Eine Therapie für Aristoteles (Melanie Sumner)

Wer braucht schon eine Therapie, wenn er schreiben kann?

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Der Titel des Buches machte mich neugierig, nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, musste ich dieses Buch lesen.

Beschreibung des Buches:
Das Buch „Eine Therapie für Aristoteles“ ist im Jahr 2016 im Dumont-Verlag als Hardcover-Buch erschienen, es hat 347 Seiten.  Die Autorin hat schon einige Romane geschrieben, sie lebt in den USA.  Auf dem Titelbild ist eine rote Schreibmaschine zu sehen. Der Titel des Buches ist auf dem eingespannten Papier abgedruckt. Der Hintergrund ist petrolfarben gehalten, kleine Wölkchen zieren den ganzen Buchumschlag.

Kurze Zusammenfassung:
Die zwölfjährige Aristoteles lebt mit Mutter und 8jährigem Bruder zusammen. Der Vater ist kurz vor der Geburt des Bruders gestorben. Die Mutter arbeitet als Lehrerin und versucht so die Familie über Wasser zu halten. Wechselnde Männerfreundschaften, ein aufgeweckter Junge und die Großeltern machen das Familienleben turbulent. Aristoteles möchte die Mutter als Ernährerin unterstützen und hat sich vorgenommen einen Roman in 30 Tagen zu schreiben und damit einen Bestseller zu kreieren. Unter zu Hilfenahme eines Ratgebers macht sie sich an die Arbeit.

Mein Leseeindruck:
Das Buch war für mich wie eine Berg- und Talfahrt. An manchen Stellen war ich wie mittendrin. Dann kam es mir wieder so vor, als könnte die ganze Geschichte nicht so die Realität sein, wie ich sie vorher noch empfunden hatte. So bin ich etwa hin- und hergerissen, wie ich dieses Buch bewerten soll.

Ein Roman als Therapie und als Geldquelle. Kann eine 12jährige das leisten?

Der Roman ist aus Sicht der 12jährigen geschrieben. Es handelt sich hier tatsächlich um eine sehr ungewöhnliche Geschichte einer schon sehr reifen 12jährigen. Die Mutter behandelt sie als Partnerersatz, Aristoteles übernimmt Verantwortung für die kleine Familie, insbesondere für den kleinen 8jährigen Bruder, der wiederum die Aufmerksamkeit der ganzen Familie fordert, inclusive der liebevollen Großeltern, die sich auch immer wieder gerne in den Familienalltag mit unbedachten Worten einmischen.

Der Roman zeigt hier deutlich, dass die Kinder das fehlende Elternteil doch sehr vermissen und irgendwie eine Normalität aufbauen wollen. Die stärkeren Kinder sind dann durchaus in der Lage Verantwortung zu übernehmen allerdings auf Kosten der eigenen unbeschwerten Kindheit. Aristoteles erscheint in kniffligen Situationen der verstorbene Vater als Geist, dann versucht sie Antworten zu finden. Hier hat man manchmal das Gefühl, dass ein so junges Mädchen nicht so fühlt und denkt, wie Aristoteles.

Manche Situationskomik zeigt den normalen Alltagswahnsinn einer vergesslichen und überforderten Mutter, eines psychopatischen Sohnes und einer frühreifen Tochter. Hier kann geschmunzelt werden. Wenn dann aber die 12jährige, durchaus sympathische Tochter, die Studentischen Arbeiten der Mutter korrigiert, dann scheint das etwas an der Realität vorbei zu gehen.

Fazit:
Ein sehr sensibler Roman, der an manchen Stellen turbulent und witzig, an anderen Stellen dann etwas realitätsfern ist.

Bewertung: ***

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