Der Plan (Julie Clark)

Fesselnd und geheimnisvoll

Schon das Buch „Der Tausch“ von Julie Clark hatte mich fasziniert, deshalb griff ich auch zu diesem Buch.

Beschreibung des Buches:
„Der Plan“ von Julie Clark ist 2022 im HEYNE-Verlag als Taschenbuch erschienen. Der Thriller hat 382 Seiten.

Auf dem Cover ist eine Meeresbrandung zu sehen, es wirkt irgendwie aufwühlend…

Kurze Zusammenfassung:
Kat und Meg, zwei Frauen, die Besonderes planen. Während Meg sich zur Aufgabe gemacht hat, Frauen zu rächen, deren skrupellose Männer um alles gebracht haben, hat Kat eine ganz andere Mission. Sie ist Journalistin und Autorin und möchte einen Roman schreiben – ihr Grund ist Rache. Irgendwann laufen sich beide Frauen zufällig/geplant (?) über den weg…

Mein Leseeindruck:
Der Thriller ist wechselweise aus der Sicht von Kat und Meg geschrieben. Während es zu Beginn einen Rückblick 10 Jahre zuvor gibt, spielt sich der Thriller in der Gegenwart von Juni bis Dezember ab.

Zu Beginn werden die Fäden gespannt, die die Autorin gekonnt im weiteren Verlauf des Romans zusammenführt. Zunächst hat man den Eindruck als handele es sich um 2 Parallelhandlungen, erst später versteht man die Zusammenhänge.

Ich fühlte mich während des Lesens immer spannend unterhalten. Man fragt sich von Kapitel zu Kapitel, wie naiv können Menschen sein.

Mir hat hier auch das Ende gut gefallen. Es lohnt sich, dieses Buch zu lesen!

Fazit:
Ein solider Thriller, eine gute Übersetzung und ein interessantes Ende – sehr lesenswert!

Bewertung: ***** von *****

Berlin 1922 (Michaela Küpper)

Kriminalfälle zum Selbstlösen – Eintauchen in das Berlin der 1920er Jahre

Ich liebe Rätseln – und Berlin – eine prima Kombination.

Beschreibung des Buches:
„Berlin 1922“ ist 2021 bei den Ullmann-Medien als Taschenbuch mit 223 Seiten erschienen. Auf dem Cover sieht man eine junge Frau, die mit Handschuhen ein Weinglas hält, sie trägt eine Waffe bei sich. Im Hintergrund ist das Brandenburger Tor abgebildet. Das Titelbild macht neugierig auf Berlin und spannende Rätsel.

Kurze Zusammenfassung:
In diesem Buch findet man 11 Kriminalfälle, die Kommissar Gunther Hartmann und seine Assistentin Rosalie Menzel lösen müssen.

Mein Leseeindruck:
Das Buch hat eine schöne Aufmachung, alte Fotografien und altertümliche Zeichnungen schmücken jeden Fall. Die Fälle sind in mehrere Kapitel unterteilt. Zwischendurch gestellte Fragen sind nicht unbedingt zielführend, werden dann aber im Folgetext gelöst.

Was das Buch lesenswert macht sind die geschichtlichen Hintergründe, die Beschreibungen des Flairs der 1920er Jahre in Berlin. Die Fotografien und die gesamte Aufmachung tragen dazu bei. Die Kriminalfälle sind dabei fast eher nebensächlich, weil sie alle ähnlich ablaufen.

Mir gefällt auch, dass hier viele Dialoge mit Berliner Schnauze stattfinden, das macht das Ganze so authentisch und man taucht so richtig in die Geschichten ein.

Schade, dass es sich hier nicht um ein interaktives Rätsellösen handelt. Die Lösung der Fälle erfolgt in der Regel immer durch die Aussagenanalyse der Verdächtigen.

Man kann die Fälle unabhängig voneinander lesen, allerdings entwickeln sich die Ermittelnden im Laufe der Kriminalfälle.

Fazit:
Das Buch punktet durch seine tollen Illustrationen und die Geschichten rund um Berlin. Rätseln ist hier eher nebensächlich.

Bewertung: **** von *****

Der Tausch (Julie Clark)

Spannend, geheimnisvoll – kann man nicht aus der Hand legen

Schon Titel und Cover machen neugierig auf das Buch…

Beschreibung des Buches:
„Der Tausch“ von Julie Clark ist 2021 im HEYNE-Verlag als Taschenbuch erschienen. Der Thriller hat 392 Seiten.

Auf dem Titelbild kann man aus einem Flugzeugfenster auf viele Wolken blicken…

Kurze Zusammenfassung:
Claire hat alles geplant, sie will endlich ihren gewalttätigen Mann und aus ihrer Ehe entfliehen. Doch kurzfristig muss sie ein anderes Reiseziel ansteuern als das, welches auf ihrem Plan stand. Am Flughafen JFK in New York begegnet Claire Eva. Diese scheint ebenfalls auf der Flucht zu sein. Den Vorschlag, ihre Bordkarten zu tauschen und als jeweils die andere zu reisen, nimmt Claire unvermittelt an. Und schon beginnt eine sehr aufregende Zeit für Claire, besonders als sie feststellen muss, dass das Flugzeug, das Eva bestiegen hat, abgestürzt ist…

Mein Leseeindruck:
Dieser Thriller spielt in 2 Zeitebenen. Die aktuelle Zeitebene wird in der Ich-Form aus Claires Sicht erzählt. Die andere liegt in der Vergangenheit und beschreibt Evas Leben aus einer fremden Perspektive ein paar Wochen vor und bis zum Aufeinandertreffen.

Während man aus Claires Sicht immer tiefer in die Geschichte eintaucht, erfährt man immer mehr aus Evas Leben und versteht langsam so manche Zusammenhänge.

Der Autorin gelingt es Spannung aufzubauen und über das gesamte Buch zu halten. Man fragt sich, wie kann Claire in Evas Rolle schlüpfen kann ohne besonders aufzufallen. Wann wird ihr Mann entdecken, dass sie nicht im abgestürzten Flugzeug saß? Es ist ein Spiel auf Zeit…

Die technischen Hilfsmittel hat Claire gut im Griff und kann sich somit immer ein Bild über den aktuellen Wissensstand ihres Mannes machen. Überhaupt handelt es sich bei beiden Frauen um starke Frauen, die sich allerdings in eine Zwangslage manövriert haben, aus der sie nur schwer hinausfinden können.

Mir hat der Thriller aufgrund seiner zwei verschiedenen Sichten und der starken Persönlichkeiten sehr gut gefallen. Das Ende kam mir dann aber fast zu plötzlich, hier hätte man noch tiefer in die Geschichte einsteigen können.

Fazit:
Ein solider Thriller, der mich gefesselt hat.

Bewertung: **** von *****

Der Apfelwein-Botschafer (Gerd Fischer)

Frankfurt und der Apfelwein – spannender Krimi mit viel Lokalkolorit

Schon zum 11. Mal ermittelt der Frankfurter Kommissar Andreas Rauscher in seiner Heimatstadt Frankfurt am Main.

Beschreibung des Buches:
„Der Apfelwein-Botschafter“ von Gerd Fischer ist 2021 im mainbook main crime Verlag als Taschenbuch mit 244 Seiten erschienen.

Das Titelbild ist in Schwarz gehalten. Vor dem Hintergrund einer Tapete mit Äpfeln sieht man eine Person, deren Anzug mit einem Frankfurter Wappen und einer Apfelweinmedaille am Band geschmückt ist. Der Stoff des Anzugs zeigt das typische Bembelmuster (Krug für den Apfelwein).

Kurze Zusammenfassung:
Andreas Rauscher ist zum Apfelwein-Botschafter der Stadt Frankfurt ernannt worden. Noch immer offiziell vom Dienst suspendiert, ermittelt er undercover als der Dezernent Joachim Adlhof tot in seinem Haus aufgefunden wird. Schon bei der Gründung des Dezernats gab es kritische Stimmen im Netz gegen dieses Projekt. Wer steckt hinter dem Mord, sind es diese Kritiker?

Mein Leseeindruck:
Der Krimi beginnt mit einem Prolog, der eine Szene mit vier Jungen in einem Ferienlager beschreibt, die 35 Jahre zurück liegt. Noch kann man sich keine Verbindung zum Krimi, der im Jahr 2018 spielt, vorstellen.

Und dann ist man sogleich mitten drin im Geschehen. Die Ereignisse überschlagen sich und der Krimi gewinnt nach dem Fund des toten Dezernenten sofort an Fahrt. Während die Frankfurter Polizei die Ermittlungen aufnimmt, ist natürlich auch Rauschers Spürsinn gefragt, wurde er doch gerade als Botschafter für den Apfelwein ernannt.

Ich mag einfach den Schreibstil des Autors. Der Krimi wird durch die schnell wechselnden Szenerien sehr lebendig. Ständig gibt es neue Erkenntnisse und manch lustige Szene im Privatleben des Ermittlers lässt einen schmunzeln.

Was mir immer besonders an diesen Frankfurter Krimis gefällt ist das Lokalkolorit. Ich finde es einfach schön, wenn ich die Örtlichkeiten kenne, die beschreiben werden. So fühle ich mich oftmals mitten im Geschehen. Manchmal aber „entdecke“ ich beim Lesen auch neue Schauplätze, die ich unbedingt mal aufsuchen muss.

Mir gefällt an diesem Krimi besonders die Geschichte des Apfelweins. Die gute Recherche rund um das Stöffche beeindruckt. Aber auch andere geschichtliche Daten rund um Frankfurt werden so im Laufe der Ermittlungen vermittelt.

Es ist kein blutrünstiger Krimi. Der Autor legt Wert auf die Ermittlungsarbeit, Wissenswertes um die Stadt Frankfurt, humorvolle Szenen und das Privatleben des Ermittlers– und das gefällt mir!

Als besonders witzig fand ich die Szene, in der Rauscher sich über Touristen in seiner Liebslings-Apfelweinwirtschaft lustig macht, die einen „Süßgespritzen“ bestellen wollen…

Bis zum Schluss tappte ich beim Lesen im Dunkeln, obwohl der Autor zahlreiche Spuren legt.

Fazit:
Wieder ein gelungener Krimi um den Ermittler Andreas Rauscher, meiner Lieblingsstadt Frankfurt am Main und das Stöffche – den Apfelwein – spannend und sehr unterhaltsam!

Bewertung: ***** von *****

Das Grand Hotel – Die nach den Sternen greifen (Caren Benedikt)

Familiengeschichte um ein Hotel auf Rügen

Neben Krimis lese ich auch gerne Familiengeschichten – und ich mag die Insel Rügen, wo wir hoffentlich auch dieses Jahr noch unseren Urlaub verbringen dürfen – deshalb habe ich zu diesem Buch gegriffen.

Beschreibung des Buches:
„Das Grand Hotel – Die nach den Sternen greifen“ ist 2020 bei Blanvalet in der Verlagsgruppe Random House als Taschenbuch mit 508 Seiten erschienen. Auf dem Cover zeigt sich das Hotel in seiner ganzen Pracht.

Kurze Zusammenfassung:
Es handelt sich hier um den ersten Teil einer Familiensaga, die ab den 1920ern beginnt und bis in die Mitte der 1930er die Familie begleiten soll. Auch eine TV-Produktion ist geplant. Bernadette von Plesow ist das Familienoberhaupt, sie führt das Grand Hotel in Binz (Ostsee), hier ist ihr Sohn Alexander mit der Geschäftsführung betraut, während in Berlin sein Bruder Constantin ebenfalls ein Hotel mit angeschlossenem Varieté führt. Tochter Josephine ist das „Sorgenkind“ der Familie, sie lebt für ihre Kunst – der Malerei. Nichts ist so, wie es oberflächlich zu sein scheint.

Mein Leseeindruck:
Die Familiengeschichte hat zwei Schauplätze, Binz und Berlin, die im Verlauf des Romans sehr oft wechseln. Auch der Blick auf die Protagonisten ist einem ständigen Wechsel unterworfen.

Der Sprachstil ist angenehm. Die Charaktere entwickeln sich im Laufe der Geschichte. Zu Beginn war mir Bernadette noch etwas suspekt, doch je weiter ich in diesen Roman eintauchte, desto mehr von ihrem weichen Kern konnte ich entdecken.

Der Wechsel zwischen den Schauplätzen ist manchmal rasant, macht den Roman aber so abwechslungsreich. Die einzelnen Kapitel werden mit jeweils einem Zitat der Protagonisten eingeleitet.

Schade finde ich, dass hier das Lebensgefühl im Berlin der 1920er Jahre doch etwas zu wenig beschrieben wird. Der Fokus dieser Familiensaga ist wirklich hauptsächlich auf die Protagonisten/die Familienmitglieder gelegt. Nur am Rande spielen Hotelgäste und Urlauber eine Rolle.

Was den Roman so abwechslungsreich und spannend macht sind u.a. die Themen Liebe, Intrigen, Morde und Schutzgelderpressung – all das erwartet einen in dieser Familiensaga.

Fazit:
Ein guter Start einer Familiensage in mehreren Teilen. Ein wenig haben mir Beschreibungen über das Umfeld der Familie, das Leben in den 1920ern gefehlt, trotzdem würde ich auch gerne die weiteren geplanten Teile lesen, um zu erfahren, wie es mit dem Hotel auf Rügen und der Familie von Plesow weitergeht.

Bewertung: **** von *****

Rache an der Riviera (Luca Ferraro)

Ein Krimi ganz nach meinem Geschmack

Ich lese sehr gerne Krimis – am liebsten Regionalkrimis, aber auch Krimis, die in Reisezielen spielen, die ich besucht habe oder gerne einmal besuchen möchte. Dieses Buch ist mir tatsächlich aufgrund des farbigen Titelbildes und der Reise-Region in die Hände gefallen.

Beschreibung des Buches:
Der Krimi „Rache an der Riviera“ von Luca Ferraro ist 2020 als Taschenbuch im emons:-Verlag erschienen. Er hat 304 Seiten. Es ist der dritte Krimi um den Gerichtsmediziner Johann Sorbello.

Kurze Zusammenfassung:
In einem Genueser Aquarium wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Gerichtsmediziner Johann Sorbello entdeckt bei seinen Untersuchungen in ihrer Lunge Olivenöl. Kommissar Moreno scheint keinerlei Interesse an Ermittlungen zu haben, so macht sich Sorbello selbst auf die Suche nach der Wahrheit…

Mein Leseeindruck:
Mich hat dieser Krimi von Anfang an unterhalten. Der Fundort einer Leiche – ein Aquarium – und die ersten Untersuchungsergebnisse (Olivenöl in der Lunge) haben mich neugierig gemacht.

Besonders gut fand ich, dass in diesem Krimi ein Gerichtsmediziner auf seine eigene Art und Weise ermittelt. Gelungen ist hier, eine kleine Liebesgeschichte einzubauen, denn Sorbello fühlt sich zu Enza, Tochter des Ölivenölproduzenten, in dessen Betrieb die Tote Franca (ihre Freundin) arbeitete, hingezogen. Gemeinsam sind sie dem möglichen Täter auf der Spur – oder ist doch alles ganz anders?

Die Szenen wechseln recht rasant, teilweise spielen sie in einem kleinen ligurischen Dorf in den Bergen, aber auch Genua ist Schauplatz dieses Krimis. Weitere Menschen kommen zu Tode, denen eins gemeinsam ist – ihnen fehlt ein Schneidezahn. Was hat es damit auf sich?

Der Autor schafft es, Spannung aufzubauen, diese zu halten und einen phänomenalen Schluss zu inszenieren. Bis fast zum Ende bleibt die Frage, wer genau hier Täter ist und welche Geschichte dahintersteckt.

Fazit:
Für Liebhaber der italienischen Riviera, die sich auch von dem Flair dieser Gegend verzaubern lassen wollen, ist dieser Krimi ein MUSS. Allen anderen sei er aber genauso empfohlen!

Bewertung: ***** von *****

Rotlicht Frankfurt (Gerd Fischer)

Frankfurt und sein Rotlichtviertel – rasanter Thriller

Von Gerd Fischer habe ich bereits einige Krimis um seinen Kommissar Rauscher gelesen. Jetzt hat er einen Thriller geschrieben, der in Frankfurt am Main spielt.

Beschreibung des Buches:
„Rotlicht Frankfurt“ von Gerd Fischer ist 2019 im mainbook Verlag als Taschenbuch mit 318 Seiten erschienen. Das Cover ist dunkel und geheimnisvoll gehalten.

Kurze Zusammenfassung:
Der Frankfurter Journalist Benjamin Brick wird in eine Falle gelockt. Mitten in der Nacht findet er am Keller des Karmeliterklosters eine tote junge Frau, eine Dame eines Begleitservices. Den Chef des Escort-Services beobachtet Bricks schon seit geraumer Zeit, um eine Reportage über das Milieu zu schreiben. Nachdem Bricks nun unter Mordverdacht steht, beginnt für ihn die Flucht und die Jagd nach dem tatsächlichen Mörder und den Hintermännern…

Mein Leseeindruck:
Dieser Thriller hat es in sich. Er ist spannend, manchmal geheimnisvoll und rasant erzählt.

Gerd Frischers Schreibstil ist sehr lebendig. Die Szenen wechseln schnell – und wer sich in Frankfurt am Main auskennt, der wird den ein- oder anderen Schauplatz vor seinen Augen haben – wenn auch meist am Tage, nicht wie hier oftmals mitten in der Nacht und unter anderen Voraussetzungen. Ob ich mich beim nächsten Besuch im Bahnhofsviertel – ohne mich aufmerksam umzuschauen – bewegen kann?

Bricks, der übrigens ursprünglich aus dem Vordertaunus (Kelkheim) stammt, ist ein Journalist, der nichts unversucht lässt, die Wahrheit ans Licht zu bekommen, zumal er in diesem Fall natürlich selbst betroffen ist. Er ist auf der Flucht und sucht Beweise. Dabei muss er immer wieder auf das Wohl seiner Freunde zurückgreifen, die recht leid erprobt zu sein scheinen. Seine Gegner sind skrupellos und lassen Brick und seine Helfer nicht aus den Augen. Das ein oder andere Mail wird ihnen ziemlich zugesetzt…

Die Charaktere in diesem Thriller sind wieder einmal toll beschrieben. Die Szenen erscheinen sehr realistisch, sind manchmal nichts für ganz zart besaitete Menschen…

Fazit:
Ein Frankfurt Thriller, der es in sich hat, spannend, rasant und mit viel Lokalkolorit – das mag ich!

Bewertung: ***** von *****

Nachspielzeit (Thorsten Fiedler)

Ein Serienmörder geht um

Wieder einmal ein Krimi von der „anderen Mainseite“, Offenbach – auch als Frankfurt am Main Fan darf man über den Tellerrand schauen…

Beschreibung des Buches:
„Nachspielzeit“ von Thorsten Fiedler ist 2019 im mainbook Verlag als Taschenbuch mit 207 Seiten erschienen. Das Cover ist rot/weiß (Offenbacher Kickers) gehalten, es zeigt einen Einblick in das Offenbacher Stadion.

Kurze Zusammenfassung:
Treibt ein Serienmörder wieder Unheil in der Mainstadt? Polizisten werden ermordet, das Kommissariat verliert nach und nach seine Mitarbeiter. Kriminalkommissarin Sina Fröhlich, die Freundin von Kommissar Adi Hessberger (großer Offenbacher Kickers Fan) liegt noch immer im Koma und Adi legt depressives Verhalten an den Tag. Wie kommen alle Beteiligten aus diesem Teufelskreis heraus. Der Krimi gibt die Antwort…

Mein Leseeindruck:
Ich habe diesen Krimi im Urlaub an zwei Tagen gelesen. Er war durchweg spannend. Die Charaktere, die ich schon aus dem ersten Teil dieser Reihe kannte, sind sympathisch dargestellt, man leidet mit ihnen und rätselt, wer mordet hier wie am Fließband…

Der Krimi spielt in einem Zeitraum von 6 Monaten. Die recht kurzen Kapitel sind zum größten Teil mit Örtlichkeit, Datum und Uhrzeit versehen. Die Szenenwechsel machen den Krimi rasant uns spannend zu gleich.

Bis zum Ende ist nicht ganz klar, wer für die Serienmorde verantwortlich ist und warum es ausschließlich die Mitarbeiter der Polizeidirektion trifft.

Am Ende des Buches findet man noch eine Beschreibung der Schauplätze.

Fazit:
Ein wieder sehr spannender Offenbach-Krimi, mit, für meinen Geschmack, zu vielen Toten. Ich hoffe, dass im nächsten Adi Hessberger Krimi weniger Tote zu beklagen sind 😉

Bewertung: **** von *****

Die Herberge im Wald (Heidi Gebhardt)

Wieder einmal ein unterhaltsamer und spannender Cosy Krimi mit Lokalkolorit

Ich habe bereits mit viel Freude einen „Tante Frieda Krimi“ gelesen, deshalb war ich gespannt auf diesen Fall.

Beschreibung des Buches:
„Tante Frieda: Die Herberge im Wald“ von Heidi Gebhardt ist 2019 im Kolonelverlag als Taschenbuch mit 238 Seiten erschienen. Das Cover ist eher düster gehalten, es zeigt ein dunkles Gebäude, das offensichtlich mitten im Wald steht, passend zum Inhalt gewählt – es hätte mich aber eher nicht gleich angesprochen.

Kurze Zusammenfassung:
Friedas Nichte Lena springt als Urlaubsvertretung für Freunde als Leiterin einer Herberge mitten im Wald (Taunus) ein. Als in der Nähe des Gebäudes ein Toter gefunden wird, wird Frieda auf den Plan gerufen. Die alte Dame ist mal wieder voll in ihrem Element und managt Herbergsbetrieb und Spurensuche. Auch die Kommissare Peter und Bärbel, die man schon von vorherigen Fällen kennt, mischen sich in die Ermittlungen ein, obwohl der Taunus so gar nicht in ihren Zuständigkeitsbereich fällt.

Mein Leseeindruck:
Diesen Krimi kann man abends lesen ohne mit Angst ins Bett gehen zu müssen 😉 – ein „Wohlfühlkrimi“ mit netter alter Dame und sehr speziellen Charakteren. Hier wird Wert auf die Beschreibung von Personen und Szenen gewählt, Kenner des Rhein-Main-Gebietes werden sich besonders „zuhause“ fühlen.

Der Krimi ist in wechselnden Erzählsträngen entwickelt. Da gibt es zum einen Lena (Ich-Form, Erzählerin) und zum anderen die Kapitel, in denen „neutral“ die Szenen beschrieben werden. Neben dem eigentlichen Fall, haben auch wieder die Beziehungen der einzelnen Mitwirkenden einen Platz in diesem besonderen Krimi gefunden. Das gibt einem solchen „Cosy“-Krimi das Besondere – Unterhaltung und Spannung sind hier gekonnt zusammengewoben.

Der Krimi ist gut entwickelt, kleine Spuren werden gelegt, manche führen in eine Sackgasse. Ganz besonders die atmosphärischen Beschreibungen möchte ich hier hervorhebe, die machen diesen Krimi aus. Das Ende ist überraschend!

Die Autorin hat sich parallel beim Schreiben Unterstützung von echten Kriminalisten und Rechtsmedizinern geholt, um ihre Krimis so realistisch wie möglich zu schreiben, das gefällt mir sehr gut.

Wie bei allen „Tante Frieda Krimis“ findet man am Ende des Buches leckere Rezepte von Gerichten, die im Krimi zubereitet werden.

Die handelnden Personen wachsen einem von Fall zu Fall immer mehr ans Herz, ich freue mich auf weitere Fälle mit Tante Frieda!

Die Kriminalfälle um Tante Frieda sind in sich abgeschlossen, so dass man hier nicht unbedingt eine bestimmte Reihenfolge beim Lesen der bisher erschienen Bücher einhalten muss.

Fazit:
Wer keine blutrünstigen Krimis mag, den Lokalkolorit liebt und auch, dass es im Krimi nicht nur um Ermittlungsarbeit sondern auch um die Menschen und ihre Beziehungen selbst geht, der kann mit diesem schönen Cosy-Krimi gemütliche Lesestunden verbringen.

Bewertung: ***** von *****

Der Schatten (Petra Hammesfahr)

Ein frühes Buch der Autorin – neu aufgelegt als erweiterte Ausgabe

Ich habe schon einige Bücher von Petra Hammesfahr gelesen, immer wieder spannend, aber manchmal langatmig…

Beschreibung des Buches:
„Der Schatten“ ist 2019 als Taschenbuch im Diana-Verlag erschienen. Das Buch hat 639 Seiten. Das Cover ist recht trist, man sieht eine offene alte Tür und ein Stoffstück am Boden eines dunklen Raumes liegen.

Kurze Zusammenfassung:
Die ehemals erfolgreiche Filmproduzentin Stella Helling ist zur Trinkerin geworden. Sie kann sich kaum um ihre behinderte Tochter kümmern. Hier ist ihr ihre Schwiegermutter eine große Hilfe. Doch eines Tages wird diese brutal ermordet, das Baby ist verschwunden – und Stella gilt als eine der Verdächtigen. Ihr Ehemann Heiner, Polizeikommissar, ermittelt in eigener Sache…

Mein Leseeindruck:
Ich habe mich etwas schwer mit diesem Roman getan, habe mehr als 3 Wochen in diesem Buch gelesen, es immer mal wieder weggelegt und ein anderes Buch in dieser Zeit zur Hand genommen.

Zunächst beginnt der Roman recht geheimnisvoll. Man erfährt aus Stellas guten Tagen, ihre Erfolge im Filmgeschäft werden beleuchtet, Rückblicke wechseln mit dem aktuellen Geschehen (April 2004) ab. Das ist hier leider das Problem für mich: Wenn man das Buch einige Tage zur Seite gelegt hat, muss man sich immer wieder in den Roman „einarbeiten“. Man verliert ein wenig den Überblick über die verschiedenen Charaktere.

Was mir immer wieder gut an den Romanen von Petra Hammesfahr gefällt ist das Subtile, sie bringt erst nach und nach die ganze Wahrheit zu Tage, gleichwohl man sie manchmal schon erahnen kann, denn wenn man zwischen den Zeilen liest, erkennt man schon so manches „Problem“…

Wie man aus dem Klappentext entnehmen kann, hat die Autorin durchaus auch autobiografische Dinge in diesen Roman eingearbeitet. Z.B. hatte sie in ihren „Filmjahren“, als sie eine Filmserie entwickelt hatte, eine Produzentin, die ein ähnliches Verhalten an den Tag gelegt hat, wie das ihre Protagonistin tut. Dieses Buch gilt für sie als „Rache am Filmgeschäft“.

Bewundernswert an Hammesfahr Romanen finde ich immer wieder, dass die verschiedenen Charaktere so gut beschrieben sind, dass man sie sich gut vorstellen kann – und man sie manches Mal gerne schütteln würde, um sie „aufzuwecken“.

Für meinen Geschmack hätte diese Geschichte durchaus kürzer erzählt werden können. Mir fehlte zwischendurch eindeutig die Spannung, auch deshalb habe ich das Buch das ein oder andere Mal „ignoriert“ und ein anderes angefangen. Hier hilft mir dann immer eine Urlaubsreise – da konnte ich doch tatsächlich das Buch am Stück fertig lesen.

Das Ende hat mich dann einmal wieder etwas versöhnt (wie schon des Öfteren bei Büchern von Petra Hammesfahr). Trotzdem kann ich diesem Buch nicht mehr als 3 Sterne vergeben, da es mich über weite Teile nicht gefesselt hat.

Fazit:
Gute Geschichte, in Teilen sehr spannend, leider für meinen Geschmack zu sehr in die Länge gezogen.

Bewertung: *** von *****