Glashaus (Christian Gailus)

Spannend und von erstaunlicher Aktualität

Ich mag Thriller, aber an einen Cyberthriller habe ich mich bisher noch nicht herangetraut. Auch der Autor war mir bisher nicht bekannt.

Beschreibung des Buches:
„Glashaus“ von Christian Gailus ist im Januar 2017 in einer Kindle Edition mit 462 Seiten im beTHRILLED by Bastei Entertainment Verlag erschienen.  Auf dem Titelbild sieht man das Berliner Regierungsviertel von der Spree aus gesehen. Im oberen Teil des Bildes prangt eine nicht erkennbare Person mit Kapuze.

Kurze Zusammenfassung:
Das Glashaus (in diesem Buch) ist die Sondereinheit der Bundesregierung zur Bekämpfung der Cyberkriminalität. Das Team hat seinen Sitz in Berlin. Es besteht aus einer Staatsanwältin, einem ehemaligen Polizisten und diversen IT-Spezialisten

Die Gruppe hat sich gerade installiert als der selbsternannte „Goodspeed“, ein Hacker, seine Künste zeigt. Er manipuliert die Nachrichtensendungen deutschlandweit so, dass auf allen Kanälen die gleiche „Falschnachricht“ gesendet wird. Das ist der Vorgeschmack auf das, was „Goodspeed“ vorhat, er zeigt seine Macht im Internet und über das Land…

Mein Leseeindruck:
Erstaunlich, mit welcher Aktualität dieser Thriller punktet.  Vieles, was hier geschieht, mussten wir die letzten Wochen und Monate schon erleben.

Dieser Thriller ist so packend und teilweise so nah an der Realität, dass man es mit der Angst zu tun bekommen kann. Die Protagonisten sind super ausgewählt und dargestellt. Im Laufe des Thrillers bekommt man mehr und mehr Einblick in das Seelenleben der Personen. Da gibt es den ehemaligen Afghanistan-Soldaten, der ein Attentat nur schwer verletzt überlebt hat (und im „Glashaus“ arbeitet“), die junge Staatsanwältin, die sich manchmal auch nur nach Geborgenheit sehnt, die jungen Hacker, die durch ihr Wissen im Cyberspace und wenigen realen Kontakten manipulierbar geworden sind…

Die Ideen, wie man auch medizinische Hilfsmittel „missbrauchen“ und manipulieren kann, sind in diesem Buch auf erschreckende Weise beschrieben und heute wirklich nicht mehr realitätsfremd bzw. fern. Irgendwie scheint es nichts mehr zu geben, was uns früher als „unmöglich“ erschienen war.

Der Schreibstil des Autors ist locker und flüssig. Die einzelnen Kapitel und Unterkapitel beschreiben die Aktionen/Situationen wie einen Countdown. Stadt, Örtlichkeit und Uhrzeit bestimmen das jeweilige Kapitel. Alle Szenen spielen in und um Berlin. Die oft angewandte Wörtliche Rede gibt dem ganzen Thriller noch eine besondere Lebendigkeit.

An manchen Stellen war mir die Problemlösung (stundenlanger, kompletter und manipulierter Stromausfall in ganz Deutschland) etwas zu schnell und einfach. Es kam mir vor, als wäre es kein wirkliches Problem für die Eingreiftruppe „Glashaus“.  Ebenso fehlte es mir ein wenig an Beschreibung wie es den Menschen mit dem Stromausfall und dem Wiederanlaufen der Infrastruktur ergangen ist.

Fazit:
Mich hat das Buch sehr „fasziniert“. Es macht einem bewusst, dass man mittlerweile ständig unter Beobachtung steht, dass die Dimension Cyberkriminalität eine große Gefahr birgt, die wir uns eigentlich nicht wirklich ausmalen können. In diesem Buch erfährt man sie hautnah.

Bewertung: ****

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1 Kommentar

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