Wattenmeerfeuer (Katja Lund, Markus Stephan)

Feuerteufel, Familientragödie oder doch nur ein „Unfall“?

Ich habe schon den ersten Krimi um den Inselpolizisten Jan Benden und seine Frau Laura mit Begeisterung gelesen. Auch dieser Krimi klang für mich vielversprechend. Das Titelbild finde ich zudem gelungen.

Beschreibung des Buches:
Der Krimi „Wattenmeerfeuer“ von Katja Lund und Markus Stephan ist 2022 im blanvalet-Verlag als Taschenbuch mit 348 Seiten erschienen. Es ist der zweite Krimi dieses Autorenduos.

Das Titelbild zeigt einen Polizisten, der ein in der Ferne aufloderndes Feuer beobachtet. Im Hintergrund ist der Leuchtturm von Pellworm zu sehen. Auf dem W des Titels sitzt eine Möwe mit einem brennenden Streichholz im Schnabel.

Im Anschluss an den Krimi findet man noch 2 Rezepte von Gerichten, die im Roman erwähnt werden.

Kurze Zusammenfassung:

Pellworm wird von einem Feuerteufel heimgesucht. Nach mehreren kleinen Bränden steht ein altes Bauernhaus in Flammen. Hier wird eine verkohlte Leiche gefunden. Die Inselbewohner stehen unter Schock, Jan, Laura und ihr tatkräftiger „Assistent“ Tamme nehmen die Ermittlungen auf…

Mein Leseeindruck:
Urlaubsfeeling mit Spannung – das kann man über diesen Krimi sagen. Die Protagonisten wachsen einem nach dem Lesen des nun schon 2. Bandes ans Herz. Sie sind sympathisch und unkonventionell, lieben ihre Heimat und bringen auch einen gewissen Witz in diesen Krimi.

Der Fall entpuppt sich komplexer als ursprünglich vermutet. So tappt man auch beim Lesen zunächst im Dunkeln und glaubt schnell, man habe das Geheimnis um den Toten herausgefunden.

Ich mag solche Urlaubskrimis, auch wenn ich wie hier in diesem Fall, die Insel Perlworm noch nicht bereist habe. Ein gewisses Urlaubsfeeling stellt sich trotzdem ein und ich fühlte mich beim Lesen schon mit den Gegebenheiten und den Menschen vertraut.

Fazit:
Wieder ein humorvoller, kurzweiliger Kriminalroman besonders für Menschen, die gerne auf Nordseeinseln ihren Urlaub verbringen – oder für die, die es vorhaben.

Bewertung: ***** von *****

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Portugiesisches Blut (Luis Sellano)

In der Hitze von Lissabon – Henrik ermittelt weiter

Die Krimis um den deutschen Ermittler Henrik Falkner, der ein Antiquariat in Lissabon von seinem verstorbenen Onkel geerbt hat, gefallen mir gut. Und weil ich letztes Jahr Lissabon besucht und auf den Spuren von Henrik Falkner war, war ich natürlich neugierig, wie die Geschichte um seinen ermordeten Onkel weitergehen würde.

Beschreibung des Buches:
„Portugiesisches Blut“ von Luis Sellano (Pseudonym eines deutschen Autors) ist 2019 im HEYNE-Verlag als Taschenbuch erschienen. Der Krimi hat 381 Seiten.

Auf dem Cover sieht man wieder eine typische Stadtansicht aus Lissabon mit historischen Gebäuden in bunter Farbgebung.

Kurze Zusammenfassung:
Henrik Falkner, ehemaliger deutscher Polizist, lebt nun schon mehr als ein Jahr im Haus seines verstorbenen Onkels in Lissabon. Onkel Martin hat ihm zudem ein Antiquariat hinterlassen. Eines Tages kommt eine junge Frau in sein Antiquariat auf der Suche nach den Mördern ihrer Mutter. Sie hat einen geheimnisvollen Brief dabei. Für Henrik beginnt ein neues Abenteuer.

Mein Leseeindruck:
Ich mag den Schreibstil von Luis Sellano. Gerade die Beschreibungen von Lissabon brachten mich wieder in Urlaubsstimmung. Wenn man die Stadt schon einmal kennen gelernt hat, kann man sich die Gassen, Gebäude und die Atmosphäre sehr gut vorstellen. Man hat die Szenen ganz wunderbar vor Augen und beamt sich fast hinein.

Der Roman ist mit dem Fokus auf Martin geschrieben. Man hat als Leser somit keine weitergehenden Erkenntnisse. Somit steht man bei diesem Fall einmal wieder genauso vor einem Rätsel, wie Martin selbst. Und rätselhaft ist diese Geschichte!

Ich fand diesen Krimi spannender als seine Vorgänger. Fäden sind zahlreiche gespannt, die werden zum Ende hin wieder gut entwirrt. Es sind viele Charaktere eingebaut, die man erst einmal auseinander halten muss. Immer wieder gibt es Rückblicke auf die vergangenen Fälle. (Für einen Leser, der diese nicht kennt, ist das eventuell etwas viel an Rückblicken.)

Die Liaison mit der Polizisten Helena rückt in diesem Krimi etwas in den Hintergrund. Henrik ist viel zu beschäftigt mit seinen Ermittlungen. Immerhin ist Helena manchmal doch zur rechten Zeit am richtigen Ort.

Henrik erfährt während seiner Suche nach der Wahrheit ein Netz aus Rache, Familienbande und Korruption. Er kommt den Geheimnissen seines Onkels von Fall zu Fall näher, denn auch dieser Krimi bringt hier einiges zu Tage.

Wer eine Reise nach Lissabon plant, der sollte sich diese Krimireihe nicht entgehen lassen. Es hat mir wirklich sehr viel Spaß bereitet, auf den Spuren Henriks durch die Stadt zu streifen. Lissabon ist allemal eine Reise wert.

Fazit:
Der 4. Band aus der Feder von Luis Sellano mit Ermittler Henrik hat mir besser gefallen als sein Vorgänger. Er war spannend bis zum Schluss, rätselhaft zum Miträtseln und für Überraschungen gut.

Bewertung: ***** von *****

Provenzalische Schuld (Sophie Bonnet)

Spannung mit Urlaubsfeeling in den französischen Bergen

Die Krimis um den Kommissar Pierre Durand sind mir mittlerweile ans Herz gewachsen. Ich habe die bisher vier erschienen Bücher alle mehr oder weniger sehr gerne gelesen.

Beschreibung des Buches:
Der Krimi „Provenzalische Schuld“ von Sophie Bonnet ist 2018 als Taschenbuch im Blanvalet-Verlag erschienen. Das Buch hat 333 Seiten. Das Titelbild zeigt ein dörfliches Idyll in der Provence.

Am Ende des Buches gibt es ein dreiseitiges Glossar, das die benutzten französischen Begriffe erläutert und drei Rezepte zum Nachkochen, der im Buch beschriebenen Speisen.

Kurze Zusammenfassung:
Eigentlich wollten Pierre Durand und seine Freundin, Charlotte, die Köchin, ein paar Tage in den wohlverdienten Urlaub fahren. Doch kurz vor ihrer Abreise wird die Frau des Bürgermeisters vermisst. Da zuvor zwei Frauen in der Hochprovence auf mysteriöse Weise zu Tode kamen, ist Durand alarmiert. Als dann auch noch der Bürgermeister unter Verdacht gerät, seiner Frau etwas angetan zu haben, muss sich Pierre Durand auf die Spur der Vermissten machen.

Mein Leseeindruck:
Endlich mal wieder ein Krimi, der mir richtig gut gefallen hat. So haben mich die Charaktere, die Schauplätze als auch die Handlung voll überzeugt können. Der Krimi ist durchweg spannend, hat seine humorvollen Stellen und vertraute Personen.

Der Urlaubscharakter fehlt ebenfalls nicht, da sich die Szenen in Urlaubsgebieten abspielen. So nimmt man als Leser am Leben in dörflicher Idylle, an Wanderungen als auch Einkehrschwüngen teil. Nebenbei erfährt man auch etwas über das Geocaching (Schnitzeljagd nach Dosen über GPS-Daten).

Man tappt, wie auch der Kommissar, bis fast zum Schluss im Dunkeln. Ein Verdacht macht sich breit, aber die endgültige Lösung des Falles bleibt fast bis zum Ende offen.

Kommissar Pierre Durand wächst einem von Fall zu Fall ans Herz. Er hat eine nette Art und sein Liebesleben gerät unter seiner intensiven Ermittlungsarbeit so manches Mal unter die Räder.

Mir gefallen die Dorf- und Landschaftsbeschreibungen sehr gut. Man fühlt sich in die Urlaubsidylle hineinversetzt und hat die Szenen dadurch sehr schön vor Augen. Für den Leser gibt es keinen Ermittlungsvorsprung, da der Fokus meistens auf den Kommissar gelegt ist.

Mich muss ein Urlaubs-Krimi unterhalten, ich brauche hier nicht unbedingt die gesellschaftskritischen Themen.

Fazit:
Ein Urlaubskrimi, wie geschaffen für den Frankreich-Urlaub. Man kann ihn aber genauso gut an sonnigen Tagen auf der Terrasse im Liegestuhl liegend lesen. Von Vorteil ist es, wenn man die ersten Fälle des Kommissars kennt.

Bewertung: ***** von *****

Abgetaucht (Andrea Habeney)

Ein Urlaubskrimi – Jenny Beckers siebter Fall

Die Krimis von Andrea Habeney rund um die Kommissarin Jenny Becker haben mir bisher alle recht gut gefallen, so musste ich natürlich auch wieder diesen neuen Fall lesen, auch weil ein Teil des Krimis in Frankfurt und Umgebung spielt.

Beschreibung des Buches:
Der Krimi „Abgetaucht“ von Andrea Habeney ist 2017 im mainbook-Verlag als Taschenbuch erschienen. Das Buch hat 234 Seiten. Das Titelbild ist in Rot, Schwarz und Pastell-Orange gehalten.

Im Vordergrund sieht man einen Taucher in einem roten Gewässer umringt von Palmen. Im Hintergrund ist ein Teil der Frankfurter Skyline zu sehen, am Himmel sieht man Kondensstreifen von Flugzeugen. Auf der Rückseite schwimmt ein Bembel mit einem Apfel im palmenumrankten Wasser.

Wie auch beim letzten Fall deutet das Cover auf unterschiedliche Ermittlungsorte hin.

Kurze Zusammenfassung:
Lars Gruber findet seine beste Freundin tot in ihrer Frankfurter Wohnung. Nachdem er in seiner alten Dienststelle Kommissar Karl erreicht, beginnt für die beiden die Ermittlungsarbeit, denn Lars ist mittlerweile Privatdetektiv.
Als der Hauptverdächtige Pilot Michael Danner auf Thailand unter merkwürdigen Umständen ums Leben kommt, fliegt Lars nach Thailand, um Klarheit in den Fall zu bringen.

In Frankfurt unterstützt ihn Jenny Becker, die den plötzlich und schnell abgeschlossenen Fall näher untersucht…

Mein Leseeindruck:
Das Titelbild hat mir zuerst nicht gefallen im Vergleich zu den Vorgänger-Fällen, die doch etwas farbiger gestaltet waren. Doch je länger ich mir das Cover anschaue, desto mehr entdecke ich darauf – es beinhaltet wirklich eine Menge Details, die in dem Krimi eine Rolle spielen.

Eigentlich hatte ich mit einer deutlich größeren Ermittlungsarbeit von Jenny Becker gerechnet, aber in diesem Krimi spielt der Ex-Polizist Lars die Hauptrolle. Er ist es, der nach Thailand reist und sich dort unter die Taucherszene mischt – wer sich bisher nicht mit dem Tauchen befasst hat, der erhält hier einige neue Einblicke.

Ein wenig fehlte mir in diesem Krimi der Lokalkolorit, den ich von den bisher gelesenen Krimis um die Kommissarin Jenny Becker kenne. Allerdings war mir das nach Lesen des Klappentextes bereits im Vorhinein schon klar. Dafür bekommt man einen kleinen Eindruck vom Urlaubsparadies Thailand.

In diesem Krimi geht es hauptsächlich um Beschattungsarbeit, Zeugenbefragung und Aktenermittlungen, die eigentlichen Taten werden nicht in ihrer besonderen Grausamkeit geschildert – das kommt mir sehr entgegen. Ich mag eher Krimis, in denen es um die Ermittlungsarbeit geht.

In der Taucherszene scheint sich die Autorin gut auszukennen, denn hier gibt es ausführliche Beschreibungen von den Vorbereitungen, zu den tollen Ausflügen bis hin zu den Nachbereitungen eines Tauchganges. So bekommt man Lust, sich einmal selbst in der Unterseewelt umzuschauen.

Der Fokus in den einzelnen Kapiteln ist hauptsächlich auf den sympathisch dargestellten Privatdetektiv Lars Gruber gerichtet, so hat man als Leser keinen „Vorsprung“ und kann „mitraten“. In diesem Krimi entfallen komplizierte und verwirrende Rückblicke. Die Anzahl der Akteure ist überschaubar.

Andrea Habeney hat die Fährten gut gelegt, lässt den Leser aber bis zum Schluss im Ungewissen. So bleibt der Krimi bis zur letzten Seite so spannend, dass ich das letzte Drittel am Stück fertig lesen musste.

Auch wenn manche Dinge etwas unglaubwürdig  wirken (Lars reist nach Thailand und kauft sich so nebenbei dort ein kleines Haus), so sind sie doch prima in die Geschichte hineingewoben.

Hinweis:
Man muss die sechs früheren Fälle nicht gelesen haben, um in diesen Krimi einzutauchen.

Fazit
Spannend und abwechslungsreich, da der Krimi nicht nur in Frankfurt, sondern auch im Urlaubsparadies Thailand spielt.

Bewertung: **** von *****