Der Maik-Tylor verträgt kein Bio! (Sophie Seeberg)

Familiengeschichten aus dem realen Leben

201702-0763

Der Titel klingt so absurd, dieses Buch musste ich lesen…

Beschreibung des Buches:
„Der Maik-Tylor verträgt kein Bio!“ von Sophie Seeberg ist 2017 im Knaur Verlag als Taschenbuch erschienen. Das Buch hat 297 Seiten. Auf dem Titelbild sieht man ein dickliches Kind mit einer Karotte in der Hand, die es angewidert von sich hält.
Die Autorin ist Diplom Psychologin. Während ihrer 20jährigen Arbeit als Gutachterin für Familiengerichte erlebt sie so manche skurrile Fälle, von denen sie hier einige fiktional aufgeschrieben hat.

Kurze Zusammenfassung:
Sophie Seebergs Erfahrung und Fachwissen ist gefragt, wenn Gerichte in Familienstreitigkeiten entscheiden müssen. Meist geht es um das Sorgerecht von Eltern und immer um das Wohl des Kindes. Die zwölf Kapitel beinhalten die unterschiedlichsten Fälle. Da geht es z.B. um die alleinerziehende Mutter, die sich, wenn sie ihr Kind weggenommen bekommt, ein „neues machen lassen will“, aber auch um die „überbesorgten“ Großeltern, die das Enkelkind „entführen“ oder aber die Mutter, die erklärt, ihrem Kind gehe es nach dem Genuss von Bio-Gemüse schlecht, Hamburger vertrage es besser….
Jeder Fall hat seine Einzigartigkeit.

Mein Leseeindruck:
In diesem Buch erzählt die Autorin von den unterschiedlichsten Familienproblemen. Sie nimmt sich als Gutachterin Zeit, um mit den betroffenen Familienmitgliedern zu reden, spielen (mit den Kindern) und zu einer Lösung zu finden, die vor allem für die Kinder das Beste sein muss. Dabei arbeitet sie oft eng mit dem Jugendamt zusammen. Sie stößt oft zu Beginn auf Widerstand bei den betroffenen Personen, den sie durch ihre einfühlsame Art manchmal gut durchbrechen kann.
In vielen Fällen trügt der äußere Schein, da werden Geschichten erfunden, um einen Menschen schlecht zu machen. Besonders hier hat die Gutachterin mit Fingerspitzengefühl  und Einfühlungsvermögen die Möglichkeit die „Wahrheit“ ans Licht zu bringen.
Die ausgewählten Fälle sind sehr unterschiedlich, manchmal fühlt man mit der Mutter, in anderen Fällen mit dem Vater, aber immer empfindet man Mitleid mit den Kindern, die bei den Familienauseinandersetzungen am meisten leiden und oft zum Spielball zwischen den Streitenden werden.
Dieses Buch hat mich sehr berührt, zeigt es doch, dass es immer wieder Kinder gibt, die einen schwierigen Start ins Leben haben, wenn ihnen die notwendige Festigkeit einer „intakten“ Familie fehlt. Manche werden früh sehr selbstständig, andere zerbrechen daran. Sophie Seeberg zeigt hier auch Fälle, in denen es nach der Trennung der Eltern einen respektvollen Umgang von Vater und Mutter gibt, wenn sie alle „Unklarheiten“ auf den Tisch gebracht hat und die Kinder eine gleichberechtigte und gemeinsame Erziehung durch beide Elternteile erleben.
Alles ist möglich, wenn alle Beteiligten eingebunden werden, ihre Wünsche äußern dürfen und mit Respekt und Toleranz miteinander umgehen. Es darf keiner „abgestempelt“ werden, jeder Beteiligte sollte seine Sicht der Dinge äußern dürfen.
Gerade im letzten Kapitel – wenn die Autorin auf vergangene Fälle zurückblickt, überraschend Menschen über den Weg läuft, über die sie ein Gutachten verfassen musste – wird deutlich, dass es sich lohnt, eine Lösung zu finden und sich „eingemischt“ zu haben.

Fazit:
Dieses Buch bewegt durch seine sehr realen Fälle. Manches ist einfach so unglaublich, scheint aber in einigen Familien Alltag zu sein. Da heißt es, nicht wegsehen, sondern helfen. Die Familienpsychologin scheint hier gute Arbeit leisten zu können.

Zwei weitere „Geschichten“ kann man auf der Webseite der Autorin finden: http://sophie-seeberg.com/bonus.php

Bewertung: *****

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