Paradies (Amelie Fried)

Gefangen im Paradies

Von Amelie Fried habe ich schon einige Bücher gelesen, die mich sehr unterhalten haben. Auch in dieses Buch konnte ich während eines Adventswochenendes eintauchen.

Beschreibung des Buches:
„Paradies“ von Amelie Fried ist 2018 im HEYNE-Verlag als Taschenbuch mit 432 Seiten erschienen. Das Titelbild zeigt Hibiskus-Blüten, Palmen und einen bunten Vogel, es wirkt auf mich erfrischend und gleichzeitig entspannend.

Kurze Zusammenfassung:
Vier unterschiedlichste Frauen treffen auf einer Insel zusammen. Alle haben sie ein Seminar mit Meditation, Yoga, Körperarbeit und Selbsterfahrung im Hotel Pareiso gebucht. Nach dem ersten Kennenlernen auch der anderen Teilnehmer, stellt sich schnell heraus, dass diese Woche nicht nur entspannend, sondern auch spannend wird. Als dann noch ein Sturm die Insel vom Festland abschneidet und das Hotelpersonal plötzlich verschwindet, ist die Gruppe auf sich allein gestellt, wie in einer einsamen, eingeschneiten Skihütte…

Mein Leseeindruck:
Amelie Fried hat einen sehr lebendigen Schreibstil, so dass man sich sofort in die Geschichte hineinliest. In ihrem Roman hat sie sich vier sehr unterschiedliche Frauen herausgegriffen, auf die sie den Fokus gesetzt hat.

Sie bedient sich in diesem Roman so einiger aktueller Themen und Klischees. Da gibt es die Flüchtlingshelferin und Weltverbesserin, die verlassene Ehefrau, die Geliebte, den Witwer und die leicht „verrückt“ wirkende „Engelkennerin“.

Man findet an jeder beschriebenen Person Eigenschaften, die man auch an Personen im eigenen Umfeld beobachtet. In die ein- oder andere Person kann man sich sehr gut hineinversetzen, ist sie einem selbst doch sehr ähnlich.

Eine Gruppe gefangen auf einer Insel zeigt ihr „wahres“ Gesicht. In einer solchen Extremsituation kann sich keiner mehr verstellen, deshalb wird auch die „Geschichte“ von Seite zu Seite spannender. Wie werden sich die Konflikte auflösen? Gibt es eine glückliche Zukunft für jeden Teilnehmer?

Die Charaktere sind mit viel schriftstellerischem Können dargestellt, man sieht sie genau vor sich.

Fazit:
Amelie Fried ist ein Roman mit Tiefgang, gesellschaftspolitischen Themen und gleichzeitiger Unterhaltung gelungen. Gleichzeitig ist er auch noch spannend wie ein Krimi.

Bewertung: **** von *****

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Das Leben ist kein Punschkonzert: Ein Weihnachtsroman (Heike Wanner)

Weihnachtszeit – Zeit der Liebe, Zeit für die Familie

Frauenromane sind eigentlich nicht mein Lieblingsgenre, aber bei Heike Wanner greife ich immer gerne zu. Ihre Romane sind herzerfrischend, wirken sehr authentisch und lassen einen ganz und gar eintauchen in die Geschichte – und gerade zur Weihnachtszeit liebe ich es Weihnachtsromane zu lesen.

Beschreibung des Buches:
„Das Leben ist kein Punschkonzert“ ist 2017 im Ullstein-Verlag als Taschenbuch mit 304 Seiten erschienen. Ich habe die E-Book-Ausgabe gelesen. Das Cover ist weihnachtlich mit Punschzutaten gestaltet.

Kurze Zusammenfassung:
Julia, Melly und Caro sind Schwestern, so unterschiedlich, wie Geschwister nur sein können. Während die Jüngste, Julia, den Kartoffelpufferstand der Eltern übernommen hat und alljährlich auf dem Wiesbadener Sternschnuppenmarkt steht, wurde aus Caro eine „Karrierefrau“ und Melly arrangiert das Familienleben mit Mann, Aupair und ihren Kindern. Als Julia sich bei einem Geschwisterspaziergang auf Glatteis das Handgelenk verletzt, müssen alle gemeinsam den Kartoffelpufferverkauf auf dem Weihnachtsmarkt stemmen.

Mein Leseeindruck:
Man fühlt sich in Heike Wanners Büchern gleich „zuhause“, denn sie sind sehr lebensnah geschrieben. Der Umgang der Geschwister miteinander ist mir gleich vertraut. Als Hauptkulisse den Wiesbadener Weihnachtsmarkt (Sternschnuppenmarkt) auszuwählen, hat mir ganz sehr gefallen. Die Beschreibungen der Gerüche, Lichter und Menschen lassen einen wunderbar in die Adventszeit eintauchen. Und Wünsche, wie man sie bei einer Sternschnuppe oftmals „an den Himmel schickt“, haben in dieser Geschichte eine ganz besondere Bedeutung…

Dieser Weihnachtsroman, wie kann es anders sein, ist in 24 Kapitel unterteilt. So kann man sich jeden Tag ein Kapitel in der Adventszeit vornehmen, wenn man nicht so neugierig wie ich ist und die Geschichte fast am Stück liest.

Der Roman beleuchtet immer alle Blickwinkel, so dass man als Leser(in) gleich auf dem Laufenden ist und so manche Situation voraussieht. Dass manches anders kommt, macht das Lesen so spannend – es ist kein „Punschkonzert“. Drei Frauen, drei verschiedene Lebenssituationen, die Liebe, das Leben – das bringt abwechslungsreiche Unterhaltung. Man kann sich beim Lesen in jede der Frauen hineinversetzen, Heike Wanner hat sie liebevoll und durch ihre Erzählweise ganz wunderbar beschrieben.

Gerade das Zusammenhörigkeitsgefühl einer Familie hat Platz in diesem Roman gefunden, oftmals fehlt es an diesem in der heutigen Zeit.

Besonders gefallen hat mir, dass hier der Wiesbadener Sternschnuppenmarkt so schön vorgestellt wird. Ich war hier noch nie, muss ihm aber jetzt unbedingt einmal einen Weihnachtsbesuch abstatten, schließlich wohne ich nur ca. 30 Minuten von Wiesbaden entfernt.

Wie bei Heike Wanners Büchern mittlerweile üblich erhält sie am Ende der Geschichte noch ein paar schöne Rezepte bereit. Hier findet man Monikas Punschkuchen und Rezepte für Kartoffelpufferbeilagen.

Fazit:
Weihnachtszeit – Zeit für die Familie – Zeit für wunderbare Romane von Heike Wanner und für ein vorweihnachtliches Buchgeschenk.

Bewertung: *****

Scheidung nie – nur Mord! (Gaby Hauptmann)

Frauenroman – Krimi – Langer Atem

Vom Titel auf das Genre zu schließen – Fehlanzeige. Um einen Krimi handelt es sich bei diesem Buch nur bedingt.

Beschreibung des Buches:
„Scheidung nie – nur Mord!“ von Gaby Hauptmann ist 2017 als Taschenbuch im Piper Verlag mit 352 Seiten erschienen. Ich habe die Kindle Edition gelesen. Auf dem Titelbild sieht man einen Hund mit einem Messer im Maul, er sitzt vor einem Bett mit aufgewühlter Bettwäsche. Am Messer klebt Blut.

Kurze Zusammenfassung:
Tina lebt mit Mann Stefan und Hund Jimmy zusammen. Schon immer galt Stefan als Sonnyboy, der offensichtlich mittlerweile über seinen Verhältnissen lebt. Als Tina von einer Merkwürdigkeit zur anderen stolpert, stellt sie Nachforschungen an. In Stefans Schwester Friederike, die mit ihm das Familienunternehmen leitet, findet sie eine Verbündete: Die Firma, das Familienunternehmen, ist offensichtlich pleite – muss die Ehefrau dran glauben?

Mein Leseeindruck:
Der Roman ist aus Sicht von Tina erzählt. Er lebt von den vielen Dialogen und Gefühlen, die Tina beschreibt. Schon nach ein paar Seiten habe ich gemerkt, dass es sich hier offensichtlich eher um einen Frauenroman handelt als um einen Krimi. Bis zur Hälfte des Buches dümpelt die Geschichte mehr oder weniger vor sich hin.

Im Laufe der Geschichte tauchen immer wieder neue Figuren auf: Tinas Tochter, ein junger Musiker, eine Hundebesitzerin, eine Anwältin…. Viele der Personen sind sehr klischeehaft beschrieben und manche entbehren nicht einer gewissen Komik.

Ich habe dem Buch eine Chance gegeben und es bis zur letzten Seite fertig gelesen. Im zweiten Teil entwickelt sich die Geschichte dann doch ein wenig zu einem mit schwarzem Humor gespickten Krimi, wobei ich die Vorgehensweise der handelnden Personen eher dilettantisch finde. Das Ende kommt sehr überraschend. Irgendwie hat man den Eindruck – jetzt muss das Ganze einfach ein Ende finden.

Fazit:
Wer Frauenromane mag und Durchhaltevermögen besitzt, der kann hier zugreifen. Mir hat das Buch nur mittelmäßig gefallen. Irgendwie hätte man aus der Geschichte mehr machen können…

Bewertung: ***

Der Sommer der Inselschwestern (Susan Mallery)

Eine sommerliche Freundschaftsgeschichte

Für den sommerlichen Urlaub suche ich immer Bücher, die auch im Sommer spielen. Mir hat das Cover dieses Buches gefallen – und da der Klappentext auch vielversprechend klang, habe ich dieses Buch bei 26 °C im Schatten gelesen.

Beschreibung des Buches:
„Der Sommer der Inselschwestern“ ist 2017 im HarperCollins-Verlag als Taschenbuch mit 368 Seiten erschienen. Es ist nicht das erste Buch der Autorin Susan Mallery. Sie hat schon einige Romane veröffentlicht. Ich habe die E-Book Ausgabe gelesen. Auf dem blaugrün gehaltenem Titelbild ist ein blauer Krug mit Blumen und ein weißes Häuschen auf einer Anrichte zu sehen. Ich hätte mir hier eher drei Häuser vorstellen können.

Kurze Zusammenfassung:
Andi, Ärztin, zieht von Seattle auf die Insel Blueberry. Dort hat sie ein Haus (zwischen zwei baugleich anderen Häusern) gekauft, das sie zu einer Kinderarztpraxis und Wohnraum für sich umbauen lässt. In der Nachbarschaft wohnen Boston mit ihrem Mann und Deanna mit Töchtern und ihrem Mann. Während Andi sich versucht in dem kleinen Städtchen einzuleben, macht sie auch die Bekanntschaft der beiden Nachbarinnen, die sich bisher nicht besonders freundschaftlich gegenüber standen. Doch durch Andi kommen sich alle drei Frauen näher. Langsam lüftet jede ihr „Geheimnis“…

Mein Leseeindruck:
Der Roman ist genau das Richtige für Sommertage an Strand und Pool. Eine nette Geschichte mit viel Herzschmerz und Vergangenheitsbewältigung, aber auch die Landschaftsbeschreibung und die eher dörflich anmutende Idylle kommen hier nicht zu kurz.

Während man zunächst erfährt, dass Andi letztendlich vor ihrer Familie und einer vergangenen Liebe geflohen ist, hat man den Eindruck, dass die anderen zwei Frauen ein glückliches Leben führen.

Doch der Schein trügt, die Autorin lässt die Leser an den Gedanken von Boston, Deanna und Andi teilhaben und so ist man schnell  mitten im Gefühlschaos der Protagonistinnen. Jede hat ihr Päckchen zu tragen und man erlebt förmlich, wie es den Frauen Tag um Tag schlechter geht, weil sie sich alleine nicht aus diesem Teufelskreis herausbewegen können. Da kommt die rasch aufgebaute Freundschaft unter den drei Frauen genau richtig…

Fazit:
Ein einfühlsamer Roman, der mich zwar nicht vollkommen überzeugt hat, aber das Thema Freundschaft und Zusammenhalt prima behandelt. Mir war er letztendlich zu gefühlsbetont, ich glaube, als nächstes muss ich mal wieder einen Krimi lesen.

Bewertung: ****

Ein Buchclub auf Abwegen (Suzanne Kelman)

Langatmig und unrealistisch

„Ein Buchclub auf Abwegen“, schon der Titel reizte mich, dieses Buch zu lesen. Auch das schön gestaltete Cover zog mich an, der Klappentext war vielversprechend.

Beschreibung des Buches:
Das Buch „Ein Buchclub auf Abwegen“ ist 2017 bei AmazonCrossing als Taschenbuch erschienen. Es hat 316 Seiten. Auf dem Titelbild sind gestapelte Sammeltassen zu sehen, es wirkt etwas nostalgisch.

Kurze Zusammenfassung:
Die Bibliothekarin Janet Johnson wird Mitglied eines Schriftstellerclubs. Schnell stellt sich heraus, dass die Mitglieder (nur Frauen) es darauf anlegen, Ablehnungsschreiben für ihre eingereichten Werke zu bekommen. Sie sammeln diese. Als sie auf das 500. Ablehnungsschreiben warten, kommt eine Zusage. Doch diese ist nicht Ziel des Clubs, deshalb machen sich die so unterschiedlichen Frauen vom beschaulichen Dorfleben in der Nähe von Seattle auf den Weg nach San Francisco, um sich das Manuskript inklusive eines Ablehnungsbescheides wieder abzuholen. Dabei müssen sie die verschiedensten Hindernisse überbrücken.

Mein Leseeindruck:
Ich habe mich mehr oder weniger durch dieses Buch gequält. Am Anfang gefiel mir die Geschichte noch recht gut. Der Schreibstil der Autorin versprach eine schöne Geschichte rund um das Buch. Ihre detailreiche Beschreibung des beschaulichen Dorflebens und des etwas skurrilen Buchclubs auf den ersten Seiten lässt einen zunächst eintauchen in die Welt der Bücher.

Doch spätestens dann, als sich die Frauen gemeinsam auf die Reise nach San Francisco machen, wurde das Buch für mich sehr unrealistisch und langatmig. Es ist für mich schwer vorstellbar, dass die Frauen an allen Orten, wo sie auftauchen, nur nette Menschen vorfinden, die sie problemlos in eigenen Häusern unterbringen und sofort wie Freunde versorgen.

Das Ende hat mich nur etwas versöhnt, hier erfährt man letztendlich etwas über den Inhalt des Manuskriptes… aus dieser Geschichte hätte man im Verlaufe des Buches mehr machen können.

Fazit:
Ein Klappentext der mich anzog, aber ein Buch, das mich nicht gefesselt hat.

Bewertung: **

PIP Geheimwaffe Rebhuhn (Anni Ninn)

Kurzweiliger humorvoller „Frauen“-Krimi mit chaotisch, sympathischer Langzeitstudentin

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Auf einer Plattform, auf der sich Autoren und Bücherblogger finden können, ist mir dieser Krimi einer Jungautorin in die Hände gefallen. Die Titelbilder der bisher drei erschienenen Bücher erinnerten mich ein wenig an die Bücher der Autorin Sophie Kinsella. Die Kurzbeschreibung fand ich pfiffig und deshalb habe ich diesen Krimi gelesen.

Beschreibung des Buches:
„PIP  Geheimwaffe Rebhuhn“ von Anni Ninn ist im 2015 als Taschenbuch mit 218 Seiten erschienen. Das Titelbild zeigt eine gezeichnete, bunt gekleidete, junge Frau mit großer Handtasche, in der sich ein Rebhuhn versteckt. Ein charmantes Cover, das neugierig auf den Inhalt macht. Auch die weiteren Bücher aus dieser Reihe sind ähnlich nett gestaltet.

Kurze Zusammenfassung:
PIP, ehemals Langzeitstudentin, hat sich auf Kosten der Verwandtschaft ein schönes Leben gemacht. Doch ihr Betrug ist aufgefallen und sie muss sich endlich einen Job suchen, um ihren Lebensunterhalt selbst zu finanzieren und ihre Schulden zurückzuzahlen. Da passt es gut, dass sie noch eine Rechnung mit ihrem Ex-Freund offen hat: Victor, Journalist, stellt sie tatsächlich als Ermittlerin in einem brisanten Fall ein. Mit ihrer charmanten, unkonventionellen Art gelingt es PIP tatsächlich, brisante Dinge herauszufinden. Da PIP ein weiches Herz hat, kommt sie zu einer ungewöhnlichen Mitbewohnerin, ein Rebhuhn teilt fortan das Leben mit ihr. Die Zwei stürzen sich in ein gefährliches Abenteuer. Werden sie erfolgreich ihren Fall lösen?

Mein Leseeindruck:
Vor einigen Jahren habe ich ein paar Bücher von Sophie Kinsella gelesen. Dieser humorvolle Krimi erinnert mich ein wenig an die Protagonistin aus Kinsellas Büchern. Jung, unkonventionell, manchmal tollpatschig, geldsüchtig, etwas lebensunfähig, aber trotzdem liebenswürdig und mit dem Herz am richtigen Fleck.

Der Roman ist in der Ich-Form aus Sicht von PIP erzählt. Mit viel Wörtlicher Rede ist dieser eher lustige Krimi sehr lebendig. Man darf das Ganze nicht zu ernst nehmen, der Krimi lebt durch seine Situationskomik. Wer hat schon ein Rebhuhn als Haustier und trägt es in der Tasche mit sich herum? Gerade das macht die Figur PIP aber irgendwie ungewöhnlich und sympathisch.

Der Wortwitz und der lebendige Sprachstil von Anni Ninn fesseln beim Lesen und lassen einen immer wieder schmunzeln. Ich könnte mir die Krimifigur PIP auch gut als Protagonistin in einem Serienfilmkrimi vorstellen…

Fazit:
Ein kurzweiliger Krimi, unterhaltsam, spannend und humorvoll. Mal schauen, wie es mit PIP in den folgenden Bänden weitergeht.

Bewertung: ****

Die Autorin hat mir je ein Exemplar ihrer PIP-Krimis zum Verlosen zur Verfügung gestellt (mit Widmung). Im Rahmen von „Blogger schenken Lesefreude“ werde ich diese Bücher in den nächsten Tagen im Rahmen eines Gewinnspieles verlosen.

 

Zwei für immer (Andy Jones)

Ein Roman voller Gefühle, nicht nur für Frauen

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Beschreibung des Buches:
Das Buch „Zwei für immer“ von Andy Jones ist im Aufbau-Verlag 2016 erschienen. Es ist das Erstlingswerk des Autors. Der Roman umfasst 432 Seiten. Auf dem Titelbild sieht man bunte Blumen und ein Haus auf hellem Hintergrund, die obere Hälfte des Bildes ist in Rot gehalten. Auf mich macht es einen fröhlichen und unbeschwerten Eindruck, ich vermutete eine fröhliche Liebesgeschichte…

Kurze Zusammenfassung:
Fisher, Filmregisseur, Anfang 30, lernt die zehn Jahre ältere Ivy kennen. Schon in der ersten gemeinsamen Nacht ihres Kennenlern-Tages wird Ivy schwanger (mit Zwillingen). Der werdende Vater ist hin- und hergerissen in seinen Gefühlen zu Ivy. Während der Schwangerschaft verschlechtert sich der Gesundheitszustand seines Jugendfreundes El, der an einer lebensbedrohlichen Krankheit (Huntington-Krankheit) leidet. Seine Sorgen und Ängste überwältigen Fischer in den unterschiedlichsten Situationen…

Mein Leseeindruck:
Ein buntes Buch mit rotem Hintergrund, eigentlich denkt man, das ist ein Roman für Frauen, doch Andy Jones wollte eigentlich ein Buch für Männer schreiben…

Der Roman ist aus der Sicht von Fischer geschrieben. Seine Ängste, sein Gefühle, seine Handlungen, alles erlebt man unmittelbar mit. Er scheint ein sehr gefühlvoller Mensch zu sein, der das aber nicht immer zeigen kann. Seine Handlungen sind nicht immer nachzuvollziehen.

Da ist zum einen der gefühlvolle Partner, der zur werdenden Mutter steht, sogar seine Wohnung aufgibt um ihr nah zu sein. Auf der anderen Seite der Freund, der sich immer wieder um den Jugendfreund kümmert, wenn dieser ihn braucht. Und auch die eigene Familie (der verbliebene Vater und Geschwister) sind Fisher wichtig, da gibt es keine Kompromisse.

Als es an Weihnachten zur Diskussion kommt, wo man die Feiertage verbringt, entscheidet sich Fisher für seinen Vater, Ivy für ihre Eltern. Was dann tatsächlich passiert erinnert mich hier an so manch typische Weihnachtsgeschichte, einfach nur schön…

Mich hat dieses Buch sehr bewegt. Ein werdender Vater, der sich seiner Gefühle nicht immer sicher ist. Er macht es sich aber dennoch nicht leicht, steht zu seiner Partnerin. Trotzdem hat er Angst vor dem Kommenden, beginnt über sein eigenes Leben nachzudenken. Den frühen Tod seiner Mutter hat er immer noch nicht verarbeitet.

Besonders das letzte Drittel dieses Romans hat es in sich, hier ist Fischers ganze Kraft gefordert, als Partner und als guter Freund, denn das Schicksal schlägt unbarmherzig zu…

Manche Kapitel beinhalten nur die Aufzählung von Obst- bzw. Gemüsesorten, um die aktuelle Größe der werdenden Babys aufzuzeigen, denn auch innerhalb der Kapitel bekommt man eine doch manchmal sehr detaillierte Beschreibung der neun monatigen Schwangerschaft mit allem was dazu gehört.

Fazit:
Ein Roman, nicht nur für Frauen, gefühlvoll und romantisch, aber auch mit Schicksalsschlägen, die zum Leben dazu gehören. Mir hat er sehr gut gefallen.

Bewertung: *****