Mofaheld (Lars Niedereichholz)

Nicht nur für (erwachsene) Männer

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Eine Zeitreise in das Jahr 1986 – genau meine Zeit. Schon der Klappentext ließ mich schmunzeln…

Beschreibung des Buches:
Der Autor Lars Niedereichholz ist als Teil des Duos Mundstuhl, 1968 geboren und aufgewachsen im Rhein-Main-Gebiet. Sein Roman „Mofaheld“ ist März 2016 als Taschenbuch im Rowohlt-Polaris-Verlag erschienen. Das Buch ist komplett in kräftig gelber Farbe gestaltet. Auf dem Titelbild sieht man pinkfarben skizziert eine Brille mit kreisrunden Gläsern, ein Mofa und eine Kassette. Alles Dinge, die an die 80er Jahre erinnern.

Kurze Zusammenfassung:
Der erwachsene Protagonist Marc entrümpelt das Haus (Reihenhaus) seiner Eltern, denn diese wollen in eine Seniorenwohnung ziehen. Dabei stößt er auf viele Erinnerungsstücke, die ihn an die Zeit der 80er Jahre erinnern: Und plötzlich ist er mittendrin in den Ereignissen rund um sein Leben im Jahr 1986. Lars Niedereichholz erzählt Episoden aus 1986, angereichert mit Geschehnissen aus diesem Jahr, wie z.B. des Challenger Absturzes und die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl.

Mein Leseeindruck:
Das Buch ist aufgeteilt nach Wochentagen im April 1986. Eigentlich wird hier nur eine ganze Woche im Leben von Marc in der Ich-Form erzählt. Aber was dieser in den 7 Tagen erlebt, das könnte auch in mehreren Jahren und mehreren Personen widerfahren sein. Der Autor hat so Vieles an Beschreibungen von Dingen, Personen, Gefühlen und Gerüchen in seine Anekdoten hineingepackt, dass man sich richtig in die Zeit zurückversetzt fühlt.

Der arme Marc: Eltern, die ihn nicht verstehen, eine kleine Schwester, die nervt und der senile Opa im Kellerzimmer des Reihenhauses, in dem es auch noch einen Hund, diverse Meerschweinchen, Wasserschildkröten und Urzeitkrebse gibt. Dass man hier nicht „normal“ aufwachsen kann, ist fast schon vorprogrammiert ;-).

Ich konnte mich zwar (als Frau) nicht so ganz in die Denkweise und die Gefühle von Marc hineinversetzen, aber das mehr oder weniger männliche Verhalten des Protagonisten kam mir als damals fast Gleichaltrige doch recht bekannt vor auch wenn einige Dinge doch etwas übertrieben erzählt werden (wie das ja meist so bei Kindheitserinnerungen der Fall ist). Eigentlich wartet man beim Lesen ständig darauf, dass Marc wieder irgendeine Dummheit anstellt, die einem zum Schmunzeln bringt.

Ja, schmunzeln und lachen kann man bei diesem Buch! Zum Beispiel beim Zungenkuss zwischen zwei Zahnspangen belasteten Jugendlichen. Was da nicht alles passieren kann…
Auch die nächtlichen Ausflüge (als Kleinstädter) in die Großstadt Frankfurt halten so mancherlei sonderbare Erlebnisse bereit.

Gut gefallen hat mir, dass Lars Niedereichholz am Ende des Buches den Lebensweg seiner Protagonisten aufgeschrieben hat.

Fazit:
Ein Buch für „Best Ager“, die sich gerne an die „gute alte Zeit“ erinnern wollen. Prima geeignet als Geschenk für den nächsten runden Geburtstag.

Bewertung: ****

Das Seehaus (Kate Morton)

Eine Familiengeschichte, spannend wie ein Krimi

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Von Kate Morton habe ich bereits einen Familienroman gelesen, der mir gut gefallen hat. Vor kurzem bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden. Der Klappentext gefiel mir, schien es sich doch hier auch um einen Familienroman zu handeln.

Beschreibung des Buches:
„Das Seehaus“ ist 2016 als Hardcover im Diana-Verlag erschienen. Das Buch hat 600 Seiten. Auf dem Titelbild sieht man ein herrschaftliches Haus im Hintergrund vor einem wilden Gewässer. Das Bild ist passend zum Inhalt gut gewählt: Dunkle Wolken am Himmel lassen auf ein düsteres Geheimnis spekulieren.

Kurze Zusammenfassung:
Die Polizistin Sadie trifft beim Besuch ihres Großvaters in Cornwall auf eine altes Haus am See. Nachdem sie erfährt, dass 70 Jahre zuvor dort ein Kind während eines Mittsommernachtsfestes verschwunden sein soll, das nie gefunden wurde, wird ihr kriminalistischer Spürsinn geweckt.

Mein Leseeindruck:
Das Buch beginnt im August des Jahres 1933. Eine Frau versteckt einen Beutel in einem Erdloch, zwei Monate nach Feier des Mittsommernachtsfestes, an dem ein kleiner Junge verschwindet.

Im fast regelmäßigen Wechsel erzählt Kate Morton von den Ereignissen um das Jahr 1933 und von den Ermittlungen der Polizistin Sadie. Da heißt es intensiv lesen, sonst verliert man schnell den Überblick. Es sind doch einige Personen beteiligt, deren Beziehungen zueinander erst im Laufe des Romans ersichtlich werden. Bei einem so dicken Buch ist man geneigt, es schnell zur Seite zu legen, doch nicht dieses Buch, es hat mich gefesselt.

Die familiären Umstände um den verschwundenen Jungen, die Kriegserlebnisse des Vaters, aber auch die Beschreibungen des Lebens in den 30er Jahren mit viel Liebe zum Detail machten das Buch für mich so interessant. Gleichzeitig hat mich die Hartnäckigkeit der jungen Polizistin Sadie, das Geheimnis um das Seehaus zu lüften, beeindruckt. Auch um sie gibt es ein Geheimnis, das sich erst so nach und nach offenbart.

Es ist der Autorin gelungen, diesen Roman in zwei Zeitsträngen zu schreiben, die beim Lesen nicht verwirren. Im Gegenteil, für mich wurde das Buch von Kapitel zu Kapitel spannender. Meine Mutmaßungen bezüglich des „Täters“ erwiesen sich immer wieder als falsch, weil neue Details im ersten Zeitstrang zutage traten. Gerade das hat mir an diesem Buch sehr gut gefallen. Man wusste fast bis zum Schluss nicht die wahren Hintergründe. Man hatte immer wieder neue Phantasien, was beim Mitsommernachtsfest passiert sein könnte.

Gut gefallen haben mir auch die schon älteren Protagonistinnen (im Jahr 2003), die Schwestern des verschwundenen Jungen. Sie sind wunderbar beschrieben. Besonders sympathisch fand ich, dass eine von ihnen als Krimiautorin beschrieben wurde.

Fazit
Dieser Roman ist eine Familiengeschichte und ein Krimi zugleich. Spannend vom Anfang bis zum Ende, so dass man dieses Buch nicht aus den Händen legen kann. Es empfiehlt sich ein langes Wochenende zum Lesen einzuplanen.

Bewertung: *****

Zuhause bei Audrey (Luca Dotti mit Luigi Spinola)

Die etwas andere (kulinarische) Biografie

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Für einen echten Audrey Hepburn Fan, der schon eine zahlreiche Bücher über sie gesammelt hat, habe ich dieses Buch bestellt. Die Freude war riesengroß als er dieses Buch zum ersten Mal in den Händen hielt…

Beschreibung des Buches:
„Zuhause bei Audrey“ ist 2016 als Hardcover im Dumont-Verlag erschienen. Der Autor Luca Dotti (Sohn von Audrey Hepburn) hat dieses Buch in Zusammenarbeit mit Luigi Spinola geschrieben und gestaltet. Das Buch hat einen typischen Leineneinband, wie ihn die eher traditionellen alten Kochbücher haben. Ein schwarz/weiß Foto von Audrey beim Kochen ziert den Buchdeckel. Darüber ist eine schmale Banderole gezogen, hier prangt ein buntes Foto Audreys, ebenfalls bei einem kulinarischen Einsatz. Zwei verschiedenfarbige Lesebändchen dienen als Lesezeichen.

Auf 337 Seiten gibt es zahlreiche Fotos, Geschichten und Rezepte.

Kurze Zusammenfassung:
Das Buch bietet in teils chronologischer Reihenfolge Geschichten, Fotos und Rezepte (teilweise handgeschriebene Rezepte/Zutatenlisten) der Schauspielerin. Selten findet man Fotos von den beschriebenen Gerichten, sondern eher Fotos rund um das Speisen in Hepburns Familie – und natürlich ganz viele bisher unveröffentlichte Privatfotos.

Mein Leseeindruck:
In sechs Kapiteln erzählt Luca Dotti in erfrischender Form vom Leben seiner Mutter natürlich aus der Sicht des Sohnes. Dabei sind die Geschichten eingebunden in die Beschreibungen von Essen und Speisen inclusive der Rezepte. Er berichtet sehr authentisch „aus dem Nähkästchen“, so lernt man nach und nach die doch sonst eher als unnahbar und distanziert wirkende Schauspielerin näher kennen. Luca Dottie Anekdoten über ihre Selbstzweifel, Bescheidenheit, aber auch ihre Rolle als Mutter sind sehr einfühlsam.

Was besonders gut an diesem Buch gefällt, sind die zahlreichen bisher unveröffentlichten Privatfotos. Diese haben es dem großen Fan der Schauspielerin besonders angetan. Wunderschöne Bilder im Kreise der Familie, Jugend- und Kinderbilder. Allesamt einfach schön anzuschauen.

Man kann dieses Buch in chronologischer Reihenfolge lesen, blättern oder einfach nur die tollen Fotos anschauen oder immer wieder wie in einem Fotoalbum in Erinnerungen schwelgen. Die Texte sind auf jeder Seite mit Fotos, kleinen Zusatzbemerkungen oder handschriftlichen Rezeptteilen aufgelockert.

Die meisten Rezepte kommen mit wenigen Grundzutaten aus. Sie sind gut geeignet für das Alltagskochen. Für den echten Fan zwar eine tolle Beigabe, aber nicht der Grund, dieses Buch haben zu müssen.

Fazit:
Diese Veröffentlichung ist ein MUSS für jeden Audrey Hepburn Fan, ein wunderbares Geschenkbuch. Aber auch Nicht-Fans können sich an den wunderschönen Fotos erfreuen und lernen eine ganz andere Seite der Schauspielern und des Menschen Audrey Hepburn kennen.

Bewertung: *****

Die Welt ist eine Börse (Markus Gürne mit Christoph Eydt)

Weltpolitische Zusammenhänge verstehen – Geld gut investieren und arbeiten lassen

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Durch eine Fernsehsendung im Hessischen Fernsehprogramm bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden. Das alte Sparbuch hat schon lange und besonders jetzt, in Zeiten niedriger bis gar keiner Zinsen, ausgedient. Eine neue Vermögensaufbaustrategie muss her.

Beschreibung des Buches:
Das Buch „Die Welt ist eine Börse“ von Markus Grüne mit Christoph Eydt ist im cbx-Verlag im Februar 2016 als Hardcover erschienen. Es umfasst 416 Seiten. Auf dem Titelbild ist der Autor selbst mit einer Weltkarte im Hintergrund und einer Börsenkurve abgebildet. Markus Gürne ist Journalist. Bekannt ist er u.a. als Moderator der ARD-Sendung „Plusminus“, seit 2012 moderiert er auch die Sendung „Börse vor acht“ (ARD). Er ist Leiter der ARD-Börsenredaktion.

Mein Leseeindruck:
Ich habe dieses Buch wirklich mit großem Interesse von vorne bis hinten intensiv gelesen („durchgearbeitet“). Obwohl ich täglich die Nachrichtenlage verfolge, hat mir dieses Buch doch viele wirtschaftliche und politische Zusammenhänge besser veranschaulicht, als es so manche Nachrichten-  bzw. Fernsehsendung getan hat.

Um das eigene Vermögen aufzubauen, bedarf es einiger Strategien und die Kenntnisse über bestimmte Zusammenhänge im weltpolitischen Geschehen. Hier vermittelt Markus Gürne in zahlreichen Kapiteln in gut verständlicher Form einen sehr guten Überblick. Jedem Kapitel folgt eine sogenannte Checkbox, die die wichtigsten Informationen noch einmal übersichtlich zusammenfasst. Weitere Kapitel beschäftigen sich intensiv mit den verschiedenen Formen des Vermögensaufbaus.

Hier werden die wichtigsten Kapitalanlagen auch für den Laien in gut verständlicher Form  vorgestellt. Dabei geht es Markus Gürne nicht darum eine Anlageform zu favorisieren, vielmehr stellt er die Vor- und Nachteile dar, klärt auf und arbeitet mit zahlreichen Beispielen. Mit konkreten Empfehlungen hält sich der Autor zurück, vielmehr ermutigt er, eigene Entscheidungen zu treffen, eine eigene Strategie zu fahren, das eigene Vermögen selbst aufzubauen. Deshalb muss man das Weltgeschehen beobachten und die Zusammenhänge verstehen.

Sein Fazit: Das Sparbuch als Anlage hat ausgedient, Geld muss investiert, nicht angelegt werden. Geld muss arbeiten, auf dem Sparbuch verliert es bei der heutigen Inflationsrate und den Niedrigzinsen (aktuell fast keinen) seinen Wert.

Fazit:
Ein „spannendes“ Buch, das leicht verständlich und mit guten Beispielen anregt, die eigenen Geldanlageformen zu überprüfen und neue Strategien auszuprobieren und anzuwenden.

Prima geeignet finde ich das Buch auch als Geschenk für junge Menschen am Anfang ihres Berufslebens oder frisch von der Schule. Hier bekommen sie einen „Leitfaden“ an die Hand, um den eigenen Vermögensaufbau strategisch und von Anfang an gut zu planen.

Bewertung: *****

Eine Therapie für Aristoteles (Melanie Sumner)

Wer braucht schon eine Therapie, wenn er schreiben kann?

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Der Titel des Buches machte mich neugierig, nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, musste ich dieses Buch lesen.

Beschreibung des Buches:
Das Buch „Eine Therapie für Aristoteles“ ist im Jahr 2016 im Dumont-Verlag als Hardcover-Buch erschienen, es hat 347 Seiten.  Die Autorin hat schon einige Romane geschrieben, sie lebt in den USA.  Auf dem Titelbild ist eine rote Schreibmaschine zu sehen. Der Titel des Buches ist auf dem eingespannten Papier abgedruckt. Der Hintergrund ist petrolfarben gehalten, kleine Wölkchen zieren den ganzen Buchumschlag.

Kurze Zusammenfassung:
Die zwölfjährige Aristoteles lebt mit Mutter und 8jährigem Bruder zusammen. Der Vater ist kurz vor der Geburt des Bruders gestorben. Die Mutter arbeitet als Lehrerin und versucht so die Familie über Wasser zu halten. Wechselnde Männerfreundschaften, ein aufgeweckter Junge und die Großeltern machen das Familienleben turbulent. Aristoteles möchte die Mutter als Ernährerin unterstützen und hat sich vorgenommen einen Roman in 30 Tagen zu schreiben und damit einen Bestseller zu kreieren. Unter zu Hilfenahme eines Ratgebers macht sie sich an die Arbeit.

Mein Leseeindruck:
Das Buch war für mich wie eine Berg- und Talfahrt. An manchen Stellen war ich wie mittendrin. Dann kam es mir wieder so vor, als könnte die ganze Geschichte nicht so die Realität sein, wie ich sie vorher noch empfunden hatte. So bin ich etwa hin- und hergerissen, wie ich dieses Buch bewerten soll.

Ein Roman als Therapie und als Geldquelle. Kann eine 12jährige das leisten?

Der Roman ist aus Sicht der 12jährigen geschrieben. Es handelt sich hier tatsächlich um eine sehr ungewöhnliche Geschichte einer schon sehr reifen 12jährigen. Die Mutter behandelt sie als Partnerersatz, Aristoteles übernimmt Verantwortung für die kleine Familie, insbesondere für den kleinen 8jährigen Bruder, der wiederum die Aufmerksamkeit der ganzen Familie fordert, inclusive der liebevollen Großeltern, die sich auch immer wieder gerne in den Familienalltag mit unbedachten Worten einmischen.

Der Roman zeigt hier deutlich, dass die Kinder das fehlende Elternteil doch sehr vermissen und irgendwie eine Normalität aufbauen wollen. Die stärkeren Kinder sind dann durchaus in der Lage Verantwortung zu übernehmen allerdings auf Kosten der eigenen unbeschwerten Kindheit. Aristoteles erscheint in kniffligen Situationen der verstorbene Vater als Geist, dann versucht sie Antworten zu finden. Hier hat man manchmal das Gefühl, dass ein so junges Mädchen nicht so fühlt und denkt, wie Aristoteles.

Manche Situationskomik zeigt den normalen Alltagswahnsinn einer vergesslichen und überforderten Mutter, eines psychopatischen Sohnes und einer frühreifen Tochter. Hier kann geschmunzelt werden. Wenn dann aber die 12jährige, durchaus sympathische Tochter, die Studentischen Arbeiten der Mutter korrigiert, dann scheint das etwas an der Realität vorbei zu gehen.

Fazit:
Ein sehr sensibler Roman, der an manchen Stellen turbulent und witzig, an anderen Stellen dann etwas realitätsfern ist.

Bewertung: ***

Lebenstempo: In Alltag und Sport den eigenen Rhythmus finden (Nils Schumann und Ingo Niermann)

Den eigenen Lebensrhythmus finden

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Ich lese gerne Biografien und Bücher von Autoren, die ihre eigenen Erfahrungen einbringen, um den Lesern hilfreiche Tipps zu geben.

Beschreibung des Buches:
Nils Schumann, Jahrgang 1978, war Europameister und Olympiasieger im 800-Meter-Lauf. Er hat mit Ingo Niermann und Erik Niedling hier eine Art Biografie mit Lebenstipps geschrieben, die das eigene Leben in einen Rhythmus bringen sollen. Auf dem Titelbild ist Nils Schumann in sportlicher Bewegung zu sehen. Das Buch ist 2016 im Herder-Verlag als Hardcover erschienen. Es hat 315 Seiten.

Kurze Zusammenfassung:
Nils Schumann beschreibt in seinem Buch seine eigene sportliche Biografie, in vier großen Kapiteln erzählt er von „Sport als Maxime“,  „Fitness als Maß“, „Rhythmus als Methode“ und zum Schluss „Den Gewinn“.

Mein Leseeindruck:
Der Sprachstil von Nils Schumann gefällt mir gut. Er erzählt von seiner Laufbahn als Sportler mit allen Höhen und Tiefen. Im Weiteren geht er tiefer auf sportliche Aktivitäten ein, erklärt seine Erfahrungen mit Trainingseinheiten und Wettkämpfen. Seine eigenen Geschichten rund um den Sport machen das Buch sehr authentisch, dabei geht es hier nicht um konkrete Tipps und Anleitungen zum Finden des eigenen Lebensrhythmus sondern vielmehr zum Kennenlernen des eigenen Stils, Tempos und der selbstgewählten Regelmäßigkeit.

Das Buch lebt von den zahlreichen kurzen Kapiteln, so lässt es sich gut lesen. Ich habe es fast am Stück verschlungen, es war für mich einerseits spannend, aber auch sehr interessant. Nils Schumann hat sich intensiv mit dem Thema Sport, Ernährung und Lebensweise beschäftigt und kann mit vielen eigenen Erfahrungen aufwarten. Dabei hebt er nicht den Zeigefinger, sondern berichtet von seinen eigenen Erlebnissen.

Bis in das kleinste vorbereitete Trainingspläne gibt es nicht, aber Nils Schumann macht viele Vorschläge, wie man seinen eigenen sportlichen Rhythmus findet, um eine gewisse Fitness und somit auch eine gute Lebensqualität auch ins hohe Alter zu erlangen und zu bewahren. Durch seine Erfahrungen als Fitness-Coach, kann er mit einigen Beispielen hilfreiche Vorschläge geben.

Skizzen, sowie besondere Anmerkungskästen findet man keine in diesem Buch. Einige wenige Fotos lockern den Text etwas auf.

Besonders sympathisch fand ich Schumanns Bemerkung, dass er pro Woche ca. 2 Romane lese. Auch das Lesen nimmt Tempo aus dem ereignisreichen Alltag heraus.

Fazit:
Ein Buch, das nicht belehrt,  aber auf eigenen Erfahrungen beruhend Tipps für das eigene sportliche (Fitness) Leben und das eigene Lebenstempo gibt. Vielleicht hat man am Ende des Buches auch den Schluss gezogen: Ich will so bleiben, wie ich bin – oder aber – man ändert sein Lebenstempo, weil man sich hat aufrütteln lassen. Ein gelungener „Ratgeber“.

Bewertung: *****

Totengebet (Elisabeth Herrmann)

Nach verhaltenem Anfang – spannend am Ende

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Bisher habe ich noch keinen Krimi von Elisabeth Herrmann gelesen. Ich habe die Autorin schon einmal bei einer Lesung erlebt und verfolge regelmäßig ihre Posts bei facebook. Auch die ZDF-Verfilmungen um Anwalt Vernau habe ich gerne gesehen. Jetzt habe ich den neusten Krimi um Anwalt Vernau lesen können.

Beschreibung des Buches:
Der Krimi „Totengebet“ von Elisabeth Herrmann ist im Goldmann-Verlag im März 2016 erschienen. Das Taschenbuch hat 447 Seiten. Das leicht düstere Titelbild reiht sich in die Titelbilder der Reihe um den Anwalt Vernau ein. Es ist der 4. Band dieser Serie.

Kurze Zusammenfassung:
Anwalt Joachim Vernau erwacht in einem Berliner Krankenhaus und kann sich nur an eine junge Frau erinnern. Sie geht ihm nicht mehr aus dem Kopf. Als er sie aufspürt, passiert ein Mord in seiner unmittelbaren Umgebung. Hat die Frau etwas mit seinem Aufenthalt in einem Kibbuz vor dreißig Jahren zu tun? Vernau macht sich auf die Suche nach (seiner/ihrer) Vergangenheit und reist nach Israel…

Mein Leseeindruck:
Der Prolog beginnt im Oktober 1987 in Haifa. Eine junge Frau wartet am Bahnhof auf ihren Freund. Zusammen mit ihm will sie nach Griechenland aufbrechen. Er erscheint nicht…

Mit einem Zeitsprung von 29 Jahren beginnt der eigentliche Krimi (im Jetzt) in Berlin.

Mich hat der Prolog gefesselt und neugierig auf den Krimi gemacht. Die Geschichte beginnt sehr geheimnisvoll. Man fragt sich, was Anwalt Joachim Vernau mit dem Mädchen in der Vergangenheit zu tun haben könnte.

Immer wenn der Fokus auf Vernau fällt, wird der Krimi in der Ich-Form erzählt. So bekommt man als Leser einen Eindruck von Vernaus „Innenleben“. Vernau macht auf mich einen netten Eindruck. Er möchte unbedingt herausfinden, was es mit der jungen Frau auf sich hat, an die er sich nach der Einlieferung ins Krankenhaus erinnern kann. Seine „Ermittlungen“ beginnen in Berlin.

Der Krimi entwickelt sich zunächst etwas langsam und behäbig. Mir hätte mehr Spannung von Anfang an besser gefallen. Zwar werden im Laufe der ersten Hälfte so einige Sachverhalte und Beziehungsverhältnisse aufgeklärt, trotzdem fehlte mir hier die wirkliche Spannung. Erst in der zweiten Hälfte konnte ich das Buch nicht mehr weglegen.

Der Sprachstil von Elisabeth Herrmann gefällt mir. Wörtliche Rede lockert den Krimi auf. Die Beschreibungen der Szenen sind drehbuchreif. Das Verwirrspiel um den oder die Täter ist gelungen. Ich hatte immer wieder falsche Verdächtige im Auge…

Fazit
Ein Krimi, der gut durchdacht, etwas behäbig anfängt zum Ende aber wirklich spannend ist.

Bewertung: ****