Das Mädchen vom Bethmannpark (Pete Smith)

Wenn die Erinnerung fehlt – ohne eigene Identität

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Ich lese gerne Bücher, die in Frankfurt am Main oder der Umgebung spielen. Behandeln sie dann noch ein besonderes Thema (es muss nicht immer ein Krimi sein), dann wird meine Neugierde geweckt.

Beschreibung des Buches:
Der Autor Pete Smith hat bereits mit „Endspiel“ einen Frankfurt Roman geschrieben. Das Buch „Das Mädchen vom Bethmannpark“ ist 2016 im Societäts-Verlag als Taschenbuch mit 345 Seiten erschienen. Auf dem Titelbild ist ein schwarz/weiß Foto abgebildet, das eine Frau mit langen Haaren aus der Rückansicht zeigt. Ein gut gewähltes Bild, das zum Thema passt.

Kurze Zusammenfassung:
In der Nähe des Bethmannparks in Frankfurt am Main findet man eine bewusstlose junge Frau. Nachdem sie erwacht ist, kann sie sich an nichts mehr erinnern. Schon gar nicht, wie sie heißt und woher sie kommt.
Währenddessen in einer nahe gelegenen Reha-Klinik: Der Ergotherapeut Jakob hat eine ganz eigene Methode, seinen Patienten zu neuer Lebensfreude zu verhelfen. Er gibt ihnen für kurze Zeit eine Identität als berühmte Persönlichkeit. So gibt es auf einmal wieder einen  Albert Einstein, Edgar Wallace oder auch Coco Chanel . Doch nach und nach zerbricht auch er an den Schicksalen seiner Schützlinge, besonders als er dann auch noch auf  die junge, aufgefundene Frau trifft.

Mein Leseeindruck:
Zu Beginn des Buches hat man den Eindruck man befinde sich mitten in einem Krimi und es gehe in diesem Buch um die Aufklärung eines Kriminalfalles. Der Roman ist so spannend geschrieben, wie ein Krimi. Ein prima Schreibstil. Im Laufe der Geschichte gibt es immer wieder Szenen, die eigentlich auf einen Krimi hindeuten, doch hier geht es tatsächlich um die Identitätslosigkeit.
Ein schwieriges Thema, das der Autor mit einigem Humor dem Leser näher bringt. Seine Protagonisten sind, wie z.B. der Ergotherapeut Jakob, ein wenig skurril, aber toll beschrieben. Das Wechseln der Perspektiven (namenlose Frau, Jakob) bringt dem Leser die Gedankenwelt der Protagonisten näher. Man kann sich als Leser ziemlich gut in die jeweilige Situation hineinversetzen, da die Szenerien sehr gut beschrieben sind.
An manchen Stellen war mir das Buch etwas zu langatmig und ich konnte mir dann auch nicht erklären, warum diese Nebenschauplätze gewählt wurden. Auch das Ende hätte ich mir durchaus anders vorstellen können.
Gut gefallen hat mir das Lokalkolorit, besonders dann, wenn Jakob in Frankfurt per Bahn unterwegs war oder aber mit der Behörde so seine Kontakte hatte.

Fazit
Ein bewegendes Buch, das die Seiten einer fehlenden Erinnerung über die eigene Identität auf sehr einfühlsame Weise in einem Roman beschreibt. Der Schreibstil des Autors ist prima.

Bewertung: ****

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