Frankfurt verboten (Dieter David Seuthe)

Eine große Liebe, eine große Musikerin und das Leben in einer schrecklichen Zeit der Deutschen Geschichte

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Im Rahmen von „Frankfurt liest ein Buch“, 2016, habe ich mir diesen Roman gekauft.

Beschreibung des Buches:
„Frankfurt verboten“ ist ein Erstlingswerk des Autors und Psychotherapeuten Dieter David Seuthe. Es ist bereits im Jahr 2012 geschrieben worden. Ich habe die Sonderausgabe (1. Auflage) des Weissbooks Verlags 2016 gelesen. Auf dem Titelbild ist eine Frau im roten Satinkleid an einem Klavier zu sehen. Die Hälfte des Bildes nimmt der Boden ein. Die Frau sieht man nur bis zum Oberkörper. Sie spielt Klavier.

Kurze Zusammenfassung:
Der Roman ist mit Fokus auf die junge jüdische Pianistin Elise Hermann gerichtet. Ihre Lebensgeschichte, 1929 – 1936, (hauptsächlich) in Frankfurt, ist hier beschrieben. Elise Hermann, aufgewachsen in Bad Ems kommt nach Frankfurt, um am Hoch’schen Konservatorium als Pianistin ausgebildet zu werden. In Frankfurt lernt sie den Jurastudenten Max kennen und lieben. Trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft, schmieden sie gemeinsame Zukunftspläne. Elise ist eine begnadete Pianistin, als sie ihr erstes großes Konzert geben will, wird ihr der Auftritt (weil sie eine jüdische Künstlerin ist) verweigert. Hitler ist an der Macht und alles verändert sich.

Mein Leseeindruck:
Mich hat das Buch von Anfang an berührt. Die Geschichte um Elise könnte tatsächlich genau so passiert sein, es ist ein Roman, beinhaltet aber reichlich gut recherchierte deutsche Geschichte. Der Roman lebt von den verschiedenen Perspektiven, die sich zum einen durch den Briefwechsel Elises mit ihrer Großmutter, später mit einer guten Freundin (die sich in Neuseeland befindet) und der Erzählung des Autors inclusive der vielen Schauplätzen in Frankfurt ergeben.

Durch den Briefwechsel erfährt man als Leser einiges über Elises Gedanken, Ängste aber auch Zukunftsplänen. Elise ist mit ihrer Familie sehr verbunden. Ihre Gedanken kreisen viel um ihre Herkunft. Gleichzeitig sieht sie aber auch eine Zukunft mit ihrer großen Liebe Max. Er unterstützt sie, wo er nur kann, auch dann noch, als ihr das Berufsverbot droht.

Ich habe das Buch an einem Wochenende verschlungen, konnte es fast nicht mehr weglegen. Das heute so weltoffene Frankfurt habe ich mit diesem Buch „neu“ kennengelernt, vieles war mir bekannt, aber in einen Roman „verpackt“, dann doch viel „erfahrbarer“ und  schrecklicher, als man es allein durch Geschichtsbücher vermitteln kann.

Was auch für die heutige Zeit bleibt ist ein Zitat aus diesem Buch:
„Wer hatte denn schon Einfluss darauf, wie und wann und wohin er geboren wurde? Es durfte doch nicht sein, dass solche Zufälle das ganze Leben bestimmen“

Fazit:
Der Roman ist kein Buch „zum Entspannen“, allerdings „erlebt“ man hier Geschichte, wie sie einem kein Geschichtsbuch so nahe bringen kann.

Bewertung: *****

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