Hausbesuche (Stephanie Quitterer)

Mensch, Nachbar!

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Der Titel und das Titelbild hatten es mir angetan…

Beschreibung des Buches:
„Hausbesuche“ von Stephanie Quitterer ist im 2016 im Knaus-Verlag als Taschenbuch mit 229 Seiten erschienen.
Auf einem pastell-mintfarbenem Hintergrund ist eine Frau in roter Kleidung mit Korb abgebildet. In Sprechblasen sieht man Kuchenstücke und eine Tasse dampfender Kaffee/Tee. Die Frau wirkt auf mich wie Rotkäppchen.

Kurze Zusammenfassung:
Die Autorin ist Regieassistentin und hat in ihrer Elternzeit zahlreiche Nachbarn mit Kaffee und Kuchen überrascht. Diese Geschichten über ihre Besuche hat sie in diesem Buch (und auch auf einem eigenen Blog) aufgeschrieben. Sie hatte eine Wette (gegen sich selbst) laufen: 200 Nachbarschaftsbesuche in 200 Tagen…
Jedes Kapitel beginnt mit einem Kuchenrezept, am Ende des Buches gibt es eine Rezeptauflistung.

Mein Leseeindruck:
Stephanie Quitterer erzählt in der Ich-Form über ihre Wette und die zahlreichen Besuche bei Nachbarn. Bepackt mit einem Korb, gefüllt mit Kuchen, Kaffee und Tee macht sie sich tagaus tagein, mal mit, mal ohne Töchterchen auf den Weg zu ihren Nachbarn in einem Berliner Stadtteil. Sie ist in Elternzeit, neu zum Vater ihrer Tochter gezogen und kennt so gut wie niemanden um die Ecke.
Ihre Gedanken und Gefühle erzählt sie hautnah in diesem Buch. Die Vorurteile, die sie und auch die anderen gegenseitig haben, die überraschenden „Einladungen“ in die Wohnungen, die Ablehnungen, die netten, manchmal auch sehr skurrilen Hausbewohner, aus allem zusammen wird aus diesen Erlebnissen ein wunderbares Buch über Menschlichkeit und Freundschaft.
Hat Stephanie am Anfang der Geschichten noch Skrupel einfach so bei wildfremden Menschen zu klingeln, so wird sie von Begegnung zu Begegnung „mutiger“. Auch wenn nicht jeder von ihrem Besuch begeistert ist. Die meisten Menschen haben etwas zu erzählen, Stephanie hört zu, freut sich über jede neue Begegnung und wächst/reift mit jedem neuen Tag.

Die Kuchenrezepte sind abwechslungsreich, wenn auch manchmal etwas improvisiert und dadurch sonderbar. Einzelne regen aber durchaus zum Nachbacken an: Schokotarte mit weichem Kern und der legendäre Marmorkuchen, den die Autorin am Ende des Projektes nicht mehr „sehen kann“….

Fazit:
Dieses Buch ist ein Plädoyer für Menschlichkeit, Toleranz und  gegen Schubladen-Denken. Natürlich gelingt das einem nicht immer im Leben, aber die Überraschung ist groß, wenn man den ersten Schritt macht, auf die Menschen zugeht, das Gespräch sucht. Wie viel schöner könnte es sein, wenn man die erste Begegnung mit den neuen Nachbarn bei einem netten Kaffeeplausch beginnt. Man möchte rufen: Los – backt einen Kuchen, kocht Kaffee, packt euren Korb und geht hinaus, die Menschen warten auf Euch!

Bewertung: *****

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