Das krumme Haus (Agatha Christie)

Das geheimnisvolle Haus – wer brachte den Großvater um?

Von der Autorin Agatha Christie  habe ich gerne die Fälle von Miss Marple und einzelne ihrer Krimis ohne Ermittler gelesen.

Beschreibung des Buches:
„Das krumme Haus“ ist 2018 im Atlantik Verlag als Taschenbuch mit 256 Seiten erschienen. Auf dem Titelbild sieht man die Protagonisten (aus dem gleichnamigen Film), im Hintergrund findet man das unheimlich wirkende krumme Haus.

Kurze Zusammenfassung:
Charles Haywart ist mit Sophia Leonides verlobt, sie lebt in einem Mehrgenerationen-Haus. Als ihr Großvater ermordet wird, versucht Charles mit ein wenig Hilfe seines Vaters, einem echten Scotland-Yard-Inspektor, dem Täter auf die Spur zu kommen. Da geschieht ein zweiter Mord. Jeder der Hausbewohner könnte hier Täter sein…

Mein Leseeindruck:
Wie z.B. bei der „Mausefalle“ lässt Agatha Christie hier nicht einen Ermittler die Untersuchungen führen.

Die Verdächtigen bewohnen gemeinsam ein Haus und haben alle einen eigenen Grund das Opfer zu beseitigen.

Das Haus selbst wirkt mystisch und scheint einige Geheimnisse zu verbergen. Die Protagonisten sind teilweise recht skurril und man kommt beim Lesen schnell zu dem Ergebnis: Fast jeder profitiert vom Ableben des Großvaters.

Echte Ermittlungsarbeit bietet dieser Krimi nicht, die Gespräche führt Charles bei seinen Besuchen im Haus seiner Verlobten. Die Verwandten sind teils offen zu ihm, teilweise bewahren sie ihre Geheimnisse. So ergibt sich nur langsam ein Bild, wer hier der Mörder sein kann. Die eher Unverdächtigen hat man schnell im Blick.

So ist dieser Krimi nicht besonders spannend. Es fehlte mir hier eindeutig an nerven kitzelnden Elementen. Mehr jedoch ist hier die besondere Stimmung im Haus zu erwähnen. Hier kann ich mir vorstellen, dass der Film zum Buch das besonders hervorbringen kann.

Fazit:
So richtig überzeugt hat mich dieser Krimi nicht. Vielleicht kommt bei der Verfilmung mehr Spannung rüber als mir dieser Krimi beim Lesen bieten konnte.

Bewertung: *** von *****

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Passagier nach Frankfurt (Agatha Christie)

Der etwas andere Agatha Christie Krimi

Von Agatha Christie habe ich früher die Fälle um Miss Marple und Hercule Poirot gelesen. Auch die Verfilmungen fand ich sehr gelungen, deshalb habe ich mich gefreut, dass es einen bisher noch nicht im Buchhandel erschienen Krimi „Passagier nach Frankfurt“ nun in einer Einzelausgabe gibt.

Beschreibung des Buches:
„Passagier nach Frankfurt“ ist 2017 im Atlantik Verlag als gebundene Ausgabe erschienen. Das Buch hat 286 Seiten. Die Umschlaggestaltung reiht sich in eine Serie rund um Agatha Christie Bände. Auf dem Titelbild sind im Hintergrund die Stadt Frankfurt am Main und zwei Flugzeuge am Himmel zu erkennen. Eine Frau und ein Mann sieht man schemenhaft im Vordergrund während weitere Personen auf dem Bild unterwegs sind. Das Bild ist in Rot gehalten.

Kurze Zusammenfassung:
Sir Stafford war Diplomat im Dienste Englands. Auf seiner Rückreise nach London wird er bei einem unvorhergesehenen Aufenthalt (wegen Nebels) in Frankfurt am Main von einer Frau um Hilfe gebeten. Sie fühlt sich verfolgt und hat Angst, dass jemand sie töten will. Mit seinem Pass und einer gelungenen Verkleidung reist sie nach London. Das soll nicht die einzige Begegnung bleiben, immer mal wieder treffen die beiden bei unterschiedlichsten Gelegenheiten aufeinander. Sie ist immer wieder in anderer Begleitung – und auch im Aussehen anders – anzutreffen. Und plötzlich steht Stafford mitten in einem gefährlichen politischen Intrigenspiel.

Mein Leseeindruck:
Eigentlich hatte ich mir unter diesem Titel und von der Autorin eine andere Art von Krimi vorgestellt.

Zunächst gefiel mir der spannende und geheimnisvolle Einstieg in diese Geschichte. Doch je weiter ich las, desto seltsamer fand ich den Aufbau dieses Krimis. So richtig verstanden habe ich nicht, was die vielen Treffen und Zusammenkünfte tatsächlich mit dem eigentlichen Kriminalfall zu tun haben sollten.

Auch wenn man am Ende der Geschichte des Rätsels Lösung erfährt (das Thema, um das es wirklich geht, hätte man sicherlich mehr in den Vordergrund bringen können), so fühlte ich mich beim Lesen nicht wirklich mitgenommen. Zu viele Fragen blieben nämlich zunächst offen.

Mir fehlte leider ein eindeutiger Fall, ein Toter bzw. ein dreister oder ganz besonderer Diebstahl, so, wie ich das von den Romanen, die ich von Agatha Christie gelesen habe, gewohnt bin. Und auch ein Ermittler, wie z.B. Hercule Poirot, hat mir gefehlt. Zumindest konnte mich die Figur des Diplomaten mit seiner schrulligen Tante überzeugen.

Was ich als Frankfurt am Main Fan besonders irritierend fand, ist die Tatsache, dass nur die ersten Szenen in Frankfurt (Flughafen) spielen. Allerdings geht es in diesem Roman um das politische Deutschland in den 1930er Jahren, also vielmehr um einen „Politthriller“.

Fazit:
Dieser Krimi konnte mich leider nicht überzeugen. Ich hatte offensichtlich aufgrund meiner Erfahrung eine falsche Vorstellung von einem Krimi aus der Feder Agatha Christies.

Bewertung: ** von *****

Ein Mord zu Weihnachten (Francis Duncan)

Tod eines Weihnachtsmannes

In der Weihnachtszeit lese ich gerne Bücher, die von Weihnachten oder der Winterzeit handeln, wenn es dann noch ein Krimi ist, dann ist meine Leselust besonders geweckt.

Beschreibung des Buches:
 „Ein Mord zu Weihnachten“ von Francis Duncan ist im Dumont-Verlag 2017 erschienen. Schon 1949 wurde dieser Krimi in der englischen Originalausgabe unter dem Titel „Murder for Christmas“ bei John Long, London, veröffentlicht. Das Buch hat 335 Seiten. Das Titelbild ist in seinen Farben schlicht gehalten (weiß, rot, grün schwarz). Es zeigt ein geöffnetes Tor mit einer Einfahrt zu einem herrschaftlichen Haus, es passt gut zum Inhalt des Krimis.

Kurze Zusammenfassung:
Jedes Jahr lädt Benedict Grame zu Weihnachten, mangels eigener Familie, Freunde und Bekannte auf seinen Landsitz in der Nähe von London ein. Er tritt selbst als Weihnachtsmann auf und verteilt seine Geschenke am geschmückten Weihnachtsbaum. Dieses Jahr wurde der Hobbydetektiv Mordecai Tremaine, ein ehemaliger Tabakhändler, eingeladen. Einen Tag vor der Bescherung liegt der Weihnachtsmann tot vor dem Weihnachtsbaum. Welche der zahlreichen Personen, die sich im Haus befinden, ist die/der Mörder/in?

Mein Leseeindruck:
Endlich mal wieder ein atmosphärischer Krimi! Dieser Krimi erinnert sehr stark an die Kriminalfälle von Agatha Christie. Der Autor versteht es schon von Beginn an eine leicht unheimliche Stimmung zu schaffen. Die Anreisenden werden beäugt, sie scheinen allesamt ihre ganz eigenen Geheimnisse mitzubringen.

So hat man als Leser den Eindruck, jeder könne den Mord am Weihnachtsmann verübt haben. Francis Duncan hat den Fokus auf Mordecai Tremaine gerichtet, beim Lesen hat man somit das Gefühl, mit zu ermitteln. Man rätselt – und ist vielleicht doch auf der falschen Spur? Die einzeln gelegten Spuren sind gekonnt miteinander verwoben.

Während der Geschichte schürt das Ermitteln eine Stimmung von Verunsicherung unter den Gästen, so dass sie immer mehr von ihren Geheimnissen preisgeben.

Dem Autor ist es gelungen eine besondere winterliche Atmosphäre zu schaffen. Ich fühlte mich auch ein bisschen an den Film „Eine Leiche zum Dessert“ erinnert (spielt zwar nicht im Winter…) – und diesen Film könnte ich immer wieder ansehen.

Fazit:
Wer Agatha Christie liebt, der muss hier zugreifen. Ein weihnachtlicher Krimi mit viel Atmosphäre und zahlreichen skurrilen Verdächtigen.

Bewertung: *****