Wattenmeerfeuer (Katja Lund, Markus Stephan)

Feuerteufel, Familientragödie oder doch nur ein „Unfall“?

Ich habe schon den ersten Krimi um den Inselpolizisten Jan Benden und seine Frau Laura mit Begeisterung gelesen. Auch dieser Krimi klang für mich vielversprechend. Das Titelbild finde ich zudem gelungen.

Beschreibung des Buches:
Der Krimi „Wattenmeerfeuer“ von Katja Lund und Markus Stephan ist 2022 im blanvalet-Verlag als Taschenbuch mit 348 Seiten erschienen. Es ist der zweite Krimi dieses Autorenduos.

Das Titelbild zeigt einen Polizisten, der ein in der Ferne aufloderndes Feuer beobachtet. Im Hintergrund ist der Leuchtturm von Pellworm zu sehen. Auf dem W des Titels sitzt eine Möwe mit einem brennenden Streichholz im Schnabel.

Im Anschluss an den Krimi findet man noch 2 Rezepte von Gerichten, die im Roman erwähnt werden.

Kurze Zusammenfassung:

Pellworm wird von einem Feuerteufel heimgesucht. Nach mehreren kleinen Bränden steht ein altes Bauernhaus in Flammen. Hier wird eine verkohlte Leiche gefunden. Die Inselbewohner stehen unter Schock, Jan, Laura und ihr tatkräftiger „Assistent“ Tamme nehmen die Ermittlungen auf…

Mein Leseeindruck:
Urlaubsfeeling mit Spannung – das kann man über diesen Krimi sagen. Die Protagonisten wachsen einem nach dem Lesen des nun schon 2. Bandes ans Herz. Sie sind sympathisch und unkonventionell, lieben ihre Heimat und bringen auch einen gewissen Witz in diesen Krimi.

Der Fall entpuppt sich komplexer als ursprünglich vermutet. So tappt man auch beim Lesen zunächst im Dunkeln und glaubt schnell, man habe das Geheimnis um den Toten herausgefunden.

Ich mag solche Urlaubskrimis, auch wenn ich wie hier in diesem Fall, die Insel Perlworm noch nicht bereist habe. Ein gewisses Urlaubsfeeling stellt sich trotzdem ein und ich fühlte mich beim Lesen schon mit den Gegebenheiten und den Menschen vertraut.

Fazit:
Wieder ein humorvoller, kurzweiliger Kriminalroman besonders für Menschen, die gerne auf Nordseeinseln ihren Urlaub verbringen – oder für die, die es vorhaben.

Bewertung: ***** von *****

Portugiesiches Gift (Luis Sellano)

Zwei Fälle parallel – ein Lissabon Kriminalroman

Nachdem ich den ersten Lissabon-Krimi dieser Reihe gelesen habe, haben wir die portugiesische Hauptstadt besucht und uns auf die Suche nach den beschriebenen Örtlichkeiten gemacht. Die Stadt fasziniert uns. Und weil mir die bisherigen Krimis um Henrik Falkner so gut gefallen haben, musste ich jetzt auch diesen 7. Teil lesen.

Beschreibung des Buches:
Der Krimi „Portugiesisches Gift“ von Luis Sellano (Pseudonym eines deutschen Autors) ist 2022 im HEYNE-Verlag als Taschenbuch erschienen. Der Krimi hat 303 Seiten.

Auch dieses Cover ist wieder farbenfroh gestaltet. Es zeigt eine Stadtansicht aus Lissabon – den Blick auf die Kirche Santo Estevao.

Kurze Zusammenfassung:
Während Henrik Falkner immer noch nach weiteren Hinweisen eines Verbrechens in seinem Antiquariat sucht, die sein verstorbener Onkel ihm hinterlassen hat, muss seine Freundin und Kriminalkommissarin Helena Gomes im Fall eines an einem allergischen Schocks verstorbenen Jungen ermitteln. Es stellt sich schnell heraus, dass die Eltern für den Jungen nicht erreichbar waren, als es ihm nicht gut ging. Helena wird in diesem Fall an eine ähnliche Geschichte in ihrem familiären Umfeld erinnert.

Mein Leseeindruck:
Eigentlich hatte mir hier die Mischung von Ermittlungsarbeit und den privaten Personen Henrik und Helena gut gefallen. Die Zwei sind ein sympathisches Team und ergänzen sich ganz wunderbar in ihrer Ermittlungsarbeit. Helena kann sich auf Henrik verlassen, wenn ihre eigene Tochter Sara eine Betreuung braucht – Henrik springt ein oder organisiert einen „Babysitter“.

In diesem Krimi laufen allerdings die Fäden nicht ganz so schön zusammen, teils verwirren die Rückblicke und man sieht nicht ganz den Zusammenhang. Das Ende kommt dann sehr plötzlich…

Was mich auch an dieser Reihe fasziniert sind die Beschreibungen von Lissabon, die Örtlichkeiten, das Flair und die Menschen. Ich war bestimmt nicht das letzte Mal in Lissabon – einfach eine tolle Stadt.

Fazit:
Dieser Teil der Reihe konnte mich nicht ganz so überzeugen, wie die bisherigen 6 Fälle.

Bewertung: *** von *****

Bretonisch mit Herz (Gabriela Kasperski)

Urlaubsflair mit temporeichem Kriminalfall

Von Gabriela Kasperski habe ich schon Krimis gelesen, doch dieser ist noch einmal ganz anders als die anderen. Er gehört als 3. Teil zu einer Trilogie. Leider habe ich die ersten 2. Teile nicht gelesen, was aber hier kein Problem darstellt.

Beschreibung des Buches:
Der Krimi „Bretonisch mit Herz“ von Gabriela Kasperski ist 2022 als Taschenbuch im emons:-Verlag erschienen. Er hat 283 Seiten. Es handelt sich hier um den 3. Teil einer Reihe um die Buchhändlerin Tereza Berger. Das Titelbild zeigt eine typische Küstenlandschaft der Bretagne.

Kurze Zusammenfassung:
Buchhändlerin Tereza hat in ihrer geerbten Villa ein Manuskript eines unbekannten Shakespeare Stücks gefunden. Plötzlich melden sich zahlreiche Literaturinteressierte. Dann taucht auch noch ein Mann auf, der behauptet, er sei der rechtmäßige Erbe der Villa. Und was hat es mit dem Kapuzenmann auf sich?

Mein Leseeindruck:
Ein Krimi, der in der Bretagne, einer Urlaubsregion, spielt und das Thema Bücher, das klingt nach einem Buch, wie geschaffen für den Urlaub. Und so ist es auch. Schon auf den ersten Seiten taucht man ein in die Urlaubswelt. Man sieht, riecht und spürt die Atmosphäre, die diese Gegend ausmacht.

Und dann ist da noch die liebenswerte Tereza, die man sogleich ins Herz schließt. Sie liebt die Literatur und Bücher, hat sie doch aus der geerbten Villa eine Buchhandlung, einen Treffpunkt für Literaturliebhaber gemacht. Doch als ihr das unveröffentlichte Shakespeare Manuskript in die Hände fällt, ist es mit der Beschaulichkeit vorbei. Als dann auch noch ein Unbekannter behauptet, die Villa gehöre ihm, ist Terezas Spürsinn entfacht, den sie offenbar schon in den ersten zwei Bänden unter Beweis gestellt hat.

Der Krimi ist Facettenreich, er bietet etwas für Literaturinteressierte und Liebhaber der Bretagne – und natürlich für Krimileser.

Die Handlungsorte und Sichtweisen wechseln rasant, es gibt keine langatmigen Stellen. Etwas ruhiger wird es, wenn aus „Hannas Journal“ zitiert wird. Stück für Stück erkennt man auch beim Lesen die Zusammenhänge.

Ist der Maskenmann auch hinter dem Manuskript her oder warum taucht immer wieder in unmittelbarer Nähe von Tereza auf?

Diese Reihe macht Lust auf mehr, auch, weil man gerne herausfinden möchte, ob sich hinter den kleinen Reibereien zwischen Tereza und dem Ermittler mehr versteckt.

Fazit:
Ein echter Wohlfühlkrimi, der Lust auf mehr (Meer) macht. Ich kann ihn besonders als Urlaubslektüre empfehlen!

Bewertung: ***** von *****

Schwarzlicht (Camilla Läckberg/Henrik Fexeus)

Fesselnder Krimi – außergewöhnliche Ermittlungsarbeit

Neben Krimis aus dem Rhein-Main-Gebiet mag ich besonders Krimis, die in Schweden spielen. Von der Autorin Camilla Läckberg habe ich bereits alle Krimis um ihre Protagonistin, der Autorin Erica Falck, sehr gerne gelesen.

Bei diesem Buch handelt es sich um den Auftakt einer neuen schwedischen Krimi-Reihe.

Beschreibung des Buches:
„Schwarzlicht“ von Camilla Läckberg und Mentalist „Henrik Fexeus“ ist im Knaur-Verlag als Hardcover mit 617 Seiten erschienen.

Das Cover ist in schwarz gehalten, ein Nagel mit vielen gelben Bändern bedecken das gesamte Buch incl. Rückseite und Buchrücken.

Kurze Zusammenfassung:
Nachdem man eine tote Frau in einer Kiste, die mit Schwertern durchbohrt wurde, aufgefunden hat, sucht die Stockholmer Kriminalpolizei Hilfe bei dem Mentalisten Vincent Walder. Man vermutet hinter dem Tod der Frau einen verpatzten Zaubertrick. Die Kriminalkommissarin Mina versucht mithilfe von Vincent einem Serientäter auf die Spur zu kommen, nachdem ein weiteres Opfer gefunden wird.

Mein Leseeindruck:
Das ist schon ein außergewöhnlicher Krimi. Das Ermittlerduo ist sehr ungewöhnlich – eine Kriminalkommissarin und ein Mentalist, beide in ihrer eigenen Welt gefangen. Mina, ständig mit der Angst behaftet, sich Bakterien einzufangen, Vincent, ein Mensch mit autistischen Neigungen, der ständig seine Welt analysiert, Zahlenspiele kreiert und als Vater gerade nicht gut an seinen pubertierenden Sohn herankommt – außer mit den gemeinsamen analytischen Fähigkeiten.

Neben der aktuellen beschriebenen kriminalistischen Arbeit, wird man beim Lesen an vielen Stellen in das Jahr 1982 zurückversetzt, was es damit auf sich hat, findet man erst nach und nach heraus.

Die Fäden in diesem Krimi werden weitreichend gesponnen und lösen sich erst im letzten Viertel des Buches auf.

Mir hat der Schreibstil dieses Buches sehr gut gefallen (da ist auch die Übersetzung offenbar gut gelungen), die Herangehensweise an der Aufklärung der Morde mithilfe eines Mentalisten finde ich persönlich recht spannend.

Das Buch hat mich sehr gefesselt, aufgrund seiner vielen Seiten hatte ich dann auch mehrere Tage ein großes Lesevergnügen – ohne dass irgendwann Langeweile aufkam.

Was mir bei der Aufmachung dieses Buches auch positiv aufgefallen ist, ist, dass die Seiten aus recht dünnem Papier hergestellt wurden. Für mich muss es nicht extrem dickes Papier sein!

Fazit:
Ein außergewöhnlicher Kriminalfall, der durch seine Ermittlungsarbeit besticht. Ich freue mich auf weitere Fälle mit dem Duo Mina und Vincent!

Bewertung: ***** von *****

Flüssiges Gold (Paolo Riva)

Toskanischer Krimi – neue Reihe

Mich haben die Kurzbeschreibung und das Titelbild dieses Buches zum Lesen animiert.

Beschreibung des Buches:
 „Flüssiges Gold“ von Paolo Riva ist im Hoffmann und Campe Verlag als Taschenbuch mit 303 Seiten erschienen. Auf dem Titelbild sieht man eine typisch toskanische Landschaft mit einem Weingut umgeben von Grün.

Kurze Zusammenfassung:
Kommissar Luca lebt und arbeitet im beschaulichen Montegiardino in der Toskana. Eigentlich ist es eher ein typisches Polizistenleben mit Verkehrsdelikten als ein Mord, den er aufklären muss. Doch an einem belebten Markttag fällt ein Schuss und eine Olivenbäuerin wird verletzt. Das beschauliche Leben in dem Provinzstädtischen nimmt ein jähes Ende. Wer hat auf die junge Frau geschossen. Was sind die Hintergründe?

Mein Leseeindruck;
Irgendwie hat es ein paar Seiten gebraucht, bis ich mit diesem Krimi warm wurde. Ob es an der Übersetzung lag? Als ich mich dann an den Schreibstil gewöhnt hatte, konnte ich das Buch kaum weglegen.

Mir gefallen an diesem Krimi die Schauplätze und das beschriebene Flair der Toskana. Auch der private Hintergrund des Kommissars, der Vater einer Tochter ist und ihr in dieser Gegend Italiens eine schöne Kindheit unter Tieren (hier Esel) bieten kann, gefällt mir gut.

Dass es bis kurz vor Schluss ein großes Rätsel bleibt, warum und von wem die Olivenbäuerin angeschossen wurde, macht diesen Krimi so spannend.

Man erfährt einiges über Land und Leute und über den Olivenanbau und kann sich vorstellen, dass die Gegend ein wirklich idyllisches Urlaubsziel ist.

Unterstützung bekommt Luca von der Vize-Questora Aurora Mair, mit der er erst einmal „warm werden muss“. Die gemeinsame Suche nach dem/den Tätern ist manchmal unkonventionell, macht aber den Reiz dieses Krimis aus.

Die Charaktere dieses Krimis sind schön herausgearbeitet, Luca wirkt sympathisch, bei Aurora braucht es einige Zeit, bis man ihren wahren Charakter erkennt.

Ich finde diesen Krimi einen gelungenen Auftakt zu einer Reihe um Kommissar Luca.

Fazit:
Wer die Toskana liebt, der kommt hier auf seine/ihre Kosten. Ein spannender Krimi, der mit Lokalkolorit glänzt und einem das gewisse Urlaubsfeeling bietet.

Bewertung: **** von *****

Sylter Biike (Arne-Christian Bornemann)

Urlaubskrimi – ein mysteriöser Todesfall unter Einheimischen

Als Kind und Jugendliche war ich mehrmals auf der Insel Sylt. Im beschaulichen Keitum haben wir immer in einer liebevoll eingerichteten Ferienwohnung gewohnt. Aufgrund meiner Urlaubserinnerungen hat mich dieser Krimi angesprochen.

Beschreibung des Buches:
Der Krimi „Sylter Biike“ von Arne-Christian Bornemann ist 2021 als Taschenbuch im emons:-Verlag erschienen. Er hat 223 Seiten. Es handelt sich hier um ein Krimi-Debüt. Auf dem Titelbild ist der Leuchtturm von Hörnum abgebildet.

Kurze Zusammenfassung:
Inge Petersen, ehemalige Hauptkommissarin, ist auf Sylt aufgewachsen. Sie kommt nach zwanzig Jahren auf die Insel zurück, um ihrem Bruder, einem Hotelier, zu unterstützen. Kaum angekommen stürzt eine junge Frau aus ihrem Hotelfenster in den Tod. Inges Spürsinn wird geweckt als die Sylter Kollegen den Tod als Unfall deklarieren wollen. Je intensiver sie forscht, desto mehr wird sie mit ihrer eigenen Geschichte konfrontiert.

Mein Leseeindruck:
Mir hat dieses Krimi-Debüt sehr gut gefallen. Er liest sich flüssig, ist nie langatmig und spielt unter den Einheimischen der Insel – nicht im Promi-Milieu.

Der Fall ist gut konstruiert und bietet während der Spurensuche immer wieder neue Erkenntnisse, wer hier möglicherweise einen Mord begangen haben könnte. Dabei gibt es auch Rückblicke, die einen alten Mordfall betreffen.

Schön, dass es in diesem Krimi auch um die Schönheit der Insel und ihre Bewohner geht. Ein Urlaubsort, den man auch als Normalbürger genießen kann – wenn nicht gerade ein Mord passiert.

Ich könnte mir vorstellen noch weitere Krimis um die ehemalige Hauptkommissarin Inge Petersen zu lesen. Das könnte der Start einer neuen Reihe sein.

Fazit:
Ein kurzweiliger Krimi, der zum Miträtseln anregt und die Urlaubssehnsucht wieder einmal nach Sylt zu reisen hervorruft.

Bewertung: ***** von *****

In ewiger Freundschaft (Nele Neuhaus)

Der zehnte Fall

Sind es tatsächlich schon so viele Krimis aus Neles Hand? Ich kann mich noch sehr gut an den ersten Krimi der Reihe um Pia und Oliver „Die unbeliebte Frau“ erinnern, den ich gelesen habe als Nele Neuhaus noch nicht bekannt war. Ich war auf einer Lesung in Kelkheim-Ruppertshain in einem Atelier am Zauberberg als Nele hier ihren ersten Krimi vorstellte – hier gab es auch „Unter Haien“ zu kaufen. Auch dieses Buch wanderte damals käuflich erworben in meine Tasche…

Beschreibung des Buches:
„In ewiger Freundschaft“ von Nele Neuhaus ist 2021 im Ullstein Verlag als Hardcover mit 528 Seiten erschienen. Ich habe die E-Book Version gelesen. Auf dem Titelbild sieht man eine schwarze Katze in der Toreinfahrt zu einer Villa in der Dämmerung – das Bild wirkt geheimnisvoll.

Kurze Zusammenfassung:
Die Programmleiterin des Literaturverlags Winterscheid wird vermisst, man findet ihren an Demenz erkrankten Vater an Ketten gefesselt im Dachgeschoss ihres Wohnhauses. Kurze Zeit später wird ihre Leiche im nahe gelegenen Wald gefunden. War es ein Unfall beim Joggen? Als dann jedoch eine weitere Leiche aus dem Umfeld der Programmleiterin aufgefunden wird, erkennen Pia und Oliver schnell Gemeinsamkeiten.

Mein Leseeindruck:
Schön, dass zu Beginn des Buches eine Aufstellung aller beteiligten Protagonisten aufgeführt ist, denn auch in diesem Krimi spielen zahlreiche Personen wichtige Rollen. So kann man sich immer mal wieder vergegenwärtigen, wer mit wem und was zu tun hat. Gerade wenn man das Buch, das doch wieder einmal ziemlich viele Seiten aufweist, nicht am Stück lesen kann.

Man wird in Nele Neuhaus‘ Bücher immer sofort hineingezogen und findet sich mitten im Geschehen wieder, das liegt an ihrer sehr bildhaften und detaillierten Beschreibung. Es ist wie ein Sog, der einen nicht mehr loslässt.

Mir gefallen hier natürlich die lokalen Örtlichkeiten, wohne ich doch auch gerade um die Ecke. Auch Frankfurt am Main (hier spielen sich viele Szenen ab, denn der involvierte Verlag hat hier seinen Stammsitz) mit seinen bekanntesten Ecken und Straßen ist mir sehr vertraut.

Der Krimi ist mal wieder sehr weit und ausschweifend gesponnen. Ich frage mich immer, wie man dann die Fäden wieder zusammenbekommt – Nele Neuhaus gelingt es. So tauchen immer mehr Personen auf und es gibt viele Bezüge zu Ereignissen fast 35 Jahre zuvor in Frankreich, zu einer Insel, auf der die Autorin als Jugendliche regelmäßig die Ferienzeit mit ihren Eltern verbracht hat.

Es werden in diesem Krimi immer wieder neue Fährten gelegt, so dass man erst nach und nach Zusammenhänge versteht und einordnen kann. Deshalb muss man den Krimi schon intensiv lesen, sonst verliert man schnell die Spur.

Neben den kriminalistischen Arbeiten bekommt auch das Privatleben der Kriminalbeamten Oliver von Bodenstein und Pia Sander einmal wieder mehr den Fokus, den ich bei diesen Krimis so liebe.

Mich hat auch dieser Krimi wieder gut unterhalten, auch wenn mir einmal mehr zu viele Mitwirkende das Lesen etwas erschwert haben.

Fazit:
Wer die Reihe um Pia Sander und Oliver von Bodenstein liebt, der wird auch diesen Krimi wieder gerne lesen. Über 500 Seiten Lesevergnügen – ich habe hier die Abend- und Morgenstunden meines Weihnachtsurlaubs genutzt.

Bewertung: **** von *****

Stille Nacht – Eintracht Frankfurt Krimi (Dana Müller-Braun, Ulrich Müller-Braun)

Dritter Band der Eintracht Frankfurt Krimis

Ich habe bereits die ersten beiden Bände, die mir sehr gut gefallen haben, gelesen.

Beschreibung des Buches:
„Stille Nacht“ von Ulrich und Dana Müller-Braun (Autorenduo – Vater-Tochter) ist 2021 als Taschenbuch mit 333 Seiten im Societäts-Verlag erschienen.

Auf dem Titelbild sieht man ein Bild eines in Blut getränkten Eintracht Frankfurt Adlers, der Hintergrund ist in weiß gehalten.

Kurze Zusammenfassung:
Einen Tag vor Heilig Abend feiert ein kleiner Kreis inoffiziell eine Weihnachtsfeier in der Geschäftsställe von Eintracht Frankfurt im Stadion, während sich eine Gruppe um Sportjournalist Severin in der Nähe der West-Tribüne trifft, um den Todestag des Freundes Mic zu gedenken. Dieser hatte sich hier 2 Jahre zuvor hier in den Tod gestürzt. Plötzlich rauschen mehrere Vans heran, stürmen die Eintracht Zentrale, nehmen zahlreiche Geiseln und verschwinden mit ihnen in ihren Fahrzeugen.

Eine waghalsige Verfolgung nimmt ihren Lauf…

Mein Leseeindruck:
Dieser Krimi wird auch, wie seine zwei Vorgänger, aus zwei Perspektiven erzählt (Lydia und Severin). Severin ist Sportjournalist, Lydia Pressesprecherin der Eintracht.

Im Grunde genommen spielt der Krimi nur innerhalb weniger Stunden (23.12.2021 – 24.12.2021), dabei ist er mitreisend, spannend und ziemlich abwechslungsreich in seinen Szenerien. Wer Frankfurt kennt, der kommt hier voll auf seine/ihre Kosten.

Während seine Vorgänger auf das Miträtseln setzten, kommt man hier im Sog der Ereignisse kaum zum Atmen, so schnell wechseln hier die Örtlichkeiten und die Zusammensetzung des Personenkreises.

Das Zusammenspiel der wechselnden Sichten scheint mir hier besser gelungen als bei den ersten Bänden. Was mir bei diesen Eintracht Krimis sehr gut gefällt ist der Lokalkolorit.

Fazit:
Ein kurzweiliger Krimi, der spannend in Szene gesetzt ist und nie langweilig wird. Man kann ihn besonders gut in der Weihnachtszeit oder vielleicht „zwischen den Jahren“ lesen. Ein super Geschenk für Eintracht Frankfurt Fans, die sicherlich auch schon die ersten beiden Bände gelesen haben.

Bewertung: ***** von *****

Das Präsidium (Ralf Schwob)

Abwechslungsreicher Krimi mit interessanten Schauplätzen

Das alte Polizeipräsidium in Frankfurt am Main habe ich vor kurzem innerhalb eines Fotoworkshops unter die Lupe nehmen können. Da lag es nahe, dass ich als Frankfurt Fan diesen Krimi lesen musste.

Beschreibung des Buches:
„Das Präsidium“ von Ralf Schwob ist 2021 als Taschenbuch mit 237 Seiten im Societäts-Verlag erschienen. Auf dem Titelbild sieht man den Haupttrakt mit Eingang des alten Polizeipräsidiums in Frankfurt am Main – passend zum Titel.

Kurze Zusammenfassung:
Der Ex-Banker Thomas macht seiner Familie schon einige Zeit vor, er arbeite noch. Er pendelt täglich nach Frankfurt am Main. Durch einen Zufall fällt ihm eine Tasche mit Drogen in die Hände. Er sieht eine Lösung für all seine Probleme. Währenddessen sucht Drogenkurier Maik diese Tasche. Sein Hauptstützpunkt ist das alte Polizeipräsidium in Frankfurt. Die Jagd beginnt.

Mein Leseeindruck:
Ein rasanter Krimi, den ich hier in Händen halte. Die Szenen wechseln genauso schnell, wie die Locations, die sich in und um Frankfurt befinden. Besonders gut gefallen mir natürlich die Beschreibungen vom alten Polizeipräsidium (das man aktuell tatsächlich mit einer geführten Tour besichtigen kann), hier hatte ich die ein- oder andere Ecke tatsächlich vor Augen.

Polizeiarbeit ist in diesem Krimi kein Thema, es geht eher um die eigene Verfolgung der Täter. Man ist als LeserIn immer hautnah an der Sache, bekommt die Zusammenhänge schnell mit und hat manches Mal schon eine Ahnung, was als nächstes passieren dürfte, wird dann aber auch durch neue Wendung und auftretende Personen überrascht.

Mir hat dieser Krimi ausgesprochen gut gefallen, ich fühlte mich neben dem „Kriminalfall“ durch seine Kurzweiligkeit und die manchmal humorvoll, gestaltete Szenerie sehr gut unterhalten.

Fazit:
Kurzweilig, spannend, humorvoll und tolle Szenen u.a. im Alten Polizeipräsidium in Frankfurt – hier kommt man als Frankfurt Fan voll auf seine Kosten.

Bewertung: ***** von *****

Der Banker mit dem Stöckelschuh (Katja Kleiber)

Privatdetektivin Sandy im Einsatz in Frankfurt – unkonventionell und leidenschaftlich

Sandys zweiter Fall lässt sie in der Bankenszene ermitteln.

Beschreibung des Buches:
Der Krimi „Der Banker mit dem Stöckelschuh“ von Katja Kleiber ist 2021 als Taschenbuch mit 262 Seiten erschienen. Ich habe die E-Book-Variante gelesen.

Das Titelbild ist in schwarz/rot/olivgrün gehalten. Es zeigt einen Bankenturm, einen Stöckelschuh und weißes Pulver in Röhrchen…

Kurze Zusammenfassung:
Sandys Schwester Silvia taucht plötzlich bei in Sandys kleiner Wohnung auf, um ein paar Tage bei ihr zu wohnen. Sie ist in eine Bank nach Frankfurt versetzt worden und nun auf der Suche nach einer eigenen Wohnung. Als ihr neuer Chef tot in der Taunusanlage aufgefunden wird, gerät Silvia unter Verdacht. Sandy macht sich auf die Suche nach der Wahrheit…

Mein Leseeindruck:
Der Krimi hat es in sich. Der Sprachstil der Autorin ist kurz und knackig. Er ist aus der Sicht Sandys in der Ich-Form geschrieben. Die Szenen wechseln temporeich und machen diesen Krimi so interessant.

Man befindet sich in einem Sog, kann das Buch kaum aus den Händen legen. Die detailreiche Schilderung macht den Krimi sehr lebendig. Als Frankfurt-Fan kennt man viele Örtlichkeiten, die hier beschrieben werden. So fühlt man sich fast mittendrin im Geschehen.

Mir gefällt, dass der Krimi in viele kurze Kapitel unterteilt ist. So kann man sich das Lesen in abendliche Häppchen gut unterteilen.

Auch das Privatleben von Sandy kommt in diesem Krimi nicht zu kurz, das mag ich an Krimis.

Der Krimi hält die Spannung bis zum Schluss. Zwar werden hier einige Fährten gelegt, aber das Ende überrascht dann doch.

Fazit:
Mir hat dieser Krimi einige spannende Lesestunden beschert. Man kann ihn auch lesen ohne den ersten Teil zu kennen.

Bewertung: **** von *****