Im Zelt (Wigald Boning)

Das Experiment – ein halbes Jahr im Zelt schlafen an den verschiedensten Orten

20161203-0348

Wigald Boning ist ein experimentierfreudiger Mensch, das hat er in so mancher Fernsehsendung schon bewiesen. Auf der Frankfurter Buchmesse wurde ich auf dieses Buch aufmerksam, als ich Wigald Boning auf der ARD-Bühne bei einem Interview mit Selma Üsük lauschte. Sein Auftritt im gelben Friesennerz, rote Krawatte, Jogginghose, Ringelsocken und brauner Aktentasche war ein echtes Highlight, umso gespannter war ich auf dieses Buch.

Beschreibung des Buches:
Das Taschenbuch „Im Zelt“ von Wigald Boning mit 268 Seiten ist 2016 im rororo-Verlag erschienen. Auf dem Titelbild sieht man ihn am Kiesstrand der Isar neben einem roten Zelt sitzend.

Kurze Zusammenfassung:
In 27 Kapiteln erzählt Wigald Boning von seinen Abenteuern, die er bei seinen mehr als 200 Übernachtungen (August 2015 bis März 2016) im Zelt erlebt hat. Jedem Kapitel ist ein Foto (meist seines Zeltschlafplatzes) beigefügt. Die Kapitel sind in sich abgeschlossen und müssten auch nicht chronologisch gelesen werden, denn das Buch ist weniger ein Tagebuch als eine umfassende Beschreibung seiner Zeltabenteuer und wie es dazu kam.

Mein Leseeindruck:
Der Schreibstil Wigald Bonings mit seinem Wortwitz ist sehr erfrischend. Ich habe schon auf den ersten Seiten meinen Spaß mit diesem lockeren Erzählstil gehabt. Wigald Boning hat während einer Lesereise versucht, statt in Hotels, auf Zeltplätzen zu übernachten. Oftmals wurde er von den Gastgebern vor Ort mitleidig belächelt. Manchmal wollte man sich nicht darauf einlassen, so dass er sich alleine auf die Suche machen musste. An manchen Orten gab es dann besondere Schlafstätten.

Besonders interessant fand ich den Erfahrungsbericht, wie Wigald Boning in einem Fußballstadion die Nacht im Zelt mitten auf dem Fußballplatz verbrachte. Auch die anderen Anekdoten, z.B. starke nächtliche Regenfälle, laute Nachbarn in anderen Zelten oder der Schlafplatz auf einer Opernbühne machen dieses Buch zu einer abwechslungsreichen Lektüre.

Neben den Geschichten gibt Wigald Boning auch ausführliche Tipps über Materialien, die zu einer guten Zeltübernachtung wichtig sind. Hier kann er natürlich mit eigenen Erfahrungen, die sehr witzig im Detail beschrieben sind, punkten.

Leider hat mich das Buch zwischenzeitlich nicht ganz so gefesselt, sonst hätte ich nicht fast zwei Wochen darin gelesen, was für mich absolut untypisch ist. Ich hätte mir eine eher chronologische Reihenfolge oder zumindest vielleicht einen „Reiseplan“ in Skizzenform gewünscht. Die Rück- und Seitenblicke kamen für mich an den falschen Stellen.

Fazit:
Bewundernswert, dass man es allen Widrigkeiten zum Trotz (auch in Wintertagen) schafft, mehr als 200 Tage in meist deutschen Gefilden im Zelt zu übernachten. Die Konsequenz, mit der sich Wigald Boning diesem Abenteuer gestellt hat, ist schon sehr bemerkenswert. Wer sich „mit ihm“ auf diese Reise begeben will, der sollte dieses Buch lesen.

Bewertung: ****

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