Schlusspfiff (Thorsten Fiedler)

Krimi, nicht nur für Offenbacher – Serienmord an Schiedsrichtern

Als bekennender Frankfurt am Main Fan kann man auch mal ein Buch lesen, das einem die Stadt auf der anderen Mainseite näher bringt…

Beschreibung des Buches:
„Schlusspfiff“ von Thorsten Fiedler ist 2018 im mainbook Verlag als Taschenbuch mit 203 Seiten erschienen. Das Cover ist rot/weiß (Offenbacher Kickers) gehalten, es zeigt eine Ecke des Stadions „Bieberer Berg“.

Kurze Zusammenfassung:
Es fängt mit einem toten Schiedsrichter an – Kriminalhauptkommissar Adi Hessberger, der bekennender OFC-Fan ist, muss ermitteln. Weitere ermordete Schiedsrichter werden in Offenbacher Fußballstadien gefunden. Ist hier ein Serienmörder unterwegs? Was sind seine Beweggründe? Geht es um verlorene Fußballspiele?

Mein Leseeindruck:
Der Sprachstil des Autors liegt mir. Schnell habe ich mich in diesen Krimi eingelesen und fand die Akteure gleich sympathisch:
Kriminalhauptkommissar Hessberger, der ein fleißiger Ermittler zu sein scheint, seine Kollegin, die Kriminalkommissarin Sina Fröhlich, von der er sich mehr als nur Freundschaft erhofft, und Rüdiger Salzmann (ebenfalls Kriminalkommissar) bilden ein gutes Team. Jeder hat so seine Eigenheiten, die der Autor gut herausgearbeitet hat.

Der Krimi spielt in einem Zeitraum von ca. 6 Wochen, die relativ kurzen Kapitel sind meist mit Datum und Uhrzeit betitelt. In diesem Krimi geht es ziemlich rasant zu. Ein Toter „jagt“ den nächsten Toten. Es gibt schnelle Szenenwechsel und auch einige Rückblicke, die man aber erst am Ende so richtig zuordnen kann.

Die Spannung bleibt bis zum Schluss auf hohem Niveau, man tappt bis zur Auflösung der Mordfälle im Dunkeln, wer hier der oder die Mörder/in ist.

Gut haben mir die Beschreibungen der einzelnen Lokalitäten/Orte gefallen. Bisher kannte ich in Offenbach nur den Marktplatz, das Capitol und den Parkplatz am Mainufer (alles im Dunkeln). Durch das Buch habe ich Lust bekommen, Offenbach doch einmal näher zu erkunden.

Besonders zu erwähnen ist die Auflistung der „wichtigen Personen“ am Ende des Krimis und die Beschreibung der Schauplätze, die dieser Liste folgt.

Fazit:
Auch „Offenbach“-Krimis können spannend sein! Bleibt zu hoffen, dass es weitere Fälle um den Kriminalhauptkommissar Hessberger geben wird.

Bewertung: ***** von *****

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Bullenbrüder: Tote haben kalte Füße (Rath/Rai)

Ein ermittelndes Brüderpaar in Berlin

Ich lese nicht nur Krimis, die im Rhein-Main-Gebiet spielen, sondern auch Krimis aus Städten, die ich bereist habe.

Beschreibung des Buches:
„Tote haben kalte Füße“ ist 2018 im Wunderlich-Verlag als Hardcover mit 285 Seiten erschienen. Das Autorenpaar Hans Rath und Edgar Rai hat hier eine Krimi-Serie um zwei ungleiche Brüder entwickelt. Auf dem Titelbild sieht man die Zwei auf einer Mauer sitzen, im Hintergrund erkennt man Berlin. Das Cover ist eher unscheinbar und zieht nicht unbedingt den ersten Blick auf sich.

Kurze Zusammenfassung:
Kriminalkommissar Holger Brinks und Privatermittler Charlie sind Brüder. Charlie wohnt z.Z. im Gartenhaus seines Bruders. Pikanterweise erhalten sie in einem zusammenhängenden Fall beide einen Ermittlungsauftrag. Holger soll herausfinden, wo sich Victoria Sommer, Mitbegründerin eines Smoothie-Start-Ups, aufhält. Charlie wird beauftragt, den Ehemann seiner alten Freundin zu finden. Irgendwie weisen die beiden „Fälle“ Gemeinsamkeiten auf…

Mein Leseeindruck:
Dieser Krimi ist witzig, leicht, spannend und abwechslungsreich. Neben den eigentlichen Fällen, passieren amüsante Dinge im Haus der Familie Brinks. Da quartiert sich zum Beispiel die lebenslustige Mutter mit ihrem Lover im Haus von Holger ein. Sie will ihre Hochzeit groß im Garten ihres Sohnes feiern.

Gleichzeitig beginnt Charlie eine kleine Liebschaft mit seiner Auftraggeberin – und immer wieder kommen sich die zwei Brüder mehr oder weniger ins Gehege.

Die zahlreichen Wortwechsel zwischen den einzelnen Protagonisten machen diesen Krimi sehr lebendig. Der Erzählstil ist an manchen Stellen sehr sarkastisch und mit viel Humor gespickt. Gerade das Zusammenspiel der ungleichen Brüder macht diese Serie recht einzigartig. Der Kriminalbeamte und der „Schnüffler“, hier prallen Welten aufeinander, die das Autorenpaar ganz wunderbar dargestellt hat.

Es war ein großes Vergnügen, diesen Krimi zu lesen, der bis zum Schluss seine Spannung nicht verliert.

Fazit:
Mir gefällt die „Ermittlungsarbeit“ dieses Brüderpaares – ein amüsanter, witziger, aber auch spannender Krimi, der in einer meiner Lieblingsstädte, Berlin, spielt.

Bewertung: ***** von *****

 

 

 

 

Dein Tod komme (Faye Kellermann)

Serienmord?

Die Krimis um Peter Decker und seiner Frau Rina haben mich in den Anfängen sehr fasziniert. Ich habe die ersten Teile sehr gerne gelesen. Mittlerweile ist dies der 24. Band.

Beschreibung des Buches:
„Dein Tod komme“ von Faye Kellermann ist 2018 als Taschenbuch mit 480 Seiten im HarperCollins-Verlag erschienen. Ich habe die E-Book Ausgabe gelesen.

Auf dem Titelbild sieht man einen Hirsch im Winterwald. Dieses Cover hat mich nicht sonderlich angezogen – ich wollte einfach wieder einmal einen Decker/Lazarus-Krimi lesen.

Kurze Zusammenfassung:
Rina, die Frau des Detectives Peter Decker, findet bei einem Waldspaziergang die Überreste eines Menschen. Schnell ist ihr Mann informiert, der findet kurze Zeit später heraus, dass es sich um eine Studentin handelt, die am nahegelegenen College eingeschrieben war. Da Rina im College als Dozentin arbeitet und die Ermittlungen stocken, macht sie sich selbst auf die Suche nach der Wahrheit – doch plötzlich findet man weitere Leichen – ist hier ein Serienmörder unterwegs?

Mein Leseeindruck:
Irgendwie haben mir die ersten Bände dieser Reihe besser gefallen – als sich Peter und Rina kennenlernten, eine Familie gründeten und immer wieder gemeinsam interessante und spannende Krimifälle lösten.

Dieser Krimi hingegen ist langatmig und nur zu Beginn sowie am Ende spannend. Ich habe mehr als drei Wochen an diesem Buch gelesen, was schon zeigt, dass mich das Buch zwischenzeitlich nicht besonders fasziniert hat.

Die Ermittlungsmethoden sind zwar manchmal recht unterhaltsam und interessant, trotzdem ist der Funke nicht übergesprungen. Für meinen Geschmack waren einmal mehr zu viele Personen an diesem Fall beteiligt. Hat man das Buch ein paar Tage weggelegt, so muss man sich erst immer wieder neu orientieren: Wer war noch einmal wer?

Polizeiarbeit und Privatleben finden wild durcheinander statt, zuweilen reist Rina mit Peter auf Dienstreise, um dann nebenbei ihre Kinder zu besuchen. Rina bekommt immer wieder intensive Einblicke in die Fallarbeit – das wirkt dann doch zu unglaubwürdig.

Immerhin hat die Autorin am Ende wieder die gesponnenen Fäden zusammengefügt und eine schlüssige Fall-Lösung präsentiert.

Fazit:
Schade, nachdem mich der 22. Band zwischendurch mal wieder überzeugt hatte, bleibt dieser Krimi hinter meinen Erwartungen.

Bewertung: *** von *****

Als Luca verschwand (Petra Hammesfahr)

Zu viele Personen, zu langatmig, zuweilen spannend

Die Bücher von Petra Hammesfahr reizen mich, weil sie eigentlich immer spannend sind, trotzdem überzeugen sie mich dann doch nicht am Ende zu 100%.

Beschreibung des Buches:
„Als Luca verschwand“ ist 2018 als Hardcover im Diana-Verlag erschienen. Das Buch hat 496 Seiten (wie auch schon die letzten Bücher der Autorin, das finde ich seltsam). Auf dem Titelbild ist ein winterliches Feld vor einer Ortschaft mit einem einzelnen Kinderschuh, an dessen Sohle Blut zu kleben scheint, abgebildet. Das Bild macht neugierig, es wirkt geheimnisvoll.

Kurze Zusammenfassung:
An einem kalten Tag wird der kleine Luca aus seinem Kinderwagen, der vor einer Drogerie steht, entführt. Es ist Winter. Mutter und Bruder befinden sich gerade in der Drogerie um einzukaufen. Unter Verdacht steht zunächst die Oma, aber auch eine merkwürdige ältere Frau zählt bald zu den Tatverdächtigen…

Mein Leseeindruck:
Dieser Roman konnte mich zunächst fesseln, war doch der Anfang recht spannend und versprach ein guter Krimi zu werden. Doch nachdem in die Geschichte mehr und mehr Personen hineingeschrieben wurden, wurde es für mich unübersichtlich.

Ich lese Bücher selten am Stück, so fiel es mir schwer, aufgrund der zahlreichen Charaktere nach ein paar Tagen Pause wieder in den Roman zu finden. Ständig wechselte der Fokus, da gab es Rückblicke und Gedankengänge von Personen, die man sich erst wieder ins Gedächtnis rufen musste.

Bewundernswert finde ich es schon, dass man bei diesen vielen Charakteren als Autorin noch den Überblick hat, mir fehlte er zwischendurch sehr und so sehnte ich das Ende herbei. Aus den ganzen Verwicklungen und Verbindungen der Personen zueinander, hätte man sicherlich mehrere Krimis/Thriller schreiben können, warum packt man alles in einen Roman?

Interessant fand ich die Oma des entführten Jungen, eine bekannte Autorin, die sich einen jungen Liebhaber an Land gezogen hat.

Meines Erachtens hätte man die Geschichte nicht so in die Länge ziehen müssen, zwischenzeitlich fragte ich mich, was die ein- oder andere Szene mit der Lösung dieses „Falles“ zu tun haben sollte. Es war mir an diesen Stellen einfach zu langatmig.

Das Ende hat ein wenig versöhnt, trotzdem kann ich diesem Buch nicht mehr als 3 Sterne vergeben, da es mich über weite Teile nicht gefesselt hat.

Fazit:
Und wieder hat mich ein Krimi nicht über die ganze Geschichte hinweg gefesselt. Manchmal liegt dann vielleicht doch in der „Kürze die Würze“.

Bewertung: *** von *****

Einzige Liebe (Gerd Fischer)

Frankfurt-Krimi – die Frankfurter und ihre Eintracht

Das ist der 8. Band der Reihe um den Kommissar Andreas Rauscher, der in Frankfurt am Main ermittelt. Es ist der zweite Krimi, den ich von Gerd Fischer gelesen habe.

Beschreibung des Buches:
„Einzige Liebe“ von Gerd Fischer ist 2017 im mainbook main crime Verlag als Taschenbuch mit 244 Seiten erschienen. Der Krimi ist in Schwarz gehalten, ein Fußball im Tornetz und der in weiß gedruckte Titel auf rotem Hintergrund deuten auf die „Frankfurter Eintracht“ hin…

Kurze Zusammenfassung:
Am Heimspieltag der Frankfurter Eintracht wird auf dem Stadiongelände die Leiche eines bekennenden Eintracht Fans gefunden. Kommissar Rauscher muss ermitteln. Auch seine neue Freundin Jana Kern, selbst Kommissarin und Eintracht Fan seit Kinderzeiten, fühlt sich verpflichtet eigene Recherchen zu betreiben, ohne Auftrag, denn sie gehört nicht zur Frankfurter Mordkommission. Das führt schnell zu Verwicklungen, die die Beziehung der beiden auf eine harte Probe stellt.

Mein Leseeindruck:
Auch diesen Krimi fand ich sehr mitreißend. Ich fühlte mich gleich auf den ersten Seiten wieder in die Geschichte hineingesogen und mitten im Geschehen. Als bekennende Lokalpatriotin, wenn es um die Frankfurter Eintracht geht, kennt man das Stadion, die Umgebung und auch besonders treue Eintracht-Fans. Als „Frankfurter“ sind einem die beschriebenen Straßen und Locations bekannt, man fühlt sich „heimisch“.

Der Krimi ist in 30 Kapitel unterteilt, darüber hinaus gibt es die Hauptkapitel, die wie ein Fußballspiel aufgebaut sind: Warmlaufen, Anpfiff: 1. Halbzeit usw. usf.

Die Kombination von Privatleben und Kriminalfall hat mir auch in diesem Krimi gut gefallen. Ich mag Krimis, die auch die private Seite der Ermittler zeigen. Besonders Lokalkolorit macht für mich einen echten Frankfurt Krimi aus!

Der Haupterzählstrang liegt auf Kommissar Rauscher, wenige Szenen werden aus einer anderen Perspektive erzählt. So ist man den Ermittlungen von Rauscher kaum einen Schritt voraus. Die Spuren werden nur nach und nach deutlicher, so dass man nicht zu Beginn des Buches schon den/die Täter/in erahnen kann.

Der Kriminalfall rund um die Frankfurter Eintracht hat mir als Idee gut gefallen. Zahlreiche auch mir bekannte Begebenheiten, die rund um die Frankfurter Eintracht in den letzten Jahren passiert sind, werden in diesem Krimi benannt. Einige „Ach ja, daran kann ich mich erinnern“-Gedanken konnte der Autor mir beim Lesen entlocken. Allerdings konnte mich der tatsächliche Hintergrund des Mordfalles nicht vollständig überzeugen.

Auch dieser Krimi lebt wieder von den toll beschriebenen Charakteren, von den ganz besonderen Eintracht-Fans und auch vom Frankfurter Humor. Es gefällt mir gut, dass die Krimis um Kommissar Rauscher nicht blutrünstig sind.

Fazit:
Für einen Fußball Fan der Frankfurt Eintracht ist dieser Krimi ein super Geschenk. Ich freue mich auf weitere Krimis um Andreas Rauscher.

Man kann diesen Krimi auch lesen ohne die älteren Fälle zu kennen.

Bewertung: **** von *****

Provenzalische Schuld (Sophie Bonnet)

Spannung mit Urlaubsfeeling in den französischen Bergen

Die Krimis um den Kommissar Pierre Durand sind mir mittlerweile ans Herz gewachsen. Ich habe die bisher vier erschienen Bücher alle mehr oder weniger sehr gerne gelesen.

Beschreibung des Buches:
Der Krimi „Provenzalische Schuld“ von Sophie Bonnet ist 2018 als Taschenbuch im Blanvalet-Verlag erschienen. Das Buch hat 333 Seiten. Das Titelbild zeigt ein dörfliches Idyll in der Provence.

Am Ende des Buches gibt es ein dreiseitiges Glossar, das die benutzten französischen Begriffe erläutert und drei Rezepte zum Nachkochen, der im Buch beschriebenen Speisen.

Kurze Zusammenfassung:
Eigentlich wollten Pierre Durand und seine Freundin, Charlotte, die Köchin, ein paar Tage in den wohlverdienten Urlaub fahren. Doch kurz vor ihrer Abreise wird die Frau des Bürgermeisters vermisst. Da zuvor zwei Frauen in der Hochprovence auf mysteriöse Weise zu Tode kamen, ist Durand alarmiert. Als dann auch noch der Bürgermeister unter Verdacht gerät, seiner Frau etwas angetan zu haben, muss sich Pierre Durand auf die Spur der Vermissten machen.

Mein Leseeindruck:
Endlich mal wieder ein Krimi, der mir richtig gut gefallen hat. So haben mich die Charaktere, die Schauplätze als auch die Handlung voll überzeugt können. Der Krimi ist durchweg spannend, hat seine humorvollen Stellen und vertraute Personen.

Der Urlaubscharakter fehlt ebenfalls nicht, da sich die Szenen in Urlaubsgebieten abspielen. So nimmt man als Leser am Leben in dörflicher Idylle, an Wanderungen als auch Einkehrschwüngen teil. Nebenbei erfährt man auch etwas über das Geocaching (Schnitzeljagd nach Dosen über GPS-Daten).

Man tappt, wie auch der Kommissar, bis fast zum Schluss im Dunkeln. Ein Verdacht macht sich breit, aber die endgültige Lösung des Falles bleibt fast bis zum Ende offen.

Kommissar Pierre Durand wächst einem von Fall zu Fall ans Herz. Er hat eine nette Art und sein Liebesleben gerät unter seiner intensiven Ermittlungsarbeit so manches Mal unter die Räder.

Mir gefallen die Dorf- und Landschaftsbeschreibungen sehr gut. Man fühlt sich in die Urlaubsidylle hineinversetzt und hat die Szenen dadurch sehr schön vor Augen. Für den Leser gibt es keinen Ermittlungsvorsprung, da der Fokus meistens auf den Kommissar gelegt ist.

Mich muss ein Urlaubs-Krimi unterhalten, ich brauche hier nicht unbedingt die gesellschaftskritischen Themen.

Fazit:
Ein Urlaubskrimi, wie geschaffen für den Frankreich-Urlaub. Man kann ihn aber genauso gut an sonnigen Tagen auf der Terrasse im Liegestuhl liegend lesen. Von Vorteil ist es, wenn man die ersten Fälle des Kommissars kennt.

Bewertung: ***** von *****

Die Eishexe (Camilla Läckberg)

Schwedenkrimi mit aktuellen gesellschaftspolitischen Themen und geschichtlichem Hintergrund

Beschreibung des Buches:
Der schwedische Krimi „Die Eishexe“ von Camilla Läckberg ist im Ullsteinbuch-Verlag 2018 erschienen. Er gehört zu einer Reihe von Krimis um den Kommissar Patrik Falck und seiner Frau Erica, einer Autorin, im kleinen schwedischen Fischerdorf Fjällbacka. Das Buch umfasst 752 Seiten.

Das Titelbild ist passend zu den neueren Krimis dieser Krimireihe (10. Fall) um den Kommissar Patrik Falck und passend zum Inhalt ausgewählt. Es zeigt einen fast abgestorbenen Baum im Nebel in einer eisigen Landschaft.

Kurze Zusammenfassung:
Ein Mädchen wird vermisst und tot aufgefunden, genau an der Stelle, an der auch 30 Jahre zuvor ein kleines Mädchen tot entdeckt wurde. Die damals 13jährigen verdächtigen Mädchen halten sich mittlerweile wieder in Fjällbacka auf. Haben sie auch jetzt etwas mit dem Tod dieses Mädchens zu tun?

Mein Leseeindruck:
Bisher haben mir die Krimis von Camilla Läckberg immer recht gut gefallen, an diesem Buch, das ja auch ausgesprochen viele Seiten hat, habe ich mehrere Wochen mit Unterbrechung gelesen.

Im Krimi gibt es regelmäßig Rückblicke auf ein Geschehen 30 Jahre zuvor und um die „Eishexe“ im 17. Jahrhundert. Teilweise ähneln sich die Fälle. Zunächst war mir nicht klar, was die Rückblicke in das 17. Jahrhundert mit dem eigentlichen Krimi zu tun haben sollten, (ein Hinweis findet sich am Ende des Krimis).

Viele der Protagonisten waren mir aus den älteren Krimis schon bekannt, wie die Ermittler Melberg, Patrik und dessen Frau Erica, die Autorin. Sie ist es, die in dieser Krimi-Reihe immer wieder die entscheidenden Hinweise zur Lösung der Fälle durch ihre Buchrecherchen findet. In diesem Fall schreibt sie an einem Buch über den Tod des kleinen Mädchens 30 Jahre zuvor.

Der Krimi beginnt geheimnisvoll. Es gelingt der Autorin immer wieder Spuren zu legen, die sie gut am Ende der Geschichte wieder zusammenfügt. Neben den Rückblicken in das 17. Jahrhundert, hier die Hexenverbrennung, fließen auch aktuelle Themen wir z.B. Flüchtlingsleben und -unterbringung in Schweden in diesen Krimi ein.

Der Sprachstil der Autorin bzw. die Übersetzung gefällt mir. Sie schreibt sehr bildhaft, so dass man sich die Szenen sehr gut vorstellen kann. Gerne würde ich deshalb auch einmal in dieses kleine Örtchen Fjällbacka reisen und mich auf die Spuren der Autorin Erica machen.

Mir gefällt auch, dass das Familienleben von Patrik und Erica eine Rolle in den Krimis erhält. Man erfährt so auch doch einiges über die Rollenverteilung und das Familienleben in Schweden und die Personen wachsen einem von Fall zu Fall ans Herz.

Alles in allem fand ich diesen Krimi spannend, aber eindeutig zu langatmig und die vielen Rückblicke haben mich eher verwirrt als dass sie für mich in die aktuelle Handlung hineingepasst hätten.

Fazit:
Wer Krimis liebt und Informationen zu geschichtlichen Hintergründen der Hexenverfolgung in Schweden im 17. Jahrhundert nicht abgeneigt ist, sich nicht durch verschiedene Zeitebenen verwirren lässt – und dicke „Schwarten“ mag, der sollte diesen Krimi lesen. Mir war er alles in allem zu langatmig.

Bewertung: *** von *****