Die vermisste Freundin (Olaf Jahnke)

Vermisstensuche auf Madagaskar – Entwicklungshelfer in Gefahr?

Der dritte Fall des Kelkheimer Ermittlers Roland Bernau führt ihn auf die Insel Madagaskar.

Beschreibung des Buches:
„Die vermisste Freundin“ von Olaf Jahnke ist 2018 im Grössenwahn-Verlag als Taschenbuch mit 281 Seiten erschienen. Es ist der dritte Krimi um den Ermittler Roland Bernau. Auf dem Titelbild ist eine afrikanische Landschaft mit feuerrotem Himmel zu sehen, ein „blutendes V“ prangt ebenfalls auf dem Cover.

Autor Olaf Jahnke ist Kameramann und Reporter beim Hessischen Rundfunk. Er lebt im Rhein-Main-Gebiet.

Kurze Zusammenfassung:
Dieses Mal führt eine Vermisstensuche Privatermittler Roland Bernau, Ex-BKA-Fahnder, auf die Insel Madagaskar. Eine Entwicklungshelferin aus dem Rhein-Main-Gebiet ist verschwunden. Den Auftrag zur Suche nach ihr bekommt Bernau von ihren Freundinnen. Mit seiner Lebensgefährtin Julia, die sich kurzfristig einen Reportage-Auftrag an Land gezogen hat, macht sich Bernau auf den Weg in den Süden. Doch zunächst wird er mit einem Todesfall konfrontiert, ein Entwicklungshelfer wird ermordet. Was steckt dahinter?

Mein Leseeindruck:
Der Krimi ist aus der Sicht des Ermittlers Roland Bernau geschrieben. Als Leser steckt man somit mitten in diesem Kriminalfall.

Wie auch schon in seinen ersten Krimis brilliert Jahnke mit seinen kurzen, prägnanten Sätzen und einer sehr guten Beobachtungs- und Beschreibungsgabe. Die schnellen Schauplatzwechsel und der Lokalkolorit – zumindest zu Beginn und am Ende des Krimis – gefallen mir ausgesprochen gut. Auch die sehr genauen Beschreibungen von Madagaskar, Land und Leuten, sind gelungen.

Die Beziehung zur Journalistin Julia bekommt in diesem Krimi wieder einen besonderen Platz eingeräumt. Das ist es, was mir an dieser Krimireihe gefällt – das Privatleben des Ermittlers fließt in die Fälle ein. Hinzu kommt der Lokalkolorit. Bernaus Wirkungskreis ist das Rhein-Main-Gebiet. Es gefällt mir, wenn ich Straßenabschnitte, besondere Plätze oder Häuser wieder erkenne. Und – offensichtlich scheint er bei mir um die Ecke zu wohnen…ich habe ihn leider noch nicht getroffen…

Mit seinem Ermittler Roland Bernau hat Jahnke einen sehr sympathischen Zeitgenossen geschaffen, der gerade durch seine Art, die Dinge anzugehen, schnell und unkonventionell zu handeln, dem Leser „ans Herz wächst“.

Der Krimi ist nicht besonders blutig, geht es doch eher um die Geschichte der ermordeten/vermissten Personen und die Ermittlungsarbeit, hier ganz besonders im Bereich Entwicklungshilfe.

Die Idee zu diesem Krimi beruht auf einem tatsächlichen Mord an einem Entwicklungshelfer im Jahr 1996. Autor Jahnke hat vor Jahren einen mehrwöchigen Aufenthalt auf Madagaskar genutzt, hier zu recherchieren und Land und Leute kennenzulernen.

Fazit:
Ein kurzweiliger Krimi mit großem Lesevergnügen – temporeich, mit kurzen und knackigen Sätzen und durchweg spannend. Ich freue mich auf den nächsten Fall, der Mal wieder mit einem interessanten Cliffhanger (das mag meine Kollegin, die diese Krimis auch liest, so gar nicht!) neugierig macht.

Bewertung: ***** von *****

Werbung

Patientenrache (Olaf Jahnke)

Aktuell, spannend und mit Lokalkolorit

Krimis aus dem Rhein-Main-Gebiet ziehen mich magisch an. Wenn dann auch noch der Ermittler fast um die Ecke wohnt, dann muss ich diesen Krimi lesen.

Beschreibung des Buches:
„Patientenrache“ von Olaf Jahnke ist 2016 im Grössenwahn-Verlag als Taschenbuch mit 283 Seiten erschienen. Es ist der zweite Krimi um den Ermittler Roland Bernau. Auf dem Titelbild sieht man schemenhaft eine Menschenkette aus drei Personen. Am oberen Rand trieft offensichtlich Blut in das Bild, was den Inhalt des Krimis ganz gut widerspiegelt.

Der Autor Olaf Jahnke ist Kameramann und Reporter beim Hessischen Rundfunk. Er lebt im Rhein-Main-Gebiet.

Kurze Zusammenfassung:
Der Privatermittler Roland Bernau, Ex-BKA-Fahnder, wird von einer Versicherung engagiert. Er soll aufklären, weshalb zwei Mitarbeiter brutal zusammengeschlagen wurden. Während seiner Recherchen bekommt er Einblicke in die unterschiedlichsten Interessen rund um das Gesundheitswesen: Versicherungen, Ärzte, Patienten und die Justiz liefern sich einen regen Schlagabtausch. Da bleibt der Mensch mit seinem Schicksal schnell auf der Strecke.

Mein Leseeindruck:
Olaf Jahnke lässt seinen Ermittler erzählen. So ist man als Leser ganz tief in der Geschichte drin, es gibt keine komplizierten Rückblicke. Seine kurzen, prägnanten Sätze und seine gute Beobachtungsgabe machen diesen Krimi zu einem kurzweilig Lesevergnügen. Zuweilen ist der Krimi sehr temporeich und durchweg spannend.

Der Ermittler Roland Bernau war mir schon im ersten Fall als sympathischer Zeitgenosse aufgefallen. Seine meist unkonventionelle Art die Dinge anzupacken, nicht lange zu überlegen und schnell zu handeln gefällt mir. Dass neben seiner Arbeit auch sein Privatleben „stattfindet“ mag ich auch. Für mich gehört das einfach zu dieser Art Krimi dazu.

Seine Beziehung zu einer Journalistin, die sich in einer Reha befindet, erlebt ein ständiges Auf- und Ab. Wenn Roland Bernau unterwegs im Rhein-Main-Gebiet ist, kommt mir alles sehr vertraut vor. Besonders die Beschreibungen seines Heimatstädtchens finden bei mir eine besondere Begeisterung. Offensichtlich scheint er bei mir fast um die Ecke zu wohnen.

Die Tatortszenen sind in diesem Krimi etwas blutiger als man das vom ersten Fall gewohnt war. Trotzdem geht es auch hier wieder eher um die Ermittlungsarbeit. Hier hat Olaf Jahnke offensichtlich wieder sehr gut recherchiert. Privatisierung der Krankenhäuser, ärztliche Fehler und das Schicksal der Patienten und ihrer Angehörigen werden in diesem Krimi ziemlich intensiv beleuchtet.

Fazit
Auch der zweite Fall des Privatermittlers Roland Bernau konnte bei mir Punkten. Spannend, rasant mit kurzen und knackigen Sätzen und einem Privatleben des Ermittlers in der Kulisse des Rhein-Main-Gebietes – so mag ich Krimis.

Der Krimi kam auch bei meinem Mann gut an. Er hat ihn bereits kurz nach dem Erscheinen im Urlaub verschlungen.

Bewertung: ““‘

Tod eines Revisors (Olaf Jahnke)

Wirtschaftskrimi mit Lokalkolorit

P1040516

Ein Krimi, der im Rhein-Main-Gebiet spielt, den musste ich lesen. Ich liebe Krimis mit Lokalkolorit, besonders Krimis, deren Handlungen im Rhein-Main-Gebiet angesiedelt sind. Nachdem meine letzten Lektüren keine Krimis waren, bot dieses Buch die entsprechende Abwechslung.

Beschreibung des Buches:
Der Krimi „Tod eines Revisors“ von Olaf Jahnke ist 2014 im fhl-Verlag als Taschenbuch erschienen. Das Buch hat 249 Seiten. Das Titelbild ist in grau/blau/weiß gehalten. Zu sehen ist eine Brüstung (offensichtlich auf einer Aussichtsplattform) mit einem fest installierten Fernrohr. Im Hintergrund, leicht verblasst, Bankentürme der Frankfurter Skyline, passend zum Inhalt des Krimis.

Der Autor Olaf Jahnke ist Kameramann und Reporter beim Hessischen Rundfunk. Er lebt im Rhein-Main-Gebiet. Dieser Krimi ist seine erste Buchveröffentlichung.

Kurze Zusammenfassung:
Roland Bernau, Ex-BKA-Fahnder, ist Privatermittler. Er wird von der Ehefrau eines angeblichen Selbstmörders engagiert. Die Witwe glaubt nicht daran, dass sich ihr Mann selbst umgebracht hat. Der Tote war Revisor einer Bank. Schnell findet Bernau heraus, dass es hier um Wirtschaftskriminalität geht, die ihren Ursprung in der Wendezeit hat. Seine Ermittlungen werden seitens Politik und Wirtschaft stark behindert.

Mein Leseeindruck:
Der Krimi ist in der Ich-Form geschrieben. Roland Bernau erzählt aus seiner Sicht die Geschehnisse. Das hat mich zuerst befremdet und ich kam nicht gleich in die Geschichte hinein. Allerdings änderte sich das rasch, nachdem ich mich in den Schreibstil des Autors hineingelesen hatte. Ab diesem Zeitpunkt konnte ich das Buch nicht mehr aus den Händen legen und habe es an zwei Tagen Urlaub fertig gelesen.

Olaf Jahnke gelingt es mit kurzen Sätzen, ohne umständlich verschachtelte Sätze, Szenen detailgetreu zu beschreiben. Wörtliche Rede lockert den Krimi auf und macht ihn zu einem kurzweiligen Lesevergnügen. Der komplette Krimi ist temporeich und spannend.

Die Person Roland Bernau macht einen sympathischen Eindruck, etwas schusselig und unordentlich, aber mit einer gehörigen Portion Eifer ermittelt er in dem ihn anvertrauten Fall. Dabei kommt auch sein Privatleben nicht zu kurz. Eine Liaison mit einer Journalistin fruchtet in immer weiteren Ermittlungsergebnissen, bringt beide aber auch immer wieder in große Gefahr. Die Tatortszenen sind nicht zu grausam, es geht hier mehr um die Ermittlungsarbeit. Der Autor Olaf Jahnke hat gut recherchiert. Zum Ende des Buches bekommt man noch eine Erläuterung zu einem wirtschaftlichen Phänomen zwischen den 60er und 90er Jahren des 20. Jahrhunderts….

Der Fokus in diesem Krimi liegt auf dem Ermittler Bernau, so hat man als Leser keinen „Vorsprung“ und keine zusätzlichen Hinweise. Es entfallen komplizierte Rückblicke.

Dieser Krimi kommt mit wenigen Personen aus, jedenfalls habe ich das so empfunden. Ich konnte zumindest alle Beteiligten an allen Stellen im Buch ohne Probleme zuordnen. Offensichtlich sind hier auch die Namen gut gewählt, damit dies gelingen konnte. Die Lokalitäten in und um Frankfurt hat der Autor wunderbar beschrieben, ich konnte genau die Wege des Ermittlers verfolgen, da mir die meisten Örtlichkeiten sehr bekannt sind.

Fazit
Ein prima Krimi mit reichlich Lokalkolorit. Mir hat er gefallen. Kurze, knackige Sätze. Ein Privatleben des Ermittlers in der Kulisse Frankfurts und Umgebung, ein spannender Fall. Ich freue mich auf weitere Fälle von Roland Bernau!

Bewertung: *****