Portugiesiches Gift (Luis Sellano)

Zwei Fälle parallel – ein Lissabon Kriminalroman

Nachdem ich den ersten Lissabon-Krimi dieser Reihe gelesen habe, haben wir die portugiesische Hauptstadt besucht und uns auf die Suche nach den beschriebenen Örtlichkeiten gemacht. Die Stadt fasziniert uns. Und weil mir die bisherigen Krimis um Henrik Falkner so gut gefallen haben, musste ich jetzt auch diesen 7. Teil lesen.

Beschreibung des Buches:
Der Krimi „Portugiesisches Gift“ von Luis Sellano (Pseudonym eines deutschen Autors) ist 2022 im HEYNE-Verlag als Taschenbuch erschienen. Der Krimi hat 303 Seiten.

Auch dieses Cover ist wieder farbenfroh gestaltet. Es zeigt eine Stadtansicht aus Lissabon – den Blick auf die Kirche Santo Estevao.

Kurze Zusammenfassung:
Während Henrik Falkner immer noch nach weiteren Hinweisen eines Verbrechens in seinem Antiquariat sucht, die sein verstorbener Onkel ihm hinterlassen hat, muss seine Freundin und Kriminalkommissarin Helena Gomes im Fall eines an einem allergischen Schocks verstorbenen Jungen ermitteln. Es stellt sich schnell heraus, dass die Eltern für den Jungen nicht erreichbar waren, als es ihm nicht gut ging. Helena wird in diesem Fall an eine ähnliche Geschichte in ihrem familiären Umfeld erinnert.

Mein Leseeindruck:
Eigentlich hatte mir hier die Mischung von Ermittlungsarbeit und den privaten Personen Henrik und Helena gut gefallen. Die Zwei sind ein sympathisches Team und ergänzen sich ganz wunderbar in ihrer Ermittlungsarbeit. Helena kann sich auf Henrik verlassen, wenn ihre eigene Tochter Sara eine Betreuung braucht – Henrik springt ein oder organisiert einen „Babysitter“.

In diesem Krimi laufen allerdings die Fäden nicht ganz so schön zusammen, teils verwirren die Rückblicke und man sieht nicht ganz den Zusammenhang. Das Ende kommt dann sehr plötzlich…

Was mich auch an dieser Reihe fasziniert sind die Beschreibungen von Lissabon, die Örtlichkeiten, das Flair und die Menschen. Ich war bestimmt nicht das letzte Mal in Lissabon – einfach eine tolle Stadt.

Fazit:
Dieser Teil der Reihe konnte mich nicht ganz so überzeugen, wie die bisherigen 6 Fälle.

Bewertung: *** von *****

Bretonisch mit Herz (Gabriela Kasperski)

Urlaubsflair mit temporeichem Kriminalfall

Von Gabriela Kasperski habe ich schon Krimis gelesen, doch dieser ist noch einmal ganz anders als die anderen. Er gehört als 3. Teil zu einer Trilogie. Leider habe ich die ersten 2. Teile nicht gelesen, was aber hier kein Problem darstellt.

Beschreibung des Buches:
Der Krimi „Bretonisch mit Herz“ von Gabriela Kasperski ist 2022 als Taschenbuch im emons:-Verlag erschienen. Er hat 283 Seiten. Es handelt sich hier um den 3. Teil einer Reihe um die Buchhändlerin Tereza Berger. Das Titelbild zeigt eine typische Küstenlandschaft der Bretagne.

Kurze Zusammenfassung:
Buchhändlerin Tereza hat in ihrer geerbten Villa ein Manuskript eines unbekannten Shakespeare Stücks gefunden. Plötzlich melden sich zahlreiche Literaturinteressierte. Dann taucht auch noch ein Mann auf, der behauptet, er sei der rechtmäßige Erbe der Villa. Und was hat es mit dem Kapuzenmann auf sich?

Mein Leseeindruck:
Ein Krimi, der in der Bretagne, einer Urlaubsregion, spielt und das Thema Bücher, das klingt nach einem Buch, wie geschaffen für den Urlaub. Und so ist es auch. Schon auf den ersten Seiten taucht man ein in die Urlaubswelt. Man sieht, riecht und spürt die Atmosphäre, die diese Gegend ausmacht.

Und dann ist da noch die liebenswerte Tereza, die man sogleich ins Herz schließt. Sie liebt die Literatur und Bücher, hat sie doch aus der geerbten Villa eine Buchhandlung, einen Treffpunkt für Literaturliebhaber gemacht. Doch als ihr das unveröffentlichte Shakespeare Manuskript in die Hände fällt, ist es mit der Beschaulichkeit vorbei. Als dann auch noch ein Unbekannter behauptet, die Villa gehöre ihm, ist Terezas Spürsinn entfacht, den sie offenbar schon in den ersten zwei Bänden unter Beweis gestellt hat.

Der Krimi ist Facettenreich, er bietet etwas für Literaturinteressierte und Liebhaber der Bretagne – und natürlich für Krimileser.

Die Handlungsorte und Sichtweisen wechseln rasant, es gibt keine langatmigen Stellen. Etwas ruhiger wird es, wenn aus „Hannas Journal“ zitiert wird. Stück für Stück erkennt man auch beim Lesen die Zusammenhänge.

Ist der Maskenmann auch hinter dem Manuskript her oder warum taucht immer wieder in unmittelbarer Nähe von Tereza auf?

Diese Reihe macht Lust auf mehr, auch, weil man gerne herausfinden möchte, ob sich hinter den kleinen Reibereien zwischen Tereza und dem Ermittler mehr versteckt.

Fazit:
Ein echter Wohlfühlkrimi, der Lust auf mehr (Meer) macht. Ich kann ihn besonders als Urlaubslektüre empfehlen!

Bewertung: ***** von *****

Das Grandhotel – Die der Brandung trotzen (Caren Benedikt)

Das Finale der Trilogie

Nachdem ich die beiden ersten Teile dieser Trilogie gelesen habe, wollte ich natürlich auch das Ende der Familiensaga erfahren.

Beschreibung des Buches:
„Das Grand Hotel – Die der Brandung trotzen“ ist 2022 bei Blanvalet in der Verlagsgruppe Random House als Taschenbuch mit 412 Seiten erschienen. Auf dem Cover zeigt sich das Hotel in Binz mit einem grün 0leuchtenden Himmel.

Kurze Zusammenfassung:
Die Familiensaga um die Familie von Bernadette von Plesow endet hier mit dem Spätsommer 1925. Constantin wird des Mordes angeklagt. Bernadette reist von Binz nach Berlin, um ihrem Sohn beizustehen, während sich Tochter Josephine um das Grand Hotel auf Binz kümmert.

Mein Leseeindruck:
Die Schauplätze als auch der Blick auf die Protagonisten wechseln von Kapitel zu Kapitel. Erlebt man hautnah die Gerichtsverhandlung mit, so ist man im nächsten Kapitel wieder an der Ostsee und hat einen Blick auf Josephines Leben. Während sich Josephine um die Zwillinge ihrer Schwägerin und Witwe ihres Bruders Alexander kümmert, hat diese, Margrit, doch so ganz andere Zukunftspläne geschmiedet als ein Familienleben. Bei jedem weiteren Kapitel kann man gespannt sein, wie sich die einzelnen Familienmitglieder weiter entwickeln – bis hin zum spektakulären Ende.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, die Schauplätze sehr gut beschrieben, so dass man sich gut in die Szenen hineinversetzen kann. Das Leben in den 1920er Jahren in Berlin und auf Rügen kann man hier recht gut nachvollziehen, sei es anhand der Kleidung der Protagonisten als auch aufgrund der guten Beschreibungen der Örtlichkeiten.

Obwohl Bernadette die Hauptperson in dieser Trilogie ist, bekommen doch ziemlich viele weitere Protagonisten ihren Auftritt und ihr ganz persönliches Kapitel. Es ist eben eine Familiensage, die natürlicherweise auch Liebe, Intrigen und Familienzwist zum als Themen hat.

Fazit:
Ein spektakuläres Finale dieser Familiensaga, die kurzweilig als auch spannend ist – besonders für Rügen-Urlauber eine schöne Urlaubslektüre.

Bewertung: **** von *****

Schwarzlicht (Camilla Läckberg/Henrik Fexeus)

Fesselnder Krimi – außergewöhnliche Ermittlungsarbeit

Neben Krimis aus dem Rhein-Main-Gebiet mag ich besonders Krimis, die in Schweden spielen. Von der Autorin Camilla Läckberg habe ich bereits alle Krimis um ihre Protagonistin, der Autorin Erica Falck, sehr gerne gelesen.

Bei diesem Buch handelt es sich um den Auftakt einer neuen schwedischen Krimi-Reihe.

Beschreibung des Buches:
„Schwarzlicht“ von Camilla Läckberg und Mentalist „Henrik Fexeus“ ist im Knaur-Verlag als Hardcover mit 617 Seiten erschienen.

Das Cover ist in schwarz gehalten, ein Nagel mit vielen gelben Bändern bedecken das gesamte Buch incl. Rückseite und Buchrücken.

Kurze Zusammenfassung:
Nachdem man eine tote Frau in einer Kiste, die mit Schwertern durchbohrt wurde, aufgefunden hat, sucht die Stockholmer Kriminalpolizei Hilfe bei dem Mentalisten Vincent Walder. Man vermutet hinter dem Tod der Frau einen verpatzten Zaubertrick. Die Kriminalkommissarin Mina versucht mithilfe von Vincent einem Serientäter auf die Spur zu kommen, nachdem ein weiteres Opfer gefunden wird.

Mein Leseeindruck:
Das ist schon ein außergewöhnlicher Krimi. Das Ermittlerduo ist sehr ungewöhnlich – eine Kriminalkommissarin und ein Mentalist, beide in ihrer eigenen Welt gefangen. Mina, ständig mit der Angst behaftet, sich Bakterien einzufangen, Vincent, ein Mensch mit autistischen Neigungen, der ständig seine Welt analysiert, Zahlenspiele kreiert und als Vater gerade nicht gut an seinen pubertierenden Sohn herankommt – außer mit den gemeinsamen analytischen Fähigkeiten.

Neben der aktuellen beschriebenen kriminalistischen Arbeit, wird man beim Lesen an vielen Stellen in das Jahr 1982 zurückversetzt, was es damit auf sich hat, findet man erst nach und nach heraus.

Die Fäden in diesem Krimi werden weitreichend gesponnen und lösen sich erst im letzten Viertel des Buches auf.

Mir hat der Schreibstil dieses Buches sehr gut gefallen (da ist auch die Übersetzung offenbar gut gelungen), die Herangehensweise an der Aufklärung der Morde mithilfe eines Mentalisten finde ich persönlich recht spannend.

Das Buch hat mich sehr gefesselt, aufgrund seiner vielen Seiten hatte ich dann auch mehrere Tage ein großes Lesevergnügen – ohne dass irgendwann Langeweile aufkam.

Was mir bei der Aufmachung dieses Buches auch positiv aufgefallen ist, ist, dass die Seiten aus recht dünnem Papier hergestellt wurden. Für mich muss es nicht extrem dickes Papier sein!

Fazit:
Ein außergewöhnlicher Kriminalfall, der durch seine Ermittlungsarbeit besticht. Ich freue mich auf weitere Fälle mit dem Duo Mina und Vincent!

Bewertung: ***** von *****

Romy und der Weg nach Paris (Michelle Marly)

Romy wird erwachsen

Ich mag die Romane aus der Serie „Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe“ von der Autorin Michelle Marly.

Wenn man mit den „Sissi“-Filmen aufgewachsen ist, dann kennt man Romy Schneider…

Beschreibung des Buches:
„Romy und der Weg nach Paris“ von Michelle Marly ist  2021 als Taschenbuch im Aufbau Verlag erschienen. Das Buch hat 415 Seiten. Auf dem Titelbild ist der Eiffelturm zu sehen, davor steht eine Frau, Romy Schneider, in einem rosa Kostüm. Ich habe die E-Book-Variante dieses Romans gelesen.

Kurze Zusammenfassung:
In diesem Roman wird Romys Leben in den Jahren Ende der 1950er bis Anfang der 1960er Jahre beschrieben. Romy ist mit den Sissi-Filmen weltberühmt geworden. Bei Filmaufnahmen trifft sie den Schauspieler Alain Delon, nach anfänglichem Argwohn verlieben sich die beiden ineinander. Endlich kann sich Romy von ihrem jugendlichen Image lösen. In Frankreich gibt sie ihr Theaterdebüt und fängt an ihre eigenen Entscheidungen zu treffen – auf dem Weg vom Mädchen zur Frau.

Mein Leseeindruck:
Die Familie der Autorin war mit den Eltern Romy Schneiders befreundet, so dass sie durch ihre Eltern tiefe Einblicke in das Leben von Romy Schneider bekommen konnte. So entstand auch die Idee, über diese Schauspielerin einen Roman zu schreiben.  Zu Paris hat Michelle Marly einen besonderen Bezug, da sie dort einen Teil ihrer Kindheit in der Welt der Musik und des Kinos verbracht hat.

Der Roman ist aus der Sicht von Romy Schneider geschrieben. Er lebt durch die wörtliche Rede und Romys Gedanken, ihre Ängste, Freude und der beschriebenen familiären Bindung zu Mutter und Stiefvater. Erst nach und nach gelingt Romy eine Abnabelung vom Elternhaus.

Mir hat dieser Roman gefallen, weil man einen interessanten Einblick in das Film- und Theatergeschehen in den 1950er Jahre bekommt. Immer wieder habe ich parallel zum Lesen recherchiert, um Fotos und weiteres Material zu den angesprochenen Stücken und Filmen zu bekommen.

Die Trennung von den ambitionierten Eltern zeigt hier eine reifer werdende Romy, die immer wieder von Zweifeln übermannt wird, aber dennoch ihrem Herzen und ihrer Leidenschaft folgt.

Fazit:
Es hat mir Spaß bereitet, Romy Schneiders Spuren auf dem Weg nach Frankreich zu begleiten.

Bewertung: **** von *****

In ewiger Freundschaft (Nele Neuhaus)

Der zehnte Fall

Sind es tatsächlich schon so viele Krimis aus Neles Hand? Ich kann mich noch sehr gut an den ersten Krimi der Reihe um Pia und Oliver „Die unbeliebte Frau“ erinnern, den ich gelesen habe als Nele Neuhaus noch nicht bekannt war. Ich war auf einer Lesung in Kelkheim-Ruppertshain in einem Atelier am Zauberberg als Nele hier ihren ersten Krimi vorstellte – hier gab es auch „Unter Haien“ zu kaufen. Auch dieses Buch wanderte damals käuflich erworben in meine Tasche…

Beschreibung des Buches:
„In ewiger Freundschaft“ von Nele Neuhaus ist 2021 im Ullstein Verlag als Hardcover mit 528 Seiten erschienen. Ich habe die E-Book Version gelesen. Auf dem Titelbild sieht man eine schwarze Katze in der Toreinfahrt zu einer Villa in der Dämmerung – das Bild wirkt geheimnisvoll.

Kurze Zusammenfassung:
Die Programmleiterin des Literaturverlags Winterscheid wird vermisst, man findet ihren an Demenz erkrankten Vater an Ketten gefesselt im Dachgeschoss ihres Wohnhauses. Kurze Zeit später wird ihre Leiche im nahe gelegenen Wald gefunden. War es ein Unfall beim Joggen? Als dann jedoch eine weitere Leiche aus dem Umfeld der Programmleiterin aufgefunden wird, erkennen Pia und Oliver schnell Gemeinsamkeiten.

Mein Leseeindruck:
Schön, dass zu Beginn des Buches eine Aufstellung aller beteiligten Protagonisten aufgeführt ist, denn auch in diesem Krimi spielen zahlreiche Personen wichtige Rollen. So kann man sich immer mal wieder vergegenwärtigen, wer mit wem und was zu tun hat. Gerade wenn man das Buch, das doch wieder einmal ziemlich viele Seiten aufweist, nicht am Stück lesen kann.

Man wird in Nele Neuhaus‘ Bücher immer sofort hineingezogen und findet sich mitten im Geschehen wieder, das liegt an ihrer sehr bildhaften und detaillierten Beschreibung. Es ist wie ein Sog, der einen nicht mehr loslässt.

Mir gefallen hier natürlich die lokalen Örtlichkeiten, wohne ich doch auch gerade um die Ecke. Auch Frankfurt am Main (hier spielen sich viele Szenen ab, denn der involvierte Verlag hat hier seinen Stammsitz) mit seinen bekanntesten Ecken und Straßen ist mir sehr vertraut.

Der Krimi ist mal wieder sehr weit und ausschweifend gesponnen. Ich frage mich immer, wie man dann die Fäden wieder zusammenbekommt – Nele Neuhaus gelingt es. So tauchen immer mehr Personen auf und es gibt viele Bezüge zu Ereignissen fast 35 Jahre zuvor in Frankreich, zu einer Insel, auf der die Autorin als Jugendliche regelmäßig die Ferienzeit mit ihren Eltern verbracht hat.

Es werden in diesem Krimi immer wieder neue Fährten gelegt, so dass man erst nach und nach Zusammenhänge versteht und einordnen kann. Deshalb muss man den Krimi schon intensiv lesen, sonst verliert man schnell die Spur.

Neben den kriminalistischen Arbeiten bekommt auch das Privatleben der Kriminalbeamten Oliver von Bodenstein und Pia Sander einmal wieder mehr den Fokus, den ich bei diesen Krimis so liebe.

Mich hat auch dieser Krimi wieder gut unterhalten, auch wenn mir einmal mehr zu viele Mitwirkende das Lesen etwas erschwert haben.

Fazit:
Wer die Reihe um Pia Sander und Oliver von Bodenstein liebt, der wird auch diesen Krimi wieder gerne lesen. Über 500 Seiten Lesevergnügen – ich habe hier die Abend- und Morgenstunden meines Weihnachtsurlaubs genutzt.

Bewertung: **** von *****

Der Banker mit dem Stöckelschuh (Katja Kleiber)

Privatdetektivin Sandy im Einsatz in Frankfurt – unkonventionell und leidenschaftlich

Sandys zweiter Fall lässt sie in der Bankenszene ermitteln.

Beschreibung des Buches:
Der Krimi „Der Banker mit dem Stöckelschuh“ von Katja Kleiber ist 2021 als Taschenbuch mit 262 Seiten erschienen. Ich habe die E-Book-Variante gelesen.

Das Titelbild ist in schwarz/rot/olivgrün gehalten. Es zeigt einen Bankenturm, einen Stöckelschuh und weißes Pulver in Röhrchen…

Kurze Zusammenfassung:
Sandys Schwester Silvia taucht plötzlich bei in Sandys kleiner Wohnung auf, um ein paar Tage bei ihr zu wohnen. Sie ist in eine Bank nach Frankfurt versetzt worden und nun auf der Suche nach einer eigenen Wohnung. Als ihr neuer Chef tot in der Taunusanlage aufgefunden wird, gerät Silvia unter Verdacht. Sandy macht sich auf die Suche nach der Wahrheit…

Mein Leseeindruck:
Der Krimi hat es in sich. Der Sprachstil der Autorin ist kurz und knackig. Er ist aus der Sicht Sandys in der Ich-Form geschrieben. Die Szenen wechseln temporeich und machen diesen Krimi so interessant.

Man befindet sich in einem Sog, kann das Buch kaum aus den Händen legen. Die detailreiche Schilderung macht den Krimi sehr lebendig. Als Frankfurt-Fan kennt man viele Örtlichkeiten, die hier beschrieben werden. So fühlt man sich fast mittendrin im Geschehen.

Mir gefällt, dass der Krimi in viele kurze Kapitel unterteilt ist. So kann man sich das Lesen in abendliche Häppchen gut unterteilen.

Auch das Privatleben von Sandy kommt in diesem Krimi nicht zu kurz, das mag ich an Krimis.

Der Krimi hält die Spannung bis zum Schluss. Zwar werden hier einige Fährten gelegt, aber das Ende überrascht dann doch.

Fazit:
Mir hat dieser Krimi einige spannende Lesestunden beschert. Man kann ihn auch lesen ohne den ersten Teil zu kennen.

Bewertung: **** von *****

Julia Durant. Die junge Jägerin (Daniel Holbe)

Anfänge als Kriminalkommissarin in München Anfang der 1990er Jahre

Die ersten Krimis um Julia Durant, die in Frankfurt am Main spielen, habe ich sehr gerne gelesen. Jetzt war ich gespannt auf diesen ersten Fall Julia Durants in München, wo ihre Karriere begann.

Beschreibung des Buches:
„Julia Durant. Die junge Jägerin“ von Daniel Holbe ist im Knaur Verlag 2021 als Taschenbuch mit 496 Seiten erschienen. Ich habe hier die eBook-Variante gelesen.

Das Titelbild reiht sich in die Serie um Julia Durant ein, von der es schon 20 Teile gibt. In großer Schrift ist hier der ursprüngliche Autor Andreas Franz genannt, dessen Lebenswerk, die Krimis um Julia Durant, Autor Daniel Holbe nach Franz‘ Tod weiterführte.

Kurze Zusammenfassung:
Julia Durants erster Todesfall nach ihrem Wechsel von der Sitte zur Mordaufklärung in Münchens K 111 entpuppt sich als Serienmord in feinen Kreisen. Ihr ganzer Einsatz ist gefordert, muss sie sich doch erst einmal unter neuen Kollegen behaupten und ihr Können zeigen…

Mein Leseeindruck:
Ich war neugierig, wie es gelungen ist, heute einen Krimi zu schreiben, der in den Jahren 1990/91 spielt. Allein die Ermittlungsmethoden sind heute so gänzlich anders. Computer, Telefone, Infrastruktur – vor 30 Jahren teilweise noch in den Kinderschuhen.

Am Anfang war ich ganz fasziniert von diesem Krimi, dann fehlte mir etwas der Spannungsbogen, doch im letzten Drittel konnte ich das Buch dann fast nicht mehr aus der Hand legen.

Der Kriminalfall an sich zog mich nicht ganz so in den Bann, obwohl das Thema sicherlich auch heute noch sehr aktuell ist. Mich faszinierte mehr die Beschreibung von Alltagsgegenständen wie Wählscheibentelefon, Telefonzelle oder Autotelefon oder auch das gute alte Faxgerät. Auch die Arbeitsweise der Kriminalisten fand ich hier besonders spannend.

Dass in diesem Krimi der Fokus besonders auf Julia Durant liegt, lässt schon der Titel vermuten. Neben ihren dienstlichen Einsätzen wird auch ihr Privatleben mehr und mehr zum Thema. So hat man das Gefühl, dass sich hier zwei Handlungsstränge parallel entwickeln.

Mir hat ganz gut gefallen, dass die Stadt München mit ihren bekannten Örtlichkeiten einen besonderen Teil dieses Krimis ausmacht. Wer München kennt, wird sich hier die Szenen ganz besonders gut vorstellen können.

Fazit:
Wer die Reihe um Julia Durant liebt, der mag sicherlich auch erfahren, wie es zu ihrem Wechsel in die Frankfurter Mordkommission gekommen ist. Der Rückblick in die 1990er Jahre hat hier schon seinen besonderen Reiz.

Bewertung: **** von *****

Der Apfelwein-Botschafer (Gerd Fischer)

Frankfurt und der Apfelwein – spannender Krimi mit viel Lokalkolorit

Schon zum 11. Mal ermittelt der Frankfurter Kommissar Andreas Rauscher in seiner Heimatstadt Frankfurt am Main.

Beschreibung des Buches:
„Der Apfelwein-Botschafter“ von Gerd Fischer ist 2021 im mainbook main crime Verlag als Taschenbuch mit 244 Seiten erschienen.

Das Titelbild ist in Schwarz gehalten. Vor dem Hintergrund einer Tapete mit Äpfeln sieht man eine Person, deren Anzug mit einem Frankfurter Wappen und einer Apfelweinmedaille am Band geschmückt ist. Der Stoff des Anzugs zeigt das typische Bembelmuster (Krug für den Apfelwein).

Kurze Zusammenfassung:
Andreas Rauscher ist zum Apfelwein-Botschafter der Stadt Frankfurt ernannt worden. Noch immer offiziell vom Dienst suspendiert, ermittelt er undercover als der Dezernent Joachim Adlhof tot in seinem Haus aufgefunden wird. Schon bei der Gründung des Dezernats gab es kritische Stimmen im Netz gegen dieses Projekt. Wer steckt hinter dem Mord, sind es diese Kritiker?

Mein Leseeindruck:
Der Krimi beginnt mit einem Prolog, der eine Szene mit vier Jungen in einem Ferienlager beschreibt, die 35 Jahre zurück liegt. Noch kann man sich keine Verbindung zum Krimi, der im Jahr 2018 spielt, vorstellen.

Und dann ist man sogleich mitten drin im Geschehen. Die Ereignisse überschlagen sich und der Krimi gewinnt nach dem Fund des toten Dezernenten sofort an Fahrt. Während die Frankfurter Polizei die Ermittlungen aufnimmt, ist natürlich auch Rauschers Spürsinn gefragt, wurde er doch gerade als Botschafter für den Apfelwein ernannt.

Ich mag einfach den Schreibstil des Autors. Der Krimi wird durch die schnell wechselnden Szenerien sehr lebendig. Ständig gibt es neue Erkenntnisse und manch lustige Szene im Privatleben des Ermittlers lässt einen schmunzeln.

Was mir immer besonders an diesen Frankfurter Krimis gefällt ist das Lokalkolorit. Ich finde es einfach schön, wenn ich die Örtlichkeiten kenne, die beschreiben werden. So fühle ich mich oftmals mitten im Geschehen. Manchmal aber „entdecke“ ich beim Lesen auch neue Schauplätze, die ich unbedingt mal aufsuchen muss.

Mir gefällt an diesem Krimi besonders die Geschichte des Apfelweins. Die gute Recherche rund um das Stöffche beeindruckt. Aber auch andere geschichtliche Daten rund um Frankfurt werden so im Laufe der Ermittlungen vermittelt.

Es ist kein blutrünstiger Krimi. Der Autor legt Wert auf die Ermittlungsarbeit, Wissenswertes um die Stadt Frankfurt, humorvolle Szenen und das Privatleben des Ermittlers– und das gefällt mir!

Als besonders witzig fand ich die Szene, in der Rauscher sich über Touristen in seiner Liebslings-Apfelweinwirtschaft lustig macht, die einen „Süßgespritzen“ bestellen wollen…

Bis zum Schluss tappte ich beim Lesen im Dunkeln, obwohl der Autor zahlreiche Spuren legt.

Fazit:
Wieder ein gelungener Krimi um den Ermittler Andreas Rauscher, meiner Lieblingsstadt Frankfurt am Main und das Stöffche – den Apfelwein – spannend und sehr unterhaltsam!

Bewertung: ***** von *****

Ohne Schuld (Charlotte Link)

Spannende Unterhaltung – langer Lesegenuss

Charlotte Link steht für besondere Charaktere, gut durchdachte Plots und vor allem für Spannung.

Beschreibung des Buches:
„Ohne Schuld“ ist 2020 im blanvalet-Verlag als Hardcover erschienen. Der Roman hat 543 Seiten. Auf dem Titelbild sieht man einen steinigen Strand. Er wirkt etwas düster.

Kurze Zusammenfassung:
Kate Linville, Ermittlerin bei der North Yorkshire Police ist eigentlich per Zug von London Richtung York auf dem Weg in ein Wellness-Wochenende, da wird auf eine Mitfahrerin geschossen. Der Täter kann fliehen. Ein paar Tage später erleidet eine Frau bei einem Fahrradunfall schwerste Verletzungen. Sie stürzt, weil jemand einen Draht über ihren Weg gespannt hatte, zusätzlich wird sie auch noch angeschossen. Beide Frauen kennen sich nicht – aber die Schusswaffe ist die gleiche.

Mein Leseeindruck:
Was mir bei Charlotte Links Geschichten immer besonders gut gefällt ist die durchdachte Geschichte. Erst gibt es die Szenen, die zunächst scheinbar nichts miteinander zu tun haben. Damit werden Personen in den Kriminalfall eingeführt, Gedanken einer noch unbekannten Person sind zwischen die zeitlich fortlaufenden Kapitel geschoben. Man wittert eine Spur, da gibt es plötzlich neue Erkenntnisse. Selbst den Prolog kann man erst am Ende des Kriminalfalls einordnen.

Charlotte Link gelingt es, immer wieder neue Spuren zu legen und man fragt sich: Was hat das alles miteinander zu tun? Die Fäden sind gekonnt gelegt und führen in bewährter Weise wieder zusammen.

Die verschiedenen „Ermittler“ haben alle ihre ganz eigene Arbeitsweise, so dass auch hier immer wieder eine gute Spannung und eine gewisse Neugier geschürt werden.

Die Autorin beschreibt die Szenen immer sehr genau, so dass man sie sich sehr gut vorstellen kann, man fühlt sich mitten im Geschehen.

Im letzten Teil des Krimis dachte ich zunächst „das zieht sich doch etwas“, doch dann kam das Finale…

Fazit:
Wie auch bei den vorherigen Krimis von Charlotte Link, die ich gelesen habe, war das Ende für mich nicht vorhersehbar, umso überraschender war das Ende – beste Krimiunterhaltung.

Bewertung: ***** von *****