Diese gottverdammten Träume (Richard Russo)

Gesellschaftskritischer Roman, spannend aber zu Beginn sehr langatmig

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Mich hat der Klappentext angesprochen, das Titelbild weniger.

Beschreibung des Buches:
Das Buch „Diese gottverdammten Träume“ von Richard Russo ist 2016 im Dumont-Verlag als Hardcover Buch mit 750 Seiten erschienen. Die amerikanische Ausgabe mit dem Originaltitel „Empire Falls“ erschien bereits im Jahr 2001. Das Titelbild ist dunkel gehalten, man sieht eine Frau und einen Mann in einem Schnellimbiss. Obwohl das Titelbild recht gut zum Inhalt passt, hat es mich jedoch nicht angesprochen.

Kurze Zusammenfassung:
Miles Roby arbeitet in einem kleinen Schnellimbiss in Empire Falls, einer Kleinstadt in Maine. Miles lebt getrennt, hat eine Tochter und einen Vater, der immer knapp bei Kasse ist, seine Mutter ist bereits verstorben. Das Leben in der Kleinstadt geht seinen Lauf, jeder kennt jeden und manch einer trägt Geheimnisse mit sich herum. So hadert auch Miles mit seinem Schicksal. Immer wieder träumt er von seinem vergangenen Leben und fragt sich im Nachhinein, ob nicht alles hätte anders laufen können.

Mein Leseeindruck:
Für dieses Buch habe ich länger gebraucht als für manch anderen Schmöker. Es war für mich wie eine Berg- und Talfahrt. Zunächst fand ich ganz gut in die Geschichte hinein, aber dann war es mir an manchen Stellen zu langatmig, dann wieder zu viele Personen, die nach und nach auftauchten und deren Beziehungen untereinander man erst einmal ergründen musste. Die Rückblicke, klar abgetrennt vom aktuellen Geschehen, offenbaren dann so einiges, was im Leben Miles schief gelaufen sein musste und entwirren dann nach und nach das Personengeflecht.

Das Kleinstadtleben ist gut beschrieben, die Abhängigkeiten untereinander und vom größten Arbeitgeber, der Textilfabrik, in der Stadt sind sehr bildhaft beschrieben. Russo spricht viele Gesellschaftsprobleme an, Psychopathen, korrupte Polizei, aber auch die Gewalt, die zuweilen an den Schulen herrscht. Der Autor macht mit diesem Buch sehr deutlich, dass das Glück oder Unglück des kleinen Mannes (Miles), nicht immer nur selbst verantwortet ist, sondern ein Ergebnis des Umfeldes, in das er hineingeboren wurde.

Erst zur Mitte des Buches kommt alles in Fahrt, wie ein explodierendes Feuerwerk. Man kann es dann kaum noch aus den Händen legen.

Fazit:
Ein gesellschaftskritischer Roman, der anhand des Schicksals in Person von Miles, viele Missstände und Verflechtungen von Personen und Institutionen aufdeckt. Wer den langen „Atem“ hat ein Buch über 750 Seiten hinweg zu lesen, der sollte sich diesen Roman nicht entgehen lassen.

Bewertung: ****

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