Couchsurfen – das Experiment (Rached Kaiser)

Wie lernt man Menschen kennen – beim Couchsurfen?


Durch einen ganz besonderen Weg fand dieses Buch zu mir: Rached Kaiser hat mich im Rahmen der Frankfurter Buchmesse 2017 zu einem „Meet & Greet“ eingeladen. Auf meinen Bücherblog wurde er aufmerksam, weil hier der Begriff „Couch“ im Namen vorkam…

Beschreibung des Buches:
„Couchsurfen – das Experiment“ ist 2017 im Kaiser-Verlag als Taschenbuch mit 211 Seiten erschienen. Auf dem Titelbild sieht man den Autor selbst auf einem Stuhl in einem wild eingerichteten Zimmer sitzen. Einige lustige Figuren und Gegenstände sind auf diesem Bild zu sehen, die man in den Erzählungen wiederfindet.

Kurze Zusammenfassung:
Der Autor, Rached Kaiser, ist ein paar Monate mit einem VW-Bus durch Deutschland gezogen. Dabei hat er sich unter fest vorgegebenen Bedingungen vorgenommen jeweils zwei Nächte auf einer „Couch“ bei Fremden zu nächtigen – auch wenn es ihm nicht gefallen sollte. Unter anderem durften die ausgesuchten Städte max. 200 000 Einwohner haben und der erste Gastgeber, der sich auf seinen Aufruf auf der Couchsurfing Seite meldete, sollte sein nächster werden.

Mein Leseeindruck:
Rached Kaiser ist ein kommunikativer Mensch, er lernt gerne Menschen kennen. So kam er auf die Idee des Couchsurfens.

In den 12 Kapiteln seines Buches erzählt er locker und sehr authentisch seine teilweise sehr skurrilen Erlebnisse beim Nächtigen „in fremden Betten“. Dabei kommen manche Personen sehr gut – andere wiederum etwas weniger gut weg.

Verwundert hat mich, dass die meisten beschriebenen Gastgeber Frauen waren, die hier einen unbekannten Mann in ihr Heim ließen. Jede hatte offensichtlich ihre eigene „Mission“, so dass Rached Kaiser hierbei wirklich sehr kuriose Erlebnisse hatte. Das Schmunzeln beim Lesen muss mir oftmals ins Gesicht gezeichnet gewesen sein…

Sein Sprachstil ist sehr lebendig, da er teilweise in Dialogform seine Gespräche mit seinen Gastgebern wiedergibt. Die Eindrücke, die Rached Kaiser in seinen verschiedenen „Heimen“ bekommen hat, hat er wunderbar in seiner Lektüre vermitteln können.

Ich fühlte mich durch dieses Buch bestens unterhalten und hätte gerne noch weitere Geschichten lesen wollen. Jetzt habe ich endlich einen Eindruck, wie es „unter fremden Betten“ in Deutschland aussieht 😉

Fazit:
Ein witziges Buch über Erlebnisse beim Couchsurfen. Rached Kaiser versteht es, den Leser mit seiner authentischen Art zu erzählen gut zu unterhalten.

Bewertung: *****

 

Ich stopp dich! (Leo Martin)

Menschentypen erkennen und mit ihnen leben lernen

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Leo Martin ist Ex-Agent. Er hat schon mehrere Bücher, die von Menschentypen und Menschenkenntnis behandeln, veröffentlicht. Bisher hatte ich noch keines seiner Bücher gelesen.

Beschreibung des Buches:
Typisch für Martins Bücher ist, dass er selbst auf dem Titelbild abgebildet ist. Der Titel „Ich stopp Dich“ passt in die Reihe der von ihm herausgegebenen Büchern „Ich krieg Dich“ und „Ich durchschau Dich“. Das Buch „Ich stopp Dich“ ist im ARISTON-Verlag als Taschenbuch 2015 erschienen. Es hat 205 Seiten.

Kurze Zusammenfassung:
Eingebettet in eine Agentengeschichte, stellt Leo Martin sieben verschiedene Menschentypen vor und gibt Tipps, wie man durch gezieltes Verhalten und psychologischen Tricks diesen Personen gegenübertritt bzw. sie in ihrem Verhalten stoppen kann.

Mein Leseeindruck:
Einen Ratgeber in eine Geschichte einzubinden fand ich spannend, wobei mir die Geschichte selbst nicht so gut gefiel. Vielleicht lag es am Thema: eine Agentengeschichte.

In der Geschichte selbst, tauchen die verschiedenen Menschentypen auf. Nach jedem „Auftritt“ folgt ein Exkurs über den vorgestellten Typ Mensch. Dabei gibt es eine Beschreibung der Verhaltensmuster und Tipps, wie man sich gegenüber diesen Menschen verhalten sollte/kann.

Der Aufbau des Ratgeberteils ist wie folgt: zunächst wird der Menschentyp beschrieben, darauf folgt eine Beschreibung, wie man auf diesen Typ hereinfällt, es wird aufgezeigt, wie man diese Personen „stoppen“ kann und zum Schluss gibt es eine sogenannte Exit-Strategie: Konkrete Tipps, um seine persönliche Widerstandskraft gegenüber „schwierigen“ Menschen zu schulen.

Die meisten Tipps erscheinen mir gut anwendbar. Ob man sie in der Praxis einbetten kann, wird sich zeigen. Auf alle Fälle habe ich eine ganze Menge Ideen mitgenommen und werde den ein- oder anderen Tipp bestimmt in den nächsten Wochen anwenden. Manchmal ist es doch ganz hilfreich, wenn man endlich versteht, warum manche Menschen eine bestimmte Verhaltensweise an den Tag legen. So kann man besser mit ihnen umgehen und sie vielleicht so nehmen, wie sie sind ohne sich über sie zu ärgern.

Trotzdem muss man manchmal aus dem Bauch heraus entscheiden, wie man mit manchen Menschen, die einen „nerven“, umgeht. Es gibt da nicht immer eine Patentlösung.

Fazit
Ein Ratgeber, der durch eine passende Geschichte aufgelockert ist, hilfreiche Tipps bereithält, neue Sichtweisen bietet und sich gut lesen lässt.

Bewertung: ****