Der Preis des Todes (Horst Eckert)

Ein spannender Politthriller – sehr realitätsnah

Nachdem ich den Klappentext dieses Buches gelesen hatte, musste ich das Buch haben.

Beschreibung des Buches:
„Der Preis des Todes“ ist 2018 im Rowohlt-Verlag als Hardcover mit 414 Seiten erschienen. Auf dem Titelbild sieht man eine Frau, die in einem hell erleuchteten Büro zu telefonieren scheint, offensichtlich handelt es sich bei dem ansonsten im Dunkeln umhüllten Gebäude um einen Bürokomplex.

Kurze Zusammenfassung:
Sarah Wolf ist eine bekannte Düsseldorfer Journalistin mit eigener politischen Talkshow in der ARD. Im Zuge ihrer journalistischen Arbeit hat sie den Bundestagsabgeordneten Christian Wagner kennen und lieben gelernt. Kurz nachdem er mit einem international agierenden Krankenhausbetreiber in Verbindung gebracht wird, findet man ihn tot in seiner Wohnung. Als Todesursache wird zunächst von Selbstmord ausgegangen. Sarah ist von der Selbstmordtheorie nicht überzeugt und beginnt eigene Recherchen. Ihre Suche nach der Wahrheit bringt sie nach Kenia ins Flüchtlingslager Dadaab. Hier begegnet sie skrupellosen Menschen…

Mein Leseeindruck:
Dieser Roman hat alles, was ein Politthriller braucht: Spannung, Aktualität und Bezug zur Politik. Er spielt in Düsseldorf, Berlin und Kenia. Im Roman liegt der Fokus hauptsächlich auf Sarah, immer mal wieder erhält man aber auch Informationen über die Ermittlungsarbeit der Kriminalpolizei, die, wie sich herausstellt, u.a. von Sarahs verschwundenem Vater (Kriminalbeamter) begleitet wird.

Gerade die Beziehungen, die unter den Verdächtigen, Ermittlern und Betroffenen bestehen, machen den Reiz dieses Romans aus. Nicht nur die Ermittlungsarbeit, die Sarah nach Kenia führt, sondern auch ihr Privatleben als Journalistin, Tochter und Geliebte bringen die Würze in diesen Thriller.

Der aktuelle Bezug (Geschäfte mit dem „Gesundheitswesen“, mehr möchte ich nicht verraten) macht dieses Buch zu einem sehr realitätsnahen Leseerlebnis in das man eintaucht, während man hofft, dass das Beschriebene sich nicht wirklich genauso abspielt.

Ob der Autor tatsächlich in Kenia vor Ort recherchiert hat ist mir nicht bekannt. Allerdings sind die örtlichen Beschreibungen sehr detailliert. Man möchte nicht wirklich in der Haut von Sarah stecken.

Die einzelnen Fäden dieses Thrillers sind wunderbar gespannt, sie führen erst ganz zum Schluss zu einer schlüssigen Lösung. Zwischendurch tappt man wirklich ziemlich im Dunkeln, wer hier der/die eigentliche Drahtzieher des Ganzen ist.

Die Recherchearbeit des Medienprofis Sarah unter dem Deckmantel ihrer Talkshow wirkt sehr realitätsnah. Man bekommt einen tollen Einblick in die Arbeit von Journalisten, die sich mit all ihrem Herzblut in eine Reportage vor Ort „stürzen“.

Die Charaktere sind sehr gut herausgearbeitet, mit den Sympathischen leidet man mit, die anderen würde man gerne in ihrem Tun stoppen.

Fazit:
Ein sehr realistisch entwickelter Politthriller mit sehr brisantem Thema – sehr spannend!

Bewertung: ***** von *****

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Die Party (Elizabeth Day)

Fesselnd – die Sehnsucht eines Menschen nach Freundschaft oder doch nach Geld?

Ein geheimnisvolles Titelbild und die Kurzbeschreibung haben mich dazu verführt, dieses Buch zu lesen. Die Autorin hat noch weitere Bücher veröffentlicht.

Beschreibung des Buches:
„Die Party“ ist im Jahr 2018 im Dumont-Verlag als Taschenbuch mit 399 Seiten erschienen.  Das Buch wurde aus dem Englischen übersetzt (Originaltitel „The Party“). Auf dem Titelbild sieht man einen roten Autogurt aus einer Autotür eines eher älteren Autos heraushängen.

Kurze Zusammenfassung:
Martin, eher der Verlierertyp, sucht die Freundschaft zu Ben. Ben, Kind einflussreicher Eltern, erliegt bald dem ihn umschwärmenden Martin, der auch von Bens Eltern schnell als Familienmitglied aufgenommen wird. Was verbindet die zwei ungleichen jungen Männer? Martin und seine Frau Lucy sind von Ben und seiner Frau Jahre später als Partygäste geladen – hier kommt es am Ende zum Eklat…

Mein Leseeindruck:
Eine spannende Geschichte: Ein junger Mann verfällt der Obsession, einen Gleichaltrigen zu kopieren. Er nimmt seine Vorlieben an, kauft sich die gleiche Kleidung und erschleicht sich so langsam das Vertrauen der ganzen Familie seines „Opfers“. Dann kommt es nach einer Party zu einem Unfall – eine junge Frau kommt zu Tode.

Der Roman ist in verschiedenen Zeitebenen und aus der Sicht verschiedene Protagonisten erzählt. Während Martin aus den Anfängen seiner Freundschaft zu Ben in Rückblicken berichtet, bekommt man als Leser einen weiteren Eindruck von Martin aus dem Notizbuch seiner Frau Lucy. Die Blickwinkel erfolgen hier allerdings in einer gewissen Unregelmäßigkeit, so dass man manchmal leicht den Faden verliert. Befindet man sich gerade in der Gegenwart? Oder wird gerade von den Anfängen der Freundschaft erzählt. Da muss man schon genau die Überschiften beachten.

Die Geschichte entwickelt sich langsam, aber recht spannend. Zuerst erkennt man nicht die Zusammenhänge, doch im Laufe des Romans kann man sich schon langsam ein eigenes Bild von Martin und Ben machen.

Martin schweift auch beim Erzählen des aktuellen Geschehens immer wieder in die Vergangenheit ab, wenn er sich an bestimmte Dinge und Gefühle erinnert. Lucy analysiert Martins Verhalten. Sie nutzt ihr Notizbuch zur Aufarbeitung ihrer Beziehung zu Martin, der sie offensichtlich nie richtig lieben konnte, weil er ständig von der Besessenheit zu Ben ergriffen ist.

Nach und nach bekommt der Leser die Geschehnisse rund um den Unfall nach der Party serviert. Das wirft plötzlich ein ganz anderes Licht auf Martin. Man erhält letztendlich ein ganz anderes Bild von Martin als das, was man es sich zunächst von ihm gemacht hat.

Das Ende kommt dann für mich doch etwas plötzlich. Hier hätte ich doch mehr erwartet.

Fazit:
Ein spannender Roman, der sich langsam entwickelt und zunächst das Ende nur erahnen lässt. Ich würde diesen Roman in die Kategorie Psychothriller einordnen, der auch einen gesellschaftskritischen Aspekt bietet:  Fazit: Der Mensch ist käuflich…

Bewertung: **** von *****

Rachewinter (Andreas Gruber)

Thriller der Extraklasse

Von Andreas Gruber habe ich schon einige Thriller gelesen. Es gibt die verschiedensten Reihen, dieser Thriller gehört zur Reihe um Kommissar Walter Pulaski (Leipzig) und Anwältin Evelyn Meyers (Wien) von denen bereits „Rachesommer“ und „Racheherbst“ erschienen sind.

Beschreibung des Buches:
Der Thriller „Rachewinter“ ist im Goldmann-Verlag als Taschenbuch im Oktober 2018 erschienen. Er hat 586 Seiten.
Auf dem Cover, das blaugrau gehalten ist, ist eine Distelblüte zu sehen. Es ist analog zu den ersten beiden Teilen der Reihe gestaltet. Das Wort „Rache-Winter“ und die Blüte sind besonders hervorgehoben.

Kurze Zusammenfassung:
In Wien und später auch bei Leipzig werden an aufeinanderfolgenden Tagen mehrere Männer ermordet. Möglicherweise steckt eine unbekannte junge Frau hinter diesen sehr mysteriösen Todesfällen. Ein Mann sucht Anwältin Evelyn Meyers auf und bekennt sich zum ersten Mord. Nachdem Anwältin Evelyn Meyers und ihr Mitarbeiter in einer Sackgasse stecken, versuchen sie mit Hilfe von Kommissar Walter Pulaski, dem möglichen Mörder/in auf die Spur zu kommen. Die Zeit läuft!

Mein Leseeindruck:
Ein fesselnder Thriller von der ersten Seite an, wie ich es bereits von mehreren Büchern von Andreas Gruber gewohnt bin!

Schon im Prolog erwartet einen die sehr detailreiche Sprache Grubers, man könnte fast von einem Drehbuch sprechen, so deutlich vor Augen hat man die einzelnen Szenen. Hier im Prolog wird der erste Mord vor Augenzeugen begannen, die leider nur den Kampf des Opfers erkennen können, der/die Täter/in sind für sie nicht sichtbar.

Der Thriller spielt Anfang März (gerade noch Winter 😉 ) in einem Zeitraum von 5 bzw. 11 Tagen (wenn man den Prolog mitzählt) in Wien und Umgebung sowie Leipzig/Halle. Als Leser hat man Einblick in die Recherchearbeit der Ermittler, aber man ist ihnen teilweise auch voraus, weil man die Mordfälle „miterlebt“, wenngleich man bis zum Schluss im Dunkeln tappt, wer denn der Mörder ist und welche Beweggründe er hat. Die Spuren werden im Laufe des Thrillers gelegt, aber erst am Ende löst sich alles auf.

Mir gefällt an Grubers Thrillern, die unterschiedliche Vorgehensweise der Ermittler, die hier als Kommissar und Anwältin ihre ganz eigenen Methoden haben. In diesem Thriller wird Kommissar Pulaski von seiner Tochter unfreiwillig unterstützt, da der Vater ihrer besten Freundin ein Opfer des Serienmörders ist. Auch Anwältin Meyers hat einen jungen Gehilfen, der sich ganz besonders in die Recherchearbeit stürzt.

Andreas Gruber hat wieder viele Fäden gespannt, die er mit Bravour am Ende schlüssig zusammenfügt. Dabei gelingt es ihm den Thriller auf einem gleichmäßig spannenden Niveau zu halten, manchmal hält man quasi den Atem an! Mir gefällt auch dieses Zusammenspiel der sehr unterschiedlichen Ermittler – die deutsch-österreichische Ermittlungsarbeit.

Fazit:
Ich kann mich nur wiederholen: Ein rundum gelungener Thriller, der nie langweilt und permanent die Spannung hält (man muss aber „Blut sehen können“!). Auch dieses Ermittlerpaar (Meyers/ Pulaski) gefällt mir sehr gut!

Man kann den Thriller auch lesen ohne die vorigen Bände gelesen zu haben.

Bewertung: ***** von *****

Der Kormoran (Martin Österdahl)

Packender Thriller

Der Autor Martin Österdahl ist aufgewachsen in London und Stockholm. Er hat Russisch und Osteuropäische Geschichte studiert. Über zwanzig Jahre hat er für TV-Produktionen gearbeitet und war Programmdirektor eines schwedischen Fernsehsenders.

Beschreibung des Buches:
„Der Kormoran“ ist das Erstlingswerk von Martin Österdahl. Das Buch ist 2018 als Taschenbuch im blanvalet-Verlag mit 574 Seiten erschienen.

Auf dem Titelbild kann man Stockholm erkennen. Das Bild ist in Blau/Schwarz gehalten.

Kurze Zusammenfassung:
Der Thriller spielt im Februar/März 1996, kurz vor den russischen Präsidentschaftswahlen. Der Russland-Experte Max Anger sucht seine Freundin Paschie, die, wie er, bei der schwedischen Denkfabrik Vektor arbeitet. In Sankt Petersburg verlieren sich ihre Spuren. Eigentlich war Max damit beschäftigt, seine Familiengeschichte zu erforschen, aber die Angst um seine Freundin, lässt ihn auf eine gezielte Suche nach ihr gehen. Nachdem auch noch das Mobilfunknetz Opfer eines Hackerangriffes geworden ist, stellt sich langsam heraus, dass es sich hier um zusammengehörige Puzzleteile zu  handeln scheint.

Mein Leseeindruck:
Ein Thriller, der es in sich hat. Nachdem ich zunächst nur langsam in dieses Buch eingestiegen bin, weil ich immer nur wenige Kapitel am Stück gelesen habe, hat sich meine Leselust gesteigert, als ich lange Sequenzen am Stück lesen konnte.

Man muss diesen Thriller tatsächlich am Stück lesen, sonst verwirren einen die vielen Szenewechsel. Die Kapitel sind meist nur 3-7 Seiten lang, hier variiert meist die Sichtweise, so dass man sehr konzentriert lesen muss, um die einzelnen Zusammenhänge zu begreifen.

Zu den kurzen Kapiteln, die im Jahr 1996 spielen, gibt es auch noch Rückblicke in das Jahr 1944, Stockholm. Die geschichtlichen Hintergründe sind hier real, wie so vieles in diesem Roman. Das macht die Stärke dieses Thrillers aus.

Neben der geheimnisvollen Familiengeschichte des Protagonisten, Geheimagenten, dem Ost-West Konflikt und des Kalten Krieges sind auch weitere politische und geschichtliche Aspekte in dieses Buch eingeflossen. Aus diesem Grund habe ich neben dem Lesen dieses Romans ab und an auch die realen geschichtlichen Hintergründe „nachlesen müssen“.

Auch wenn in diesem Thriller wieder zahlreiche Charaktere auftauchen, so verliert man eigentlich nie den Überblick. Die Szenen sind sehr bildhaft beschrieben, an manchen Stellen schauert es einen gewaltig, da sind starke Nerven gefragt. Man kann diese Szenen allerdings an einer Hand abzählen, so dass ich dieses Buch nicht als „blutrünstig“ bezeichnen würde, sie gehören durchaus auch in einem Thriller.

Fazit:
Dieser Thriller ist packend. Er hat reale geschichtliche Hintergründe und es spielt ein Familienschicksal eine tragende Rolle. Das alles zusammen ergibt ein sehr lesenswertes und spannendes Buch.

Bewertung: **** von *****

Schlafe für immer (Mary Higgens Clark – Alafair Burke)

Sehr spannend – was ist die Wahrheit?

Vor Jahren fand ich die Thriller von Mary Higgens Clark sehr spannend, dann hatte ich ein paar Bücher erwischt, die mich nicht so fesselten. Jetzt habe ich mich doch zum zweiten Mal an dieses Autoren-Duo Mary Higgens Clark – Alafair Burke herangetraut – und wurde dieses Mal nicht enttäuscht.

Beschreibung des Buches:
„Schlafe für immer“ vom Autorenduo Mary Higgens Clark und Alafair Burke ist 2018 im HEYNE-Verlag als Hardcover erschienen. Der Roman hat 383 Seiten.

Das Cover ist weiß/grau gehalten. Es zeigt eine Hand auf der sich ein blauer Schmetterling gesetzt hat: Geheimnisvoll, Filigran – so wie die Wahrheit, die in diesem Thriller ans Licht kommen soll.

Es handelt sich um den 4. Band der Reihe um die Fernsehjournalistin Laurie Moran.

Kurze Zusammenfassung:
Nach 15 Jahren Haft kommt Casey Carter wieder aus dem Gefängnis frei. Sie soll ihren Verlobten Hunter Raleigh III ermordet haben. Casey hat immer ihre Unschuld beteuert. Um die Wahrheit ans Licht zu bringen, wendet sie sich an die Fernsehjournalistin Lauri Moran, die mit ihrer Sendung „Unter Verdacht“ ungelöste Kriminalfälle der Öffentlichkeit mit neuen Fakten präsentiert. Auch wenn ihre Mutter und ihre Cousine nicht hinter diesem Vorhaben stehen, so scheinen sie doch nach wie vor zu Casey zu halten.

Mein Leseeindruck:
Schon lange habe ich kein Buch mehr gelesen, das mich so gefesselt hat. Gerade Gerichtsfälle finde ich spannend, auch wenn die Verhandlung 15 Jahre zuvor stattgefunden hat, so gibt es immer wieder Rückblicke bzw. Hinweise, wie es zu der Verurteilung wegen Mordes kam.

Der Sprachstil (bzw. die Übersetzung) dieses Thrillers gefällt mir gut. Die mitwirkenden Charaktere sind gut dargestellt, die Namen nicht verwirrend und auch die Anzahl gerade richtig, um nicht den Überblick zu verlieren.

Die Kapitel sind teils sehr kurz, die Schauplätze wechseln oft, trotzdem wird man als Leser mitgenommen, gerade wenn es um die Planung und Umsetzung der angesprochenen Fernsehsendung „Unter Verdacht“ geht, das ist ganz besonders spannend und interessant.

Schon von Anfang an, wirken die verschiedenen Familienverhältnisse geheimnisvoll. Man ahnt, dass hier noch einiges zutage kommen kann, was den eigentlich so eindeutigen Mordfall in ein ganz anderes Licht rücken wird.

Das Autorenduo legt immer mal wieder kleine Hinweise, die sich wie mehrere rote Fäden durch das Buch spannen. Gerade hat man sich sein eigenes Bild gemacht und glaubt, den Fall gelöst zu haben, da tauchen neue Fakten auf. So macht das Miträtseln besonders Spaß. Am Ende werden diese Fäden gekonnt wieder zusammengeführt.

Der Thriller ist so spannend, dass man nichts um sich herum mehr wahrnimmt – total in die Geschichte versinkt. So habe ich zum Ende des Buches mein Abendessen fast verpasst: Mein Mann hatte gegrillt, das Essen auf den Tisch gestellt, sich dazu gesetzt und gewartet, dass ich auch dazu komme. Nur durch die den Essensduft wurde ich wieder in die Wirklichkeit zurück gerufen…

Auch wenn es sich hier um den 4. Band einer Reihe handelt (was ich erst im Nachhinein bemerkt habe, ich habe sogar schon einen Band der Reihe gelesen, der mir nicht so gut gefiel), kann man diesen Thriller lesen. Wichtige Zusammenhänge werden im Laufe des Romans erzählt.

Fazit:
Ein Thriller nach meinem Geschmack, man kann wieder Mary Higgens Clark lesen. Das Autorenduo Higgens Clark – Burke hat sich nun endlich bewährt. Das Buch ist sehr fesselnd, man kann es kaum aus der Hand legen.

Bewertung: ***** von *****

Als Luca verschwand (Petra Hammesfahr)

Zu viele Personen, zu langatmig, zuweilen spannend

Die Bücher von Petra Hammesfahr reizen mich, weil sie eigentlich immer spannend sind, trotzdem überzeugen sie mich dann doch nicht am Ende zu 100%.

Beschreibung des Buches:
„Als Luca verschwand“ ist 2018 als Hardcover im Diana-Verlag erschienen. Das Buch hat 496 Seiten (wie auch schon die letzten Bücher der Autorin, das finde ich seltsam). Auf dem Titelbild ist ein winterliches Feld vor einer Ortschaft mit einem einzelnen Kinderschuh, an dessen Sohle Blut zu kleben scheint, abgebildet. Das Bild macht neugierig, es wirkt geheimnisvoll.

Kurze Zusammenfassung:
An einem kalten Tag wird der kleine Luca aus seinem Kinderwagen, der vor einer Drogerie steht, entführt. Es ist Winter. Mutter und Bruder befinden sich gerade in der Drogerie um einzukaufen. Unter Verdacht steht zunächst die Oma, aber auch eine merkwürdige ältere Frau zählt bald zu den Tatverdächtigen…

Mein Leseeindruck:
Dieser Roman konnte mich zunächst fesseln, war doch der Anfang recht spannend und versprach ein guter Krimi zu werden. Doch nachdem in die Geschichte mehr und mehr Personen hineingeschrieben wurden, wurde es für mich unübersichtlich.

Ich lese Bücher selten am Stück, so fiel es mir schwer, aufgrund der zahlreichen Charaktere nach ein paar Tagen Pause wieder in den Roman zu finden. Ständig wechselte der Fokus, da gab es Rückblicke und Gedankengänge von Personen, die man sich erst wieder ins Gedächtnis rufen musste.

Bewundernswert finde ich es schon, dass man bei diesen vielen Charakteren als Autorin noch den Überblick hat, mir fehlte er zwischendurch sehr und so sehnte ich das Ende herbei. Aus den ganzen Verwicklungen und Verbindungen der Personen zueinander, hätte man sicherlich mehrere Krimis/Thriller schreiben können, warum packt man alles in einen Roman?

Interessant fand ich die Oma des entführten Jungen, eine bekannte Autorin, die sich einen jungen Liebhaber an Land gezogen hat.

Meines Erachtens hätte man die Geschichte nicht so in die Länge ziehen müssen, zwischenzeitlich fragte ich mich, was die ein- oder andere Szene mit der Lösung dieses „Falles“ zu tun haben sollte. Es war mir an diesen Stellen einfach zu langatmig.

Das Ende hat ein wenig versöhnt, trotzdem kann ich diesem Buch nicht mehr als 3 Sterne vergeben, da es mich über weite Teile nicht gefesselt hat.

Fazit:
Und wieder hat mich ein Krimi nicht über die ganze Geschichte hinweg gefesselt. Manchmal liegt dann vielleicht doch in der „Kürze die Würze“.

Bewertung: *** von *****

Das Original (John Grisham)

Die Welt der Bücher

Ich mag die Bücher von John Grisham, da sie meist Gerichtsfälle behandeln, doch hier geht es um einen Raub von Manuskripten und deren Wiederbeschaffung.

Beschreibung des Buches:
„Das Original“ von John Gisham ist 2017 im HEYNE-Verlag als Hardcover erschienen. Der Roman hat 365 Seiten. Der Buchumschlag zeigt einen Sonnenuntergang mit Palmen am Meer.

Kurze Zusammenfassung:
Die Bibliothek der Universität Princeton hat fünf handgeschriebene Manuskripte von F.Scott Fitzgerald. Diese werden in einem perfekten Coup gestohlen. Schon nach kurzer Zeit hat das FBI eine Spur und nimmt die ersten Verdächtigen fest. Doch von der Beute gibt es zunächst keine Spur. Als die Versicherung und FBI herausfinden, dass die Manuskripte wahrscheinlich in Florida auf Camino Island in einer Buchhandlung gelandet sind, beauftragen sie die junge und erfolglose Autorin Mercer Mann, sich in das Leben des Buchhändlers Bruce Cable einzuschleichen…

Mein Leseeindruck:
Wie ich schon im Klappentext herauslesen konnte, handelt es sich bei dieser Geschichte nicht um einen Gerichtsroman. Trotzdem hat mir dieses Buch recht gut gefallen, geht es doch in der Hauptsache um das Thema Bücher.

Zu Beginn hat man das Gefühl, dieser Roman könnte sich als Thriller entpuppen, als es aber um die „Aufklärung“ des Diebstahls geht, wendet sich das Blatt.

Jetzt spielen sich die meisten Szenen im Bücher-Milieu ab. Buchhändler, Autoren und Leser treffen rund um die Buchhandlung aufeinander. Es gibt viele amüsante Gespräche über Klassiker als auch über aktuelle Bestseller. Natürlich wird auch über alte Manuskripte und über die Entstehung von Romanen und das Erschaffen durch die Autoren gesprochen. Gerade das hat mir bei diesem Buch so gut gefallen.

Dass sich die junge Autorin und der Buchhändler nahe kommen, passt nicht so ganz zu Grishams Schreibstil, trotzdem gehört es zwangsläufig zu dieser Geschichte. Man beginnt sich zu fragen, ob die Autorin tatsächlich noch an der Aufklärung des Falles interessiert ist.

Ich fand die Handlungen durchweg interessant. Die Beschreibungen der kleinen Insel, das romantische Familien-Ferienhaus, Strand und Meer lassen einen ein gewisses Urlaubsfeeling aufkommen.

Fazit
Der Roman ist kurzweilig und gerade für Buchliebhaber sehr lesenswert, aber auch Krimifans kommen auf ihre Kosten.

Bewertung: **** von *****