Eigentlich wollte ich mich selbst entfalten (Mimi Fiedler)

Mit viel Herz, aber ….

 

Die Schauspielerin Mimi Fiedler hat ihr Herz auf der Zunge, sie wirkt manchmal überdreht und kindlich, im Grunde ihres Herzens ist sie eine ganz normale Frau über Vierzig, was ihr doch sehr zu schaffen macht(e). Den Titel finde ich gelungen und ansprechend.

Beschreibung des Buches:
„Eigentlich wollte ich mich selbst entfalten“ von Mimi Fiedler ist 2020 als Taschenbuch im Knaur Verlag mit 197 Seiten erschienen. Auf dem Titelbild zeigt sich die Autorin selbst mit einem fröhlichen Gesicht.

Kurze Zusammenfassung:
Mimi Fiedler gibt Einblick in ihr (Seelen)leben. In 20 Kapiteln mit lustigen Überschriften geht es in diesem Buch um Mimis Leben jenseits der Vierzig, aber auch um ihre Kindheit, Freundschaft, Familie und Karriere.

Mein Leseeindruck:
Mimi hadert mit ihrem Alter, denn das hat bereits Spuren hinterlassen. Mit ihren 44 Jahren hat sie schon einiges erlebt und lässt uns beim Lesen daran teilhaben.

Mit ihrer recht eigentümlichen lockeren Ausdrucksweise bekommen wir Einblicke in ihre Kindheit, das Leben im Rhein-Main-Gebiet, Schulzeit und in ihr Schauspielleben. Dabei wirken manche Erlebnisse doch etwas übertrieben dargestellt  – oder flunkert sie an der ein- oder anderen Stelle?

Man nimmt es ihr zumindest nicht übel. Das Buch ist witzig und wirkt authentisch. Man erlebt Mimi fast wie eine gute Freundin, mit der man sicherlich gut „Pferde stehlen kann“ und die bei einem Kaffee aus ihrem Leben plaudert – leicht derb und spontan.

Manche peinlichen Situationen hat sie sicherlich genau so erlebt, denn sie scheint vieles aus dem Bauch heraus zu entscheiden und zu tun.

Es sind die Ängste, die die meisten Frauen in ihrem Alter haben. Mimi nimmt sie mit einem Augenzwinkern aufs Korn, versucht sich jünger zu machen als sie ist und hofft dadurch, noch einen Mann abzubekommen. Zumindest scheint dies auch ein roter Faden in ihrem Buch zu sein – und gelungen zu sein, wie man recherchieren kann.

Fazit:
Ein Buch für Frauen, die über ihr Alter schmunzeln können, so wie es Mimi macht. Mit Humor und Witzigkeit lässt sich fast jede peinliche Situation meistern, wenn man das Herz auf dem „richtigen Fleck“ hat und authentisch ist.

Bewertung: *** von *****

Frische Brise auf dem Sommerdeich (Katja Just)

Alltag und besondere Erlebnisse auf Hallig Hooge – Bewahrung der Brauchtümer

1987 habe ich die Hallig Hooge im Rahmen eines Bildungsurlaubs besucht. Es war einfach ein prägendes Erlebnis, aus diesem Grund habe ich dieses Buch gelesen.

Beschreibung des Buches:
„Frische Brise auf  dem Sommerdeich“ ist 2019 bei Edel Germany als Taschenbuch mit 238 Seiten erschienen. Auf dem Titelbild sieht man die Autorin Katja Just (und heutige Bürgermeisterin von Hallig Hooge).

Kurze Zusammenfassung:
Es ist schon das zweite Buch, das Katja Just über Hallig Hooge schreibt. Sie ist vor 20 Jahren aus München auf diese Hallig gekommen und hat das Leben dort lieben gelernt. Im Juni 2018 ist sie sogar zur Bürgermeisterin gewählt geworden. Über das Leben auf dieser Hallig erzählt sie in diesem Buch. Es ist bereits ihr zweites Buch über ihr Leben auf der Hallig.

Die 16 Kapitel werden immer mit einem passenden schwarz/weiß Foto eingeleitet.

Mein Leseeindruck:
Die Autorin nimmt mich mit auf eine Reise auf die Hallig. Sie erzählt sehr authentisch von ihrem nicht ganz alltäglichen Leben auf der Hallig.

Man fühlt sich wohl beim Lesen. Katja Just ist in den vergangenen 20 Jahren vom Stadtkind zu einer Einheimischen geworden. Sie liebt das Leben „auf dem Land“ und vermittelt es in all seinen Facetten. Da gibt es die wunderbaren Begegnungen mit Gästen und Einheimischen, aber auch die weniger schönen Erlebnisse.

Man kann beim Lesen eintauchen in die Ruhe, das beschaulichere Leben, den Wind und das Meer spüren. Katja Just legt besonderen Wert auf die Vermittlung und den Erhalt der Brauchtümer der Hallig.

Besonders schön ist die Geschichte von einem kleinen Jungen, der Angst im Dunkeln hatte. Katja Just hat ihn einfach auf eine Nachtwanderung mitgenommen, ihm den klaren Nachthimmel mit seinen Sternen gezeigt, den man in so mancher Großstadt durch die Lichtverschmutzung einfach nicht mehr so erleben kann.

Das Buch gibt einen wunderbaren Eindruck vom Leben auf einer Hallig wieder, nicht alles glänzt, aber wer eine Hallig einmal lieben gelernt hat, der kommt nicht wieder davon weg.

Fazit:
Wer schon einmal eine Hallig besucht hat, der wird mit Erinnerungen geweckt. Wer eine Reise auf Hallig Hooge plant, der bekommt einen lebendigen Eindruck vom Halliggeschehen und kann sich wunderbar (träumend) darauf vorbereiten.

Bewertung: ***** von *****

Dich hat der Esel im Galopp verloren (Ellen Schwiers mit Marte von Have)

Erinnerungen einer großen Theater- und Filmschauspielerin – Blick hinter die Kulissen

Mit Theater verbinde ich Freude, Lehre, Unterhaltung und Austausch bei Gesprächen nach dem Besuch eines Theaterstücks. Seit mehr als 35 Jahren habe ich ein Theaterabonnement und schon viele interessante Aufführungen gesehen, Ellen Schwiers leider nie live erleben können.

Beschreibung des Buches:
Die Lebenserinnerung „Dich hat der Esel im Galopp verloren“ von Ellen Schwiers ist im Verlag „neues leben“ 2019 als Hardcover erschienen. Das Buch hat 255 Seiten. Auf dem Titelbild sieht man einen entspannt blickende Ellen Schwiers.

Kurze Zusammenfassung:
Ellen Schwiers erzählt in über 30 Kapiteln von ihrer Kindheit, den Eltern, Krieg und Flucht, Nachkriegszeit, Liebe, Theater- und Filmleben, Tourneen, Familie. Im Buch findet man auch zahlreiche Privatfotos der Schauspielerin. Die Biografie ist in Zusammenarbeit mit ihrer Nichte Marte von Have entstanden.

Mein Leseeindruck:
Mich hat diese Biografie sehr beeindruckt. Sie ist schonungslos, ehrlich und bewegend. Besonders das Kapitel über Ellen Schwiers Sohn Daniel, der mit Anfang 20 verstorben ist, ist mir sehr nahe gegangen.

Ellen Schwiers lässt uns ganz nahe in ihr Leben und das ihrer Familie blicken. Eine Theaterfamilie durch und durch. Geprägt vom Vater kann sie eigentlich nur Schauspielerin werden, hat sie doch schon in jungen Jahren das Theaterflair hautnah erlebt und lieben gelernt.

Auch wenn die Familie und mit ihr Ellen Schwiers während der Kriegsjahre und danach viele Entbehrungen auf sich nehmen musste, so blieb sie sich immer treu.

Beeindruckend finde ich auch die Beschreibungen der verschiedenen Filmdrehs und Theaterproben mit manchmal schwierigen Regisseuren, Intendanten oder Darstellern.

Diese Biografie lässt den Leser hinter die Kulissen des Theater- und Filmgeschäftes blicken, für einen Theaterfan, wie mich, ein toller Lese“genuss“.

Fazit:
Eine beeindruckende Frau und Schauspielerin, ein Blick hinter die Kulissen des Filmgeschäfts und Theater – und  – gelebte Geschichte. Sehr empfehlenswert!

Bewertung: ***** von *****

Gebrauchsanweisung für Pferde (Juli Zeh)

Ein Leben mit und für die Pferde – Pferdewissen authentisch vermittelt

Ich mag die Reihe „Gebrauchsanweisung für“ des Piper-Verlags. Mittlerweile habe ich die Bücher über Leipzig, Berlin, Frankfurt am Main und über das „Lesen“ gelesen.

Pferde üben auf mich eine besondere Anziehungskraft aus…

Die Autorin Juli Zeh hat schon einige Romane geschrieben, die auf den Bestseller Listen landeten. Bisher habe ich noch keinen Roman von ihr gelesen, sie aber in einem Interview auf der Frankfurter Buchmesse erleben können – eine interessante Frau, die demnächst als ehrenamtliche Verfassungsrichterin am Landesverfassungsgericht Brandenburg arbeiten wird.

Beschreibung des Buches:
„Gebrauchsanweisung  für Pferde“ ist 2019 als Taschenbuch im Piper-Verlag erschienen. Das Buch hat 224 Seiten. Ich habe die E-Book-Variante gelesen. Auf dem Titelbild sieht man ein Pferd.

Kurze Zusammenfassung:
Juli Zeh beschreibt in ihrem Buch ihr Leben mit Pferden, erst als junges Mädchen, später als Frau, die ihre eigenen Pferde besser verstehen und mit ihnen Leben und Arbeiten will. Am Ende des Buches gibt es statt eines Nachwortes noch ein Glossar.

Mein Leseeindruck:
Dieses Buch ist sehr authentisch geschrieben. Juli Zeh vermittelt in ihren Kapiteln „Pferdemädchen“, „Der Traum vom eigenen Pferd“, „Das eigene Pferd“ oder im Kapitel „Pferd und Geld“  mit ihren ganz eigenen Erfahrungen das Leben mit Pferden.

Gerade weil sie von ihren eigenen Erfahrungen berichtet, hat mir dieses Buch sehr gut gefallen. Die Beschreibungen sind realistisch und gut nachvollziehbar. Man bekommt reichlich Informationen als auch Erlebnisberichte aus erster Hand.

Wie die Autorin sich mit ihren eigenen Pferden beschäftigt, dass sie sich auch noch zu einer „Pferdeversteherin“ ausbilden lässt, hat mir imponiert.

Das Buch hat mir einen neuen Eindruck vom Leben mit Pferden vermittelt. Bisher hatte ich nur während Ferien- (als Kind) und Urlaubsreisen intensiven Kontakt zu Pferden, habe aber über das Verhalten von Pferden dann wenig gelernt. Mit diesem Buch versteht man Pferde und das Miteinander mit ihnen viel besser.

Dieser Satz am Ende des Buches hat mich nachdenklich gemacht:
„Identität ist eine Geschichte, die in Vergangenheit und Zukunft spielt. Sie handelt davon, wo man herkommt, was man erlebt hat, was einem zusteht, wie viel man noch erreichen kann. Im jeweils gegenwärtigen Moment sind solche Fragen bedeutungslos.“

Fazit:
Wer sich für Pferde interessiert, aber noch nicht viel über das Wesen, den Umgang und die Pflege über diese Tiere gelesen hat, der findet in diesem Buch „Antworten“. Mir haben die Informationen, die ich aus diesem Buch herauslesen konnte sehr geholfen, mir ein neues Bild von Pferden und „Reitern“ zu machen.

Bewertung: ***** von *****

Der Lack ist ab (Kai Wiesinger)

Amüsant, authentisch und humorvoll – kurzweilig

Und schon wieder feiert man im Freundeskreis einen Geburtstag > 50…da kommt dieses Buch doch sehr gelegen.

Mich hat mal wieder der Blick auf die Neuanschaffungen unserer Bücherei zu diesem Buch greifen lassen. Außerdem hatte ich im Vorfeld schon den Autor und Schauspieler Kai Wiesinger in Talkshows von seinem Buch erzählen hören und war neugierig geworden, zumal er im gleichen Jahr wie ich geboren ist. Nein, ich bin kein Mann, bin aber mit einem Mann gleichen Baujahres verheiratet…;-)

Lustig fand ich gerade bei meiner Recherche, dass das Buch z.Z. (03.10.2019) auf Nr. 3 der „Soft Skill Bücher“, Nr. 1 der „Alles über Sex“ Bücher und Nr. 2 bei den „Sexratgeber für Männer“ platziert ist (Quelle: Amazon Bestseller-Rang). Das hat mich doch etwas überrascht und schmunzelnd zurück gelassen…

Beschreibung des Buches:
„Der Lack ist ab“ von Kai Wiesinger ist 2019 mit 224 Seiten als Taschenbuch im Fischer Verlag erschienen. Auf dem Titelbild sieht man den Autor Kai Wiesinger selbst. Er schaut etwas finster – und scheint sich zu fragen, was das Leben jenseits der 50 noch so zu bieten hat.

Kurze Zusammenfassung:
Das Buch ist in drei Hauptkapiteln („Der körperliche Verfall“, „Die erloschene Leidenschaft“ und „Gedanken zur Torschlusspanik“) einem Vorwort und ein paar Worten zum Schluss aufgeteilt. Auf einigen Seiten gibt es kleine Skizzen aus dem Alltag von Kai Wiesinger. Zusätzlich findet man zuweilen noch Fakten oder Experten-Tipps zum jeweiligen Kapiteln.

Mein Leseeindruck:
Irgendwie hat mir der Titel des Buches gefallen, außerdem sehe ich Filme mit Kai Wiesinger gern. Ich habe das Buch fast in einem Stück beim Bahnfahren und als „Einschlaflektüre“ (was nicht heißt, dass ich dabei eingeschlafen bin) gelesen.

Es ist sehr kurzweilig geschrieben, Wiesinger gelingt es, mit ganz normalen Familien- und Alltagsszenen, einen zum Schmunzeln zu bringen, gerade dann, wenn einem manches doch sehr aus dem eigenen Alltag bekannt vorkommt.

Seine Beschreibungen sind dabei so amüsant, dass man eigentlich permanent ein Lächeln im Gesicht hat – was den Partner, der einem beim Lesen beobachtet, manchmal dazu veranlasst, ein erstauntes Gesicht zu machen. (Gerade hat er neugierig schon mal im Buch geblättert…)

Mir hat die Zusammenstellung der Themen in diesem Buch sehr gut gefallen – nein, Sex ist nicht das Hauptthema, viel gibt es zu sagen über Krankheiten und den altersbedingten körperlichen Verfall – und wie Kai Wiesinger damit umgeht, welche Tipps er sich von wem holt.

Die Mischung aus Humor und Fakten machen den Schreibstil dieses Buches aus. Es ist informativ, es gibt Tipps, aber all das ohne zu Belehren.

Auf alle Fälle ist das Buch anregend, sich mit dem eigenen Leben, vielleicht neuen Lebensinhalten, zu befassen. Andere Menschen im gleichen Alter haben ähnliche „Beschwerden“, „Sehnsüchte“ oder „Alltagsstress“ wie man selbst – und trotzdem ist der Lack noch lange nicht ab. Man kann ja hier und da ein wenig nachhelfen – aber dann richtig!

Fazit:
Ein Buch nicht nur für Männer, denn auch Frauen wollen wissen, wie Männer ticken! Mal wieder ein Geschenktipp für Menschen, die im Alter mehr Negatives als Positives sehen, vielleicht kann man ihnen mit diesem Buch zumindest beim Auspacken ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Bewertung: **** von *****

Tagebuch eines Buchhändlers (Shaun Bythell)

Wenig Spannung – Alltagsgeschichten – Lesetipps

Der Titel hat mich neugierig gemacht, helfe ich doch seit ein paar Wochen in einer Buchhandlung aus…

Beschreibung des Buches:
„Tagebuch eines Buchhändlers“ ist 2019 als Taschenbuch im btb-Verlag erschienen. Das Buch  hat 446 Seiten.  Das Cover zeigt ein Haus mit vielen geöffneten Fenstern. Hier sieht man in allen Räumen Bücherregale. Im unteren Teil des Hauses ist die Buchhandlung angesiedelt. Die Menschen, die man sieht, beschäftigen sich fast alle mit einem Buch.

Kurze Zusammenfassung:
Der Autor Shaun Bythell hat über ein Jahr lang ein Tagebuch über den Alltag in seiner antiquarischen Buchhandlung in Wigtown UK geschrieben. Jeder Monat wird mit einem Zitat von George Orwell eingeleitet (aus „Erinnerung an eine Buchhandlung“, 1936). Das Buch wurde aus dem Englischen übersetzt (Originaltitel: „Diary of a Bookseller“).

Mein Leseeindruck:
Die Zitate von George Orwell haben mir schon einmal gut gefallen, die Statistik zu Beginn jedes beschriebenen Tages (Online-Bestellungen, Gefundene Bücher) konnte ich hingegen nicht so ganz einordnen, hier fehlte mir tatsächlich ein Vergleich zu einer vergleichbaren Buchhandlung. Am Ende jedes Tages hat der Autor noch die Anzahl der Kunden und seine Einnahmen vermerkt. Auch hier fehlt mir eine entsprechende Vergleichsmöglichkeit, um diese Zahlen einordnen zu können.

Die Tagesbeschreibungen sind zwar in der Regel recht abwechslungsreich, besonders, wenn der Autor von seinen Entdeckungen/Sammlungseinkäufen bei Privatpersonen berichtet. Man bekommt einen interessanten Einblick in das Leben eines Buchhändlers, der hier auf besondere Weise gefordert ist, da er nicht nur seinen Buchladen betreibt, sondern auch noch auf Plattformen seine antiquarischen Bücher vertreibt und hier immer wieder besondere Dinge erlebt. Allerdings fehlt mir im gesamten Buch die gewisse Spannung.

Seine Mitarbeiter/innen, Freunde und Bekannte bekommen in diesem Tagebuch auch gebührenden Platz, sie sind zuweilen etwas skurril, was das Tagebuch dann doch ein wenig lebendig macht.

Toll sind die vielen Buchtipps, die sich so ganz nebenbei „in den Tag schleichen“.

Fazit:
Ich habe an diesem Buch ziemlich lange gelesen, da es mich nicht ganz so in seinen Bann zog, es fehlte mir die Spannung und das echte Leseerlebnis. Zumindest informativ ist es – Lesetipps und Alltagsbeschreibungen eines Buchhändlers.

Bewertung: *** von *****

Düstenbrook (Axel Milberg)

Biografischer Roman

Axel Milberg ist Schauspieler, geboren in Kiel, aufgewachsen in Düsternbrook. Mir ist er hauptsächlich bekannt aus dem Tatort als Kommissar Klaus Borowski.

Beschreibung des Buches:
„Düsternbrook“ von Axel Milberg ist 2019 als Hardcover mit 280 Seiten im Piper Verlag erschienen. Auf dem (vergilbten) Titelfoto ist (wahrscheinlich) Axel Milberg als kleiner Junge mit einem orange farbenem Luftballon zu sehen. Das Bild stammt aus seinem Archiv.

Kurze Zusammenfassung:
Dieser Roman umfasst autobiografische Inhalte, so wird Axel Milbergs Kindheit zum zentralen Thema dieses Buches bis zur Schauspielausbildung in München.

Mein Leseeindruck:
Axel Milberg kann erzählen. Seine Sätze sind witzig, manchmal kurz und prägnant. Der Roman ist in kurze knackige Kapitel aufgeteilt. Eine zeitliche Abfolge konnte ich nicht ganz erkennen. Irgendwie hat man den Eindruck, die Kapitel sind in sich abgeschlossen und bauen nicht unbedingt aufeinander auf.

Das Aufwachsen in einem kleinen Dorf mit seinen zuweilen skurrilen Einwohnern und Familienmitgliedern beschreibt er in einer sehr humorvollen Art. Was hier Fiktion oder autobiografisch ist, erschließt sich einem nicht ganz.

Das Leben in den Sechziger und Siebziger Jahre des heranwachsenden Axel hat nicht unbedingt Höhepunkte. Man erlebt beim Lesen eher das Alltägliche in dieser Zeit: Ein wohlsituiertes Elternhaus, gymnasiale Ausbildung, Tennis- und Segelverein, aber auch die Menschen im Ort wie den Bäcker oder die Gemüsehändlerin.

Mutter Milberg ist Ärztin, aber auch Hausfrau und gestresste Mutter. Sie wirkt eher pragmatisch und manchmal wenig liebevoll. Während der Großvater Gutsbesitzer ist, wachsen die Kinder der Familie Milberg im Villenviertel von Kiel auf.

Der Roman zeigt, wie ein Kind aus gutbürgerlichem Elternhaus letztendlich den Weg zur Schauspielschule findet, was ihn antrieb, wer sein Potential schon frühzeitig erkannte.

Mir haben die besonderen Höhepunkte in diesem Roman gefehlt. Ich habe das Buch aufgrund seines knackigen Schreibstils und den kurzen Anekdoten dann doch schnell fertig gelesen, blieb aber etwas ratlos zurück: „Biografie oder doch Roman?“

Fazit:
Ein Roman mit autobiografischen Zügen, bei dem nicht klar wird, was Fiktion oder was tatsächlich so passiert ist. Kann man lesen, wenn man Axel Milberg Fan ist – muss man aber nicht.

Bewertung: *** von *****

Becoming (Michelle Obama)

Tolle Stimme – interessante Biografie

Ich habe mich mal wieder an ein Hörbuch getraut, allerdings fällt es mir schwer, ein Hörbuch konzentriert zu hören, d. h. es gelingt mir nur am besten in der Bahn oder aber tatsächlich beim Kochen, hierbei habe ich am liebsten zugehört.

Beschreibung des Buches:
„Becoming“ ist 2018 als Hörbuch im „der Hörverlag“ mit 2 CDs (19 Stunden und 3 Minuten) erschienen. Auf dem Cover ist Michelle Obama abgebildet. Gelesen wird das Buch von Katrin Fröhlich. Es handelt sich um eine ungekürzte Ausgabe.

Kurze Zusammenfassung:
Michelle Obamas Lebensgeschichte von frühester Kindheit bis zu ihrem Leben an der Seite des Präsidenten der USA, Barack Obama.

Mein Höreindruck:
Die Stimme von Katrin Fröhlich ist sehr angenehm, man kann sich hier gut Michelle Obama vorstellen, die hier ihre Lebensgeschichte erzählt.

Michelle Obama ist eine sehr interessante Frau. „Was willst Du einmal werden?“ (Becoming) wird sie als Kind gefragt. „Ärztin“, ihre Antwort. Doch im Laufe ihres Lebens entscheidet sie sich für ein Jurastudium. Während einer ihrer Berufsstationen in einer Kanzlei lernt sie ihren heutigen Mann, Barack Obama, kennen. Noch ist sie sein Mentor, doch das ändert sich rasant.

Während man im ersten Teil (1. CD) von Michelles Aufwachsen in einer behüteten Familie mit Eltern und Großeltern erfährt – ihren Ausbildungen und ersten Berufsstationen. So wird man im 2. Teil „Zeuge“ von Barack Obamas Aufstieg mit dem Rückhalt der Familie.

Ich habe gerne zugehört, viel Neues und Interessantes aus dem Leben der Präsidentenfamilie erfahren, einen Einblick in das politische System der USA bekommen – und vom Leben einer sehr ehrgeizigen und strebsamen Frau erfahren, die bei allem, was sie erreicht und erlebt immer „auf dem Boden geblieben“ ist.

Fazit:
Dieses Buch kann man tatsächlich als Hörbuch genießen, gute Stimme, ungekürzte Fassung des Buches. Eine wunderbare Reise durch die Zeit und das Leben von Michelle Obama.

Bewertung: ***** von *****

Wollt ihr Musik, oder was? (Oliver Zils)

Ein Muss für Rodgau Monotones Fans

Ich weiß es noch genau, es waren die Jahre 1984 und 1985, wir waren auf Fahrten zum Zeltlager, da wurde im Bus die hessische „Nationalhymne“ „Die Hesse komme!“ gespielt. Auch „Volle Lotte!“ und „St. Tropez am Baggersee“ waren die großen Hits, die in diesen Sommern gerade in unserer Ferienfreizeit mit den Jugendlichen rauf und runter gespielt wurden. Seitdem sind die Rodgau Monotones für mich als Hessin Kult.

Beschreibung des Buches:
„Wollt Ihr Musik, oder was?“ ist 2018 im Societäts-Verlag als großformatiges Hardcover mit 175 Seiten erschienen. Auf dem Titelbild ist Raimund „Ray“ Salg mit seiner Gitarre abgebildet, er gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Band.

Kurze Zusammenfassung:
Autor und leidenschaftlicher Musiker Oliver Zils hat in seinem Buch die Geschichten hinter der Band und eigene Erinnerungen zusammengestellt. Neben zahlreichen Fotografien, besonderen Dokumenten und einer Diskografie findet man in diesem Buch auch besondere Portraits der Bandmitglieder.

Mein Leseeindruck:
Man kann mich nicht als absoluten Fan der Rodgau Monotones bezeichnen, so kann ich auch nicht die einzelnen Bandmitglieder benennen bzw. den Jahren zuordnen, in denen sie Teil der Band waren. Trotzdem sind die Rodgau Monotones ein Teil meiner Jugend. Und auch noch heute werden bei Feiern in unserem Freundeskreis ihre bekanntesten Lieder gespielt.

Wenn man dieses Buch in Händen hat, dann muss man es erst einmal durchblättern. Hier bleibt man bei den zahlreichen Fotodokumenten hängen, verweilt z.B. beim Kinderbild von Henni Nachtsheim, beim Badewannenfoto, das für ein Cover erstellt wurde oder studiert den Plan der Proberäume, die die Band in den vergangenen 40 Jahren in Benutzung hatte.

Auch die „Meinungs-Matrix“ der Bandmitglieder, die sich hier gegenseitig „beurteilen“, lässt einen beim Blättern stoppen und schmunzeln („Eigentlich lieb, aber man muss vorsichtig sein“, „Eine außerirdische Lebensform“ oder „Fahrrad-Artist“).

Es sind auch die fotografisch festgehaltenen alten Schriftstücke, Plakate und Eintrittskarten, die dieses Buch zu einer besonderen Dokumentation über die Band machen.

Ich habe in diesem Buch sehr vieles über die Rodgau Monotones erfahren, was ich bisher nicht wusste: Eine kleine Zeitreise mit der hessischen Kultband, die mir beim Lesen und Anschauen der Fotos manch schöne Erinnerungen beschert hat.

Fazit:
Ein besonderes Muss für Fans der Rodgau Monotons oder für die, die es noch werden wollen. Eine Zeitreise für (echte) Hessen 😉

Bewertung: ***** von *****

Mit kleinem Gepäck (Tamina Kallert)

Hinter den Kulissen der Sendung „Wunderschön“

Die Sendung  „Wunderschön“ im WDR bietet regelmäßig gute Urlaubsideen und –vorbereitungen. Im Wechsel mit anderen Moderatoren führt hier Tamina Kallert durch die Sendung und zu den wunderschönen Reisezielen. Tamina Kallert hat als Reisejournalisten schon mehr als 70 Länder und Regionen bereist.

Beschreibung des Buches:
„Mit kleinem Gepäck“ ist 2018 mit 224 Seiten als Hardcover im Gütersloher Verlagshaus erschienen. Auf dem Titelbild sieht man ein Portrait der Autorin Tamina Kallert.

Kurze Zusammenfassung:
In 9 Kapiteln erzählt Tamina Kallert aus ihrem vielfältigen und eindrucksvollem beruflichen Reiseleben.

Mein Leseeindruck:
Das Buch lässt sich gut während einer „absoluten Bettruhe“ lesen, wenn man sich völlig entspannen will (für mich ist das Lesen Entspannung pur, das sehr gut zur Genesung von Krankheiten beiträgt).

Der lockere Erzählstil der Autorin ließ bei mir manches Mal richtige Urlaubsstimmung aufkommen, ab und an liest sich das Buch allerdings eher wie eine Biografie.

Dabei sind die Kapitel nicht chronologisch aufgebaut. Hier erzählt die Autorin Anekdoten von ihren zahlreichen Reisen. Ab und an habe ich aus lauter Neugierde in den ein- oder anderen Beitrag in der Mediathek reingeschaut.

Neben den Reisegeschichten erfährt man als Leser auch einiges über den Werdegang der Autorin und über ihre ganz besonderen Befindlichkeiten während so mancher Reise. Natürlich gibt es auch viele Blicke hinter die Kulissen einer solchen Sendung. Gerade die Kameramenschen haben hier eine besondere Aufgabe zu leisten. So werde ich künftig Reisesendungen mit ganz anderen Augen anschauen.

Ein wenig haben mich die Sprünge (auch in den einzelnen Kapiteln) gestört. Ich hätte einen chronologischen Aufbau des Buches bevorzugt.

Fazit:
Wer gerne reist, der schaut sicherlich auch gerne Reisesendungen. Hier bekommt man einen Blick hinter die Kulissen und erfährt, wie die Autorin zu ihrer tollen Aufgabe, die Reisesendung „Wunderschön“ zu moderieren (macht sie seit 2004), kam und was das Reisen für sie bedeutet.

Bewertung: *** von *****