Scheidung nie – nur Mord! (Gaby Hauptmann)

Frauenroman – Krimi – Langer Atem

Vom Titel auf das Genre zu schließen – Fehlanzeige. Um einen Krimi handelt es sich bei diesem Buch nur bedingt.

Beschreibung des Buches:
„Scheidung nie – nur Mord!“ von Gaby Hauptmann ist 2017 als Taschenbuch im Piper Verlag mit 352 Seiten erschienen. Ich habe die Kindle Edition gelesen. Auf dem Titelbild sieht man einen Hund mit einem Messer im Maul, er sitzt vor einem Bett mit aufgewühlter Bettwäsche. Am Messer klebt Blut.

Kurze Zusammenfassung:
Tina lebt mit Mann Stefan und Hund Jimmy zusammen. Schon immer galt Stefan als Sonnyboy, der offensichtlich mittlerweile über seinen Verhältnissen lebt. Als Tina von einer Merkwürdigkeit zur anderen stolpert, stellt sie Nachforschungen an. In Stefans Schwester Friederike, die mit ihm das Familienunternehmen leitet, findet sie eine Verbündete: Die Firma, das Familienunternehmen, ist offensichtlich pleite – muss die Ehefrau dran glauben?

Mein Leseeindruck:
Der Roman ist aus Sicht von Tina erzählt. Er lebt von den vielen Dialogen und Gefühlen, die Tina beschreibt. Schon nach ein paar Seiten habe ich gemerkt, dass es sich hier offensichtlich eher um einen Frauenroman handelt als um einen Krimi. Bis zur Hälfte des Buches dümpelt die Geschichte mehr oder weniger vor sich hin.

Im Laufe der Geschichte tauchen immer wieder neue Figuren auf: Tinas Tochter, ein junger Musiker, eine Hundebesitzerin, eine Anwältin…. Viele der Personen sind sehr klischeehaft beschrieben und manche entbehren nicht einer gewissen Komik.

Ich habe dem Buch eine Chance gegeben und es bis zur letzten Seite fertig gelesen. Im zweiten Teil entwickelt sich die Geschichte dann doch ein wenig zu einem mit schwarzem Humor gespickten Krimi, wobei ich die Vorgehensweise der handelnden Personen eher dilettantisch finde. Das Ende kommt sehr überraschend. Irgendwie hat man den Eindruck – jetzt muss das Ganze einfach ein Ende finden.

Fazit:
Wer Frauenromane mag und Durchhaltevermögen besitzt, der kann hier zugreifen. Mir hat das Buch nur mittelmäßig gefallen. Irgendwie hätte man aus der Geschichte mehr machen können…

Bewertung: ***

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Glück (Leo Bormans)

Glücksforschung mit neuen Erkenntnissen – ein Geschenk

Ich habe schon einige Bücher über „das Glück“ gelesen. Dieses Buch ist etwas ganz besonderes…

Beschreibung Buches:
„Glück“ von Leo Bormans ist 2017 im Dumont-Verlag in einer Übersetzung von Sofia Blind als großes Taschenbuch erschienen. Es hat 368 Seiten. Auf dem Titelbild ist das Wort „Glück“ in Relief-Schrift rot glänzend auf weißem Hintergrund geprägt.

Kurze Zusammenfassung:
Wer das Buch durchblättert, erkennt, dass es sich hier um eine Sammlung von Beiträgen von über fünfzig Autoren/Forscher aus der ganzen Welt handelt. Die Texte sind meist zwischen 3 und 5 Seiten lang. Sie sind aufgelockert durch farblich (Titel) abgesetzte Absätze, Fotos und Skizzen. Alle behandeln das Glück auf die verschiedenste Art.

Mein Leseeindruck:
In dieses Buch kann man versinken. Ich habe es nicht von vorne bis hinten gelesen, sondern mich durchs Blättern auf Seiten verweilen lassen. Manchmal war es ein Foto, manches Mal eine provokative Überschrift, die mich in ein Kapitel geführt hat.

Besonders gut haben mir die „Glücksschlüssel“ am Ende jedes Beitrages gefallen. Hier findet man an „grauen“ Tagen Zuversicht und Motivation, sein Glück intensiver in die Hand zu nehmen.

Das Buch regt an, Verhaltensmuster zu ändern, Patentrezepte gibt es nicht. Es ist jeder selbst gefordert, sein Glück in die Hand zu nehmen. Die verschiedenen Beiträge können nur eine Anregung sein, Inhalte wiederholen sich, werden aber unterschiedlich dargestellt. In die Beiträge fließen die neusten Glücksforschungsergebnisse ein.

Glück ist auch Kultur- und Herkunftsabhängig, das wird man beim intensiven Lesen der einzelnen Beiträge feststellen. Gerade das macht dieses Buch so interessant. Man kann über den Tellerrand blicken.

Fazit:
Dieses Buch ist „ein Geschenk“ für Menschen, die das Glück suchen (und vielleicht noch nicht gefunden haben). Aber auch für die, die weiterhin auf einer Glücksspur wandeln möchten und neue Ideen suchen, wie sie ihr Glück ein festhalten und auch teilen können.

Bewertung: *****

Nikon D7500 – Das Handbuch zur Kamera (Stephan Haase)

Praktische Unterstützung zur Handhabung der D7500

Seit Jahren fotografieren wir mit Nikon Kameras, früher analog, heute natürlich digital. Da sich bei genau diesen DSLRs in den vergangenen Jahren viel an der Technik weiterentwickelt hat, haben auch wir den Schritt nach vorne gewagt und uns die Nikon D7500 als Nachfolgemodell ausgesucht. Da wir auch zu den vorherigen Kameras Begleitbücher angeschafft und genutzt hatten und sehr begeistert von den Büchern waren, war es eine logische Folge, uns auch für dieses Kameramodel ein Buch zum unterstützenden Kennenlernen zuzulegen.

Beschreibung des Buches:
Das Buch ist im Rheinwerk Verlag erschienen, der bereits sehr viele schöne und gute Bücher zum Thema Fotografie und, wie dieses auch, für spezielle Kameramodelle herausgebracht hat. Es hat insgesamt 387 Seiten und ist ein Hardcover Buch (inklusive Lesezeichenbändchen). Es ist unterteilt in 8 Kapitel mit einem Index im Anhang.

Kurzer Überblick:
Mit einer einleitenden Kurzübersicht über die Highlights der D7500 geht es gleich in die Bedienung mit den einzelnen Details der Kamera. Begonnen wird mit der Inbetriebnahme der Nikon D7500, den Grundeinstellungen und einfachsten Bedienelementen. Nach einem kurzen Exkurs über die Technik der digitalen Fotografie werden die Themen „Autofokus und Schärfe“, „Die richtige Belichtung“, „Licht und Farbe“, „Individuelle Einstellungen“  und weitere ausführlich erklärt.

Eigener Eindruck:
Die Beschreibungen der Kamera und die Erklärungen zu den Angesprochenen Themen werden sehr  verständlich erklärt, so dass auch Neulinge in der DSLR Fotografie schnell Verständnisse erlangen.

Man kann das Buch sehr gut von vorne bis hinten lesen und gleichzeitig an der Kamera ausprobieren. Dabei erfährt man neben den diversen Einstellmöglichkeiten der Kamera auch einiges über die Fotografie in den anschließenden Praxistipps oder Exkursen der Kapitel.

Alternativ kann der Leser sich auch entsprechende Kapitel seiner Wahl heraussuchen, wenn sich konkrete Fragen zur Kamera stellen. Die farbliche Unterscheidung der Kapitel erleichtert das Finden bestimmter Kapitel. Die Kapitel sind übersichtlich aufgebaut und werden mit einer guten Bebilderung (mit Aufnahmebeispielen) unterstützt. Die gezeigten Fotografien sind alle mit Angaben zur Brennweite, Blende, Belichtung und ISO Wert untertitelt.

Fazit:
Das Buch gefällt auf Anhieb, da es durch seinen strukturierten Kapitelaufbau, so wie der sehr guten Illustration, das Erforschen der Funktionalitäten der D7500 auch als Erfahrener Nikon Fotograf erleichtert. Mitgelieferte oder zum Download bereitgestellte Bedienungsanleitungen zu Kameras sind in der Regel  nicht praxisorientiert. Dieses Buch liefert dem Leser aber genau das.
Auch wenn man schon Nikon Erfahrungen besitzt, wird man mit diesem Buch schnell mit den vielen Neuerungen der D7500, auch gegenüber älteren Modellen, vertraut und gelangt so leicht zu den gewünschten Erfolgen in der Fotografie.
Bewertung: *****

Sylvia Lott (Die Fliederinsel)

Geheimnisvolle Familiengeschichte

Zu diesem Buch habe ich mal wieder aufgrund des Covers gegriffen. Ein Fliederstrauß, Meer und ein Leuchtturm – das versprach eine schöne Urlaubslektüre für mich zu werden…

Beschreibung des Buches:
„Die Fliederinsel“ von Sylvia Lott ist 2017 im blanvalet Verlag als Taschenbuch erschienen. Das Buch hat 540 Seiten. Auf dem Titelbild ist ein wunderschön gemalter Fliederstrauß abgebildet, im Hintergrund sieht man einen Leuchtturm und das Meer, alles passend zum Inhalt ausgewählt.

Kurze Zusammenfassung:
Die junge Celia macht Urlaub auf der dänischen Insel Fünen. In ihrem Ferienhaus entdeckt sie durch einen Zufall ein Fliedergemälde. Als sie das Bild ihrer Vermieterin zeigt, werden in Inger Olsen Erinnerungen wach. Das Gemälde galt lange Zeit als verschollen. Es wurde von ihrer Mutter Ruth Liebermann, einer jüdischen Malerin gemalt, die 1938 mit ihrem Mann Jakob aus Berlin fliehen musste. Inger beginnt Celia die Geschichte ihrer Familie zu erzählen…

Mein Leseeindruck:
Dieser Roman ist in zwei Zeitebenen geschrieben, das ist Sylvia Lotts Leidenschaft. Ihre Romane sind nicht einfach nur Liebesgeschichten, sondern sie erzählen auch immer die Entwicklung der Personen. Hier handelt es sich um die Familiengeschichte der jüdischen Familie Liebermann.

Die eine Zeitebene spielt im Jahr 2016 auf der dänischen Insel Fünen. Hier entdeckt Celia das Fliedergemälde, welches in der Erzählung ihrer Vermieterin Inger Olsen eine besondere Bedeutung erlangt. Dieser Erzählstrang, die zweite Zeitebene, beschreibt die Jahre 1938 bis zum Ende des zweiten Weltkrieges.

Mich hat das Buch gefesselt. Ich fand die Familiengeschichte sehr spannend. Die geschichtlichen Hintergründe um jüdische Flüchtlinge in Dänemark und Schweden waren mir vorher nicht in ihrer Dimension bekannt. Hier hat die Autorin offensichtlich eine gute Recherchearbeit geleistet.

Sylvia Lott hat die Lebensverhältnisse der kleinen Familie (Ruth, Jakob und Inger) sehr anschaulich beschrieben. Man fühlt sich in die Geschichte hineinversetzt. Sie hat sehr unterschiedliche Charaktere geschaffen, die sie sehr gut herausgearbeitet hat und die der Geschichte eine gewisse Lebendigkeit verleihen. Die Wirrungen vor und während des zweiten Weltkrieges werden in ihrem Roman schonungslos, aber ohne zu belehren, dargestellt.

Eine weitere Thematik in diesem Buch behandelt das Trauma, was den Eltern als auch die Kinder mit diesem Krieg widerfährt. Hier ganz konkret die Trennung der Eltern von der kleinen Tochter, die bei guten Freunden und Verwandten aufwächst. Es lässt sich nur schwer vorstellen, was ein kleines Kind dabei empfunden haben muss, wenn die Eltern plötzlich nicht mehr da sind – um dann unvermittelt nach langer Zeit wieder aufzutauchen. Das Leben konnte einfach nicht ohne Misstrauen und Verlustängsten weitergehen.

Mich wird die Geschichte um Ruth, Jakob und Inger so schnell nicht mehr loslassen…

Fazit:
Die Erzählweise der Autorin ist packend, gefühlvoll und spannend. Hat man das Buch einmal angefangen, so kann man es schwer wieder weglegen, es fesselt und berührt.

Bewertung: *****

Kriminacht der unabhängigen Verlage

Kriminacht der unabhängigen Verlage
(im Kunstverein Familie Montez e.V.)

Im Rahmen der Frankfurter Buchmesse 2017 durfte ich als Blogreporterin an der Kriminacht der unabhängigen Verlage (Acabus Verlag, Carpathia Verlag, Dryas Verlag, Konkursbuch Verlag, Lauinger Verlag/Der Kleine Buch Verlag, steinbach sprechende Bücher, edition federleicht und Größenwahn Verlag), organisiert vom Größenwahn Verlag, teilnehmen.

Zur Frankfurter Buchmesse 2017 hat sich der Größenwahn Verlag etwas Besonderes ausgedacht. Neun Autoren waren geladen, um aus ihren Werken eine Kostprobe den zahlreichen Gästen zu geben, die aus den kurzen Passagen jeweils eine Krimifrage beantworten durften. Gestärkt vom Buffet des Café Größenwahn konnten die Gäste mit allen richtigen Antworten sich Hoffnung auf den Gewinn eines Bücherpaketes machen.

Unter den lesenden Autoren waren u.a. Verleger Robert S. Plaul mit dem Buch „Der Drink des Mörders“ von Miriam Rademacher ,

Autor Mathias Scherer mit seinem Buch „Erstlingswerk

und Autor Leif Tewes  mit seinem Buch „Alternativen“, meine Rezension zu „Alternativen„.

Diese drei Autoren durfte ich interviewen (Interviews werden zu den Rezensionen der Bücher veröffentlicht).

Die anderen Autoren (Michaela Albresch mit „Kalt ruht die Nacht“,  James Holin mit „Tod in Deauville“, Regina Nössler mit „Schleierwolken“, Marion Henneberg mit „Der achte Rabe“, Olaf Jahnke mit „Tod eines Revisors“) wurden von

Frau Goethe liest

und

Leserattenhöhle

interviewt, hier findet man spannende Hintergrundberichte der Veranstaltung.

Mein Fazit:
Eine tolle Location, leckeres Essen, spannende Bücher, gute Musik und viele nette Menschen. „Daumen hoch“ für die Organisation durch den Größenwahn-Verlag.

 

Fotos: Matthias und Christiane Busch

Kriminacht mit Autoren der unabhängigen Verlag:

Größenwahn Verlag
Acabus Verlag
Carpathia Verlag
Dryas Verlag
Konkursbuch Verlag
Lauinger Verlag
Edition Federleicht
Steinbach sprechende Bücher

 

 

Der Anruf kam nach Mitternacht (Tess Gerritsen)

Die große Suche – oder – auf der Flucht

Ich habe schon Bücher von Tess Gerritsen gelesen, war aber bisher nicht ganz so begeistert von ihren Thrillern. Der Titel dieses Buches klang spannend und auch das Titelbild hat mich angezogen.

Beschreibung des Buches:
„Der Anruf kam nach Mitternacht“ von Tess Gerritsen ist 2017 als Taschenbuch im HarperCollins Verlag mit 304 Seiten erschienen. Es handelt sich um das Erstlingswerk der Autorin, das hier in einer Neuauflage herausgegeben wurde. Auf dem Titelbild ist eine Taschenuhr mit Blutspritzern abgebildet.

Kurze Zusammenfassung:
In einem Hotel kommt ein Mann bei einem Brand ums Leben. Es handelt sich zweifelsohne um Geoffrey Fontaine, den Ehemann Sarahs, die erst zwei Monate zuvor geheiratet hatten. Nachdem Sarah feststellen muss, dass ihr Mann offensichtlich ein Doppelleben geführt hat und sie dann plötzlich doch einen Anruf von ihm bekommt, macht sie sich von Washington aus auf die Suche nach ihm in Europa. Unterstützt wird sie vom Botschafter Nick O’Hara. Während ihrer Suche (und späteren Flucht) kommen die Zwei sich näher…

Mein Leseeindruck:
Nachdem ich das Buch am Anfang sehr spannend fand, so dümpelte die Geschichte später nach und nach vor sich hin. Aus der Suche wird eine Flucht vor immer mehr Verfolgern. Schwerstkriminelle mit üblen Methoden als auch Behörden zwingen Sarah und Nick immer wieder weiter zu reisen. Man blickt nicht ganz durch wer nun hinter wem her ist und ob Sarahs Mann tatsächlich noch am Leben ist.

Dieser Thriller spielt in der Zeit vor der Wende teilweise auch im geteilten Berlin. Besonders auffallenden die zahlreichen Telefonate aus Telefonzellen heraus.

Ich würde dieses Buch als Spionagethriller (mit vielen Toten) und mit eingebetteter Liebesgeschichte beschreiben. Der Schreibstil ist flüssig, die Schauplätze London, Berlin, Amsterdam gut ausgewählt, aber bezüglich ihrer Atmosphäre nicht besonders beschrieben, das Hauptaugenmerk liegt eindeutig auf den Handlungssträngen und Action.

Schade finde ich, dass man hier dem Leser ein „altes“ Buch der Autorin als Neuerscheinung in 1. Auflage verkauft.

Fazit:
Wer einen Thriller lesen möchte, der offensichtlich das Erstlingswerk der Autorin ist und vor 1989 spielt, der ist hier richtig. Mir hat er nur mittelmäßig gefallen.

Bewertung: ***