Kuckucksnest (Hera Lind)

Bewegende Geschichte, in manchen Teilen etwas zu überzogen

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Zu Hera Lind greife ich meist, um entspannt im Urlaub oder am Wochenende zu lesen. Seit ein paar Jahren gibt es Bücher von Hera Lind, die auf wahren Geschichten beruhen und in einem Roman gepackt werden.

Beschreibung des Buches:
Das Buch „Kuckucksnest“ von Hera Lind ist 2016 als Hardcover im Diana Verlag erschienen. Es hat 447 Seiten. Das Titelbild ist bunt gestaltet. Es zeigt zwei blaue Eingangstüren mit zahlreichen bunten Gummistiefeln und Spielzeug davor. Es wirkt fröhlich und deutet auf eine reiche Kinderschar hin.

Kurze Zusammenfassung:
Die Zwillinge Senta und Sonja sind glücklich mit ihren Männern verheiratet. Beide Paare versuchen jahrelang Nachwuchs zu bekommen. Der Kinderwunsch ist so groß, dass sie nichts unversucht lassen. Der letzte Weg scheint eine Adoption bzw. ein Pflegekind zu sein. Nach und nach nehmen beide Paare insgesamt zehn Kinder in ihren Haushalten auf (die einen vier, die andern sechs Kinder). Da sie in unmittelbarer Nachbarschaft wohnen, unterstützen sie sich gegenseitig in allem, was die Kinder belangt, bei allen Höhen und Tiefen.

Mein Leseeindruck:
Die Anzahl der adoptierten Kinder ist Realität. Es hat mich schon beeindruckt, dass man so vielen eigentlich fremden Kindern ein gutes Zuhause gibt. Die einzelnen Lebens- und Herkunftsgeschichten sind recht unterschiedlich und meist sehr traurig. Die Schwierigkeiten, die sich mit der Zeit auftun, sind nicht zu verachten. In diesem Buch werden sie aber meistens mit einem „Happy End“ gelöst, sicherlich, um dem Buch einen Unterhaltungswert zu geben. Es handelt sich ja schließlich um einen Roman. Es fällt auf, dass beiden Schwestern immer eine Lösung einfällt, eine von ihnen immer Zeit für die Probleme der anderen findet, obwohl sie selbst eine große Kinderschar zu „beaufsichtigen“ hat.

Die Hauptpersonen, Sonja und Senta (die echten Namen werden in diesem Buch nicht genannt), „erzählen“ Kapitel für Kapitel abwechselnd von ihren immer größer werdenden Familien (1992 – 2016), dem Kampf mit Jugendamt und Herkunftseltern/-müttern und den Problemen der Kinder mit ihrer meist unbekannten Vergangenheit.

Was in diesem Buch besonders auffällt ist, dass alle Kinder besondere Hobbys ausüben dürfen (z.B. reiten), einen Hund bekommen, eigene angemietete 1-Zimmer-Wohnungen finanziert bekommen, auf Internate gehen dürfen und dass immer unproblematisch eine der Schwestern für die andere einspringen kann. Geldsorgen scheinen beide Familien nicht zu haben. Das macht den Roman dann etwas unrealistisch auch wenn es sich um eine wahre Geschichte handeln soll.

Der Schreibstil von Hera Lind ist wie immer humorvoll. Man bekommt schnell einen Eindruck von den handelnden Personen und gewinnt die meisten lieb. Die Kinder sind prima beschrieben, man hat jedes gut vor Augen. Was etwas störend ist, sind die Dialoge in Mundart. Ich brauche das nicht in einem Roman, kann mir die Dialoge aber trotzdem gut vorstellen.

Fazit
Eine bewegende, in meinen Augen aber in Teilen etwas unrealistische Geschichte, mit vielen „Happy Ends“. Der Roman ist humorvoll geschrieben, zeigt aber trotzdem, welche Schwierigkeiten auf Adoptiveltern zukommen können, je älter die Kinder werden. Gerade dann, wenn die Kinder ihr vorhergehendes Leben verarbeiten müssen/möchten oder sich auf die Suche nach ihren leiblichen Eltern machen wollen.

Bewertung: ***

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