Romy und der Weg nach Paris (Michelle Marly)

Romy wird erwachsen

Ich mag die Romane aus der Serie „Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe“ von der Autorin Michelle Marly.

Wenn man mit den „Sissi“-Filmen aufgewachsen ist, dann kennt man Romy Schneider…

Beschreibung des Buches:
„Romy und der Weg nach Paris“ von Michelle Marly ist  2021 als Taschenbuch im Aufbau Verlag erschienen. Das Buch hat 415 Seiten. Auf dem Titelbild ist der Eiffelturm zu sehen, davor steht eine Frau, Romy Schneider, in einem rosa Kostüm. Ich habe die E-Book-Variante dieses Romans gelesen.

Kurze Zusammenfassung:
In diesem Roman wird Romys Leben in den Jahren Ende der 1950er bis Anfang der 1960er Jahre beschrieben. Romy ist mit den Sissi-Filmen weltberühmt geworden. Bei Filmaufnahmen trifft sie den Schauspieler Alain Delon, nach anfänglichem Argwohn verlieben sich die beiden ineinander. Endlich kann sich Romy von ihrem jugendlichen Image lösen. In Frankreich gibt sie ihr Theaterdebüt und fängt an ihre eigenen Entscheidungen zu treffen – auf dem Weg vom Mädchen zur Frau.

Mein Leseeindruck:
Die Familie der Autorin war mit den Eltern Romy Schneiders befreundet, so dass sie durch ihre Eltern tiefe Einblicke in das Leben von Romy Schneider bekommen konnte. So entstand auch die Idee, über diese Schauspielerin einen Roman zu schreiben.  Zu Paris hat Michelle Marly einen besonderen Bezug, da sie dort einen Teil ihrer Kindheit in der Welt der Musik und des Kinos verbracht hat.

Der Roman ist aus der Sicht von Romy Schneider geschrieben. Er lebt durch die wörtliche Rede und Romys Gedanken, ihre Ängste, Freude und der beschriebenen familiären Bindung zu Mutter und Stiefvater. Erst nach und nach gelingt Romy eine Abnabelung vom Elternhaus.

Mir hat dieser Roman gefallen, weil man einen interessanten Einblick in das Film- und Theatergeschehen in den 1950er Jahre bekommt. Immer wieder habe ich parallel zum Lesen recherchiert, um Fotos und weiteres Material zu den angesprochenen Stücken und Filmen zu bekommen.

Die Trennung von den ambitionierten Eltern zeigt hier eine reifer werdende Romy, die immer wieder von Zweifeln übermannt wird, aber dennoch ihrem Herzen und ihrer Leidenschaft folgt.

Fazit:
Es hat mir Spaß bereitet, Romy Schneiders Spuren auf dem Weg nach Frankreich zu begleiten.

Bewertung: **** von *****

Werbung

Madame Piaf und das Lied der Liebe (Michelle Marly)

Die Geschichte einer kleinen, aber großartigen französischen Chansonnette

Beschreibung des Buches:
Das Buch „Madame Piaf und das Lied der Liebe“ von Michelle Marly ist im Aufbau-Verlag 2019 erschienen. Es ist der 9. Band einer Reihe über „mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe“. Der Roman umfasst 418 Seiten. Auf dem Titelbild, das sich von der Gestaltung der anderen 8 Bände wenig unterscheidet, sieht man eine Frau vor dem Triumpfbogen in Paris stehen. Das Titelbild ist mit einem roten, gemusterten Rahmen umrandet, die Schrift ist ebenfalls rot.

Kurze Zusammenfassung:
10 Jahre begleitet dieser Roman die Sängerin Edith Piaf (1937-1947) auf ihren musikalischen Spuren. Nachdem sie 1944 der Kollaboration angeklagt wird, befürchtet sie ein Auftrittsverbot. In dieser Zeit lernt sie den 6 Jahre jüngeren Sänger Yves Montand kennen, den sie unter ihre Fittiche nimmt, um seine Karriere voranzutreiben. Die Zwei werden ein Liebespaar. Er ist ihre Inspiration für DAS Lied, das man mit Edith Piaf verbindet „La Vie en Rose“…

Mein Leseeindruck:
Mir gefällt die Idee, die Geschichte „mutiger Frauen zwischen Kunst und Liebe“ in Romane zu verpacken. So wird Geschichte lebendig und gleichzeitig unterhaltsam. Dies ist allerdings der erste Roman dieser Serie, den ich mir zum Lesen ausgesucht habe.

Der Anfang dieses Romans gefiel mir noch sehr gut. Die Autorin hat einen schönen Sprachstil, die Beschreibungen sind am Anfang recht lebendig, die Charaktere recht gut beschrieben. In den einzelnen Kapiteln gibt es immer mal wieder Rückblicke oder Gedanken, die Edith Piaf manchmal „überfallen“. Diese Textpassagen sind in Kursivschrift gedruckt – so fällt es einem gleich ins Auge, dass es sich hier um Gedankenspiele handelt.

Das Leben in den Kriegszeiten und nach dem Krieg in Frankreich, die Kunst, die Menschen und die Atmosphäre bringt die Autorin nicht ganz so rüber, wie ich es mir vorgestellt hätte. Den etwas exzentrischen Lebensstil, Piafs Liebesleben und ihre Vorgeschichte hingegen wird hier ganz gut in den Roman hineingewoben. So habe ich doch ein paar Details über die Sängerin erfahren, die mir noch nicht bekannt waren.

Leider hat mich das Buch dann ab der Mitte nicht mehr ganz so gepackt. Der Roman plätscherte so dahin. Das merke ich dann immer, wenn ich abends nicht mehr zu meinem aktuellen Buch greife…und fast eine ganze Woche an einem ca. 400 Seiten Buch lese. Man hätte die beiden Sänger durchaus schillernder darstellen können. Piafs Glanzzeiten kommen in diesem Roman irgendwie nicht ganz zur Geltung. Nach Lesen des Romans sind mir in Erinnerung nur die Entstehung ihres berühmtesten Liedes und ihre Liebschaften geblieben – und das ist mir einfach zu wenig.

Fazit:
Die Reihe um Geschichten „mutiger Frauen zwischen Kunst und Liebe“ klingt interessant. Vielleicht lese ich tatsächlich noch den ein oder anderen Roman daraus. Leider hat mich diese Geschichte hier nicht voll überzeugt.

Bewertung: *** von *****