Die Buchhändlerin (Ines Thorn)

Auftakt zu einer Reihe – Literaturleidenschaft

Da ich als Vielleserin regelmäßig in einer Buchhandlung aushelfe, auch wenn ich keine Buchhändlerin bin, hat mich dieser Titel sofort angesprochen.

Beschreibung des Buches:
„Die Buchhändlerin“ von Ines Thorn ist im rowohlt Verlag 2021 als Taschenbuch mit 336 Seiten erschienen. Ich habe die eBook-Variante gelesen.

Auf dem Titelbild sieht man eine junge Frau, die vor einer üppig gefüllten Buchhandlung steht.

Kurze Zusammenfassung:
Christa ist in Frankfurt am Main aufgewachsen. Hier lebt und führt sie die Buchhandlung ihres Onkels, obwohl sie lieber Germanistik studiert hätte. Sie wurde als Frau nicht zum Studium zugelassen. Es ist kurz nach dem 2. Weltkrieg, die Buchhandlung wurde zuvor von den Nationalsozialisten enteignet. Nach den schrecklichen Ereignissen des 2. Weltkriegs ist die Nachfrage an Büchern groß. Doch Christa sieht ihre Zukunft nicht in der Buchhandlung…

Mein Leseeindruck:
Dieses Buch hat mich während meiner Urlaubstage gefesselt. Es bietet einen großartigen Einblick in die 1940er Jahre, hier in Frankfurt am Main, meiner Lieblingsstadt.

Christas Familie steht im Mittelpunkt, der im Krieg vermisste Vater, der Onkel, der Männer liebt, Heinz, ein Waisenjunge, den Christa unter ihre Fittiche nimmt – eine Familie, die in allen Bereichen durch den Krieg gebeutelt wurde und eine junge Frau, die ihr Glück sucht.

Der Fokus ist auf Christa gerichtet – ihre Gedanken, Wünsche und Sehnsüchte beschreibt die Autorin sehr gefühlvoll.

Die Atmosphäre in der Stadt, die Zerstörung, der Einzug der Amerikaner, all das wird hier angesprochen, war mir teilweise nicht (für Frankfurt) bekannt.

Die Autorin gibt hier einen groben Überblick über die Geschehnisse kurz vor Kriegsende und die ersten Jahre danach. Einiges ist nur angesprochen, wird aber nicht vertieft.

Ein besonderer Aspekt in diesem Buch ist natürlich das Verlagswesen und die Literatur. Hier bekommt man einen guten Einblick.

Das zweite große Thema ist die Stellung der Frau in der Gesellschaft. Christas Mutter würde die Tochter lieber heute als morgen verheiraten. Sie schickt sie sogar auf eine Haushaltsschule, obwohl Christa Literatur studieren möchte. So versucht Christa beidem gerecht zu werden – ihrer Mutter und ihren eigenen Wünschen, was leider nicht immer gelingt…

Fazit:
Das ist ein Buch für Frankfurt- und Literaturliebhaber. Auf den nächsten Teil dieser Reihe freue ich mich schon jetzt.

Bewertung: **** von *****

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