Unsere wunderbaren Jahre (Peter Prange)

Deutsche Geschichte hautnah erlebt – die Geschichte einer Generation über ein halbes Jahrhundert erzählt

20161203-0353

Vom Autor Peter Prange habe ich bisher ein Buch gelesen (Himmelsdiebe), das mir schon besonders gut gefallen hat. Aber auch der Film „Das Bernstein-Amulett“ nach seinem gleichnamigen Roman, den ich leider nicht gelesen habe, hat mich sehr beeindruckt.

Beschreibung des Buches:
„Unsere wunderbaren Jahre“ von Peter Prange ist im FISCHER Scherz Verlag 2016 als Hardcover mit 969 Seiten erschienen. Peter Prange hat schon zahlreiche erfolgreiche Bücher geschrieben, sein erster Erfolg kam mit der deutsch-deutschen Familiengeschichte „Das Bernstein-Amulett“, das 2004 für die ARD verfilmt wurde.
Auf dem Titelbild sieht man einige Menschen auf einem Aussichtspunkt stehen, sie schauen auf eine Stadt. Das Bild ist wirkt leicht vergilbt und im Vintage-Stil.

Kurze Zusammenfassung:
Peter Prange erzählt in seinem Roman die Geschichte von sechs Menschen über den Zeitraum von 1948 bis zum Anfang des 21. Jahrhunderts. Mit der Währungsreform und 40 DM in der Tasche wagt jeder seinen eigenen Neuanfang als Schuhverkäufer, Unternehmer, Fabrikant oder Studentin. Es sind die Schwestern Ruth, Ulla und Gundel Wolf und deren Freunde Tommy, Benno und Bernd, deren Lebensweg Peter Prange sehr ausführlich und mit vielen Nebenschauplätzen beschreibt: Ein deutsches Märchen in den Nachkriegsjahren und darüber hinaus.

Mein Leseeindruck:
Ein dickes Buch, das ich nicht kontinuierlich lesen konnte (Mitnahme in Bahn schied hier aus), aber dennoch mit Begeisterung meist abends im Bett verschlungen habe, auch wenn ich dadurch manches Mal, wieder einmal wegen der vielen verschiedenen Charaktere, etwas den Überblick verlor. Im Anhang hilft allerdings eine Übersicht über die handelnden Personen.

Der Aufbau des Romans ist chronologisch, so dass man das Geschehen gut verfolgen kann. Viel wörtliche Rede macht das Ganze sehr lebendig. Die Beschreibungen der einzelnen Szenen sind sehr genau. Man kann sich direkt in die Handlung hineinversetzen.

Der Schreibstil Peter Pranges begeistert. Seine Art die Personen lebendig zu gestalten gefällt mir ausgesprochen gut. Es gelingt ihm, das Leben in der Nachkriegszeit im Westen als auch im Osten mit seinen Protagonisten gut einzufangen. Eine wunderbare Idee ist es, finde ich, den Start dieser Geschichte mit den 40 DM Startgeld zu beginnen und die verschiedenen Lebenswege zu verfolgen – und mit Beginn des EURO enden zu lassen.

Der Roman hat alles, was man so von ihm erwartet: Liebesgeschichte, geschichtliche Inhalte und auch spannende Elemente, die man von einem Krimi erwarten würde.

Die Kleinstadt Altena im Märkischen Kreis nähe Hagen spielt eine zentrale Rolle in diesem Epos. Hier „blickt“ die im Buch oftmals beschriebene Burg Altena über das Tal und wie ich gelesen habe, kann man noch heute den im Roman beschriebenen Erlebnisaufzug benutzen.

Ein schönes Detail in diesem Deutschlandmärchen ist, dass der Autor sich selbst in diese Geschichte mit einer zentralen Nebenrolle hineingearbeitet hat. Vieles ist erfunden, aber die geschichtlichen Ereignisse, die beschriebenen Örtlichkeiten und auch einige Personen gibt es tatsächlich.

Fazit:
Ein überaus gelungener Roman, der mich viele Tage (und Wochen) gefesselt hat. Ich konnte ihn nicht einfach „so zwischendurch“ lesen.

Bewertung: *****

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