Corpus delectat (Susanne Fuß)

Kriminalkomödie

Vom Titelbild angezogen, dachte ich, dass es sich bei diesem Roman um einen Thriller handeln könnte…

Beschreibung des Buches:
„Corpus delectat“ von Susanne Friedrich ist 2018 als Taschenbuch im tredition-Verlag mit 262 Seiten erschienen. Auf dem Cover erkennt man einen künstlerisch gestalteten, aber sehr geschundenen Torso…

Kurze Zusammenfassung:
Harry Maletzke, bekannt aus „Driving Phil Clune“ (ebenfalls von Susanne Fuß), arbeitet als Komparse. Um für Maskenbildner Oliver zu werben, „entführt“ er dessen lebensgroße Leichenplastik, ein echtes Kunstwerk,  zu einem Branchentreffen. Leider kommt ihm die Plastik abhanden – und schon überschlagen sich die Ereignisse…

Mein Leseeindruck:
Was habe ich erwartet? Einen Thriller? Einen Krimi? Aufgrund des Covers bin ich zunächst davon ausgegangen, dass es sich hier um einen Thriller handelt…

Nicht ganz, es handelt sich hier um eine sehr humorvolle Kriminalkomödie, so würde ich diesen Roman einordnen. Die Protagonisten sind alle irgendwie etwas exzentrisch und leicht überzeichnet dargestellt, was beim Lesen bei mir zu einem ständigen Grinsen führte. Manche Handlung war voraussehbar, manches überraschte dann doch sehr.

Gerade die Überraschungseffekte machen dieses Buch aus. Die Autorin setzt auf immer wieder neue Überraschungsmomente, legt Spuren, die erst nach und nach ein Gesamtbild ergeben. Wenn man glaubt, jetzt löse sich der „Fall“ auf, bekommt der Roman eine neue Richtung und wird noch „verworrener“, wobei das hier positiv gemeint ist. Der Protagonist, der sich eigentlich in psychologischer Behandlung befindet, wirkt von Seite zu Seite „verrückter“ ohne dass es zu übertrieben wirkt.

Auch seine Mutter, die mittlerweile in einem Altersheim lebt, und eigentlich geistig sehr fit wirkt, macht eine ganz besondere Wandlung durch. Sie führt ihre Mitmenschen ständig an der Nase herum, wirkt dabei aber immer ganz unschuldig.

Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen, ich wollte ihn kaum aus der Hand legen, denn er ist durchweg spannend, aber auch sehr humorvoll.

Fazit:
Wer Kriminalkomödien liebt, der sollte hier zugreifen: Lustig und spannend – und das Ganze mit einem zwinkernden Auge!

Bewertung: ***** von *****

 

Werbung

Driving Phil Clune (Susanne Fuß)

Skurrile Verwechslungskomödie mit Potential zum Krimi

unbenannt-1050021

Da ich nicht nur gerne Krimis lese, sondern zwischendurch auch einmal humorvolle Lektüre schmökern möchte, habe ich zu diesem Buch gegriffen.

Beschreibung des Buches:
„Driving Phil Clune“ von Susanne Fuß ist im tredition-Verlag 2015 als Taschenbuch erschienen, es umfasst 195 Seiten. Es ist ein Roman-Debüt der Autorin, die als Lektorin, Übersetzerin und Drehbuchautorin arbeitet.

Auf dem Titelbild ist ein fahrendes Taxi bei Dämmerung zu sehen. Das Taxi-Schild ist im Fokus und leuchtet hellgelb. Das Bild passt gut zum Inhalt des Buches.

Kurze Zusammenfassung:
Herbert ist Taxifahrer in Berlin. Sein größter Traum ist es, endlich einmal einen berühmten Schauspieler zu chauffieren. Doch statt einer Hollywood-Größe steigt sein Bruder Harry aus Hamburg in sein Taxi. Harry leidet an einer Persönlichkeitsstörung und hat sich einen Freigang aus seiner Klinik verschafft. Er kann wunderbar verschiedene Rollen spielen, so kommt es, dass er Herbert vorschlägt, sich als den berühmten Schauspieler Phil Clune auszugeben. Die Taxifahrergemeinschaft fällt darauf herein und ist ganz versessen, den bekannten Star im eigenen Taxi zu fahren. Jeder bietet Herbert Geld, dafür, dass er eine Fahrt machen darf. Kompliziert wird das Ganze, als der echte Phil Clune in Berlin eintrifft…
Mein Leseeindruck:
Zunächst dachte ich, dass es sich hier um eine reine Verwechslungskomödie handelt, doch weit gefehlt. So nach und nach entpuppt sich hier eine humorvolle Kriminalkomödie.

Der Schreibstil der Autorin gefällt mir einfach gut. Die witzigen Szenen sind so wunderbar beschrieben, dass man meint, man stehe direkt daneben, eine absolute Situationskomik. Die Idee, mit dem ungleichen Brüderpaar, das so uneinig, aber dann doch mit letzter Konsequenz sein Täuschungsmanöver durchführt, ist zwar etwas skurril, macht aber den Reiz der Geschichte aus.

Auch wenn einige Szenen etwas überzeichnet oder stark übertrieben dargestellt sind, so passen sie in die Gesamtgeschichte. Da gibt die zwei dilettantischen Brüder mit ihrer demente Mutter, die durch das Kommen und Gehen der Söhne jedes Mal noch ein wenig verwirrter wirkt, oder durchschaut sie da etwas?

Die Taxifahrer, die sich so täuschen lassen, indem sie Merkwürdigkeiten gar nicht hinterfragen.

Dann taucht der echte Schauspieler auf, der so gar nicht weiß, wie ihm geschieht und der eher die passive Rolle übernimmt. Auch die anderen mitwirkenden Personen haben ihren eigenen Charme.

Im zweiten Teil nimmt die Geschichte im wahrsten Sinne des Wortes „enorm an Fahrt“ auf, so dass man das Buch gar nicht mehr weglegen kann.

Fazit:
Eine Geschichte mit Sprachwitz, intelligent geschrieben, spannend und humorvoll zugleich. Ich habe schon lange nicht mehr ein so spritzig geschriebenes Buch gelesen. Da ließe sich wunderbar ein Film daraus machen…

Bewertung: *****