Zwei für immer (Andy Jones)

Ein Roman voller Gefühle, nicht nur für Frauen

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Beschreibung des Buches:
Das Buch „Zwei für immer“ von Andy Jones ist im Aufbau-Verlag 2016 erschienen. Es ist das Erstlingswerk des Autors. Der Roman umfasst 432 Seiten. Auf dem Titelbild sieht man bunte Blumen und ein Haus auf hellem Hintergrund, die obere Hälfte des Bildes ist in Rot gehalten. Auf mich macht es einen fröhlichen und unbeschwerten Eindruck, ich vermutete eine fröhliche Liebesgeschichte…

Kurze Zusammenfassung:
Fisher, Filmregisseur, Anfang 30, lernt die zehn Jahre ältere Ivy kennen. Schon in der ersten gemeinsamen Nacht ihres Kennenlern-Tages wird Ivy schwanger (mit Zwillingen). Der werdende Vater ist hin- und hergerissen in seinen Gefühlen zu Ivy. Während der Schwangerschaft verschlechtert sich der Gesundheitszustand seines Jugendfreundes El, der an einer lebensbedrohlichen Krankheit (Huntington-Krankheit) leidet. Seine Sorgen und Ängste überwältigen Fischer in den unterschiedlichsten Situationen…

Mein Leseeindruck:
Ein buntes Buch mit rotem Hintergrund, eigentlich denkt man, das ist ein Roman für Frauen, doch Andy Jones wollte eigentlich ein Buch für Männer schreiben…

Der Roman ist aus der Sicht von Fischer geschrieben. Seine Ängste, sein Gefühle, seine Handlungen, alles erlebt man unmittelbar mit. Er scheint ein sehr gefühlvoller Mensch zu sein, der das aber nicht immer zeigen kann. Seine Handlungen sind nicht immer nachzuvollziehen.

Da ist zum einen der gefühlvolle Partner, der zur werdenden Mutter steht, sogar seine Wohnung aufgibt um ihr nah zu sein. Auf der anderen Seite der Freund, der sich immer wieder um den Jugendfreund kümmert, wenn dieser ihn braucht. Und auch die eigene Familie (der verbliebene Vater und Geschwister) sind Fisher wichtig, da gibt es keine Kompromisse.

Als es an Weihnachten zur Diskussion kommt, wo man die Feiertage verbringt, entscheidet sich Fisher für seinen Vater, Ivy für ihre Eltern. Was dann tatsächlich passiert erinnert mich hier an so manch typische Weihnachtsgeschichte, einfach nur schön…

Mich hat dieses Buch sehr bewegt. Ein werdender Vater, der sich seiner Gefühle nicht immer sicher ist. Er macht es sich aber dennoch nicht leicht, steht zu seiner Partnerin. Trotzdem hat er Angst vor dem Kommenden, beginnt über sein eigenes Leben nachzudenken. Den frühen Tod seiner Mutter hat er immer noch nicht verarbeitet.

Besonders das letzte Drittel dieses Romans hat es in sich, hier ist Fischers ganze Kraft gefordert, als Partner und als guter Freund, denn das Schicksal schlägt unbarmherzig zu…

Manche Kapitel beinhalten nur die Aufzählung von Obst- bzw. Gemüsesorten, um die aktuelle Größe der werdenden Babys aufzuzeigen, denn auch innerhalb der Kapitel bekommt man eine doch manchmal sehr detaillierte Beschreibung der neun monatigen Schwangerschaft mit allem was dazu gehört.

Fazit:
Ein Roman, nicht nur für Frauen, gefühlvoll und romantisch, aber auch mit Schicksalsschlägen, die zum Leben dazu gehören. Mir hat er sehr gut gefallen.

Bewertung: *****

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Das Küchentagebuch – Mit 250 Rezepten durch das Jahr (Nigel Slater)

Inspiration Tag für Tag

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Nigel Slater ist Food-Journalist. Er hat sich einen Namen mit verschiedensten Kochbüchern gemacht. Diese Bücher zeigen seine Leidenschaft fürs Kochen, haben viel Text, Wissenswertes über Nahrung und wenige, aber ansprechende Fotos.

Beschreibung des Buches:
Das Buch „Das Küchentagebuch – mit 250 Rezepten durch das Jahr“ ist im DUMONT-Verlag in der zweiten Auflage 2015 als Hardcover erschienen. Der Bucheinband ist teils aus grünem Leinen und des Weiteren mit einer Fotografie von Äpfeln verziert. Zusätzlich gibt es einen Teilumschlag, auf dem der Autor selbst abgebildet ist. Das Buch umfasst 544 Seiten. Es hat ein rotes Stofflesebändchen.

Kurze Zusammenfassung:
Wie der Titel schon vermuten lässt, ist dieses Buch nicht nach Themen aufgeteilt, sondern nach Monaten und einzelnen Tagen, beginnend, nach einer kleinen Einführung, mit dem ersten Januar.

Tageweise gibt es Rezepte, die passend zum jeweiligen Monat prima nachgekocht werden können, da die benutzten Zutaten in der jeweiligen Saison gut zu bekommen sind. Oft gibt es zum Rezept ein Foto der Speise. Die Rezepte sind für eine unterschiedliche Menge an Personen konzipiert, die Portionsangaben werden mit den Zutaten aufgelistet. Am Ende des Buches gibt es ein Register, in dem man anhand einer Hauptzutat (z.B. Apfel) Rezepte aufgelistet bekommt, die diese Zutat beinhalten.

Mein Leseeindruck:
Beim ersten Blättern fällt auf, dass es hier viel Information gibt und wenige, aber ausgewählt schöne Fotos rund um Nahrungsmittel und Kochergebnisse den Text auflockern. Man bleibt bei dem einen oder anderen Foto hängen und liest sich so zuerst quer Beet durch diesen „Schmöker“.

Dieses Kochbuch ist ein „Lesebuch“. Es unterscheidet sich somit deutlich von anderen Kochbüchern. Nigel Slater erzählt von seinen Kocherlebnissen, kleine Anekdoten rund um das Kochen, passend zur Jahreszeit und zum jeweiligen Tag, für den es eine Rezeptidee gibt. Dabei ist es ihm wichtig, dass in der Saison erhältliche Zutaten für die Rezepte verwendet werden.

Man kann in diesem Buch schmökern, Geschichten über das Essen und Speisen genießen – und – Rezepte nachkochen. So erhält man für fast jeden Tag des Jahres eine Idee für ein Hauptgericht, Nachspeise oder Zwischengericht. Als Einschlafhilfe am Abend würde ich es nicht empfehlen, sonst bekommt man großen Appetit.

Die einzelnen Rezepte kommen meist ohne viele (exotische) Zutaten und ohne Kalorienangaben aus. Hier geht es ums Genießen! Viele Zutaten hat man sicherlich zuhause und kann gleich loslegen, bei anderen Rezepten empfiehlt es sich, eine Einkaufsliste zu erstellen. Die Auswahl ist sehr vielseitig, da gibt es Aufläufe, Suppen, Muffins, Tarten, Blechkuchen, Fleischgerichte, Salate und vieles mehr. Auch das Verwerten von Resten ist immer wieder ein Thema.

Besonders gut hat mir das Rezept des Schokoladen-Zwetschgen-Kuchens gefallen, ein Traum.

Fazit:
Dieses Küchentagebuch bringt Tag für Tag neue Ideen und ganz viel Abwechslung in den Kochalltag. Und wer Anekdoten liebt, der kann bei Wartezeiten einfach in diesem wunderbaren Buch schmökern. Wer das besondere Geschenk sucht, der kann hier zugreifen.

Bewertung: *****

Und draußen stirbt ein Vogel (Sabine Thiesler)

Eine Autorin, ein Stalker – in der Toskana

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Bisher hatte ich noch kein Buch der Autorin Sabine Thiesler gelesen; es gibt bereits zahlreiche Thriller der Autorin. Der Klappentext sprach mich sofort an, das Titelbild allerdings eher nicht.

Beschreibung des Buches:
„Und draußen stirbt ein Vogel“ von Sabine Thiesler ist 2016 im HEYNE-Verlag als Hardcover erschienen. Der Thriller hat 448 Seiten.

Das Titelbild ist in schwarz/grau gehalten. Ein trauriges Kindergesicht ist zu sehen, über dem Gesicht kann man verästelte Bäume ausmachen. Das Ganze wirkt sehr trüb und traurig. Mich hat dieses Cover zunächst nicht angesprochen, ich konnte es auch nicht in Verbindung zum Klappentext bringen.

Kurze Zusammenfassung:
Rina Kramer ist Autorin. Auf ihren Lesereisen wird sie von Manuel, einem „Möchtegern“ Autoren verfolgt. Rina selbst bemerkt von seinen „Auftritten“ nichts. Ihre Bücher schreibt sie in ihrem Haus in der Toskana. Während ihr Sohn mit ihr dort seine Ferien verbringt, mietet sich Manuel in Rinas zweitem Ferienhaus auf dem gleichen Grundstück ein. So hat er sie Tag für Tag im Blick und kann sein perfides Spiel mit ihr treiben. Als dann Fabian verschwindet, überschlagen sich die Ereignisse.

Mein Leseeindruck:
Die Hauptpersonen in diesem Buch sind Rina, ihr Sohn Fabian und Manuel. Zunächst erfährt man als Leser etwas über Rinas Familienleben:

Fabian ist im Internat, sein Vater Eckart Filmregisseur und viel unterwegs, Rina verdient ihr Geld als Autorin. Die Familie ist im Alltag auseinander gerissen, da der Vater viel auf Reisen ist.

Manuel hat seine Manuskripte verschiedenen Verlagen vorgelegt und nur Absagen bekommen. Als er in Rinas Büchern seine Romanideen wiederzufinden glaubt, ist er besessen davon, sich an Rina zu rächen. So macht er sich auf die Suche nach ihr und findet tatsächlich ihr Anwesen in der Toskana.

Neben diesem Hauptstrang gibt es Rückblicke auf die Kindheit Manuels und immer wieder einen Fokus auf einen Pater, der sich sehr für Fabian zu interessieren scheint. Unter anderem setzt er sich für einen Schulwechsel Fabians ein. Als er die Nachfolge eines Paters in der Kirchengemeinde des Ortes, in dem Rinas Familie wohnt, antritt, scheint er die Nähe Fabians zu suchen.

Man scheint als Leser den Gesamtüberblick zu haben, dennoch fragt man sich ständig, was das eine mit dem anderen zu tun haben könnte. Die Autorin legt Spuren, die Spannung beginnt nach und nach. Manuels Besessenheit nimmt immer mehr Raum an, die Kapitelüberschriften deuten auf einen Countdown hin ( z.B.: Donnerstag, noch vier Tage). Im letzten Drittel des Romans überschlagen sich die Ereignisse.

Besonders gut gefallen haben mir die Schauplätze in der Toskana, das Grundstück mit Rinas Ferienhäusern und die Atmosphäre des beschaulichen Städtchens mit seinen Bewohnern.

Fazit:
Mir hat dieser Thriller gut gefallen, wobei ich mir gewünscht hätte, dass dem zweiten Handlungsstrang noch mehr Augenmerk gewidmet worden wäre. Hier hätte man aber wahrscheinlich ein eigenständiges Buch entwickeln können. Das Ende kam mir letztendlich zu plötzlich. Trotzdem freue ich mich auf einen weiteren Thriller von Sabine Thiesler.

Bewertung: ****

Glück und Glas (Lilli Beck)

Berührendes Buch über eine Freundschaft zwischen zwei Frauen

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Wer kennt nicht den Spruch aus Poesiealben „Glück und Glas, wie leicht bricht das“? Dieser Titel und das Titelbild sich umarmender Mädchen in Kleidung der fünfziger Jahre hat mich neugierig auf das Buch gemacht. Von Lilli Beck habe ich bisher noch nichts gelesen, aber schon immer die ansonsten witzigen und bunten Titelbilder ihrer Romane bewundert.

Beschreibung des Buches:
„Glück und Glas“ ist im 2015 im blanvalet-Verlag als Hardcover Buch erschienen. Es hat 510 Seiten Romantext. Auf dem Cover ist ein schwarz/weiß Foto abgebildet, das zwei kleine Mädchen, Arm in Arm, offensichtlich auf dem Schulweg, zeigt. Das Bild könnte aus den fünfziger Jahren stammen. In Kombination mit dem Titel passt es wunderbar zur Geschichte.

Kurze Zusammenfassung:
Marion und Hannelore werden am 7. Mai 1945 in München geboren. Sie stammen aus unterschiedlichen Verhältnissen, wachsen aber gemeinsam auf, da Marions Mutter den Haushalt Hannelores Familie führt. Ihre innige Freundschaft wird ein um das andere Mal auf eine harte Probe gestellt, bis sie zunächst endgültig zerbricht. In 58 Kapiteln erzählt Lilli Beck mit Fokus auf Marion (als Hauptperson des Romans) aber auch auf Hannelore, das bewegte Leben der beiden innerhalb einer Zeitspanne von 70 Jahren. Marion im Jahr 2015 blickt immer wieder zurück auf ihr Leben, als sie z.B. im alten Poesiealbum blättert, während sie auf Hannelore wartet, mit der sie beider 70. Geburtstag feiern möchte und freut sich auf ein Wiedersehen…

Mein Leseeindruck:
In Lilli Becks teils autobiografischer Roman (so steht es im Klappentext) wird deutsche Geschichte erlebt und miterlebt, wenn sie das Aufwachsen von Marion und Hannelore und ihre Lebensjahre bis ins Jahr 2015 erzählt. Das Leben in diesen ersten Lebensjahrzehnten kenne auch ich nur aus den Erzählungen meiner Eltern und Großeltern und aus Geschichtsbüchern, hier erfährt man im Roman „verpackt“ lebendige Geschichte. In den weiteren Lebensabschnitten sind mir viele Beschreibungen z.B. Wohnsituationen, geschichtliche Ereignisse, technische Fortschritte sehr bekannt, da auch ich sie miterlebt habe.

Marion und Hannelore sind sehr unterschiedlich. Beide haben Träume für die Zukunft. Während die eine ein Studium aufnehmen kann, muss sich die andere mit kleinen Jobs über Wasser halten, um ihren Traum von einer Modellkarriere zu verwirklichen. Keine von beiden hat einen gradlinigen Lebensweg. Schicksalsschläge, falsche Entscheidungen und die Liebe entfremden sie beide, es kommt zu einem Bruch in der Freundschaft. Doch das Leben geht für beide weiter, die Wege kreuzen sich immer mal wieder als wäre da ein langes Band.

Mich hat die Geschichte um die beiden Freundinnen von Anfang an gefesselt. Wenn auch die einzelnen Kapitel immer mal wieder große Jahressprünge aufweisen, so kann man den Lebensweg der beiden wunderbar nachvollziehen. Man erlebt so ganz nebenbei deutsche Geschichte, kann die Entwicklung Deutschlands anhand der persönlichen Entwicklung der beiden Frauen nachvollziehen und leidet oder freut sich mit den Protagonistinnen in ihren jeweiligen Lebenssituationen. Der Roman wird somit zur gelebten Geschichte in den Jahre von 1945 bis 2015, ein Streifzug auch durch die Weltgeschichte mit Themen, die auch mich als Kind und Jugendliche bewegt haben.

Ein berührendes Buch, das vieles beinhaltet: Freundschaft, Liebe, Spannung, Geschichte.

Fazit:
Ich konnte mich wunderbar in diesen Roman „fallen lassen“. Habe die beschriebenen Szenen sehr gut vor Augen gehabt. Eine Verfilmung dieses Buches könnte ich mir gut vorstellen. Noch jetzt, wenn ich diese Zeilen schreibe, läuft mir das Leben von Marion und Hannelore wie ein Film vor den Augen ab. Ein sehr schöner Lesegenuss.

Bewertung: *****

Apollonia – Saat des Bösen (Verena Rot)

Weihnachten mit „Hindernissen“

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Beschreibung des Buches:
Der Krimi „Apollonia – Saat des Bösen“ ist im November 2014 als Taschenbuch erschienen. Das Buch hat 181 Seiten. Es ist der zweite Band einer vierteiligen Cosy-Krimi-Reihe. Ich habe bereits den ersten Band „Apollonia – Schatten der Vergangenheit“ gelesen.

Das Titelbild zeigt ein metallenes Eingangstor an einer Backsteinmauer in winterlichem Weiß. Der Schnee hat sich über die Bäume, die Mauer und den Eingang gelegt. Das Cover ist prima gewählt, wie beim ersten Teil der Reihe, so hat auch dieses Titelbild etwas Geheimnisvolles.

Kurze Zusammenfassung:
Apollonia Seidel ist Hotelmanagerin. Sie ist eigentlich auf der Reise nach Mykonos, um im Kreise ihrer Familie Weihnachten zu feiern. Leider macht ihr das Wetter einen Strich durch ihre Reisepläne, alle Flüge gestrichen. Sie strandet bei Marc (bei München), den sie schon im ersten Band kennen gelernt hat. Leider scheint sie nicht so willkommen in seiner Familie zu sein. Sie verbringt ihre Zeit deshalb lieber mit Hedwig Krenztal und stößt dort auf ein Familiengeheimnis.

Mein Leseeindruck:
Wie auch beim ersten Teil hat mich das Titelbild sehr angesprochen. Die Geschichte um Polly (Apollonia) ist sehr ausgefeilt geschrieben. Besonders reizvoll finde ich, dass die Geschichte, in der Winterzeit spielt, das macht das Ganze noch geheimnisvoller, wenn Schnee und Weihnachten im Spiel sind.

Wie beim ersten Teil handelt es sich hier um einen Cosy-(Kuschel-)Krimi, es geht hier mehr um die Stimmungen, die kleinen Geschichten rund um einen „Fall“, als um Brutalität und Action. Die Beziehung um Marc und Polly kommt ein wenig ins Rollen und es gibt einen weiteren Verehrer.

In diesem Roman ist alles vorhanden: Spannung, Liebe und ein Familiengeheimnis. Mich hat das Buch gut unterhalten, ich habe es an einem Stück auf einer Fahrt in den Urlaub gelesen.

Fazit:
Dieser Roman ist ein „Wohlfühlkrimi“, spannend, kurzweilig und atmosphärisch. Schade, dass man ihn so schnell „ausgelesen“ hat.

Bewertung: ****

Die Steinheilerin (Elke Thomazo)

Spannend wie ein Krimi

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Eigentlich mag ich keine historischen Romane, aber auf dieses Buch bin ich durch eine nette Begegnung aufmerksam geworden und war deshalb ganz neugierig ein Erstlingswerk dieser Autorin zu lesen.

Beschreibung des Buches:
Das Buch „Die Steinheilerin“ ist als Taschenbuch 2015 im Drachenmond Verlag erschienen. Es hat 345 am oberen Rand mit einem Muster verzierte Seiten. Am Ende des Romans gibt es einen Anhang, in dem die Heilsteine der Hildegard von Bingen aufgeführt sind und ein Glossar. Das Titelbild ziert ein altes Pergament mit dem Gesichtszug einer jungen Frau. Umrahmt wird das Ganze mit losen, verschieden großen, grün schimmernden Steinen. Das Bild ist für mich sehr ansprechend.

Kurze Zusammenfassung:
Der Roman spielt im Jahr 1590 (und folgende) in Freising und Umgebung. Die Schuhmachertochter Gret begleitet die Hebamme und Heilerin Brigitta regelmäßig bei ihren Einsätzen. So lernt sie Vieles über die Heilkunde. Als Brigitta als Hexe angeklagt und verurteilt wird, flieht Gret mit Brigittas wertvollen Heilsteinen auf den Weg in eine bessere Zukunft. Sie wird begleitet von ihrem Freund Jacob. Auf diesem Weg muss sie so manches „Abenteuer“ durchstehen.

Mein Leseeindruck:
Die Autorin Elke Thomazo ist Ärztin und interessiert sich für Naturheilkunde und traditionelle Heilmethoden. Sie hat lange Jahre als Journalistin und Redakteurin für medizinische Fachberichte gearbeitet. Das Schreiben liegt ihr im Blut und genau das spürt man bei diesem Erstlingswerk.

Schon die ersten Seiten dieses Romans haben mich gefesselt. Die Beschreibungen der Szenen sind so real, man fühlt sich mittendrin. Man hört förmlich das Klappern von Fensterläden und das Pfeifen des Windes. Ein kalter Schauer überläuft einen, wenn man sich dann das ganze Schreckensszenario vorstellt, das Elke Thomazo an manchen Stellen beschreibt. Ich bewundere es immer wieder, dass man so schreiben kann.

Auch die Geschichte rund um die Heilkünste mit Gret als Hauptfigur hat mich fasziniert. Eine junge Frau, die, als sie alleine auf sich angewiesen ist, eine ziemliche Reife und Verantwortungsbewusstsein an den Tag legt und sich niemals unterkriegen lässt. Die anderen Protagonisten sind ebenfalls sehr gut herausgearbeitet. Da gibt es die Bösen und die Guten. Man fühlt beim Lesen immer mit. Manches kann man sich schon im Vorhinein denken, manches entwickelt sich dann doch in eine andere Richtung, so wie sich die Menschen im Laufe ihres Lebens so entwickeln. Die gesamte Geschichte ist gut durchdacht.

Im letzten Teil des Romans hat man dann noch das Gefühl, einem Krimi beizuwohnen, was mir als Krimileserin natürlich besonders gefällt.

Mit dem Thema Naturheilkunde auf Basis von Heilsteinen habe ich mich selbst noch nicht befasst, aber dieses Buch hat mich neugierig gemacht. Die Autorin hat hier Hildegard von Bingen als Vorbild genommen und offensichtlich so einiges recherchiert. Bei der Auflistung der Heilsteine am Ende des Buches hätte ich mir noch die ein oder andere grobe Wirkungsweise gewünscht.

Fazit:
Wer historische Romane liebt, der kann hier zugreifen. Aber man kann es auch für die Liebhaber von Krimis empfehlen. Und selbst Neugierige, die etwas über alternative Heilmethoden lesen möchten, finden sicher gefallen an diesem Erstlingswerk. Ich freue mich auf alle Fälle auf weitere Bücher von der Autorin.

Bewertung: *****