Besondere Umstände (Gabriela Kasperski)

Absolut spannend – geniale Geschichte

Einen Krimi aus der Schweiz habe ich noch nicht gelesen, die Autorin Gabriela Kasperski war mir bisher nicht bekannt. „Besondere Umstände“ ist ihr zweiter Krimi aus der Reihe um Schnyder&Meier.

Beschreibung des Buches:
„Besondere Umstände“ von Gabriela Kasperski ist 2017 im Storybakery-Verlag als Taschenbuch mit 520 Seiten erschienen. Es ist der zweite Krimi um Kommissar Werner Meier und die Studentin Zita Schnyder. Auf dem Titelbild sieht man einen einsam stehenden Kinderwagen auf einem herbstlichen Parkweg. Das Bild wirkt geheimnisvoll auf mich, es passt sehr gut zum Inhalt des Krimis.

Kurze Zusammenfassung:
Zita Schnyder und der Kommissar Werner Meier werden Eltern. Sie leben in Waldstadt. Zita besucht einen Mutter-Yogakurs mit anderen schwangeren Frauen, die kurz vor der Geburt stehen. In einer Gewitternacht werden in Waldstadt 7 Babys geboren. Im Krankenhaus treffen sich die frischgebackenen Eltern wieder – dann wird eines der Kinder entführt. Eine Sachbearbeiterin, die mit Adoptionen betraut ist, wird ermordet aufgefunden. Im Zuge der Ermittlungen stellen sich so einige Ungereimtheiten heraus: Es geht um Adoptionen, erkauftes Glück und Unfruchtbarkeit.

Mein Leseeindruck:
Dieser Krimi lebt von vielen Schauplätzen und Mitwirkenden, deshalb findet man auf den letzten Seiten dieses Buches eine schöne Übersicht über die Personen und die Örtlichkeiten. Das half mir beim Lesen sehr, denn oftmals verliert man beim Lesen den Überblick, bei so vielen Protagonisten.

Gleich auf den ersten Seiten wird man in diesen Krimi hineingesogen. Der kurze Prolog (in einer Winternacht  2009 wird ein Neugeborenes entführt und wenige Stunden später wieder gefunden)  macht neugierig. Handelte es sich um einen Scherz oder steckte da mehr dahinter? Inwieweit hat diese kurze Einführung etwas mit den Geschehnissen drei Jahre später zu tun?

Gabriela Kasperski beschreibt ihre Szenen sehr detailreich, die Örtlichkeiten und die Personen hat man somit ganz wunderbar vor Augen und erinnert sich deshalb auch an so manches Detail, was im Zuge der Ermittlungen von Bedeutung wird. Die Charaktere sind so unterschiedlich, dass man sich diese Personen sehr gut merken und zuordnen kann: Da gibt es z.B. die weise Hebamme Paula, die mit Helen, der Freundin des Pfarrers, gemeinsam im bisher unbekannten „Internetz segelt“, das Ehepaar Weber, das sich bezüglich Nachwuchs eigentlich noch nicht einig war, aber auch ein Paar, dass sich den Kinderwunsch per Adoption erfüllen will.

Es gelingt der Autorin sehr gekonnt, Fäden zu spannen und diese so nach und nach bis zum Schluss des Krimis wieder zusammen zu führen. Auch wenn dieses Buch kaum in Kapitel unterteilt ist, (was mich zunächst etwas irritierte, da die Schauplatzwechsel manches Mal etwas plötzlich kamen) bekommt man schnell den „Dreh heraus“, in welcher Szene (Örtlichkeit) man sich gerade befindet.

Ich finde, die Schauplätze, wie z.B. die Geburtswohnung, das Gartenhäuschen, den Yoga-Raum, das Stadthaus als auch die Geburtsstation im Krankenhaus, gut gewählt und beschrieben. Sie wirken auf mich teilweise sehr geheimnisvoll.

Und was die Spannung betrifft, die ist von der ersten bis zur letzten Seite gegeben. Ich konnte dieses Buch nicht zur Seite legen (außer, wenn ich musste), so hat es mich gefesselt. Auch wenn einem das Thema, gerade als Mutter, sehr nahe geht.

Fazit:
Ein Krimi, wie er sein muss: spannend, humorvoll, rasant und facettenreich. Mich hat die Autorin mit diesem Werk von ihrer Kunst des Krimi-Schreibens überzeugt.

Bewertung: *****

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Mit Müh und Not (Kai Blum)

Der dritte Band der Auswanderer-Serie – 14 Tage im Mai 1886

Kai Blum, der Autor, ist vor mehr als zwanzig Jahren aus Deutschland in die USA ausgewandert. Seine Auswanderer-Serie befasst sich mit den deutschen Auswanderern im 19. Jahrhundert.

Beschreibung des Buches:
„Mit Müh und Not“ ist 2017 bei Books on Demand als Taschenbuch erschienen. Es hat 173 Seiten. Das Cover ist bläulich/grau gehalten. Es zeigt (offensichtlich) eine belebte Straße (Kutschen und Straßenbahnen) in Chicago.

Kurze Zusammenfassung:
Nach einem Bombenanschlag im Mai 1886 in Chicago während des von den Gewerkschaften organisierten Streiks der Arbeiter wird Andreas Brenner verhaftet. Seine Freunde (und Brüder) Bob und Hunhoff, beides ehemalige Polizisten aus Chicago, die im Dakota-Gebiet leben, machen sich auf in ihre frühere Wirkungsstätte, um Andreas zu befreien. In Chicago angekommen müssen sie sich erst einmal mit dem Leben in einer amerikanischen Großstadt arrangieren. Mit viel Engagement versuchen sie, ihren Freund vor einer langen Gefängnisstrafe zu bewahren.

Mein Leseeindruck:
Der Sprachstil des Autors liegt mir. Das Buch ist flüssig geschrieben, lebt von reichlich Wörtlicher Rede und Wechsel der Perspektiven. Die Beschreibungen der Szenen sind der detailliert, man fühlt sich in die Zeit hineinversetzt. Die Großstadtatmosphäre Chicagos im 19. Jahrhundert ist gut eingefangen.
Besonders an diesem Buch gefällt mir der geschichtliche Bezug. Bisher habe ich mich nicht mit der Einwanderungsproblematik und den Arbeiteraufständen des 19. Jahrhunderts in den USA beschäftigt. Im Nachwort (in welches ich immer vor dem Lesen eines Buches „spicke“) las ich, dass Personen und die Ereignisse im Jahr 1886 auf Realität beruhen. Das hat mich dann gleich inspiriert, mich näher mit diesen geschichtlichen Ereignissen zu befassen. Verpackt in einen Roman/Krimi finde ich diese Reihe um deutsche Auswanderer im 19. Jahrhundert eine gelungene Sache auch wenn mir bei diesem Buch ein wenig die Spannung fehlte, als dass ich es in die Kategorie Krimi eingeordnet hätte.

Fazit:
Mir gefallen Romane, die geschichtliche Hintergründe anhand z.B. einer Familiengeschichte mir beim Lesen näher bringen. Das gelingt dem Autor mit dieser Auswanderer-Reihe.

Bewertung: ****

Stattmord (M.C. Poets)

Der zweite Fall für Lina Svenson

Die Autorin M.C. Poets war mir bisher nicht bekannt. Ihre Selbstbeschreibung macht neugierig: u.a. 13 Schaltjahre überlebt, 4 Städte und 1 Dorf ausprobiert, 46 Bücher übersetzt, 5 Romane veröffentlicht

Beschreibung des Buches:
Der Krimi „Stattmord“ von M.C. Poets ist 2017 als Taschenbuch im edition-m-Verlag erschienen. Er hat 251 Seiten. Auf dem Cover, das in grau/grün gehalten ist, sieht man ein Fenster mit einem zerfallenden Rahmen, grüne Zweige wachsen in das Fenster ein. Das Bild macht einen geheimnisvollen Eindruck, es passt zum ersten Teil/Cover der Krimireihe und spiegelt auch den Inhalt dieses Krimis gut wieder.

Kurze Zusammenfassung:
Ein geheimnisvoller Prolog führt in den Krimi ein. Noch ist nicht ersichtlich, was die Geschichte des Baumes mit dem eigentlichen Krimi zu tun haben könnte, geht es in diesem  doch um einen Anschlag auf den Immobilieninvestor Sven Scholz, der mit einer Axt angegriffen und verletzt wurde. Nachdem bei den ersten Ermittlungen eine Leiche in einem der Mietshäuser des Investors gefunden wird, fragen sich die Ermittler, ob es sich um einen Racheakt handelt. Als der Axtangreifer ein weiteres Mal zuschlägt, müssen Lina Svenson und Max Berg von der Hamburger Mordkommission von einem Serientäter ausgehen.

Mein Leseeindruck:
M.C. Poets ist ein spannender Krimi gelungen. Ihre Kommissare sind sympathisch dargestellt. Sie haben ein etwas skurriles Privatleben und sind im Grunde immer im Dienst. Der Krimi spielt in Hamburg.

Lena Svenson ist in einem Hamburger Stadtviertel aufgewachsen in dem mittlerweile die Immobilienhaie immer öfter zuschlagen. Ihr bester Freund sympathisiert mit den langjährigen Mietern und ist gar nicht angetan davon, dass Lena offensichtlich als Ermittlerin auf der anderen Seite steht, muss sie doch den Angriff auf den Immobilieninvestor Scholz aufklären. Diesen Konflikt hat die Autorin gut herausgearbeitet. Als Leser erfährt man so einiges über die ehemaligen Hamburger Stadtbewohner.

Der Fokus dieses Krimis ist auf die Ermittlung angelegt, so ist man den Ermittlern nie einen Schritt voraus. Verschiedene Handlungsstränge gibt es deshalb kaum. Schon früh stellt man als Leser Vermutungen an, doch durch immer neu gelegte geheimnisvolle Hinweise der Autorin lässt man sich dann doch verwirren.

Die Kapitel sind kurz und in sich abgeschlossen. So kann man gut Lesepausen machen ohne den Faden zu verlieren.

Die Aufklärung dieses Falls überrascht, macht aber das Geheimnisvolle dieses Krimis aus. Mir hat er gut gefallen, ich werde auch weitere Fälle Lena Svensons lesen, wenn es welche geben sollte.

Fazit:
Wer nicht immer Allgäu- oder Taunus-Krimis lesen möchte, der kann hier zugreifen. Das sympathische Ermittlerduo lädt ein, ihm beim Ermitteln über die Schulter zu schauen 😉

Bewertung: ****

Provenzalisches Feuer (Sophie Bonnet)

Ein Mord zum Sommeranfang in der Provence

Beschreibung des Buches:
Der Krimi „Provenzalisches Feuer“ von Sophie Bonnet ist im 2017 im Blanvalet-Verlag erschienen. Das Taschenbuch hat 320 Seiten. Es folgen ein Glossar mit französischen Begriffen und drei Kochrezepte. Es handelt sich hier um den 4. Fall für den Kommissar Pierre Durand.

Kurze Zusammenfassung:
Bei einem traditionellen Fest zum Sommerbeginn wird ein Journalist erstochen. Es passiert während des Auftritts er Rockband Viva Occitania. Die Sängerin der Band setzt sich für die Unabhängigkeit Okzitaniens (der südlich und romanisch geprägte Teil Frankreichs) ein. Pierre Durand forscht in der Geschichte der „alten“ Provence und erfährt einiges über die aussterbende Sprache dieser Region. Könnte ein älterer Fall im Zusammenhang mit dem aktuellen Mord stehen?

Mein Leseeindruck:
Ich habe bereits alle drei Vorgänger-Fälle um den Kommissar Pierre Durand gelesen. Der letzte Teil hat mir sehr gut gefallen.

Das beschauliche Dorf Sainte-Valérie in der Provence (es ist auf keiner Landkarte zu finden) ist wieder einmal Mittelpunkt eines Verbrechens. Pierre Durand macht sich mit seinem neuen Kollegen auf die Suche nach dem Mörder.

Das atmosphärische dieser französischen Gegend hat die Autorin wieder wunderschön eingefangen. Der sympathische Durand und seine Freundin, die Köchin Charlotte, lassen mich immer wieder zu dieser Krimi-Reihe greifen. Auch die weiteren Personen, die in diesem Buch auftauchen sind wunderbar charakterisiert.

Leider fand ich diesen Krimi nicht ganz so spannend, wie ich es mir erhofft hatte. Die Geschichte um die „alte“ Provence mit der besonderen Sprache und das Thema Literatur waren zwar interessant, aber irgendwie ist der Funke nicht so übergesprungen. In diesem Zusammenhang war für mich die Information neu, dass die Krimis des Autors Peter Mayle in einem Ort spielen, den es tatsächlich gibt. Dieser Ort hat durch das erhöhte Touristenaufkommen echte Probleme bekommen. Auch aus diesem Grund spielen die Bücher der Autorin Sophie Bonnet in einem fiktiven Ort.

Fazit:
Leider hat mich dieser Krimi nicht komplett überzeugt. Das Atmosphärische der Landschaft mit seinen Bewohnern mit einem schönen Schreibstil rüberzubringen langte für mich nicht, um in diesem Krimi auf meine (Spannungs-)Kosten zu kommen.

Bewertung: ***

Portugiesische Rache (Luis Sellano)

Der zweite Teil der Krimi-Reihe um ein Erbe in Lissabon

Wie auch beim ersten Band wurde ich vom sehr schön gestalteten Cover angezogen. Das Lesen des Klappentextes verführte mich dazu, dieses Buch zu lesen.

Beschreibung des Buches:
„Portugiesische Rache“ von Luis Sellano (Pseudonym eines deutschen Autors) ist 2017 im HEYNE-Verlag als Taschenbuch erschienen. Der Krimi hat 350 Seiten.

Das Titelbild zeigt eine typische Stadtansicht in Lissabon mit historischen Gebäuden in bunter Farbgebung. Dieses Cover macht neugierig auf die Stadt und den Krimi. Im Klappeninnenteil ist ein Stadtplan abgebildet, der die Krimi-Örtlichkeiten zeigt.

Kurze Zusammenfassung:
Der ehemalige deutsche Polizist Henrik Falkner betreibt nun schon einige Zeit im Haus seines verstorbenen Onkels in Lissabon den Antiquitätenladen weiter. Nachdem er dem Verbrechen an seinem Onkel im ersten Teil dieser Reihe auf die Spur gekommen ist, hat er sich in die Hauptstadt Portugals verliebt. Als in der benachbarten Bar Esquina ein Mann erstochen wird, der zuvor bei Henrik ein Buch gekauft hat, werden seine kriminalistischen Geister wieder geweckt. Mit der Polizistin Helena macht er sich auf die Suche nach dem Mörder.

Mein Leseeindruck:
Wie auch im ersten Buch dieser Reihe liegt der Hauptfokus auf Henrik Falkner. Seine detektivische Arbeit und seine kleinen Liebeleien führen ihn durch ganz Lissabon. Der Autor hat hier mit den tollen Beschreibungen der Gassen, der Gebäude, den Gerüchen und den Menschen wunderbar die Atmosphäre eingefangen.

Leider ist die Geschichte des Krimis dieses Mal nicht ganz so an mich gegangen. Zunächst erschien mir die ganze Sache noch spannend, im mittleren Teil flachte es allerdings sehr ab, so dass ich fast die Lust am Lesen verlor. Zum Ende hin wurde der Krimi dann wieder etwas rasanter. Ich hatte zu keiner Zeit eine Idee, wer Täter und was die Hintergründe für die im Krimi folgenden Taten sein konnten.

Wer allerdings einen Eindruck von Lissabon gepaart mit einem Roman (hier Krimi) bekommen möchte, der findet hier eine ganze Menge „Informationen“. Man hat das Gefühl, eine kleine Stadtführung mit Nennung der wichtigsten Cafés, Lokalen und Sehenswürdigkeiten zu bekommen.

Fazit:
Dieses Mal konnte der Krimi bei mir nicht so gut Punkten, wie der erste Teil. Allerdings würde ich trotzdem noch gerne wissen, wie es mit Henrik weitergeht und auch den dritten Teil lesen wollen.

Bewertung: ***

Wohin die Gier dich treibt (Faye Kellerman)

Der 22. Fall mit Peter Decker

Krimis lese ich am liebsten. Die Serie um Peter Decker hat es mir angetan. Die ersten Fälle habe ich der Reihe nach gelesen. Dieses Buch wurde bereits 2014 in Originalsprache herausgegeben. Jetzt ist es auch in einer Übersetzung ins Deutsche erschienen.

Beschreibung des Buches:
„Wohin die Gier dich treibt“ von Faye Kellerman ist im btb-Verlag als Taschenbuch im April 2016 in 1. Auflage erschienen. Das Buch umfasst 510 Seiten. Das Titelbild ist hellgelb/grün gehalten, ein Kauz „tanzt“ auf dem Titel.

Kurze Zusammenfassung:
Der Detective Peter Decker ist von der Großstadt in einen kleinen beschaulichen College Ort in die Nähe von New York gezogen. Nach 30 Jahren im Dienst möchte er seine Arbeit ruhiger ausklingen lassen. Zunächst ist es ihm zu ruhig in seiner neuen Heimat, doch dann verschwinden auf einem Friedhof in einer Gruft wertvolle Tiffany Bilder. Mit seinem neuen und jungen Kollegen führen ihn Spuren nach New York. Hier werden eine Dozent und eine Kunststudentin tot aufgefunden.

Mein Leseeindruck:
Nachdem mir der letzte Fall (Band 21), den ich gelesen habe, nicht so gut wie die allerersten Bände gefallen hat, hatte ich hier wieder einen spannenden Krimi zu lesen.

In dieser Reihe gefällt mir das Zusammenspiel von Familie(ngeschichte) und dem ermittelnden Detective Peter Decker. Seine Frau Rina und er sind mir mittlerweile „ans Herz gewachsen“. Sie werden von Fall zu Fall älter. Die Kinder sind alle aus dem Haus und sie könnten eigentlich das Leben genießen, doch in der neuen Heimat kommt Decker nicht zur Ruhe.

Der Fokus ist auf Peter Decker gerichtet. Seine Ermittlungsarbeit steht im Vordergrund. Die kleinen Streitigkeiten mit seinem neuen Kollegen, McAdams, geben dem Krimi die besondere Würze, gerade weil der junge Mann so ganz anders ist als Decker (und dessen Kinder). Im Laufe des Falles machen beide eine Entwicklung durch, hier ist Deckers Frau Rina nicht ganz unschuldig, denn ihre Muttergefühle kommen plötzlich durch.

Der Krimi ist durchweg spannend. Er ist in seinem Thema (Kunstraub) eher ungewöhnlich, aber sehr strukturiert aufgebaut. Bis zum Ende tappt man im Dunkeln und ist über die Lösung des Falles dann doch etwas überrascht.

An manchen Stellen hätte man den Krimi aber durchaus etwas kürzer halten können.

Fazit:
Endlich wieder ein Krimi von Faye Kellermann, der mir gefallen hat. Interessantes Thema, nette Familie/Ermittler und ein „nerviger“, aber sich entwickelnder Partner (McAdams) des Detective Deckers. Man kann sie wieder lesen, die Krimis von Faye Kellermann.

Bewertung: ****

Patientenrache (Olaf Jahnke)

Aktuell, spannend und mit Lokalkolorit

Krimis aus dem Rhein-Main-Gebiet ziehen mich magisch an. Wenn dann auch noch der Ermittler fast um die Ecke wohnt, dann muss ich diesen Krimi lesen.

Beschreibung des Buches:
„Patientenrache“ von Olaf Jahnke ist 2016 im Grössenwahn-Verlag als Taschenbuch mit 283 Seiten erschienen. Es ist der zweite Krimi um den Ermittler Roland Bernau. Auf dem Titelbild sieht man schemenhaft eine Menschenkette aus drei Personen. Am oberen Rand trieft offensichtlich Blut in das Bild, was den Inhalt des Krimis ganz gut widerspiegelt.

Der Autor Olaf Jahnke ist Kameramann und Reporter beim Hessischen Rundfunk. Er lebt im Rhein-Main-Gebiet.

Kurze Zusammenfassung:
Der Privatermittler Roland Bernau, Ex-BKA-Fahnder, wird von einer Versicherung engagiert. Er soll aufklären, weshalb zwei Mitarbeiter brutal zusammengeschlagen wurden. Während seiner Recherchen bekommt er Einblicke in die unterschiedlichsten Interessen rund um das Gesundheitswesen: Versicherungen, Ärzte, Patienten und die Justiz liefern sich einen regen Schlagabtausch. Da bleibt der Mensch mit seinem Schicksal schnell auf der Strecke.

Mein Leseeindruck:
Olaf Jahnke lässt seinen Ermittler erzählen. So ist man als Leser ganz tief in der Geschichte drin, es gibt keine komplizierten Rückblicke. Seine kurzen, prägnanten Sätze und seine gute Beobachtungsgabe machen diesen Krimi zu einem kurzweilig Lesevergnügen. Zuweilen ist der Krimi sehr temporeich und durchweg spannend.

Der Ermittler Roland Bernau war mir schon im ersten Fall als sympathischer Zeitgenosse aufgefallen. Seine meist unkonventionelle Art die Dinge anzupacken, nicht lange zu überlegen und schnell zu handeln gefällt mir. Dass neben seiner Arbeit auch sein Privatleben „stattfindet“ mag ich auch. Für mich gehört das einfach zu dieser Art Krimi dazu.

Seine Beziehung zu einer Journalistin, die sich in einer Reha befindet, erlebt ein ständiges Auf- und Ab. Wenn Roland Bernau unterwegs im Rhein-Main-Gebiet ist, kommt mir alles sehr vertraut vor. Besonders die Beschreibungen seines Heimatstädtchens finden bei mir eine besondere Begeisterung. Offensichtlich scheint er bei mir fast um die Ecke zu wohnen.

Die Tatortszenen sind in diesem Krimi etwas blutiger als man das vom ersten Fall gewohnt war. Trotzdem geht es auch hier wieder eher um die Ermittlungsarbeit. Hier hat Olaf Jahnke offensichtlich wieder sehr gut recherchiert. Privatisierung der Krankenhäuser, ärztliche Fehler und das Schicksal der Patienten und ihrer Angehörigen werden in diesem Krimi ziemlich intensiv beleuchtet.

Fazit
Auch der zweite Fall des Privatermittlers Roland Bernau konnte bei mir Punkten. Spannend, rasant mit kurzen und knackigen Sätzen und einem Privatleben des Ermittlers in der Kulisse des Rhein-Main-Gebietes – so mag ich Krimis.

Der Krimi kam auch bei meinem Mann gut an. Er hat ihn bereits kurz nach dem Erscheinen im Urlaub verschlungen.

Bewertung: ““‘