Leas Spuren (Bettina Storks)

Geheimnisvolle Familien-/Liebesgeschichte – Spannung, Liebe, Deutsch/Französische Geschichte während des 2. Weltkrieges

Mich hat das Titelbild, aber auch der Klappentext angesprochen.

Beschreibung des Buches:
„Leas Spuren“ von Bettina Storks ist 2019 im Diana-Verlag als Taschenbuch mit 464 Seiten erschienen. Auf dem Titelbild sieht man ein schick gekleidetes Paar, das sich offensichtlich in Paris befindet.

Kurze Zusammenfassung:
Historikerin Marie und der französische Journalist Nicolas erben im Jahr 2016 gemeinsam eine Wohnung mitten in Paris. Mit dem Erbe ist eine Aufgabe verbunden, sie sollen ein im 2. Weltkrieg verschwundenes Gemälde finden und einer möglichen Überlebenden einer jüdischen Pariser Familie wiedergeben. Maries Großtante Charlotte Schneider und Nicolas Großvater Victor Blanc waren offensichtlich ein Paar in der Besatzungszeit des Zweiten Weltkrieges…

Mein Leseeindruck:
Diese spannende und geheimnisvolle Liebesgeschichte ist in zwei verschiedenen Zeitebenen erzählt: Aus Nicolas und Maries Perspektive 2016 (Paris und Stuttgart) als auch während des Zweiten Weltkrieges mit der Sicht auf Charlotte und Victor.

Man erlebt die Wirren und die schrecklichen Vorkommnisse während der Besatzungszeit in Paris. Mit der kleinen Liebesgeschichte zwischen Charlotte und Victor wird die ganze schreckliche Zeit noch deutlicher. Nur nach und nach ergibt sich ein Bild, was es genau mit dem Gemälde auf sich hat.

Marie lässt in ihren Nachforschungen nicht locker, nach und nach wird deutlich, dass ihr nicht allein das Erbe der Wohnung wichtig ist, sondern, dass die rechtmäßige Eigentümerin und natürlich das Gemälde gefunden werden. Nach und nach kommen sich auch Marie und Nicolas während ihrer gemeinsamen Nachforschungen näher.

Der Autorin ist es gelungen, dass ich dieses Buch fast nicht aus der Hand legen konnte. Es hat mich auf einer langen Autofahrt gefesselt: Spannung, Liebesgeschichte und Deutsche Geschichte – alles in einem Roman vereint – das ist gelungen.

Fazit:
Der Roman hat mich fasziniert. Er war spannend, sehr realitätsnah und geheimnisvoll.

Bewertung: ***** von *****

Mehr als tausend Worte (Lilli Beck)

Junge Liebe – überlebt sie in den Wirren des 2. Weltkrieges?

Was sind „mehr als tausend Worte“, wenn es um die Liebe geht? In Briefen kann man sie festhalten, wenn man sich Jahre nicht sehen kann. Genau so ergeht es dem jüdischen Mädchen Aliza…

Beschreibung des Buches:
„Mehr als tausend Worte“ ist im 2019 im blanvalet-Verlag als Hardcover Buch erschienen. Es hat 490 Seiten. Auf dem Cover ist ein schwarz/weiß Foto eines jungen Paares abgebildet, was gut zur Geschichte passt. „Liegt hier die Zukunft?“, mag die junge Frau mit Blick in die Ferne sagen.

Kurze Zusammenfassung:
Aliza und Fabian, zwei junge Menschen, wachsen in Berlin auf, man schreibt das Jahr 1938. Nach der sogenannten Reichspogromnacht am 9. November 1938 wird es für Alizas Familie immer schwieriger in Deutschland zu überleben. Aliza wird von ihren Eltern mit einem Kindertransport kurz vor ihrem 17. Geburtstag nach England verschickt. Fabian wird zum Wehrdienst einberufen. Beide schwören sich ewige Liebe. Aliza bekommt von Fabian einen Verlobungsring und ein in Parfum getränktes Taschentuch, das sie immer an ihn erinnern soll. Werden sie sich (nach Ende des Krieges) jemals wieder begegnen?

Mein Leseeindruck:
Lilli Beck gelingt es einmal mehr, mich an ein Buch zu fesseln. Nach den ersten Seiten konnte ich diesen Roman nicht mehr zur Seite legen. Die mit vielen Details beschriebenen Umstände, unter denen Alizas Familie als Juden zu (über)leben versucht, sind kaum zu ertragen. Trotzdem gelingt es der Autorin durch die Liebesbeziehung von Aliza und Fabian einen kleinen Lichtblick in das ansonsten sehr tragische Geschehen zu zaubern.

Der Roman beschreibt die Zeit von 1938 bis Ende 1945. Während man über das Leben von Aliza in London stets auf dem Laufenden gehalten wird, erfährt man in einigen Kapiteln, wie es der Familie in Berlin ergeht. Aliza erhält von Fabian ab und an Briefe, die allerdings meistens schon einige Zeit unterwegs sind, bis sie bei ihr ankommen. Nach Kriegsende ist sie deshalb nicht wirklich informiert, wie es ihrer Familie und ihrem Liebsten geht. Haben sie alle überlebt?

Es ist Lilli Beck gelungen, die voranschreitende Ausgrenzung und Vernichtung der Juden in Deutschland und die Kriegsjahre am Beispiel einer ganz normalen Familie sehr bewegend zu beschreiben. Verpackt mit einer Liebesgeschichte nimmt man als Leser noch mehr Anteil und versucht sich in die beschriebenen  Situationen und Menschen hineinzuversetzen.

Gerade über die „Kinderauslandsverschickung“ habe ich bisher nicht viele Informationen gehabt. Durch diese Geschichte habe ich hier einiges „hautnah“ erfahren, die Autorin hat darüber intensiv recherchiert und das in ihren Roman eingearbeitet.

Es geht in diesem Buch um Mitgefühl, um das „Nicht vergessen“! Das ist Lilli Beck gelungen. Mit ihrer Geschichte berührt sie die Leser.

Das Ende hätte ich mir etwas ausführlicher und „dramatischer“ gewünscht, es kam doch sehr plötzlich. Hier hätte man für meinen Geschmack noch mehr Spannung einbauen können.

Fazit:
Gerade Generationen, die nur noch aus der Erinnerung der Großeltern oder aus Reportagen etwas über die Nazizeit erfahren können, erleben durch diesen Roman fast hautnah, was es bedeutet ausgegrenzt und letztendlich vernichtet zu werden. Die Erinnerung daran darf niemals erlöschen!

Bewertung: **** von *****

Mit Hanna nach Havanna (Theresia Graw)

Mit dem Cadillac auf Kuba unterwegs

Nach einer Kuba-Reise im Jahr 2017 ist mir dieses Buch in die Hände gefallen. Titel und Beschreibung klangen gut, Cover war einladend – also musste ich es lesen.

Beschreibung des Buches:
„Mit Hanna nach Havanna“ ist 2018 im blanvalet-Verlag als Taschenbuch erschienen. Der Roman hat 377 Seiten + ein paar Kubanische Rezepte. Auf dem Titelbild sind Flamingos und Orchideen als Muster abgebildet. Das Buch macht damit einen recht ansprechenden Eindruck.

Kurze Zusammenfassung:
Die Journalistin und Moderatorin Katrin, Mitte dreißig, verliert ihre geliebte Reisesendung und soll zukünftig ein Seniorenmagazin moderieren. Da trifft sie auf die reiselustige Seniorin Hanna, die auf Kuba ihre alte, erste große Liebe suchen will. Hanna engagiert Katrin als Fahrerin und Begleitung, Katrin würde gerne eine Reportage über Hannas große Liebe schreiben, sie hofft auf einen ausgeschriebenen Preis für Journalisten. Die Reise erweist sich als äußerst turbulent und als ständige „Jagd“ nach dem Gesuchten.

Mein Leseeindruck:
Wenn man schon mal auf Kuba war, dann taucht man mit diesem Roman in Gedanken ganz wunderbar wieder in seine eigene schöne Reise hinein, auch wenn man sicherlich nicht die ganzen Widrigkeiten selbst erlebt hat, die den zwei Reisenden über den Weg laufen.

Durch dieses Buch erhält man das richtige Reisefeeling, das einen überkommt, wenn man auf dieser Insel nicht nur Strandurlaub macht, sondern auch die Kultur und das Leben der Menschen vor Ort erleben und verstehen will.

Die Reise von Katrin und Hanna erweist sich auch als Reise zu sich selbst. Immer wieder stoßen die beiden auf Hürden, die sie letztendlich  mit all ihrer Kraft und auch der Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen überwinden können. Da haben sie eine Reifenpanne mitten auf der Autobahn, ein anderes Mal fahren sie mutterseeelenallein über eine nicht befestigte Straße im Hinterland mit Überschwemmungen und tiefen Löchern.

Neben den wunderbar beschriebenen Eindrücken aus Havanna und Trinidad, die ich beim Lesen wirklich sehr gut vor meinen Augen hatte, birgt dieser Roman auch eine kleine Liebesgeschichte – nicht nur die Liebesgeschichte zwischen Hanna und ihrer verlorenen ersten Liebe – sondern auch zwischen einem anderen, per Motorrad reisenden, Journalisten und Katrin. Alle drei haben das gleiche Ziel, Santiago de Cuba, her wird der Gesuchte vermutet. Eigentlich reisen die drei nicht zusammen, aber ein inneres Band führt sie doch tatsächlich immer wieder an die gleichen Stellen.

Das Ende der Geschichte kommt leider etwas plötzlich, hier hätte ich mir noch ein wenig mehr Reisebeschreibungen oder Verwicklungen erwartet.

Fazit:
Ein wunderschöner Urlaubsroman, gerade für diejenigen, die Kuba als Urlaubsland erwägen oder bereits diese interessante Insel besucht haben.

Bewertung: **** von *****

Wie der Wind und das Meer (Lilli Beck)

Berührender Roman über eine große Liebe

Von Lilli Beck habe ich bereits „Glück und Glas“ gelesen und war begeistert von ihrer Art zu schreiben, deshalb musste ich natürlich auch diese Geschichte lesen.

Beschreibung des Buches:
„Wie der Wind und das Meer“ ist im 2017 im blanvalet-Verlag als Hardcover Buch erschienen. Es hat 512 Seiten. Auf dem Cover sieht man zwei Hände (von einem Mann und einer Frau), die sich berühren. Der Mann geht in die eine Richtung, die Frau wendet sich der anderen Richtung zu – ein sehr passend gewähltes Bild für dieses Buch.

Kurze Zusammenfassung:
Der elfjährige Paul verliert nach einem Bombenangriff im April 1945 in München seine Eltern. Als er in den Straßen umher irrt, trifft er auf das kleine Mädchen Sarah. Da sie seiner Schwester Rosalie sehr ähnlich sieht, beschließen beide sich als Bruder und Schwester auszugeben, damit sie von Behörden nicht getrennt werden.
Nachdem sie längere Zeit in einem Kinderheim verbringen, werden sie von einem Ehepaar aus München adoptiert. Sie machen eine Ausbildung im Familienbetrieb – einem Lebensmittel Großhandel, träumen aber von einem Leben in Amerika, denn sie haben sich ineinander verliebt. Diese heimliche Liebe bleibt nicht ohne Folgen. Sarah erwartet ein Kind. Um die Familie zu schützen flieht sie nach Berlin, wo sie als Synchronsprecherin Arbeit findet. Doch immer wieder kreuzen sich die Wege von Sarah und Paul…

Mein Leseeindruck:
Schon die ersten Seiten dieses Romans haben mich gefesselt. Deutsche Geschichte im Zeitraum von 1945 – 1990 fast hautnah in einer Geschichte zweier Menschen mitzuerleben geht unter die Haut. In 5 Kapiteln, die meist einen Zeitraum von 10 Jahren wiederspiegeln, gelingt es Lilli Beck eine – sicherlich in ihrer Gänze nicht typische – Lebensgeschichte der Kriegsgeneration zu beschreiben. Trotzdem hat sich jede einzelne Begebenheit der zwei Protagonisten aber bestimmt genauso im Deutschland der Nachkriegszeit abgespielt.

Während man die Lebensgeschichte von Sarah und Paul hautnah miterlebt, bekommt man Eindrücke vom Wandel Deutschlands, ein ganz besonderes Augenmerk legt Lilli Beck hier auf das deutsche Wirtschaftswunder. Neben Ölkrise, Bau der Mauer aber auch Hausbesetzungen in Berlin erfährt man auch den ganz persönlichen Aufstieg von Pauls Familienbetrieb. So hat man einen ganz besonderen Einblick in die wirtschaftliche Entwicklung eines Familienbetriebes.

Die großen zeitlichen Kapitel sind in viele kleine Kapitel unterteilt, die teilweise überraschende Handlungsverläufe mit plötzlichen Wendungen beschreiben. Diese lassen den  Roman nie langweilig werden. Manche Kapitel bieten hier echte Cliffhanger, was dazu führte, dass ich das Buch stundenlang nicht aus der Hand legen konnte. Die teils großen Zeitsprünge (der 5 Kapitel) bereiteten mir dieses Mal kein Problem.

Die beiden Charaktere Sarah und Paul wirken authentisch und liebenswert.  An manchen Stellen würde man den ein oder die andere gerne rütteln und dem Schicksal eine andere Wendung bereiten wollen.

Fazit:
Ein sehr ergreifendes Buch, das neben einer ganz besonderen Liebe auch Freundschaft, Spannung und Deutsche Geschichte behandelt.

Bewertung: ***** von *****

Finian Blue Summers (Emma C. Moore)

Gefühlvolle Geschichte

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Ich durfte dieses Buch vorab lesen.

Beschreibung des Buches:
„Finian Blue Summers“ von Emma C. Moore ist im August 2016 erschienen. Als Taschenbuch umfasst es 278 Seiten.  Das Titelbild ist hell gehalten, mit blauer und roter Schrift prangt der Titel auf dem Cover, ein Haus, ein Fahrrad und eine Geige sind abgebildet. Sie stehen im direkten Bezug zum Inhalt.

Kurze Zusammenfassung:
In einer Klinik trifft die junge Geigerin Rayne auf FInian, der hier ein Praktikum absolviert. Rayne soll sich hier erholen, sie ist ein gefeierter Geigenstar, doch jetzt hat sie beschlossen, sich in Schweigen zu hüllen. Zu sehr bestimmt ihr dominanter Vater ihr Leben. Finian ist fasziniert von Rayne und so kommt es, wie es kommen muss. Sie fühlen sich zueinander hingezogen. Deshalb fliehen sie aus der Klinik und reisen nach Tennessee in das Haus der Großmutter, das Rayne von ihr geerbt hat. Alles scheint ein gutes Ende zu nehmen…

Mein Leseeindruck:
Das Buch birgt eine gefühlvolle Geschichte: Eine junge Frau, die sich in Schweigen hüllt. Ein junger Mann, der sich von der zerbrechlichen, aber zunächst sehr sturen Frau, angezogen fühlt.

Die Geschichte wird aus Sicht der zwei Protagonisten erzählt. So erlebt man beim Lesen die Gedanken und Gefühle von Rayne und Finian hautnah mit. Es ist zunächst ein Spiel, das die Zwei miteinander spielen. Als Rayne endlich zutrauen zu Finian erlangt, kann sie sich öffnen, sprechen und ihm ihre Geschichte erzählen.

Nachdem Finian Rayne Vertrauen erlangt hat, unterstützt er sie, wo er nur kann. Eine Liebesgeschichte beginnt…

Man taucht beim Lesen schnell in die Gedankenwelt der beiden ein. Auch wenn es für mich beim Lesen erst ein wenig ungewohnt war, so habe ich doch schnell in diesen Schreibstil hineingefunden. Die Geschichte um das eingeengte und bestimmte Leben der jungen Geigerin hat mich doch auch ein wenig an den Stargeiger David Garrett erinnert.

Das Buch ist sehr gefühlvoll geschrieben, aber auch spannend, denn man fragt sich die ganze Zeit, wie kann sich Rayne endgültig von der Dominanz ihres Vaters befreien und ein selbstbestimmtes Leben leben. Wird es ihr zusammen mit Finian gelingen? Oder geht der blaue Sommer vorbei…

Fazit:
Ein ruhiges, gefühlvolles, aber auch spannendes Buch.

Bewertung: *****

G E W I N N S P I E L

Es gibt ein Hardcover mit Signatur von diesem Buch zu gewinnen.

Das Gewinnspiel ist beendet. Die Gewinnerin ist benachrichtigt. Vielen Dank für die rege Teilnahme!

Liebe in Sommergrün (Heike Wanner)

Eine Liebesgeschichte in Zeiten der Wiedervereinigung

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Ich mag die Bücher von Heike Wanner. Sie lassen mich vom Alltag abschalten und am Abend „herunterkommen“.

Beschreibung des Buches:
„Liebe in Sommergrün“ ist ein Roman, der 2016 im ullstein-Verlag als Taschenbuch mit 396 Seiten erschienen ist. Das Buch ist komplett in der Farbe Grasgrün gehalten. Auf einer grasgrünen abgebildeten Holzwand sind sieben aufgereihte rote Kirschen abgebildet. Ob das Grün für Hoffnung steht?

Kurze Zusammenfassung:
Dieser Roman beinhaltet die Liebesgeschichte zwischen Kathrin (aus dem Osten Deutschlands) und Julian (aus dem Westen) in den Zeiten der Wiedervereinigung – und 25 Jahre später. Julian ist der junge Bankberater von Kathrins Familie. Die Familie Bahrenbeck will in ihrer Heimat im Spreewald die alte Gurkenfabrik auf Vordermann bringen. Kathrin soll diese Fabrik leiten und muss mit Julian Albrecht, der verlobt ist, ein Konzept erarbeiten. Im Laufe der vielen Treffen verlieben die Zwei sich ineinander.  Aber ein Schicksalsschlag in der Familie seiner Verlobten, veranlasst Julian fluchtartig den Spreewald (und Kathrin) zu verlassen. Nach 25 Jahren begegnen sie sich wieder. Hat ihre alte Liebe eine Chance?

Mein Leseeindruck:
Den einzelnen Kapiteln ist immer ein Spruch bekannter Persönlichkeiten bzw. Dichter und Autoren vorangestellt. Die Sprüche sind wunderbar gewählt.

Mir hat die Liebesgeschichte gut gefallen, ein ostdeutsches Dorf, Gurken aus dem Spreewald und ein westdeutscher aufstrebender Banker. Alles etwas klischehaft, aber trotzdem schön zu lesen. Genau so oder ähnlich hat es sich sicherlich oftmals abgespielt in den frühen 90er Jahren nach der Wiedervereinigung. Aber was ist aus den meisten dieser Beziehungen geworden? Da kann man nur mutmaßen. Hier hat Heike Wanner eine kleine zauberhafte Liebesgeschichte gesponnen, wie sie vielleicht das ein oder andere Mal tatsächlich passiert sein könnte:

Kathrin Bahrenbeck hat tatsächlich aus der Gurkenfabrik eine angesehene Firma und sich einen Namen gemacht. Als alleinerziehende Mutter meistert sie den Alltag, da tritt Julian wieder in ihr Leben.

Neben den zwei Protagonisten aus dem Jahr 1990 gibt es 25 Jahre später eine weitere Liebesgeschichte in der nächsten Generation. Deutschland ist weiter zusammengewachsen, andere Probleme als 25 Jahre zuvor bewegen das Leben.

Der Roman ist humorvoll und unterhaltend geschrieben. Durch den Fokus auf die verschiedenen Protagonisten sind die Gefühle der einzelnen Personen gut mitzuerleben. Die Landschaftsbeschreibungen sind sehr realistisch, man fühlt sich dort hineinversetzt.

Am Ende des Buches gibt es noch ein paar Rezepte von im Buch vorkommenden Speisen und Getränken.

Fazit:
Eine schöne Liebesgeschichte mit einem Fokus auf die Wiedervereinigung und die damit einhergehenden Probleme. In dem Buch geht es  aber auch um Chancen im Leben, die man ergreifen kann und vielleicht muss, um glücklich zu werden, auch wenn diese Erkenntnis manchmal Jahre braucht, um sie zu erlangen.

Bewertung: ****

Himmelsdiebe (Peter Prange)

Liebe und Kunst

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Der Autor Peter Prange war mir schon vor dem Lesen von „Himmelsdiebe“ ein Begriff durch das Buch „Das Bernstein-Amulett“. Sein Schreibstil hat mir auch damals schon gut gefallen.

Das Buch „Himmelsdiebe“ handelt von einer Liebe in den Wirren vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg. Hauptsächliche Schauplätze sind England, Frankreich und die USA. In einem Zeitraum von 18 Jahren (1937 – 1955) wird die Beziehung zwischen einem älteren Maler und einer jungen Malerin beschrieben: Ihr Zusammenleben und -arbeiten. Im Verlaufe des Romans erstellen sie ein ganz besonderes Kunstwerk ihrer Liebe.

Der Roman beginnt mit der Beschreibung der ersten Begegnung der Protagonisten Laura und Harry bei einer Kunstausstellung. Die Magie dieses ersten Zusammentreffens verfolgt einen im ganzen Roman. Überhaupt lebt der Roman von magischen Momenten.

Die Phantasien der beiden Liebenden werden wunderbar beschrieben. Der egozentrische Künstler erscheint einem manchmal etwas wahnsinnig, hier lädt der Autor einen in die Welt der Künstler ein, lässt einen Abtauchen in den Rausch der Phantasie.

Die Schauplätze sind passend gewählt, u.a. Paris und ein kleines Dörfchen mit einer Hütte in den Bergen, die die Zuflucht des Paares wird. Trotz Gefangenschaft, Flucht und Krankheit begegnen sich die Zwei immer wieder an den verschiedensten Orten. Und können nicht voneinander lassen.

Der Aufbau des Romans ist chronologisch, so dass man das Geschehen gut verfolgen kann. Ab und an gibt es parallele Handlungsstränge, die für den Verlauf des Romans wichtig sind.

Die wörtliche Rede macht das Ganze sehr lebendig. Die Beschreibungen der einzelnen Szenen sind sehr genau. Man kann sich direkt in die Handlung hineinversetzen.

Die Namen der einzelnen Personen sind gut gewählt, sie lassen sich gut merken und im Laufe des Lesens erinnert man sich zurück, wenn eine Person wieder im Leben der beiden „Hauptdarsteller“ auftaucht. Bei anderen Romanen habe ich da ab und an Schwierigkeiten mit den oftmals exotischen Namen.

Die ganze Geschichte lebt immer wieder von der Mythologie, so taucht ständig der Begriff „Windsbraut“ auf, der in der germanischen und griechischen Mythologie ein Begriff ist.
Hier steht er allerdings als Kosewort für Laura, die Inspiration des Malers.

Das Leben in den Kriegsjahren wird dem Leser ganz deutlich vor Augen geführt, trotzdem kommt die Beschreibung des Liebeslebens von Laura und Harry mit all seinen Wirrungen nicht zu kurz. Die gesellschaftlichen Probleme und Unterschiede sind gut herausgearbeitet.

Im Roman wird immer wieder von „der Sache“ berichtet. Dabei handelt es sich um eine Krankheit Lauras, die leider nie konkretisiert wird. „Die Sache“ ist Ernst und könne zum Tode führen. Leider wird die Krankheit nicht beim Namen genannt, das Ganze bleibt ein Rätsel.

Fazit: Ein überaus gelungener Roman, der mich mehrere Tage gefesselt hat. Ich konnte ihn nicht einfach „so zwischendurch“ Lesen, sondern habe mir bewusst Zeit genommen, um ihn zu genießen.

Bewertung: *****