Schlafe für immer (Mary Higgens Clark – Alafair Burke)

Sehr spannend – was ist die Wahrheit?

Vor Jahren fand ich die Thriller von Mary Higgens Clark sehr spannend, dann hatte ich ein paar Bücher erwischt, die mich nicht so fesselten. Jetzt habe ich mich doch zum zweiten Mal an dieses Autoren-Duo Mary Higgens Clark – Alafair Burke herangetraut – und wurde dieses Mal nicht enttäuscht.

Beschreibung des Buches:
„Schlafe für immer“ vom Autorenduo Mary Higgens Clark und Alafair Burke ist 2018 im HEYNE-Verlag als Hardcover erschienen. Der Roman hat 383 Seiten.

Das Cover ist weiß/grau gehalten. Es zeigt eine Hand auf der sich ein blauer Schmetterling gesetzt hat: Geheimnisvoll, Filigran – so wie die Wahrheit, die in diesem Thriller ans Licht kommen soll.

Es handelt sich um den 4. Band der Reihe um die Fernsehjournalistin Laurie Moran.

Kurze Zusammenfassung:
Nach 15 Jahren Haft kommt Casey Carter wieder aus dem Gefängnis frei. Sie soll ihren Verlobten Hunter Raleigh III ermordet haben. Casey hat immer ihre Unschuld beteuert. Um die Wahrheit ans Licht zu bringen, wendet sie sich an die Fernsehjournalistin Lauri Moran, die mit ihrer Sendung „Unter Verdacht“ ungelöste Kriminalfälle der Öffentlichkeit mit neuen Fakten präsentiert. Auch wenn ihre Mutter und ihre Cousine nicht hinter diesem Vorhaben stehen, so scheinen sie doch nach wie vor zu Casey zu halten.

Mein Leseeindruck:
Schon lange habe ich kein Buch mehr gelesen, das mich so gefesselt hat. Gerade Gerichtsfälle finde ich spannend, auch wenn die Verhandlung 15 Jahre zuvor stattgefunden hat, so gibt es immer wieder Rückblicke bzw. Hinweise, wie es zu der Verurteilung wegen Mordes kam.

Der Sprachstil (bzw. die Übersetzung) dieses Thrillers gefällt mir gut. Die mitwirkenden Charaktere sind gut dargestellt, die Namen nicht verwirrend und auch die Anzahl gerade richtig, um nicht den Überblick zu verlieren.

Die Kapitel sind teils sehr kurz, die Schauplätze wechseln oft, trotzdem wird man als Leser mitgenommen, gerade wenn es um die Planung und Umsetzung der angesprochenen Fernsehsendung „Unter Verdacht“ geht, das ist ganz besonders spannend und interessant.

Schon von Anfang an, wirken die verschiedenen Familienverhältnisse geheimnisvoll. Man ahnt, dass hier noch einiges zutage kommen kann, was den eigentlich so eindeutigen Mordfall in ein ganz anderes Licht rücken wird.

Das Autorenduo legt immer mal wieder kleine Hinweise, die sich wie mehrere rote Fäden durch das Buch spannen. Gerade hat man sich sein eigenes Bild gemacht und glaubt, den Fall gelöst zu haben, da tauchen neue Fakten auf. So macht das Miträtseln besonders Spaß. Am Ende werden diese Fäden gekonnt wieder zusammengeführt.

Der Thriller ist so spannend, dass man nichts um sich herum mehr wahrnimmt – total in die Geschichte versinkt. So habe ich zum Ende des Buches mein Abendessen fast verpasst: Mein Mann hatte gegrillt, das Essen auf den Tisch gestellt, sich dazu gesetzt und gewartet, dass ich auch dazu komme. Nur durch die den Essensduft wurde ich wieder in die Wirklichkeit zurück gerufen…

Auch wenn es sich hier um den 4. Band einer Reihe handelt (was ich erst im Nachhinein bemerkt habe, ich habe sogar schon einen Band der Reihe gelesen, der mir nicht so gut gefiel), kann man diesen Thriller lesen. Wichtige Zusammenhänge werden im Laufe des Romans erzählt.

Fazit:
Ein Thriller nach meinem Geschmack, man kann wieder Mary Higgens Clark lesen. Das Autorenduo Higgens Clark – Burke hat sich nun endlich bewährt. Das Buch ist sehr fesselnd, man kann es kaum aus der Hand legen.

Bewertung: ***** von *****

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Provenzalische Schuld (Sophie Bonnet)

Spannung mit Urlaubsfeeling in den französischen Bergen

Die Krimis um den Kommissar Pierre Durand sind mir mittlerweile ans Herz gewachsen. Ich habe die bisher vier erschienen Bücher alle mehr oder weniger sehr gerne gelesen.

Beschreibung des Buches:
Der Krimi „Provenzalische Schuld“ von Sophie Bonnet ist 2018 als Taschenbuch im Blanvalet-Verlag erschienen. Das Buch hat 333 Seiten. Das Titelbild zeigt ein dörfliches Idyll in der Provence.

Am Ende des Buches gibt es ein dreiseitiges Glossar, das die benutzten französischen Begriffe erläutert und drei Rezepte zum Nachkochen, der im Buch beschriebenen Speisen.

Kurze Zusammenfassung:
Eigentlich wollten Pierre Durand und seine Freundin, Charlotte, die Köchin, ein paar Tage in den wohlverdienten Urlaub fahren. Doch kurz vor ihrer Abreise wird die Frau des Bürgermeisters vermisst. Da zuvor zwei Frauen in der Hochprovence auf mysteriöse Weise zu Tode kamen, ist Durand alarmiert. Als dann auch noch der Bürgermeister unter Verdacht gerät, seiner Frau etwas angetan zu haben, muss sich Pierre Durand auf die Spur der Vermissten machen.

Mein Leseeindruck:
Endlich mal wieder ein Krimi, der mir richtig gut gefallen hat. So haben mich die Charaktere, die Schauplätze als auch die Handlung voll überzeugt können. Der Krimi ist durchweg spannend, hat seine humorvollen Stellen und vertraute Personen.

Der Urlaubscharakter fehlt ebenfalls nicht, da sich die Szenen in Urlaubsgebieten abspielen. So nimmt man als Leser am Leben in dörflicher Idylle, an Wanderungen als auch Einkehrschwüngen teil. Nebenbei erfährt man auch etwas über das Geocaching (Schnitzeljagd nach Dosen über GPS-Daten).

Man tappt, wie auch der Kommissar, bis fast zum Schluss im Dunkeln. Ein Verdacht macht sich breit, aber die endgültige Lösung des Falles bleibt fast bis zum Ende offen.

Kommissar Pierre Durand wächst einem von Fall zu Fall ans Herz. Er hat eine nette Art und sein Liebesleben gerät unter seiner intensiven Ermittlungsarbeit so manches Mal unter die Räder.

Mir gefallen die Dorf- und Landschaftsbeschreibungen sehr gut. Man fühlt sich in die Urlaubsidylle hineinversetzt und hat die Szenen dadurch sehr schön vor Augen. Für den Leser gibt es keinen Ermittlungsvorsprung, da der Fokus meistens auf den Kommissar gelegt ist.

Mich muss ein Urlaubs-Krimi unterhalten, ich brauche hier nicht unbedingt die gesellschaftskritischen Themen.

Fazit:
Ein Urlaubskrimi, wie geschaffen für den Frankreich-Urlaub. Man kann ihn aber genauso gut an sonnigen Tagen auf der Terrasse im Liegestuhl liegend lesen. Von Vorteil ist es, wenn man die ersten Fälle des Kommissars kennt.

Bewertung: ***** von *****

Portugiesische Tränen (Luis Sellano)

Auf Spurensuche in Lissabon

Nachdem ich die ersten beiden Bände dieser Reihe gelesen habe, musste ich auch diesen Teil um Henrik Falkner, den Erbe eines Antiquariats in Lissabon, in Händen haben. Auf einer Rundreise durch Portugal mit Besuch von Lissabon habe ich dieses Buch gelesen. In Lissabon habe ich mich auf die Spur von Henrik Falkner gemacht…

Beschreibung des Buches:
„Portugiesische Tränen“ von Luis Sellano (Pseudonym eines deutschen Autors) ist 2018 im HEYNE-Verlag als Taschenbuch erschienen. Der Krimi hat 349 Seiten.

Auf dem Cover sieht man eine typische Stadtansicht in Lissabon mit historischen Gebäuden in bunter Farbgebung. Leider habe ich nicht genau diese Ansicht gefunden. Doch einige erwähnte Straßen und Plätze aus diesem Buch habe ich gefunden und fotografisch festgehalten.

Kurze Zusammenfassung:
Henrik Falkner, ehemaliger deutscher Polizist, lebt schon seit ein paar Monaten im Haus seines verstorbenen Onkels in Lissabon. Dieser hat ihm ein Antiquariat hinterlassen. Als er in seinem Laden eine Fahne findet, auf der ein Koi abgebildet ist, ist seine Neugier geweckt. Zusammen mit seiner Freundin, der Polizistin Helena, aber auch auf eigenen Wegen, beginnt er einer japanischen Spur zu folgen. Nicht nur einer Leiche „läuft“ er über den Weg…

Mein Leseeindruck:
Der Sprachstil von Luis Sellano gefällt mir. Seine Beschreibungen von Lissabon sind einfach herrlich. Wenn man die Stadt kennt, kann man seine Wege durch Lissabon ganz wunderbar verfolgen. Man erinnert sich an die zahlreichen Plätze, Cafes und Restaurants, an die Parks und die vielen Denkmäler – und auch die Straßenbahnen hört man förmlich vorbeirattern.

Den Krimi selbst finde ich nicht besonders spannend, die Idee, ihn im japanischen Milieu spielen zu lassen, ist allerdings gelungen. Man erfährt in diesem Krimi u.a. einiges über die sehr beliebten und wertvollen Koi-Fische.

Die Liaison mit Helena führt ab und an zu skurrilen Situationen, die ihre Beziehung sehr auf die Probe stellt, denn Henriks Recherchearbeit ist zuweilen sehr amüsant, z.B. wenn er mit einem geliehenen Roller eine Verfolgung aufnimmt.

Bis zum Schluss ist nicht klar, wer hier Täter und was genau die Beweggründe sind. Allerdings lichten sich vom ersten Fall bis zu diesem Fall Geheimnisse, die sich um den Tod von Henriks Onkel ranken.

Wer einen Reiseführer durch Lissabon sucht und mit einer Urlaubslektüre verbinden will, der sollte sich diesen Krimi nicht entgehen lassen.

Fazit:
Mir hat dieser Krimi gut gefallen, weil er mich auf einer Lissabon-Reise begleitet hat. Ich habe die Beschreibungen der Schauplätze zum Anlass genommen, mich auf die Suche nach ihnen zu machen…

Bewertung: **** von *****

Und in der Rua do Almada soll das Antiquariat aus dem Buch sein.

Kluftinger (Michael Kobr, Volker Klüpfel)

Kommissar Kluftinger und die Vergangenheit

Beschreibung des Buches:
„Kluftinger“ von Volker Klüpfel und Michael Kobr ist 2018 als Hardcover mit 473 Seiten im Ullstein-Verlag erschienen. Es ist der nunmehr 10. Band um die Krimireihe des Allgäuer Kommissars Kluftinger. Das Titelbild reiht sich nicht unbedingt ein in die Cover der anderen Bände, die in verschiedenen Verlagen erschienen sind.
Auf dem Buchumschlag ist ein Holzkreuz mit der Inschrift „Kluftinger“ abgebildet. Der Hintergrund des Bildes ist blaugrün gehalten, ein Wolkenhimmel mit Bäumen ist zu erkennen.

Kurze Zusammenfassung:
Kommissar Kluftinger ist mit seiner Familie an Allerheiligen auf dem Friedhof unterwegs, als er ein Holzkreuz mit seinem Namen entdeckt.
Familie als auch Kollegen sind alarmiert. Wer hat es auf Kluftinger abgesehen? Was verbirgt sich hinter diesem makabren „Scherz“?

Es beginnt eine „Zeitreise“ in die Vergangenheit. Viele Rückblicke weisen auf verschiedene Verdächtige hin oder hat es Kluftinger mit dem Täter aus einem alten Fall zu tun?

Mein Leseeindruck:
Ich habe schon den ein oder anderen Krimi mit Kommissar Kluftinger gelesen und mir auch die Filme angeschaut, die es mittlerweile von dieser Reihe gibt. Bisher war ich ganz angetan von dieser Krimiserie um den meist etwas tollpatschigen, aber trotzdem liebenswerten Kommissar und seine Familienbande.

Dieser Krimi ist jedoch etwas anders. Er liest sich flüssig, ist, wie immer, durchaus mit Humor gespickt, aber der Funke sprang nicht richtig rüber zu mir. Ich habe tagelang an diesem Krimi gelesen. Erst die letzten 150 Seiten habe ich dann am Stück verschlungen. Vorher zog mich der Krimi nicht in seinen Bann.

Die Geschichte um das Holzkreuz hätte aber durchaus spannender sein können. Die zahlreichen Rückblicke haben mich teilweise etwas gelangweilt, weil nicht ganz klar war, wohin die Reise gehen sollte. Man erfährt hier allerdings endlich den Vornamen von Kluftinger und wie er seine Berufung als Kommissar fand. Der „Antrittsbesuch“ seiner zukünftigen Ehefrau Erika in seinem Elternhaus hat mich amüsiert, hatte aber mit dem Fall und mit Spannung nicht viel zu tun.

Kluftinger denkt in diesem Fall ziemlich viel über seine Kindheit und seine Familie nach. Er ist ein Familienmensch, der seine Kleinfamilie liebt, auch wenn er es oftmals nicht richtig zeigen kann.

Gerade an Spannung fehlte es mir in 2/3 des Buches. Kein Spannungsbogen, kleine witzige Szenen, Aneinanderreihung von tollpatschigen Vorkommnissen – und – Kommissar Kluftinger wird zum Hundefreund: Diese Szenen haben mich dann leicht gerührt. Witzig fand ich auch eine kleine Verbindung zu einem Kommissar aus den Taunuskrimis, außerdem scheint es eine Kooperation mit einem Kommissar aus einer Krimireihe von Jörg Maurer zu geben (ich kenne die Reihe nicht, habe aber davon gelesen). Diese „Amtshilfe“ gefällt mir gut.

Der in den Vorgängerkrimis immer wieder lustige Disput mit Doktor Langhammer kommt hier in diesem Fall eindeutig zu kurz, dafür spielt dessen Hund eine größere Rolle.

Auch das Ende hat mir nicht gefallen. Da gab es schon bessere Fälle aus dem Hause Kobr/Klüpfel. Vielleicht zieht mich der nächste Fall wieder in seinen Bann.

Fazit:
Der Krimi konnte mich nicht überzeugen. Kommissar Kluftinger werde ich aber sicherlich weiterhin treu bleiben, seine tollpatschige Art gefällt mir und auch die anderen Familienmitglieder sind mir „ans Herz gewachsen“.

Bewertung: *** von *****

Winter eines Lebens (Jreffrey Archer)

Siebter und letzter Band der Clifton-Saga – Ende der grandiosen Familiensaga

Nach sieben Bänden und mehr als 3800 Seiten ist diese großartige Familiensaga zu Ende erzählt. Alle 7 Bände habe ich im Laufe der vergangenen 3 Jahre gelesen, mal mit mehr, mal mit weniger Begeisterung.

Beschreibung des Buches:
Der siebte Band der Clifton-Saga „Winter eines Lebens“ von Jeffrey Archer ist 2017 im HEYNE-Verlag als Taschenbuch erschienen. Es hat 590 Seiten.

Das Titelbild zeigt in Wintergrau/blau gehalten einen Mann mit Hut in einer Schneelandschaft vor einem nostalgischen Gebäude. Das Cover reiht sich in die wunderschön gestalteten Titelbilder der Saga ein.

Kurze Zusammenfassung:
In diesem Band erzählt Jeffrey Archer die Familiengeschichte, die hier in den Jahren 1978 -1992 spielt. Die Kapitel sind in die verschiedenen Jahresabschnitte unterteilt und haben immer den Fokus auf eine/n der Protagonisten/innen. Die Schauplätze sind hauptsächlich die Wohnsitze der Familie in England (u.a. London).

Mein Leseeindruck:
Bei jedem neuen Band muss ich mir zuerst wieder einen Überblick Überblick über die verwandtschaftlichen Verhältnisse machen. Eine Übersicht/Stammbaum findet man in den Innenseiten der Buchdeckel. Denn zwischen den Lesepausen von einem zum nächsten Band habe ich die einzelnen Protagonisten und ihre Verwandtschaftsgrade nicht mehr parat.

Den Fokus hat Jeffrey Archer dieses Mal hauptsächlich wieder auf die Protagonisten Emma, Harry, Sebastian und Virginia, die Intrigantin gelegt.

Die Familienmitglieder werden älter und weitere Nachkommen werden geboren. Während sich die Schauplätze der ersten Bände auch von England wegbewegten, so spielt die Familiengeschichte dieses Mal hauptsächlich auf der britischen Insel, England.

Interessant fand ich besonders die parlamentarischen Auftritte Emmas, Gesundheitsministerin, die sich hier in der konservativen Regierung unter Margaret Thatcher einbringt. Ebenfalls gut gefallen hat mir, dass man beim Lesen so wunderbar in die Themen der 80er und 90er Jahre des 20. Jahrhunderts eintauchen kann und sich so an vieles erinnert, was man selbst in den Nachrichten damals erfahren hat.

Natürlich fehlen die typischen Intrigen auch in diesem 7. Teil der Saga nicht, gerade das macht den Reiz von Familiengeschichten aus.

Schön fand ich, dass in diesem Band einmal wieder mehr über die Leidenschaft von Harry Clifton, das Schreiben und das Leben als Autor einen Platz in diesen 590 Seiten gefunden hat.

Und wer Interesse am Bankenwesen, Aktienkursen und großen Versteigerungen mit besonderen Wertgegenständen hat, der kommt hier auch auf seine Kosten.

Der Schreibstil von Jeffrey Archer gefällt mir nach wie vor, das mag auch an der gelungenen Übersetzung liegen. Sicherlich sind einige Intrigen vielleicht zu weit gespannt, aber sie führen zu sehr spannenden Passagen und halten diese Familiengeschichte immer auf einem hohen Spannungslevel.

Jeffrey Archer bedient sich auch in diesem Band einmal mehr wieder gekonnt der Cliffhanger, so fällt es einem schwer, dieses dicke Buch abends aus den Händen zu legen. Am besten man gönnt sich eine lange Zugfahrt oder einen sonnigen Sonntag, um in diese Familiengeschichte voll und ganz einzutauchen.

Fazit:
Ich kann mich nur wiederholen, was ich zu den Vorgänger-Bänden schon geschrieben habe:
Mit gleichbleibend guter Qualität, bleibt diese Familiensaga mein ganz persönliches Highlight im Bereich der Mehrteiler.

Schade, dass die Geschichte mit diesem Band endgültig zu Ende geschrieben ist.

Bewertung: **** von *****

Die Schnitzel-Jagd: Ein Wien-Krimi (Carine Bernard)

Schnitzel-Jagd in Wien – Krimi mit Reiseführerqualität

Von Carine Bernard habe ich noch keinen Krimi kennengelernt. Aufgrund des Titels habe ich dieses Buch gelesen. Geocaching  (Moderne Schnitzel-Jagd) zählt auch zu meinen Hobbys . Ich finde diese Art der Erkundung einer Stadt ganz wunderbar.

Beschreibung des Buches:
„Die Schnitzel-Jagd: Ein Wien-Krimi“ von Carine Bernard ist 2016 im Knaur-Verlag erschienen. Ich habe es als E-Book gelesen. Das Taschenbuch hat 220 Seiten. Auf dem Titelbild ist die Karlskirche zu sehen, das Bild ist in türkisgrün gestaltet. Das Cover reiht sich gut in die Serie rund um die EU-Ermittlerin Molly Preston ein. Die ersten 2 Teile sind ähnlich gestaltet (ein Farbton überwiegt).

Kurze Zusammenfassung:
Molly Prestons Unterstützung um einem vermeintlichen Unfalltod eines jungen Mannes wird in Wien angefordert. Um das Geheimnis seines Todes zu lösen, muss sie die verschiedensten Rätsel analog zu Geocaching Rätseln lösen. Unterstützt wird sie von Markus Wilhelm, der den Jungen gut gekannt hat.

Mein Leseeindruck:
Mich hat dieser Krimi von der ersten Seite an gefesselt. Da ich schon mehrmals in Wien war und mich mit Geocaching auch ganz gut auskenne, sind mir die vielen (auch Computer-)Begrifflichkeiten, die in diesem Krimi vorkommen, nicht fremd. Neulinge auf diesem Gebiet müssen eventuell einige Begriffe nachschlagen…

Mitten in der beeindruckenden Kulisse der Stadt Wien begibt sich Molly in eine Schnitzel-Jagd, die uns Leser Lust auf die Stadt Wien macht. So lernt man das eine oder andere Cafe-Haus kennen, „läuft“ in Gedanken über den Naschmarkt und saugt hier die bekannten Düfte ein oder man macht einen Spaziergang am Schloss oder über den Prater. Aber auch die etwas versteckt gelegenen Sehenswürdigkeiten, jenseits des Touristenstromes, „zeigt“ Molly den Lesern.

Die Autorin hat hier sehr gut recherchiert, das tolle Flair der Stadt eingefangen und auf eine tolle Art in diesen Krimi eingebunden.

Einige der Rätseltypen kannte ich allerdings noch nicht. So habe ich hier doch eine Menge Neues bezüglich des Geocachings kennen gelernt. Der „Fall“ selbst ist gut konstruiert und birgt die eine oder andere Überraschung. Molly Preston als Ermittlerin hat in Sachen Computertechnik so einiges drauf. Man kann auf weitere Krimis gespannt sein.

Fazit:
Dieser Roman ist nicht nur ein spannender Krimi, sondern auch ein prima Reiseführer, der einen beim Lesen von der schönen Stadt Wien träumen lässt.

Bewertung: **** von *****

 

Grillwetter (Hans-Henner Hess)

Die Thüringer Bratwurst in Gefahr – kein Krimi für Veganer 😉

Von Hans-Nenner Hess habe ich bereits „Das Schlossgespinst“ mit seinem Anwalt Fickel gelesen.

Beschreibung des Buches:
Das Taschenbuch „Grillwetter“ von Hans-Henner Hess ist im Dumont-Verlag 2017 erschienen. Es hat 348 Seiten. Auf dem Titelbild sieht man eine rötlich gestreifte Markise vor einem grünen (Garten) Hintergrund, eigentlich ein eher unspektakuläres Bild, aber sehr passend zu den anderen Covern der Krimireihe um den Anwalt Fickel. Es handelt sich hier um den 4. Band.

Kurze Zusammenfassung:
Der Insolvenzverwalter des Traditionsunternehmens Krautwurst Thüringer Wurstspezialitäten ist verschwunden. Die Produktion der Thüringer Bratwurst in höchster Gefahr. Hat er sich mit dem Geldkoffer des Fleischereiinhabers davon gestohlen oder ist er vielleicht erschlagen und zu Wurst verarbeitet worden? Anwalt Fickel ist involviert, er soll einen der Verdächtigen verteidigen.

Mein Leseeindruck:
Diesen Krimi habe ich an warmen Frühlingstagen bei herrlichem Grillwetter verschlungen, mir ist nicht der Appetit vergangen, obwohl man in diesem Krimi einiges über Schlachttiere, das Schlachten und das Verarbeiten von Fleisch erfährt. Als Veganer hätte man da sicherlich mehr Schwierigkeiten gehabt…

Wenn man einen Krimi um Anwalt Fickel liest, dann muss man mit skurrilen Figuren und lustigen Geschichten rechnen, nicht zu vergessen, die verworrenen Liebesbeziehungen, die ebenfalls eine besonderen Teil des Romans ausmachen. So stellt sich einem beim Lesen ab und an die Frage „Wer ist hier nun tatsächlich mit wem liiert oder war es?“

Dieser Regionalkrimi ist nicht unbedingt als spannend zu bezeichnen, er lebt von den Charakteren, dem Dialekt und den lustigen Geschichten zwischendurch, wenn z.B. nicht nur Fleisch in der Wurst zu finden ist….

Dem Autor gelingt es mit viel Humor einen witzigen Regionalkrimi zu kreieren. Die Figuren wachsen einem von Fall zu Fall ans Herz.

Man kann diesen Krimi auch lesen, wenn man die anderen Bände nicht kennt.

Fazit:
Auch dieser Krimi um Anwalt Fickel ist kurzweilig und lustig, allerdings nicht besonders spannend, er hat mich aber trotzdem gut unterhalten.

Bewertung **** von *****