Und ich würde es wieder tun (Raquel Erdtmann)

Hautnah im Gerichtssaal dabei

Gerichtsverhandlungen haben mich schon immer interessiert. Allerdings war ich noch bei keiner live dabei…

Beschreibung des Buches:
„Und ich würde es wieder tun“ ist im Fischer Verlag 2019 als Taschenbuch erschienen. Das Buch hat 255 Seiten. Auf blauem Hintergrund ist ein Schattenmann mit einem Beil abgebildet, Blut tropft vom Beil.

Kurze Zusammenfassung:
Raquel Erdtmann, Schauspielerin, Autorin und Illustratorin, hat in ihrem Buch 32 Gerichtsverhandlungen, die sie als Reporterin besucht hat, beschrieben.

Mein Leseeindruck:
Wenn man sich ganz auf die Fälle einlässt, dann hat man das Gefühl, mitten im Gericht zu sitzen und die Verhandlung live mitzuerleben, mit all ihren traurigen, aber manchmal auch lustigen Momenten. Man lernt die Umstände kennen, warum ein Mensch Dinge getan hat, die anderen Menschen Leid (manchmal sogar den Tod) beschert haben.

Schon der zweite Fall hat mich sehr mitgenommen, da die dort beschriebene „Todesfahrt“ ganz in unserer Nähe geschehen ist und sehr viel Bestürzung in der Bevölkerung hervorgerufen hat. Erst beim Lesen, bei der Beschreibung des Falles, ist mir das tragische Ausmaß dieser „Tat“ bewusst geworden.

Was bewegt Menschen, anderen Menschen Leid anzutun? Eine Gerichtsverhandlung kann das nicht immer beleuchten, aber zumindest Dinge an den Tag bringen, von denen man vorher nichts wusste. So bekommt man eine andere Sicht auf den Sachverhalt – anders als es so mancher Zeitungsartikel mit Sensationsmeldung betreibt.

Raquel Erdtmann schafft es, mich als Leser an der Verhandlung hautnah teilhaben zu lassen. Manche Aussagen von Zeugen, Beschuldigten oder Opfern sind dabei so absurd, dass man das ein oder andere Mal sogar schmunzeln muss und sich fragt „macht Liebe blind?“ (Heiratsschwindler Gerichtsverhandlung). Vieles nimmt einen aber auch sehr mit, hier besonders die Todesfälle. Nicht alle Fälle sind etwas für schwache Nerven.

Fazit:
Ein Buch mit vielen „Geschichten“ – spektakuläre Fälle vor Gericht verhandelt – hautnah im Gericht dabei.

Bewertung: **** von *****

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Schlafe für immer (Mary Higgens Clark – Alafair Burke)

Sehr spannend – was ist die Wahrheit?

Vor Jahren fand ich die Thriller von Mary Higgens Clark sehr spannend, dann hatte ich ein paar Bücher erwischt, die mich nicht so fesselten. Jetzt habe ich mich doch zum zweiten Mal an dieses Autoren-Duo Mary Higgens Clark – Alafair Burke herangetraut – und wurde dieses Mal nicht enttäuscht.

Beschreibung des Buches:
„Schlafe für immer“ vom Autorenduo Mary Higgens Clark und Alafair Burke ist 2018 im HEYNE-Verlag als Hardcover erschienen. Der Roman hat 383 Seiten.

Das Cover ist weiß/grau gehalten. Es zeigt eine Hand auf der sich ein blauer Schmetterling gesetzt hat: Geheimnisvoll, Filigran – so wie die Wahrheit, die in diesem Thriller ans Licht kommen soll.

Es handelt sich um den 4. Band der Reihe um die Fernsehjournalistin Laurie Moran.

Kurze Zusammenfassung:
Nach 15 Jahren Haft kommt Casey Carter wieder aus dem Gefängnis frei. Sie soll ihren Verlobten Hunter Raleigh III ermordet haben. Casey hat immer ihre Unschuld beteuert. Um die Wahrheit ans Licht zu bringen, wendet sie sich an die Fernsehjournalistin Lauri Moran, die mit ihrer Sendung „Unter Verdacht“ ungelöste Kriminalfälle der Öffentlichkeit mit neuen Fakten präsentiert. Auch wenn ihre Mutter und ihre Cousine nicht hinter diesem Vorhaben stehen, so scheinen sie doch nach wie vor zu Casey zu halten.

Mein Leseeindruck:
Schon lange habe ich kein Buch mehr gelesen, das mich so gefesselt hat. Gerade Gerichtsfälle finde ich spannend, auch wenn die Verhandlung 15 Jahre zuvor stattgefunden hat, so gibt es immer wieder Rückblicke bzw. Hinweise, wie es zu der Verurteilung wegen Mordes kam.

Der Sprachstil (bzw. die Übersetzung) dieses Thrillers gefällt mir gut. Die mitwirkenden Charaktere sind gut dargestellt, die Namen nicht verwirrend und auch die Anzahl gerade richtig, um nicht den Überblick zu verlieren.

Die Kapitel sind teils sehr kurz, die Schauplätze wechseln oft, trotzdem wird man als Leser mitgenommen, gerade wenn es um die Planung und Umsetzung der angesprochenen Fernsehsendung „Unter Verdacht“ geht, das ist ganz besonders spannend und interessant.

Schon von Anfang an, wirken die verschiedenen Familienverhältnisse geheimnisvoll. Man ahnt, dass hier noch einiges zutage kommen kann, was den eigentlich so eindeutigen Mordfall in ein ganz anderes Licht rücken wird.

Das Autorenduo legt immer mal wieder kleine Hinweise, die sich wie mehrere rote Fäden durch das Buch spannen. Gerade hat man sich sein eigenes Bild gemacht und glaubt, den Fall gelöst zu haben, da tauchen neue Fakten auf. So macht das Miträtseln besonders Spaß. Am Ende werden diese Fäden gekonnt wieder zusammengeführt.

Der Thriller ist so spannend, dass man nichts um sich herum mehr wahrnimmt – total in die Geschichte versinkt. So habe ich zum Ende des Buches mein Abendessen fast verpasst: Mein Mann hatte gegrillt, das Essen auf den Tisch gestellt, sich dazu gesetzt und gewartet, dass ich auch dazu komme. Nur durch die den Essensduft wurde ich wieder in die Wirklichkeit zurück gerufen…

Auch wenn es sich hier um den 4. Band einer Reihe handelt (was ich erst im Nachhinein bemerkt habe, ich habe sogar schon einen Band der Reihe gelesen, der mir nicht so gut gefiel), kann man diesen Thriller lesen. Wichtige Zusammenhänge werden im Laufe des Romans erzählt.

Fazit:
Ein Thriller nach meinem Geschmack, man kann wieder Mary Higgens Clark lesen. Das Autorenduo Higgens Clark – Burke hat sich nun endlich bewährt. Das Buch ist sehr fesselnd, man kann es kaum aus der Hand legen.

Bewertung: ***** von *****

Todesurteil (Andreas Gruber)

Spannend vom Anfang bis zum Ende

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Von Andreas Gruber und der Reihe um Maarten S. Sneijder habe ich bereits Todesfrist gelesen. Dieser erste Teil hatte mir schon gut gefallen, deshalb wollte ich auch gerne diesen Thriller lesen.

Beschreibung des Buches:
Der Thriller „Todesurteil“ ist im Goldmann-Verlag im März 2015 erschienen. Er hat 573 Seiten. Der Autor Andreas Gruber ist Österreicher. Er hat bereits mehrere Romane veröffentlich u.a. zwei verschiedene Thrillerreihen.

Auf dem Titelbild ist ein Klappmesser zu sehen, die Oberfläche ist an dieser Stelle leicht strukturiert, so dass das Messer plastisch wirkt. Der Titel selbst ist in roter Farbe geschrieben. Das Gesamtbild passt gut zum Thriller, es reiht sich passend in die Reihe um den Ermittler Maarten S. Sneijder.

Kurze Zusammenfassung:
Die Münchner Kripobeamtin Sabine Nemez nimmt im BKA Wiesbaden an einem Kurs für hochbegabte Kriminalisten teil. Der Profiler Maarten S. Sneijder lehrt an der Akademie und setzt die Studenten an ungeklärte Mordfälle. Als Sabine Zusammenhänge zwischen einigen Fällen erkennt, unterstützt Maarten sie auf immer wieder ungewöhnliche Weise.
In einem zweiten Handlungsstrang, der in Wien spielt, taucht die zehnjährige Clara nach einem Jahr plötzlich wieder auf. Ihr kompletter Rücken ist tätowiert. Die Staatsanwältin Melanie Dietz ist in diesem Fall persönlich involviert, Clara ist die Tochter ihrer verstorbenen besten Freundin. Nach intensiver Recherche stellt Sabine Nemez fest, dass Claras Verschwinden und die ungeklärten Mordfälle im Bereich des Wiesbadener BKAs Gemeinsamkeiten aufweisen…

Mein Leseeindruck:
Endlich mal wieder ein Thriller, der mich so richtig gefesselt hat. Auch wenn das Buch über 500 Seiten hat, es wurde mir nie langweilig beim Lesen. Immer wieder tauchen neue Spuren und Verdächtige auf. Besonders interessant sind die zwei verschiedenen Handlungsstränge. Das ist richtig gut gemacht. Hier fragt man sich von Anfang an, wie diese doch ganz verschieden wirkenden Fälle miteinander in Verbindung stehen könnten.
Der Thriller lebt von den verschiedenen Charakteren und den vielen Spannungshöhepunkten:
Die mutige Sabine, die intensiv recherchiert und dabei riskiert, von der Akademie ausgeschlossen zu werden. Der Profiler Maarten, der Sabine immer wieder versteckt Spuren legt, so dass sie nicht aufhören kann die Fälle zu untersuchen und zu recherchieren.
Auf der anderen Seite die besorgte Staatsanwältin, die sich um die Halbweise Clara kümmert, weil sie den Verdacht hat, dass deren Stiefvater etwas mit Claras langem Verschwinden zu tun hat.
An manchen Stellen bin ich tatsächlich so richtig erschrocken, so plötzlich „wendete sich oftmals das Blatt“, führten Spuren in Sackgassen bzw. taten sich neue Verdächtige auf. An manchen Stellen hat der Autor auch ganz eindeutig Spuren gelegt (wenn man beim Lesen richtig aufpasst), so dass man das Gefühl hat, man habe einen Vorsprung vor den Ermittlern.

Fazit
Ein rundum gelungener Thriller, der nie langweilt und immer die Spannung hält. Ich warte gespannt auf weitere Fälle um Sabine Nemez und Maarten S. Sneijder.

Bewertung: *****