Das Grand Hotel – Die nach den Sternen greifen (Caren Benedikt)

Familiengeschichte um ein Hotel auf Rügen

Neben Krimis lese ich auch gerne Familiengeschichten – und ich mag die Insel Rügen, wo wir hoffentlich auch dieses Jahr noch unseren Urlaub verbringen dürfen – deshalb habe ich zu diesem Buch gegriffen.

Beschreibung des Buches:
„Das Grand Hotel – Die nach den Sternen greifen“ ist 2020 bei Blanvalet in der Verlagsgruppe Random House als Taschenbuch mit 508 Seiten erschienen. Auf dem Cover zeigt sich das Hotel in seiner ganzen Pracht.

Kurze Zusammenfassung:
Es handelt sich hier um den ersten Teil einer Familiensaga, die ab den 1920ern beginnt und bis in die Mitte der 1930er die Familie begleiten soll. Auch eine TV-Produktion ist geplant. Bernadette von Plesow ist das Familienoberhaupt, sie führt das Grand Hotel in Binz (Ostsee), hier ist ihr Sohn Alexander mit der Geschäftsführung betraut, während in Berlin sein Bruder Constantin ebenfalls ein Hotel mit angeschlossenem Varieté führt. Tochter Josephine ist das „Sorgenkind“ der Familie, sie lebt für ihre Kunst – der Malerei. Nichts ist so, wie es oberflächlich zu sein scheint.

Mein Leseeindruck:
Die Familiengeschichte hat zwei Schauplätze, Binz und Berlin, die im Verlauf des Romans sehr oft wechseln. Auch der Blick auf die Protagonisten ist einem ständigen Wechsel unterworfen.

Der Sprachstil ist angenehm. Die Charaktere entwickeln sich im Laufe der Geschichte. Zu Beginn war mir Bernadette noch etwas suspekt, doch je weiter ich in diesen Roman eintauchte, desto mehr von ihrem weichen Kern konnte ich entdecken.

Der Wechsel zwischen den Schauplätzen ist manchmal rasant, macht den Roman aber so abwechslungsreich. Die einzelnen Kapitel werden mit jeweils einem Zitat der Protagonisten eingeleitet.

Schade finde ich, dass hier das Lebensgefühl im Berlin der 1920er Jahre doch etwas zu wenig beschrieben wird. Der Fokus dieser Familiensaga ist wirklich hauptsächlich auf die Protagonisten/die Familienmitglieder gelegt. Nur am Rande spielen Hotelgäste und Urlauber eine Rolle.

Was den Roman so abwechslungsreich und spannend macht sind u.a. die Themen Liebe, Intrigen, Morde und Schutzgelderpressung – all das erwartet einen in dieser Familiensaga.

Fazit:
Ein guter Start einer Familiensage in mehreren Teilen. Ein wenig haben mir Beschreibungen über das Umfeld der Familie, das Leben in den 1920ern gefehlt, trotzdem würde ich auch gerne die weiteren geplanten Teile lesen, um zu erfahren, wie es mit dem Hotel auf Rügen und der Familie von Plesow weitergeht.

Bewertung: **** von *****

Rache an der Riviera (Luca Ferraro)

Ein Krimi ganz nach meinem Geschmack

Ich lese sehr gerne Krimis – am liebsten Regionalkrimis, aber auch Krimis, die in Reisezielen spielen, die ich besucht habe oder gerne einmal besuchen möchte. Dieses Buch ist mir tatsächlich aufgrund des farbigen Titelbildes und der Reise-Region in die Hände gefallen.

Beschreibung des Buches:
Der Krimi „Rache an der Riviera“ von Luca Ferraro ist 2020 als Taschenbuch im emons:-Verlag erschienen. Er hat 304 Seiten. Es ist der dritte Krimi um den Gerichtsmediziner Johann Sorbello.

Kurze Zusammenfassung:
In einem Genueser Aquarium wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Gerichtsmediziner Johann Sorbello entdeckt bei seinen Untersuchungen in ihrer Lunge Olivenöl. Kommissar Moreno scheint keinerlei Interesse an Ermittlungen zu haben, so macht sich Sorbello selbst auf die Suche nach der Wahrheit…

Mein Leseeindruck:
Mich hat dieser Krimi von Anfang an unterhalten. Der Fundort einer Leiche – ein Aquarium – und die ersten Untersuchungsergebnisse (Olivenöl in der Lunge) haben mich neugierig gemacht.

Besonders gut fand ich, dass in diesem Krimi ein Gerichtsmediziner auf seine eigene Art und Weise ermittelt. Gelungen ist hier, eine kleine Liebesgeschichte einzubauen, denn Sorbello fühlt sich zu Enza, Tochter des Ölivenölproduzenten, in dessen Betrieb die Tote Franca (ihre Freundin) arbeitete, hingezogen. Gemeinsam sind sie dem möglichen Täter auf der Spur – oder ist doch alles ganz anders?

Die Szenen wechseln recht rasant, teilweise spielen sie in einem kleinen ligurischen Dorf in den Bergen, aber auch Genua ist Schauplatz dieses Krimis. Weitere Menschen kommen zu Tode, denen eins gemeinsam ist – ihnen fehlt ein Schneidezahn. Was hat es damit auf sich?

Der Autor schafft es, Spannung aufzubauen, diese zu halten und einen phänomenalen Schluss zu inszenieren. Bis fast zum Ende bleibt die Frage, wer genau hier Täter ist und welche Geschichte dahintersteckt.

Fazit:
Für Liebhaber der italienischen Riviera, die sich auch von dem Flair dieser Gegend verzaubern lassen wollen, ist dieser Krimi ein MUSS. Allen anderen sei er aber genauso empfohlen!

Bewertung: ***** von *****

Rotlicht Frankfurt (Gerd Fischer)

Frankfurt und sein Rotlichtviertel – rasanter Thriller

Von Gerd Fischer habe ich bereits einige Krimis um seinen Kommissar Rauscher gelesen. Jetzt hat er einen Thriller geschrieben, der in Frankfurt am Main spielt.

Beschreibung des Buches:
„Rotlicht Frankfurt“ von Gerd Fischer ist 2019 im mainbook Verlag als Taschenbuch mit 318 Seiten erschienen. Das Cover ist dunkel und geheimnisvoll gehalten.

Kurze Zusammenfassung:
Der Frankfurter Journalist Benjamin Brick wird in eine Falle gelockt. Mitten in der Nacht findet er am Keller des Karmeliterklosters eine tote junge Frau, eine Dame eines Begleitservices. Den Chef des Escort-Services beobachtet Bricks schon seit geraumer Zeit, um eine Reportage über das Milieu zu schreiben. Nachdem Bricks nun unter Mordverdacht steht, beginnt für ihn die Flucht und die Jagd nach dem tatsächlichen Mörder und den Hintermännern…

Mein Leseeindruck:
Dieser Thriller hat es in sich. Er ist spannend, manchmal geheimnisvoll und rasant erzählt.

Gerd Frischers Schreibstil ist sehr lebendig. Die Szenen wechseln schnell – und wer sich in Frankfurt am Main auskennt, der wird den ein- oder anderen Schauplatz vor seinen Augen haben – wenn auch meist am Tage, nicht wie hier oftmals mitten in der Nacht und unter anderen Voraussetzungen. Ob ich mich beim nächsten Besuch im Bahnhofsviertel – ohne mich aufmerksam umzuschauen – bewegen kann?

Bricks, der übrigens ursprünglich aus dem Vordertaunus (Kelkheim) stammt, ist ein Journalist, der nichts unversucht lässt, die Wahrheit ans Licht zu bekommen, zumal er in diesem Fall natürlich selbst betroffen ist. Er ist auf der Flucht und sucht Beweise. Dabei muss er immer wieder auf das Wohl seiner Freunde zurückgreifen, die recht leid erprobt zu sein scheinen. Seine Gegner sind skrupellos und lassen Brick und seine Helfer nicht aus den Augen. Das ein oder andere Mail wird ihnen ziemlich zugesetzt…

Die Charaktere in diesem Thriller sind wieder einmal toll beschrieben. Die Szenen erscheinen sehr realistisch, sind manchmal nichts für ganz zart besaitete Menschen…

Fazit:
Ein Frankfurt Thriller, der es in sich hat, spannend, rasant und mit viel Lokalkolorit – das mag ich!

Bewertung: ***** von *****

Nachspielzeit (Thorsten Fiedler)

Ein Serienmörder geht um

Wieder einmal ein Krimi von der „anderen Mainseite“, Offenbach – auch als Frankfurt am Main Fan darf man über den Tellerrand schauen…

Beschreibung des Buches:
„Nachspielzeit“ von Thorsten Fiedler ist 2019 im mainbook Verlag als Taschenbuch mit 207 Seiten erschienen. Das Cover ist rot/weiß (Offenbacher Kickers) gehalten, es zeigt einen Einblick in das Offenbacher Stadion.

Kurze Zusammenfassung:
Treibt ein Serienmörder wieder Unheil in der Mainstadt? Polizisten werden ermordet, das Kommissariat verliert nach und nach seine Mitarbeiter. Kriminalkommissarin Sina Fröhlich, die Freundin von Kommissar Adi Hessberger (großer Offenbacher Kickers Fan) liegt noch immer im Koma und Adi legt depressives Verhalten an den Tag. Wie kommen alle Beteiligten aus diesem Teufelskreis heraus. Der Krimi gibt die Antwort…

Mein Leseeindruck:
Ich habe diesen Krimi im Urlaub an zwei Tagen gelesen. Er war durchweg spannend. Die Charaktere, die ich schon aus dem ersten Teil dieser Reihe kannte, sind sympathisch dargestellt, man leidet mit ihnen und rätselt, wer mordet hier wie am Fließband…

Der Krimi spielt in einem Zeitraum von 6 Monaten. Die recht kurzen Kapitel sind zum größten Teil mit Örtlichkeit, Datum und Uhrzeit versehen. Die Szenenwechsel machen den Krimi rasant uns spannend zu gleich.

Bis zum Ende ist nicht ganz klar, wer für die Serienmorde verantwortlich ist und warum es ausschließlich die Mitarbeiter der Polizeidirektion trifft.

Am Ende des Buches findet man noch eine Beschreibung der Schauplätze.

Fazit:
Ein wieder sehr spannender Offenbach-Krimi, mit, für meinen Geschmack, zu vielen Toten. Ich hoffe, dass im nächsten Adi Hessberger Krimi weniger Tote zu beklagen sind 😉

Bewertung: **** von *****

Die Herberge im Wald (Heidi Gebhardt)

Wieder einmal ein unterhaltsamer und spannender Cosy Krimi mit Lokalkolorit

Ich habe bereits mit viel Freude einen „Tante Frieda Krimi“ gelesen, deshalb war ich gespannt auf diesen Fall.

Beschreibung des Buches:
„Tante Frieda: Die Herberge im Wald“ von Heidi Gebhardt ist 2019 im Kolonelverlag als Taschenbuch mit 238 Seiten erschienen. Das Cover ist eher düster gehalten, es zeigt ein dunkles Gebäude, das offensichtlich mitten im Wald steht, passend zum Inhalt gewählt – es hätte mich aber eher nicht gleich angesprochen.

Kurze Zusammenfassung:
Friedas Nichte Lena springt als Urlaubsvertretung für Freunde als Leiterin einer Herberge mitten im Wald (Taunus) ein. Als in der Nähe des Gebäudes ein Toter gefunden wird, wird Frieda auf den Plan gerufen. Die alte Dame ist mal wieder voll in ihrem Element und managt Herbergsbetrieb und Spurensuche. Auch die Kommissare Peter und Bärbel, die man schon von vorherigen Fällen kennt, mischen sich in die Ermittlungen ein, obwohl der Taunus so gar nicht in ihren Zuständigkeitsbereich fällt.

Mein Leseeindruck:
Diesen Krimi kann man abends lesen ohne mit Angst ins Bett gehen zu müssen 😉 – ein „Wohlfühlkrimi“ mit netter alter Dame und sehr speziellen Charakteren. Hier wird Wert auf die Beschreibung von Personen und Szenen gewählt, Kenner des Rhein-Main-Gebietes werden sich besonders „zuhause“ fühlen.

Der Krimi ist in wechselnden Erzählsträngen entwickelt. Da gibt es zum einen Lena (Ich-Form, Erzählerin) und zum anderen die Kapitel, in denen „neutral“ die Szenen beschrieben werden. Neben dem eigentlichen Fall, haben auch wieder die Beziehungen der einzelnen Mitwirkenden einen Platz in diesem besonderen Krimi gefunden. Das gibt einem solchen „Cosy“-Krimi das Besondere – Unterhaltung und Spannung sind hier gekonnt zusammengewoben.

Der Krimi ist gut entwickelt, kleine Spuren werden gelegt, manche führen in eine Sackgasse. Ganz besonders die atmosphärischen Beschreibungen möchte ich hier hervorhebe, die machen diesen Krimi aus. Das Ende ist überraschend!

Die Autorin hat sich parallel beim Schreiben Unterstützung von echten Kriminalisten und Rechtsmedizinern geholt, um ihre Krimis so realistisch wie möglich zu schreiben, das gefällt mir sehr gut.

Wie bei allen „Tante Frieda Krimis“ findet man am Ende des Buches leckere Rezepte von Gerichten, die im Krimi zubereitet werden.

Die handelnden Personen wachsen einem von Fall zu Fall immer mehr ans Herz, ich freue mich auf weitere Fälle mit Tante Frieda!

Die Kriminalfälle um Tante Frieda sind in sich abgeschlossen, so dass man hier nicht unbedingt eine bestimmte Reihenfolge beim Lesen der bisher erschienen Bücher einhalten muss.

Fazit:
Wer keine blutrünstigen Krimis mag, den Lokalkolorit liebt und auch, dass es im Krimi nicht nur um Ermittlungsarbeit sondern auch um die Menschen und ihre Beziehungen selbst geht, der kann mit diesem schönen Cosy-Krimi gemütliche Lesestunden verbringen.

Bewertung: ***** von *****

Der Schatten (Petra Hammesfahr)

Ein frühes Buch der Autorin – neu aufgelegt als erweiterte Ausgabe

Ich habe schon einige Bücher von Petra Hammesfahr gelesen, immer wieder spannend, aber manchmal langatmig…

Beschreibung des Buches:
„Der Schatten“ ist 2019 als Taschenbuch im Diana-Verlag erschienen. Das Buch hat 639 Seiten. Das Cover ist recht trist, man sieht eine offene alte Tür und ein Stoffstück am Boden eines dunklen Raumes liegen.

Kurze Zusammenfassung:
Die ehemals erfolgreiche Filmproduzentin Stella Helling ist zur Trinkerin geworden. Sie kann sich kaum um ihre behinderte Tochter kümmern. Hier ist ihr ihre Schwiegermutter eine große Hilfe. Doch eines Tages wird diese brutal ermordet, das Baby ist verschwunden – und Stella gilt als eine der Verdächtigen. Ihr Ehemann Heiner, Polizeikommissar, ermittelt in eigener Sache…

Mein Leseeindruck:
Ich habe mich etwas schwer mit diesem Roman getan, habe mehr als 3 Wochen in diesem Buch gelesen, es immer mal wieder weggelegt und ein anderes Buch in dieser Zeit zur Hand genommen.

Zunächst beginnt der Roman recht geheimnisvoll. Man erfährt aus Stellas guten Tagen, ihre Erfolge im Filmgeschäft werden beleuchtet, Rückblicke wechseln mit dem aktuellen Geschehen (April 2004) ab. Das ist hier leider das Problem für mich: Wenn man das Buch einige Tage zur Seite gelegt hat, muss man sich immer wieder in den Roman „einarbeiten“. Man verliert ein wenig den Überblick über die verschiedenen Charaktere.

Was mir immer wieder gut an den Romanen von Petra Hammesfahr gefällt ist das Subtile, sie bringt erst nach und nach die ganze Wahrheit zu Tage, gleichwohl man sie manchmal schon erahnen kann, denn wenn man zwischen den Zeilen liest, erkennt man schon so manches „Problem“…

Wie man aus dem Klappentext entnehmen kann, hat die Autorin durchaus auch autobiografische Dinge in diesen Roman eingearbeitet. Z.B. hatte sie in ihren „Filmjahren“, als sie eine Filmserie entwickelt hatte, eine Produzentin, die ein ähnliches Verhalten an den Tag gelegt hat, wie das ihre Protagonistin tut. Dieses Buch gilt für sie als „Rache am Filmgeschäft“.

Bewundernswert an Hammesfahr Romanen finde ich immer wieder, dass die verschiedenen Charaktere so gut beschrieben sind, dass man sie sich gut vorstellen kann – und man sie manches Mal gerne schütteln würde, um sie „aufzuwecken“.

Für meinen Geschmack hätte diese Geschichte durchaus kürzer erzählt werden können. Mir fehlte zwischendurch eindeutig die Spannung, auch deshalb habe ich das Buch das ein oder andere Mal „ignoriert“ und ein anderes angefangen. Hier hilft mir dann immer eine Urlaubsreise – da konnte ich doch tatsächlich das Buch am Stück fertig lesen.

Das Ende hat mich dann einmal wieder etwas versöhnt (wie schon des Öfteren bei Büchern von Petra Hammesfahr). Trotzdem kann ich diesem Buch nicht mehr als 3 Sterne vergeben, da es mich über weite Teile nicht gefesselt hat.

Fazit:
Gute Geschichte, in Teilen sehr spannend, leider für meinen Geschmack zu sehr in die Länge gezogen.

Bewertung: *** von *****

Portugiesisches Blut (Luis Sellano)

In der Hitze von Lissabon – Henrik ermittelt weiter

Die Krimis um den deutschen Ermittler Henrik Falkner, der ein Antiquariat in Lissabon von seinem verstorbenen Onkel geerbt hat, gefallen mir gut. Und weil ich letztes Jahr Lissabon besucht und auf den Spuren von Henrik Falkner war, war ich natürlich neugierig, wie die Geschichte um seinen ermordeten Onkel weitergehen würde.

Beschreibung des Buches:
„Portugiesisches Blut“ von Luis Sellano (Pseudonym eines deutschen Autors) ist 2019 im HEYNE-Verlag als Taschenbuch erschienen. Der Krimi hat 381 Seiten.

Auf dem Cover sieht man wieder eine typische Stadtansicht aus Lissabon mit historischen Gebäuden in bunter Farbgebung.

Kurze Zusammenfassung:
Henrik Falkner, ehemaliger deutscher Polizist, lebt nun schon mehr als ein Jahr im Haus seines verstorbenen Onkels in Lissabon. Onkel Martin hat ihm zudem ein Antiquariat hinterlassen. Eines Tages kommt eine junge Frau in sein Antiquariat auf der Suche nach den Mördern ihrer Mutter. Sie hat einen geheimnisvollen Brief dabei. Für Henrik beginnt ein neues Abenteuer.

Mein Leseeindruck:
Ich mag den Schreibstil von Luis Sellano. Gerade die Beschreibungen von Lissabon brachten mich wieder in Urlaubsstimmung. Wenn man die Stadt schon einmal kennen gelernt hat, kann man sich die Gassen, Gebäude und die Atmosphäre sehr gut vorstellen. Man hat die Szenen ganz wunderbar vor Augen und beamt sich fast hinein.

Der Roman ist mit dem Fokus auf Martin geschrieben. Man hat als Leser somit keine weitergehenden Erkenntnisse. Somit steht man bei diesem Fall einmal wieder genauso vor einem Rätsel, wie Martin selbst. Und rätselhaft ist diese Geschichte!

Ich fand diesen Krimi spannender als seine Vorgänger. Fäden sind zahlreiche gespannt, die werden zum Ende hin wieder gut entwirrt. Es sind viele Charaktere eingebaut, die man erst einmal auseinander halten muss. Immer wieder gibt es Rückblicke auf die vergangenen Fälle. (Für einen Leser, der diese nicht kennt, ist das eventuell etwas viel an Rückblicken.)

Die Liaison mit der Polizisten Helena rückt in diesem Krimi etwas in den Hintergrund. Henrik ist viel zu beschäftigt mit seinen Ermittlungen. Immerhin ist Helena manchmal doch zur rechten Zeit am richtigen Ort.

Henrik erfährt während seiner Suche nach der Wahrheit ein Netz aus Rache, Familienbande und Korruption. Er kommt den Geheimnissen seines Onkels von Fall zu Fall näher, denn auch dieser Krimi bringt hier einiges zu Tage.

Wer eine Reise nach Lissabon plant, der sollte sich diese Krimireihe nicht entgehen lassen. Es hat mir wirklich sehr viel Spaß bereitet, auf den Spuren Henriks durch die Stadt zu streifen. Lissabon ist allemal eine Reise wert.

Fazit:
Der 4. Band aus der Feder von Luis Sellano mit Ermittler Henrik hat mir besser gefallen als sein Vorgänger. Er war spannend bis zum Schluss, rätselhaft zum Miträtseln und für Überraschungen gut.

Bewertung: ***** von *****

Der Preis des Todes (Horst Eckert)

Ein spannender Politthriller – sehr realitätsnah

Nachdem ich den Klappentext dieses Buches gelesen hatte, musste ich das Buch haben.

Beschreibung des Buches:
„Der Preis des Todes“ ist 2018 im Rowohlt-Verlag als Hardcover mit 414 Seiten erschienen. Auf dem Titelbild sieht man eine Frau, die in einem hell erleuchteten Büro zu telefonieren scheint, offensichtlich handelt es sich bei dem ansonsten im Dunkeln umhüllten Gebäude um einen Bürokomplex.

Kurze Zusammenfassung:
Sarah Wolf ist eine bekannte Düsseldorfer Journalistin mit eigener politischen Talkshow in der ARD. Im Zuge ihrer journalistischen Arbeit hat sie den Bundestagsabgeordneten Christian Wagner kennen und lieben gelernt. Kurz nachdem er mit einem international agierenden Krankenhausbetreiber in Verbindung gebracht wird, findet man ihn tot in seiner Wohnung. Als Todesursache wird zunächst von Selbstmord ausgegangen. Sarah ist von der Selbstmordtheorie nicht überzeugt und beginnt eigene Recherchen. Ihre Suche nach der Wahrheit bringt sie nach Kenia ins Flüchtlingslager Dadaab. Hier begegnet sie skrupellosen Menschen…

Mein Leseeindruck:
Dieser Roman hat alles, was ein Politthriller braucht: Spannung, Aktualität und Bezug zur Politik. Er spielt in Düsseldorf, Berlin und Kenia. Im Roman liegt der Fokus hauptsächlich auf Sarah, immer mal wieder erhält man aber auch Informationen über die Ermittlungsarbeit der Kriminalpolizei, die, wie sich herausstellt, u.a. von Sarahs verschwundenem Vater (Kriminalbeamter) begleitet wird.

Gerade die Beziehungen, die unter den Verdächtigen, Ermittlern und Betroffenen bestehen, machen den Reiz dieses Romans aus. Nicht nur die Ermittlungsarbeit, die Sarah nach Kenia führt, sondern auch ihr Privatleben als Journalistin, Tochter und Geliebte bringen die Würze in diesen Thriller.

Der aktuelle Bezug (Geschäfte mit dem „Gesundheitswesen“, mehr möchte ich nicht verraten) macht dieses Buch zu einem sehr realitätsnahen Leseerlebnis in das man eintaucht, während man hofft, dass das Beschriebene sich nicht wirklich genauso abspielt.

Ob der Autor tatsächlich in Kenia vor Ort recherchiert hat ist mir nicht bekannt. Allerdings sind die örtlichen Beschreibungen sehr detailliert. Man möchte nicht wirklich in der Haut von Sarah stecken.

Die einzelnen Fäden dieses Thrillers sind wunderbar gespannt, sie führen erst ganz zum Schluss zu einer schlüssigen Lösung. Zwischendurch tappt man wirklich ziemlich im Dunkeln, wer hier der/die eigentliche Drahtzieher des Ganzen ist.

Die Recherchearbeit des Medienprofis Sarah unter dem Deckmantel ihrer Talkshow wirkt sehr realitätsnah. Man bekommt einen tollen Einblick in die Arbeit von Journalisten, die sich mit all ihrem Herzblut in eine Reportage vor Ort „stürzen“.

Die Charaktere sind sehr gut herausgearbeitet, mit den Sympathischen leidet man mit, die anderen würde man gerne in ihrem Tun stoppen.

Fazit:
Ein sehr realistisch entwickelter Politthriller mit sehr brisantem Thema – sehr spannend!

Bewertung: ***** von *****

Der Verrat (Ellen Sandberg)

Spannende Familiengeschichte

Titelbild und Titel haben mich angezogen – von Inge Löhnig (hier unter dem Pseudonym Ellen Sandberg) habe ich bereits Bücher gelesen, die mir gut gefallen haben.

Beschreibung des Buches:
„Der Verrat“ ist 2019 im Peguin-Verlag als Taschenbuch mit 462 Seiten erschienen. Auf dem Titelbild sieht man einen Weinberg mit Weingut unter dunklen Regenwolken, es wirkt geheimnisvoll.

Kurze Zusammenfassung:
Nane kommt nach 20 Jahren Haft aus dem Gefängnis auf Bewährung frei. Der Sohn ihres Ex-Freundes starb durch einen Autounfall durch von ihr manipulierte Bremsen. An jene Nacht kann sich Nane kaum noch erinnern, deshalb versucht sie Licht in das Dunkel der Vergangenheit zu bringen. Dazu gehört auch, das Verhältnis zu ihren Schwestern Pia und Birgit zu beleuchten. Pia, die ein schönes Leben auf einem Weingut führt, merkt schnell, dass sich das Blatt wenden kann, wenn Nane die Wahrheit erfährt.

Mein Leseeindruck:
Mir hat dieser Roman gut gefallen, was nicht zuletzt auch am Schreibstil lag. Ich fand den Roman von Anfang an spannend und geheimnisvoll.

Die Wahrheit kommt ganz langsam zu Tage, immer wieder gibt es neue Spuren und Andeutungen, doch ständig wendet sich das Blatt. So bleibt das Familiengeheimnis bis fast zur letzten Seite ein großes Rätsel.

Rätsel ziehen mich an, somit habe ich mit der Protagonistin „mitgefiebert“. Der Roman ist in zwei Zeitebenen geschrieben. Abwechselnd befindet man sich im Jahr 1998, das Jahr des Unfalls, dann wieder im Jahr 2018. Der Fokus liegt nicht nur auf Nane. Als Leser taucht man auch ein in das Leben der beiden anderen Schwestern.

Die Schauplätze sind Frankfurt am Main und ein Weingut an der Saar. Das hat mir als Frankfurt Liebhaber besonders gut gefallen.

Die Autorin hat in diesem Roman Liebe, Schuld und Rache verarbeitet. So ist hier ein spannendes Familiendrama entstanden.

Fazit:
Das wird nicht das letzte Buch sein, das ich von der Autorin gelesen habe.

Bewertung: **** von *****

Die Suche (Charlotte Link)

Spannender Krimi – viele Geheimnisse

Schon wieder habe ich einen Krimi von Charlotte Link gelesen. Ich kann es nicht lassen, diese Krimis ziehen mich magisch an. Schon allein das geheimnisvolle und düstere Titelbild hat seine Aufmerksamkeit auf mich gezogen…

Beschreibung des Buches:
„Die Suche“ ist im Oktober 2018 im blanvalet-Verlag als Hardcover erschienen. Der Roman hat 654 Seiten. Auf dem Titelbild ist ein altes Steinhaus mit vermoosten Dach, das in einer einsamen Gegend zu stehen scheint, zu sehen. Es wirkt düster und geheimnisvoll.

Kurze Zusammenfassung:
Zu Beginn des Krimis verschwindet ein junges Mädchen auf dem Nachhauseweg in den Hochmooren Nordenglands. Vier Jahre später reist Kate Linville, Polizistin bei Scotland Yard, in die Hochmoore von Yorkshire um dort ihr Elternhaus, das Mietnomaden ziemlich verdreckt und heruntergekommen hinterlassen haben, wieder auf Vordermann zu bringen und zu verkaufen. Da wird eine Mädchenleiche gefunden, gleichzeitig verschwindet die 14jährige Tochter des Ehepaares in dessen kleine Pension sich Kate eingemietet hat. Kates Ermittlerinstinkt kann sich der Sache nicht entziehen, obwohl sie in diesem Gebiet gar nicht zuständig ist.

Mein Leseeindruck:
Wie so oft in Charlotte Links Krimis beginnt dieses Buch mit einem Prolog, der ein paar Jahre vor der eigentlichen Handlung spielt. Zunächst sieht man keinen eigentlichen Zusammenhang zum aktuellen Kriminalfall.

Je mehr man in den Krimi einsteigt, desto mehr glaubt man Verbindungen zum Prolog herstellen zu können, doch die Autorin legt immer wieder neue Spuren, spannt neue Fäden und bringt neue Verdächtige ins Spiel.

Die Perspektivwechsel geben dem Leser schon verschiedene Hinweise, die die Ermittler nicht haben.

Man fragt sich ständig, wer ist hier der/die „Gute“ oder der/die „Böse“, so geheimnisumwittert lässt Charlotte Link ihre Figuren wirken. Auch die Protagonistin Kate ist sich immer wieder unsicher, wem genau sie trauen kann.

Im Laufe des Romans entwickeln sich die Charaktere, man erfährt immer mehr von ihnen, ihren Eigenheiten und ihrer Vergangenheit. So macht man sich beim Lesen ein eigenes Bild und hat schon bald seine eigenen Verdächtigen.

Doch wie das bei Charlotte Link so ist, die große Auflösung kommt ganz zum Schluss. Hier führen die Fäden wieder zusammen, man versteht den Prolog und das Handeln der Personen.

Die Autorin schafft es, die Spannung während der mehr als 650 Seiten zu halten. Neben der Auflösung des Krimis durchlebt die Polizistin Kate ein Gefühlschaos. Kate ist eine sehr einsame Frau und anfällig für Schmeicheleien und Interesse an ihr vom anderen Geschlecht. So lässt sie sich relativ schnell auf eine Affäre ein, während sie gleichzeitig über ein Online-Portal einen weiteren Mann kennenlernt, der Gefallen an ihr gefunden hat und ihr nachstellt.

Die Atmosphäre im Hochmoor und die einzelnen Schauplätze beschreibt Charlotte Link sehr genau, so dass man sich teilweise selbst hineinversetzt fühlt.

Für meinen Geschmack ist der Roman ein wenig zu lang geraten, auch wenn die Spannung eigentlich nie abflacht, so zieht sich die Geschichte im mittleren Teil ziemlich.

Trotzdem steht Charlotte Link für Spannung, besondere Charaktere und gut durchdachte Plots.

Fazit:
Alles in allem gefällt mir dieser Krimi sehr gut. Das Ende ist nicht vorhersehbar, die Ermittler haben ihre kleinen privaten Beziehungsprobleme, die Protagonisten sind toll beschrieben und die geheimnisumwitterte Geschichte ist bis zum Ende hin schlüssig erzählt.

Bewertung: **** von *****