Ismaels Erwachen (Alexander Schaub)

Privatdetektiv Martini ermittelt

Das Titelbild hat mich angesprochen, verbringe ich doch so manche Mittagspause genau dort auf und an der Brücke „Eiserner Steg“ in Frankfurt am Main. Zudem lese ich gerne Krimis, die in Frankfurt am Main spielen. Ich habe die vorangegangenen Krimis um den Ermittler Martini nicht gelesen.

Beschreibung des Buches:
Der Krimi „Ismaels Geheimnis“ von Alexander Schaub ist 2022 im mainbook-Verlag als Taschenbuch erschienen. Das Buch hat 276 Seiten. Das Titelbild ist in Schwarz/Weiß/Grau gehalten, wobei hier der Titel und der Autorenname rot sind.

Auf dem Titelbild ist der Eisernen Stegs (Brücke in Frankfurt am Main) als Schweiß/Weiß Foto abgebildet.

Kurze Zusammenfassung:
Eigentlich soll Privatdetektiv Martini einen vermissten Ehemann suchen, doch parallel findet man in und rund um Frankfurt zerstückelte Leichen. Die Kriminalpolizei ermittelt und Martini ist natürlich auch dabei. Haben die „zwei Fälle“ etwas gemeinsam?

Mein Leseeindruck:
Mich hatte das Titelbild neugierig gemacht, einen zentralen Ort in diesem Krimi hat die Brücke allerdings nicht. Der Krimi spielt in und um Frankfurt. Neben dem ermittelnden Privatdetektiv und seiner Partnerin sind hier auch dessen Freunde von der Polizei an den Ermittlungen beteiligt.

Die Unterkapitel sind mit aktuellem Datum und Ort beschriftet. Teils ist der Krimi aus Sicht des Unbekannten Ismal erzählt, teils aus Sicht von Martini.

Mir gefällt an diesem Krimi, dass hier nicht nur Kriminalkommissare am Ermitteln sind, sondern auch ein Privatdetektiv, dessen Privatleben ebenfalls Teil des Krimis ist.

Die Szenen wechseln schnell, so auch die Sicht, aus der diese beschrieben werden. Hier muss man manchmal genau aufpassen, wer hier gerade „berichtet“.

Dass hier ein aktuelles Thema in die Kriminalgeschichte eingewoben wurde, macht den Krimi umso interessanter und zudem sehr spannend.

Ich habe mich durchweg gut spannend unterhalten gefühlt. Der Privatdetektiv wirkt sympathisch, deshalb könnte ich mir vorstellen, weitere Krimis aus dieser Reihe zu lesen.

Fazit:
Hier bekommt man einen spannender Krimi mit viel Lokalkolorit, einem sympathischen Privatdetektiv und einem geheimnisvollen Fall mit aktuellem Thema geboten. Man muss nicht die alten Fälle des Ermittlers gelesen haben.

Bewertung: **** von *****

Werbung

Stille Nacht – Eintracht Frankfurt Krimi (Dana Müller-Braun, Ulrich Müller-Braun)

Dritter Band der Eintracht Frankfurt Krimis

Ich habe bereits die ersten beiden Bände, die mir sehr gut gefallen haben, gelesen.

Beschreibung des Buches:
„Stille Nacht“ von Ulrich und Dana Müller-Braun (Autorenduo – Vater-Tochter) ist 2021 als Taschenbuch mit 333 Seiten im Societäts-Verlag erschienen.

Auf dem Titelbild sieht man ein Bild eines in Blut getränkten Eintracht Frankfurt Adlers, der Hintergrund ist in weiß gehalten.

Kurze Zusammenfassung:
Einen Tag vor Heilig Abend feiert ein kleiner Kreis inoffiziell eine Weihnachtsfeier in der Geschäftsställe von Eintracht Frankfurt im Stadion, während sich eine Gruppe um Sportjournalist Severin in der Nähe der West-Tribüne trifft, um den Todestag des Freundes Mic zu gedenken. Dieser hatte sich hier 2 Jahre zuvor hier in den Tod gestürzt. Plötzlich rauschen mehrere Vans heran, stürmen die Eintracht Zentrale, nehmen zahlreiche Geiseln und verschwinden mit ihnen in ihren Fahrzeugen.

Eine waghalsige Verfolgung nimmt ihren Lauf…

Mein Leseeindruck:
Dieser Krimi wird auch, wie seine zwei Vorgänger, aus zwei Perspektiven erzählt (Lydia und Severin). Severin ist Sportjournalist, Lydia Pressesprecherin der Eintracht.

Im Grunde genommen spielt der Krimi nur innerhalb weniger Stunden (23.12.2021 – 24.12.2021), dabei ist er mitreisend, spannend und ziemlich abwechslungsreich in seinen Szenerien. Wer Frankfurt kennt, der kommt hier voll auf seine/ihre Kosten.

Während seine Vorgänger auf das Miträtseln setzten, kommt man hier im Sog der Ereignisse kaum zum Atmen, so schnell wechseln hier die Örtlichkeiten und die Zusammensetzung des Personenkreises.

Das Zusammenspiel der wechselnden Sichten scheint mir hier besser gelungen als bei den ersten Bänden. Was mir bei diesen Eintracht Krimis sehr gut gefällt ist der Lokalkolorit.

Fazit:
Ein kurzweiliger Krimi, der spannend in Szene gesetzt ist und nie langweilig wird. Man kann ihn besonders gut in der Weihnachtszeit oder vielleicht „zwischen den Jahren“ lesen. Ein super Geschenk für Eintracht Frankfurt Fans, die sicherlich auch schon die ersten beiden Bände gelesen haben.

Bewertung: ***** von *****

Frankfurter Fake News (Robert Maier)

Frankfurt Krimi mit erschreckender Aktualität

Ich lese immer wieder gerne Krimis, die in Frankfurt am Main spielen…

Beschreibung des Buches:
„Frankfurter Fake News“ von Robert Maier ist 2020 im mainbook-Verlag als Taschenbuch mit 208 Seiten erschienen.

Es handelt sich hier um den 2. VirusCop Fall des privaten Ermittlers und IT-Rentners Olaf.

Kurze Zusammenfassung:
In seinem Reisebüro in Bockenheim wird ein Deutschtürke erschossen. Schnell kursieren in den Sozialen Medien die schlimmsten Gerüchte. Die Kripo vermutet einen Auftragsmord. Rentner Olaf recherchiert unter einem Fake-Namen in den Sozialen Medien, dabei begibt er sich in große Gefahr…

Mein Leseeindruck:
Diesen Krimi habe ich fast in einem Stück auf einer Urlaubsreise gelesen. Ich finde ihn so realitätsnah, dass es schon fast beängstigend ist.

Die gewählten Protagonisten, wie z.B. den Rentner Olaf und sein Kumpel Gottfried, sind sympathisch und auch humorvoll zugleich. Ganz besonders unterhaltsam finde ich die angewandten It-Experten-Kenntnisse, die Olaf bei seinen Ermittlungen anwendet.

Die Recherchearbeit in den Sozialen Medien und die Erlebnisse dabei machen einen fast fassungslos. Wie schnell kommt hier ein Ball ins Rollen und viele stürzen sich auf sogenannte „Fake News“.

Der Autor hat hier ganz wunderbar, skurrile Ermittler geschaffen, die hier schon in ihrem 2. Fall ermitteln. Rentner Olaf hat seine Frau verloren und bildet neuerdings eine WG mit seinem Sohn, der als Kriminalbeamter in Frankfurt arbeitet. Er versucht ihn heimlich zu unterstützen.

Seine beruflichen Erfahrungen im Bereich der IT hat der Autor hier bestens einflechten können.

Fazit:
Ein prima Krimi, der spannend, sehr realitätsnah, aber auch erstaunlich realitätsnah ist. Man kann diesen 2. Fall auch unabhängig vom ersten Fall lesen – ein Krimi für Frankfurt Fans!

Bewertung: ***** von *****

Die Mauern von Porto (Mario Lima)

Spannender und atmosphärischer Portugal-Krimi

Das ist mein erster Krimi aus der Reihe um Inspektor Fonseca. Ich bin darauf aufmerksam geworden, weil ich schon einmal in Porto war und mich diese Stadt fasziniert hat.

Beschreibung des Buches:
„Die Mauern von Porto“ von Mario Lima ist 2021 im HEYNE-Verlag als Taschenbuch erschienen. Es hat 364 Seiten.

Das Cover zeigt einen Blick auf die Stadt Porto.

Kurze Zusammenfassung:
Tété Marinho, neue Ermittlerin im Team um Fonseca, ist gerade nach Porto gekommen, da gibt es schon einen Fall für sie. Nach einem Brand werden zwei Skelette in einem schon lange leer stehenden Haus gefunden. Bald stellt sich heraus, dass die zwei Frauen schon vor mehr als 15 Jahren offenbar ermordet wurden, da in Portugal die Verjährungsfrist für Mord 15 Jahre beträgt, wird der Fall schnell zu den Akten gelegt. Doch dann gibt es einen neuen Todesfall im Zusammenhang mit dem leer stehenden Haus und die Suche nach der Wahrheit beginnt.

Mein Leseeindruck:
Mir hat dieser Krimi ausgesprochen gut gefallen, allerdings tat ich mich wieder einmal schwer mit den vielen Namen und Personen.

Dieser Krimi bietet alles, was ich von einem Krimi erwarte. Eine interessante und spannende (Familien-)geschichte, Lokalkolorit, sympathische Ermittler und auch Geschichtliches (T. Marinho kommt aus Angola, ehemalige portugiesische Kolonie).

Es gibt hier in diesem Krimi die verschiedensten Handlungsstränge und Sichten auf den Fall. So ist man beim Lesen manchmal besser informiert als die Ermittler.

Die Ermittler sind sehr sympathisch beschrieben, ein tolles Team, dem man gerne bei den Ermittlungen folgt.

Das Atmosphärische ist in diesem Krimi ganz wunderbar herausgearbeitet, man hat praktisch das Gefühl, sich mitten in Portos kleinen Gässchen zu befinden, die Geräusche wahrzunehmen und die Gerüche einzuatmen – einfach gelungen.

Fazit:
Wer Urlaub in Portugal, vielleicht sogar in Porto plant, dem kann ich diesen Krimi besonders empfehlen, natürlich auch allen anderen die Krimis lieben.

Bewertung: ***** von *****

Fahrgemeinschaft (Meddi Müller)

Frankfurt-Krimi – spannender Fall – interessantes Ermittler-Duo

Der 2. Fall des Ermittler-Duos Shaft und Grotte.

Beschreibung des Buches:
„Fahrgemeinschaft“ von Meddi Müller ist 2021 edition-krimi als Taschenbuch mit 260 Seiten erschienen. Das Cover des Buches ist recht dunkel gehalten, es ist eine Stretch-Limousine mit Fahrer vor markanten Hochhäusern der Frankfurter Skyline abgebildet. Mich hat das Titelbild neugierig gemacht.

Kurze Zusammenfassung:
Nachdem eine Obdachlose am Mainufer tot aufgefunden wurde, will die Polizei die Suche nach einem vermeintlichen Mörder schnell einstellen. Man glaubt an einen selbst verschuldeten Tod. Doch Kommissarin Sabine Grotewohl und ihr Kollege Christian Köhler stellen trotzdem Nachforschungen an und erfahren, dass die Tote keine Unbekannte ist und aus guten Verhältnissen stammte.

Mein Leseeindruck:
Ich lese gerne Krimis mit Lokalkolorit, wenn sie dann noch in Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet spielen, dann MUSS ich sie lesen. Dieser Krimi bietet genau das.

Die Schauplätze des Krimis sind Frankfurt am Main und Umgebung. Viele Örtlichkeiten kennt man, so dass man beim Lesen ein genaues Bild vor Augen hat.

Der Schreibstil des Autors gefällt mir, viel wörtliche Rede, was den Krimi sehr lebendig macht. Der Fall ist spannend konstruiert, man könnte die Lösung erahnen – wird dann aber doch überrascht vom Ende des Krimis. Die Szenerien wechseln  rasant. Es wird aus mehreren Blickwinkeln erzählt, so dass man als Leser/in manchmal mehr weiß als das Ermittlerteam.

Was mir an diesem Krimi auch gut gefällt ist, dass ein besonderer Fokus auf das Ermittlerduo gelegt ist. Christian Köhler wohnt noch bei seiner Mutter, er fährt einen Oldtimer, müsste eigentlich nicht arbeiten und fällt manchmal durch seine dunkle Hautfarbe auf. Die Lebensgefährtin von Sabine Grotewohl erwartet ihr erstes gemeinsames Kind, entsprechend aufgeregt sind alle. Die Ermittler wirken auf mich sympathisch.

Der Fall selbst ist gut entwickelt, er birgt einiges an Potential und die Lösung ist nicht vorhersehbar.

Fazit:
Ein Frankfurter Krimi mit einem regionalen Touch. Der Fall ist interessant konstruiert. Mich hat das Ermittlerduo gut unterhalten, auch wenn ich als Leserin manchmal schon mehr wusste als die Kommissare. Ich freue mich auf weitere Fälle des sympathischen Duos.

Bewertung: ***** von *****

Der Apfelwein-Botschafer (Gerd Fischer)

Frankfurt und der Apfelwein – spannender Krimi mit viel Lokalkolorit

Schon zum 11. Mal ermittelt der Frankfurter Kommissar Andreas Rauscher in seiner Heimatstadt Frankfurt am Main.

Beschreibung des Buches:
„Der Apfelwein-Botschafter“ von Gerd Fischer ist 2021 im mainbook main crime Verlag als Taschenbuch mit 244 Seiten erschienen.

Das Titelbild ist in Schwarz gehalten. Vor dem Hintergrund einer Tapete mit Äpfeln sieht man eine Person, deren Anzug mit einem Frankfurter Wappen und einer Apfelweinmedaille am Band geschmückt ist. Der Stoff des Anzugs zeigt das typische Bembelmuster (Krug für den Apfelwein).

Kurze Zusammenfassung:
Andreas Rauscher ist zum Apfelwein-Botschafter der Stadt Frankfurt ernannt worden. Noch immer offiziell vom Dienst suspendiert, ermittelt er undercover als der Dezernent Joachim Adlhof tot in seinem Haus aufgefunden wird. Schon bei der Gründung des Dezernats gab es kritische Stimmen im Netz gegen dieses Projekt. Wer steckt hinter dem Mord, sind es diese Kritiker?

Mein Leseeindruck:
Der Krimi beginnt mit einem Prolog, der eine Szene mit vier Jungen in einem Ferienlager beschreibt, die 35 Jahre zurück liegt. Noch kann man sich keine Verbindung zum Krimi, der im Jahr 2018 spielt, vorstellen.

Und dann ist man sogleich mitten drin im Geschehen. Die Ereignisse überschlagen sich und der Krimi gewinnt nach dem Fund des toten Dezernenten sofort an Fahrt. Während die Frankfurter Polizei die Ermittlungen aufnimmt, ist natürlich auch Rauschers Spürsinn gefragt, wurde er doch gerade als Botschafter für den Apfelwein ernannt.

Ich mag einfach den Schreibstil des Autors. Der Krimi wird durch die schnell wechselnden Szenerien sehr lebendig. Ständig gibt es neue Erkenntnisse und manch lustige Szene im Privatleben des Ermittlers lässt einen schmunzeln.

Was mir immer besonders an diesen Frankfurter Krimis gefällt ist das Lokalkolorit. Ich finde es einfach schön, wenn ich die Örtlichkeiten kenne, die beschreiben werden. So fühle ich mich oftmals mitten im Geschehen. Manchmal aber „entdecke“ ich beim Lesen auch neue Schauplätze, die ich unbedingt mal aufsuchen muss.

Mir gefällt an diesem Krimi besonders die Geschichte des Apfelweins. Die gute Recherche rund um das Stöffche beeindruckt. Aber auch andere geschichtliche Daten rund um Frankfurt werden so im Laufe der Ermittlungen vermittelt.

Es ist kein blutrünstiger Krimi. Der Autor legt Wert auf die Ermittlungsarbeit, Wissenswertes um die Stadt Frankfurt, humorvolle Szenen und das Privatleben des Ermittlers– und das gefällt mir!

Als besonders witzig fand ich die Szene, in der Rauscher sich über Touristen in seiner Liebslings-Apfelweinwirtschaft lustig macht, die einen „Süßgespritzen“ bestellen wollen…

Bis zum Schluss tappte ich beim Lesen im Dunkeln, obwohl der Autor zahlreiche Spuren legt.

Fazit:
Wieder ein gelungener Krimi um den Ermittler Andreas Rauscher, meiner Lieblingsstadt Frankfurt am Main und das Stöffche – den Apfelwein – spannend und sehr unterhaltsam!

Bewertung: ***** von *****

Das Auge des Adlers (U. D. Müller-Braun

Krimi im Umfeld der Eintracht

Krimis, die in Frankfurt spielen – da muss ich zugreifen.

Beschreibung des Buches:
„Das Auge des Adlers“ von Ulrich und Dana Müller-Braun (Autorenduo – Vater-Tochter) ist 2019 als Taschenbuch mit 375 Seiten im Societäts-Verlag erschienen. Auf dem Titelbild sieht man ein Mitglied der Eintracht Eagles, man sieht nur seinen Rücken mit dem Logo auf der Jacke. Das Buch ist ganz in Schwarz gehalten. Die Schrift und der Eintracht-Adler sind in rötlicher Farbe.

Kurze Zusammenfassung:
Während eines Fußballspiels der Frankfurter Eintracht gegen Fortune Düsseldorf ermordet ein Ordner zwei Menschen in der Tiefgarage der Commerzbank-Arena in der das Spiel stattfindet. Der Sportjournalist Severin wird Zeuge, dabei wird er schwer verletzt. Fast gleichzeitig findet die stellvertretende Pressesprecherin der Eintracht, Lydia, einen Sprengsatz im Stadion. Es beginnt die Jagd nach den Hintermännern und dem Motiv.

Mein Leseeindruck:
Der Krimi wird aus zwei Perspektiven (Severin und Lydia) erzählt. Er spielt innerhalb der Monate Oktober und November 2018. Zwischenzeitlich gibt es Rückblicke in das Jahr 2008, aus der Sicht einer weiteren Person: Hier geht es um ein Spiel der Eintracht in Leipzig und die dortigen Vorkommnisse rund um das Spiel.

Zunächst beginnt der Krimi spannend und rasant. Man muss sich erst einmal im Milieu der Eintracht und ihrer Fans zurechtfinden. Und erst langsam kristallisiert sich die Verbindung von Severin und Lydia heraus.

Zwischenzeitlich verliert der Krimi an Spannung und man erfährt so einiges über Ultras und Hooligans, die hier in keinem guten Licht dargestellt werden. Und auch ein Einblick in den Verein Eintracht Frankfurt fehlt hier nicht. Auch wenn die Vereinsführungsmitglieder andere Namen bekommen haben, so sind sie doch ihren Vorbildern sehr ähnlich.

Während des Lesens kommt der ein oder andere Verdacht auf, die Spuren sind gelegt, es gibt einige Wendungen, das Ende überrascht, ist aber schlüssig. Im letzten Drittel des Buches wird es noch einmal richtig spannend und interessant. Hier zieht der Krimi deutlich an und ich konnte ihn nicht mehr aus den Händen legen.

Gut gefällt mir an diesem Krimi natürlich auch der Lokalkolorit. So hat man den ein- oder anderen Schauplatz gut vor Augen.

Fazit:
Ein weitgehend kurzweiliger Krimi rund um den Fußball und die Eintracht aus Frankfurt, der in der Mitte etwas an Fahrt verliert, aber am Ende noch einmal richtig spannend wird.

Die Herberge im Wald (Heidi Gebhardt)

Wieder einmal ein unterhaltsamer und spannender Cosy Krimi mit Lokalkolorit

Ich habe bereits mit viel Freude einen „Tante Frieda Krimi“ gelesen, deshalb war ich gespannt auf diesen Fall.

Beschreibung des Buches:
„Tante Frieda: Die Herberge im Wald“ von Heidi Gebhardt ist 2019 im Kolonelverlag als Taschenbuch mit 238 Seiten erschienen. Das Cover ist eher düster gehalten, es zeigt ein dunkles Gebäude, das offensichtlich mitten im Wald steht, passend zum Inhalt gewählt – es hätte mich aber eher nicht gleich angesprochen.

Kurze Zusammenfassung:
Friedas Nichte Lena springt als Urlaubsvertretung für Freunde als Leiterin einer Herberge mitten im Wald (Taunus) ein. Als in der Nähe des Gebäudes ein Toter gefunden wird, wird Frieda auf den Plan gerufen. Die alte Dame ist mal wieder voll in ihrem Element und managt Herbergsbetrieb und Spurensuche. Auch die Kommissare Peter und Bärbel, die man schon von vorherigen Fällen kennt, mischen sich in die Ermittlungen ein, obwohl der Taunus so gar nicht in ihren Zuständigkeitsbereich fällt.

Mein Leseeindruck:
Diesen Krimi kann man abends lesen ohne mit Angst ins Bett gehen zu müssen 😉 – ein „Wohlfühlkrimi“ mit netter alter Dame und sehr speziellen Charakteren. Hier wird Wert auf die Beschreibung von Personen und Szenen gewählt, Kenner des Rhein-Main-Gebietes werden sich besonders „zuhause“ fühlen.

Der Krimi ist in wechselnden Erzählsträngen entwickelt. Da gibt es zum einen Lena (Ich-Form, Erzählerin) und zum anderen die Kapitel, in denen „neutral“ die Szenen beschrieben werden. Neben dem eigentlichen Fall, haben auch wieder die Beziehungen der einzelnen Mitwirkenden einen Platz in diesem besonderen Krimi gefunden. Das gibt einem solchen „Cosy“-Krimi das Besondere – Unterhaltung und Spannung sind hier gekonnt zusammengewoben.

Der Krimi ist gut entwickelt, kleine Spuren werden gelegt, manche führen in eine Sackgasse. Ganz besonders die atmosphärischen Beschreibungen möchte ich hier hervorhebe, die machen diesen Krimi aus. Das Ende ist überraschend!

Die Autorin hat sich parallel beim Schreiben Unterstützung von echten Kriminalisten und Rechtsmedizinern geholt, um ihre Krimis so realistisch wie möglich zu schreiben, das gefällt mir sehr gut.

Wie bei allen „Tante Frieda Krimis“ findet man am Ende des Buches leckere Rezepte von Gerichten, die im Krimi zubereitet werden.

Die handelnden Personen wachsen einem von Fall zu Fall immer mehr ans Herz, ich freue mich auf weitere Fälle mit Tante Frieda!

Die Kriminalfälle um Tante Frieda sind in sich abgeschlossen, so dass man hier nicht unbedingt eine bestimmte Reihenfolge beim Lesen der bisher erschienen Bücher einhalten muss.

Fazit:
Wer keine blutrünstigen Krimis mag, den Lokalkolorit liebt und auch, dass es im Krimi nicht nur um Ermittlungsarbeit sondern auch um die Menschen und ihre Beziehungen selbst geht, der kann mit diesem schönen Cosy-Krimi gemütliche Lesestunden verbringen.

Bewertung: ***** von *****

Ewige Stille (Astrid Keim)

Guter Wein und alte Handschriften

Der Krimi spielt in Frankfurt am Main und Umgebung.

Beschreibung des Buches:
„Ewige Stille“ von Astrid Keim ist 2019 im Größenwahn-Verlag als Taschenbuch mit 210 Seiten erschienen. Es ist ein weiterer Krimi um Kommissar Thomas Aumann und der Juristin Laura. Auf dem Titelbild ist die Turmspitze des Frankfurter Doms abgebildet.

Die Autorin hat nach 20 Jahren Schuldienst ihre Erfüllung in der Gastronomie gefunden. Außerdem arbeitet sie als freie Mitarbeiterin für die Frankfurter Neue Presse im Ressort Gastronomie und Gastrokritik.

Kurze Zusammenfassung:
Im Bahnhofsviertel wird innerhalb kurzer Zeit die zweite Leiche gefunden, ein junger Mann. Kommissar Thomas und seine Freundin Laura sind am Tag des Fundes der zweiten Leiche abends zu einem Essen im Taunus eingeladen. Hier findet der Sommelier eine zerbrochene Flasche eines sehr wertwollen Weines. Eigentlich zwei Geschichten, die irgendwie doch zusammen gehören.

Mein Leseeindruck:
Der Fokus des Krimis liegt auf Ermittler Thomas Aumann und auch auf seiner Lebensgefährtin Laura. So erlebt man die Ermittlungsarbeit ganz hautnah mit.

Während es in diesem Krimi zwar hauptsächlich um Ermittlungsarbeit in Frankfurt und Umgebung geht, steht auch die Beziehung von Thomas und Witwe Laura im Fokus. Laura liebt das gute Essen und besonders den Wein. Thomas muss sich erst noch an diese Vorlieben gewöhnen. An ihren gemeinsamen Interessen müssen die beiden noch arbeiten.

Mir gefällt diese Art des Krimis gut – ein aufzuklärender Fall und eine, wenn auch kleine, Liebesgeschichte rund um den Ermittler. Das macht mir die Personen sympathischer und die Geschichte bekommt mehr Authentizität.

Nebenbei erfährt man in diesem Krimi so einiges rund um den Wein – für Weinliebhaber ein besonderes Schmankerl.

Was mir natürlich besonders gefällt, sind die Örtlichkeiten, die hier genannt werden. Viele davon sind mir bekannt, zumindest kann ich so manchen Weg nachvollziehen.

Fazit:
Mir hat der Krimi gut gefallen. Er war spannend (nicht blutrünstig), kurzweilig, mit sympathischen Charakteren und er spielt im Rhein-Main-Gebiet. Ich freue mich auf einen weiteren Fall.

Bewertung: ****

Frau Rauschers Erbe (Gerd Fischer)

Frankfurt-Krimi – Der Kommissar und seine Familiengeschichte

Der 10. Band um Kommissar Andreas Rauscher mit Wirkungskreis Frankfurt am Main.

Beschreibung des Buches:
„Frau Rauschers Erbe“ von Gerd Fischer ist 2018 im mainbook main crime Verlag als Taschenbuch mit 251 Seiten erschienen. Das Cover hat einen schwarzen Untergrund, eine gemalte Person mit Kopftuch und einer Beule an der Stirn vor rotem Hintergrund und typischem Bembel-Muster ziert die Hälfte des Titelbildes.

Kurze Zusammenfassung:
Andreas Rauscher und seine Freundin Jana sind immer noch vom Dienst suspendiert, da flattert Rauscher das Schreiben eines Notars ins Haus: Er ist der Alleinerbe seiner Tante Adelheid Bergmann-Rauscher. Als dann aber Sohn Thomas auftaucht, muss sich Rauscher Gedanken über seine Familiengeschichte machen, schließlich hatte er seine Tante 30 Jahre nicht mehr gesehen. Eine Suche nach der Wahrheit beginnt.

Mein Leseeindruck:
Gerd Fischers Schreibstil gefällt mir. Er arbeitet viel mit Wörtlicher Rede, was auch diesen Krimi sehr lebendig macht. Man fühlt sich sogleich mittendrin in der Geschichte. Die Schauplätze, die er einsetzt, erkennt man als Frankfurt Liebhaber/Kenner immer wieder gerne.

Schon in den vergangenen Fällen, die ich gelesen habe, sind mir Kommissar Rauscher und seine Freundin Jana, ebenfalls im Polizeidienst, ans Herz gewachsen. Sie wirken sehr authentisch. Beide teilen gerade das gleiche Schicksal: Suspendierung vom Dienst.

Auch wenn die Hauptperspektive auf Rauscher gerichtet ist, so gibt es manchmal Kapitel, in denen man als Leser weitere Infos zur Lösung der Geschichte bekommen kann. Hier werden Fäden gespannt, die sich erst ganz am Ende auflösen.

Dieser Kriminalfall, der sich um Rauschers Familie rankt, spielt sich innerhalb von 20 Tagen im Dezember ab. Tatsächlich verbirgt sich hinter der Familiengeschichte ein Kriminalfall, ein Familiengeheimnis, auch wenn es zunächst nicht so erscheint. Ist Rauscher tatsächlich mit „Frau Rauscher aus der Klappergass‘“ verwandt?

Es hat mich ein wenig erstaunt, dass ein suspendierter Kommissar so einfach ermitteln kann, ohne dass er großartig davon abgehalten wird. Auch die „Zeugenbefragungen“ gestalten sich hier recht einfach. Das Vertrauen mancher Menschen scheint doch tatsächlich recht groß zu sein, wenn man sich als Kommissar „ausgibt“.

Der Krimi ist nicht blutrünstig, lebt vom Frankfurter Flair, Wortwitz und seinen Charakteren.

Fazit:
Ein Frankfurt-Krimi, der sich mit der Familiengeschichte der Familie Rauscher befasst – wieder einmal ein kurzweiliges und spannendes Lesevergnügen mit Frankfurter Geschichte. Ich warte auf den nächsten Band!

Bewertung: **** von *****