Die Steinheilerin (Elke Thomazo)

Spannend wie ein Krimi

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Eigentlich mag ich keine historischen Romane, aber auf dieses Buch bin ich durch eine nette Begegnung aufmerksam geworden und war deshalb ganz neugierig ein Erstlingswerk dieser Autorin zu lesen.

Beschreibung des Buches:
Das Buch „Die Steinheilerin“ ist als Taschenbuch 2015 im Drachenmond Verlag erschienen. Es hat 345 am oberen Rand mit einem Muster verzierte Seiten. Am Ende des Romans gibt es einen Anhang, in dem die Heilsteine der Hildegard von Bingen aufgeführt sind und ein Glossar. Das Titelbild ziert ein altes Pergament mit dem Gesichtszug einer jungen Frau. Umrahmt wird das Ganze mit losen, verschieden großen, grün schimmernden Steinen. Das Bild ist für mich sehr ansprechend.

Kurze Zusammenfassung:
Der Roman spielt im Jahr 1590 (und folgende) in Freising und Umgebung. Die Schuhmachertochter Gret begleitet die Hebamme und Heilerin Brigitta regelmäßig bei ihren Einsätzen. So lernt sie Vieles über die Heilkunde. Als Brigitta als Hexe angeklagt und verurteilt wird, flieht Gret mit Brigittas wertvollen Heilsteinen auf den Weg in eine bessere Zukunft. Sie wird begleitet von ihrem Freund Jacob. Auf diesem Weg muss sie so manches „Abenteuer“ durchstehen.

Mein Leseeindruck:
Die Autorin Elke Thomazo ist Ärztin und interessiert sich für Naturheilkunde und traditionelle Heilmethoden. Sie hat lange Jahre als Journalistin und Redakteurin für medizinische Fachberichte gearbeitet. Das Schreiben liegt ihr im Blut und genau das spürt man bei diesem Erstlingswerk.

Schon die ersten Seiten dieses Romans haben mich gefesselt. Die Beschreibungen der Szenen sind so real, man fühlt sich mittendrin. Man hört förmlich das Klappern von Fensterläden und das Pfeifen des Windes. Ein kalter Schauer überläuft einen, wenn man sich dann das ganze Schreckensszenario vorstellt, das Elke Thomazo an manchen Stellen beschreibt. Ich bewundere es immer wieder, dass man so schreiben kann.

Auch die Geschichte rund um die Heilkünste mit Gret als Hauptfigur hat mich fasziniert. Eine junge Frau, die, als sie alleine auf sich angewiesen ist, eine ziemliche Reife und Verantwortungsbewusstsein an den Tag legt und sich niemals unterkriegen lässt. Die anderen Protagonisten sind ebenfalls sehr gut herausgearbeitet. Da gibt es die Bösen und die Guten. Man fühlt beim Lesen immer mit. Manches kann man sich schon im Vorhinein denken, manches entwickelt sich dann doch in eine andere Richtung, so wie sich die Menschen im Laufe ihres Lebens so entwickeln. Die gesamte Geschichte ist gut durchdacht.

Im letzten Teil des Romans hat man dann noch das Gefühl, einem Krimi beizuwohnen, was mir als Krimileserin natürlich besonders gefällt.

Mit dem Thema Naturheilkunde auf Basis von Heilsteinen habe ich mich selbst noch nicht befasst, aber dieses Buch hat mich neugierig gemacht. Die Autorin hat hier Hildegard von Bingen als Vorbild genommen und offensichtlich so einiges recherchiert. Bei der Auflistung der Heilsteine am Ende des Buches hätte ich mir noch die ein oder andere grobe Wirkungsweise gewünscht.

Fazit:
Wer historische Romane liebt, der kann hier zugreifen. Aber man kann es auch für die Liebhaber von Krimis empfehlen. Und selbst Neugierige, die etwas über alternative Heilmethoden lesen möchten, finden sicher gefallen an diesem Erstlingswerk. Ich freue mich auf alle Fälle auf weitere Bücher von der Autorin.

Bewertung: *****

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