Das marokkanische Mädchen (Ulrich Wickert)

Paris – Marokko, Untersuchungsrichter Jacques Ricou ermittelt

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Von Ulrich Wickert habe ich bisher keinen der Krimis um den Untersuchungsrichter Jacques Ricou gelesen. Mich hat angesprochen, dass der Krimi in Paris spielt.

Beschreibung des Buches:
„Das marokkanische Mädchen“ von Ulrich Wickert ist 2. Auflage 2015 als Taschenbuch im HEYNE-Verlag erschienen. Der Krimi hat 318 Seiten.

Außer einer gelben Umrahmung ist das Titelbild recht dunkel gehalten. Es zeigt Notre Dame in Paris im Dämmerlicht und dunklen Wolken am Himmel. Mich hat das Titelbild angesprochen, denn ich mag Paris.

Kurze Zusammenfassung:
Auf einem Waldweg in der Nähe von Paris wird eine marokkanische Familie erschossen. Sie war mit dem Auto unterwegs. Auch ein Fahrradfahrer ist unter den Toten. Einzig die sechsjährige Tochter Kalila hat in einem Versteck im Auto überlebt. Der Untersuchungsrichter Jacques Ricou macht sich auf die Suche nach den Hintergründen und den Mörder.

Mein Leseeindruck:
Mir hat schon der Einstieg in diesen Krimi gefallen. Als Leser hat man von Anfang an einen Vorsprung: die Vorbereitungen zum Mord auf dem Waldweg, den Aufbruch der Familie zum Picknick, der Radfahrer, der sein neues Fahrrad testet.

Es hat mir gut gefallen, dass dieser Krimi aus vielen kurzen Kapiteln besteht, diese vielen szenischen Wechseln machen den Krimi zu einem kurzweiligen Lesevergnügen, ohne dass sie für mich Verwirrung stifteten. Selbst die vielen Mitwirkenden waren für mich kein Problem, sie haben sehr unterschiedliche und markante Namen, so dass man sich nicht ständig fragen muss „wer ist das denn schon wieder?“.

Der recht junge Richter Jacques Ricou macht auf mich einen sympathischen Eindruck, auch wenn er auf seinen Nachforschungen offensichtlich „nichts anbrennen“ lässt, bringt ihn dieser Fall wieder seiner Ex näher, die als Journalistin arbeitet. Gerade dieser Zweispalt zwischen den kriminaltechnischen Ermittlungen und dem Sensations-Journalismus sind hier interessant.

Seine Reise nach Marokko ist mir allerdings etwas zu unrealistisch dargestellt. Hier passiert mir in zu kurzer Zeit zu viel. Besser gefallen haben mir die Ermittlungen mit den Schauplätzen in Paris.

Relativ oft wird Bezug auf ältere Fälle genommen, das macht mich neugierig auf die ersten Bücher um Richter Ricou.

Ulrich Wickert nimmt in seinem Krimi viel Bezug auf aktuelle Themen, besonders die französische (Ex-)Regierung wird mit ihren Akteuren (Liebesleben) häufig „auf die Schippe genommen“.

Fazit:
Ein kurzweiliger Krimi, der von seinen aktuellen Themen und den Ermittlungsmethoden des Richters Ricou lebt. Die ersten Fälle um den Richter Ricou würde ich nach diesem Buch jetzt auch gerne lesen.

Bewertung: ****

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