Dein Fleisch und Blut (Nicole Makarewicz)

Eine Journalistin auf der Suche nach der Wahrheit

Beschreibung des Buches:
„Dein Fleisch und Blut“ von Nicole Makarewicz, Wiener Journalistin, ist 2018 im Holzbaum Verlag als Taschenbuch erschienen. Der Thriller hat 222 Seiten. Auf dem Titelbild sieht man ist eine Pupp, ihr Gesicht ist nicht zu sehen, da sie auf dem Bauch liegt.

Kurze Zusammenfassung:
Für die Journalistin Leah Sebelia ist ihr Beruf eine Berufung. Während sie an einem Buch über Kinderpornographie schreibt, recherchiert sie sehr intensiv über das Thema. Daran zerbricht ihre Beziehung. Gerade als sie ihre Recherchen einstellen will, erhält sie Zugangsdaten zu einem Forum. Was sie hier erlebt übersteigt ihre Vorstellungskraft. Plötzlich werden Verdächtige umgebracht. Hat ein Mörder sie zum Handlanger gemacht?

Mein Leseeindruck:
Ein kurze Prolog, 5 Monate nach den eigentlichen Geschehnissen, führt in die Geschichte ein.

Der Thriller spielt in der Zeit von Februar bis August in Österreich. Die Kapitel sind mit dem Fokus auf die Journalistin Leah geschrieben. Als Leser hat man somit hat man als Leser keinen Vorteil im Lösen „des Falles“ – und tappt, wie Leah – lange Zeit im Dunkeln, wer hier „gut“ und wer hier „böse“ ist.

Die Autorin hat einen flüssigen Schreibstil, ihre Szenen sind gut beschrieben, man fühlt sich mitten im Geschehen. Der Thriller hat eine ansteigende Spannung, mehrere Verdächtige und die unterschiedlichsten Charaktere, die die Autorin gut herausgearbeitet hat.

Neben Leahs Recherche spielt auch ihr Liebesleben und ihre eigene Familiengeschichte eine große Rolle in diesem Roman. Das macht das Buch sehr abwechslungsreich und interessant. Ihre Recherchemethoden und die ihrer Freunde sind vielfältig. Da gibt es zum Beispiel die Halbschwester, die sich als Hackerin entpuppt.

Die Polizeiarbeit tritt in diesem Buch etwas in den Hintergrund, denn die Journalistin ist hartnäckiger in ihren Recherchen.

Zugegeben, das Thema ist schwierig. Die Autorin hat sicherlich ziemlich intensiv recherchieren müssen, am Ende des Buches gibt es noch Adressen und Ansprechpartner für „Täter“ und „Opfer“.

Alles in allem ist dieser Thriller spannend konstruiert, nicht zu grausam im Detail, aber dennoch aufrüttelnd. Ich konnte da Buch kaum weglegen.

Fazit:
Der Journalistin Nicole Makarewicz ist ein sehr spannender  und aktueller Thriller gelungen, der zeigt, dass Hartnäckigkeit von Journalisten manchmal zur Aufdeckung von Kriminalfällen führen kann – oftmals spielen sie dabei aber mit ihrem eigenen Leben.

Bewertung:  ***** von *****

Haymatland (Dunja Hayali)

Denkanstöße für das Leben miteinander

Die Journalistin Dunja Hayali ist im Fernsehen sehr präsent. Nicht nur im ZDF-Morgenmagazin, sondern auch in eigenen Talkshows und neuerdings als Moderatorin des „Aktuellen Sportstudios“. Während der Buchmesse habe ich sie als Gast einer Radiosendung erlebt. Da bin ich neugierig auf dieses Buch geworden.

Beschreibung des Buches:
Das Buch „Haymatland“ von Dunja Hayali ist im Oktober 2018 in Ullstein Verlag als Hardcover Buch mit 160 Seiten erschienen. Ich habe die E-Book-Variante gelesen.  Auf dem Titelbild sient man eine in schwarz gekleidete Dunja Hayali, die eine Jacke in Farben der Deutschlandfahne locker über der Schulter trägt.

Kurze Zusammenfassung:
In ihrem Buch erzählt Dunja Hayali im meist lockeren Erzählformat von ihrer Familie, ihren ersten Jahren im Ruhrpott, in Datteln, und ihrer journalistische Arbeit. Ganz aktuelle Themen des Jahres 2018 werden in diesem Buch angesprochen.

Mein Leseeindruck:
Mich hat das Buch in weiten Teilen angesprochen. Frau Hayali bietet Denkanstöße, wie das Leben miteinander gelingen könnte. Dabei erzählt sie viele Anekdoten aus ihrem eigenen Leben, ihren Erfahrungen und den Erfahrungen ihrer Eltern, die vor Jahrzehnten aus dem Irak nach Deutschland gekommen sind.

Frau Hayali ist in Deutschland geboren. Sie hat eine christlich, liebevolle Erziehung genossen. So finden sich in ihrem Buch auch Auszüge aus den 10 Geboten, neben den Hauptartikeln des deutschen Grundgesetzes (den Grundrechten), den Menschenrechten.

Was in diesem Buch besonders auffällt, ist der offene Dialog, den Frau Hayali an den Tag legt. Sie versucht, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, die Rassismus und Fremdenfeindlichkeit an den Tag legen. Dabei prangert sie besonders die vielen Beleidigungen und die Hass-Sprache, die sich mittlerweile unter dem Deckmantel der Anonymität auf den verschiedensten Plattformen breit macht an.

Dabei hat sie keine vorgefertigten Lösungen parat, sondern gibt durch das Erzählen eigener Erlebnisse Denkanstöße, wie das menschliche Miteinander gelingen kann.

Ein menschliches und offenes Miteinander, Integration, kann gelingen, wenn die Menschen miteinander reden, sich (ehrenamtlich oder politisch) engagieren und sich nicht nur mit Vorurteilen begegnen. Frau Hayali geht mit positivem Beispiel damit voran. Ob es in der Gesellschaft gelingt, das hängt von vielen Faktoren ab.

Fazit:
Dieses Buch ist mutig, wirkt ehrlich und gibt Denkanstöße.

Bewertung: **** von *****