Die Schweigende (Ellen Sandberg)

Familiengeschichte – spannend, aber auch aufwühlend

Von Ellen Sandberg habe ich bereits mehrere Bücher gelesen. Mir gefallen ihre Themen und ganz besonders ihr Schreibstil.

Beschreibung des Buches:
„Die Schweigende“ von Ellen Sandberg ist 2020 im Peguin-Verlag als Taschenbuch mit 515 Seiten erschienen. Auf dem Titelbild sieht man altes, verwittertes und geheimnisvoll erscheinendes Haus.

Kurze Zusammenfassung:
Jens, der Ehemann von Karin, ist verstorben. Noch auf dem Totenbett wünscht er sich von Imke, einer seiner drei Töchter, sie solle Peter suchen. Erst nach mehreren Gesprächen und Nachforschungen, stellt sich heraus, dass es sich um den Bruder ihrer Mutter Karin handelt. Während jede der Schwestern ihren eigenen Problemen nachgeht, setzt Imke alles daran, Peters Geschichte zu ergründen und ihn zu finden.

Mein Leseeindruck:
Der Roman ist spannend, er ist an manchen Stellen auch sehr heftig. Die Autorin wurde inspiriert durch einen Roman, der ihr den Anstoß zu dieser Geschichte gab.

Mir gefällt der Schreibstil von Ellen Sandberg. Man ist als LeserIn immer nahe am Geschehen, mitten im Familienverband und hat Teil an den Gedanken der Protagonisten.

Die Familiengeschichte spielt in verschiedenen Zeitebenen. Während sich der größte Teil im Jahr 2019 abspielt, gibt es Rückblicke in die 1950er Jahre, hier aus Karins Sicht, während die anderen Kapitel den Fokus jeweils auf eine der drei Schwestern legen.

Vieles, was hier zutage gefördert wird, habe ich mir in dieser Intensität bisher nicht bewusst gemacht. Die Nachkriegsgeneration hat vieles erlebt, was sie manchmal bis zum Tode verschweigt. Mit diesem Roman bekommt man einen kleinen Einblick in die Erlebnisse dieser Menschen – und bleibt fassungslos zurück.

Frau Sandberg hat für diesen Roman intensiv recherchiert.

Fazit:
Das Buch bewegt, es ist nicht leicht zu ertragen, was man da liest. Trotzdem hat mich der Roman gefesselt – jede Familie hat ihre Geschichte zu verarbeiten. Manchen Menschen gelingt es besser, manche verdrängen, viele resignieren. Doch in der Gemeinschaft aller Familienmitglieder kann eine „Verarbeitung“ gelingen. Hört zu, fragt nach!

Bewertung: ***** von *****

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