WARWICK – Blindes Vertrauen (Jeffrey Archer)

Der dritte Band einer Trilogie – Traum von Gerechtigkeit

Leider habe ich die ersten beiden Bände nicht gelesen, was hier von Vorteil gewesen wäre. Es war mir nicht aufgefallen, dass es sich bei diesem Buch um den dritten Teil der WARWICK-Saga handelt.

Beschreibung des Buches:
„WARWICK Blindes Vertrauen“ von Jeffrey Archer ist 2022 im HEYNE-Verlag als Taschenbuch erschienen. Der Roman hat 460 Seiten.

Auf dem Titelbild ist die Hauptperson, Warwick, auf einer Brücke in London zu sehen – passend zum Inhalt des Buches.

Kurze Zusammenfassung:
William Warwick ist ein Gerechtigkeitsfreak. Mit einer beeindruckenden Karriere vom einfachen Streifenbeamten ist zu einem fähigen Ermittler der Londoner Polizei. Wir befinden uns im Jahr 1987. In den eigenen Reihen scheint es einen bestechlichen Detective zu geben. Schlimm genug, dass eine der Kolleginnen Warwicks sich auch noch in diesen Detective verliebt hat. Warwicks Team ermittelt im Bereich von Kunstfälschern und Drogenbaronen undercover…

Mein Leseeindruck:
Ich mag den Schreibstil und die Themen von Jeffrey Archers Büchern. Neben Familiensagas schreibt er auch wunderbar über interessante Gerichtsprozesse. Was mir hier auch zunächst gut gefallen hat.

Leider fehlten mir dann doch der Zusammenhang und die Rückblicke, in Form von Erinnerungen an die ersten zwei Bände, die ich leider nicht gelesen habe.

Zunächst habe ich das Buch mit viel Interesse gelesen. Die vielen Namen und Parallelschauplätze machten mir das Lesen aber immer mehr zur leichten „Qual“. Nach fast 4 Wochen, in denen ich immer nur ein paar Seiten lesen konnte, habe ich nach ¾ des Buches abgebrochen.

Schade, irgendwie konnte mich das Buch dann doch nicht so fesseln, dass ich auch noch den Rest der „Geschichte“ erfahren wollte. Beim nächsten Jeffrey Archer Buch muss ich somit unbedingt darauf achten, dass ich den ersten Band erwische!

Fazit:
Ich gebe diesem Buch 3 Sterne. Der Schreibstil und das Thema haben mir gefallen. Leider hat es mich dann doch nicht bis zum Schluss gefesselt, was sicherlich auch an der Tatsache lag, dass mir bestimmte Informationen aus den ersten zwei Bänden gefehlt hat.

Bewertung: *** von *****

Werbung

Wir träumten von Kuba (Chanel Cleeton)

Kubas Geschichte in den 1960ern  Fortsetzung von „Nächstes Jahr in Havanna“

Ich habe bereits den ersten Teil dieser Saga um die Geschwister Perez aus Kuba, die im Exil in Florida leben, gelesen.

Beschreibung des Buches:
„Wir träumten von Kuba“ ist 2019 im Heyne Verlag als Taschenbuch mit 493 Seiten erschienen.

Auf dem Titelbild sieht man eine schick gekleidete junge Frau in den Straßen Havannas.

Die Originalausgabe heißt „When we left Cuba“, übersetzt aus dem Amerikanischen wurde dieser Roman von Jens Plassmann

Kurze Zusammenfassung:
In diesem Teil der Kuba Saga um die Geschwister Perez geht es um Beatriz. Die Geschwister wohnen in Palm Beach. Die Schwestern sind im heiratsfähigen Alter und besonders Beatriz soll an den Mann gebracht werden. Doch die hat ihre eigenen Pläne. Ihre Sehnsucht nach Vergeltung an Fidel Castro und der Wunsch Havanna wieder zu sehen, treiben sie in die Arme der CIA. Doch dann verliebt sie sich auch noch in den Senator und engsten Mitarbeiter Kennedys und das auch noch in den Zeiten der schärfsten Krise zwischen Kuba und den USA…

Mein Leseeindruck:
Von dem ersten Band dieser Reihe war ich schlichtweg begeistert. Bei diesem Buch dauerte es länger, bis ich so richtig in die Geschichte um Beatriz hineinfand. Der erste Teil war somit etwas langatmig. Ob es an der Übersetzung lag (der erste Roman wurde von einer anderen Übersetzerin ins Deutsche übersetzt…) oder an dem doch noch tiefer gehendem Geschichtlich/Politischen des Romans?

Im Vergleich zum ersten Band handelt dieser Roman eigentlich ausschließlich von Beatriz in den 1960er Jahren. Es gibt nur ein paar wenige Kapitel, die im Jahr 2016 spielen. Die anderen Familienmitglieder spielen nur zu einem kleinen Teil eine Rolle hier. Der Roman ist aus der Sicht Beatriz erzählt.

Mir hat die Liebesgeschichte um Beatriz, aber auch ihre doch sehr spannenden geheimdienstlichen Aufgaben ganz gut gefallen, doch hätte ich mir noch mehr Bezug zum ersten Teil der Reihe gewünscht. Irgendwie ist mir das erste Buch der Reihe etwas abwechslungsreicher und geheimnisvoller in Erinnerung geblieben. Es war deutlich warmherziger geschrieben.

Wer an der Kubanischen Geschichte interessiert ist, der findet das Geschichtliche gut in diesem Roman verwoben.

Fazit:
Mich konnte dieser Teil der Saga nicht ganz so überzeugen, wie der erste Roman dieser Reihe, trotzdem warte ich gespannt auf eine Fortsetzung.

Bewertung: *** von *****

Nächstes Jahr in Havanna (Chanel Cleeton)

Kubas Geschichte in einen Roman verpackt

Nach einer Kubareise interessieren mich auch Romane, in denen Kuba eine Rolle spielt.

Beschreibung des Buches:
Der Roman „Nächstes Jahr in Havanna“ ist im Heyne Verlag 2019 als Taschenbuch mit 462 Seiten erschienen.

Das Cover zeigt eine eingefärbte schwarz/weiß Fotografie mit Frauen an einem Pool – im Hintergrund sieht man Palmen.

Die Originalausgabe heißt „Next Year in Havanna“.

Kurze Zusammenfassung:
Dieser Roman ist der erste Band einer neuen Kuba-Saga. Die Autorin schildert die Geschichte Kubas anhand von Briefen der Großmutter Eliza aus den 1950er Jahren im Wechsel mit der Sicht auf ihre Enkelin Marisol, die im Jahr 2017 nach Kuba reist, während sie die Asche ihrer Großmutter Eliza, deren Wunsch es war auf Kuba beerdigt zu werden, auf die Insel bringen will.

Mein Leseeindruck:
Aus dem Amerikanischen übersetzt ist dieser Roman etwas ganz besonderes.

Die Geschichte ist sehr warmherzig geschrieben. Eine Liebesgeschichte der Großmutter, in Briefen festgehalten, bringt Marisol das Leben auf Kuba in den 1950/60er Jahren näher. Mit Hilfe dieser Briefe reist die Enkelin auf den Spuren ihrer Großmutter und erfährt Unbekanntes und Geheimnisse aus deren Leben.

Mir gefällt der Schreibstil der Autorin sehr gut. Auch der Kapitel-Wechsel von Gegenwart und Vergangenheit aus verschiedenen Sichten ist ihr gut gelungen. Während man in das Buch eintaucht, hat man die herrlichen Kulissen vor Augen. Ganz besonders dann, wenn man schon auf Kuba (Havanna) war.

Wer sich mit der Geschichte Kubas befassen möchte, findet in diesem Roman viele Beschreibungen des Lebens auf der Insel, aber auch einen ganz besonderen Blick auf die Menschen, die dort leben – viel besser als jedes Geschichtsbuch – in einer ungewöhnlichen Liebesgeschichte verpackt.

Fazit:
Ich freue mich auf die weiteren Bände dieser Saga!

Bewertung: ***** von *****

Die Wege der Macht (Jeffrey Archer)

Fünfter Band der Clifton-Saga – packend und fesselnd

Die vier ersten Teile dieser Familiensaga habe ich bereits gelesen. Sie haben mir durchweg recht gut gefallen. Mit dem dritten Teil hatte ich allerdings etwas Probleme, diesen fand ich nicht ganz so spannend, wie die anderen Bände.

Jeffrey Archers Familiensaga ist für mich etwas ganz besonderes. Allerdings ist es manchmal schwierig wieder in die Geschichte hineinzukommen, wenn das Lesen des vorangegangenen Bandes schon wieder Monate zurück liegt.

Beschreibung des Buches:
Die Familiensaga „Die Wege der Macht“ von Jeffrey Archer ist 2017 im HEYNE-Verlag als Taschenbuch erschienen. Das Buch hat 587 Seiten.

Das Titelbild ist in hellorange gehalten. Es zeigt ein Paar auf dem Roten Platz in Moskau. Auch hier ist das Bild wieder bestens zum Inhalt gewählt, es passt natürlich auch sehr gut in die Reihe der bisher erschienenen Buchtitel. Das Cover gibt auch schon einen Hinweis, wo Teile der Geschichte spielen.

Kurze Zusammenfassung:
Dieser fünfte Teil knüpft an den vierten Band „Im Schatten unserer Wünsche“ und beschreibt  die Jahre 1964 bis 1970. Während ein Fokus auf Harry (Schriftsteller) und seiner Frau Emma Clifton und der Barrington-Gesellschaft (Schiffshersteller) liegt, gibt es auch wieder die Intrigen, die die Ex-Frau (Virginia) von Emmas Bruder Giles mit dem „Bösewicht“ Alex Fisher spinnt. Im Buch sind die verschiedenen Handlungsstränge mit Fokus auf jeweils einen dieser Protagonisten erzählt.

Mein Leseeindruck:
Das Buch ist in verschiedene Zeitabschnitte mit besonderer Sicht auf einzelne Protagonisten unterteilt. So gelingt es Jeffrey Archer die „böse“ als auch die „gute“ Seite besonders zu beleuchten. Jeder Teil für sich ist mit viel Spannung erzählt.

Gerade dieser Perspektivwechsel gefällt mir in dieser Familiensaga besonders gut. Er macht diese Familiengeschichte lebendiger.

Wie auch in den anderen Bänden dieser Reihe hat Jeffrey Archer wieder viel Geschichtliches in seinem Roman verarbeitet. So bekommt man ganz nebenbei einen wirtschaftlichen und politischen Überblick über die 60er und 70er Jahre. Politikernamen, Orte wie die geteilte Stadt Berlin, Moskau und der Kalte Krieg, aber auch Städte und Menschen in den USA spielen hier eine größere Rolle.

Die Übersetzung (und der Schreibstil Jeffrey Archers) ist m.E. wieder sehr gelungen, man bleibt im Lesefluss. Die Kapitel sind zwar in sich teilweise abgeschlossen, doch sind die Geschichten so fesselnd, dass man einfach immer weiterlesen muss.

Einige Dinge wirken natürlich auch wieder etwas konstruiert, aber dem Autor gelingt es, seine gesponnenen Wege fein säuberlich und gekonnt zum Ziel zu führen. Es gibt auch in diesem Band wieder einige Spannungsbögen, die besonders fesseln.

„Geld und Macht“, „Liebe und Hass“, das sind die wichtigen Themen einer Familiensaga und von diesen gibt es hier reichlich.

Wer den Überblick über die verschiedenen Personen nicht verlieren will, dem hilft im Buchdeckel der Stammbaum der Familien. Dieser ist auch sehr nützlich, wenn man länger nicht zum Lesen kam bzw. wenn man den vorherigen Band schon vor längerer Zeit gelesen hat.

Fazit:
Dieser fünfte Teil kann qualitativ mit dem vierten Band gut mithalten. Nachdem ich im dritten Teil einen „Durchhänger“ hatte, freue ich mich jetzt ganz besonders auf die noch folgenden Bände. Um die Zusammenhänge zu verstehen, empfiehlt es sich, alle vier vorhergehenden Bände gelesen zu haben.

Bewertung: *****

Im Schatten unserer Wünsche (Jeffrey Archer)

Vierter Band der Clifton-Saga – und wieder ein spannender Teil der Familiensaga

buchtitel-20160925-0633

Ich habe bereits die ersten drei Teile dieser Familiensaga gelesen. Diese haben mir bereits sehr gut gefallen. Die Geschichten von Jeffrey Archer sprechen mich an. Auch wenn es schwierig ist, eine Familiengeschichte über mehrere Bände hinweg zu verfolgen, freue ich mich jedes Mal wieder über den nächsten Teil.

Beschreibung des Buches:
Der Roman „Im Schatten unserer Wünsche“ von Jeffrey Archer ist 2016 im HEYNE-Verlag als Taschenbuch erschienen. Es hat 540 Seiten.
Das Titelbild zeigt in hellblau gehalten eine Frau, die an einem Hafen steht. Ein großes Kreuzfahrtschiff und Beischiffe sind zu sehen. Das Bild ist wieder gut zum Inhalt gewählt und reiht sich wunderbar in die schon veröffentlichten Teile der Familien-Saga.

Kurze Zusammenfassung:
Dieser Teil knüpft an den dritten Band „Erbe und Schicksal“ an. Er spielt in den Jahren 1957 bis 1964. Die Familie kämpft weiter um den Fortbestand der Firma. Durch Intrigen ist dieser immer wieder gefährdet. Sebastian, der im vorherigen Band an einem Unfall beteiligt war, ist hier lange Zeit der Protagonist. Ein weiterer Handlungsstrang sind die intriganten Machenschaften um Alex Fisher, auf den u.a. ein weiterer Fokus liegt.

Mein Leseeindruck:
Die Familiengeschichte geht weiter, während Sebastian sich von einem Unfall erholen muss, ist Jessica, seine Adoptivschwester auf dem Wege, zu heiraten. Endlich muss das Geheimnis ihrer Herkunft gelüftet werden.

In verschiedenen Zeitabschnitten und mit Sicht auf die unterschiedlichsten Mitwirkenden gelingt es Jeffrey Archer den Leser mit viel Spannung am Ball zu halten. Ist die eine Intrige schief gegangen, so folgt die nächste sogleich. Man ist gespannt, was sich der Autor noch so alles erdacht hat.

In diesem Band ist der Fokus auf mehr als nur zwei Personen ausgerichtet, das macht das ganze Buch lebendiger als seine Vorgänger. Über geschichtliche und wirtschaftliche Themen in den 50er und 60er Jahren bekommt man ebenfalls wieder einen prima Überblick.

Mir gefällt nach wie vor der Schreibstil Jeffrey Archers (oder die Übersetzung) sehr gut. Gefühl, Spannung und geschichtliches Hintergrundwissen sind auch in diesem Band in einem guten Zusammenspiel vereint. Die Beschreibungen des Lebensstils der 50er und 60er Jahre Englands lässt einen prima in dieses Buch eintauchen.

Natürlich sind einige Dinge sehr konstruiert, aber die Knoten, die der Autor knotet, löst er gekonnt auf. Es gibt in diesem Buch mehrere Knoten und somit einige Spannungsbögen, die darauf warten, gelöst zu werden. Und das macht eine Familiensaga einfach aus.

Einen Überblick über die verwandtschaftlichen Verhältnisse bekommt man in den Innenseiten der Buchdeckel als Stammbaum aufgezeichnet präsentiert. So kann man die einzelnen Personen besser ihrem Stand in der Familie zuordnen. Hilft auch, wenn man länger nicht zum Lesen kam bzw. wenn man den vorherigen Band schon vor längerer Zeit gelesen hat.

Auch in dieses Buch hat Jeffrey Archer wieder einen Cliffhänger eingebaut, so dass man, um die Neugierde zu befriedigen, wieder monatelang mit Spannung auf den nächsten Teil warten muss.

Fazit
Mir hat dieser vierte Teil der Clifton-Saga besser als der Dritte gefallen, es waren mehr Perspektivwechsel, was diesen Roman lebendiger gemacht hat. Natürlich freue ich mich nun auch auf den 5. Teil.

Bewertung: ****