Hungrig auf Berlin (Anne-Dore Krohn, Denis Scheck)

Kulinarisch durch Berlin

Da wir immer wieder Kurztrips nach Berlin machen – und der nächste Aufenthalt dort schon geplant ist, hat mich der Titel dieses Buches neugierig gemacht.

Beschreibung des Buches:
Der Buch „Hungrig auf Berlin“ von Anne-Dore Krohn & Denis Scheck ist im Merian-Verlag 2022 als Hardcover erschienen. Das Buch hat 236 Seiten. Das Cover ist farbenfroh gehalten, es zeigt zahlreiche Berlin typische Speisen und Sehenswürdigkeiten. Der Titel prangt mittig auf diesem Cover.  

Kurze Zusammenfassung:
Die beiden Autoren haben 32 verschiedene Locations ausgewählt, die sie natürlich subjektiv und nach ihrem eigenen „Lustprinzip“ besucht haben. Um jedes Speisenangebot gibt es eine mehrseitige ausführliche Beschreibung. Fotos findet man hier keine.

Mein Leseeindruck:
Wer Berlin liebt und hier einen Platz zum Speisen sucht, der ist manchmal überfordert ob des großen Angebots. Dieses Buch bietet ein Rundumpaket um einzelne Locations. Hier werden Geschichten, Anekdoten und eine ausführliche „Anreisebeschreibung“ angeboten.

Durch die ausführliche Beschreibung des Interieurs kann man durchaus hier auch auf Fotos verzichten, so macht man sich erst einmal ein eigenes Bild in seinen Vorstellungen in der Hoffnung, nicht enttäuscht zu werden.

Am Ende jedes Kapitels findet man die genaue Adresse, Preiskategorie und Öffnungszeiten. Hier hätte man vielleicht noch die nächstgelegene ÖPNV Haltestelle angeben können.

Mir gefallen die Geschichten rund um die Restaurants, Streetfood, Markthallenstände uvm. richtig gut. Man kann sich so schön auf die eigene Reise vorbereiten – vielleicht bei der Anreise im Zug?!

Die ausgewählten Speiseörtlichkeiten verteilen sich über ganz Berlin allerdings auch einige in der Nähe sogenannter Hot Spots. Einen Überblick bietet die Berlin-Karte am Ende des Buches im Innenumschlag.

Die Texte sind kurzweilig und gut zu lesen.

Fazit:
Ein „Reiseführer“ der etwas anderen Art. Berlin-Fans kommen hier auf ihre Kosten – sehr empfehlenswert!

Bewertung: ***** von *****

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Was uns schmeckt und was dahinter steckt (Nikola Schwarzer)

Mehl, Eier, Fett usw.  , was ist das, chemisch gesehen, genau?

Beschreibung des Buches:
„Was uns schmeckt und was dahinter steckt“ von Nikola Schwarzer ist 2018 als Hardcover im Hirzel Verlag mit 183 Seiten erschienen.

Das Titelbild erweckt den Eindruck, es gehe um die Herstellung von Speisen…

Kurze Zusammenfassung:
In diesem Buch geht es um  Mehl, Backtreibmittel, Eier, Fett, Zucker, Milchprodukte, Schokolade und Geliermittel . Jedem Nahrungsmittel ist ein Kapitel gewidmet. Am Ende des Buches findet man Literaturhinweise und Quellenangaben.

Mein  Leseeindruck:
Wen wundert es, dass man in diesem Buch viel über die Chemie von Lebensmitteln erfahren kann, hat die Autorin doch Chemie studiert.

Neben einigen „Versuchen“, die man selbst nachbilden kann, findet man auch zahlreiche Schaubilder, in denen die chemische Verbindung der behandelten Lebensmittel anschaulich erklärt und gezeigt wird, was mit der Nahrung z.B. beim Kochen passiert.

Toll sind die Schaubilder, die die Verwendung der einzelnen Lebensmittel im Nahrungsmittelangebot aufzeigen. Endlich kann man einmal nachvollziehen, welche Zutaten/Verarbeitungsschritte es braucht, um z.B. einen bestimmten Käse zu erzeugen. Ergänzt wird das ganze durch sehr schöne Fotos.

Das Buch von vorne bis hinten durchzulesen, setzt großes chemisches Interesse und Spaß an Versuchen voraus. Aber man kann sich ja auch einzelne Kapitel oder einzelne Versuche aussuchen und hierzu die Erklärungen lesen. Besonders das Kapitel über Schokolade hat mir da sehr gut gefallen.

Fazit:
Ich könnte mir vorstellen, dass man dieses Buch sehr gut mit Kindern nutzen kann, denn die Versuche und die Darstellungen der Verarbeitung von Lebensmitteln helfen den Kindern spielerisch die Speisenzubereitung und z.B. die chemischen Verbindungen leichter zu verstehen.

Bewertung: **** von *****

Zucker is(s) nicht! (Andrea Ballschuh mit Fabienne Bill)

Die große Herausforderung ohne/(mit weniger) Zucker auszukommen

Schon bevor Andrea Ballschuh, Fernseh- und Radiomoderatorin mit viel Leidenschaft, in der MDR- Talkshow „Riverboat“ ihren Weg zu weniger Zucker und ihr Buch vorgestellt hat, bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden.

Auch ich neige dazu in Zuckerfallen zu tappen, gerade nach dem Mittagessen „brauche“ ich meine Portion Süße. Deshalb war ich neugierig auf diese Lektüre.

Beschreibung Buches:
„Zucker is(s) nicht!“ von Andrea Ballschuh und Fabienne Bill (Moderatorin, Mental- und Team Coach) 2018 im books4success.Verlag als Taschenbuch erschienen. Es hat 208 Seiten. Auf dem Cover sind im oberen Drittel beide Autorinnen abgebildet, im mittleren Teil prangen in großer Schrift die Worte „Zucker is(s) nicht!“ mit einem Hinweis auf die Challenge und Rezepten, im unteren Drittel kann man schon drei leckere Süßspeisen sehen.

Kurze Zusammenfassung:
Dieses Buch handelt von der Herausforderung in 90 Tagen ohne Zucker auszukommen. Zunächst werden die wichtigsten Fakten über Zucker dargestellt. Dann geht es um die eigene Motivation und Vorbereitung der Challenge. Es folgt ein Kapitel mit „Begleitung“ der 90 Tage. Auf ca. 100 Seiten findet man 66 Rezepte für Frühstück, Aufstriche, Dressings- und Soßen, für „Zwischendurch“, für den Nachmittagskaffee/tee, für Nachtische und zum Schluss Rezepte für Getränke/Smoothies.

Mein Leseeindruck:
Während ich das Buch durchblättere, fällt mir schon der fröhliche Aufbau auf. Die leckeren Rezepte/Fotos stechen sofort ins Auge und ich verweile bei den Zutaten. „Ok, da muss ich offensichtlich einen ganz besonderen Einkauf starten, um mich neu mit etwas ausgefallenen Zutaten, die sich nicht in meinem Haushalt befinden, einzudecken. Auch das ist für mich schon eine Herausforderung!“, denke ich.

Blättere ich weiter, so gefällt mir, dass das Buch mit vielen verschiedenen Textfarben und Hintergründen sehr aufgelockert ist und zum Verweilen auf einzelnen Seiten einlädt. Ich muss ein Buch erst einmal Querlesen, bevor ich es dann von vorne bis hinten komplett durchlese.

Neben den sehr schönen Fotos (auch von den Autorinnen ;-)) fallen mir auch die motivierenden Sätze, die manchmal auch eine halbe Seite ausmachen, auf. So sieht Motivation aus: direkte Anrede (Du), von eigenen Erfahrungen erzählen, authentisch sein. Das gelingt den zwei Moderatorinnen hier sehr gut.

Um die 90 Tage zu überstehen finde ich in dieser Veröffentlichung 7 Seiten, in denen ich meine Erlebnisse in einer Art Tagebuch eintragen kann. Hilfreich sind mir hier Fragen, die dort auf jeder Seite gestellt werden („Worauf habe ich verzichtet?“, „Was war meine größte Herausforderung?“, „Was habe ich über mich gelernt?“ um nur die ersten hier zu nennen.)

Die Rezepte sind abwechslungsreich und schmackhaft. Ich habe gleich die Brownies ausprobiert, da ich dunkle Schokolade (hier in Form von Kakaopulver) und Nüsse sehr mag. Die Brownies sind ein Genuss, auch wenn mir die Zubereitung etwas lange dauerte und die Dattelmasse den Teig ziemlich verklebt. Das Ergebnis konnte sich sehen und schmecken lassen und kam auch bei unseren Freunden als Nachspeise gut an. Als nächstes werde ich mich an den Käsekuchen machen…

Rezepte für Mittagsmahlzeiten sind offensichtlich bewusst weggelassen worden, denn es geht ja um die „süßen“ Speisen. Allerdings bekommt man beim Lesen der Lektüre wirklich genug Hinweise, worauf es bei einer zuckerfreie Zubereitung von Mahlzeiten ankommt.

Auch nach den 90 Tagen wird man hier nicht alleine gelassen. Es folgen ein paar Tipps für das Leben nach dem Zucker. Hier finde ich den Hinweis auf eine facebook-Gruppe (die kannte ich allerdings schon vor dem Lesen der Lektüre und bin dieser bereits beigetreten). In dieser facebook-Gruppe kann man sich wunderbar über die eigenen Erfahrungen, Rezepte, Einkaufslisten u.v.m. austauschen. Andrea Ballschuh und Fabienne Bill stehen auch hier für weitere Fragen stets zur Verfügung.

Am Ende des Buches finde ich noch einen Überblick über Zuckerfallen, Beschreibungen von Zutatenlisten, Hinweise auf Produkte, die Zucker enthalten (wo überall versteckt Zucker enthalten ist!) und noch zahlreiche sehr schön aufgemachte Tipps und Hinweise (ich kann mir Dinge besser merken, wenn sie mit unterschiedlichen Schriftarten, durch Fotos und mit verschiedenen Stilen präsentiert werden, das ist hier der Fall!) auf das Leben nach der Challenge.

Fazit:
Was dieses Buch ausmacht? Es sind die eigenen Erfahrungen und die Motivation, die die beiden Moderatorinnen einbringen, ich werde als Leser mitgenommen, begleitet und motiviert, während ich gleichzeitig ganz viel über mich und mein Essverhalten „lerne“.

Auch wenn ich vorerst nicht vorhabe, diese 90-Tage Challenge zu absolvieren, so werde ich mich auf alle Fälle anstrengen meine Ernährung zuckerarmer zu gestalten.

Wer die 90-Tage Challenge machen will, der wird hier auf alle Fälle wunderbar begleitet und findet ausreichend Hinweise, Lesestoff, die facebook-Gruppe und Rezepte, um diese Zeit durchzustehen.

Bewertung: ***** von *****

Taxi Gourmet (Layne Mosler)

Eine kulinarische Reise mit dem Taxi durch die Metropolen

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Beschreibung des Buches:
Das Buch „Taxi Gourmet“ ist im April 2016 im Droemer Verlag als Taschenbuch mit 415 Seiten erschienen. Auf dem weiß gehaltenen Einband prangt vorderseitig ein gelb ausgefüllter Kreis (Weltkugel), auf dessen Oberfläche Sehenswürdigkeiten der von Layne Mosler besuchten Städte skizziert sind. Ein gelbes Auto kreist auf der Kugel. Ein interessantes Cover, das den Inhalt des Buches schon recht gut beschreibt, aber wenig von den wirklichen Genüssen in diesem Buch preisgibt.

Kurze Zusammenfassung:
Layne Mosler träumte jahrelang von einem eigenen Restaurant. Ihre Leidenschaft ist das gute Essen. Irgendwann hat sie sich dann auf die Reise gemacht und in verschiedenen Städten mit dem Taxi Restaurants erkundet. Darüber hat sie zunächst auf ihrem Kultblog  „Taxi Gourmet“ berichtet und später dieses Buch veröffentlicht. Ihre Reisen führen sie von Buenos Aires nach New York und später nach Berlin. Sie steigt in Taxis und fragt die Fahrer nach ihren Lieblingslokalitäten, lässt sich dort hinfahren und genießt das Essen. In New York stellt sie fest, dass es sich hier auf Dauer besser recherchieren lässt, wenn sie die Taxifahrten selbst übernimmt. Und irgendwie kommt sie auf den Gedanken, dass auch Berlin eine Reise wert ist. So macht sie sich auf den Weg in die deutsche Hauptstadt und lernt dort nicht nur das Essen sondern auch die Menschen lieben.

Mein Leseeindruck:
Der erste Teil (Buenos Aires) hat es mir zunächst so gar nicht angetan. Vielleicht lag es auch daran, dass ich diese Stadt nicht kenne. Hier zieht sich das Buch sehr in die Länge und ich musste mich mehr oder weniger zwingen weiterzulesen. Ein wenig hat mich Laynes Weg und ihre Leidenschaft, das Tangotanzen zu lernen, berührt.
Doch die weiteren Reisen nach New York und auch Berlin gefielen mir dann umso mehr. Die detailreichen Beschreibungen Manhattans und der anderen zahlreichen Stadtteile New Yorks mit Central Park, Broadway, Flughafen JFK und vielem mehr haben mir sehr gefallen. Ich mag diese Metropole, so konnte ich mich ganz auf Laynes Abenteuer in dieser Großstadt einlassen. Ihre Zimmersuche, die eigene Taxilizenz, die skurrilen Mitfahrer, all das hat mich sehr gefesselt. Layne Mosler schreibt sehr authentisch über ihre Gefühle, Freundschaft und auch Liebe…
Als die Reise weiter nach Berlin ging, freute ich mich auch darauf sehr, denn auch Berlin gehört zu meinen Lieblingsstädten. Für mich steht in diesem Buch weniger der kulinarische Genuss als vielmehr die verschiedenen Stadtteile mit ihren so unterschiedlichen Bewohnern im Vordergrund. Es kann einem zwar das Wasser im Mund zusammenlaufen, wenn man sich die beschriebenen Gerichte so richtig vorstellt, aber mich haben eher die Beschreibungen der Menschen und der Städte fasziniert.

Fazit:
Ein wunderbares Buch über Menschen, Essen und das Leben in einer Großstadt, das nicht immer nur anonym sein muss, wenn man Freunde und nette Menschen um sich herum hat. Als kulinarischer Reiserführer ist dieses Buch auch prima geeignet.

Bewertung: ****

Letzte Ernte (Tom Hillenbrand)

Der Koch Xavier Kieffer ermittelt wieder

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Beschreibung des Buches:
Der Krimi „Letzte Ernte“ von Tom Hillenbrand ist im KiWi-Verlag erschienen. Er hat ca. 300 Seiten Romantext und ein Glossar des Küchenlateins. Es handelt sich um einen kulinarischen Krimi. Die Handlung spielt hauptsächlich in Luxemburg. Es ist der dritte Krimi um den Koch Xavier Kieffer. Ich habe auch die ersten zwei Teile gelesen.

Das Titelbild zeigt einen nostalgischen Herd. Es passt wunderbar zum Buch und der Serie.

Kurze Zusammenfassung:
Der Koch Xavier Kieffer führt ein kleines Restaurant in der Luxemburger Unterstadt. Mit seiner französischen Freundin erlebt er wieder einmal ein kriminalistisches Abenteuer. Der Tod eines Fremden, der ihm zuvor eine Magnetkarte zusteckte, beschäftigt Xavier und Valerie. Sie versuchen herauszufinden, was es mit der Karte auf sich hat und stecken so schon wieder mitten in einem Kriminalfall.

Mein Leseeindruck:
Dieses Mal geht es mehr um Technologien. Die Magnetkarte birgt ein Geheimnis, das Xavier nicht alleine lösen kann. Er macht sich auf die Suche nach Spezialisten und erfährt so Einiges über Börsengeschäfte.

Die Methoden des quirligen Koches sind unkonventionell, das Liebesleben der zwei Gourmets durch die räumliche Trennung ist etwas Besonderes, manchmal hören sie tagelang nichts voneinander…erleben aber bei jedem Zusammentreffen die merkwürdigsten und interessantesten Dinge.

Natürlich ist auch das Kochen ein Thema im vorliegenden Roman. Den Koch als Ermittler „einzusetzen“ finde ich nach wie vor eine super Idee. Nebenbei noch die Reisen in die verschiedenen europäischen Länder zu beschreiben ist ein weiterer Pluspunkt.

Dass der Koch eine Beziehung zu einer Gastrokritikerin, Valerie, hat, gibt dem Ganzen noch das gewisse Etwas. Das Glossar am Ende des Buches bietet dem Leser eine Gelegenheit im Fachjargon zu glänzen.

Fazit
Wieder ein kulinarischer (diesmal auch mit technischen Finessen gespickt) Krimi aus Luxemburg mit dem Koch Xavier, ich fühlte mich gut unterhalten und kann diese Krimireihe nur empfehlen.

Bewertung: *****