Endlich noch nicht angekommen (Désirée Nosbusch)

Fesselnde Biografie – Generation Baby-Boomer

Mit Désirée Nosbusch im Fernsehen bin ich aufgewachsen. Besonders beeindruckt hat sie mich in der Serie „bad banks“ als leicht ergraute Investmentbankerin Christelle Leblanc. Zudem gehören wir beide der gleichen Generation an.

Beschreibung des Buches:
„Endlich noch nicht angekommen“ von Désirée Nosbusch ist im ullstein Verlag 2022 als Hardcover mit 342 Seiten erschienen, ich habe das eBook gelesen.

Auf dem Cover ist Désirée Nosbusch abgebildet.

Kurze Zusammenfassung:
Als Teenager machte sich Désirée Nosbusch bereits einen Namen als Radiomoderatorin. Es folgte eine Schauspielausbildung in New York und zahlreiche Einsätze als Moderatorin und als Schauspielerin in Filmen und Theatern. Mit ihren beiden Kindern lebte sie mehr als 27 Jahre in Los Angeles.

Mein Leseeindruck:
Es hat ein paar Seiten gedauert bis ich mit diesem Buch warm wurde. Irgendwie musste ich mich erst einmal in das Buch einlesen.

Nachdem mich das Buch in seinen Bann gezogen hatte, konnte ich es fast nicht mehr weglegen. Es sind die vielen Anekdoten und Gedanken an die Désirée Nosbusch die Leserschaft teilhaben lässt. Gerade weil sie in der gleichen Zeit aufgewachsen ist wie ich, kann ich mich an vieles, was sie aus ihrer Jugend zu erzählen hat, sehr gut erinnern.

So manches aus ihrem Leben und Arbeitsfeldern war mir bisher nicht bekannt. Ich sehe sie jetzt mit ganz anderen Augen – eine Frau, die endlich da angekommen ist, wo sie eigentlich mit ihrer Schauspielausbildung hin wollte.

Dass Frau Nosbusch in so vielen Produktionen als Schauspielerin mitgewirkt hat, war mir so nicht bekannt. Ich habe sie hauptsächlich als mehrsprachig begabte Moderatorin wahrgenommen.

Besonders haben mich die Ausführungen zum Dreh der Filmserie „bad banks“ beeindruckt, bei dieser Serie war ich selbst als Komparsin an zwei Drehtagen dabei.

Fazit:
Eine fesselnde Biografie, die gerade für die sogenannten „Babyboomer“ sicherlich sehr interessant ist zu lesen. Mir hat das Buch sehr gut gefallen.

Bewertung:
***** von *****

Sonnenseite (Roland Kaiser, Sabine Eichhorst)

Authentisch, kurzweilig, spannend

Ich muss zugeben, erst die letzten Jahre ist mir Roland Kaiser durch seine Präsens mit eigenen Konzerten im Fernsehen und seine Moderationen wieder aufgefallen. Ein Schlagerfan war ich eigentlich noch nie, aber meine Mutter hatte vor über 40 Jahren LPs von ihm, so kenne ich auch die alten Lieder.

Beschreibung des Buches:
Die Autobiographie „Sonnenseite“ von Roland Kaiser ist im HEYNE-Verlag 2021 als Hardcover erschienen. Das Buch hat  390 Seiten. Auf dem Titelbild ist Roland Kaiser mit einem nachdenklichen, aber entspannten Blick zu sehen.

Kurze Zusammenfassung:
Roland Kaiser hat zusammen mit Sabine Eichhorst seine Lebensgeschichte aufgeschrieben – von der Kindheit über seine ersten Schritte als Sänger, Produzent und Spielesendungen-Entwickler erfährt man auch Geschichtliches aus dem zunächst geteilten, dann wieder vereinigten Deutschland.

Mein Leseeindruck:
Zuerst habe ich mir die zahlreichen schwarz/weiß als auch farbigen Fotos angeschaut. Auch das mag ich an solchen Biografien und an einem gedruckten Buch. Fotos fehlen meist bei einem E-Book – und das Blättern darin entfällt auch.

Mir hat die sehr authentische Art gefallen, in der dieses Buch verfasst ist. Die Erzählungen aus sehr jungen Kindheitsjahren als auch die sehr intensive Beschreibung seiner Lungenkrankheit und letztendlich der Operation, haben mich sehr berührt.

Aber auch wie Roland Kaiser eigentlich zum Singen kam und als Schlagersänger Fuß in diesem Genre gefasst hat, hat mich erstaunt und war spannend zu lesen.

Gerade weil Roland Kaiser im westlichen Teil Berlins aufgewachsen ist, sind seine Erlebnisse mit der DDR, Grenzübergängen und Auftritten in Ost-Berlin für mich sehr interessant zu lesen.

Ich habe Roland Kaiser als sehr nachdenklichen Menschen durch diese Biografie „kennen gelernt“. Sein soziales Engagement für die verschiedensten Stiftungen beeindruckt mich, seine Sicht auf manche politische Entscheidungen kann ich in vielen Fällen teilen.

Das Buch ist nicht nur eine Reise durch Roland Kaisers Leben, sondern auch eine Reise jüngster deutscher Geschichte, erlebt von einem West-Berliner (auch wenn er mittlerweile an verschiedenen Orten Deutschlands zuhause ist.

Fazit:
Diese „Reise“ hat mir gefallen. Das Buch ist sehr authentisch und hat mich sehr berührt. Nicht nur Schlagerfans kommen hier auf ihre Kosten…

Bewertung: ***** von *****

Bauchgefühl und Gottvertrauen (Guido Cantz)

Interessante Einblicke in das Leben eines humorvollen Unterhalters

Ich muss zugeben „Verstehen Sie Spaß!“ haben wir in den letzten Jahren tatsächlich auch gerne gesehen, weil Guido Cantz die Sendung moderiert hat. Er macht(e) das auf eine sehr nette, humorvolle, aber nie verletzende Art.

Beschreibung des Buches:
„Bauchgefühl & Gottvertrauen“ ist 2021 im Bonifatius Verlag als Hardcover erschienen. Das Buch hat 255 Seiten. Auf dem Titelbild sieht man das Spiegelbild von Guido Cantz – ein lachender Mann mit einem Schminkpinsel als Mikrofon in der Hand…

Kurze Zusammenfassung:
Guido Cantz ist 50 Jahre alt geworden und hat die Corona-Zeit genutzt ein Buch über sein Leben zu schreiben. Dabei erzählt er von seinen Anfängen auf der Bühne, seinen ersten Fernsehauftritten und gibt auch Einblicke in sein Familienleben.

Mein Leseeindruck:
Guido Cantz hat hier einen sehr kurzweiligen und sehr authentischen Einblick in sein Leben gegeben. Sein ganz besonderer Humor hat ihn zu Beginn seiner Karriere auf die Bühne im Karneval gebracht. Schon als Kind fiel er durch ein gewisses Entertainment in bei Familienzusammentreffen auf.

Die ersten Jahre waren eine echte Ochsentour. Da werden an einem Abend gleich mehrere Kurzauftritte geplant und man muss von Veranstaltung zu Veranstaltung reisen. Die beschriebenen Szenen, wie Cantz das Mithilfe eines guten Freundes bewerkstelligte, sind spannend und lustig zugleich beschrieben.

Man nimmt diesem Mann ab, dass er mit Herzblut als auch großer Professionalität an all seine Auftritte geht. Dabei geht es ihm darum, die Menschen zu unterhalten, aber niemanden persönlich bösartig vorzuführen.

Mir haben die Ausflüge „hinter die Kulissen“ sehr gut gefallen. Ganz persönlich wird Guido Cantz als es um die Planung und Ausführung seines Heiratsantrages geht. Auch die Beschreibungen seiner fußballerischen „Laufbahn“ und die damit verbundenen Erlebnisse haben mir gefallen.

Sein „Gottvertrauen“ hat sich Cantz auch heute noch bewahrt, er ist gläubiger Christ.

Fazit:
Kurzum: Ein kurzweiliges und authentisches Buch, das ich gerne gelesen habe.

Wer den blonden Moderator von „Verstehen Sie Spaß?“ mag, der erfährt hier, wie aus einem leidenschaftlich im Team Fußball spielenden, humorvollen jungen Mann, der gelernt hat die Karnevalbühne zu unterhalten, ein sympathisches Gesicht des Fernsehens wurde.

Bewertung: ***** von *****

Die guten alten Zeiten sind jetzt (Isabel Varell)

Kurzweilig, interessant, authentisch

Ich lese gerne sogenannte Biografien. Isabel Varell ist mir als Moderatorin einer morgendlichen Sendung und in Talkshows als Gast in den letzten Monaten aufgefallen, ansonsten kennt man sie als Sängerin und Schauspielerin (wo sie mir weniger in Erinnerung geblieben ist, ich kenne nicht ein einziges Lied von ihr…).

Beschreibung des Buches:
„Die guten alten Zeiten sind jetzt“ von Isabel Varell ist 2021 im Piper Verlag als Taschenbuch mit 256 Seiten erschienen. Ich habe die E-Book-Variante gelesen.
Auf dem Titelbild ist die Autorin selbst auf einer schwarz/weiß Fotografie zu sehen.

Kurze Zusammenfassung:
Isabel Varell, gerade 60 geworden, schaut auf ihr Leben zurück, hier liegen besonders die letzten Jahrzehnte im Fokus. Dabei geht es u.a. um ein gelassenes Älterwerden, um ihr recht turbulentes Leben und auch um das geistige Fit-Sein und Optimismus im Alltag.

Mein Leseeindruck:
Das Buch wirkt sehr authentisch. Isabel Varell erzählt noch nie zuvor veröffentlichte Erlebnisse in ihrer ganz eigenen Art. Dabei wirken die Erzählungen sehr humorvoll und nie nachtragend.

Sie blickt mit Optimismus in die Zukunft, hat sie doch schon einiges erlebt, das sie in ihrem weiteren Leben gestärkt hat.

Mich haben besonders die Erlebnisse im Musik-Nachtclub auf Mallorca überrascht. Man fragt sich tatsächlich, warum (muss) man das machen. Frau Varell hat zumindest relativ schnell selbst erfahren (müssen), dass das nicht ihre Art der Unterhaltung ist.

Auch ihre Ausführungen über Freundschaften und hier im speziellen um den Umgang mit einer sehr aufdringlichen Freundin mit  einer völligen anderen Meinung bezüglich der Flüchtlingskrise 2015, fand ich sehr interessant.

Frau Varell wirkt mit ihren Geschichten auf mich sehr tolerant, demütig, dankbar und humorvoll, alles gespickt mit einem gesunden Optimismus und Authentizität.

Ein Mutmach-Buch für alle, die manchmal mit ihrem Leben hadern.

Fazit:
Mir hat das Buch gut gefallen, ich hatte ein paar Stunden ein schönes Lesevergnügen, weil ich das Gefühl hatte, hier spricht eine Frau, die das Beste aus IHREM Leben gemacht hat, weil sie immer mit einer Portion Neugier, Optimismus und Freude an neue Aufgabengegangen ist und geht. Das imponiert und regt in manchen Situationen zum Nachahmen an.

Bewertung: **** von *****

Frau Merian und die Wunder der Welt (Ruth Kornberger)

Portrait einer Forscherin in Romanform

Ich lese selten historische Romane, doch dieser Roman hat die Forscherin Sibylla Merian zum Thema, über die ich bisher noch nicht viel gelesen habe. Biografische Romane finde ich mittlerweile doch recht interessant…

Beschreibung des Buches:
„Frau Merian und die Wunder der Welt“ ist 2021 C.Bertelsmann Verlag als Hardcover mit 525 Seiten erschienen. Das Buch hat einen mit farbenprächtigen Pflanzen und Vögeln gestalteten Einband. Der Hintergrund ist in Mintgrün gehalten.

Kurze Zusammenfassung:
In einem Zeitraum von 12 Jahren wird hier die Geschichte der Malerin und Forscherin Sibylla Merian, die vor 300 Jahren lebte, in Romanform erzählt: Von 1691 in den Niederlanden (Amsterdam) bis zu einer Reise nach Surinam (Südamerika). Während Sibylla sich mit Insekten, hauptsächlich Schmetterlingen, und Pflanzen beschäftigt kreuzen sich immer wieder ihre Wege mit dem geheimnisvollen Jan de Jong…

Mein Leseeindruck:
Während man hier einiges über die interessante Forscherin Sibylla Merian erfährt, wird hier auch gleichzeitig eine kleine Liebesgeschichte hineingewoben. Man bekommt einen ganz besonderen Einblick in die Geschichte der Zeit des 17. Jahrhunderts, erlebt historische Personen und kann sich so in diese Zeit hineinversetzen.

Die Autorin beschreibt die Forschungsarbeiten von Sibylla sehr detailliert und in einer feinen Sprache. Man hat ein genaues Bild der künstlerischen Tätigkeiten vor Augen.

Teils ist die Geschichte spannend, sie ist aber auch in gewisser Weise unterhaltsam, wenn es um die Beziehung von Sibylla mit dem geheimnisvollen Jan geht.

Neben der fiktiven Handlung erfährt man auch einiges über das Amsterdam mit seinen so unterschiedlichen Bewohnern, das Überleben einer alleinstehenden Frau mit zwei Töchtern und die Sklavenhaltung im fernen Surinam.

Fazit:
Ich fand den Roman interessant, allerdings war er für mich an manchen Stellen etwas langatmig und es fehlte zwischenzeitlich die Spannung.

Bewertung: *** von *****

Papa, Papi, Kind – Warum Familie auch anders geht (Kevin und René Silvergieter Hoogstad)

Wunderbare Regenbogenfamilie: „Liebe ist Leben und Leben ist bunt“

Ich weiß gar nicht mehr genau, wie ich auf dieses Buch aufmerksam wurde, irgendwann ist mir Papa Kevin auf instagram „über den Weg gelaufen“ – und ich fand seinen Post/Story so interessant, dass ich das Buch lesen wollte.

Beschreibung des Buches:
„Papa, Papi, Kind“ von Kevin und René Silvergieter Hoogstad ist 2020 im mvgverlag als Taschenbuch erschienen. Es hat 249 Seiten. Auf dem Cover ist die Familie von Kevin und René in einer Zeichnung dargestellt: Papa, Papi, Sohn und Tochter.

Kurze Zusammenfassung:
Das Ehepaar Kevin und René Silvergieter Hoogstad hat in diesem Buch seine kleine Lebensgeschichte vom Kennenlernen bis hin zur Familie mit zwei Pflegekindern beschrieben.

Mein Leseeindruck:
Das ist ein sehr authentisches Buch. Kevin und René erzählen hier meist abwechselnd in 14 Kapiteln auf welchem Weg sie zu einer bunten Familie gekommen sind. Man erfährt, wie die zwei Flugbegleiter sich kennen gelernt, geheiratet und zunächst einen kleinen Jungen (vor 5 Jahren) und später ein kleines Mädchen in ihrer Familie aufgenommen haben.

Dabei erzählen sie schonungslos ihre Erlebnisse mit Freunden, Bekannten und Verwandten, aber auch die langen Wege, die es braucht, um als Pflegeeltern anerkannt zu werden. Beide haben sich sehr gut auf ihre Verantwortung vorbereitet.

Ich war von der ersten Seite an gefesselt von dem Thema Regenbogenfamilie und Pflegekinder. Es war richtig spannend zu lesen, wie die kleine Familie zusammengewachsen ist. Welche Hürden es zu überwinden gab, welche Mitspracherechte die leiblichen Eltern haben (können) und woran eine Pflegschaft eventuell scheitern kann.

Man merkt dieser Familie durch die sehr authentische Erzählung an, wie liebevoll alle miteinander umgehen, welche Verantwortung für sich selbst und vor allem für die Kinder diese zwei Papas auf sich nehmen, welche Gedanken, Ideen und Möglichkeiten sie erwägen und umsetzen, damit jedes Kind, aber auch beide Erwachsenen nicht zu kurz kommen und die Kinder individuell gefördert werden.

Man wünscht sich, dass es in allen Familien so liebevoll und kindgerecht zugeht, dass die Kinder eine liebevolle Erziehung genießen und sich in ihrer Familie geborgen fühlen können.

Fazit:
Ein Buch für alle, die offen für neue Familienkonstellationen sind, die sich als Paar für ein Pflegekind interessieren oder für alle, die einfach das bunte Leben mit ganz viel Liebe lieben.

Bewertung: ***** von *****

Eigentlich wollte ich mich selbst entfalten (Mimi Fiedler)

Mit viel Herz, aber ….

 

Die Schauspielerin Mimi Fiedler hat ihr Herz auf der Zunge, sie wirkt manchmal überdreht und kindlich, im Grunde ihres Herzens ist sie eine ganz normale Frau über Vierzig, was ihr doch sehr zu schaffen macht(e). Den Titel finde ich gelungen und ansprechend.

Beschreibung des Buches:
„Eigentlich wollte ich mich selbst entfalten“ von Mimi Fiedler ist 2020 als Taschenbuch im Knaur Verlag mit 197 Seiten erschienen. Auf dem Titelbild zeigt sich die Autorin selbst mit einem fröhlichen Gesicht.

Kurze Zusammenfassung:
Mimi Fiedler gibt Einblick in ihr (Seelen)leben. In 20 Kapiteln mit lustigen Überschriften geht es in diesem Buch um Mimis Leben jenseits der Vierzig, aber auch um ihre Kindheit, Freundschaft, Familie und Karriere.

Mein Leseeindruck:
Mimi hadert mit ihrem Alter, denn das hat bereits Spuren hinterlassen. Mit ihren 44 Jahren hat sie schon einiges erlebt und lässt uns beim Lesen daran teilhaben.

Mit ihrer recht eigentümlichen lockeren Ausdrucksweise bekommen wir Einblicke in ihre Kindheit, das Leben im Rhein-Main-Gebiet, Schulzeit und in ihr Schauspielleben. Dabei wirken manche Erlebnisse doch etwas übertrieben dargestellt  – oder flunkert sie an der ein- oder anderen Stelle?

Man nimmt es ihr zumindest nicht übel. Das Buch ist witzig und wirkt authentisch. Man erlebt Mimi fast wie eine gute Freundin, mit der man sicherlich gut „Pferde stehlen kann“ und die bei einem Kaffee aus ihrem Leben plaudert – leicht derb und spontan.

Manche peinlichen Situationen hat sie sicherlich genau so erlebt, denn sie scheint vieles aus dem Bauch heraus zu entscheiden und zu tun.

Es sind die Ängste, die die meisten Frauen in ihrem Alter haben. Mimi nimmt sie mit einem Augenzwinkern aufs Korn, versucht sich jünger zu machen als sie ist und hofft dadurch, noch einen Mann abzubekommen. Zumindest scheint dies auch ein roter Faden in ihrem Buch zu sein – und gelungen zu sein, wie man recherchieren kann.

Fazit:
Ein Buch für Frauen, die über ihr Alter schmunzeln können, so wie es Mimi macht. Mit Humor und Witzigkeit lässt sich fast jede peinliche Situation meistern, wenn man das Herz auf dem „richtigen Fleck“ hat und authentisch ist.

Bewertung: *** von *****

Frische Brise auf dem Sommerdeich (Katja Just)

Alltag und besondere Erlebnisse auf Hallig Hooge – Bewahrung der Brauchtümer

1987 habe ich die Hallig Hooge im Rahmen eines Bildungsurlaubs besucht. Es war einfach ein prägendes Erlebnis, aus diesem Grund habe ich dieses Buch gelesen.

Beschreibung des Buches:
„Frische Brise auf  dem Sommerdeich“ ist 2019 bei Edel Germany als Taschenbuch mit 238 Seiten erschienen. Auf dem Titelbild sieht man die Autorin Katja Just (und heutige Bürgermeisterin von Hallig Hooge).

Kurze Zusammenfassung:
Es ist schon das zweite Buch, das Katja Just über Hallig Hooge schreibt. Sie ist vor 20 Jahren aus München auf diese Hallig gekommen und hat das Leben dort lieben gelernt. Im Juni 2018 ist sie sogar zur Bürgermeisterin gewählt geworden. Über das Leben auf dieser Hallig erzählt sie in diesem Buch. Es ist bereits ihr zweites Buch über ihr Leben auf der Hallig.

Die 16 Kapitel werden immer mit einem passenden schwarz/weiß Foto eingeleitet.

Mein Leseeindruck:
Die Autorin nimmt mich mit auf eine Reise auf die Hallig. Sie erzählt sehr authentisch von ihrem nicht ganz alltäglichen Leben auf der Hallig.

Man fühlt sich wohl beim Lesen. Katja Just ist in den vergangenen 20 Jahren vom Stadtkind zu einer Einheimischen geworden. Sie liebt das Leben „auf dem Land“ und vermittelt es in all seinen Facetten. Da gibt es die wunderbaren Begegnungen mit Gästen und Einheimischen, aber auch die weniger schönen Erlebnisse.

Man kann beim Lesen eintauchen in die Ruhe, das beschaulichere Leben, den Wind und das Meer spüren. Katja Just legt besonderen Wert auf die Vermittlung und den Erhalt der Brauchtümer der Hallig.

Besonders schön ist die Geschichte von einem kleinen Jungen, der Angst im Dunkeln hatte. Katja Just hat ihn einfach auf eine Nachtwanderung mitgenommen, ihm den klaren Nachthimmel mit seinen Sternen gezeigt, den man in so mancher Großstadt durch die Lichtverschmutzung einfach nicht mehr so erleben kann.

Das Buch gibt einen wunderbaren Eindruck vom Leben auf einer Hallig wieder, nicht alles glänzt, aber wer eine Hallig einmal lieben gelernt hat, der kommt nicht wieder davon weg.

Fazit:
Wer schon einmal eine Hallig besucht hat, der wird mit Erinnerungen geweckt. Wer eine Reise auf Hallig Hooge plant, der bekommt einen lebendigen Eindruck vom Halliggeschehen und kann sich wunderbar (träumend) darauf vorbereiten.

Bewertung: ***** von *****

Dich hat der Esel im Galopp verloren (Ellen Schwiers mit Marte von Have)

Erinnerungen einer großen Theater- und Filmschauspielerin – Blick hinter die Kulissen

Mit Theater verbinde ich Freude, Lehre, Unterhaltung und Austausch bei Gesprächen nach dem Besuch eines Theaterstücks. Seit mehr als 35 Jahren habe ich ein Theaterabonnement und schon viele interessante Aufführungen gesehen, Ellen Schwiers leider nie live erleben können.

Beschreibung des Buches:
Die Lebenserinnerung „Dich hat der Esel im Galopp verloren“ von Ellen Schwiers ist im Verlag „neues leben“ 2019 als Hardcover erschienen. Das Buch hat 255 Seiten. Auf dem Titelbild sieht man einen entspannt blickende Ellen Schwiers.

Kurze Zusammenfassung:
Ellen Schwiers erzählt in über 30 Kapiteln von ihrer Kindheit, den Eltern, Krieg und Flucht, Nachkriegszeit, Liebe, Theater- und Filmleben, Tourneen, Familie. Im Buch findet man auch zahlreiche Privatfotos der Schauspielerin. Die Biografie ist in Zusammenarbeit mit ihrer Nichte Marte von Have entstanden.

Mein Leseeindruck:
Mich hat diese Biografie sehr beeindruckt. Sie ist schonungslos, ehrlich und bewegend. Besonders das Kapitel über Ellen Schwiers Sohn Daniel, der mit Anfang 20 verstorben ist, ist mir sehr nahe gegangen.

Ellen Schwiers lässt uns ganz nahe in ihr Leben und das ihrer Familie blicken. Eine Theaterfamilie durch und durch. Geprägt vom Vater kann sie eigentlich nur Schauspielerin werden, hat sie doch schon in jungen Jahren das Theaterflair hautnah erlebt und lieben gelernt.

Auch wenn die Familie und mit ihr Ellen Schwiers während der Kriegsjahre und danach viele Entbehrungen auf sich nehmen musste, so blieb sie sich immer treu.

Beeindruckend finde ich auch die Beschreibungen der verschiedenen Filmdrehs und Theaterproben mit manchmal schwierigen Regisseuren, Intendanten oder Darstellern.

Diese Biografie lässt den Leser hinter die Kulissen des Theater- und Filmgeschäftes blicken, für einen Theaterfan, wie mich, ein toller Lese“genuss“.

Fazit:
Eine beeindruckende Frau und Schauspielerin, ein Blick hinter die Kulissen des Filmgeschäfts und Theater – und  – gelebte Geschichte. Sehr empfehlenswert!

Bewertung: ***** von *****

Gebrauchsanweisung für Pferde (Juli Zeh)

Ein Leben mit und für die Pferde – Pferdewissen authentisch vermittelt

Ich mag die Reihe „Gebrauchsanweisung für“ des Piper-Verlags. Mittlerweile habe ich die Bücher über Leipzig, Berlin, Frankfurt am Main und über das „Lesen“ gelesen.

Pferde üben auf mich eine besondere Anziehungskraft aus…

Die Autorin Juli Zeh hat schon einige Romane geschrieben, die auf den Bestseller Listen landeten. Bisher habe ich noch keinen Roman von ihr gelesen, sie aber in einem Interview auf der Frankfurter Buchmesse erleben können – eine interessante Frau, die demnächst als ehrenamtliche Verfassungsrichterin am Landesverfassungsgericht Brandenburg arbeiten wird.

Beschreibung des Buches:
„Gebrauchsanweisung  für Pferde“ ist 2019 als Taschenbuch im Piper-Verlag erschienen. Das Buch hat 224 Seiten. Ich habe die E-Book-Variante gelesen. Auf dem Titelbild sieht man ein Pferd.

Kurze Zusammenfassung:
Juli Zeh beschreibt in ihrem Buch ihr Leben mit Pferden, erst als junges Mädchen, später als Frau, die ihre eigenen Pferde besser verstehen und mit ihnen Leben und Arbeiten will. Am Ende des Buches gibt es statt eines Nachwortes noch ein Glossar.

Mein Leseeindruck:
Dieses Buch ist sehr authentisch geschrieben. Juli Zeh vermittelt in ihren Kapiteln „Pferdemädchen“, „Der Traum vom eigenen Pferd“, „Das eigene Pferd“ oder im Kapitel „Pferd und Geld“  mit ihren ganz eigenen Erfahrungen das Leben mit Pferden.

Gerade weil sie von ihren eigenen Erfahrungen berichtet, hat mir dieses Buch sehr gut gefallen. Die Beschreibungen sind realistisch und gut nachvollziehbar. Man bekommt reichlich Informationen als auch Erlebnisberichte aus erster Hand.

Wie die Autorin sich mit ihren eigenen Pferden beschäftigt, dass sie sich auch noch zu einer „Pferdeversteherin“ ausbilden lässt, hat mir imponiert.

Das Buch hat mir einen neuen Eindruck vom Leben mit Pferden vermittelt. Bisher hatte ich nur während Ferien- (als Kind) und Urlaubsreisen intensiven Kontakt zu Pferden, habe aber über das Verhalten von Pferden dann wenig gelernt. Mit diesem Buch versteht man Pferde und das Miteinander mit ihnen viel besser.

Dieser Satz am Ende des Buches hat mich nachdenklich gemacht:
„Identität ist eine Geschichte, die in Vergangenheit und Zukunft spielt. Sie handelt davon, wo man herkommt, was man erlebt hat, was einem zusteht, wie viel man noch erreichen kann. Im jeweils gegenwärtigen Moment sind solche Fragen bedeutungslos.“

Fazit:
Wer sich für Pferde interessiert, aber noch nicht viel über das Wesen, den Umgang und die Pflege über diese Tiere gelesen hat, der findet in diesem Buch „Antworten“. Mir haben die Informationen, die ich aus diesem Buch herauslesen konnte sehr geholfen, mir ein neues Bild von Pferden und „Reitern“ zu machen.

Bewertung: ***** von *****