und besucht Menschen, die ihre Leidenschaft teilen. Darüber hat sie jetzt ein sehr persönliches Buch veröffentlicht.

Mein Leseeindruck
Dieses Buch besticht durch seine wunderschönen Fotos, der ganz persönlichen Ansprache und der Themenauswahl.

Während man zu Beginn einen Überblick über das Gärtnern bekommt, widmet Judith Rakers den zweiten Teil den Hühnern, zudem gibt es tolle Rezepte und Berichte über Besuche bei anderen „professionellen“ Gärtnern und Hühnerzüchtern.

Die Art, wie Judith Rakers von ihren Erlebnissen beim Gärtnern erzählt, ist einfach sehr persönlich. Man fühlt sich mitgenommen und hat den Eindruck, eine gute Freundin schwärme von ihrem neuen Hobby – dem Gärtnern.

Die Aufteilung des Buches ist gelungen. Die Fotos sind wunderschön und inspirieren, sofort in die Gartenarbeit einzusteigen.

Bei ihren Erzählungen bleibt manchmal kein Auge trocken, wenn sie von ihren Erfahrungen mit ihren Hühnern berichtet.

Schön, dass man hier nicht nur die gelungenen Ergebnisse, sondern auch das kleine Scheitern in manchen Teilprojekten erfährt. Das macht das Buch so „menschlich“.

Tipps, die man besonders beachten sollte, werden am Ende der Kapitel zusammengefasst und übersichtlich dargestellt.

Das Buch ist inspirierend, zeigt die Vielfalt, die man gar nicht über das normale Angebot im Supermarkt „auf dem Schirm hatte“ (Beispiel: Minikiwibeere, bunte Karotten, bunte Eier).

Fazit:
Mir gefällt dieses Buch ausgesprochen gut. Man kann es mit einem guten Gewissen an Menschen verschenken, die Neueinsteiger in Sachen Garten sind oder an die, die ihr Gartenhobby bereits gefunden haben, aber noch Inspirationen suchen.

Bewertung: **** von *****

Der Solist (Jan Seghers)

Warum so kurz? Politischer Krimi – Auftakt zu einer neuen Reihe?

Marthaler war gestern, jetzt ermittelt Neuhaus.

Beschreibung des Buches:
„Der Solist“ von Jan Seghers ist im rowohlt-Verlag als Hardcover mit 230 Seiten erschienen.

Auf dem Cover mit weißem Hintergrund sind eine männliche Person und das Vorfeld des Berliner Flughafens Tempelhof zu sehen.

Kurze Zusammenfassung:
Ermittler Neuhaus aus Frankfurt am Main wird zur neugegründeten Berliner „Sondereinheit Terrorabwehr“ abberufen, es ist September 2017, die Bundestagswahlen stehen kurz bevor. Nach dem Weihnachtsmarktanschlag 2016 hat sich die Gefährdungslage in Berlin stark erhöht. Ein Mord an einem jüdischen Aktivist und weitere Morde werden miteinander in Verbindung gebracht. Neuhaus stürzt sich mit seiner Kollegin Suna-Marie in die Ermittlungsarbeit…

Mein Leseeindruck:
Ich bin bekennender Fan der Reihe um Marthaler, den Frankfurter Ermittler aus der Feder Jan Seghers, deshalb war ich neugierig auf diesen neuen Roman.

Der Roman startet schon einmal kurz und knackig. Er lebt von kurzen, aber prägnanten Sätzen. Das gefiel mir schon immer am Schreibstil Seghers.

Auch die private Seite des Ermittlers bleibt hier nicht verborgen, so erfährt man gleich zu Beginn etwas über seine Mutter, von der er sich zunächst verabschieden muss, weil er zu Ermittlungsarbeit von Frankfurt am Main nach Berlin reisen wird. Neben Frankfurt am Main ist für mich auch Berlin eine faszinierende Stadt und mir gefällt auch bei diesem Roman, dass ich viele der Schauplätze tatsächlich kenne und beim Lesen vor Augen hatte.

In diesem Buch geht es gleich zur Sache. Schon während seiner Anreise überschlagen sich die Ereignisse. So gibt es einen ersten Mordfall, der nicht der einzige bleiben wird und im Zusammenhang mit einer Anschlagsserie gesehen wird.

Die Protagonisten werden nach und nach eingeführt und meist nur mit ihrem Nachnamen angesprochen. So fiel es mir ab und an schwer, den Überblick zu behalten wer genau jetzt wieder gemeint ist. Zumal Neuhaus‘ Kollegin Suna-Marie auf den Nachnamen Grabowski hört, den ich bisher mit einem Fußballer in Verbindung brachte.

In diesem Roman vermischen sich Realität (wenn es z.B. um den Weihnachtsmarkt-Anschlag und den Namen des Täters geht) und schriftstellerische Phantasie, wobei die Beschreibungen in diesem Roman der Wirklichkeit wahrscheinlich ziemlich nahe kommen. So werden hier auch brisante, politische Themen angesprochen.

Der „Fall“ ist interessant konstruiert und bleibt bis zum Schluss spannend. Schade fand ich allerdings, dass das Ende dann doch recht plötzlich kam.

Der Cliffhanger am Schluss des Buches lässt mich vermuten, dass es mit Ermittler Neuhaus weitergehen könnte.

Fazit:
Mir hat der Roman gut gefallen, er ist spannend, realitätsnah und spielt in einer meiner Lieblingsstädte. Ich würde mich auf eine Fortsetzung mit dem Ermittler Neuhaus freuen.

Bewertung: **** von *****