Das Original (John Grisham)

Die Welt der Bücher

Ich mag die Bücher von John Grisham, da sie meist Gerichtsfälle behandeln, doch hier geht es um einen Raub von Manuskripten und deren Wiederbeschaffung.

Beschreibung des Buches:
„Das Original“ von John Gisham ist 2017 im HEYNE-Verlag als Hardcover erschienen. Der Roman hat 365 Seiten. Der Buchumschlag zeigt einen Sonnenuntergang mit Palmen am Meer.

Kurze Zusammenfassung:
Die Bibliothek der Universität Princeton hat fünf handgeschriebene Manuskripte von F.Scott Fitzgerald. Diese werden in einem perfekten Coup gestohlen. Schon nach kurzer Zeit hat das FBI eine Spur und nimmt die ersten Verdächtigen fest. Doch von der Beute gibt es zunächst keine Spur. Als die Versicherung und FBI herausfinden, dass die Manuskripte wahrscheinlich in Florida auf Camino Island in einer Buchhandlung gelandet sind, beauftragen sie die junge und erfolglose Autorin Mercer Mann, sich in das Leben des Buchhändlers Bruce Cable einzuschleichen…

Mein Leseeindruck:
Wie ich schon im Klappentext herauslesen konnte, handelt es sich bei dieser Geschichte nicht um einen Gerichtsroman. Trotzdem hat mir dieses Buch recht gut gefallen, geht es doch in der Hauptsache um das Thema Bücher.

Zu Beginn hat man das Gefühl, dieser Roman könnte sich als Thriller entpuppen, als es aber um die „Aufklärung“ des Diebstahls geht, wendet sich das Blatt.

Jetzt spielen sich die meisten Szenen im Bücher-Milieu ab. Buchhändler, Autoren und Leser treffen rund um die Buchhandlung aufeinander. Es gibt viele amüsante Gespräche über Klassiker als auch über aktuelle Bestseller. Natürlich wird auch über alte Manuskripte und über die Entstehung von Romanen und das Erschaffen durch die Autoren gesprochen. Gerade das hat mir bei diesem Buch so gut gefallen.

Dass sich die junge Autorin und der Buchhändler nahe kommen, passt nicht so ganz zu Grishams Schreibstil, trotzdem gehört es zwangsläufig zu dieser Geschichte. Man beginnt sich zu fragen, ob die Autorin tatsächlich noch an der Aufklärung des Falles interessiert ist.

Ich fand die Handlungen durchweg interessant. Die Beschreibungen der kleinen Insel, das romantische Familien-Ferienhaus, Strand und Meer lassen einen ein gewisses Urlaubsfeeling aufkommen.

Fazit
Der Roman ist kurzweilig und gerade für Buchliebhaber sehr lesenswert, aber auch Krimifans kommen auf ihre Kosten.

Bewertung: **** von *****

 

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Durst (Jo Nesbo)

Packend bis zum bitteren Ende

Von Jo Nesbo und seinem Ermittler Harry Hole habe ich schon den ein- oder anderen Krimi gelesen. Dieses Mal habe ich mich an eine ziemlich blutige Variante herangetraut.

Beschreibung des Buches:
„Durst“ ist 2017 im Ullstein-Verlag als Hardcover mit 624 Seiten erschienen. Es handelt sich um den 11. Band der Reihe um den Ermittler Harry Hole. Der Titel spricht für sich (es geht um „Vampirmorde“), das Cover zeigt eine (wahrscheinlich) norwegische Seenlandschaft.

Kurze Zusammenfassung:
Harry Hole wird zu Ermittlungen um zwei Morde an Frauen hinzugezogen. Er ist bekanntlich der beste Serienmord-Ermittler, den Oslo zu bieten hat. Eigentlich wollte Harry mehr Zeit mit seiner Frau Rakel und deren Sohn Oleg verbringen, deshalb unterrichtet er mittlerweile an der Polizeihochschule. Aber diese neuen Fälle haben es in sich, er kann einfach nicht anders, er muss den „Vampir“ fangen…

Mein Leseeindruck:
Auch wenn mich die vielen Seiten dieses Buches zunächst etwas abschreckten, so war es an keiner Stelle langweilig, man ist ständig gefordert mitzuraten und jede einzeln gelegte Spur vom Autor mit zu verfolgen. Da kann man nicht einfach zwischendurch „abschalten“.

Die Spannung ist durchweg gegeben. Man vermutet hinter jeder Andeutung einen Hinweis, einen Verdacht.

Es kommen viele Personen in diesem Krimi vor, den ich übrigens eher in das Genre Thriller einsortieren würde. Die Namen sind so unterschiedlich gewählt, dass ich sie mir sehr gut einprägen und die Personen, natürlich auch aufgrund ihres herausgearbeiteten Charakters unterscheiden konnte.

Die Story ist genial durchdacht, immer wieder werden Fährten gelegt, die man bei achtsamen Lesen auflesen und somit den Fall fast selbst lösen kann.

Die manchmal etwas seltsam anmutenden Ermittlungstätigkeiten von Harry gipfeln hier im Kauf einer Bar, nur um dann den Barkeeper als verdeckten Ermittler „nutzen“ zu können. Das klingt seltsam, passt aber zu Harrys ganz besonderer Arbeit im Zuge einer Ermittlung.

Fazit:
Auch wenn ich so blutige Geschichten nicht gerne lese (es geht letztendlich um Vampirismus), dieser Thriller ist wirklich etwas Besonderes – sehr, sehr packend!

Bewertung: ***** von *****

Stimme der Toten (Elisabeth Herrmann)

Spannender Thriller

Von Elisabeth Herrmann habe ich bisher nur den Krimi „Totengebet“ gelesen, den ich nachverhaltenem Anfang, am Ende sehr spannend fand.

Beschreibung des Buches:
„Stimme der Toten“ von Elisabeth Herrmann ist als Hardcover im Goldmann-Verlag im 2017 erschienen. Das Buch hat 537 Seiten. Auf dem Titelbild sieht man ein verregnetes Fenster durch das man auf ein Haus schaut. Die Tropfen und der Titel sind auf diesem Buchumschlag leicht hervorgehoben. Es handelt sich um den zweiten Teil der Krimireihe um die Tatortreinigerin Judith Kepler.

Kurze Zusammenfassung:
Judith Kepler ist Tatortreinigerin. Ihr Einsatz in einer großen Bank mitten in Berlin, in der sie die Spuren eines Selbstmordes beseitigen soll, lässt sie an dieser These zweifeln. Sie gibt der Kriminalpolizei einen entscheidenden Hinweis und wird so in den Sog der Ermittlungen hineingezogen: Der unheimliche Bastide Larcan kennt Judiths Vergangenheit, sogar Dinge, von denen sie bisher nichts wusste…

Mein Leseeindruck:
Auch wenn man den ersten Teil „Zeugin der Toten“ noch nicht gelesen hat, kommt man schnell in die Geschichte um Judith Kepler hinein.

Der Fokus dieses Krimis, den ich eher in die Kategorie Thriller einordnen würde, liegt hauptsächlich auf der Protagonistin Judith Kepler. Allerdings spannt Elisabeth Herrmann auch zahlreiche Handlungsstränge mit vielen anderen Personen, die nicht nur in Berlin sondern auch in Paris, in der Schweiz und in einem Ostdeutschen kleinen Städtchen spielen. Gekonnt führt sie dieses immer wieder zusammen, so dass der ganze Roman einen gelungenen Abschluss findet.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig und genau. Fast wie in einem Drehbuch beschreibt sie die einzelnen Szenen, was mir sehr gut gefällt. Mit ihrer Protagonistin Judith Kepler ist Elisabeth Herrmann eine Person gelungen, die zwar oftmals unsicher und deprimiert wirkt, die aber dann, wenn es darauf ankommt und sie von ihrer Kindheitsgeschichte eingeholt wird, tapfer gegen alle Menschen ankämpft, die sich ihr in den Weg stellen – und  – die einen weichen Kern hat.

Besonders spannend finde ich in diesem Thriller, dass man von keiner Person von Anfang an erahnen kann, ob sie zu den Guten oder Bösen gehört. So gibt es immer wieder Überraschungen…

In diesem Roman werden einige aktuelle Themen verarbeitet: So geht es u.a. um eine Kleinstadt, in der eine große Gruppe von Menschen versucht, alle Menschen, die sich nicht ihrer Meinung anschließen und Fremde zu vertreiben. Die Erlebnisse, die Judith dort hat, sind sehr beängstigend und man stellt sich die Frage, wer hier „versagt“ hat. In anderen Kapiteln geht es um die Aufarbeitung von Judiths Kindheit, sie wuchs in einem Kinderheim der DDR auf. Und auch wer Spionagegeschichten liebt, wird hier auf seine Kosten kommen.

Der gesamte Thriller ist durchweg fesselnd. Ich habe mich auf keiner Seite gelangweilt. Mir hat es besonders gefallen, dass die verschiedenen Protagonisten so gut beschrieben waren, dass ich sie mir, obwohl es in diesem Buch viele Beteiligte gibt, sehr gut merken konnte.

Fazit
Ein Krimi (der sich zum Thriller entwickelt) mit sehr aktuellen Themen, den man nicht mehr aus der Hand legen kann.

Bewertung: ***** von *****

 

Der Anruf kam nach Mitternacht (Tess Gerritsen)

Die große Suche – oder – auf der Flucht

Ich habe schon Bücher von Tess Gerritsen gelesen, war aber bisher nicht ganz so begeistert von ihren Thrillern. Der Titel dieses Buches klang spannend und auch das Titelbild hat mich angezogen.

Beschreibung des Buches:
„Der Anruf kam nach Mitternacht“ von Tess Gerritsen ist 2017 als Taschenbuch im HarperCollins Verlag mit 304 Seiten erschienen. Es handelt sich um das Erstlingswerk der Autorin, das hier in einer Neuauflage herausgegeben wurde. Auf dem Titelbild ist eine Taschenuhr mit Blutspritzern abgebildet.

Kurze Zusammenfassung:
In einem Hotel kommt ein Mann bei einem Brand ums Leben. Es handelt sich zweifelsohne um Geoffrey Fontaine, den Ehemann Sarahs, die erst zwei Monate zuvor geheiratet hatten. Nachdem Sarah feststellen muss, dass ihr Mann offensichtlich ein Doppelleben geführt hat und sie dann plötzlich doch einen Anruf von ihm bekommt, macht sie sich von Washington aus auf die Suche nach ihm in Europa. Unterstützt wird sie vom Botschafter Nick O’Hara. Während ihrer Suche (und späteren Flucht) kommen die Zwei sich näher…

Mein Leseeindruck:
Nachdem ich das Buch am Anfang sehr spannend fand, so dümpelte die Geschichte später nach und nach vor sich hin. Aus der Suche wird eine Flucht vor immer mehr Verfolgern. Schwerstkriminelle mit üblen Methoden als auch Behörden zwingen Sarah und Nick immer wieder weiter zu reisen. Man blickt nicht ganz durch wer nun hinter wem her ist und ob Sarahs Mann tatsächlich noch am Leben ist.

Dieser Thriller spielt in der Zeit vor der Wende teilweise auch im geteilten Berlin. Besonders auffallenden die zahlreichen Telefonate aus Telefonzellen heraus.

Ich würde dieses Buch als Spionagethriller (mit vielen Toten) und mit eingebetteter Liebesgeschichte beschreiben. Der Schreibstil ist flüssig, die Schauplätze London, Berlin, Amsterdam gut ausgewählt, aber bezüglich ihrer Atmosphäre nicht besonders beschrieben, das Hauptaugenmerk liegt eindeutig auf den Handlungssträngen und Action.

Schade finde ich, dass man hier dem Leser ein „altes“ Buch der Autorin als Neuerscheinung in 1. Auflage verkauft.

Fazit:
Wer einen Thriller lesen möchte, der offensichtlich das Erstlingswerk der Autorin ist und vor 1989 spielt, der ist hier richtig. Mir hat er nur mittelmäßig gefallen.

Bewertung: ***

Todesreigen (Andreas Gruber)

Spannend!

Von Andreas Gruber und der Reihe um Maarten S. Sneijder habe ich bereits Todesurteil und Todesmärchen gelesen. Diese beiden Bücher haben mir schon besonders gut gefallen, jetzt konnte ich diesen Thriller lesen.

Beschreibung des Buches:
Der Thriller „Todesreigen“ ist im Goldmann-Verlag im September 2017 erschienen. Er hat 570 Seiten. Der Autor Andreas Gruber ist Österreicher. Er hat bereits mehrere Romane veröffentlich u.a. auch zwei verschiedene Thriller-Reihen.
Das schwarze Cover zeigt zwei streitende gelbe Vögel. Es passt irgendwie nicht zu den anderen beiden Büchern dieser Reihe…

Kurze Zusammenfassung:
Kommissarin Sabine Nemez vom BKA Wiesbaden glaubt nicht an die angeblichen Selbstmorde mehrerer Kollegen. Obwohl sie nicht in diesen Fällen ermitteln darf, versucht sie auf die Hilfe ihres suspendierten Kollegen/Profilers Maarten S. Sneijder zurück zu greifen. Doch der verweigert seine Mithilfe, er rät ihr dringend vor weiteren Ermittlungen ab. Doch als Sabine plötzlich verschwindet, macht er sich auf die Suche nach ihr und versucht Klarheit in einem Fall zu schaffen, der Jahrzehnte zurück liegt. Hat der aus der Haft entlassene Hardy seine Hände im Spiel?

Mein Leseeindruck:
Ein Thriller, der mich mal wieder richtig gefesselt hat. Liegt es am Schreibstil? An den vielen Fäden, die der Autor spannt? An dem skurrilen Profiler Sneijder oder an dem Fall? Irgendwie an allem!

Das Buch ist aufgeteilt in verschiedene Sichtweisen. So liegt der Fokus der einzelnen Kapitel teilweise in der Jetztzeit, ein paar Tage vor dem aktuellen Geschehen und in der fernen Vergangenheit, dies wird durch die Überschriften gekennzeichnet.

Auch wenn viele Personen/Namen in diesem Thriller vorkommen, so verliert man nie den Überblick, was mir bei manchen Büchern durchaus passiert. Hier sind offensichtlich die Namen so gut gewählt, dass ich sie mir besser einprägen und zuordnen kann. Manches Mal hilft es mir tatsächlich, wenn ein Gegenstand (z.B. Auto, Haus) einer Person sehr differenziert beschrieben wird, dann habe ich ein besseres Bild von diesem Protagonisten im Kopf.

Die zahlreichen Spuren, die Andreas Gruber legt, lassen einem beim Lesen schnell einen voreiligen Verdacht ziehen, der so nach und nach wieder entkräftet wird. Wie schafft es ein Autor, diese Fäden am Ende wieder so gekonnt zusammen zu führen? Andreas Gruber gelingt dies! Es fasziniert mich.

Mich hat der Thriller von der ersten Seite an gefesselt. Die mir schon bekannte Kommissarin und der fast immer mürrische Profiler Sneijder muss man einfach gern haben. Seine Sprüche sind hart, aber manches Mal muss man einfach schmunzeln, so treffend sind sie in der jeweiligen Situation. Die Kommissarin ist tough, sie lässt sich niemals unterkriegen.

Wer schwache Nerven hat, der muss an einigen Stellen dezent über die sehr genauen Beschreibungen hinweg lesen. Wer Spannung liebt, der kommt voll auf seine Kosten.

Fazit:
Endlich mal wieder ein Thriller, der mir rundum gefällt. Wie wird es mit Sabine Nemez und Maarten S. Sneijder weitergehen? Ich warte gespannt auf das nächste Buch von Andreas Gruber!

Bewertung: *****

Glashaus (Christian Gailus)

Spannend und von erstaunlicher Aktualität

Ich mag Thriller, aber an einen Cyberthriller habe ich mich bisher noch nicht herangetraut. Auch der Autor war mir bisher nicht bekannt.

Beschreibung des Buches:
„Glashaus“ von Christian Gailus ist im Januar 2017 in einer Kindle Edition mit 462 Seiten im beTHRILLED by Bastei Entertainment Verlag erschienen.  Auf dem Titelbild sieht man das Berliner Regierungsviertel von der Spree aus gesehen. Im oberen Teil des Bildes prangt eine nicht erkennbare Person mit Kapuze.

Kurze Zusammenfassung:
Das Glashaus (in diesem Buch) ist die Sondereinheit der Bundesregierung zur Bekämpfung der Cyberkriminalität. Das Team hat seinen Sitz in Berlin. Es besteht aus einer Staatsanwältin, einem ehemaligen Polizisten und diversen IT-Spezialisten

Die Gruppe hat sich gerade installiert als der selbsternannte „Goodspeed“, ein Hacker, seine Künste zeigt. Er manipuliert die Nachrichtensendungen deutschlandweit so, dass auf allen Kanälen die gleiche „Falschnachricht“ gesendet wird. Das ist der Vorgeschmack auf das, was „Goodspeed“ vorhat, er zeigt seine Macht im Internet und über das Land…

Mein Leseeindruck:
Erstaunlich, mit welcher Aktualität dieser Thriller punktet.  Vieles, was hier geschieht, mussten wir die letzten Wochen und Monate schon erleben.

Dieser Thriller ist so packend und teilweise so nah an der Realität, dass man es mit der Angst zu tun bekommen kann. Die Protagonisten sind super ausgewählt und dargestellt. Im Laufe des Thrillers bekommt man mehr und mehr Einblick in das Seelenleben der Personen. Da gibt es den ehemaligen Afghanistan-Soldaten, der ein Attentat nur schwer verletzt überlebt hat (und im „Glashaus“ arbeitet“), die junge Staatsanwältin, die sich manchmal auch nur nach Geborgenheit sehnt, die jungen Hacker, die durch ihr Wissen im Cyberspace und wenigen realen Kontakten manipulierbar geworden sind…

Die Ideen, wie man auch medizinische Hilfsmittel „missbrauchen“ und manipulieren kann, sind in diesem Buch auf erschreckende Weise beschrieben und heute wirklich nicht mehr realitätsfremd bzw. fern. Irgendwie scheint es nichts mehr zu geben, was uns früher als „unmöglich“ erschienen war.

Der Schreibstil des Autors ist locker und flüssig. Die einzelnen Kapitel und Unterkapitel beschreiben die Aktionen/Situationen wie einen Countdown. Stadt, Örtlichkeit und Uhrzeit bestimmen das jeweilige Kapitel. Alle Szenen spielen in und um Berlin. Die oft angewandte Wörtliche Rede gibt dem ganzen Thriller noch eine besondere Lebendigkeit.

An manchen Stellen war mir die Problemlösung (stundenlanger, kompletter und manipulierter Stromausfall in ganz Deutschland) etwas zu schnell und einfach. Es kam mir vor, als wäre es kein wirkliches Problem für die Eingreiftruppe „Glashaus“.  Ebenso fehlte es mir ein wenig an Beschreibung wie es den Menschen mit dem Stromausfall und dem Wiederanlaufen der Infrastruktur ergangen ist.

Fazit:
Mich hat das Buch sehr „fasziniert“. Es macht einem bewusst, dass man mittlerweile ständig unter Beobachtung steht, dass die Dimension Cyberkriminalität eine große Gefahr birgt, die wir uns eigentlich nicht wirklich ausmalen können. In diesem Buch erfährt man sie hautnah.

Bewertung: ****

Die Akte Zodiac I-IV (Linus Geschke)

Ein Thriller gepaart mit realen und fiktionalen Mordfällen

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Diese Rezension bezieht sich auf die Teile I bis IV des Buches „Die Akte Zodiac“, die nur alle zusammen diesen Thriller bilden.

Beschreibung des Buches:
„Die Akte Zodiac“, ein Thriller von Linus Geschke, ist 2016 im Edel Elemts Verlag als E-Book erschienen. Er umfasst insgesamt 297 Seiten (67 + 74 + 75 + 81) Seiten. Auf den Titelbildern ist der Titel in großer Schrift und ein Kreis mit Kreuz zu sehen. Jedes Buch hat einen anderen farblichen (rötlich, schwarz, weiß und grau) Hintergrund ansonsten sind die Titelbilder gleich gestaltet.

Kurze Zusammenfassung:
Im Raum Köln geht ein Killer um. Er versteckt sich hinter einer Maske und ermordet Liebespaare auf abgelegenen Parkplätzen mitten in der Nacht. Ein Ermittlerteam um die Kommissarin Eva Lendt muss den Mörder stoppen. Dem Team zur Seite wird ein Fallanalytiker, Marco Brock, gestellt. Dieser merkt schnell, dass der Maskenmann einem bestimmten Vorbild folgt. So gab es in den 60er Jahren in der San Francisco Bay Area ähnliche Morde.

Mein Leseeindruck:
Realität:
Wenn man über „Zodiac“ recherchiert, so stellt man fest, dass es sich bei den Morden im Raum San Francisco in den 60er Jahren um das Pseudonym eines Serienkillers handelt, der nie gefasst wurde. Der Mörder schickte noch Jahre nach den Morden Briefe an Zeitungsredaktionen, die er mit Symbolen und verschlüsselten Zeichen versah. Einige davon konnten bis heute nicht entschlüsselt werden. Diese tatsächlich stattgefundenen Serienmorde sind Grundlage dieses Thrillers.

Mittlerweile gibt es auch zahlreiche Verfilmungen, die diese Serienmorde als Vorlage nutzen.

Fiktion:
Der Thriller von Linus Geschke steigt gleich in das Geschehen ein, schon zu Beginn wird das erste Pärchen an einem See in der Nähe von Hürth bei Köln ermordet. Dem Ermittlerteam um die Kommissare Eva Lendt und Oliver Lamprecht wird schnell der Fallanalytiker Marco Brock zur Seite gestellt. Dieser hat eine andere Herangehensweise als die Kommissare. So findet sich zunächst auf keiner Seite Sympathie zueinander, denn jeder hat seine eigene Arbeitsweise und traut dem anderen nicht.

Der Thriller ist in verschiedene Sichtweisen und Zeitebenen unterteilt. Bekommt man als Leser zunächst eine sehr detailreiche Beschreibung des Arbeitsplatzes und der Arbeitsweise der Kommissare, so erfährt man über andere Erzählstränge einiges über den Fallanalytiker und die Opfer. Im Rückblick werden wiederum die Parallelfälle des Serienkillers in den USA in den 60er Jahren gekonnt in diesen Thriller eingebettet, so dass die Spannung wächst und wächst, weil man Vergleiche zieht und erwartet, dass der Serienkiller auch um Köln wieder zuschlägt.

Linus Geschke ist es gelungen, den tatsächlichen Fall eines Serienkillers der 60er Jahre in den USA mit fiktionalen Fällen in der Gegenwart zu einem absolut spannenden Thriller zu verweben. Gerade weil es den Zodiac-Killer wirklich gab und er nie gefasst wurde, hat mich dieses Buch sehr gefesselt. Der Erzählstil des Autors gefällt mir gut. Neben der reinen Ermittlungsarbeit und den Mordfällen, die recht detailreich beschrieben sind, hat auch das Ermittlerteam ein „eigenes Privatleben“, was mir ganz gut in Krimis und Thrillern gefällt.

Fazit:
Die Idee reale Mordfälle mit den fiktionalen Mordfällen zu verbinden hat mir in diesem Thriller besonders gut gefallen. Irgendwie bin ich nach dem Lesen immer noch „aufgeregt“, gerade weil der zurückliegende Fall in den USA bis heute nicht gelöst wurde.

Bewertung: *****