Der Himmel auf Erden (Jeffrey Archer)

Unterhaltsame und skurrile Erzählungen

Ich mag die Roman von Jeffrey Archer, ob mir auch seine Erzählungen gefallen würden, war ich mir nicht sicher, denn Kurzgeschichten gehören nicht so zu meinem favorisierten Lesestoff…

Beschreibung des Buches:
„Der Himmel auf Erden“ von Jeffrey Archer ist 2020 im HEYNE-Verlag als Hardcover erschienen. Das Buch hat 271 Seiten. Das Titelbild zeigt eine winterliche Stadt auf die ein Paar hinabschaut.

Kurze Zusammenfassung:
15 Erzählungen umfasst dieses Buch. Die Geschichten sind unterschiedlich lang. Allen gemein ist, dass man jeweils eine gut am Abend vor dem Einschlafen lesen kann.

Mein Leseeindruck:
Mir haben alle Geschichten gefallen. Es erwartet einen meist ein zynisches, meist ein völlig unerwartetes Ende. Die Erzählungen sind teils skurril, bei manchen ahnt man schon, in welcher Richtung sie enden werden, nachdem man die ersten gelesen hat. Sie sind kurz und knackig!

Die Themen, Schauplätze, Personen und Zeitpunkte sind sehr vielfältig. So gibt es Geschichten, die in England, aber auch in Frankreich, manche in der Zeit um den 2. Weltkrieg, aber welche, die im Hier und Jetzt spielen – Geschichten aus aller Welt. Manches Mal sind Ort und Zeitangabe völlig nebensächlich.

Besonders gut hat mir die Erzählung um einen Parkwächter gefallen, der sich nach und nach einen öffentlichen Parkplatz vor einem Zoo „zu eigen“ gemacht hat. Auch die Geschichte einer Anhalterin ist mir gut im Gedächtnis geblieben.

Die Geschichten sind geistreich und sehr unterhaltsam.

Fazit:
Ein tolles Buch, das man gerne abends vor dem Einschlafen zur Hand nehmen kann, um genau in eine Geschichte einzutauchen.

Bewertung: ***** von *****

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Couchsurfen – das Experiment (Rached Kaiser)

Wie lernt man Menschen kennen – beim Couchsurfen?


Durch einen ganz besonderen Weg fand dieses Buch zu mir: Rached Kaiser hat mich im Rahmen der Frankfurter Buchmesse 2017 zu einem „Meet & Greet“ eingeladen. Auf meinen Bücherblog wurde er aufmerksam, weil hier der Begriff „Couch“ im Namen vorkam…

Beschreibung des Buches:
„Couchsurfen – das Experiment“ ist 2017 im Kaiser-Verlag als Taschenbuch mit 211 Seiten erschienen. Auf dem Titelbild sieht man den Autor selbst auf einem Stuhl in einem wild eingerichteten Zimmer sitzen. Einige lustige Figuren und Gegenstände sind auf diesem Bild zu sehen, die man in den Erzählungen wiederfindet.

Kurze Zusammenfassung:
Der Autor, Rached Kaiser, ist ein paar Monate mit einem VW-Bus durch Deutschland gezogen. Dabei hat er sich unter fest vorgegebenen Bedingungen vorgenommen jeweils zwei Nächte auf einer „Couch“ bei Fremden zu nächtigen – auch wenn es ihm nicht gefallen sollte. Unter anderem durften die ausgesuchten Städte max. 200 000 Einwohner haben und der erste Gastgeber, der sich auf seinen Aufruf auf der Couchsurfing Seite meldete, sollte sein nächster werden.

Mein Leseeindruck:
Rached Kaiser ist ein kommunikativer Mensch, er lernt gerne Menschen kennen. So kam er auf die Idee des Couchsurfens.

In den 12 Kapiteln seines Buches erzählt er locker und sehr authentisch seine teilweise sehr skurrilen Erlebnisse beim Nächtigen „in fremden Betten“. Dabei kommen manche Personen sehr gut – andere wiederum etwas weniger gut weg.

Verwundert hat mich, dass die meisten beschriebenen Gastgeber Frauen waren, die hier einen unbekannten Mann in ihr Heim ließen. Jede hatte offensichtlich ihre eigene „Mission“, so dass Rached Kaiser hierbei wirklich sehr kuriose Erlebnisse hatte. Das Schmunzeln beim Lesen muss mir oftmals ins Gesicht gezeichnet gewesen sein…

Sein Sprachstil ist sehr lebendig, da er teilweise in Dialogform seine Gespräche mit seinen Gastgebern wiedergibt. Die Eindrücke, die Rached Kaiser in seinen verschiedenen „Heimen“ bekommen hat, hat er wunderbar in seiner Lektüre vermitteln können.

Ich fühlte mich durch dieses Buch bestens unterhalten und hätte gerne noch weitere Geschichten lesen wollen. Jetzt habe ich endlich einen Eindruck, wie es „unter fremden Betten“ in Deutschland aussieht 😉

Fazit:
Ein witziges Buch über Erlebnisse beim Couchsurfen. Rached Kaiser versteht es, den Leser mit seiner authentischen Art zu erzählen gut zu unterhalten.

Bewertung: *****

 

Bis zum Hals (Bruno Jonas)

Skurrile Erzählungen

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Beschreibung des Buches:
Das Buch „Bis zum Hals“ vom Kabarettisten Bruno Jonas ist im Heyne Verlag erschienen. Es handelt sich um ein Taschenbuch mit ca. 240 Seiten. Auf dem Titelbild sind ein Frauenkörper und ein Männerkörper ohne Kopf abgebildet. Beide schick gekleidet mit einem Sektglas in der Hand. Der Hintergrund des Buches ist in einem hellen Blau gehalten. Das Titelbild passt gut zum Inhalt und gibt schon einen Vorgeschmack auf die doch sehr skurrilen Geschichten.

Kurze Zusammenfassung:
in zehn Geschichten hat Bruno Jonas in der Ich-Form Erlebnisse von Menschen beschrieben, denen „das Wasser bis zum Hals“ steht. Sie stehen meist vor einem Wendepunkt ihres Lebens und beschreiben, wie es dazu kam oder was sie von ihrem derzeitigen Leben halten. Die Geschichten handeln von Reportern, Altenpflegern, Politkern oder Menschen wie „Du und Ich“. Die meisten spielen sich in Bayern ab.
–              Da gibt es den Lottogewinner, der überlegt, ob er seine Familie über den Gewinn einweihen soll.
–              Ein Patient, der in einer Notlage von einem Arzt behandelt wird, dem er als Journalist die Fälschung seiner Doktorarbeit nachweisen wollte.
–              Ein ehemaliger Finanzbeamte beobachtet seine Frau im netten Gespräch mit einem Sänger, dem er in seiner Finanzamtszeit bezüglich seiner Steuererklärungen kleinlich behandelt hat…und weitere Geschichten…

Mein Leseeindruck:
Es hat einige Zeit gedauert, bis ich mich in den Sprachstil von Bruno Jonas eingelesen hatte. Die Geschichten sind teilweise sehr skurril, teilweise ist mir die Denkweise der „erzählenden“ Person manchmal etwas fremd vorgekommen, trotzdem haben mich die meisten Geschichten unterhalten. Sie machen einen nachdenklich. Gerade weil manche doch mit sehr viel Ironie „rüberkommen“, war das Lesen an manchen Stellen ein Vergnügen. Die Pointe einzelner Geschichten kam teilweise überraschend, ab und an war sie vorauszusehen.

Fazit:
Mich hat das Buch gut unterhalten, aber auch an manchen Stellen sehr nachdenklich gemacht. Gerade diese Kurzgeschichten sind bestens geeignet sie in der Bahn zu lesen, ab und an schleicht sich dann ein Lächeln über das eigene Gesicht und die Mitreisenden werden angesteckt….

Bewertung: ****