Kleinhirn an alle (Otto Waalkes)

(Fast) alles über Otto – „nach einer wahren Geschichte“

Eigentlich war ich nie Otto-Fan, aber die lustigen Ottifanten haben in unserem Haushalt eine ganz besondere Bedeutung – und seit dem Besuch einer Otto-Ausstellung seiner Kunstwerke bin ich nun doch zu einem heimlichen Otto-Fan geworden.

Beschreibung des Buches:
Die Autobiografie „Kleinhirn an alle“ von Otto Waalkes ist von Otto selbst geschrieben. Das Buch ist als Hardcover 2018 im HEYNE-Verlag erschienen. Es hat 413 Seiten. Auf dem Titelbild sieht man einen nachdenklichen, aber freundlich schauenden Otto Waalkes. Der Titel passt zu Ottos Humor.

Kurze Zusammenfassung:
Diese „große Otto Biografie“ ist aufgeteilt in 3 Lebensabschnitte. „Lehr- und Wunderjahre (1948 – 1968)“, „Gründerjahre (1969 – 1985)“ und „Märchenzeit (1986 bis heute) sowie dem Kapitel „The Final Countdown“. Es gibt zwei Fotobereiche, einen mit Fotos aus dem Familienalbum bzw. Fotos mit Otto in Aktion. Im zweiten Bereich findet man ein paar seiner zahlreichen Kunstwerke incl. Beschreibungen.

Mein Leseeindruck:
Die Reise durch die Lebensabschnitte ist kurzweilig, humorvoll und in Ottos sehr eigener, aber feinen Schriftsprache erzählt. Ich fand es sehr erstaunlich mit welchem schönen Sprachstil Otto aus seinem Leben berichtet, hatte ich ihn doch bisher eher als „Ulknudel“ wahrgenommen. Noch heute habe ich Filmsequenzen aus Auftritten oder den Otto-Filmen vor Augen und auch seine lustige Art zu Sprechen.

Neben den familiären Ereignissen erlebt man als Leser auch Welt- bzw. Deutsche Geschichte, schließlich umreißt dieses Buch fast 70 Jahre. In dieser Zeit ist Otto zahlreichen bekannten Künstlern begegnet, von diesen erfährt man so manche nette Geschichte. Niemals ist Otto beleidigend oder macht jemanden schlecht. Er spricht eigentlich nur positiv von seinen Mitmenschen – oder – er unterlässt jede weitere Erwähnung – da kann man sich dann sein eigenes Bild machen.

Zur Auflockerung benutzt Otto eine Menge englischer und deutscher Zitate, die meist ein Kapitel einleiten.

Warum habe ich diese Biografie gelesen? Weil mich der Mensch Otto Waalkes mein Leben lang, zumindest im Fernsehen, „begleitet“ hat. Seine teils etwas übertrieben witzige Art spiegelte zwar nicht immer meinen Humor wieder, aber irgendwie kann man diesem lustigen Menschen nicht böse sein.

Was ich erfahren habe? Dass Otto ein Kunststudium absolviert hat, ist mir erst seit einiger Zeit bekannt. Eine Ausstellung seiner zahlreichen Werke habe ich gerade besucht und fand diese ganz hinreißend. Außerdem sind in mir Erinnerungen an andere Komiker, Comedians und Bühnen- bzw. Fernsehkünstler geweckt worden. Einige haben tatsächlich so manchen Fernsehabend in unserer Familie gefüllt.

Weshalb schreibt ein Künstler eine Biografie? Sicherlich auch, um mal wieder auf sich aufmerksam zu machen. Schließlich wird Otto 2018 70 Jahre alt, da passt so eine Biografie natürlich hervorragend, um aus ihr auf Lesungen vorzutragen oder in Talkshows darüber zu sprechen.

Fazit:
Mir hat diese „Reise“ durch Ottos Leben Spaß bereitet. Sie ist gut geschrieben, weckt Erinnerungen und hat mir den Komiker Otto in ein anderes Licht gerückt.

Bewertung: ***** von  *****

1000 Places to see before you die (Deutschland, Österreich, Schweiz)

Anregungen für Reisen in Deutschland, Österreich und in der Schweiz

Bisher hatte ich noch kein Buch der Reihe „1000 Places to see before you die“ in den Händen, aber der Titel diese Reihe hat mich schon länger neugierig gemacht.

Jetzt habe ich den Band „Deutschland, Österreich und die Schweiz“ einmal genauer unter die Lupe genommen (fast im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Texte sind schon sehr klein gedruckt).

Beschreibung des Buches:
„1000 Places to see before you die“ in der Ausgabe für Deutschland, Österreich und der Schweiz ist in einer überarbeiteten Nachauflage im Juli 2018 als broschierte Ausgabe mit 1168 Seiten erschienen. Auf dem Cover ist der Titel als zentraler Blickpunkt zu sehen, ein paar Wahrzeichen der o.g. Länder findet man mittig und als Rahmen kann man eine Landkarte entdecken.

Kurze Zusammenfassung:
Auf über 1000 Seiten findet man pro Seite ein Reiseziel in den o.g. deutschsprachigen Ländern, zunächst sortiert nach Bundesländern und als weiteres nach den Ortsnamen/Örtlichkeiten der beschriebenen Sehenswürdigkeiten. So gibt es pro Ziel ein Farbfoto, den Ortsnamen mit Bundesland, eine kurze und treffende Einführung in der Überschrift, eine Beschreibung der „Sehenswürdigkeit“ sowie geschichtliches und einen Info-Block mit Adressen, Öffnungszeiten, Telefonnummern und Internetseiten.

Im Anhang findet man ein alphabetisches Register (nach Ländern sortiert), Bildnachweise und eine Checkliste zum Abhaken, der besuchten „Places“.

Im Innenteil des Covers findet man eine grobe Landkarte von Deutschland sowie von Österreich und der Schweiz.

Mein  Leseeindruck:
Mir gefällt diese Art der Reise-Bücher mit kurzen und knackigen Beschreibungen von Sehenswürdigkeiten. Da reicht mir durchaus eine Seite, wie sie hier pro „Place“ vorgesehen ist.

Allerdings ist so ein dickes Buch nicht unbedingt geeignet, um es mit auf die Besichtigungstouren zu nehmen, man muss sich eher im Vorfeld mit diesem Buch auseinandersetzen. Am besten eignen sich dann Post-Ist, um die Örtlichkeiten zu markieren, die man für eine geplante Reise herausgesucht hat.

Da in diesem Buch 1000 Beschreibungen ihren Platz finden mussten, ist die Schriftgröße der Texte ziemlich klein ausgefallen, so dass ich zumindest beim abendlichen Lesen fast eine Lupe hätte bemühen müssen.

Ein solches Buch kann nur eine Anregung sein, so habe ich besondere Geheimtipps noch nicht gefunden. Aber es regt an, sich mit der ein- oder anderen Sehenswürdigkeit näher zu befassen und als nächstes Reiseziel nicht die üblichen Ecken von Deutschland, Österreich oder der Schweiz zu besuchen.

Gerade die aufgelisteten Plätze in der Schweiz sind für mich ein Highlight, da ich bisher dieses Land fast nur in der Durchreise erlebt habe.

Gefallen würde mir, wenn man sich die hier aufgeführten Reiseziele auch auf dem Smartphone in Textform speichern könnte, dann braucht man das Buch beim Erkunden der Örtlichkeiten nicht mit sich herumtragen.

Fazit:
Ob man einem/r angehenden Rentner/in dieses Buch mit dem Titel als Abschiedsgeschenk überreichen kann, hängt vom Typ ab. Ich würde mich über ein solches Geschenk freuen.

Bewertung: **** von *****

 

 

 

 

Sei DU der Leuchtturm deines Lebens (Nina Ruge)

Das Leben selbst in die Hand nehmen

Die Autorin Nina Ruge war Lehrerin bevor sie als Journalistin und deutsche Fernsehmoderatorin ihre Berufung fand.

Beschreibung des Buches:
„Sei DU der Leuchtturm deines Lebens“ ist 2017 im Gütersloher Verlagshaus als Hardcover Buch mit 248 Seiten erschienen. Auf dem Cover ist die Autorin selbst abgebildet.

Kurze Zusammenfassung:
In 12 Kapiteln zeigt Nina Ruge den Weg zur Selbstbestimmung. Die Kapitel bauen aufeinander auf. Wer sich darauf einlassen kann, der findet hier Übungen zu Meditationen. Im Anhang findet man vertiefende und weiterführende Literatur.

Mein Leseeindruck:
Eigentlich brauche ich keine Bücher, die mir den Weg zur Selbstbestimmung weisen, trotzdem interessiert es mich immer wieder, wie manche Menschen zu dem geworden sind, was sie sind. Nina Ruge fasziniert, weil sie den sicheren Beamtenjob als Lehrerin aufgab, um als freie Journalistin, Fernsehmacherin und Buchautorin ihr Leben mehr oder weniger selbstbestimmt lebt.

In ihrem Buch zeigt sie auf authentische Weise, wie man sein Leben zu mehr Selbstbestimmung ausrichten kann. Neben den zahlreichen eigenen Erfahrungen führt sie auch Beispiele aus dem eigenen Freundes- und Bekanntenkreis auf.

Begleitet werden diese Geschichten von Übungen. Interessante Thesen von bekannten Persönlichkeiten, u.a. aus der Literatur, habe ich mit ganz besonderer Aufmerksamkeit gelesen.

Gerade Menschen, die sich  in einer Sinnkrise befinden, kann dieses Buch ein guter Begleiter sein, sein Leben zu reflektieren und „hinter sich zu lassen, was keine Herausforderung darstellt“.

Ich habe in diesem Buch viele Anregungen bekommen, anderen Menschen durch kleine Hinweise auf „die Sprünge“ zu helfen. Manchmal fehlt es einfach an der nötigen Selbstreflexion, am „Zeit nehmen“ und am „auf die kleinen Dinge des Lebens schauen“, die gut laufen.

Ein paar „Sprüche“ haben mir besonders gut gefallen, die werde auch ich mir verinnerlichen:
„Der innere Frieden ist das wahre Ziel bewusster Lebensführung“ oder auch „ Je stärker man die Ansicht hat, mit seiner Zeit etwas angefangen zu haben, desto geringer fällt das Gefühl aus, keine Zeit zu haben“.

Fazit:
Wer den Eindruck hat, sein Leben nicht selbst der Hand zu haben, der findet in diesem Buch das notwendige Rüstzeug, um eine Veränderung herbei zu führen. Manchmal braucht es einfach einen „Anstupser“.

Bewertung: ****

 

Als Luca verschwand (Petra Hammesfahr)

Zu viele Personen, zu langatmig, zuweilen spannend

Die Bücher von Petra Hammesfahr reizen mich, weil sie eigentlich immer spannend sind, trotzdem überzeugen sie mich dann doch nicht am Ende zu 100%.

Beschreibung des Buches:
„Als Luca verschwand“ ist 2018 als Hardcover im Diana-Verlag erschienen. Das Buch hat 496 Seiten (wie auch schon die letzten Bücher der Autorin, das finde ich seltsam). Auf dem Titelbild ist ein winterliches Feld vor einer Ortschaft mit einem einzelnen Kinderschuh, an dessen Sohle Blut zu kleben scheint, abgebildet. Das Bild macht neugierig, es wirkt geheimnisvoll.

Kurze Zusammenfassung:
An einem kalten Tag wird der kleine Luca aus seinem Kinderwagen, der vor einer Drogerie steht, entführt. Es ist Winter. Mutter und Bruder befinden sich gerade in der Drogerie um einzukaufen. Unter Verdacht steht zunächst die Oma, aber auch eine merkwürdige ältere Frau zählt bald zu den Tatverdächtigen…

Mein Leseeindruck:
Dieser Roman konnte mich zunächst fesseln, war doch der Anfang recht spannend und versprach ein guter Krimi zu werden. Doch nachdem in die Geschichte mehr und mehr Personen hineingeschrieben wurden, wurde es für mich unübersichtlich.

Ich lese Bücher selten am Stück, so fiel es mir schwer, aufgrund der zahlreichen Charaktere nach ein paar Tagen Pause wieder in den Roman zu finden. Ständig wechselte der Fokus, da gab es Rückblicke und Gedankengänge von Personen, die man sich erst wieder ins Gedächtnis rufen musste.

Bewundernswert finde ich es schon, dass man bei diesen vielen Charakteren als Autorin noch den Überblick hat, mir fehlte er zwischendurch sehr und so sehnte ich das Ende herbei. Aus den ganzen Verwicklungen und Verbindungen der Personen zueinander, hätte man sicherlich mehrere Krimis/Thriller schreiben können, warum packt man alles in einen Roman?

Interessant fand ich die Oma des entführten Jungen, eine bekannte Autorin, die sich einen jungen Liebhaber an Land gezogen hat.

Meines Erachtens hätte man die Geschichte nicht so in die Länge ziehen müssen, zwischenzeitlich fragte ich mich, was die ein- oder andere Szene mit der Lösung dieses „Falles“ zu tun haben sollte. Es war mir an diesen Stellen einfach zu langatmig.

Das Ende hat ein wenig versöhnt, trotzdem kann ich diesem Buch nicht mehr als 3 Sterne vergeben, da es mich über weite Teile nicht gefesselt hat.

Fazit:
Und wieder hat mich ein Krimi nicht über die ganze Geschichte hinweg gefesselt. Manchmal liegt dann vielleicht doch in der „Kürze die Würze“.

Bewertung: *** von *****

Das muss Liebe sein (Katja Kessler)

DER „Ratgeber“ für die glückliche Ehe 😉

Manchmal muss ich einfach mal ein vermeintlich lustiges Buch lesen…hier habe ich es gefunden.

Beschreibung des Buches:
„Das muss Liebe sein“ ist 2018 als Taschenbuch im Diana-Verlag erschienen. Das Buch hat 352 Seiten. Das Cover ist blau, mittig ist ein großes rotes Herz abgebildet, in diesem ist der Titel des Buches hineingedruckt.

Kurze Zusammenfassung:
Katja Kessler, Zahnärztin, Journalistin und Autorin, ist selbst schon über 15 Jahre verheiratet mit Kai Diekmann, ehemaligem Herausgeber der BILD-Gruppe. Gemeinsam haben sie vier Kinder.

Mein Leseeindruck:
Katja Kessler ist bekannt für ihre humorvollen Bücher, die mit einem Augenzwinkern geschrieben sind und die man auch so lesen und interpretieren muss.

Ich habe mich völlig auf dieses Buch einlassen können. Die „54 ½ Pflegetipps für die glückliche Ehe“ sind in einzelnen Kapiteln behandelt. Jedes Kapitel ist mit einer treffenden Zeichnung bestückt. Zusätzlich gibt es zahlreiche Statistiken, Fragen/Antwort-Spiele und weitere schön aufbereitete Tipps.

Die Tipps sind teilweise aus der eigenen Erfahrung heraus entstanden, aber auch mehreren Büchern und Untersuchungen/Studien entnommen, die man im Anhang der Kapitel findet.

Das Buch kann man zur leichten Unterhaltung im Zug, auf der Liege oder abends (heimlich im Bett 😉 lesen und darüber schmunzeln. Vieles kommt einem bekannt vor, manche Situationen kann man mithilfe des Buches auf humorvolle Weise vielleicht beim nächsten Mal auf eine andere Art bewältigen und den Partner damit überraschen.

Mir hat das Buch viel Spaß bereitet. Es ist kurzweilig, lustig, authentisch geschrieben (wenn Frau Kessler von der eigenen Ehe berichtet, wirkt es wirklich, wie eine Tatsache) und gibt einem Ratschläge, die man befolgen kann – aber nicht muss.

Fazit:
Sollte man ein solches Buch einem jungen Paar noch vor der Ehe schenken? Ich finde, ja, dann weiß es, was auf es zukommen kann. So entgeht man vielleicht der ein oder anderen Enttäuschung.

Bewertung: ***** von *****